Nord Stream 2, EU, Merkel und Putin

Keine Schamfrist: Einen Tag nachdem Angela Merkel Nord Stream 2 gegen massiven Widerstand in der EU durchgedrückt hat, fängt Moskau an, die Ukraine in Sachen Gas-Transit unter Druck zu setzen.

imago/ITAR-TASS

Olga Skabejewa ist einer der Stars im russischen Staatsfernsehen. Die 35-Jährige, in Deutschland vor allem bekannt durch einen rabiaten Zusammenstoß vor laufender Kamera mit ARD-Doping-Enthüller Hajo Seppelt, spricht vor einem Millionenpublikum seit Jahren das aus, was die zuständigen Apparatschiks im Kreml bei ihren wöchentlichen „Leitungsrunden“ mit den Chefs der TV-Sender vorgeben. Was Skabejewa diese Woche zu Nord Stream 2 zu sagen hatte, dem zweiten Strang der Ostsee-Pipeline, ließ deshalb auch viele in Russland und der Ukraine aufhorchen. Moskau werde die Pipeline viel schneller fertig stellen als geplant, und zwar nächstes Jahr. Und dann, so Skabejewa, „werden wir die Ukraine umbringen“. Wobei das russische Wort „грохнуть» (grochnut), das sie verwendete, auch mit „zerstören“ oder „bombardieren“ übersetzt werden kann.

Wo auch immer man bei der Übersetzung von Skabejewas Worten den Schwerpunkt setzt – eindeutig sind sie nicht freundlich und stehen für einen Angriff. Darum geht es regelmäßig in der Talkshow „60 Minuten“, die Skabejewa zweimal täglich mit ihrem Ehegatten Jewgenij Popow moderiert. Erst im Dezember wurde dort den durchschnittlich drei Millionen Zuschauern, darunter auch vielen Russischsprachigen in Deutschland, suggeriert, dass die Ukraine kurz davor stünde, Russland den Krieg zu erklären. Die Atmosphäre im Staatsfernsehen, das vielen als Seismograph für die im Kreml gilt, ist kriegerisch (siehe auch hier).

In Deutschland wurde Skabejewas Ankündigung kaum wahrgenommen. Und so hinderte sie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch nicht, die umstrittene Ostseepipeline am Freitag gegen den erheblichen Widerstand anderer EU-Länder durchzudrücken. Die Leitung ist ein Lieblingsprojekt von Russlands Präsident Wladimir Putin, der noch vor seinem Einzug in den Kreml 1999 schrieb, dass Bodenschätze der Hebel seien, um Russland wieder zu alter Größe zu bringen. Seither hat er mehrfach Energielieferungen als Druckmittel gegen Nachbarländer eingesetzt. Unter anderem ließ er der Ukraine am 1. Januar 2006 das Gas abdrehen – mitten im eiskalten Winter. Europaweit kam es zu Problemen mit der Energieversorgung. Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Österreich, Ungarn, Rumänien und die Slowakei meldeten einen 14- bis 40-prozentigen Rückgang der gelieferten Gasmenge.

„An sich war der Vorgang legitim“, schrieb Monate später in Berlin Roger Köppel, damals Chefredakteur der Welt. Moskau habe nur deshalb einen „Image-GAU“ erlebt, weil es keine „Erklärungsoffensive“ machte und die Russen „böswillig missverstanden“ würden: „Nach dem von der EU blauäugig mitorchestrierten Wahlsieg eines Putin-Gegners in Kiew reagierte der Kreml, wie alle Regierungen handeln würden, wenn sie sich einem feindselig gestimmten Regime gegenübersehen“, schrieb er: „Man beschloss, die politisch motivierten Preisrabatte aufzuheben und das Gasprom-Gas nach Marktpreisen anzubieten. Womit die Russen nicht gerechnet hatten, war die Heuchelei der Europäer.“

Ganz anders die Frankfurter Allgemeine: „Rohstofflieferung als Waffe, das kannte man bisher vor allem aus dem Nahen Osten – und selbst dort hat seit den siebziger Jahren kein Staat mehr gewagt, Forderungen an das Ausland mit der Unterbrechung von Öl- und Gaslieferungen Nachdruck zu verleihen“, schrieb das Blatt. Das „rüde, die Erpressung kaum verschleiernde Auftreten Russlands“ gebe zu denken.

