Neun weiße Männer über 50 – und alle Cis

Ein Foto von Seehofer mit acht Staatssekretären sorgt für riesige Aufregung. Grünen-Politikerin Neumann beklagt, dass man „9 weiße Männer über 50 sehe“ und startet mit ihrem Tweet „Nicht meine Heimat! #Diversity #Feminism #Vielfalt“ den Shitstorm.

Screenprint: BMI

Man stelle sich mal vor, jemand hätte sich über „9 weibliche Migrantinnen über 50“ aufgeregt. Das wäre eindeutig ein Fall von:

  1. „Ageismus“ (= Altersdiskriminierung)
  2. Sexismus / Frauenfeindlichkeit
  3. Rassismus / Fremdenfeindlichkeit

Geben Sie aber mal „dumme weiße Männer“ bei Google ein, dann finden Sie zahllose taz-Artikel mit dieser Headline. Ist das nicht auch Rassismus/Sexismus, wenn Männer nur deshalb beschimpft werden, weil sie weiß und männlich sind? Und als drittes Schandmal auch noch heterosexuell …

Nein, nein, wir sind nicht rassistisch und wir sind nicht sexistisch und wir haben keine Vorurteile wegen der sexuellen Orientierung – solange es sich eben nicht um weiße, heterosexuelle Männer handelt.

ARD/ZDF-Morgenmagazin

Das politisch stets überkorrekte ARD/ZDF-Morgenmagazin gibt sich entsetzt und fragt empört, wie so ein Foto und eine solche Stellenbesetzung überhaupt möglich sei „in Zeiten der me-too-Debatte“? Moment mal: „Me-too-Debatte“?! Ging es da nicht um Vergewaltigung und sexuelle Nötigung? Wo ist denn der Zusammenhang zum Foto von Seehofer mit acht Staatssekretären? Hält man in der ARD/ZDF-Moma-Redaktion jeden Mann für einen potenziellen Vergewaltiger?

„Großer Schock – alles Cis-Männer“

Die linke taz schreibt von einem „großen Schock“ und einer „rassistischen Institution“ wie dem „Bundesinnenmännersterium“. Sie stößt sich auch daran, dass es sich bei den abgebildeten Staatssekretären vermutlich um „Cis-Männer“ handele, was die Sache besonders schlimm macht. In Wikipedia wird Cis-Gender so definiert:

„Cisgender (lateinisch cis- ‚diesseits‘ und englisch gender ‚Geschlecht‘), teilweise auch Zisgender bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Dies trifft auf die meisten Menschen zu.“

„Das Ministerium besteht ja nur aus alten, weißen Typen!“, ereifert sich die taz. „Wobei alt und weiß ist erst mal nicht vorrangig. Aber es sind nur Männer. Bestimmt auch nur cis Männer. Ähm, geht’s noch? Wer auch immer für das Casting verantwortlich ist, diese Person hat wirklich noch nicht den Schuss gehört. Auf dem mittlerweile durch ein Gebäudebild ausgetauschten Foto der Pressemitteilung stehen Horst und seine Boys in ihren Anzügen und angespannter No-Homo-Pose nebeneinander. So richtig wohl scheint sich keiner zu fühlen: Hier eine Merkel-Raute vor dem Schoß, dort geballte Fäuste zum Flexen der Muskeln und in der Mitte Horst Seehofer, der einfach nur aussieht, als müsste er seit einer Viertelstunde kacken, aber erst kann, wenn das verdammte Shooting vorbei ist. Allesamt sind sie bemüht, sich bloß nicht zu berühren. Ein Symbolbild fragiler Männlichkeit sozusagen.“ Soweit die taz.

Dem Blatt ist übrigens der Ansatz, nach dem man mehr „Diversity“ in solchen Institutionen wie dem Bundesinnenministerium fordert, viel zu gemäßigt – dies sei reine Symbolik und schlimmer Reformismus. Nein, solche von ihrem ganzen Wesen „rassistischen“ Institutionen (neben dem Bundesinnenministerium werden beispielsweise Burschenschaften genannt), gehören aus taz-Sicht komplett abgeschafft, da helfen keine Frauenquoten. Sonst könne man ja auch gleich Frauenquoten für den Ku-Klux-Klan fordern, meint die taz. Resigniert heißt es in dem Beitrag: „All diese Systeme, Gruppen und Phänomene komplett abschaffen, das wäre zu radikal. So weit wollen wir dann lieber doch nicht gehen.“ Die Grünen sind offenbar (noch) nicht so weit, dass sie das erkennen.

Die erste Reaktion der mutigen Männer des Bundesinnenministeriums war es, das politisch unkorrekte Gruppenfoto der Herren aus der Onlinemeldung zu entfernen und durch ein Bild des Gebäudeeingangs in Berlin zu ersetzen.

