Noch einmal zu Alice Schwarzer

Autorin Firuze B. antwortet den vielen Lesern, die ihren Beitrag kommentiert haben.

Timur Emek / Getty Images

Mit großem Interesse habe ich die vielen Kommentare gelesen, darunter sehr analytische Gedanken. Ich versuche, möglichst chronologisch zu antworten:

1. Alice Schwarzer galt einst als Feministin als Links-Radikale und wird heute von Links-Radikalen als „Rassistin“ beschimpft, als „Rechte, weil sie das Kopftuch kritisiert, das nicht angesprochen werden darf. Insofern liegt für mich eine Art „Verrat aus den eigenen Reihen“ vor. Was mir persönlich sehr zu denken gibt, wenn bereits eine Alice Schwarzer ohne Weiteres als Rechte und Rassistin bezichtigt wird, nur um sie schnellstmöglich mundtot zu machen. Eine kleine Meinungsverschiedenheit reicht aus, um in die rechte Ecke abgeschoben zu werden, selbst dann, wenn jemand sein ganzes Leben seinen linken Idealen gewidmet hat. Ich frage: Wie ist das möglich?

2. Alice Schwarzer ist eine klassische Feministin, daher war es für mich nur konsequent und folgerichtig, dass sie die Rolle der Frau im Islam kritisiert und das symbolträchtige Kopftuch. Das hat sie getan – nur eben zu spät. Dennoch hat sie damit als Feministin ihre Integrität unter Beweis gestellt.

3. Die Sache mit der Ironie: Viele Leser konnten meinen leicht ironischen Unterton gut vernehmen und haben meinen Beitrag auch dementsprechend verstanden. Für andere, die es anders empfunden haben, möchte ich hinzufügen:

Die Revolution frisst ihre Mütter
Zu den aktuellen Ereignissen um Alice Schwarzer
Die Ironie liegt für mich schon darin „verborgen“, wenn Frauen heute mit Kopftuch für das Kopftuch schreiend und aggressiv demonstrieren – übrigens entgegen ihrer eigenen Traditionen und Sitten, gegen eine mittlerweile ältere Dame von 76 Jahren! Die Ironie liegt auch darin „verborgen“, Alice Schwarzer so respektlos zu begegnen und zu verlangen, dass eine klassische Feministin, die für linke Ideale der Frauen- und Geschlechterrollen in der deutschen Gesellschaft gekämpft hat, die religiös konservativen, ja fundamentalistischen Werte ihrer neuen Kritiker mit vertreten soll: im Deckmantel von Freiheit, Emanzipation, Selbstbestimmung oder meinetwegen auch Feminismus. Hier ist ein massiver dialektischer Widerspruch vorhanden, den Schwarzer auf den Punkt bringt, dafür nun aber geächtet wird – von den Linken.

4. Ich setze den Feminismus, den Alice Schwarzer vertritt, nicht gleich mit dem „Feminismus“, den diese Frauen in dem Video propagieren. Im Gegenteil, meine persönliche Meinung dazu ist weitaus umstrittener, als dass ich sie hier äußern möchte und ein neues Fass aufmachen würde. Eines möchte ich nur sagen: Ja es gibt die freiwilligen Frauen, aber es gibt auch diejenigen, die es eben nicht freiwillig tun.

In der islamischen Kultur existieren Hierarchien, in denen die Frau vor allem in der Öffentlichkeit dem Mann untergeordnet ist. Diese Zwänge werden von den Frauen im Video entweder bewusst ignoriert oder unreflektiert zu ihren Gunsten in Kauf genommen werden. Sie können sich sicher sein, dass mit diesem Auftritt die junge Muslimin einen heldenhaften Status in der islamischen Gesellschaft erreicht hat, dass sie von nun an unangefochten als eine „gute, ehrenvolle und stolze Muslimin“ gilt und nur noch mehr angefeuert wird.

Geste klein, kulturelle Kluft groß
Alice Schwarzer zu Muslima: „Oh, ich dachte, nur ein Mann darf Sie nicht anfassen!“
Den Preis dafür müssen die Frauen zahlen, die eigentlich das Kopftuch ablehnen, aber tragen müssen. So ist es ja von nun an „ein Zeichen der Selbstbestimmung“ – ein Argument mehr für die islamischen Fundamentalisten, den Willen der Frauen auch ohne physische Gewalt zu brechen. Wenn sich jemand dafür einsetzen möchte, das Kopftuch als Zeichen der Unterdrückung zu kritisieren, sollten sich nicht jene angesprochen fühlen, die dies freiwillig tragen. Jedoch sind es genau diese Frauen, die dazu beitragen, dass gezwungene Frauen einen nun noch schwereren und aussichtsloseren Standpunkt in ihren Gemeinschaften einnehmen müssen:  „Glückwunsch”.