Das Verhalten Russlands sei Vertragsbruch, beteuerte Ex-Putin-Berater Illarionow: „Russland nutzt Gas als politische Waffe. In einem Abkommen aus dem Jahr 2004 sicherte Moskau Kiew nicht nur günstige Gaspreise bis 2009 zu, sondern garantierte auch, den Bedarf der Ukraine voll zu decken. Dieser Vertrag lag mir im Kreml vor. Eine einseitige Ausstiegsklausel ist darin nicht enthalten.“ Solche Gas-Krisen könnten sich jederzeit wiederholen, mahnte der Kremlinsider. Die Gefahr liege darin, dass Russland ein Tabu gebrochen habe, warnte auch der frühere Moskauer Vizeenergieminister Wladimir Milow: „Gas dreht man nicht zu.“

Als sich in Deutschland damals erste Angst vor dem Frieren breit machte, forderten Politiker verschiedener Lager Altbundeskanzler Schröder auf, sich als Vermittler in den Konflikt einzuschalten: Schließlich hatte er immer auf seinen Einfluss auf Putin verwiesen und beteuert, der könne im Ernstfall helfen. Doch Schröder schwieg. Und trat wenig später seinen Posten bei der Gasprom-Tochtergesellschaft an, die Betreiber der Ostseepipeline ist.

Diese Vorgeschichte ist wichtig, um die aktuelle Auseinandersetzung um den Bau eines zweiten Strangs der Ostsee-Pipeline zu verstehen. Ihre Unterstützer machen geltend, sie schütze Deutschland vor einem Szenario wie dem 2006 mit der Ukraine, da die Bundesrepublik auch bei Konflikten Russlands mit Nachbarländern weiterhin direkt Gas aus Russland bekommen könne. Kritiker hingegen führen an, Deutschland mache sich damit abhängig von russischem Gas und könne genauso erpresst werden wie 2006 die Ukraine. Zudem verletze Deutschland die EU-Regeln für Solidarität bei der Energieversorgung; sie mache die osteuropäischen Staaten, insbesondere die Ukraine, erpressbarer. Außerdem gefährde sie eine ihrer wichtigsten wirtschaftlichen Existenzgrundlagen der rohstoffarmen Ukraine: Die Transitgebühren.

Russische Oppositionelle wie die Umweltaktivisten Jewgenija Tschirikowa im estnischen Exil gehen noch weiter: Mit dem Gas-Deal mit Moskau liefere Deutschland Putin die Milliarden, die er für seinen Krieg in der Ukraine brauche. Deutschland, so die Mahnung der Kreml-Kritiker, sei damit ein Komplize Putins und mache sich mitschuldig an den Toten an der Frontlinie in der Ostukraine – und möglichen künftigen militärischen Aktionen Putins.

ZDF-Hauptstadt-Korrespondent Andreas Kynast sieht das anders, und rief am Freitag ganz im Sinne Merkels zum Bau der Pipeline auf: Es handle sich gar nicht um ein „ russisches Projekt , (…) sondern ein russisch-deutsch-niederländisch-französisches“. Der ZDF-Mann weiter: „Dass Deutschland „aus der Erzeugung von Kohle-Energie aussteigen will, wird in Zukunft mehr Erdgas brauchen als früher. Die Fördermengen in Norwegen und den Niederlanden gehen zurück. Es ist vernünftig, nach Alternativen zu suchen. Russisches Erdgas ist die politisch umstrittenste Lösung, aber die wirtschaftlich günstigste.“ Kynast verweist aber nicht darauf, dass Russland vermehrt auf Atomkraftwerke – und im Zweifelsfall auch Kohle – setzt, um die für den Export nach Deutschland wachsende Gas-Menge für den Inlands-Gebrauch zu ersetzen. Kritiker sprechen deshalb von einer Energiepolitik nach dem Sankt-Florians-Prinzip: „Ich schalt meine Atomkraftwerke ab, schalte andere an.“

