„Sinkende Kriminalität“: Mob überfällt Polizisten

Dass Polizeibeamte, Feuerwehrangehörige, Bahnmitarbeiter oder medizinisches Personal angegriffen werden, ist eine zunehmende Tendenz.

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Nach dem Dienstende einfach mal mit anderen Polizeibeamten ein Bier trinken gehen? Im Grunde genommen kein Problem, wenn sich die Zeiten nicht geändert hätten. Nicht etwa zum Negativen, nein, denn Deutschland ist so sicher wie noch nie, die Kriminalität sinkt in den Statistiken unaufhörlich in einem Land, in dem wir gut und gerne leben. So die offizielle Rhetorik.

Die Praxis sieht jedoch völlig anders aus. „Einzelfälle durch psychisch Gestörte“ häufen sich auffallend, Messerstechereien treten in zunehmendem Maße auf. Dass Polizeibeamte, Feuerwehrangehörige, Bahnmitarbeiter oder medizinisches Personal angegriffen werden, ist dagegen eine Tendenz. Selbst eine Strafverschärfung konnte dem nicht abhelfen. Papier ist bekanntlich geduldig.

Aktuellster Fall aus Hamm

So will ein „erlebnisorientierter junger Mann“ einen Polizisten erkannt haben, als dieser mit drei Kollegen privat unterwegs war. Der 19-Jährige meinte, durch einen ehemaligen Polizeieinsatz mit dem Beamten noch eine „Privatrechnung“ offen zu haben. Der Beamte würde also in dessen Schuld stehen und müsse Buße ableisten. Offensichtlich wollte er daraufhin den Ordnungshüter zur Rede stellen. Nachdem der erste Anmachversuch gescheitert war, kam der rachsüchtige Furor mit 10 bis 15 anderen Unterstützern bereits nach wenigen Minuten zurück und überfielen die vier Männer brutal. Zwei Beamte erlitten Prellungen, Schürf- und Platzwunden. Dabei wurde ein Opfer selbst am Boden liegend mit Tritten gegen den Kopf traktiert. Das kann man aus meiner Sicht nur als Tötungsversuch bewerten. „Ein (weiterer) Polizist erlitt oberflächliche Schnittverletzungen am Bauch. Laut Staatsanwaltschaft sei ein Messer im Spiel gewesen, allerdings habe es keine gezielten Angriffe damit gegeben.“ Die Ermittlungen stehen demnach erst am Anfang, aber es steht jetzt schon fest, dass es keinen Messerangriff gab. Ist er ins Messer „gefallen“?  Solche Formulierungen öffnen Interpretationsspielräume, die die Ermittlungsbehörden anschließend in den sozialen Netzwerken stark kritisieren. Selbst verursacht.

Alle vier Opfer mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus, einer verblieb zur Behandlung stationär. Vorerst ermittelte eine Mordkommission.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zur BILD: „Wir kennen noch nicht alle Details, müssen das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Aber so, wie sich der Fall momentan darstellt, ist diese Attacke auf unsere vier Polizeibeamten auf das Schärfste zu verurteilen. Es ist völlig indiskutabel, dass Polizisten, gerade weil sie Polizisten sind, in ihrer Freizeit von einem wütenden Mob attackiert werden. Ich wünsche den vier Beamten von Herzen gute Besserung.“

Schauen wir uns näher an, wie die „scharfe Verurteilung“ in der Praxis aussieht: In der Nacht zum Samstag wurden zwei 19-jährige festgenommen. „Bei den ersten Zeugenvernehmungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen die beiden 19-Jährigen nicht, so dass sie wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.“ So der zuständige Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Dortmund, Schulte Göbel, auf Redaktionsanfrage der „WAZ“. Auch ermittelt ab sofort keine Mordkommission mehr, da es für eine Tötungsabsicht keine Anhaltspunkte gebe. Übrig bleibt der Straftatbestand der Körperverletzung, so der Herr des Verfahrens.