5. Wenn ich schreibe, „Nun sind es islamisch konservative Werte, die den leergefegten Platz der christlich konservativen Werte einnehmen.“, setze ich diese Werte nicht gleich. Ich bringe zum Ausdruck, dass da, wo früher christlich-konservative Werte ihren Platz hatten, sie von den 68ern teilweise „reformiert“ und teilweise ganz zerstört worden sind und eine Lücke hinterlassen haben, in der sich nun Vertreter der islamisch–konservativen Werte breit machen, unterstützt von Linken und Grünen im Namen von Multi-Kulti.

6. Im Satz, „Es sind islamisch-konservative Werte – die nun den leergefegten Platz der christlich-konservativen Werte einnehmen. Auch hier steckt eine tiefe Ironie – so ähneln sich diese Werte in ihren Grundpfeilern – nur ohne Kopftuch.“, setze ich ebenfalls die Werte nicht gleich. Es ist nichts Neues, dass die Weltreligionen wie das Christentum, der Islam und das Judentum viele Gemeinsamkeiten haben, auf denen ihre Tradition und Lebenskultur beruhen.

7. Ich lehne nicht alle „Errungenschaften“ der 68er per se ab. Die 68er haben jedoch auch einen tiefen und großen Schaden in der Kultur der deutschen Gesellschaft hinterlassen.

8. Ich bin kein Opfer. Aber als junges Mädchen war ich für die genannten Muslime „kein guter Umgang“, wurde als Abtrünnige oder sogar als Hure bezeichnet, weil wir lebten „wie die Deutschen“. Dieser Satz war und ist in diesen Kreisen eine Beleidigung, so weh es auch tut, für jene, die es nicht wahr haben wollen, dass ihr Lebensstil – eben auch wegen der damals von dern 68er durchgesetzten Werte verachtet werden. Denn sie stehen für das Gegenteil dieser Werte.

Insofern bin ich kein Opfer „mehr“, denn ich habe mich allein und auch Dank meiner Eltern, die ebenfalls in Verruf bei den Muslimen gerieten und trotzdem zu ihren Kindern standen IN DIE deutsche Gesellschaft gekämpft. Das war nicht einfach, denn die eigene Sozialisation legt man nicht so einfach ab, auch wenn man es möchte.

Adieu?
Sage etwas, lieber Westen, denn ich beginne, dich aufzugeben
Aber meine Geschichte ist nur eine ganz harmlose im Gegensatz zu anderen Frauen, die auch gekämpft haben und heute nicht mehr leben. Deswegen wäre Hilfe schön gewesen. Gab es aber nicht. Geklappt hat es bei mir trotzdem. Meine Kritik gilt den Feministinnen, die den Islam zu spät als eine Gefahr für den „westlichen Feminismus“ erkannt oder ignoriert haben, erst recht jenen, die ihn verherrlichen, obwohl es immer offensichtlich war und stattdessen heute bereits in einem Kompliment eines Mannes einer Frau gegenüber frauenverachtenden Sexismus wittern, Gentlemen zu perversen Machos machten und Männer langsam aber sicher entmannten.

Diese Lücke wird ebenfalls neu besetzt mit Machos und Männern, denen Gendersterne ebenso herzlich egal sind wie Gleichberechtigung im Sinne Schwarzers. Offensichtlich hat es vielen Linken und Grünen, die MultiKulti rufen, doch ziemlich gefehlt, dass ein Mann sie wie eine Frau behandelt und andersherum. Aber damit diese Männer die Frauen später nicht aus Versehen doch unterdrücken, bräuchte es tatsächlich bald wieder eine Alice Schwarzer. Aber die ist ja nun leider eine „rassistische Rechte“. Wer wird ihren Platz einnehmen ?

Mein letzter Punkt: Die Ereignisse um Alice Schwarzer haben mich persönlich sehr erschrocken und geben mir viel zu denken und zu befürchten.

