Urteil über ein Phantom

Urteil über ein Phantom - warum die Opferanwälte durchaus Recht haben könnten wenn sie sagen: Die NSU-Morde wurden nicht wirklich aufgeklärt. Holger Douglas und Hariolf Reitmaier bezweifeln, dass es den NSU so gab, wie im Gericht dargestellt. Wer steckt hinter den grausamen Morden?

MICHAELA REHLE/AFP/Getty Images
Defendant Beate Zschaepe (2L) and her lawyers Hermann Borchert (L) and Mathias Grasel wait in a Munich courtroom before her trial as the only surviving member of neo-Nazi cell National Socialist Underground (NSU) behind a string of racist murders, in Munich, Germany, on July 11, 2018. - Zschaepe, 43, is accused of complicity in 10 deadly shootings of mostly Turkish and Greek-born immigrants carried out by clandestine trio the National Socialist Underground (NSU).

Beweise – Fehlanzeige; zielführende Indizien – Fehlanzeige; DNA- oder Fingerabdruckspuren an über 20 Tatorten – Fehlanzeige; belastbare Zeugenaussagen – Fehlanzeige; Tatort-Videoaufnahmen – Fehlanzeige. Dennoch lebenslänglich! Dieses Urteil sprach der Richter im Münchner NSU-Mammutprozess.

Die Hauptangeklagte »Hexe« Beate Zschäpe wurde unter anderem der Mitwisserschaft in einer terroristischen Vereinigung (»NSU-Phantom«) und als Mittäterin zweier Bombenanschläge schuldig gesprochen. Sie war indes an keinem der Tatorte. Aber sie habe halt »alles gewusst, alles und auf ihre eigene Art mitgesteuert und mit bewirkt«. Der Richter: »Mittäterschaft erfordert keine Mitwirkung am Kerngeschehen selbst und auch keine Anwesenheit am Tatort.« Zschäpe habe eine »ausländerfeindliche und antisemitische Ideologie« vertreten, daher sei ihr eigenes Interesse an der Ausführung der Taten sehr hoch gewesen.

Nach fünf Jahren Prozessdauer folgte das Gericht der Forderung der Bundesanwaltschaft und stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Vier Mitangeklagte erhielten Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Die Verteidiger wollten höchstens zehn Jahre Freiheitsstrafe akzeptieren und kündigten Revision an.

Gut für die Anwälte, die die Nebenkläger vertreten, ein lohnendes Verfahren: Über zwanzig Millionen Euro hat der Staat bisher an sie bezahlt und damit ein Anwalts-Geschäftsfeld bedient, das exzessive »NSU«-Opfervertretung heißt. So lohnend, dass ein türkisch-deutscher Rechtsanwalt kurzerhand seine »NSU«-Opfer-Mandantin erfand, die bei dem Nagelbombenanschlag in Köln verletzt und psychisch so schwer traumatisiert wurde, dass sie nie im Verhandlungssaal auftreten konnte. Erst viel später kam das »Narrativ« heraus, als der Richter darauf bestand, sie endlich einmal zu sehen. Sie gab es nicht. Phantom-Opfer.

Eine Aufklärung hat der Prozess nicht erbracht. Für Clemens Binniger, CDU, Vorsitzender des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des Bundestages, ist laut Stern-Interview ein Großteil der Fragen ungeklärt: »Ich weiß, dass wir das meiste eben noch nicht wissen.«

Die Pflichtanwältin von Beate Zschäpe, Anja Sturm, erklärte, es gebe keinen NSU.

Phantom NSU

Erstaunlich auch, dass in der »rechtsextremen Szene« seinerzeit niemand so recht etwas mit dem Begriff »NSU« anzufangen wusste. Dafür lag der Tatort »Theresienwiese« beim Heilbronner Polizistinnen-Mord im engen Umfeld des ehemaligen NSU-Motorrad- und Automobilwerks. Binninger: »In der rechtsextremen Szene waren sie, soweit wir wissen, ab da (ab 2003) auch kein Thema mehr.«

Dafür war engste Umfeld das Trios »Uwe-Uwe-Beate« über ein Jahrzehnt im Untergrund intensivst durch Verfassungsschutz-Schlapphüte betreut.

