WM-Losverfahren Gruppe F: Blackout bei DFB und Sportpresse?

Das Losverfahren kann beim jetzigen Stand nicht mehr kommen, es hätte allenfalls kommen können, wenn Deutschland nicht 2:1 gegen Schweden, sondern nur 1:0 gewonnen hätte.

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Der DFB weiß es nicht in der Pressekonferenz, die Sportfachleute der Leitmedien ebenfalls nicht und am Ende schreiben alle einfach nach, was Nichtwissen und dpa diktieren: „Losverfahren möglich.“ Allerdings gibt es keine einzige Ergebnis-Kombination der beiden letzten Spiele in Gruppe F, die ein Losverfahren nach den aktuellen Regeln der FIFA möglich machen würde.

Die Erklärung ist nicht einmal besonders kompliziert:

Gruppenerster und Gruppenzweiter qualifizieren sich für das Achtelfinale der FIFA-WM. Ist bei Punktgleichheit auch die Tordifferenz identisch, dann hat die Mannschaft mit den mehr erzielten Toren den Vorteil. Ganz gleich, ob der direkte Vergleich gegen diese Mannschaft spräche, wie das früher der Fall war.

ABER: Bei gleichem Torverhältnis folgt nicht etwa, wie es die Medien behaupten, der FairPlay-Check, sondern nach wie vor der direkte Vergleich! Und da Deutschland gegen Schweden gewonnen hat, kann es auch bei identischer Tordifferenz überhaupt gar kein Losverfahren geben. Nach dem Regelwerk ist das unmöglich.

Wie quasi alle relevanten Leitmedien irrt also auch der Spiegel, wenn er schreibt:
„Um zu bestimmen, ob Deutschland oder Schweden weiter ist, zählt anschließend jedoch nicht der direkte Vergleich zwischen beiden Teams. Stattdessen käme es zum Vergleich der Fairplaywertung.“

Selbstverständlich zählt in dem Fall nach wie vor der direkte Vergleich.

Die Deutsche Presseagentur bleibt telefonisch bei der Behauptung, es könne trotzdem zum Losverfahren kommen. Des Pudels Kern wäre beim Rechenbeispiel die Dreierkonstellation mit Südkorea – die würde wohl den direkten Vergleich zweier Mannschaften ausschließen. Es käme dann direkt zum Fairplay-Vergleich über den direkten Vergleich hinweg.

Fazit: Das Losverfahren kann beim jetzigen Stand nicht mehr kommen, es hätte allenfalls kommen können, wenn Deutschland nicht 2:1 gegen Schweden, sondern nur 1:0 gewonnen hätte.

Nachtrag:

Aus Fußballzeitung „Kicker“ vom 25.06.2018, „So kommt Deutschland weiter“
„Bei Torgleichheit spricht der direkte Vergleich für Löws Team. Bei allen anderen Konstellationen muss der Rechenschieber zur Hilfe genommen werden. Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst die Tordifferenz. Dann die Anzahl der erzielten Tore. Herrscht danach immer noch Gleichstand, werden die Direktvergleiche in der Reihenfolge Punkte, Tordifferenz, Anzahl der Tore in den Spielen untereinander zu Rate gezogen. Bei erneutem Gleichstand entscheidet die Fairplay-Wertung.“

Wenn nun also VOR der Fairplay-Wertung die „Anzahl der Tore in den Spielen UNTEREINANDER zu Rate gezogen wird, ist festzustellen, das Deutschland Schweden 2:1 besiegt hat. Es kann also KEINEN „erneuten Gleichstand“ geben, also auch KEINE Fairplay-Wertung.“

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Kommentare ( 59 )

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Wenn Deutschland 2:1 gewinnt und Schweden 2:1 gewinnt. Dann haben doch alle drei Teams (Mexiko, Schweden und Deutschland) in der Tabelle wie auch im Dreiervergleich dieselbe Anzahl an Punkten, Tordifferenz und Anzahl der erzielten Tore. Würde es in dieser Konstellation dann nicht zum Fairplay Vergleich kommen?

Auch wenn es anders logischer erscheinen mag, sehen die
FIFA-Regeln nicht die Bildung einer Unter-Unter-Tabelle
für den Fall eines Gleichstandes in einer Unter-Tabelle vor!
Vgl. auch
http://www.spiegel.de/sport/fussball/deutschland-im-achtelfinale-fifa-praezisiert-regel-los-koennte-entscheiden-a-1214718.html

Was soll diese Diskussion? Deutschland haut Südkorea 4:0 weg und gut ist!