Man muss kein Fan von Alice Schwarzer sein, um trotzdem aufzuschrecken, wenn sogar vor ihr, einem Vorbild vieler Frauen, einer Ikone des Feminismus , einer Verfechterin der Rechte von Frauen und Menschenrechten der Rassismus-Vorwurf nicht halt macht, obwohl sie eigentlich nur tat, was sie immer tat – kritisch denken und sich kritisch zu aktuellen politischen und sozialen Entwicklungen äußern. Und das Kopftuch gehört offenbar zu diesen gesellschaftlich relevanten Themen.

Interview
Warum flunkern Journalisten so viel?
Wir befinden uns in Zeiten, in denen nun sogar eine Linksintellektuelle, die deutschlandweit als solche bekannt ist, eine Wegbereiterin linker Vorstellungen bezüglich der Geschlechter in der Gesellschaft, ohne mit der Wimper zu zucken als rassistisch und rechts abgestempelt werden kann, wenn sie nicht handelt und spricht wie Linke es nun gern hätten. Hier frisst die Revolution ihre Kinder – vor allem dann, wenn sie erwachsen geworden sind und selbstständig denken und leben wollen. Insofern finde ich, ist es wohl tatsächlich die Ironie des Schicksals, dass es die Früchte linker Ideologie und Politik, die Schwarzer einst radikal mit säte, sind, deren Genießer sie heute beschimpfen.

Obwohl es im Islam immer sehr oft um Respekt und Ehrfurcht vor den Älteren geht, sah man in diesem Video ganz deutlich, wem gegenüber dieser zu gelten hat. Das Verhalten der jungen Frauen, die angeblich in einen Dialog treten wollten, zeigte nichts als Verachtung für Alice Schwarzer. Diese versuchte noch, die Situation aufzulockern mit einem banalen Satz, einer banalen Berührung. All das wurde ihr ebenfalls zum Verhängnis dem Medien Echo zufolge. Hier frisst die Revolution ihre Mütter.

Frau Schwarzer hat in dieser Situation ihren Denkfehler offenbart: Sie dachte womöglich, dass die junge Frau eigentlich mit ihr auf der selben Seite steht, weil sie eben beide Frauen sind. Aber das Geschlecht steht hier, beim Feminismus wohlgemerkt, gar nicht mehr im Vordergrund, sondern die religiöse Zugehörigkeit.

Diese Frauen kennen Alice Schwarzer nicht und das, was sie vertritt, vertreten sie nicht. Hier steht eine ganz neue Generation, die im Namen des Feminismus den Islam vertritt, religiöse Konflikte schürt und austrägt, dem die deutsche Gesellschaft nichts mehr entgegenzusetzen hat.

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Kommentare ( 136 )

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136 Kommentare auf "Noch einmal zu Alice Schwarzer"

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Sehen wir es doch mal von der anderen Seite: In meinen Augen ist Frau Schwarzer eine männerhassende Fanatikerin. Die Wehrlosigkeit unserer heutigen Gesellschaft gegenüber männlich dominierten Ideologien wie dem Islam ist zum guten Teil ihr und ihren Spießgesellinen zuzuschreiben. Ich meine damit die antrainierte Wehrlosigkeit der deutschen Männer (sofern man sie noch so nennen kann) gegenüber denen, die aus dem Ausland hierher kommen und ihre Frauen und Töchter als Freiwild begreifen. Eine Frau, die ihr ganzes Lebenswerk darin sieht, den Mann als solchen zu einem weichlichen, weinerlichen Waschlappen zu erziehen, braucht sich hinterher nicht wundern, wenn sie von Männern aus… Mehr
Die Autorin geht in Richtung Säkularisierung (durch den Humanismus und die Aufklärung ausgelöste Prozesse, welche die Bindungen an die Religion gelockert oder gelöst und die Fragen der Lebensführung dem Bereich der menschlichen Vernunft zugeordnet haben). Eine diffuse Distanzierung vom Islam genügt jedoch nicht; im Gegenteil, eine kritische Annäherung an den Islam ist notwendig, um objektive Distanz zu gewinnen und Dritten (z.B. in Schulen) vermitteln zu können. Einer kritischen Betrachtung, der das Christentum unterzogen wurde, entziehen sich jedoch die Religionsvertreter und die sogenannten Islamwissenschaftler (mit oder ohne einen an der Klatsche). Jegliche Kritik an den grundgesetzwidrigen Versen wird im Keime erstickt… Mehr

AS wird nun zum Symbol für die 68er bzw einer „Revolution, die ihre Kinder frisst“ bzw. den historischen Fehler den die Links-Grünen machen, indem sie mit der islamischen Migration die bürgerliche deutsche Gesellschaft zersetzen wollen.