Vor diesem Hintergrund beklagen Nebenklagevertreter wie Mehmet Daimagüler zu jeder Gelegenheit lauthals »institutionellen Rassismus« – wohl auch am Mord der deutschen Polizistin? – und fordert von der Bundesanwaltschaft »mehr Demut«. Er hält die Urteile gegen zwei Mitangeklagte für »sehr, sehr milde«.

Und viele Fragen offen
Zschäpe-Urteil - Rechtsstaat oder politisches Tribunal?
Erdogans Außenminister gab heute Nachmittag in Brüssel von sich, dass der deutsche Staat und die Geheimdienste in die Morde von Türken involviert seien, die realen Mörder noch frei herumliefen und Zeugen ermordet würden. Er forderte weitere Ermittlungen. Es reiche nicht, »nur die Hauptangeklagte und die anderen Angeklagten« zu bestrafen und fährt vielleicht mit Blick auf seinen »tiefen Staat« fort: »Wer steckt hinter diesen Morden? Wer vom Geheimdienst steckt dahinter? Wer vom Staat im Staate steckt dahinter?«

Er könnte auch bei seinen Leuten von der »Intelligence« nachfragen, wie viele Schutzgelderpressungen es bei den Ermordeten gab.

Den beiden NSU-Hauptfiguren wurden solche verblüffende Taten angedichtet, dass sie über Supermann-Fähigkeiten verfügt haben mussten: Über neun Jahre hinweg sollen zwei nun nicht gerade übermäßig bemittelte junge Männer zehn Menschen ermordet, zwei Bombenanschläge quer durch die Republik und 15 Überfälle auf Banken begangen haben. Aktionen, zu denen es in den achtziger Jahren einer terroristischen Roten Armee Fraktion mit ihrer Unterstützung aus dem Ausland bedurft hatte.

Das Verblüffende: An keinem einzigen Tatort wurden Spuren der beiden Uwes gefunden. Nicht die kleinste DNA-Spur, die heute Kriminaltechniker mit ihren bewundernswerten Fähigkeiten fast überall nachweisen können. Kein Fingerabdruck, nichts. An allen Tatorten rein gar nichts.

Die Polizei vor Ort, die ihre Klientel in der Regel kennt, tippt wie in Köln auf Racheakte im Milieu. Dabei ist auch der damalige Innenminister Otto Schily, der diese Auffassung stützt. Immerhin kennen Kriminalpolizisten kaum einen Döner-Laden, der nicht Schutzgelder an einen oder mehrere »Schützenden« bezahlen müssen. Döner-Buden-Betreiber, die – das wird polit-medial pausenlos unterschlagen – eben nicht »türkischstämmig« waren, sondern Kurden! Und vor allem in Deutschland gibt es eine Terrororganisation, die »PKK« heißt und sich im mordenden Intensiv-Clinch befindet – mit den türkischen »Grauen Wölfen«, türkischen Mafia-OKs und auch mit dem türkischen Geheimdienst »MIT« samt angeblich Tausenden von Agenten im Nato-«befreundeten« Deutschland.

Die NSU-Wiese in Heilbronn

Dann erschüttert jener brutale Mord an einer Polizistin in Heilbronn die Bundesrepublik.

Am 25. April 2007 läuft auf der Theresienwiese in Heilbronn einiges aus dem Ruder. Ein Transporter mit 10 kg Heroin aus Kirgisistan rollt auf den großen Platz am Neckar. Der Wagen hat einen Motorschaden. Die wartenden Doppelpass-»Russen« aus der kasachischen Parallelgesellschaft rund um das ehemalige »NSU«-Werk sind kurz davor auszurasten.

Eine solche Übergabe mit einem hohen Wert ist ein sensibles Unternehmen: Die Ware muss einwandfrei sein, übergeben und die Übergabe bestätigt werden. Davon hängt die Zahlung von 2,3 Millionen Euro ab. Die Szene beobachten daher misstrauische und nervöse Helfer in anderen Autos, unter anderem der Chef, der OK-»Pate« der wartenden »Soldaten«.

Später stellt die Polizei fest, dass Mobiltelefone des »Paten« und seiner Gefolgsleute zur Tatzeit in der Funkzelle eingebucht waren. Sie führten eine Reihe kurzer Gespräche, keines länger als 50 Sekunden.

