Organ-Spende: Mein Körper gehört nicht mir

Meine Daten gehören mir - aber nicht mein Körper: Wie freihändig die GroKo mit Verfügungsrechten umgeht, macht schaudern. Die Lobby-gesteuerte Willkür wird auch bei Urheberrecht und Fahrverboten sichtbar.

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Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kannten die Montagnais-Indianer keine Jagdbeschränkungen, jeder konnte so viel jagen, wie er wollte. Wegen des großen Wildbestands führte dies nicht zu Problemen, es gab Biber für Alle. Als jedoch die Kolonialisten von den Indianern Biberpelze nachfragten, stieg der Wert der Biber so stark an, dass die einsetzende Intensivierung der Jagd zu einem Sinken der Population führte und die Biber fast ausstarben. Die Biber waren ein „freies“ Gut, jeder durfte sie der Natur gratis entnehmen – bis zum bitteren Ende.

Die Tragik der Allmende

Auf diese Story gründet der US-Ökonom Harold Demsetz die Theorie von Eigentums- oder Verfügungsrechten, die in der Volkswirtschaftslehre immer breiteren Raum einnehmen („Property-rights“ ist vermutlich treffender als „Verfügungsrechte“ übersetzt). In Europa ist es als Tragik der Allmende bekannt: Auf die Allmende, die gemeinschaftlich genutzt Weidefläche, werden zu viele grasende Tiere gesetzt, bis die Weide zu Ödland wird. Das schöne sozialistische Modell der gemeinschaftlich genutzten Ressource schlägt in Mangel und Verelendung um – ein Vorgang, der sich weltweit auch bei Wasservorräten und anderen knappen Ressourcen beobachten lässt.

Fehlende Eigentumsrechte führen zu Verschwendung und Umweltverschmutzung: Wenn Wasser und saubere Luft niemandem gehören und nichts kosten, werden sie verschwendet. Klar definierte Verfügungsrechte führen zu wirtschaftlicher Nutzung. Diese Theorie hat große praktische Bedeutung; Umweltzertifikate sollen saubere Lust mit einem Preisschild versehen und zum sparsamen Gebrauch veranlassen.

Das Ende der Allmende und der Organhandel

Verfügungsrechte können geändert werden. Erst kürzlich wurden die persönlichen Daten als Eigentum der Personen im Zuge der Datenschutzgrundverordnung sehr streng festgelegt; wer meine Adresse für einen simplen Newsletter verwenden will, braucht meine explizite Einverständniserklärung. Meine Daten gehören mir, mein Bauch auch. Diese Unbedingtheit zeigt, wie vorsichtig man mit Verfügungsrechten umgehen muss: Wem der Bauch gehört, der kann darüber frei verfügen. Wenn darin ein Mensch heranwächst – sein Pech. Ihm gehört das Leben nicht. Der Übergang zur schieren Ideologie liegt nahe: Die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling hat vorgeschlagen, Embryonen daher nur noch als „Zellhaufen“ zu bezeichnen. Die gelegentlich brutalen Folgen der ideologischen Veränderung von Verfügungsrechten muss semantisch beschönigt werden.

Mein Körper gehört mir – wie lange noch?

Demnächst soll das Verfügungsrecht über den Körper erneut geregelt werden. Ich darf mich gesund ernähren oder ungesund, gefährliche Sportarten betreiben oder andere Schädigungen riskieren. Ich darf darüber bestimmen, ob nach meinem Tod Organe entnommen werden.

Medizinisches Ersatzteillager
Wie wir zu Zwangsspendern gemacht werden sollen
Dieses Verfügungsrecht soll jetzt sozialisiert werden: Nach dem „Hirntod“ darf zukünftig die Klinik aus dem noch warmen und durchbluteten Körper mit schlagendem Herzen nach Belieben Organe entnehmen. Mein Körper gehört dann nicht mehr mir, es sei denn, ich habe das ausdrücklich anders festgelegt und die Organspende ausgeschlossen. Das werden viele Bürger erfahrungsgemäß so lange vor sich herschieben, bis sie es vergessen. Darauf setzen die kalten Technokraten. Dann geht der Körper der Bürger automatisch in die Verfügungsgewalt der Transplantationsmedizin über.