Das „späte Erwachen“ ist zumindest ein wenig Realitätssinn, ich würde es eher mit den Männern des „20.Julis“ vergleichen, die auch nur retten wollten, was zu retten ist. (im letzten Kriegsjahr gab es die HÄLFTE aller deutschen Opfer)

Ich sehe es als ein „mea culpa“ und halte sie auch für eine „Täterin“ , die behauptet „davon habe ich nichts gewusst“. DAFÜR gibt es keinen „Persil-Schein“!!!

In meinen Augen ein sehr kluger Vergleich der grösseren Zusammenhänge, lieber Thorsten. Danke dafür.

So schnell will ich den Stab nicht brechen über Alice Schwarzer. Mir war sie nie sonderlich sympathisch mit ihrem radikalen Feminismus, aber sie ist konsequent und geradlinig. Eigenschaften, die ich schätze, da sie einen ehrlichen Diskurs ermöglichen. Schwarzer hat schon 1979 auf die „Arbeitsweise“ des Islams im Iran hingewiesen: Säureattacken auf unverschleierte Frauen und auch schon mal das Festnageln des Kopftuches auf dem Kopf solcher Frauen. Sie ist damals schon aus der linken Ecke der Lächerlichkeit preisgegeben worden und man hat sie als unglaubwürdig bezeichnet. Der Islam ist antiamerikanisch und die Linken sind es auch. Und der Feind meines Feindes… Mehr

Das Kopftuch ist kein Bekleidungsstück, sondern ein Signal der Landnahme gemäß Sure 33:27. Man betritt eine Kultur, die vom Koran abgelehnt wird (1:7; 5:51; 8:55) und signalisiert mit dem Kopftuch, dass man nicht entfernt daran denkt, diese Kultur zu respektieren, sondern eine Ideologie unterstützt, die während 1400 Jahren Unheil über christliche und jüdische Bevölkerungen, sogenannte Dhimmis, und noch Schlimmeres über Anhänger nicht-abrahamischer Religionen gebracht hat. Das Kopftuch, das Signal in Rotherham war, sollte Signal zur Rückreise werden.

Ich glaube auch, dass ein hoher Prozentsatz das Kopftuch
aus dem von ihnen genannten Grund trägt.

Auch ich sehe das Kopftuch in diesem Fall nicht als Bekleidungsstück, sondern als demonstrativ gezeigtes Kennzeichen einer totalitären Ideologie. Die blauen Hemden der Jungen Pioniere in der DDR und die braunen Hemden der Nationalsozialisten waren ebenfalls nicht nur wertfreie Kleidungsstücke, sondern Ausdruck der jeweiligen Zugehörigkeit. Im letzen Fall werden heute noch Träger von Kleidungsstücken ( Thor Steiner ) verfolgt, denen man eine Verbindung zum Nationalsozialismus willkürlich unterstellt. Ebenso sind Hammer und Sichel nicht einfach Werkzeuge und die Swastika ( Hakenkreuz ) nicht einfach ein Jahrhunderte altes indisches Symbol.

Ein Zeichen von Selbstabgrenzung und Machtanspruch.
Alice Schwarzer: „Das Kopftuch ist die Flagge des politischen Islam“

Es gibt nur EINEN Islam: den real existierenden und praktizierten Islam.
Alles andere ist Augenwischerei und Schönfärberei!