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Kommentare ( 97 )

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Mit Verlaub Bericht aus dem Nähkästchen, in Rückblende: Deutschland. Forschungsprojekt zweite Hälfte der Neunziger. Datenverarbeitung, Mathematik. Personal stellt sich vor, fast nur Männer, überwiegend in der Nachfolge des Gauß. Zeitweise Topologin mit dabei, jung, lange blonde Haare, sanft. Seltenheitswert, fachlich und als Fräulein, in dieser Unzeit, in dieser Stadt. Projekt zieht wegen seines Inhalts Kreise, landet gar bei den Medien. Fernsehsender spricht vor, kommt zur Aufnahme. Aufnahmeleiter weißhaarig mit Pferdeschwanz. Interviews, Gruppenfoto. Dem Pferdeschwänzler fällt auf, dasz keine Frau dabei ist. Das sei, klassische und an Arroganz nicht mehr zu überbietende Moralkeule: „Nicht mehr zeitgemäß“. Schon damals. Meine Erklärung als… Mehr

Auch diese Fehlentwicklung wird ein Baustein des „Strange Death of Europe“ (Douglas Murray) werden, wenn sie nicht gestoppt in in manchen Auswüchsen bald umgekehrt werden kann.

Ist ein solches Europa überhaupt wert, seinem „death“ zu entrinnen? Mir isses egal, der Death heißt mich schon willkommen, was soll’s?
Und der Moslem singt: Net vui im Hirn, aber molto potente. Die Europäer haben halt nur Patente. Zum Wohle der Menschheit, halleluja.

Wenn ich twittern würde, würde es ein Bild von Merkels Kabinett mit der Unterschrift: ‚Nicht meine Heimat‘ sein.

Neun mutige Männer…
Schon beim ersten lauen Lüftchen macht der Seehofer den Drehhofer und entfernt das Bild der mutigen Männer und ersetzt es durch den Gebäudeeingang.
Dieses Handeln lässt für die Zukunft nichts Gutes erahnen.

Das ist doch nicht ernst gemeint- die ganze taz ist Satire . Ziemlich langweilig mittlerweile, kann ich nicht mehr drüber lachen, aber ein paar schlichten Gemütern gefällt’s vielleicht immer noch. Auf jeden Fall nur Kindergarten, die werden viel zu wichtig genommen.

Moin moin,
Was würde wohl Cis maj7/4min (toller Akkord) – Klöööckler dazu sagen:
Aach, und der Lange im graumellierten Anzug und hängender Hose rechts von Hoorst trägt auch noch k…braune Schuhe. Impossibile, madonna mia!

Der arme Seehofer sitzt zwischen zwei Stühlen.
Auf der einen Seite Merkel, die politisch korrekt sein will und wahrscheinlich gerne eine Quotenmuslima gesehen hätte, die wie Fr Özgemir, oder so ähnlich, auch nicht erkannt hat, dass sie ausser der Sprache in Deutschland auch noch etwas anderes hätte lernen können.
Auf der anderes Seite hat er zuhause, also in seiner Heimat, wahrscheinlich versprechen müssen, dass ihm in Berlin diesesmal keine Frau näher als 100 m kommen darf.
Passt schon!

+

..schick s´an´s die Jungen Burschen…ich stell´ mir sie alle in ihren Unterhosen vor

…Marke Feinripp.

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Als Frau störe ich mich nicht an den „alten, weißen Cis-Männern“, im Gegenteil. Irgendwie kann ich dieses Bild mit Entspanntheit betrachten, weil ich weiß, dass sich nicht wieder irgendwelche Leute da eingeschlichen haben, die eine Quote erfüllen müssen.

Es ist bizarr und verstörend, dass es manchen heute wichtiger ist, dass da eine möglichst große Durchmischung nach irgendwelchen beliebigen angeborenen Merkmalen erfolgt, als dass auf die Kompetenz der Leute geachtet wird. Erschreckend, wo wir uns hinbewegen.

Normal bleibt normal und bleibt auch die Norm. Gibt es irgendeinen Grund diesen gekünstelteten Begriff „Cis“ zu benutzen? Im Übrigen weiß gar niemand ob all diesen Männer Cis sind. Oder dieser Begriff da eigentlich aussagelos, wird mal wieder falsch verwendet erzielt nämlich auf die Sexualität und nicht auf die Hautfarbe, das wird oft auch von denen die gerne mit so was um sich werfen verwechselt.

„Es sind die Richtigen“, sagte Herr Seehofer und flugs war auch das Bild der Heren wieder online. Und das ist gut so! Dieser Quatsch der „Kampfhennen“, (so hieß es wenigstens früher, wenn übers Ziel geschossen wurde) die das Zusammenarbeiten von Männern und Frauen durch die Quoten oder noch schlimmer, ihren Hass auf Männer, durch ihr Tun vergiften, gehört ein Riegel vorgeschoben. Was um Himmels Willen ist so schlecht an einem weißen alten Mann? Ich mag sie, auch die Jüngeren! Es braucht heute Mut, Shitstorms die über soziale Medien losgetreten werden auszuhalten. Es braucht ein dickes Fell. Überall kann die Fehlbesetzung… Mehr

Eigentlich „Krampfhennen“ nach Max Streibl, ehemals MP von Bayern. Der betitulierte einstens eine gewisse Renate Schmidt (SPD) so, weil die ihm nicht gepasst hat als Herausforderin. War eben ein echter Bayernmacho. Itzt isser hin, R.I.P. Die Renate Schmidt, vormals Ministerin für Family und Gedöns unter Schröder, lebt immer noch, ist Jahrgang 1943