Man kann moralische Überlegungen anstellen ethische Grundsätze diskutieren und argumentieren, dass so lebensspendende Organe sonst vom Tode Bedrohten zur Verfügung gestellt werden können. Derzeit herrscht Knappheit an dem, was kalt Transplantationsmaterial genannt wird. Sicherlich hängt die Einstellung zu dieser Regelung davon ab, ob man gesund ist – oder händeringend auf einen Spender warten muss. Wem es darum geht, der müsste allerdings anerkennen, dass mein Körper mir gehört – und ich ihn, zumindest nach dem Hirntod und noch körperwarm, zum Verkauf freigeben kann. Daran anschließend haben Ökonomen schon vor Jahren ein Modell entwickelt: Danach wird bei Transplantationswünschen der derjenige bevorzugt, der sich seinerseits zur Spende bereiterklärt hat. Das würde dem Grundsatz folgen: Ich helfe Dir, wenn Du bereit bist mir zu helfen. Es ist eine Art Versicherungslösung: Spendenbereitschaft gegen bevorzugte Behandlung. Das klingt fair, wäre ein Tausch von Verfügungsrechten.

Aber all das wie auch Verkauf der eigenen Organe allerdings gelten als unmoralisch. Die Sozialisierung, also die freie Verfügbarkeit für das halbstaatliche Gesundheitssystem ohne jeden persönlichen Einfluß des Spenders, soll trickreich herbeigeführt werden. Das gilt dann nicht als unmoralisch.

Organe sollen billigst verfügbar sein

Die Überlegungen der Ökonomen bei der Analyse von Eigentumsrechten aber gehen weiter – es geht um Folgen und Anreize, die mit einer Veränderung der Verfügungsrechte neu gesetzt werden. Kosten Organe nichts mehr und stehen sie praktisch unbegrenzt zur Verfügung, dann steigt die Nachfrage. Was billig ist, verdrängt andere Lösungen. Statt teurer Medikamente oder künstlicher Prothesen ist es günstiger, Organe einzusetzen. Es geht in der vorliegenden „Reform“ um möglichst viele und möglichst preiswerte Organe. Es darf kein Preisschild daran hängen. Sie sollen billigst entnommen werden. Natürlich mit Blick auf Schwerkranke. Aber man sollte über die kurzfristige Perspektive hinausdenken.

Wenn das so kommt, wird die medizinische Forschung  eine andere Richtung einschlagen. Organe kosten wenig – Forschung dagegen ist teuer.

Wird der Markt mit billigen Organen überschwemmt, wird es schnell zum Missbrauch kommen; die bestehenden strengen Regeln angesichts der Flut von Angeboten schnell wirkungslos werden. Diese Veränderung der Verfügungsrechte kann auch positive Wirkungen haben: Transplantationen werden billiger, das spart Kassenbeiträge. Der Anreiz, schnell den Hirntod festzustellen, um an ein gewünschtes, knappes  Organ zu kommen, entfällt, weil Organe ohnehin im Überfluss zur Verfügung stehen. Das wäre positiv. Man mag Gesetze gegen eine zu flotte Entnahme anführen. Allein – der ökonomische Anreiz ist ein starkes Motiv.

Der Mensch wird zur Handelsware

Wurde das alles überlegt? Wenn man wirklich glaubt, unbedingt auf Organe angewiesen zu sein – warum erlaubt man nicht den „Verkauf“? Was spricht dagegen, dass ein armer Teufel so wenigstens seine Beerdigung finanziert oder dem Hinterbliebenen wenigstens etwas Geld hinterlässt? Persönlich darf man nicht verdienen – aber sozialisiert werden darf es schon? Das alles ist wenig durchdacht. Vor allem aber wird ein Grundprinzip eingerissen: Dass mein Körper mir gehört – auch über den Tod hinaus. Das ist der eigentliche Schutz vor Geschäftemacherei mit Leben und Tod. Wer diese Schranke einreißt, eröffnet den Organhandel, macht den Körper des Menschen zur Handelsware, die in Konkurrenz steht zu Medikamenten, künstlichen Organen und anderen Gegenständen der unbelebten Welt. Auch wer offiziell kein Preisschild dran klebt, verschiebt die Preisrelationen.

