Ausblick 2019: Steigen die Zinsen? Krachen die Banken?

Der Euro wird uns auch im kommenden Jahr beschäftigen: Steigen die Zinsen? Droht ein Bankenkrach, ausgehend von Italien, aber auch wegen schwächerer Konjunktur und zunehmender Pleiten auch im Norden Europas? Diese Fragen diskutieren Ulrich Bindseil, Direktor der Europäischen Zentralbank, Markus Krall, Unternehmensberater und Buchautor („Wenn Schwarze Schwänge Junge kriegen“, „Der Draghi-Crash) und Roland Tichy.

 

Die Null-Zinsen zeigen immer häufiger ihr häßliches Gesicht: Aufgeschobene Pleiten, kein Geschäft mehr für Banken, keine Verzinsung der Altersvorsorge. Sind die Null-Zinsen eine schlechte Idee der Europäischen Zentralbank – oder Folge des Null-Wachstums? Was kann die EZB noch tun, um die Wirtschaft zu stimulieren – oder sollte sie ihre Finger davon lassen?

Das sind Grundsatzfragen, die über die Zukunft der gemeinsamen Währung und unseren Wohlstand entscheiden.

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Kommentare ( 80 )

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Bei all diesen Themen muss man nicht nur die „Cui Bono?“ Frage stellen, sondern auch die „wie nützt es den Angelsachsen?“ Frage.

Wie sähe es aus mit Angelsächsischer Weltmacht, Wirtschaftskraft, Wohlstand – ohne das Werkzeug des betrügerischen Geld-, Finanz- und Bankensystems?

Die eigentliche Frage ist also nicht, ob es funktioniert oder gut ist. Die Frage ist ob es hilft, Angelsächsische Weltmacht zu erhalten.

Ohne die Banken und ihne die Wirtschaft müsste die angelsächsische Welt, und das ist der Westen, das sind auch wir, genauso wie die Russen und Chinesen militärisch aufrüsten, um ernst genommen zu werden.
Wir haben die Wahl!

Wieso wird eigentlich immer dem armen Euro die ganze Schuld gegeben? Die €urokrise ist doch nur ein sekundär Problem von ganz anderen Krisen die definitiv global und international sind. 1. Bankenkrise Nur ein Bankensystem das nicht für sein Handeln haften muss verleiht unbegrenzt Geld an Schuldner wie Griechenland Italien oder amerikanische Ninja Hausbesitzer. Dies ist die Wurzel allen Übels. Ein mafioses Bankensystem mit privatisierten Gewinnen und vergesellschaftlichten Verlusten. Ein Finanzmarkt bei dem die wesentlichen Marktmechanismen ausgehebelt wurden und der nur noch zur Verschleierung von halb oder ganz kriminellen Aktivitäten dient. 2. Politik Krise Die no bailout Klausel hatte Verfassungsrang im… Mehr

Wnn niemand haftet, weil der letztendlich leistende Schuldner fehlt, dann hat das sehr wohl mit dem Euro zu tun.

Die Diskussionsteilnehmer haben sich rollengemäß verhalten, wobei der Vertreter der EZB die schwächere Stellung hatte. Ansonsten wurden viele Binsenweisheiten ausgetauscht. Und die Kalauer von RT passten auch nicht immer. Wer wie ich 1981ff im Bankgewerbe tätig war, weiß, was nach dieser langen Nullzinsphase zu erwarten ist: Massenarbeitslosigkeit, täglich eine neue Pleitemeldung, und krachende Banken. Ok. Das will die EZB (und die Politik) vermeiden. ABER: von meinem Schreibtisch aus, sehe ich auf ein neu eröffnetes Shopping Center. Und ich sehe, wie sich die Verkäufer die Füße in Läden ohne Kunden platt stehen (ähnlich wie in Murano, Shanghai, Hongkong). Wollen wir diese… Mehr

Und, was würden Sie vorschlagen?

Ganz leichte Zinsanhebungen, Ausstieg der Deutschen aus dem Euro. Glattstellen der Target Salden und Umwandeln in befristete Kredite. Rückführen der EU Strukturen in EFTA oder in neue bewegliche Strukturen.

Nein, diese Krise wurde schon zweimal vertagt: 2008 und 2014.
Die muss jetzt endlich ausgeschwitzt werden!
Wir brauchen eine Marktbereinigung!
Arbeitslosigkeit kann und muss hingenommen werden.
Jede weitere Vertagung des Problems vertieft nur das Problem.
Nach meinem Eindruck wird die FED den Refinanzierungssatz für Geschäftsbanken weiter erhöhen und handelt damit richtig.
Damit saugt die FED das vagabundierende Geld aus der ganzen Welt in Richtung USA ab.

