Terror auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt

Er ist einer der ältesten und größten Weihnachtsmärkte. Nebenan tagt das europäische Parlament. Gegen Abend ist die weihnachtliche Stimmung auf dem Höhepunkt. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Täter zuschlägt. Der islamistische Terror ist präsent – stärker denn je. Und ganz Europa ist gemeint.

Frederick Florin/AFP/Getty Images

Der „Christkindelsmärik“ in Straßburg wurde 1570 erstmals erwähnt. Natürlich hat er eine mittelalterliche Tradition. Im Herzen Europas. Und dieser Markt sollte schon einmal Ziel eines Attentats sein – im Jahr 2000 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag einer islamistischen Terrorgruppe rechtzeitig verhindert, die Täter kamen damals aus Algerien – und an diesem 11. Dezember 2018 war es – im Behördendeutsch – „ein Franzose mit nordafrikanischen Wurzeln“.

Die Polizei war in Straßburg präsent. Sie hat reagiert. Sie war letztlich aber überfordert, zu den rund 250 Toten, die durch islamistische Terroristen in Frankreich ermordet wurden, kamen drei weitere. Weiter um sich schießend konnte der Terrorist acht Besucher des Weihnachtsmarktes schwer verwunden. Sechs weitere erlitten Schussverletzungen, bevor nach zwei Schusswechseln mit Polizeipatroullien, die zwischen 20 und 21 Uhr stattfanden, der versuchte finale Rettungsschuß eines Polizisten Trefferwirkung zeigte. Doch der hochgefährliche Täter blieb bei Bewusstsein und handlungsfähig. Er befindet sich auf der Flucht, sein Aufenthaltsort ist unbekannt, wie die französischen Behörden zugeben mussten.

Terror
Straßburg - Wieder ein Weihnachtsmarkt. Wieder ein Gefährder?
Hierzulande wurde der Täter bereits wegen schweren Diebstahls vom Amtsgericht Singen zu einer Haftstrafe verurteilt, nach deren Verbüßung er im vorigen Jahr nach Frankreich abgeschoben wurde. Nun wird er – offensichtlich ist er Intensivtäter – wegen versuchten Mordes gesucht. Wie konkret die Gefahr ist, zeigt sich daran, dass in der Wohnung des Terroristen, die wenige Stunden vor den Bluttaten auf dem Weihnachtsmarkt durchsucht wurde, scharfe Handgranaten gefunden wurden.

Trotzdem reagieren die Behörden hierzulande betont niederschwellig. Unter den Terroropfern von Straßburg sind nach Angaben des Krisenreaktionszentrums der Bundesregierung „nach jetziger Kenntnis“ keine Deutschen. Immerhin, das Gremium tagt. Die Gewalttat im Namen des Koran konnte nicht als „regionales Ereignis“ abgetan werden, wie das mit Kapitalverbrechen von Migranten an einheimischen, wehrlosen Bürgern ansonsten so häufig geschieht.

Nein, die Morde auf dem Weihnachtsmarkt ließen sich nicht wochenlang unterdrücken wie die Vergewaltigungen einer Jugendlichen in München. Die Stadt steht unter Schock, ganz Europa blickt dorthin. Das Europaparlament in Straßburg musste sicherheitshalber abgesperrt werden. Rund um den Gebäudekomplex patroullieren auch heute schwerbewaffnete Sicherheitskräfte. Den ganzen Dienstagabend über durfte niemand das Gebäude verlassen. Erst am frühen Mittwochmorgen konnten Abgeordnete, Beamte und Mitarbeiter sich auf den Heimweg machen. Nun ermittelt neben der französischen Polizei auch der Inlandsgeheimdienst DGSI. Doch das ist nur noch Kosmetik.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 40 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

wie nach jedem Anschlag, die selben Phrasen und, was ich viel schlimmer finde, die Leute machen weiter wie bisher. Ich habe manchmal einen Traum: die Menschen boykottieren Großveranstaltungen, wie z.B. diesen Weihnachtsmarkt, Konzerte , Fußballspiele, Oktoberfest etc. und die Menschen bleiben den Innenstädten fern. Kurzum, einfach mal ein Jahr die Umsätze der Veranstaltungen signifikant einbrechen lassen.
Ja, und dann erwache ich aus meinem Traum und stelle fest, dass selbst ein Boykott für die meisten Menschen schon zu anstrengend ist.