Sozialismus kämpft gegen Eigentum

Konservative gehen vorsichtig mit der Veränderung von Verfügungsrechten um. Es gelten Grenzen – mein Körper gehört mir. Das Recht auf Leben ist nicht verhandelbar. Eigentum wird geschützt.

Verborgene Wahrheiten
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Sozialisten kennen diese Grenzen nicht. Bemerkenswert, dass insbesondere der sozialdemokratische Politiker Karl Lauterbach zu den lautstärksten Verfechtern der Enteignung der Organe gehört. Die staatliche Medizin soll auch über sterbende Körper und ihre Ressourcen in Form von begehrten Organen verfügen können. Eigentum steht sozialistischen Ideen wesensfremd entgegen. Der Mensch ist nur Verfügungsmasse dieser Lauterbachs. Letztlich wird dadurch ein Mechanismus in Kraft gesetzt, der sonst als „neoliberal“ gebrandmarkt wird. Der Körper wird enteignet und verfügbar gemacht – mit fragwürdigen Anreizen über den einzelnen Fall hinaus.

Verfügungsrechte werden zum Gegenstand von Lobby-Interessen. Man kann diesen Kampf um Eigentum auf vielen Ebenen beobachten: In Brüssel wird um Urheberrechte gekämpft. Gehört den Zeitungen auch jeder Link im Internet? Muss, wer verlinkt, dafür bezahlen oder ist die Information über Wissen (nicht das Wissen selbst) frei teilbar? Darf ich auf einen Artikel noch hinweisen oder muss ich demnächst dafür bezahlen?

Ich habe ein Auto erworben, nach geltenden Gesetzen und Vorschriften. Jetzt werden Fahrverbote ausgesprochen, einfach so. Das Auto wird enteignet. Entschädigungslos. Einfach so. Heute mein Diesel, morgen mein Haus? Die neue Mietenpolitik entzieht den Eigentümer die Verfügungsrechte.

Die Transplantationszentren sind an vielen billigen Organen interessiert. Meine Daten werden geschützt, sie gehören mir. Mein Körper – mein Heiligstes: Nicht mehr.

Wer so Eigentumsrechte auf den Tisch der Lobbys legt, zerstört die Fundamente der Gesellschaft – Freiheit, Moral und Recht.

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Kommentare ( 90 )

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90 Kommentare auf "Organ-Spende: Mein Körper gehört nicht mir"

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Diese Diskussion geht meiner Meinung nach am Kern vorbei. Denn Organe von einem Toten sind für eine Transplantation nicht zu gebrauchen. Es werden nur lebende und als “ Hirntod“ bezeichnete Menschen für transplantationszwecke Ausgeweidet. Und dass sogar ohne jegliche Betäubung. Deshalb weigern sich inzwischen auch immer mehr Anästhesisten, eine Organentnahme zu überwachen, weil sie die Reaktion des angeblich Toten auf das schmerzhafte Ausweiden nicht mehr ertragen und verantworten wollen. Eigentlich geht es bei der ganzen Diskussion am Ende darum, ob Menschen ohne aktuell aktives Bewusstsein ausgeschlachtet werden dürfen, wenn die Verantwortlichen keinen Widerspruchs-Bescheid finden. Das ist m.E. ein Tötungsdelikt. Wer… Mehr

So ist es, es kann sich zu diesem Thema nur jemand eine Meinung bilden, der sich mit allen Beteiligten schon auseinandersetzen musste, oder freiwillig getan hat.

So. Extra angemeldet um diesen Schwachsinn zu kommentieren. 1. Heisst die Widerspruchslösung deswegen so, weil man noch zu Lebzeiten widersprechen kann und sich somit gezwungenermassen mit diesem Thema auseinandersetzen muss. Wer also wirklich der Meinung ist, es würde einem ungerechtfertigt etwas zu Lebzeiten weggenommen, was man noch benötigt um weiterzuleben, noch dazu ohne entsprechende Entlohnung, der möge bitte widersprechen. 2. Möge er bitte nie in die Lage kommen, selbst ein Organ zu bekommen, und von Mitmenschen abhängig zu sein, die sich nie über sowas jemals einen Kopf machen. 3. Von welcher Konkurrenz zu künstlichen Organen sprechen Sie, ist da bereits… Mehr
So so, Sie finden also es ist Schwachsinn wenn User eine andere Meinung als Sie dazu haben? Daß läßt tief blicken mein Herr. Sie finden also daß die jetzige Lösung (Zustimmung) nicht adäquat zur angestrebten Vergewaltigung (Widerspruch) des Rechtes auf freie Entscheidung? Auch das GG ist dann auch nur noch Makulatur? Warum?, wieso denken Sie denn ist die „Zwangslösung“ besser. Schon heute hat jeder auch mit „Zustimmungslösung“ seine „für oder wider“ Entscheidung zu treffen. Wer keine ausdrückliche Zustimmung gibt (Ausweis oder eben keinen) hat sich doch ebenso entschieden Allerdings nicht durch gesellschaftlichen Zwangmaßnahmen. Es ist seine freie Entscheidung. Die jetzt… Mehr

