Kujau Relotius: Die Fälschungen gehen viel weiter als vom SPIEGEL zugegeben

Über 50 Geschichten soll ein preisgekrönter SPIEGEL-Journalist teilweise oder komplett erfunden haben. Angeblich täuschte er sehr geschickt. Auch das stimmt nicht: er manipulierte grob – weil er sich sicher sein konnte. Auch die Bewertung von Chemnitz ist: erfunden. Ein Beitrag von Alexander Wendt.

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Der SPIEGEL-Journalist Claas Relotius war in der Zeit nach 2015 nicht nur der Mann der Stunde, sondern der Jahre. Er lieferte die perfekten Geschichten ab. Über einen syrischen Asylbewerber Mahmoud Abdullah, der in Deutschland auf der Straße ein Sparbuch mit zwei eingelegten 500-Euro-Scheinen findet, aber den Finderlohn ablehnt: „Da, wo er herkomme, sagt er, sei man nicht ehrlich, um eine Belohnung zu bekommen, ‚sondern um ein guter und gerechter Mensch zu sein’. Mahmoud Abdullah hat seine Heimat verloren, seine Freunde, seine Arbeit und sein Haus, aber er sagt, er habe sich nie reicher gefühlt als in diesem Moment.“ („Verlust“, 2. Oktober 2015)

Oder über zwei syrische Flüchtlingskinder:
„Ahmed und Alin sind zehn und elf Jahre alt, als ihre Eltern in Aleppo starben. Sie fliehen in die Türkei und arbeiten hier, getrennt voneinander, als Schrottsammler und Näherin. Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel.“ („Königskinder“, 9. Juli 2016).

Oder eben den Text, mit dem seine Praxis spätestens hätte auffliegen können, ja müssen: Er besuchte im August 2018 die inzwischen 99jährige Traute Lafrenz in South Carolina, das letzte noch lebende Mitglied der Weißen Rose, und kehrt mit einem Interview zurück, indem die alte Dame tagesaktuell – wie sich zeigen wird, ein bisschen zu aktuell – die deutsche Innenpolitik kommentiert. Eine Frau aus der berühmtesten Widerstandsgruppe gegen Hitler, die ehemalige Freundin von Hans Scholl, prangert Rechtsradikalismus in Deutschland an und warnt vor der AfD – es war wieder einmal das perfekte Stück Journalismus.

Der Text setzt mit dem typischen Relotius-Sound ein:

„Ich fuhr zu ihr. Das Haus, in dem sie wohnt, liegt auf einer weitläufigen Ranch, wo das Spanische Moos der Südstaaten wie Lametta von den Bäumen hängt. An einem Sonntagnachmittag im August, am selben Tag, als mehr als 7000 Kilometer entfernt in Deutschland, im sächsischen Chemnitz, ein Stadtfest eskaliert und Neonazis aufmarschieren, sitzt Lafrenz im Schaukelstuhl auf ihrer Veranda und blickt auf einen Zufluss des Atlantiks.

SPIEGEL: Frau Lafrenz, Sie leben ja doch.
Lafrenz: Am Telefon dachte ich, ich stelle mich lieber tot. Jetzt sind Sie trotzdem gekommen, dabei wollte ich Sie abwimmeln.
SPIEGEL: Weshalb?
Lafrenz: Die, die im Widerstand ermordet wurden, mussten viel zu jung sterben. Ich hatte mein Leben, habe Enkel und Urenkel, und jetzt soll ich als Einzige, die übrig ist, interviewt werden? Das kommt mir ungerecht vor.
SPIEGEL: Es geht um ein Kapitel deutscher Geschichte, von dem nur Sie noch erzählen können.
Lafrenz: Vielleicht ist es kein Zufall: Wir sterben aus, und gleichzeitig kommt wieder alles hoch. In einer amerikanischen Zeitung habe ich aktuelle Fotos aus Deutschland gesehen – mir ist ganz kalt geworden.
SPIEGEL: Was sahen Sie auf den Fotos?
Lafrenz: Deutsche, die streckten auf offener Straße den rechten Arm zum Hitlergruß, wie früher. Ich bin alt, aber ich bekomme ja alles mit. Die Art, in der jetzt über Flüchtlinge geredet wird wie über Kriminelle oder Vieh, da werde ich hellhörig. Ich weiß auch, was Politiker im Bundestag nun wieder so sagen. ‘Lügenpresse’, ‘Volksverräter’, ‘Stolz auf die Wehrmacht’? Diese Leute wissen ja gar nicht, wovon sie reden, aber sie benutzen die gleichen Tricks. So fängt es an.“