In einer Ecke der Theresienwiese steht ein Polizeiwagen mit Michèle Kiesewetter und ihrem Kollegen Martin Arnold. Er ist stockend, langsam auf die Wiese gefahren. Die beiden Polizisten hatten sich freiwillig zu diesem Dienst gemeldet. Martin Arnold hat einen kasachischen Hintergrund und spricht fließend russisch.

Ausgerechnet an diesem Tag fand von 9:30 Uhr bis 12 Uhr ein Vortrag für Polizisten der A-Schicht über Islamismus statt. Diese Polizisten sind in der Gruppe »sichere City« eingesetzt.

Auf die beiden Polizisten wird geschossen. Kiesewetter wird tödlich getroffen, ihr Kollege schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft präsentiert die Version, der zweite Polizist habe dauernde Hirnschäden und erinnere sich an nichts mehr, kann also nicht aussagen. Der Kontakt mit den Kollegen der »Soko Parkplatz«, also der ermittelnden Kollegen, wird ihm von der Staatsanwaltschaft verboten.

Es halten sich an diesem Tag aber angeblich auch noch US-Schlapphüte in Heilbronn auf, rund um die Theresienwiese: Sogar der Mossad taucht bei den Mord-Ermittlungen der »Soko Parkplatz« auf. Israel beobachtet genau, wie sich Islamismus finanziert. Eben auch durch den Verkauf von hochkonzentriertem Heroin an die Russen-Mafia über Afghanistan-Nachbarländer.

Ein Zeuge beobachtet am Tatort, wie sich ein Mann seine blutigen Hände im nahen Neckar säubert, geschützt von Begleitern. Berichtet wird, dass die Pistole von Kiesewetter fehlt. Sie soll später in Jena wieder auftauchen.

Die Mafia-Mutprobe und das NSU-Szenario

Zunächst nicht berichtet wird, dass noch etwas anderes fehlt: die Handschellen der beiden Polizisten. Obwohl die Theresienwiese durch »Angehörige reisender Sippen« stark belebt war, hatten die Täter ungefähr 50 Sekunden lang bei den blutdurchtränkten Polizisten (polizeiliche Tatanalyse) gewühlt, um neben den Dienstwaffen auch die Handschließen der Opfer zu erbeuten. Nur im europäischen Osten weiß man damals, dass es in den streng hierarchisch gestalteten russischen Mafia-Organisationen einer »Mutprobe« bedarf, um als »Soldat« eine Stufe aufzusteigen. Die »Mutprobe«: das Erbeuten nicht nur von Polizei-Dienstwaffen, sondern vor allem auch der Handschließen, die dann dem »Paten« als »Mutproben«-Beweis vorgelegt werden müssen.

Die »Soko Parkplatz« des Stuttgarter Landeskriminalamtes stand im Herbst 2011 kurz vor Festnahmen der mutmaßlichen Kiesewetter-Mörder. Doch die Mord-Ermittlungsakten mussten plötzlich – auf Anweisung der Generalbundesanwaltschaft? – geschlossen werden: kurz nach dem Auffinden der beiden toten Uwes im abgefackelten Wohnmobil, als das »NSU«-Szenario geboren wurde.

So tauchen die beiden »Uwes« und eine angeblich komplette »rechte Szene« in Jena auf. Die Uwes, die möglicherweise schon mehrere Stunden tot waren, werden im Brandschutt des Womos gefunden. Sie können nichts mehr erzählen. Sie hätten sich selbst mit einer großen Winchester getötet und das Wohnmobil in Brand gesetzt. Ein Pathologe findet bei der Untersuchung der Leichen jedoch keine Rauchspuren in den Lungen der beiden. Dabei hatten doch der Generalbundesanwalt und auch der BKA-Häuptling in Berlin eben die »Rußlungen-Lüge« im Bundestag verkündet, als angeblichen Beweis für den Doppel-Selbstmord. Worauf die »braune RAF« auch polit-medial aus der Verschwörungstheorie-Taufe gehoben wurde und die Frau Bundeskanzlerin gar eine Total-Aufklärung versprach – aus der dann eine Total-Nicht-Aufklärung wurde.