Ergänzung: ja, ich finde es hervorragend, wenn der vielleicht spätere Patient, bereits vor Transplantation oder eben Ableben, gezwungen wird, sich zu positionieren und eben nicht, wie bisher bequem in Ruhe gelassen wird und im Notfall dann doch gern ein Organ hätte, was er selbst nie bereit gewesen wäre zu geben. Es ist ganz einfach eine Entscheidung, welche jedem zumutbar ist.

Nein, ich lasse andere Meinungen gelten, aber ja ich finde diesen Artikel komplett schwachsinnig, weil er unreflektiert ist, Äpfel mit Birnen vergleicht, nebenbei noch falsche Fakten beschreibt, selten etwas dümmeres gelesen als das, da kann man nur den Kopf schütteln, ich glaube kaum, dass Herr Tychi sich schon mal in einem Transplantationszentrum aufgehalten hat, denn sonst hätte er kaum so einen unausgegoren Artikel veröffentlicht, der offensichtlich nur Panik verbreitet und Zielgruppe bedienen soll, Es fällt mir schwer Länder zu nennen, in denen keine Widerspruchslösung gibt, ausser das zurückgebliebene Deutschland. Und das ist somit meine Meinung. Ich sage Widerspruchslösung, her damit,… Mehr
Ihre Einlassungen zeigen mir nur eines: Sie gehören (oder unterstützen wohlwollend) zu der Gruppe der Beutegreifer (sind Geier eigentlich Beutegreifer?)- und die Beute ist die Einmaligkeit des Menschen. Und nein DAS akzeptiere ich nicht!! Alles was dazu noch Erwähnenswert und zu Bedenken wäre ist hier schon diskutiert und verlinkt. Trotzdem noch etwas zum Nachdenken: https://tinyurl.com/yatxdav6 Reif genug?- denke ich schon, wenn man sich schon seit ~ 30 Jahren mit dem Thema beschäftigt und 4/5 eines Jahrhunderts gesund hinter sich gebracht. Meine Infos dazu ziehe ich nicht nur aus Gesprächen und Literatur, sondern auch aus Informationen im Familienkreis. Meine Tochter verdient… Mehr
Soweit müssen Sie doch gar nicht fahren, Österreich reicht auch schon. Dann ist es wohl für den Anti-Spender besser sich mal darüber schriftlich zu äussern, also den Widerspruch zu nutzen. Mehr verlangt diese Lösung nicht, als ein erwachsene Entscheidung von er Erwachsenen Menschen zu treffen. Es wird ja nicht gegen Ihren willen operiert. Gegen Ihr Meinung hat doch keiner etwas. Aber Sie entmutigen potenzielle Spender mit Ihrem Egoismus, natürlich erwartet man als Spender möglichst jemandem Gleichgesinnten zu helfen. Aber wenn man soviele sieht, die so argumentieren wie Sie, gern nehmen, aber nicht geben, warum sollte man es dann selber tun.… Mehr

Können Sie Ihre Meinung nicht vertreten, ohne die andere für schwachsinnig zu erklären?

@Redaktion, kann ich, mir fällt nur nichts anderes ein, bin aber für Vorschläge offen. Wie hätten Sie es denn gern von mir benannt?