Nachhaltig scharfe oder gar schmerzhafte Folgen gibt es zum gegenwärtigen Stand ausschließlich nur für die verletzten Polizeibeamten, aber nicht für den Straßenmob. Der Überfall erinnert zudem an Wegelagerer des Mittelalters, als das Gemeinwesen noch nicht ausreichend organisiert war, um seine Bürger zu schützen. Vorwärts, es geht zurück.

Natürlich darf die Politik nicht unmittelbar in die Justiz eingreifen, wie es zum Beispiel im rot-roten Brandenburg durch den SPD-Ministerpräsidenten Woidke der Fall ist. Dort hat man jahrelang „erfolgreich“ Polizei und Justiz geschrumpft, um sich dann über die selbst herbeigeführten Zustände zu „beschweren“. Die Gewaltenteilung ist noch nicht bei jedem Politiker in Regierungsverantwortung angekommen. Sie ist eine der Grundlagen unserer Demokratie.

Justiz muss zeitnah urteilen

Nach der „scharfen politischen Verurteilung“ muss die juristische Verurteilung zeitnah erfolgen. Der Staat hat auch die Aufgabe, neben seinen Bürgern seine Polizeibeamten zu schützen. Neben medienwirksamen schönen Worten sind vor allen Taten gefragt, das bedeutet nicht nur schnelle und erfolgreiche Ermittlungen mit hohem Personaleinsatz, sondern bei einem Schuldnachweis ein zeitnahes Gerichtsurteil, das eine abschreckende Wirkung auf Nachahmungstäter hinterlässt. Eine gutmenschliche Gardinenpredigt ist hier unzureichend, es sei denn, sie findet hinter schwedischen Vorhängen statt.

Gerade „junge Männer“ haben gute Chancen davon zu kommen, erst recht, wenn sie einen Migrationshintergrund haben. Um welche Täter es sich konkret handelt, wurde bisher durch die Staatsanwaltschaft nicht kommuniziert. Mit einer klaren Nennung der Täter könnte man Mutmaßungen vermeiden, dennoch ist es jedoch scheinbar offensichtlich, dass die Bürger derzeit dazu erzogen werden sollen, nur Menschen und keine Nationalitäten, kulturelle Hintergründe, Religionen usw. als Ursache bei solchen Ereignissen wahrzunehmen. Dies kommt einer Entmündigung der Bürger gleich, denn jeder hat das Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden, Hintergründe zu erfragen und Zusammenhänge zu erkennen. Sobald dieses unterbleibt, ist davon auszugehen, dass den Bürgern Sand in die Augen gestreut wird. Die Ermittlungsbehörden sind auch nicht an die „Empfehlungen“ des Presserates gebunden.

Kriminalität sinkt?

Wie wir auch an diesem Fall sehen können, ist es den Opfern egal, ob die statistisch erfasste Kriminalitätsrate ansteigt oder fällt. Dass die Kriminalität angeblich sinkt, halte ich für ein politisch gewolltes „Missverständnis“. Wir können uns jeden Tag selbst von der zunehmenden Verrohung in der Gesellschaft überzeugen. Wenn zum Beispiel die Staatsanwaltschaften aufgrund der Arbeitsüberlastungen einen immer höheren Anteil an den Strafverfahren ohne Sanktionierungen einstellen, wird sich das Opfer ein zweites Mal besser überlegen, ob es noch Sinn macht, sich in die Mühlen der Polizei und Justiz zu begeben: „Etwa jeden vierten Fall stellen die Staatsanwaltschaften heute ohne Auflagen nach Opportunität ein.“ Die heruntergeschraubte Polizei sorgt ebenfalls dafür, dass es weniger Strafanzeigen und damit „weniger Kriminalität“ gibt. Die Formel ist einfach: weniger Polizei = weniger Bürgerkontakte = weniger Strafanzeigen durch Opfer gegen Täter. Wenn das Vertrauen in den Staat schwindet, schwinden auch die Anzahl der Fallzahlen in den polizeilichen Kriminalstatistiken. Auch vermutet man politischen Einfluss der Politik auf die Statistikführung des BKA, denn neuerdings werden keine Zahlen bei den Gruppenvergewaltigungen herausgegeben. Es ist bekannt, dass bei diesem Verbrechenstatbestand der Ausländeranteil exorbitant hoch ist.

