SPD-Rezepte im „Kampf gegen Rechts“

Bei Anne Will ging es um "Chemnitz und die Folgen". Vielleicht aus Mitleid mit der in Umfragen abgestraften SPD, lud Anne Will gleich zwei Sozialdemokraten ein, die ihre Rezepte im "Kampf gegen Rechts" zum Besten gaben.

© Steffens Pool/Getty Images

Wolfgang Thierse, der SPD-Mann mit dem Karl-Marx-Bart, analysierte bei Anne Will ganz marxistisch, was die Menschen in Ostdeutschland wirklich bewegt, nämlich ökonomische Fragen, soziale Ungleichheit.

Rezept 1: Einfach über andere Themen reden

Er glaubt, dass die Menschen Angst vor den weitreichenden Veränderungen haben, die die Welt gerade aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung durchmacht. „Flüchtlinge” seien nur der greifbarste Teil dieser Veränderung. Aber das „Narrativ der Rechten“ sei aufgegangen, so klagt Thierse, die Debatte drehe sich zu stark um „Flüchtlinge” und Migration. Davon solle künftig einfach weniger gesprochen werden. Der SPD-Politiker hält es für wichtiger, stattdessen über „Pflege, Rente und sichere Arbeitsplätze“ zu sprechen. Aber macht die SPD nicht genau das seit Jahren?

Rezept 2: In den Dönerladen gehen, um die Menschen kennen zu lernen

Petra Köpping (ebenfalls SPD), Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, die bei Anne Will ebenfalls eingeladen war, hat da eine andere Idee: „Früher gab es die Kneipe an der Ecke, heute gibt’s da drei Dönerläden“, sagt sie „Die Antwort muss sein, zu den Dönerläden zu gehen und die Menschen kennen zu lernen.“

Rezept 3: Berlin hat verstanden: Chemnitz braucht eine Fernbahnanbindung

Sachsens Vizeregierungschef Martin Dulig (SPD) äußert sich heute in der WELT. Er hat eine im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechende Idee. Auch er meint, wir würden zu viel über „Flüchtlinge” reden. Es gebe wichtigere Themen, um die sich die Politik kümmern müsse.  „Dafür braucht es Ideen und Konzepte für Bildung, Arbeit, Mobilität, Digitalisierung – Themen, die wirklich den Alltag der Menschen bestimmen. Aber über diese Themen streiten wir derzeit leider gar nicht. Wir reden nur über Flüchtlinge“,  so der SPD-Mann. Auf die Frage, was die Politik stattdessen ganz konkret tun müsse, hat er auch eine Antwort: „Chemnitz ist die drittgrößte ostdeutsche Stadt und hat noch immer keine Fernbahnanbindung. Das ist unmöglich. … Chemnitz erwartet jetzt das Signal: Berlin hat verstanden.“

Laut aktuellen Umfragen liegt die SPD in Sachsen zwischen 9% und 11% der Stimmen.

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Kommentare ( 133 )

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Wie „Pflege, Rente und sichere Arbeitsplätze“ kann die SPD auch nicht?
Sowas aber auch.
Und „Fernbahnanbindubg“ – wer braucht die denn? Illegale Migranten und deren Schleuser?

@Mozartin: Sie können wie jeder hier Ihre Meinung veröffentlichen. Ich kann das z.B. in den MSM nicht. Sie träumen von einer SPD zu Zeiten von Willy Brandt und Helmut Schmidt, wo der politische Gegner zwar verbal hart angegangen, aber trotzdem als Mensch geachtet wurde. Heute geht es (allen Altparteien, aber neben den Grünen besonders) der SPD nur noch darum, die Politiker der einzig echten Oppositionspartei AfD und seine Wähler zu DIFFAMIEREN. Mit Lügen und Hetze, bis zu Angriffen auf berufliche Stellung, Eigentum und Leben (Antifa) wird gegen Andersdenkende ein Feldzug der VERNICHTUNG geführt. Weil dies die SPD unterstützt, ist sie… Mehr

Nicht mehr davon sprechen bzw. Döner essen gehen: Vogel-Strauß-Politik à la SPD!

Man kann wohl sagen: Die SPD hat nichts, aber auch gar nichts, verstanden.

Herr Thierse hat Recht, man muss gar nicht über Flüchtlinge und Migration reden. Bei uns sieht man sie, wenn man über den Marktplatz geht.

Die Quasselrunden mit der gleichen Sorte Protagonisten bringen doch keinen Erkenntnisgewinn – ich möchte Gott mit sowas nicht die Zeit stehlen. Thierses Rezeptbuch funktioniert doch nicht: weder Mütterrente noch Rente mit 63 hat denen eine Stimme gebracht, der Versuch mit dem berühmten Rententhema die die Diskussion zu besetzen schlug mit dem Meucheln in Chemnitz fehl, so wie es mit jeder Messerattacke und Vergewaltigung fehlschlagen wird – es geht um Leib und Leben und nicht um 3Euro Rente mehr – wobei niemand der SPD noch soziale Kompetenz abnimmt. Petra Köpping , SPD, und Marktwirtschaft: wenn es um die Ecke drei Dönerbuden… Mehr

Thierse ist ein „alter weißer Mann“, dessen Rezepte aus Mauerzeiten stammen. Er sollte mal über Kohls Rolle bei der europäischen Einheit ein Buch schreiben.

Dann kann man ja demnächst „gratulieren“, wenn es mit Thierse und Co, nicht nur in Chemnitz, weiter abwärts geht! Die werden die 5%-Hürde schon noch schaffen, von oben nach unten….Redlich verdient haben sie es ja.