Spuren-Auftrag statt Spuren-Suche

Der Erste, der in das abgebrannte Wohnmobil einsteigt, ist der damalige Polizeichef Michael Menzel, ein Ex-DDR-Kampfschwimmer, dessen Schutzhandschuh-lose Tatortarbeit einer objektiven Tatortarbeit Hohn spricht. Sehr schnell wird das Wohnmobil abtransportiert, für eine genauere Spurensicherung bleibt kaum Zeit. Die Spurensuche wird nicht genau dokumentiert. LKA-Experten aus Stuttgart bekommen den Auftrag, nach Eisenach zu fahren und »Beweise für NSU-Zusammenhang und den Polizisten-Mord zu finden«!

Die offizielle Erklärung, die im Gegensatz zur Spurenlage steht: Die beiden Uwes hätten sich selbst getötet und das Wohnmobil in Brand gesetzt.

Gefunden werden im Brandschutt weiterhin eine Pistole und eine Patrone. Ein Sachverständiger: Bei einem solchen Brand wäre jede Patrone durch die Hitze explodiert.

Fest steht, dass der tatsächliche Ablauf beim Wohnmobilbrand hat nie so stattfinden können.

Beate Zschäpe soll zur selben Zeit ihre Wohnung mit Benzin in Brand gesetzt haben. Das verwunderte nicht nur den Brandexperten und Sachverständigen im parlamentarischen Untersuchungssausschuss Baden-Württemberg, Frank Dieter Stolt. Der hatte in der ARD-Dokumentation »Die Akte Zschäpe« gesagt, dass bei einer solchen plötzlichen Zündung eines Benzin-Luft-Gemisches in einem Feuerball Zschäpe selbst hätte verletzt werden müssen. Er bemängelte die unzureichende Dokumentation des Tatortes. Verwertbare Spuren gebe es nicht mehr. Zschäpe aber stand mit zwei geretteten Katzen unversehrt auf der Straße. Der Brandsachverständige ist auch tot, am 15. Juni 2018 unerwartet verstorben. Seine Familie lässt die Todesursache untersuchen.

Es kann keineswegs so gewesen sein, wie Rechtsanwalt Mathias Grasel die Version des Tatherganges in der Schilderung von Beate Zschäpe während des Prozesses in München vorlesen hat: »Ich nahm mein Feuerzeug, entzündete dies und hielt die Flamme an das Benzin, das sich auf dem Boden verbreitet hatte. Das Benzin fing sofort Feuer, und dieses schoss geradezu durch den gesamten Raum. Alles, was sich in der Wohnung befand, sollte verbrennen. Ich schloss die Wohnungstür und rannte mit meinen beiden Katzen und meiner Tasche über der Schulter aus dem Haus. Vor dem Haus angekommen, hörte ich einen lauten Knall.«

Der »NSU«-Komplex ist mit einem großen Zeugensterben verbunden, ohne dass es jemanden bei den vielen Untersuchungsausschüssen – außer in Stuttgart – sonderlich wundert, noch gar bei jenem Mammut-Prozess in München. Inzwischen sind es neun tote Zeugen aus dem Zeugen-Umfeld. Aufklärung: eben Fehlanzeige.

All dies spielt in dem Prozess in München keine Rolle.

Das gängige Erklärmuster: Alle sind Opfer rechter Nazikreise. Sogar »NSU«-Schmiereien an Wänden bekommen Bedeutung. So auch am Tatort Theresienwiese. Doch »NSU«-Schmiereien von NSU-Motorrad-Fans findet man an Heilbronner Wänden zuhauf. Eine TV-Doku-Autorin zeigt empört ein solches Geschmier an einer Mauer, neben der das Polizeifahrzeug gestanden hat und verleiht dem Schriftzug eine mystische Bedeutung. Allerdings geschah der Mord auf der Theresienwiese, Jahre bevor der Begriff »NSU« für »rechts« auch polit-medial stattfand.

Und »NSU«-Spuren in Richtung Islamismus?

So war der »erste Tatortzeuge« auf der Theresienwiese Jamil C., zur Tatzeit nach eigenem Bekunden Repräsentant der terroristischen Amal-Miliz und auch der Hisbollah. Er galt zunächst sogar als tatverdächtige Schlüsselfigur, tauchte auch schon Anfang der neunziger Jahre beim Berliner Mykonos-Mord an vier kurdischen Exilpolitikern auf – als mutmaßlicher Flucht-Finanzierer eines der später verurteilten Täter, den er auf der Heilbronner Theresienwiese zur Übergabe von 50.000 Mark getroffen haben soll. So nebenbei hatte sich Jamil C. im Untersuchungsauschuss Stuttgart damit gebrüstet, dass er Mitbegründer der Partei »Die Linke« im schwäbischen Unterland gewesen sei.