Anders als ZDF-Mann Kynast sieht Energie-Expertin Claudia Kemfert keine Notwendigkeit für das Projekt: „Die Energieversorgung ist auch ohne Nord Stream 2 sicher. Wir benötigen die Pipeline nicht. Im Gegenteil: Die zusätzliche Pipeline Nord Stream 2 ist umweltpolitisch schädlich, betriebswirtschaftlich unrentabel und – wie jetzt offensichtlich – auch politisch fatal. Deutschland isoliert sich mit der Unterstützung dieses fragwürdigen Projekts zunehmend und sollte die Haltung korrigieren. Das Projekt ist energiewirtschaftlich unnötig, der Verzicht hätte viele Vorteile.“

Kemfert sieht keinen wirtschaftlichen Nutzen durch das Projekt für Deutschland. Im Gegenteil, die Bundesrepublik mache sich weiter abhängig: „Die zusätzlichen Gasimporte aus Russland würden Importe aus anderen Ländern verdrängen. So werden europäische Länder erpressbar. Deswegen hat sich die Energieunion zum Ziel gesetzt, die Gasbezüge zu diversifizieren und verstärkt auf verschiedene Gaslieferanten zu setzen. Ohne Not klinkt sich Deutschland hier aus.“

Unterstützung bekommt Merkel von einer breiten Koalition von rechts bis links, von der AfD über die Grünen bis zur „Linken.“ Ex-Umweltminister Jürgen Trittin von den Grünen etwa verteidigt die Pipeline energisch: „Das Grundargument, man würde sich von den Russen abhängig machen, ist falsch. Pipelinegas führt zu einer gegenseitigen Abhängigkeit, weil die Bindung zwischen Produzent und Konsument groß ist.“ In Moskau sehen das nicht alle so. „Wenn wir euch das Gas abdrehen und die Deutschen frieren, machen sie der Regierung die Hölle heiß, wenn wir keine Export-Erlöse mehr haben, traut sich bei uns trotzdem keiner auf die Straße“, sagte einmal ein ranghoher Kreml-Apparatschik im Vier-Augen-Gespräch offen.

Der Grüne Trittin macht auch Bedenken gegen die USA geltend: „Es gibt in Washington einen All-Parteien-Konsens, dass Nord Stream böse ist – so wie damals auch die alte Leitung durch die Ukraine böse war…. Es geht darum, stattdessen amerikanisches Flüssiggas nach Europa zu exportieren. Wir haben es hier eben nicht mit einem bloßen politischen Streit zu tun, auch wenn die Amerikaner das gerne vorgeben. Es geht um massive ökonomische Interessen, um America First in der Energiepolitik. Das darf Europa sich nicht zu eigen machen.“

Pipeline-Gegner halten dagegen, dass die Bundesrepublik mit ihrer kaum funktionsfähigen Bundeswehr die nationale Verteidigung de facto an die NATO, also insbesondere die USA, delegiert habe. Und Washington damit ein vitales Interesse habe, dass nicht zusätzliche Milliarden aus Deutschland in die Kassen des Kremls gelangen, der im Staatsfernsehen schon mal Generäle von der Eroberung Washingtons schwadronieren lässt.