Ein von Roland Tichy sehr gut moderiertes Gespräch zwischen einem der besten Ökonomen Deutschlands und einem EZB Direktor. Ich habe sehr viele Interviews von Dr. Markus Krall gesehen und auch sein Buch „‚Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“ gelesen. Er hat Ulrich Bindseil in jeder Phase des Gespräches an die Wand argumentiert. Bindseil hätte wissen müssen, welches Potential Markus Krall hat und hatte aus Sicht der EZB ohnehin die schlechteren Karten. Dass Bindseil in fast allen Fragen Krall unterlegen war, ist der Politik der EZB geschuldet, allerdings war er auch intellektuell nicht auf dem Niveau von Markus Krall. Wenn er ein… Mehr

Sie vergessen eines: die EZB Überflieger haben vieles nur überflogen. Wenn Krall wirklich ein Mann der Praxis ist, dann weiß er über die Stricke in den Banken, an denen sie hängen werden. Und die genervte Bad-Attidude des EZB Direktors konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Leute das Jonglieren mit Halbwahrheiten so geschickt beherrschen, dass sie bereits selbst bereits an ihre Aussagen glauben.

@Herrn Tichy: Täusche ich mich oder hat sich Herr Bindseil unwohl gefühlt, zumindest am Ende? Er hat zumindest meinen größten Respekt, dass er sich einer offensichtlich EZB-kritischen Runde gestellt hat. Eine herausragende Diskussion, die Meilen über Presseclub und anderen ö.r. Formaten steht.

Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Keynesianer von der EZB zeitweise etwas hilflos wirkte… Kein Wunder angesichts des Desasters, das die keynesianische Politik im Euroraum angerichtet hat… UNSUMMEN wurden z.B. über GR ausgeschüttet… nicht erst seit 2010, sondern schon seit ca. 1984… und was hat es genützt? Das schöne Geld wurde eben NICHT sinnvoll investiert, sondern verkonsumiert. Als es ausgegeben war, stand GR fast genauso da wie vorher – nur die Bürger sind reicher. Aber das kapieren die Keynesianer leider nicht – oder sie wollen es nicht sehen, weil es ein Eingeständnis ihrer Fehler wäre. Es ist… Mehr

na was soll die EZB schon sagen. Oh wir werden alle untergehen? Die wissen doch ganz genau, welche Kunstfiguren mit Honig im Kopf am Leben erhalten werden.

Falls noch nicht geschehen, bitte korrigieren: („Wenn Schwarze Schwänge Junge kriegen“) SCHWÄNE

so ein Mist. immer wieder vertippt.. tschuldigung

Dafür gibt es ja aufmerksame Leser 😉

In den ersten Minuten sagte Roland Tichy, ohne Geld gibt es keine Wirtschaft. G. K. Chrsterton sagte vor hundert Jharen, jeder sollte ein Haus, eine Kuh und einen Obst- und Gemüsegarten haben wegen der Selbstversorgung. Nehmen wir einen Jungen, der Frösche fangen kann. Ein anderer baut die Behausung mit Leiter. Dann haben wir einen Wetterfrosch. Die beiden tauschen den Wetterfrosch beim Häusler gegen Milch, Brot, Käse, Wurst usw. Das ist schon Wirtschaft, ganz ohne Geld. Bei komplexeren Tauschgeschäften empfiehlt es sich dann, Geld als Vermittlungsgröße einzuführen. Am Anfang von Wirtchaft steht aber immer eine Idee und Menschen, die sie umsetzen.… Mehr

Herr Tichy redet doch nicht von den Verhältnissen der Jungsteinzeit, als nur Warentausch möglich war. Geld gibt es es seit Jahrtausenden und ist die Vorausetzung für ein wirklich wohlstandsförderndes arbeitsteiliges Wirtschaften. Mit Tauschhandel landen wir binnen weniger Wochen in der Steinzeit – das ist kein Szenario, über das wir uns im 21. Jh. unterhalten müssen.

…doch, denn wir werden es in Kürze wieder lernen müssen!

Money is, what money does. Und wenn wir es abschaffen wird es neu erfunden. Immer wieder

In einer komplexten Wirtschaft wird ein Tauschmittel gebraucht, dass leicht tauschbar ist, transportabel, aufbewahrbar und sicher ist. Leichte Tauschbarkeit senkt Transaktionskoste, die mehrere Prozent betragen können. Stichwort: Golfmünzen des Krösus.

Sie wollen einen Wetterfrosch gegen Milch tauschen? Transport und Aufbewahrung sind extrem problematisch und kosten Aufwand. Dazu kommen noch Absatzprobleme. Alles vermindert den „ökonomischen Gewinn“. Machen Sie sich bitte nicht noch lächerlicher…

Neben der Eurozone als suboptimalem Währungsraum, ist die EZB Struktur der noch größere Irrsinn, dem die deutsche Politik zugestimmt hat. Deutschland haftet für 30 %, hat aber soviel Einfluss wie Malta.

Das hat Helmut Kohl übrigens eingerührt. Ebenso wie er Merkel protegierte…

war aber ein französisches Projekt um die DM zu stürzen, hat sich aber auch als Eigentor für Frankreich erwiesen, so aber auch am Ende für Deutschland. Wir werden auf den Target2 Salden liegen bleiben

Das Friedensprojekt könnte zum Unfriedensprojekt wie in den USA 1815ff bis 1861 werden. Die Schuldenfrage entzweite den Kontinent, nicht die Frage der Sklaverei.

Ein sehr wohltuend sachliches Interview in sehr interessanter Runde! Danke an die Herren und beste Wünsche für 2019!