Verzeihung, „Einblicker“, aber Einfallslosigkeit ist nicht gerade ein Ausweis geistiger/sprachlicher Leistungskraft. Und Sie sind doch offenbar der Meinung, in der Frage der Organspende Herrn Tichy intellektuell meilenweit voraus zu sein. Hier ein paar Formulierungshilfen: 1. „Ich bin in dieser Frage ganz anderer Meinung!“ 2. „Die Widerspruchslösung bietet folgende Vorteile: …“ 3. „Obwohl vermutlich jede gesetzliche Regelung der Organspende Vor- und Nachteile haben dürfte, scheint mir die Widerspruchslösung die beste Option zu sein, denn …“ Mir würden sicher noch einige weitere Formulierungen einfallen, aber hiermit soll´s gut sein. „Schwachsinn“ ist ein Ausdruck, der in der gesitteten Diskussion keinen Platz hat, da… Mehr

Der „Einblicker“ (sehr schönes Pseudo, besser noch als Einfältiger) gibt hier wohl seine Einstellung zum besten, eine wie ich vermute professionelle Einstellung und frei nach Schiller: er hat ein Amt und keine Meinung. Wehe, wer ihm unters Messer fällt.

@indigoartshop, Und an welcher Stelle in diesem wirren Text findet man Ihre Meinung oder Ihr dazugehöriges Argument?

Ihre respektlose und dreiste Art zu kommentieren ist unter aller Sau…

Bei der EFK Riedlingen gibt es einen Link zu einem YouTube Video von Dr. Beck einem ehemaligen Transplantationschirugen. Kann ich jedem nur empfehlen. EFK ist eine Freikirche.

Für Frauen gilt „ja heißt ja“, ein ganz großes Fass war nötig. Wie inkonsistent kann Politik noch werden?

„Verfügungsberechtgung“ – ein scheinbar harmloser Begriff. Von einem Bekannten – er ist Baugutachter – weiß ich von Fällen, da ein Haus gekauft worden ist und schon nach wenigen Tagen ein Brief der Denkmalschutzbehörde ins Haus flatterte, der den vermeintlichen Eigentürmer schwarz auf weiß erklärte, er seie fortan „Verfügungsberechtigter“ an eigenen Grund und Boden. Mit anderen Worten :- enteignet. Apropos: Ich kann jedem nur dringend! empfehlen, eine Betreuungsvollmacht für den Fall einer schweren Krankheit (Unfall, Alter, etc) abzuschließen, und zwar notariell beglaubigt. Kostet zwar ein paar hundert Euro, ist aber heute absolut notwendig, insbesondere wenn Immobilien und Vermögen dahinter stehen. Wer… Mehr
Der Artikel und die Lesebriefe sprechen sich gegen die Entnahme von Organen aus. Ich kann die Argumente (teilweise) verstehen; aber ich möchte die Transplantation mal nicht von der politischen Seite und auch nicht von der rechtlichen Seite her betrachten. Ich musste 5 Jahre lang an die Dialyse und habe während der Zeit sehr gelitten, so wie alle, die das gleiche Schicksal erleiden mussten. 3X in der Woche ca. 4 Stunden, nachher hatte ich das Gefühl, ich hätte einen großen Garten umgegraben, konnte mich kaum aufrecht halten, wurde nach Hause gefahren und konnte nur noch schlafen, schlafen, schlafen. An den dialysefreien… Mehr

Und da ging es noch schnell, weil old for old, es gibt Patienten die sind 15 Jahre an der Dialyse. Schleichender Tot mit garantiertem Herzversagen zum Schluss. Man kann nur jedem Wünschen, nie in diese Situation zu kommen, vorallem nicht in Deutschland und nicht in jungen Jahren. Aber der Großteil kauft eben seine Winterräder erst im Winter, nur um festzustellen, dass die ganz schön teuer sind, bzw. es keine mehr gibt. Und als Herz Patient hat man meist nicht mal die Zeit bis zum Winter zu warten.