Ich glaube bisher keiner einzigen dieser Frauen, das sie ihr Kopftuch freiwillig trägt. Keiner Einzigen. Denn was ich freiwillig trage, kann ich jederzeit ablegen. Ein Symbol für die Innere Einstellung verliert seinen Wert nicht, wenn es mal für einen Moment in der Schublade liegt. Ich trage ein Kreuz als Ueichen meines Glaubens. Aus Respekt vor den Mitarbeitern, die mit mir zu tun haben, wenn ich meinen Job erfülle, lege ich es ab. Dies ist tatsächlich die einzige Möglichkeit deutlich zu machen, das ich bei der Wahrnehmung meiner Pflichten bereit bin, die mir von meinem Arbeitgeber vorgegenenen Regeln vorbehaltlos einzuhalten und… Mehr
@Sonia Ich stimme nur teilweise zu. Denken Sie an die Europäerinnen, die sich freiwillig in eine Burka hüllen. Sie wurden von ihren Familien nicht dazu gezwungen sondern haben das freiwillig aufgrund ihrer Ideologie getan. Ferner ist dieses Kopftuch mehr ein Demonstrationszeichen, als es tatsächlich was mit Religion zu tun hat. Gucken Sie sich manchen Kopftuchfrauen an, wie die unterhalb des Kopftuchs angezogen sind, das hat nichts mehr mit „Keuscheit“ zu tun sondern demonstriert das Gegenteil. Wie ein anderer Kommentator schrieb, das Kopftuch ist mittlerweile ein Kampfsymbol des Islam geworden und wird benutzt um uns als Rassisten und Islamfeinde darzustellen und… Mehr
Genau das habe ich versucht deutlich zu machen. Wäre es nur ein Ausdruck ehrlicher Religiosität, sehe ich nicht ein, warum man es nicht wenigstens kurzzeitig ablegen kann. Für mich ist es Zwang, weil die Bereitschaft fehlt, sich trotz Glaube kritisch auseinenderzusetzen und auch andere Meinungen anzuerkennen. Selbstzwang ist auch Zwang. Wer Misstände in Abrede stellt und die Verantwortung für fehlgeleitete Glaubensinterpretation nicht durch Protest gegen die Schuldingen übernehmen kann, der stimmt zu. Reformatoren protestieren gegen Fundamentalismus. Friedliche Menschen teilen Kritik an Misständen und Gewalt statt die Kritik zu verdammen. Für mich können diese Frauen nicht so frei sein wie sie… Mehr

Sonia, ich hoffe ich darf Sie so ansprechen?

Sie schreiben „Glauben heißt nicht wissen“ dem kann man nur zustimmen.
Wenn jemand eine Sekte braucht, weil alle das gleiche Glauben (wie Greta und andere), na bitte. Ich brauche das nicht und dennoch verhalte ich mich, so hoffe ich doch, im Ursprungssinne christlich!

Zurück zu ihrem Statement. Warum um alles in der Welt, sollte ich einen Verein reformieren wollen, der in seinen Reihen Kinderschänder schützt?Ich bin aus diesem Verein ausgetreten…und ich führle mich wohl dabei…und ich bleibe dennoch Christ!

schönes Wochenende!

Rolf

@ Sonia Ja, ich stimme Ihnen zu. Eine Ergänzung. Es kann jemand auch nur etwas anstreben, wenn er es kennt oder eine wenigstens Erfahrung damit gemacht hat. Moslems, die nie die Erfahrung von Freiheit gemacht haben, können dafür auch nicht eintreten oder dafür kämpfen. Insofern ist es komplett absurd, dass Moslem Frauen, die ein Kopftuch tragen von Freiheit reden oder freiem Willen, denn sie wissen gar nicht, was das ist. Es ist genauso als wenn ein rot grün Blinder plötzlich behauptet er würde rote Birken sehen. Wohlgemerkt, damit sind Moslems nicht entbunden sich weiter zu entwickeln und sich zu zwingen… Mehr

Ihr Kommentar empfinde ich mehr als zutreffend und bewundernswert im bezug auf ihren persönliche Umgang mit ihre Religion. Genau so wurde es uns auch beigebracht- Im Namen der Säkularisierung, die bis heute für mich die größte Errungenschaft in der europäischen Historie ist. Ein Wert für den es sich immer lohnt einzustehen.

Wirklich, ehrlich, liebe Firuze B.?