Auch im Umfeld des angeblichen »NSU«-Mordes in Kassel wird der mögliche islamistische Hintergrund polit-medial unterschlagen. So hatte der ursprünglich selbst mordverdächtige LfV-Schlapphut Andreas Temme, der an Ort und Stelle von dem Mord nichts bemerkt hatte, in nichtöffentlicher Ausschuss-Sitzung erklärt, im Landesamt habe es Sachbearbeiter für Links- und Rechtsextremismus sowie für Islamismus gegeben. Er sei indes nicht für Rechtsextremismus verpflichtet worden, sondern für Islamismus und habe sechs Islamismus-V-Männer geführt – rund um die Moschee nahe dem Tatort.

Fazit: Es ergibt sich hinter dem »NSU«-Narrativ das Bild von den weitreichenden Einflüssen von Geheimdiensten sowie der Organisierten Kriminalität, der russischen (Heilbronn) wie auch der türkischen (»Döner-Morde« an Kurden). Dabei wird immer von der Politik (unter ihrem Kommando: die Bundesanwaltschaft) vorgegeben, in welche Richtung ermittelt werden soll und in welche nicht. Dahinter steht die große Angst der Politik davor, was geschieht, wenn die Bevölkerung die hohen Sicherheitsrisiken realisiert, die mit der Öffnung der Grenzen einhergehen.

»Wenn Heilbronn kippt, kippt NSU-Verfahren. Wenn das kippt, haben wir ein rechtsstaatliches Problem«, sagte einmal der Kriminologe Prof. Thomas Feltes. Zumindest die Richter in München haben dafür gesorgt, dass er erst einmal nicht kippt. Offenbar gilt auch für die Justiz, was der Ex-Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt Klaus-Dieter Fritsche im Blick auf den »NSU« und seine Schlapphüte im »Uwe-Uwe-Beate-Umfeld« formulierte:

»Aber auch die Funktionsfähigkeit und das Wohl des Staates und seiner Behörden ist in einem Kernbereich besonders geschützt. Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren.«

Unterstützung
oder

Kommentare ( 105 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

105 Kommentare auf "Urteil über ein Phantom"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Und deswegen hat der Verteidiger von Zschäpe mit seinen Worten vor den Kameras nach dem Prozess zu 100% Recht. Es war noch nicht einmal ein Indizienprozess, Zschäpe ist in einem politischen Prozess zum Bauernopfer für undurchsichtige politische Machenschaften gemacht worden.

Wenn ich an diese ganze NSU Geschichte denke, fällt mir immer eine Anekdote von Vera Lengsfeld ein, die diese einmal in einem Vortrag erzählte. Es gab auch in der DDR Neonazis. Die wurden aber nicht verhaftet sondern bei Einzug in die NVA in ein ganz bestimmtes Fallschirmjägerbataillon eingezogen. Da waren sie unter ihresgleichen und unter Kontrolle der (Stasi-)Offiziere, erhielten die sehr harte Fallschirmjägerausbildung und bildeten enge Kameradschaften. Nach dem Wehrdienst hielten diese Leute Kontakt und wurden weiterhin von Stasi-Offizieren gelenkt und gesteuert. Und wann immer das DDR Regime mal wieder einen faschistischen Aufreger brauchte, kamen diese Leute ins Spiel, die… Mehr

Klingt glaubwürdig. Die DDR-Behörden haben immer recht langfristig geplant.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß Frau Lengsfeld so einen hahnebüchenen Unsinn und so eine Unwahrheit jemals erzählen würde, nicht einmal vom Hörensagen oder als „Witz“!