@josefine Gratuliere Ihnen zu dem Empfinden, durch die Spende Ihr weiteres Dasein wieder als lebenswert zu empfinden. Vertragen Sie die notwendigen Medikamente (Abstoßreaktion) problemlos? Möchten Sie uns mitteilen, warum ihre Nieren versagten? Warum frage ich? Die Fun-Generation (ist nicht mehr alterabhängig) tut alles dafür, daß es so kommen kann. Überall auf den Globus hinreisen, maßlos konsumieren (all inclusive), jeglicheVorsorge/ Impfschutz ignorieren und dann aber Hilfe einfordern wenn es schiefgegangen ist. Die Safarireisen bescheren jedes Jahr nicht wenigen Teilnehmern dann Probleme. (z.b. Hepatis, Malaria,) Das Übel dabei ist das bedingungslose Einfordern der kostenlosen Rundumversicherung. Selbstvorsorge ?- warum? , die Versichertengemeinschaft zahlt… Mehr

Wie gut ich Sie verstehen kann, Josefine! Und es freut mich für Sie, dass Ihnen geholfen werden konnte. Dennoch, nach meiner weiter unten beschriebenen, mit einem Sterbenden gemachten Erfahrung habe ich erhebliche Zweifel, ob „klinisch“ tot = „wirklich“ tot sein kann. Und zwar im Sinne von nichts mehr empfinden zu können, sowohl physisch als auch psychisch. Wenn ein komatöser Mensch, wenige Stunden vor seinem Tod, auf liebevolle Behandlung so eindeutig reagiert, dass er sich entspannt, nicht mehr verkrampft im Bett liegt und zu weinen anfängt … Ich wünsche Ihnen von Herzen noch lange, erträglich gesunde Jahre.

Sie haben da absolut Recht mit den komatösen Menschen,Ich habe dreißig Tage jeden Tag am Bett meines Vater gesessen,und obwohl er im Koma lag reagierte er auf Ansprache,berühren,streicheln und drückte mir sogar die Hand wenn Ich ihn darum bat. Das alles,obwohl zwei Neurologen und der Chefarzt in für Hirntod erkläreten,ca.10 Tage vor seinem Tod. Allein schon deshalb bin Ich ein absoluter Transplantationsgegner da Hirtot bei uns gleich zu setzen ist : Leute zückt das Messer,wir haben wieder etwas zu tun! Bei uns wird ohne Narkose entnommen,in den anderen Europäischen Laändern nur mit. Nachdem Ich einmal einen Filmbericht über die Entnahme… Mehr

Ich glaube auch nicht an den Hirntod. Er ist eine Konstruktion von Medizinern, die möglichst viele Transplantationen machen wollen.

Danke, Old-Man. Mögen Sie eines fernen Tages ein Very-Old-Man sein. Bleiben Sie so gesund wie möglich.

@Old man, das mit der Narkose bei Entnahme fände ich auch ethisch wesentlich besser. Aber Koma ist Koma und Hirntot ist Hirntod Ein hirntoter wacht nicht wieder auf, ein komatöser möglicherweise doch.

Das Problem ist: als Hirntot bezeichnete sind zum einen fälschlicherweise so bezeichnet worden und die Diagnose wurde revidiert, zum anderen aber gibt es mehr als genug Beispiele, in denen sogenannte Hirntote doch wieder aufgewacht sind. Darum bleibt das ganze für mich ein Tötungsdelikt, wenn man dem vorher nicht klar zugestimmt hat.

Liebe Josefine, ich freue mich, dass es Ihnen gesundheitlich wieder besser geht. Die Kritik an dem geplanten System bezieht sich auf einen möglichen Automatismus. Wenn ich selber bestimmen kann, ob ich meine Organe spenden will, oder nicht, ist das in Ordnung. Aber wenn z.B. nach einem Unfall von den Ärzten entschieden wird, ob die Organe entnommen werden oder nicht, dann bin ich dagegen. Tut mir leid, aber ich sehe mich nicht als automatisches Organlager für andere Menschen.

Auf keinen Fall dürfen Ärzte über eine Organentnahme entscheiden. Das kann in einem solche Fall nur von den Verwandten (am besten vom Patienten selbst) erfolgen. Ich sehe auch die Probleme bei der Transplantation; aber man darf auch die Seite derer, denen geholfen wird, nicht vergessen. Ich bin glücklich, dass sich ein Mensch über alle Bedenken hinweg gesetzt hat und sich dafür entschieden hat, einem anderen zu helfen. Natürlich sehe ich die Gefahren, die es in diesem Bereich gibt. Und diese Gefahren sind immens. Vor allem darf die Politik keinesfalls entscheiden, dass jeder Mensch ein „Ersatzteillager“ für andere werden muss. Diese… Mehr