Abhilfe über die tatsächliche Kriminalitätsbelastung könnte eine Dunkelfeldstudie für Deutschland schaffen, die man allerdings ständig wiederholen muss, um realitätsnahe Tendenzen zu erkennen. Die daraus erfolgten Analysen und Schlussfolgerungen, könnten Bürgern und Polizeibeamten gleichermaßen behilflich sein. Das könnte man natürlich tun, allein fehlt dazu der politische Wille.

Steffen Meltzer, Autor von „Ratgeber Gefahrenabwehr – So schützen Sie sich vor Kriminalität“


Steffen Meltzer, Autor von „Ratgeber Gefahrenabwehr – So schützen Sie sich vor Kriminalität“

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Kommentare ( 149 )

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„Laut Staatsanwaltschaft sei ein Messer im Spiel gewesen, allerdings habe es keine gezielten Angriffe damit gegeben.“ und noch ein Zitat: „Dabei wurde ein Opfer selbst am Boden liegend mit Tritten gegen den Kopf traktiert. Das kann man aus meiner Sicht nur als Tötungsversuch bewerten.“ Ob etwas ein Tötungsversuch ist entscheidet Justiz auf Basis von Herkunft und Religion. Ist der angebliche Täter ein Vertreter der einen besonderen Religion hat er meist Glück. Niklaus in Bonn ist doch selber schuld dass er gestorben ist, gegen den Täter weiß Justiz nicht wieter. Der Mörder von Köthen hat 17Montae bekommen. Passiert auch bei Vergewaltigungen… Mehr

Walid S. wurde am 25.07.2019 zu sechs Jahren Gefängnis wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt, nachdem er erneut zugeschlagen hatte. Der ehemalige Hauptverdächtige im Fall Niklas hatte gestanden, bei einer Schlägerei in der Bonner Innenstadt einen wehrlos am Boden liegenden 26-Jährigen gegen den Kopf getreten zu haben.
Man hofft, er sitzt. Freiganglos.

Im WDR war die brutale Attacke eines MOBs von 15 Personen auf 4 Polizisten in Hamm nicht einmal ein Ereignis von lokaler Bedeutung. Ich habe am Sonntagmorgen, als die Attacke in einigen Medien publik gemacht wurde, WDR-Nachrichten gehört: Böser Trump, will Handelsabkommen mit den Briten schließen, in Mexiko der vierte linke Blogger ermordet usw. und dann lokale Nachrichten: Schützenumzug in Neuss, wo inzwischen 9 Nationalitäten vertreten sind, aber leider keine Frauen,… und das Ereignis in Hamm ? Kein einziges Wort. Bei der 15-köpfigen Täter-Gruppe könnte es sich ja um Clan-Mitglieder gehandelt haben (in Hamm besonders präsent)….. Das zeigt die Wertschätzung… Mehr

Das Ganze nennt man dann Staatsversagen, seit 2015 besonders sichtbar. Ich gehe sogar noch weiter. Es ist Verrat an den eigene Leuten. Ein ganz schäbiges Verhalten unserer Politiker. Wann werden sie zur Rechenschaft gezogen, wann wird das Recht wieder angewandt, wann gilt wieder das Legalitätsprinzip nicht nur für Köter, wann funktioniert wieder die Gewaltenteilung, wann gilt wieder unser Grundgesetz, Schengen , Dublin, AEUV §123 und § 125, freie Medien?
Stell dir vor, unsere Demokratie stirbt und niemanden interessiert es ….

Zitat: „Ein ganz schäbiges Verhalten unserer Politiker“

> Ganz schäbig und irre wird es auch dann, wenn zB Politiker und der Staatsfunk davon reden wie schlimm doch diese Art der Übergriffe wären UND DANN in gleichem Atemzug sagen u. fordern „daß uns das Alle was angeht UND das wir dieses Problem Gesamtgesellschaftlich lösen müssen“.