Egal, ob (auch) Islamisten, Türken, der BND und was weiß ich wer noch dahinterstecken, entscheidend wäre es, die Finanzierung von solchen Machenschaften auf zu decken und zu unterbrechen. Beispiel: Den Opiumbauern ihre gesamten Ernten abkaufen, sodass diese nicht auf den Drogenmarkt gelangen können. Kostet ein paar Tage des Afghanistaneinsatzes der BW dort. Die Bauern kann man dann behutsam anleiten, etwas Anders anzubauen, wofür sie dann auch einen guten Preis bekämen. Das wäre zwar ein längerer Erziehungsprozeß, dafür aber sehr nachhaltig. Warum macht das keiner?

Weil das nicht durchführbar wäre und selbst wenn es nichts bringen würde.
Kein Opium mehr? Egal, dann wird eben auf Kunstprodukte umgestellt.

Ich weiß nicht was ich von der ganzen Sache halten soll. Vor allem das massenhafte Zeugensterben ist schon mysteriös. Selbst wenn die offizielle Version stimmen sollte, wirkt das alles nicht vertrauenswürdig. Man denke an die zahlreichen Ermittlungspannen und falschen Verdächtigungen, die mit seriöser Arbeit der Ermittler kaum erklärbar sind. Das letzte Wort dürfte noch lange nicht gesprochen sein. Wie es auch immer war, es wirft mal wieder kein gutes Licht auf den deutschen Staat. Unter der Decke schlummert definitiv sehr viel Dreck. Eine Mentalität des Wegschauens und der Borniertheit. Erschreckend finde ich auch, dass Ermittler und deutsche Medien die Mordserie… Mehr

Niemand – außer den Drahtziehern – weiß es. Klar ist nur eines: so wie in unterschiedlichen Fassungen dargestellt, war es gewiß nicht.

„Wie würde man reagieren, wenn in der Türkei eine Mordserie an Deutschen „Bratwurst-Morde“ genannt würden?“
Sofern die deutschen Opfer einer solchen Mordserie vornehmlich Imbisstubenbetreiber wären, würde man dem Begriff vermutlich keinerlei Beachtung schenken und dem nur entnehmen, daß die Behörden offensichtlich einen Zusammenhang vermuten.

Das Problem ist nur, dass es sich bei den Mordopfern nur in zwei Fällen um Imbissbetreiber gehandelt hat. Zum Großteil waren es andere Unternehmer oder angestellt Arbeiter.
Die Mordserie als „Dönermorde“ zu bezeichnen spricht einfach Bände. Es sagt einfach alles über die Mentalität der Ermittler und dem damals herrschenden Ton in der deutschen Presse.
Im oben geschilderten umgekehrten Fall würden die Deutschen wohl sofort den türkischen Botschafter einbestellen und mindestens die Mitgliedschaft der Türkei in der NATO in Frage stellen oder sich sonst irgendwie moralisierend wichtig machen.

Sind Sie ein Rassist? Ist Döner etwa ein unanständiges Wort?

@ ichdarfdas
Ja selbstverständlich ist Döner in diesem Zusammenhang ein unangemessenes Wort. Morde an Amerikanern könnte man ansonsten Hamburgermorde, an Griechen Gyrosmorde, an Kroaten Cevapcicimorde und an Asiaten „all you can eat Morde“ nennen? Welche Mentalität steckt hinter solcher Rhetorik?
Jetzt nicht ernsthaft, oder? Diese Gossensprache ist nur unterirdisch.

Sie leben in einem anderen Deutschland als ich. Das Deutschland, welches ich kenne, läßt Erdogan alles durchgehen und kümmert sich nicht im Geringsten darum, was er tut, egal wie fragwürdig es ist.

@ lucrecia Es ist nicht der Deutschen Aufgabe pausenlos Erdogan zu verurteilen. In D schlummert genug Dreck, da sollte man zuerst vor der eigenen Haustüre kehren. Es reicht ja schon,, wenn Nationalspieler mit türkischen Wurzeln sich mit Erdogan treffen und schon tickt das ganze Land völlig aus. Obwohl die wenigsten verstehen, was konkret Erdogan denn so gefährlich macht. Rational ist das alles nicht. Hätten sich die beiden doch mit Abbas getroffen und nebenbei noch Israel scharf kritisiert, dann wären sie zumindest bei SPON, ZEIT und Taz ganz groß rausgekommen. Vielleicht hätte sie dann sogar Gabriel seine Freunde genannt. Mir geht… Mehr

Wenn das alles stimmt,was im Artikel steht und ich glaube das,was weiß Zschäpe dann?
Warum gibt sie was zu,was sie nicht weiß oder gemacht hatte.
Ist die wirklich ein Bauernopfer oder die größte Verarschung von Michelland?
Hat sie nie Gespräche mitbekommen ,die in ganz andere Richtungen gingen oder wurden die beiden Uwes nur benutzt? Hat nicht der ehemalige Verfassungsschutzchef von Thüringeningen gesagt ,es war eine Aktion vom türkischen Geheimdienst und des BND,oder irre ich da ,weil die Opfer Kurden waren.
Es stimmt doch alles so zum Himmel.