Nun ja, halb hatten sie recht. Losentscheid brauchte es nicht bei den deutlichen Ergebnissen…

Was mir zu denken gibt: Wenn die MSM-Kollegen schon bei so einem vergleichsweise einfachen Thema so viel Schwachsinn schreiben, wie ist es dann bei den komplexeren Themen, die uns alle betreffen und beschäftigen?

Da Herr Wallasch sich hier ordentlich verrannt hat, können Sie zumindest in diesem Fall ganz beruhigt sein.

Sorry, nicht ich habe mich verrannt, Sie verweigern das logische Denken. Macht aber nichts, ich habe u.a für Sie extra noch einen Anhang an den Text gehängt, der Ihnen helfen könnte, zu verstehen. Danke

Sie wollen es tatsächlich nicht verstehen, Herr Wallasch: Wenn nach dem Direktvergleich mit Hilfe der fiktiven Dreietabelle (etwa MEX, SWE, DEU) weiterhin zwei Mannschaften gleich liegen, dann wird darin NICHT WIEDER ein Direktvergleich der zwei übrigen Mannschaften angewendet, sondern man geht zur nächsten Regel über, nämlich zum Fairplay-Vergleich. Die FIFA hat hierzu EXPLIZIT Stellung genommen: https://www.fifa.com/worldcup/news/tie-breakers-for-russia-2018-groups „If one team qualifies for a higher or lower ranking pursuant to one criterion, but it is not possible to rank all teams on the basis of the same criterion, the remaining two or three teams will be ranked pursuant to the next criterion,… Mehr

Ja, wenn die Konstalation gleich bleiben würde: BLEIBT SIE SBER NICHT. Sie wollen es nicht verstehen Ehrlich

Welche Konstellation meinen Sie? Leider verstehe ich Ihren Einwand nicht.

Herr Wallasch,
Sie verweigern leider die korrekten Regeln. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal die Regeln und dazu das Beispiel für drei punktgleiche Mannschaften auf der offiziellen FIFA Seite an:
https://de.fifa.com/worldcup/news/kriterien-zur-ermittlung-der-rangfolge-der-mannschaften-in-den-wm-gruppen

ps: Sie müssen hier auch nicht frech werden und mir unterstellen, das „logische Denken“ zu verweigern.

Nein, Sie kommentieren hier die immer gleiche – ich glaube: – Fehlinterpretation des Regelwerkes. Und um das zu verstehen reicht es unter meinem Artikel völlig aus, dass EINMAL zu tun. 😏 Ich lese ja, andere auch. Fazit: wir beide lesen etwas anderes heraus. Aber nur einer hat Recht.

Herr Wallscha, ich denke der Kommentator hat Recht. Die Regel ist kompliziert, aber sie ist eindeutig!

Das Beispiel in Verbindung mit der Regeldarlegung auf der FIFA Webseite ist eindeutig. Ihr Fehler liegt eben darin, dass Sie anfangen die Regeln zu interpretieren und nicht mehr von Ihrer Falschinterpretation Abstand nehmen wollen.
Vielleicht tun Sie uns allen den gefallen, sofern Sie nicht in wenigen Stunden sowieso eines besseren belehrt werden, und stellen eine Anfrage an die FIFA. Ihren Fehler können Sie dann in einem neuen Artikel erklären.
Ich für meinen Teil, gebe hier auf.

Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.
wie zu lesen war, soll ja özil wieder spielen. wurde wohl soooo vermisst.
Vielleicht klappt es dann doch noch mit der Endstation.

Wenn Deutschland bei der WM erfolgreich ist, befürchte ich dass Merkel den Freudentaumel ausnutzt um sich wieder durchzuwursteln.

Zu Özil , gündo. Krass finde ich dass die die gleiche Beraterfirma haben wie Löw.
Wannsinnsinteressenskonflikt.
In meiner Firma wird auf die Vermeidung solcher Konflikte sehr geachtet.

In allen Sportredaktionen viele, viele Experten vom Schlage Waldemar Hartmanns.

