Ausblick 2019: Steigen die Zinsen? Krachen die Banken?

Der Euro wird uns auch im kommenden Jahr beschäftigen: Steigen die Zinsen? Droht ein Bankenkrach, ausgehend von Italien, aber auch wegen schwächerer Konjunktur und zunehmender Pleiten auch im Norden Europas? Diese Fragen diskutieren Ulrich Bindseil, Direktor der Europäischen Zentralbank, Markus Krall, Unternehmensberater und Buchautor („Wenn Schwarze Schwänge Junge kriegen“, „Der Draghi-Crash) und Roland Tichy.

 

Die Null-Zinsen zeigen immer häufiger ihr häßliches Gesicht: Aufgeschobene Pleiten, kein Geschäft mehr für Banken, keine Verzinsung der Altersvorsorge. Sind die Null-Zinsen eine schlechte Idee der Europäischen Zentralbank – oder Folge des Null-Wachstums? Was kann die EZB noch tun, um die Wirtschaft zu stimulieren – oder sollte sie ihre Finger davon lassen?

Das sind Grundsatzfragen, die über die Zukunft der gemeinsamen Währung und unseren Wohlstand entscheiden.

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Kommentare ( 83 )

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@Herrn Tichy: Täusche ich mich oder hat sich Herr Bindseil unwohl gefühlt, zumindest am Ende? Er hat zumindest meinen größten Respekt, dass er sich einer offensichtlich EZB-kritischen Runde gestellt hat. Eine herausragende Diskussion, die Meilen über Presseclub und anderen ö.r. Formaten steht.

Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Keynesianer von der EZB zeitweise etwas hilflos wirkte… Kein Wunder angesichts des Desasters, das die keynesianische Politik im Euroraum angerichtet hat… UNSUMMEN wurden z.B. über GR ausgeschüttet… nicht erst seit 2010, sondern schon seit ca. 1984… und was hat es genützt? Das schöne Geld wurde eben NICHT sinnvoll investiert, sondern verkonsumiert. Als es ausgegeben war, stand GR fast genauso da wie vorher – nur die Bürger sind reicher. Aber das kapieren die Keynesianer leider nicht – oder sie wollen es nicht sehen, weil es ein Eingeständnis ihrer Fehler wäre. Es ist… Mehr

na was soll die EZB schon sagen. Oh wir werden alle untergehen? Die wissen doch ganz genau, welche Kunstfiguren mit Honig im Kopf am Leben erhalten werden.

Falls noch nicht geschehen, bitte korrigieren: („Wenn Schwarze Schwänge Junge kriegen“) SCHWÄNE

so ein Mist. immer wieder vertippt.. tschuldigung

Dafür gibt es ja aufmerksame Leser 😉

In den ersten Minuten sagte Roland Tichy, ohne Geld gibt es keine Wirtschaft. G. K. Chrsterton sagte vor hundert Jharen, jeder sollte ein Haus, eine Kuh und einen Obst- und Gemüsegarten haben wegen der Selbstversorgung. Nehmen wir einen Jungen, der Frösche fangen kann. Ein anderer baut die Behausung mit Leiter. Dann haben wir einen Wetterfrosch. Die beiden tauschen den Wetterfrosch beim Häusler gegen Milch, Brot, Käse, Wurst usw. Das ist schon Wirtschaft, ganz ohne Geld. Bei komplexeren Tauschgeschäften empfiehlt es sich dann, Geld als Vermittlungsgröße einzuführen. Am Anfang von Wirtchaft steht aber immer eine Idee und Menschen, die sie umsetzen.… Mehr

Herr Tichy redet doch nicht von den Verhältnissen der Jungsteinzeit, als nur Warentausch möglich war. Geld gibt es es seit Jahrtausenden und ist die Vorausetzung für ein wirklich wohlstandsförderndes arbeitsteiliges Wirtschaften. Mit Tauschhandel landen wir binnen weniger Wochen in der Steinzeit – das ist kein Szenario, über das wir uns im 21. Jh. unterhalten müssen.

…doch, denn wir werden es in Kürze wieder lernen müssen!

Money is, what money does. Und wenn wir es abschaffen wird es neu erfunden. Immer wieder

In einer komplexten Wirtschaft wird ein Tauschmittel gebraucht, dass leicht tauschbar ist, transportabel, aufbewahrbar und sicher ist. Leichte Tauschbarkeit senkt Transaktionskoste, die mehrere Prozent betragen können. Stichwort: Golfmünzen des Krösus.

Sie wollen einen Wetterfrosch gegen Milch tauschen? Transport und Aufbewahrung sind extrem problematisch und kosten Aufwand. Dazu kommen noch Absatzprobleme. Alles vermindert den „ökonomischen Gewinn“. Machen Sie sich bitte nicht noch lächerlicher…

Neben der Eurozone als suboptimalem Währungsraum, ist die EZB Struktur der noch größere Irrsinn, dem die deutsche Politik zugestimmt hat. Deutschland haftet für 30 %, hat aber soviel Einfluss wie Malta.

Das hat Helmut Kohl übrigens eingerührt. Ebenso wie er Merkel protegierte…

war aber ein französisches Projekt um die DM zu stürzen, hat sich aber auch als Eigentor für Frankreich erwiesen, so aber auch am Ende für Deutschland. Wir werden auf den Target2 Salden liegen bleiben

Das Friedensprojekt könnte zum Unfriedensprojekt wie in den USA 1815ff bis 1861 werden. Die Schuldenfrage entzweite den Kontinent, nicht die Frage der Sklaverei.