„das Geschlecht steht hier, beim Feminismus wohlgemerkt, gar nicht mehr im Vordergrund, sondern die religiöse Zugehörigkeit“ Genau das ist des Pudels Kern. Hier geht es nicht um die Trennlinie Mann/Frau (im Islam). Islamische Frauen sind zwar pro Forma im Islam benachteiligt. Dennoch steht in der islamischen Hierarchie auch die muslimische Frau weit vor jedem/-r Ungläubigen. Hier verläuft die wahre Trennlinie und damit löst sich auch der vermeintliche Widerspruch auf, warum (manche) islamische Frauen so für das Kopftuch agitieren. Es ist ihr Ausweis zur Zugehörigkeit der auserwählten Gruppe, der sie weit über alle Ungläubigen erhebt und damit zu etwas „Besonderem“ macht.… Mehr
Ich bin der Meinung, dass es Selbstschutz ist. Die ganze Entwicklung vom Kinde bis zum Erwachsenen ist doch dort sehr hart. Es produziert viele Borderlinefrauen und Narzistische Männer in all ihren Schattierungen. Narzisten und Borderlinerinnen passen gut zusammen. Damit wird auch klar, warum der Islam in der Welt den Anschluss verliert, nichts anders passiert gerade. Die Defizite sind sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern selbst bekannt, sie wissen um ihre eigene Problematik. Allerdings, die Erziehung ist mächtig, wird teilweise in die Genetik geschrieben – Epigenetik. Da nun jeder Mensch eine Würde hat, greift der Selbstschutz. Die Selbstachtung… Mehr
Bingo! Und genau deshalb, weil sich Moslems als was Besseres fühlen, meinen auserwählt zu sein, werden wir wie Sklarven behandelt und angesehen. Sie denken überhaupt nicht an Dankbarkeit, sondern glauben aufgrund ihrer „Auserwähltheit“, dass sie Recht hätten hier zu leben und zwar mit mehr Mitteln als die, die hier arbeiten. Sie sehen es nicht als Erschleichen von Mitteln an, in Cafés zu sitzen, anstatt zu arbeiten, sondern als ihr Recht als auserwählte und über uns stehende Menschen. Wir sind schlichtweg weniger wert als sie und insbesondere mit Frauen meinen sie machen zu können, was sie wollen. Sie sehen das noch… Mehr
Vielen Dank für diesen Artikel. Ich stimme ihm in fast allem 100%ig zu. Zu Punkt 6. habe ich eine andere Meinung. Es ist richtig das Christen- und Judentum viele Gemeinsamkeiten haben und mit dem Islam einige wenige. Dazu gehört, dass alle diese Religionen an einen einzigen Gott glauben. Die Ähnlichkeit geht aber nicht soweit, dass es das Gleiche ist – „nur ohne Kopftuch“ Die vielen Gemeinsamkeiten von Christentum und Judentum hat die christlichen Kirchen während der Nazizeit nicht oder kaum davon abgehalten sich mit den Nazis gegen die Juden zu verbünden bzw. den Juden nicht zu helfen. Die wenigen Gemeinsamkeiten… Mehr

Hinsichtlich der Frankfurter Erklärung wurde im 2. Vatikanischen Konzil Allah dem Gott der Christenheit gleich gestellt – was durch den Islam anscheinend inzwischen übergriffig als Einladung und gar als „Unterwerfung“ verstanden wird. https://frankfurter-erklaerung.de/2016/12/allah-und-der-gott-der-christenheit/
Vielleicht wagt ja jemand, das aufzunehmen und zur Diskussion zu stellen…

@ Kassandra Danke für den Link. Dann wird mir die Unterwerfung der christlichen Kirche auch damit klar. Da der Kirche die Mitglieder weglaufen, glauben sie, durch den Islam sich retten zu können. Was für ein Irrglaube!

Vielen Dank für diesen Link der den entscheidenden Fehler der christlichen Kirchen bei der Gleichstellung von Gott und Allah auf den Punkt bringt: „Dem einen Teil der Menschheit hat also der angeblich eine und einzige Gott verkündet, er habe seinen einzigen Sohn zur Errettung der Menschen auf die Erde gesandt. Dem anderen Teil der Menschheit hat aber der angeblich selbe Gott offenbart und mitgeteilt, dass er keinen Sohn habe und nie einen gehabt habe. Er ist sogar erzürnt über diejenigen, die so etwas behaupten, und er bestraft sie, wie dem Koran zu entnehmen ist, mit Höllenqualen. Diese Selbstoffenbarung eines angeblich… Mehr
Die vielgeschmähten Ossis haben wahrscheinlich schon den richtigen Riecher, wenn sie der Schwefelgestank des erneut heraufziehenden Kommunismus auf die Straße treibt. Sie kennen den stechenden, alles erstickenden Gestank noch von früher und reagieren entsprechend allergisch… reiner Überlebens-Instinkt! Und das ist auch gut so! Die Causa Schwarzer folgt dem gleichen Schnittmuster wie die Aburteilung früherer kommunistischer Rädelsführer als angebliche Konterrevolutionäre im stalinistischen Russland. Trotzki, Berija und zahllose andere. Kann man ja alles nachlesen… Um in Ungnade zu fallen bedurfte und bedarf es nicht viel. So konnte sich auch der Linientreueste in einem Schauprozess, im Gulag oder vor dem Erschießungskommando wiederfinden. Heute… Mehr

ich bin immer froh, von den Erfahrungen der Ossis zehren zu können! Hier schnallt diese Mechanismen keiner der Snowflakes! Obwohl sie alle angeblich ihren Orwell gelesen haben! Danke

Die West-Deutschen sind auf dem linken Auge blind, weil sie NIEMALS in einer kommunistischen Diktatur lebten, sondern von der USA ihre Freiheit quasi zum NULLTARIF geschenkt bekamen!!!