Dieser Anschlag ist multifunktional.
Einmal ein erneuter und noch tiefer gehender Schock für viele traditionsbewußte Wetseuropäer, was auf’s Konto des Islamismus geht.
Und des weiteren folgt das Attentat dem dramaturgischen Effekt eines „deus ex machina“ , der Ablenkung schafft von der Auseinandersetzung Macorn – Gelb-Westen.
Dazu heute in die Verwirrung unter den Gelb-Westen die Anklage des Pariser Staatsanwaltes gegen die Gelb–Westaen wegen Rassismus. Dies ein schweres Delikt unter dem Aspekt des UN-Migrationspaktes.
Klingt orchestriert?!
Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denk

Was ist der Unterschied zwischen islamisch und islamistisch? Der Terror wird offensichtlich („allahu akhbar“) im Namen einer Religion, nämlich des Islam, ausgeführt. Also ist es islamischer Terror. Islamismus wurde eingeführt, um den Terror und die Greuel vom Islam abzukoppeln. Wer das tut, schaut vom eigentlichen Problem weg und wird niemals eine Lösung finden.

Welt-online teilt gestern mit: „Über den Verdächtigen sei ein sogenanntes „Fiche S“ geführt worden. In dieser Kategorie werden rund 26.000 Personen geführt, von denen 10.000 als stark radikalisiert gelten würden, etwa durch salafistische Moscheen“. Ganz schön viele. Michaela Wiegel führt in der FAZ einen kleinen Ausschnitt aus der Liste des Schreckens an: „Die Akten von Mohamed Merah (Toulouse und Montauban), Mehdi Nemmouche (Jüdisches Museum Brüssel), die Brüder Chérif und Said Kouachi (Charlie Hebdo), Amedy Coulibaly (Jüdischer Supermarkt), Sid Ahmed Ghlam (Kirche Villejuif), Yassin Salhi (Enthauptung bei Lyon), Ayoub El Khazzani (Thalys), Ismael Omar Mostefai (Bataclan), Samy Amimour (Bataclan), Foued Mohamed-Aggad… Mehr

Merkelland, und Danke an die CDU und die anderen linken Parteien für die Kopie 2.0., es kann ungestört weitergehen. Mal sehen ob in den Medien das auch wochenlang Thema ist wie das Hasi Video.

noch gehört Frankreich nicht zu Deutschland und Strassbourg liegt in Frankreich. Also Macron Land.

Und wieder wird behauptet, daß sich der Täter binnen kürzester Zeit im Gefängnis radikalisiert habe.
Wer glaubt das eigentlich noch?!

Für mich persönlich haben alle, die den Zuzug von Moslems unter dem Lügenmäntelchen „Flüchtlinge“ und „Asylanten“ befürworten Blut an ihren Händen.

Ich weiß schon, diesmal ist ein „Franzose“ der Täter, aber eben nur ein Papierfranzose.

Jeder kann den Koran lesen. Da gibt es nicht viel zu relativieren. Es steht dort genauso geschrieben, wie es diese Mörder umsetzen.

Erneut Tote in Frankreich, vermutlich durch islamistischen Terror und diese armen Bürger sind schlicht und einfach Opfer eine unfähigen Politik und merkwürdig ist es schon, daß man wegen wirtschaftlichen Problemen tausendfach auf die Straße geht, wenn es aber das eigene Leben der französischen Bürger, aber auch der Deutschen geht, dann nimmt man es mit Bedauern zur Kenntnis und geht zur Tagesordnung über und solange die Verantwortlichen in diesem Punkt des eigenen Lebenserhaltes keinen Druck erfahren, wird sich auch nichts ändern und es ist völlig unverständlich, wie die Leute sich von Terroristen reihenweise abschlachten lassen ohne dagegen in Massen auf die… Mehr

Warum flieht der Algerier nach Deutschland?

-Weil Deutschlands Grenzen offen sind.

-Weil er hier mit geringen Strafen zu rechnen hat.

-Weil er aus Deutschland nicht abgeschoben werden kann.

-Weil der Strafvollzug „human“ ist.

Verbrecher/Terroristen, Deutschland steht euch offen!

Die Motivation des Täters ist Hass. Er hasst die Länder und die Menschen, die ihn vor Jahren aufgenommen haben. Der Täter hat jegliche Legitimation verloren ein Staatsbürger in Frankreich zu sein. Wenn der Staat, der das Gewaltmonopol hat weiterhin versagt, wird der Bürger zwangsläufig aktiv. Den salbungsvollen Worten von Politikern mit ihren von Mitleid ergriffenen Gesichtern, müssen Taten folgen! Dadurch das die Eliten* nicht wahr haben wollen, das die Demokratie kein System akzeptiert, in dem die Elite* gewinnt und das Volk verliert (siehe Frankreich) entfremden sich Politiker, Unternehmen, Mainstremmedien, weichgespühlte Kirchenvertreter immer weiter vom eigentlichen Leistungsträger, dem Volk und werden… Mehr