Kritik an Merkels Kurs kommt ausgerechnet aus den eigenen Reihen. Der Europa-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) klagte, Deutschland sei bereits heute zu 50 Prozent von russischem Gas abhängig, und nach dem geplanten Kohleausstieg würde diese Abhängigkeit noch wachsen. Die Politik der Bundesregierung sei „seit Jahren einseitig, ohne Rücksicht auf die mehrheitliche Ablehnung in der EU und vor allem die Sicherheitsbedenken unserer osteuropäischen Nachbarn“, beklagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU). Berlin sei in der Frage „isoliert“. Auch Frankreich hatte sich zwischenzeitlich von dem Projekt abgewandt – Paris stellte laut Röttgen „das Gut der europäischen Einheit und Handlungsfähigkeit über die Solidarität mit Deutschland.“

Erst in letzter Sekunde konnte Merkel Paris offenbar mit Druck zum Einlenken bewegen: Zu einem Kompromiss, der offiziell verhindern soll, dass Gasprom seine Marktmacht ausnutzt – aber das Grundproblem nicht löst, wie Energieexpertin Kemfert beklagt: „Gasprom produziert, fördert und transportiert Gas nach wie vor und bleibt zudem auch im Besitz strategischer Gasspeicher in Europa.“

Umso erstaunlicher ist es, mit welchem enormen Eifer Angela Merkel, die einst in sowjetischen Donezk einen Sprachkurs besuchte, das Lieblingsprojekt von Putin und Gasprom durchboxte. „Kanzlerin drückt Nord Stream 2 durch“, titelte Spiegel Online: „Um den Widerstand gegen Nord Stream 2 zu brechen, ist die Bundesregierung in Brüssel äußerst robust vorgegangen. Kanzlerin Merkel zeigt, wie wichtig ihr die Gaspipeline ist – und riskiert den Zorn von US-Präsident Trump.“

Lange hat die Bundesregierung Nord Stream 2 damit gerechtfertigt, man wolle Moskau Garantien abringen, auch weiterhin im großen Umfang Gastransit durch die Ukraine zu betreiben. Pustekuchen, wie Moskau jetzt, einen Tag nachdem Merkel das Projekt durchsetzte, ohne jede Schamfrist klarmachte: „Wenn dem Projekt Hindernisse bereitet werden, um Russland zu zwingen, Gas durch die Ukraine zu ihren Bedingungen, zu ihren Tarifen und mit Ungewissheiten in juristischen Dingen zu pumpen, dann wird diese Nummer wahrscheinlich nicht klappen“, sagte Vize-Außenminister Alexander Pankin sagte in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Novosti. Weiter erklärte er: „Wir sind bereit, den Gastransit fortzusetzen, aber unter den Bedingungen, die wir möchten“. Einige deutsche Medien machten aus diesen Worten eine „Zusicherung Moskaus“, weiter Gas durch die Ukraine zu leiten; Kreml-Kritiker sehen es als kaum verhohlene Drohung, genau das nicht mehr zu tun.

Hierzulande sind immer noch viele der Meinung – ja nach Standpunkt zustimmend oder verurteilend – Merkel stünde gegen Putin und für die Ukraine. Sieht man sich aber mehr ihre Taten an als ihre Worte, kommt man zu einem anderen Eindruck – spätestens seit knapp zwei Jahren. Es war Merkel, die die NATO-Aufnahme der Ukraine 2008 maßgeblich verhindert hat. Die Sanktionen waren nie wirklich kritisch für Putin und hätten viel schmerzhafter ausfallen können. Merkel hat mit der Minsk-Vereinbarung de facto Moskaus Position in der Ukraine zementiert. Nach dem Angriff auf ukrainische Schiffe in der Meerenge von Kertsch Ende vergangenen Jahres lag es auch an ihr, dass keine Strafmaßnahmen verhängt wurden.