Ham sie doch nicht. Den gibts doch nicht auf facebook.

Oh ja, damit haben sie die Formel gefunden die beschreibt mit welchen Kräften wir es zu tun haben. Freiheit und Aufklärung scheinen Gift zu sein für manche Völker. Obwohl darauf unser Gesellschaftssystem ruht scheint diese Selbstbestimmtheit für viele eine grenzenlose Verlorenheit zu bedeuten. Aufklärung und Freiheit sind zu allererst ein intellektuelles Produkt von Vorstellung und Wille. Da die Mehrheit nicht die Fähigkeit besitzt sich selbst als Individuum zu begreifen, das für all sein Tun die Verantwortung trägt, und das System an sich den Menschen überfordert, ist es für die Mehrheit opportun ihre nicht verstandene Freiheit mit einer religiösen Zwangsherrschaft zu… Mehr

Man kann Frau Schwarzer ja jetzt in Schutz nehmen, meinetwegen, darf aber nicht vergessen, dass sie und der Feminismus an der aktuellen Wehrlosigkeit des Westens einen massgeblichen Anteil hatten.

Hätte es den Feminismus nicht gegeben und hätte die katholische Kirche nicht vor ihrem Erzfeind kapituliert (wir alle wissen ganz genau, wer das ist), dann wären wir nun nicht in dieser Misere.

Wer ist denn der „Erzfeind“? Der Islam kann es nicht sein, mit dem kuscheln die doch sehr gerne – erkennen sich da wohl wieder.

„Hätte es den Feminismus nicht gegeben und hätte die katholische Kirche nicht vor ihrem Erzfeind kapituliert (wir alle wissen ganz genau, wer das ist), dann wären wir nun nicht in dieser Misere.“

Die Kapitulation des Vercingetorix – Schönes modernes Sinnbild hierfür ist das Ablegen des Kreuzes von Bedford-Strohm und Kardinal Marx beim Besuch am Tempelberg in Jerusalem.

Wenn ich daran denke, dass es – in Jahrzehnten gerechnet – noch nicht so lange her ist, dass eine Frau nur mit ausdrücklicher Zustimmung ihres Ehemannes eine berufliche Tätigkeit aufnehmen durfte, dann hatte „der Feminismus“ eine gewisse Berechtigung im Sinne eines gesellschaftlichen Ringens um gleiche Rechte und Pflichten für Männer und Frauen. Leider hat das „gesellschaftliche Pendel“ nicht an der „neutralen“ Stelle angehalten, wo dieser Zustand annähernd erreicht war. Der Schwung trug das „gesellschaftliche Pendel“ weiter, diesmal in die Zone neuer Ungerechtigkeiten und – mit Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt, deren Fortbestehen – auch Unsinnigkeiten. Wie jede Form der Revolution… Mehr
Im Geschäft mache ich hin und wieder einen Rückblick und frage ich; wurde es besser, nachem ich dies und das gemacht habe. Also machen wir docvh mal einen Rückblick auf die letzten 60 Jahre: „Wenn ich daran denke, dass es – in Jahrzehnten gerechnet – noch nicht so lange her ist, dass eine Frau nur mit ausdrücklicher Zustimmung ihres Ehemannes eine berufliche Tätigkeit aufnehmen durfte, dann hatte „der Feminismus“ eine gewisse Berechtigung im Sinne eines gesellschaftlichen Ringens um gleiche Rechte und Pflichten für Männer und Frauen.“ Und: Haben nun alle gleiche Rechte und gleiche Pflichten Und wurde es nun besser?… Mehr

Begründen Sie bitte den Zusammenhang zwischen Katholizismus und Feminismus sowie den maßgeblichen Anteil des Feminismus an der Wehrlosigkeit des Westens.

Insbesondere der 2. Teil Ihrer Hypothese schreit förmlich nach einer Begründung. Der 1. Teil ist dagegen eher optional.