Ein sehr wohltuend sachliches Interview in sehr interessanter Runde! Danke an die Herren und beste Wünsche für 2019!

Die Eurozone als suboptimaler Währungsraum wurde schon vor der Einführung des Euro in der Vorbereitungsphase gesehen und als Problem erkannt vor allem in Bezug auf Italien.
Dass Italien schließlich von Anfang an mit dabei war, ist eine politische Entscheidung von Helmut Kohl gewesen, der argumentierte, Italien müsse schon aus „historischen“ Bezügen als Gründungsmitglied der römischen Verträge im Euroverbund seinen Platz haben.
Kohl war Historiker und kein Ökonom und hat von den Problemen eines suboptimalen Währungsraums wenig Ahnung gehabt mit den Folgen, die in diesem interessanten Gepräch ziemlich deutlich zur Sprache gekommen sind.

Das macht offenbar in der aktuellen Politik keinen Unterschied, ob man nun Historiker ist oder Ökonom… jedenfalls sieht es doch ganz danach aus. Die EZB sieht offenbar die einfachsten Zusammenhänge nicht, weil sie dem Keynes anhängen und die deutsche Politik hört auf Leute wie Bofinger oder Horn. Sowas kommt von sowas. Die hätten sich auch nicht anders entschieden als Kohl.

in den Punkten hinsichtlich der faulen Kredite in den Bankbilanzen stimme ich Herr Dr. Krall zu. Nur in dem permanenten Lamento hinischtlich des Wachstums habe ich eine Andere Meinung. Dieses geforderte permanente Wachstum gibt es nicht und kann auch von keiner Volkswirtschaft geleistet werden. Dass dies an den jeweiligen Fachschaften der Universitäten und Hochschulen anders gelehrt wird steht dem nicht entgegen zumal es ökonomische Gesetze, vergleichbar den Naturgesetzen in den Natruwissenschaften so und so nicht gibt. Sie sind lediglich von Professoren erfundene Hilfskonstrukte um die jeweligen theoretischen Ansätze zu erklären. Auch der marktgerechte Zins ist so ein Vehikel dass die… Mehr

Solange es technischen Fortschritt und Produktivitätszuwächse gibt, kann es Wirtschaftswachstum geben. Dafür gibt es keine prinzipielle Obergrenze, auch wenn es Phasen der Stagnation gegeben hat und weiter geben wird. Niemand „fordert“ permamentes Wachstum, vielmehr ergibt es sich auf lange Sicht im Wettbewerb. Das ist keine Ideologie, sondern empirische Tatsache und theoretisch gut begründbar.

Negative Bewertungen ersetzen kein Argument. Erzählen Sie doch mal, worin genau die Grenzen langfristigen Wirtschaftswachstums liegen, wenn Sie sich so sicher sind.

verstehe ich nicht. Wozu braucht man beim technischen Fortschritt Wachstum? Wachstum braucht man doch nur dort wo man immer mehr davon braucht was vorher nicht vorhanden ist. z.B. beim verzinsten Schuldgeldsystem. Der geforderte Zins ist ja nie in der Welt. Der Zinsezins schon gar nicht sondern muß immer von anderen Marktteilnehmern erobert werden. Logischerweise können dies nicht alle Marktteilnejhmer und müssen damit dann aus dem Markt ausscheiden. Den geforderten Zins können eben nicht alle erwirtschaften. Folge – Insolvenz. Genau so wenig wie am Samstag alle Mannschaften im Fußball gewinnen können. Das verzinste Schuldgeldsystem hatte seine Zeit, die geht nun langsam… Mehr

Mit dieser Zusatzinfo wird der Sinn des Export- und Targetsalden Weltmeisters Deutschland sofort klar:

Weit über die Hälfte der Dividenden der deutschen DAX Unternehmen wird ins Ausland ausgezahlt.

Technischer Fortschritt basiert auf Energie/Strom..also auf Kernenergie oder Kohlekraft..auch Gas und Öl sind für technischen Fortschritt unverzichtbar. Das schaffen wir aber gerade in Deutschland ab!

Stimmt nicht ganz Hr. Tichy…ohne Geld gab es früher den Tauschhandel. Geld löste hier den Tauschhandel/Wirtschaft ab. Ohne Geld kann man also immer noch Handel betreiben…das Geld wird hier dann durch den Tausch ersetzt. Viel wichtiger ist doch, dass es in einer Kernenergie- und CO2 freien Gesellschaft keine Wirtschaft…keine Währung/Geld mehr existieren kann. Wir haben keine Wirtschaft die einen Mehrwert bereitstellt sondern sich mit dem Mangel herumschlagen muss….und dies führt automatisch in die Abwertung des Geld…weil die Wirtschaftliche Meherwert-Leistung schlicht und einfach ausbleibt/fleht. Ohne Fleiß/Leistung KEIN Preis/Keine stabile Währung…siehe Venezuela. Man schafft dort keine Mehrwertschaffende Wirtschaftspolitik sondern eine sozialistische Umverteilungspolitik.… Mehr

Großes Lob Herr Tichy für Sie und die Gäste: Pro und contra an einem Tisch, ein GlasWein und Wasser, kein herumgiften, feines Florett und immer wieder Moderatoren Eingriff zur Klärung des Sachverhalts im Sinne der Zuhörer! Köstlich die nicht mehr funktionierende 3-6-3 Regel – einen guten Start ins 2019 bleiben Sie gesund und munter, ich kaufe derweil Tichys-Einblick! Beste Grüße aus Düsseldorf R. P.