Diese Änderung in ihrer Verteidigung kam erst mit ihrer neuen Anwaltsriege, die sich zwischen sie und ihre alten Anwälte gedrängt haben und sich übrigens mit dem Richter verstanden.

AUF DEM LINKEN AUGE BLIND Während linke Gewalttaten permanent verharmlost, zum Teil unterschlagen werden sieht man bei dem, was angeblich rechts ist mit mikroskopischer Genauigkeit hin. Der Beitrag exemplifiziert sehr schön, wie ganz bewusst eine bestimmte Ermittlungsrichtung verfolgt werden soll, obwohl andere Indizien aussagekräftiger zu sein scheinen. Was auch auffällt: während man in der Berichterstattung über die Amri-Morde zurückhaltend (auch im buchstäblichen Sinne Informationen zurück haltend), immer zuerst um das Wohl der Migranten besorgt war und die Allgemeinheit davor warnte, voreilige Schlüsse zu ziehen, haben vorgeblich rechte Gewalttaten eine viel größere mediale Aufmerksamkeit. Über den Zschäpe-Fall wurde jahrelang fast täglich… Mehr

Nur mal so nebenbei: Es war doch von dutzenden, der Spiegel-Online schrieb am 4.4. von ungefähr 40, Rückkehrerinnen und Gefährderinnen vom IS die Rede. Und der Prozess hier hat also 70 Mio Euro gekostet. Das macht rechnerisch bei gleichem Aufwand, der mehr als gerechtfertigt wäre, 40*70 Mio Euro = 2,8 Mrd Euro Prozesskosten nur für die (weibliche!) Rückkehrerinnen bis zum 4.4. . Das ist natürlich kein Grund die Staatsbürgerschaft abzuerkennen und die Einreise zu verweigern, auch wenn diese in den IS als Kombattanten eintraten und Kalifats-Bürger wurden.

Wir sind schon längst unterwandert. Warum sind einige Akten für 125 Jahre gesperrt? Warum verbietet Seehofer die Osmanen Germania Rockerbande, und verweigert gegenüber Journalisten Auskünfte? Warum behandelt Merkel Erdogan wie ein rohes Ei? Wenn wir die bundesdeutschen Grenzen nicht schnell schließen, wird Trump recht behalten.

Ja, es ist vieles seltsam an dieser Mordserie. (Ich habe auch das Buch „Das NSU-Phantom gelesen, kann mir jedoch kein Urteil erlauben.) Was ich aber nicht verstehe: Warum hat Zschäpe dann zugegeben, von den beiden Uwes von den Morden erfahren zu haben, und zwar als von ihnen begangenen? Wenn doch nirgendwo deren DNS zu finden war?

Es kann so nicht abgelaufen sein, was sie zugegeben hat.

Wo soll sie dass denn zugegeben haben? Sie hat allenfalls, nachdem die jahrelang weichgekocht wurde, gesagt dass sie mit den Morden der Uwes nichts zu tun hatte bzw. davon nichts wusste.

Für mich klang das so, als habe sie jedesmal nachträglich von den beiden Uwes (und nicht aus der Zeitung) von den Morden erfahren. Liege ich da falsch?

Das nennt sich der „amerikanische Deal“. Laut dem wird etwas zugegeben, was man zwar nicht getan hat, aber keine direkte Mitschuld darstellt. Und damit eine geringere Strafe aushandelt.

Meine Zweifel an der ganzen Geschichte sind immer weiter gewachsen. Typisch die Geschichte mit dem Pfantomopfer – vergleichbar den Pfantomasylanten im BAMF, die ausländische Anwälte erfunden haben. Die waren zwar physisch vorhanden, hatten aber nie einen Anspruch auf Asyl.