Und sie ist jetzt federführend dabei, der Ukraine mit Nord Stream 2 de facto wirtschaftlich ein Messer in den Rücken zu rammen. Kaum bekannt ist in Deutschland, dass Merkel und Putin per Du sind. Die Liste von Merkwürdigkeiten ließe sich lange fortsetzen. Es fällt zunehmend schwerer, an eine Anhäufung von Zufällen zu denken. So wenig aussagekräftig die einzelnen Punkte für sich allein genommen sind – in ihrer Gesamtheit betrachtet fällt es immer schwerer, sie als Zufälle abzutun.

Der Schulterschluss Berlins mit Moskau über die Köpfe der Osteuropäer hinweg, ist im Falle Nord Stream 2 offensichtlich. Merkel, die sich so gerne als große Vereinigerin Europas feiern lässt, spaltet es in Wirklichkeit auf schwer zu reparierende Weise. Auch ihre angeblich kremlkritische Linie entpuppt sich zunehmend als verbale Nebelgranate. In der Ukraine und anderen Osteuropäischen Ländern weckt die enge Zusammenarbeit Berlins mit Moskau die Angst, in einen Zangengriff der beiden Länder zu geraten – 80 Jahre nach dem Hitler-Stalin-Pakt, bei dem beide Osteuropa untereinander aufteilten. Die aktuelle Entwicklung dürfte radikale Stimmungen beflügeln – solche, wie sie offenbar die Bertreiber einer ukrainischen Brauerei erfasst hat, die ein Bier mit dem Konterfei von Angela Merkel vertreiben – unter dem Namen „Frau Ribbentrop“.

Unterstützung
oder

Kommentare ( 90 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Liest sich wie „Qualitätsjournalismus“.

da gibt es auch „blinde Hühner“, heute um 1400h im DLF; „Bundesregierung baut Flüssiggasterminals um US Gas nach Deutschland zu bringen, Flüssiggas ist derzeit nicht konkurrenzfähig….“ deutlicher geht es nicht, erst sparen für das Klima, nun weiter sparen für die US Industrie…fragt sich nur wer es bezahlt wenn der E-Mercedes in China gefertigt wird….
Aber das hat die Kolonialmächte noch nie interessiert, wenn die Satrapen verarmen….

Na ja, an die LNG-Terminals kann jeder Anbieter von Flüssiggas andocken.
Russland baut inzwischen auch Stationen für Flüssiggas an der Ostsee und kann sein dann verflüssigtes Gas an europäische Kunden verkaufen, wenn Nordstream II doch noch gestoppt wird. Inwieweit dann dieses Gas teurer wird (oder nicht) als Pipelinegas, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest die Fahrt über die Ostsee und den Nord-Ostsee-Kanal ist kürzer als über den Atlantik.

der russische Terminal in Königsberg scheint doch eher der Versorgung der Enklave zu dienen, wenn Polen die Pipeline schließt, wie sollte das Gas auch zum verflüssigen auch sonst dorthin gelangen?
Polen bekommt jetzt eine eigene Pipeline aus Norwegen und „will“ bis 2022 vollständig auf russisches Gas verzichten und dann dieses sowie US Gas in die Ukraine liefern, wir wissen ja wer es bezahlt…

Ich meine nicht das bereits feriggestellte Terminal in Königsberg/Kaliningrad zur Versorgung der Exklave sondern geplante Terminals weiter östlich an der russischen Ostseeküste. Mit LNG-Gas sind die Russen momentan noch im Hintertreff, allerdings gewillt aufzuholen.

Der einzige Fall als Russland den Gashahn zugedreht hat, gab es als Ukraine sich mit dem Gas bedient hat ohne dafür bezahlen zu wollen. Was hätte dann Russland machen sollen? Die gekauften und bezahlten Mengen zu pumpen war dann zu wenig da Ukraine einen Zugang auf eigenem Territorium dazu nutzte den Eigenbedarf zu stillen. Ohne zu bezahlen also ohne Verträge. Das kann uns natürlich auch passieren wenn wir das Land herunterwirtschaften und irgendwann nicht bezahlen können. Da ist Polen dann doch zurecht beunruhigt da Gas dann durch D. fließen musste…. So weit sind wir natürlich nicht. Die Tatsache bleibt aber:… Mehr

Selbstverständlich braucht Putin düse Milliarden hauptsächlich für Krieg: z.Z. nur in Ukraine und Syrien.
Der größte Tel davor wird dazu verwendet, dem Hauptgegner – NATO stärker zu werden.