Aber na klar doch! – Der AltparteienClub holt und läßt die islam. und afrikan. kulturfremde Buntheit ins Land – wobei auch bis heute JE Jahr eine 200000-Stadt einwandert, und dann soll es doch der kleine Bürger richten.
Für wie dämlich hält die Politik ds Volk….!??

Staatszersetzung…
Von der Regierungsbank aus.

Herr Reul und scharf verurteilen=“wir verurteilen die Tat scharf…“ – na, wenn das mal keine Abschreckung ist. Da kriecht die Maus gleich unter den Stuhl…der Respekt, den man sich hart erarbeiten muß, ist in kürzester Zeit von der Politik zerstört worden. Es gibt mehr dubiose Psycho-Gutachter, als vernünftige Richter. Und jeder Innenminister hat zugeschaut, und geschwiegen, aus lauter Angst, daß er wieder die Nazi-Keule bekommt. Rom ist auch an Uneinigkeit und falscher Toleranz untergegangen. Das fing genau dann an, als man sich nicht einig war mit den Provinzherrschern und selbst ernannten Kaisern. Religion war jede toleriert, wenn sie transparent und… Mehr

Schlicht gesagt : Da Land ist ausser Kontrolle ! Und zwar extrem seit 2014 und der unkontrollierten Invasion durch die Merkel Politik ! Und was soll ein Deutscher Paß aussagen – NULL KOMMA NIX. Jeder bekommt ihn !

Mit dem Unterschied dass die Stadt BESSER als vorher funktioniert und Vetinari ein echtes Interesse an der Ordnung in der Stadt hat.

Mutmaßungen kann man nur vermeiden, indem man die vollständige Wahrheit sagt.
Gemäß der gängigen Praxis wird der Zusatz „Deutscher“ bei Straftaten schon verwendet, wenn nur ein entsprechender Schäferhund in der Nähe war. In allen anderen Fällen, wo sich nicht mal ein solcher Zusammenhang konstruieren läßt, wird jegliche Angabe über die Herkunft konsequent weggelassen.

Wenn ein Messer im Spiel war, würde ich nach einem „Michael“ fahnden lassen. Ansonsten fällt – nicht nur bei diesem Fall – auf, dass man sich permanent davor drückt, Ross und Reiter zu nennen. Auch z.B. bei Angriffen auf Sanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte etc.. Immer heißt es bloß: „die Gesellschaft verroht“…

Die Ironie bei der Sache ist, dass die Bundeswehr in Herkunfstlaender-Shithole Countries ist um Frieden zu sichern und wir Maenner in wehrfaehigem Alter uns von dort ins Land holen.

Was genau ist falsch an dem Bild?

Der Einwanderer hat noch etliche Brüder.
Der in den Kampf geschickte deutsche Soldat zumeist nicht und mit ihm wird so manche Familienlinie ausgelöscht, sollte er „fallen“.

Der große Schaden ist doch bereits entstanden. Wer glaubt denn heute in Deutschland noch an ein gleiches Recht für alle? Wir haben zwei Rechtssysteme, die in unserem Land nebeneinander stehen; Eins für die deutsche Bevölkerung und eins für Migranten. Dem demokratisches System in unserem Land wurde und wird nach wie vor großer Schaden zugefügt. Ich habe den Eindruck, dass es den Verantwortlichen auch nicht um den Erhalt demokratischer Strukturen geht, sondern um den Aufbau einer zentralistisch gesteuerten „One World Gesellschaft“.

Also das mit zwei Rechtssystemen ist klar sichtbar. Es geht aber nicht um nur deutsche Bevölkerung die drangsaliert wird. Ich bin ein Import und ich bin sicher, dass ich keinen Sondertarif kriege – ich habe aber eine Arbeit, ein Haus dass ich abbezahlen muss und Familie von der ich nicht weg will. Ich habe auch verstanden dass Gewalt für mich rechtliche Konsequenzen hat auch wenn ich mich nur wehren will. Ich bin genau am A. wie jeder andere der hier nur in Ruhe leben will. Die Mehrheit in den Städten sieht nicht mal die Zusammenhänge – Mord in Chemnitz (und… Mehr