Naja, wenn Deutschland und Schweden jeweils 1:0 gewinnen haben alle 3 Mannschaften 6 Punkte und 3:2 Tore und damit eine Tordifferenz von +1. Schweden hat dann gegen Mexiko gewonnen, Mexiko gegen Schland und La Mannschaft gegen Schweden. Damit sind die Hauptkriterien Punkte – Tordifferenz – geschossene Tore und Spiele gegeneinander auf Null gesetzt. Dann geift als Nächstes die Fairplay Wertung. Da sitz Deutschland momentan mit 2 Gelben und der gelb Roten auf -5 Punkten, Schweden mit 3 Gelben auf -3 und Mexiko mit 2 Gelben auf -2. In dem Fall wäre Schland draußen. Zückt der Schierie jedoch für Mexiko 3… Mehr

Ja, haben Sie. Bitte den erklärenden Anhang lesen, den ich noch dem Text angefügt habe. Danke!

Es spricht Bände, Herr Wallasch, dass Sie weiterhin auf Ihrem falschen Standpunkt beharren, obwohl hier mehrmals die FIFA-Regelung verlinkt und zitiert wurde. Hier die FIFA-Erklärung noch einmal: https://www.fifa.com/worldcup/news/tie-breakers-for-russia-2018-groups „If one team qualifies for a higher or lower ranking pursuant to one criterion, but it is not possible to rank all teams on the basis of the same criterion, the remaining two or three teams will be ranked pursuant to the next criterion, and so on. In any case, the second step of the ranking does not restart for the two or three teams remaining after application of a criterion.“ Wenn… Mehr
Mal langsam, Herr Wallasch. Angenommen Deutschland gewinnt sein letztes Spiel gegen Südkorea mit 2:1 und Schweden gewinnt sein letzten Spiel gegen Mexiko ebenfalls mit 2:1. Dann haben Deutschland, Schweden und Mexiko jeweils 6 Punkte und 4:3 Tore. Dann würde doch der direkte Vergleich zwischen Deutschland, Schweden und Mexiko untereinander zählen. Im direkten Vergleich hätten Deutschland und Mexiko dann jeweils 3 Punkte und 2:2 Tore. Schweden hätte 3 Punkte und 3:3 Tore und wäre damit Gruppenerster. Und dann? Wer wäre dann als Gruppenzweiter noch im Achtelfinale? Deutschland hätte in der Faiplay-Wertung dann wohl nach derzeitigem Stand schlechte Karten. Wenn Deutschland im… Mehr

Mexiko. Denn der Dreiervergleich ist wie selbst feststellen NICHT identisch. Dadurch entsteht eine neue Konstallstion. Also auch hier kein Fairplay bzw. gar Los.

Die neue Konstellation führt aber nicht zu einem neuen „Unter-Direktvergleich“. Es bleibt bei nur einem einzigen Direktvergleich. Zitat FIFA zum Direktvergleich: „Alle betroffenen Teams werden folglich gemäß jedem einzelnen Kriterium rangiert, angefangen mit lit. d [aus Art. 32 Abs. 5 lit. d–h]. Wenn ein Team gemäß einem Kriterium besser oder schlechter abschneidet, wird es vor bzw. hinter die anderen Teams rangiert. Herrscht zwischen den anderen Teams noch immer Gleichstand, wird das nächste Kriterium angewandt, bis alle definitiven Platzierungen feststehen. Beim zweiten Schritt wird die Platzierung also nach jedem Kriterium fortgeführt.“ https://de.fifa.com/worldcup/news/kriterien-zur-ermittlung-der-rangfolge-der-mannschaften-in-den-wm-gruppen Die Kriterien beim Direktvergleich (Mini-Tabelle) sind in dieser Reihenfolge:… Mehr
Ich glaube Sie liegen hier falsch Herr Wallasch. Die FIFA Regeln lauten wie folgt: „Erster Schritt: Zuerst gelten die in Art. 32 Abs. 5 lit. a–c des Wettbewerbsreglements festgelegten Kriterien: -Anzahl Punkte aus allen Gruppenspielen -Tordifferenz aus allen Gruppenspielen -Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Tore Zweiter Schritt: Wenn zwei oder mehr Teams nach Anwendung dieser drei Kriterien gleich abschneiden (siehe Beispiel in Tabelle 1), wird ihre Platzierung in der Reihenfolge der in Art. 32 Abs. 5 lit. d–h festgelegten Kriterien ermittelt: -Anzahl Punkte aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams in den Gruppenspielen -Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams… Mehr

Ihre Analyse in Ehren, verehrter Herr Wallasch, aber Merkel-Recht bricht auch FIFA-Recht. Und gemäß jenem käme – sogar ohne Videobeweis – das an Tugend reichere Land weiter. Das sind wir. Wir Deutschen. Die Schweden, das weiß doch schon der kleinste Genderbalg, sind einfach noch nicht so weit.