Welche noch katastrophale Entscheidungen unsere Dame werden wir erdulden müssen, bis wir Sie endlich los werden?

Leider stören Fakten manchmal die schönste Geschichte.

Die russischen Verteidigungsausgaben sanken 2017 um 20 Prozent. Die der NATO betrugen im selben Jahr mehr als das Dreizehnfache der russischen.
https://www.euronews.com/2018/05/02/nato-military-spending-continues-to-dwarf-that-of-russia

Vor allem hat Russland nur rund 140 Millionen Einwohner- allein die USA haben 300 Millionen.

Werter Moses,
Nordstream 1 + 2 sind zu Zeiten der Regierung Schröder „eingetütet“ worden,
also auf den Weg gebracht.
Der Ausstieg aus Atom ist ebenfalls von denen „eingetütet“ worden,
also auf den Weg gebracht… siehe Atom-Novelle von 2002.

Es lebt sich leichter, Fakten auszublenden……
denn…..“Merkel ist an allem schuld“.

Bedaure, hinsichtlich dem übereilten Atomausstieg der Merkelregierung leben Sie jenseits der Fakten. Schröder hatte zwar den Atomausstieg beschlossen, aber mit völlig anderen Fristen!

Auch hier findet sich wie in vielen Artikeln kein einziger vernünftiger Grund gegen die neue Pipeline. Die Ukrainie hat die bestehende Pipeline für ihre Interessen mißbraucht und halb Europa in Geiselhaft genommen. Der Vorwurf ist klar an die Ukraine zu richten, nicht an Russland. Warum um alles in der Welt sollten wir der Ukraine weiteres Erpressungspotential bieten? Wenn Russland etwas Geld verdient und nicht zum Armenhaus verkommt dann ist das auch in europäischem Interesse. Wie schnell Trump mit Sanktionen und Boykott droht und diese auch umsetzt kann jeder sehen. Warum sollten wir uns noch mehr als eh schon von den… Mehr

Ich stimme Ihnen zu…….

Auch… Merkel liegt fast immer richtig……
Wäre sie sonst längst nicht mehr im Amt.

ich gehöre nicht zu denen,
die sich in der „Anti-Merkel-Blase“ aufhalten.
Sorry.

Es sind die Realitäten, denen eine Kanzlerin Rechnung trägt.
Steht nur nicht so in den Zeitungen …….
Atom-Ausstieg…. das war nicht die Kanzlerin….
alles andere ist Mainstream.
Nordstream 1+2, das war nicht die Kanzlerin,
alles andere ist Mainstream.
Die künstlich geschaffenen Abhängigkeiten….
wegen Atom-Ausstieg, wegen Gazprom-Gas,
das war nicht die Kanzlerin.
In der „Blase“ schon.

Selbstverständlich geht der Atomausstieg auf die Kappe der Kanzlerin und der dann zeitlich forcierte nach dem Ereignis in Japan erst recht.

Ich nehme mal an, Ihr geschätzer Beitrag zur Diskussion ist rein ironisch gemeint.
Sozusagen Sarkasmus pur.lol

Wenn das Satire ist, dann bitte extra als solches kennzeichnen.
Hier schreiben auch leute, die das tatsächlich so glauben.
Der Atomausstieg von Schröder hatte völlig andere (langfristigen) Fristen.
Merkel nutzte das Unglück in Japan eiskalt, um zuerst Atomausstieg und jetzt den Kohleausstieg durchzupeitschen.