Die SPD tut so als, ob der Dönermann das Problem sei. Der arbeitet in einem Beruf den er kann, verdient sein eigenes Geld und hat gar keine Zeit diesem Staat zu schaden. Diese Menschen sind in unserer Gesellschaft akzeptiert und in der Regel auch integriert. Probleme gibt es mit der internationalen Kriminalität, welche auch aus EU Staaten oder Beitrittskandidaten kommt. Es wird geklaut was das Zeug hält. Neue Spezialität Motoren von Schiffen. Allein für sieben Millionen wurden Motoren von kleineren privaten Booten oder von Rettungsfahrzeugen gestohlen. Egal ob auf Baustellen, Parkplätzen von Autohändlern…nichts ist mehr sicher. Dank offener europäischer Grenzen… Mehr
Das ist ein sehr einfach, naive Sicht der Dinge. Gerade ein Blick auf einen großen Teil der Döner-Buden zeigt erschreckendes. Wenn man die daraus resultierenden Einkommens- und Sozialversicherungsabgaben anschaut und dann die daraus entstehen Sozialausgaben, Krankenkassen, Kindergeld, Hartz-4 (viele stocken auf), Rentenanwartschaften, Mütterrenten anschaut, dann kommt mir persönlich das kalte Grausen. Und unter Integration verstehe ich nicht nur Arbeit. Gerade auf dem Land und in kleineren Städten ist die Gemeinschaft auf vielfältigen ehrenamtlichen einsatz angewiesen. Dörfer und kleinere Städte können sich keine Berufsfeuerwehren leisten. Haben sie schon einmal bei der Feuerwehr einen Döner-Mann gesehen? Fragen Sie einfach Lehrer an Feuerwehrschulen… Mehr

Das Problem ist wirklich nicht „Döner-Mann“, sondern seine Kinder, die öfter Erdogan wählen und radikalisiert sind.

Ich weiß nicht, ob der „Dönermann“ intergriert ist. Ist er das, nur weil er arbeitet? Und was verstehen wir unter „Integration“, dem Superwieselwort dieser Epoche? Dazu eine Beobachtung, machen Sie sich dazu einen Reim. Frankfurt am Main, gestern abend, auf dem Nachhauseweg. Führt bei mir über eine belebte Straße der äußeren Innenstadt, einem der Zentren des Frankfurter Kneipenwesens. Darunter natürlich auch etliche Imbisse, auch viele türkische. „Mein“ Dönerladen (Döner gut, aber wie in Frankfurt üblich sehr teuer, 5 €) ist auch dabei. Ich kenne den Inhaber, nicht wirklich persönlich, aber nach dem 45sten Döner kommt man schon mal kurz ins… Mehr
Ja, man kann auch den Dönermann kritisieren. Bei all den volkswirtschaftlichen, bildungs- und sicherheitsrelevanten Schäden, welche andere Gruppierungen hier anrichten, dürfte das eher das kleinere Problem sein. Wir haben mittlerweile so viele Baustellen in diesem Land, dass es erforderlich ist, Prioritäten zu setzen. Wenn nun die SPD meint, dass die höchste Priorität sei das Gespräch mit dem Dönermann, dann hat sie überhaupt nichts kapiert. Ich gebe Ihnen auch in der Frage „wie definiert man überhaupt Integration“ Recht. Die Sicht darauf ist sehr unterschiedlich. Die Definition des Begriffs wird bewusst von der Politik unterlassen, weil man dann auch die gravierenden Abweichungen… Mehr
Nichts für ungut, aber das ist etwas naiv. Auch der „nette Dönermann“ mit Arbeit kann eventuell Erdogan wählen. Auch der „nette Dönermann“ wählt irgendwann vielleicht eine islamische Schariapartei in Deutschland, weil er das gut findet. In Deutschland wird gesagt, die Integration scheitert an der Sprache. In Frankreich reden alle Französisch und die „Integration“ in den Banlieues läuft bekanntlich super. Jetzt wird gesagt, wenn die alle Arbeit haben, läuft die Integration super. Vielleicht will der „nette Dönermann“ gar kein Deutscher sein? Vielleicht will der „nette Dönermann“ nicht wie wir Deutsche leben? Vielleicht fände der „nette Dönermann“ einen Islamischen Staat“ gar nicht… Mehr

…das ist ja das Problem, dass die SPD nicht kapiert, was die Bevölkerung am meisten umtreibt. Und jetzt kommt Frau Wagenknecht und bläst mit ihrer Aufstehen-Initiative in dasselbe Horn – soziale Wohltaten sollen die Bevölkerung beruhigen, damit die Multikultiideologie weiter vorangetrieben werden kann. Realistisch ist das nicht: Menschen, die sich in den Städten zunehmend nicht mehr daheim fühlen, lassen sich mit Rentendebatten und Pflegeplänen nicht manipulieren.

Der „Kampf gegen Rechts“ und die Rettung der SPD verlangen nach einer demokratischen Front, die sich Sachsen, der AfD, #aufstehen, „Die Partei“ und allen anderen Feinden der Parteiendemokratie entgegenstellt. Ich schlage vor CDU/CSU/FDP/SPD/GRÜNE und Rest-LINKE in die Sozialchrislamische Einheitspartei Deutschlands zu überführen. Wenn mir doch nur eine griffige Abkürzung einfiele.

Christlich und Deutschland – das geht gar nicht. Ich würde für Globale Religiöse und Atheistische Union für Sozialen Ausgleich und Marktwirtschaft plädieren.

Die Abkürzung gab es schon zu DDR-Zeiten: Sozialistisches ENDE Deutschlands.
Vorläufig gibts aber noch die Bananen Republik Deutschland mit dem Öffentlich Rechtlichen Rotfunk und den beiden Parteien „Club Der Unfähigen“ und „Sie Plündern Deutschland“ an der Regierung.