Ich bin zwiegespalten. Wenn jemand wirklich tot ist, spricht für mich nichts gegen eine Entnahme. Andererseits traue ich diesem Staat und der Medizinindustrie nicht, und die Versuchung, Mißbrauch zu treiben, steigt mit diesem Gesetz, ist ja praktisch ein Freifahrtschein. Einziges Hindernis wäre die Erklärung „Hirntod“ oder nicht und wer bestimmt darüber? Genau. Au weia.
Einmal davon abgesehen, sind wir doch mittlerweile in fast allen Bereichen so gut wie enteignet und das Gesetz erscheint somit nur wie der letzte, bittere Tropfen, der das Fass voll macht.

Habe mich schon vor 30 Jahren mit dem Thema beschäftigt und gegen eine Spende= Enttransplation entschieden. Im Umkehrschluß auch festgelegt, keine Spende= Transplantation anzunehmen. Was viele nicht Wissen, daß ihr „Wille“ im Ausland nicht gilt. Andere Aussagen dazu sind unwahr und gehören in die Tonne . Selbst wenn Ausweise mitgeführt werden , sind die oft „unauffindbar“, deshalb habe ich ein Tattoo stechen lassen, genau auf den linken Brustmuskel. Somit unübersehbar. selbst für stark sehbehinderter Ersatzteiljäger. Leider weiß ich nicht wie ich das Foto verlinken könnte, aber ich versuch es mal Wenn es nicht klappt, ein durchstrichenes Herz umrahmt von folgendem… Mehr

Die Idee mit dem Tattoo ist gut.

Finde ich eine gute Idee und zeugt von geistiger Reife, sich bereits mit dem Thema auseinander gesetzt zu haben. Zu nichts anderem möchte die Widerspruchslösung animieren. Bei Ihnen hat sie sogar funktioniert, obwohl es diese Lösung nur bis jetzt nur im Ausland gibt.

Ich fand heute einen Artikel wieder, den ich schon 2010 auf einer anderen Festplatte hatte…, einen Artikel von Medizinethiker Stephan Sahm, Offenbach: Ist die Organspende noch zu retten? 14.9.2010. Dem Artikel geht es offenbar wie dem GG Art. 16a Abs.2; nachdem er von der Regierung millionenfach gebrochen wurde, wurde er in der Presse seit 2015 nicht mehr erwähnt (Ausnahme: 2 mal Stefan Aust). Die Gründe für die Hirntoddefinition wurden, so Sahm „m Mutterland der Hirntoddefinition, den Vereinigten Staaten, (von der ) „President’s Commission on Bioethics“ im Dezember 2008 (..), als irrtümlich zurückgewiesen. Das Hauptargument, auf dem die Definition beruhe, sei… Mehr

Autor Tichy hat recht, dass diese Gesellschaft im Moment Eigentumsrechte immer weniger anerkennen will, und zwar in sehr vielen Bereichen. Haben wollen sie alle, aber den Produzenten ehren wollen sie nicht.

Sozialisten rechtfertigen dies damit, dass Eigentum böse, böse Charakterzüge wie Habgier erzeuge. Richtig ist aber: Habgier wird erzeugt, wenn Güter zur freien Verfügbarkeit stehen; dann geht der Kampf erst richtig los. Der Ehrliche, der Produktive, der wird bestraft; irgendwann hört er auf zu produzieren und kauft (klaut?) sich eine Waffe, damit er selbst nicht zu kurz kommt.

Ja schon klar, gibts was umsonst, nimmt jeder etwas mehr. Aber wer braucht zwei oder drei Herzen oder Nieren oder Lebern, Lungen. Das Gesellschaftssystem Sozialismus ist nicht dasselbe wie soziales menschliches Verhalten. Und Nieren sind keine Autos.

Einblicker: Haben Sie einen Organspendeausweis?

Wenn nicht: Möchten Sie eine gespendete Niere, sollten Ihre Nieren versagen?
Wenn ja: Fänden Sie es gerecht, dass im Notfall jemand anders eine Niere bekommt, der sich aus ethischen Gründen bewusst dafür entschieden hat, keine zu spenden, aber jetzt, wo es ihn selbst betrifft, doch gern eine nimmt, während Sie leider keine kriegen?