Man möge beachten, dass die Ukraine ihre Gaslieferungen nicht richtig bezahlt und auch schon Erpressungen und Diebstahl gemacht hat.

Und wo Russland sein Gas (!!!) lang leitet, ist russische Entscheidung. Und wenn es durch die Ukraine zu unsicher oder zu teuer ist, dann hat die Ukraine vielleicht ein großen Fehler gemacht.

Der Atom- und Kohleausstieg sind deutsches Politkversagen, genauso wie die bewußt von Merkel ruinierte Bundeswehr. Merkels Spiessgesellen in CDU und SPD haben ihre Mitverantwortung – genau wie der Wähler im September 2017 hätte sein Veto einlegen können.

Ich stimme Ihnen absolut zu, was die Gaslieferungen betrifft. Nur. Atom- und Kohle-Ausstieg, das sind Entscheidungen von rot-grün. Die Bundeswehr wurde schon ruiniert mit diesem ulkigen Spruch: „Deutschland wird am Hindukusch verteidigt“… So ticken nur die Idealisten, weniger die Realisten. Dieser „Ulk“ wurde aus dem Bundeswehr-Etat finanziert. Für Neues fehlte dann schlicht das Geld. Bis heute. Naja, die Ulla v.d.L hat der Mainstream ja als Versagerin erkannt. Logisch…. Mehr braucht es ja nicht….. Unter Altkanzler Schmidt war das ja mal anders…… 4000 Leopard-Panzer zierten die Bundeswehr…. det janze…..bezahlt auf Pump. „Auf Pump“…… für die Kanzlerin eh ein Fremdwort. Der Wähler… Mehr
** Zum Inhalt gibt es nicht viel zu sagen, ausser das die Ukr riesige Gas-Schulden gegenüber Gazprom hatte, und wiederholt nicht bereit war, diese zu zahlen. Es gab mehere Treffen zw. RU/Ukr, auch am Feb 12 2008 im Kreml, allerdings war damals der lavierende Ukr Presi Viktor Yushenko head-of state, der nach der „600 nm Spectrum Revolution (Orange, btw 586 und 621 nanometer Wellenlänge) hervorging. Dazu empfehle ich einen Background Article bei „https://en.wikipedia.org/wiki/Russia%E2%80%93Ukraine_gas_disputes“. Die Lieferungen auch der Sowjet Union an den Westen wurden auch im Kalten Krieg nie unterbrochen: auch dazu ein e ‚unverdächtige Adresse‘ : „https://carnegieendowment.org/2017/03/29/formation-and-evolution-of-soviet-union-s-oil-and-gas-dependence-pub-68443#Oil%20and%20Gas%20in%20Soviet%20Foreign%20Trade“ ** Die EU… Mehr
Zu den offiziellen großen Mengen Gaslieferungen welche die Ukraine bekommen aber nicht bezahlt haben, soll die Ukraine aber noch weitere Große Mengen Gas aus der Pipeline einfach „schwarz“ entnommen, klar gesagt gestohlen haben. Das aber nicht nur gelegentlich sondern stetig. Darum will Rußland durch die Ukraine kein Gas mehr durchleiten und lierfern, nach meiner Kenntnis. Verständlich wie ich meine und auch, daß Rußland das geschuldete Geld haben will. Amerika stört es ja schon länger daß von Rußland Öl und Gas bezogen wird, nicht nur weil dieses Geschäft somit nicht von Amerikanischen Firmen gemacht werden kann, sondern auch weil Rußland dadurch… Mehr
Nord Stream 2 ist ein Projekt zwischen deutschen und russischen Firmen. Muß sich da jemand einmischen? Wo sind wir denn? // Ob die Russen der Ukraine Gas liefern ist auch nur die Entscheidung Russlands. // Deutschland will Gas importieren. Der Preis für das Gas aus Russland wird ewig unter dem anderer Anbieter sein. Ist doch super. // Genau das Gegenteil der Meinung des Autors wird passieren: die anderen wollen nachher auch was vom Gas. Dafür baut Russland extra noch South Stream dazu . Alle bedienen sich fleißig. (Auch, weil die Ukraine bisher nur Zank liefert.). Prima. // Die Entscheidung, nicht… Mehr

Ein souveräner Staat könnte in solch einem Fall seine Interessen definieren und danach eine Entscheidung treffen. Deutschland kann das nicht.

Ich empfehle mal eine Erregungsstufe runter zuschalten und sich mal in aller Ruhe über einige Fragen im klaren zu werden:
1. Was liegt im deutschen Interesse ?
2. Gibt es zu russ. Gas eine Alternative ?
3. Wären wir bereit amerik. Flüssiggas zu einem 50-60% höherem Preis zu kaufen?
4. Warum war und ist Russland mit der derzeitigen Ukraine im (Gas-) Streit?
5. Wenn wir Russland geopolit. Ambitionen vorwerfen, messen wir dann bei USA mit gleichem Maß?

Teufel (Putin) oder Belzebub (Trump, nächste US Präsidenten) ist die Wahl der deutschen Politik. Meines Erachtens ist es ein schwerer Fehler, ÜBERHAUPT die Abhängigkeit von Erdgas zu erhöhen, ganz egal wo es eingekauft wird.
Statt dessen sollten wir unsere eigenen Optionen Kohle, AKW und zunehmend auch EE nicht leichtfertig aus der Hand geben. Das ist leider derzeit nicht mehrheitsfähig, in einer Angstatmosphäre aus Klimahysterie und Wir-retten-die-ganze-Welt-Ideologie.
Mal sehen, ob sich das ändert, wenn der Strompreis die 50 Cent Marke knackt und/ oder die ersten Blackout- Toten zu beklagen sein werden…

Atom- und Kohlausstieg sind teure Fehler der „Generation Schneeflocke“.

Ne, ne, Freund Thorsten…..
Atom- und Kohleausstieg….. das sind teure Fehler der Alt-68er..
Steht nur nicht so in den Zeitungen.

Hier ist vieles falsch, deswegen habe nur eine Frage: Welche fremden Territorium hat USA in z.B. letzten 100 Jahren durch Krieg erobert bzw. angeeignet? Kein.
Die entsprechende Liste für Russland wird ziemlich lang und in XXI Jahrhundert läuft es auch nicht anders.

Sie stehen ganz offensichtlich auf der falschen Seite, sie Armer😉

Über 100 Länder, angefangen mit dem Spanisch-Amerikanischen Krieg 1889 wobei Kuba und Puerto Rico „befreit“ wurden bis heute aktuelle Syrien und Co.
Wahrscheinlich befinden Sie sich noch im Winterschlaf und haben die letzten Angriffskriege gegen Irak, Lybien, Afghanistan einfach verschlafen. Die USA war alleine an über 60 Staatsstreiche und Putschversuche durch Ihre Dienste direkkt oder indirekt beteiligt. Derzeit führt die USA einen Sanktions-und Wirtschaftskrieg gegen Deutschland, Iran, Venezuela, gegen Nord-Korea, Sudan und Russland, etc….

Sie können doch einen Computer bedienen? 😉
also googlen Sie einfach
Kriege – Interventionen- USA -Rußland – seit 1876

Der preis amerikanischen Flüssiggases soll 100 % über dem russischen liegen!

Da kann man noch so viele Solidaritäten beschwören, es gelten primär die Interessen Deutschlands. Frankreich würde an Deutschlands Stelle nicht anders handeln. Jetzt ist Deutschland von Russland und der Ukraine abhängig, in Zukunft nur noch von Russland. Und wenn Deutschland die Ukraine unterstützen möchte kann es ja Gas dorthin pumpen.

Ich stimme aber zu, dass Merkel einmalig standhaft gegenüber westlichen Partnerländern ist ist auffällig.