Mit seinem Eingangstext datiert er das Gespräch: Wenn es sich tatsächlich um den gleichen Tag handelt, an dem Asylbewerber den Chemnitzer Daniel Hillig erstechen („ein Stadtfest eskaliert“) und später mehrere Demonstrantengruppen auf die Straße gehen, dann musste er sie am 26. August 2018 besucht haben. Nun gab es vor den Ereignissen in Chemnitz am 26. August keine überregional verbreiteten aktuellen Fotos von Leuten, die auf der Straße den Hitlergruß zeigten. Nach den Beschreibungen, die Relotious immer wieder in das sehr lange Gespräch einstreut, muss das Interview am Nachmittag begonnen und sich bis zum Abend hingezogen haben („Traute Lafrenz blickt schweigend auf den Fluss vor ihrem Haus, in der Ferne kreuzen Mississippi-Dampfer. Es wird Abend über Yonges Island, das Wasser liegt ganz still, Grillen zirpen, langsam verschwindet die Sonne hinter den Bäumen.“).

Da zwischen Deutschland und der Küste von South Carolina gut sechs Stunden Zeitunterschied liegen, war es in Chemnitz zwar schon Abend, als Relotius das Interview begonnen haben will. Die Demonstrationen in Chemnitz setzten am Nachmittag ein; das später berühmt gewordene von der „Antifa Zeckenbiss“ verbreitete „Hase“-Video datiert von 16:52 Uhr. Von “Antifa Zeckenbiss”war es erst mehrere Stunden später verbreitet worden; in deutschen Zeitungen tauchte die Meldung mit den entsprechenden Bildern erst am nächsten Tag auf. So richtig kam die Berichterstattung erst in Schwung, als der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert am 27. August von “Hetzjagden” in Chemnitz sprach. In keiner US-Zeitung hätte Traute Lafrenz also schon am Nachmittag des 26. August aktuelle Hitlergruß-Bilder aus Deutschland sehen können. Höchstens im Internet – aber erst zu einer Zeit, als Relotius schon bei ihr im Zimmer saß.

Auch sonst zeigt sich die hoch betagte Dame bemerkenswert gut über die deutsche Innenpolitik informiert. Sie zitiert beispielsweise, ohne ihn zu nennen, die Bemerkung des AfD-Chefs Alexander Gauland, die Deutschen müssten wieder Stolz auf die Leistungen der Wehrmacht sein dürfen. Bei einem Reporter hätte das eigentlich die neugierige Frage provozieren müssen: Wie informieren Sie sich über die Vorgänge in Deutschland? Lesen Sie im Internet?

Diese Frage stellt Relotius an keiner Stelle. Aus gutem Grund.

Nur kurz vor dem Besuch des SPIEGEL-Reporters empfing Traute Lafrenz auf ihrer Ranch den Berliner Journalisten Tomas Kittan, tätig für BILD und BZ, der schon lange vorher in Kontakt mit Lafrenz’ Tochter und Traute Lafrenz selbst stand. Kittan veröffentlichte sein Gespräch mit dem letzten lebenden Mitglied der Weißen Rose in der BZ, außerdem dreht er noch mehrere Videos und fotografiert. Sein opulentes Stück erschien am 12. August 2018 in der BZ. Anruf bei Kittan, der auch heute noch in Kontakt zu Traute Lafrenz und ihrer Tochter steht. Die 99jährige Traute Lafrenz, sagt er, habe keinen Internetanschluss. „Sie liest noch Briefe, und verfasst selbst handschriftliche Briefe. Aber es ist nicht so, dass sie über die aktuelle Politik in Deutschland auf dem Laufenden wäre.“ In den Gesprächen, die er mit ihr führte, habe sie einmal erwähnt, dass sie von der Existenz der AfD etwas mitbekommen habe. Aber mehr nicht.

Als Kittan den Text von Relotius im SPIEGEL gelesen habe, sagt er, hätte er sich gewundert, dass Lafrenz sich dort so sehr viel aktueller und politischer äußerte als ihm gegenüber. Und das, obwohl er sich bei seinem Besuch in South Carolina drei Mal zu einem Gespräch mit ihr zusammensetzte.

Claas Relotius war tatsächlich bei Traute Lafrenz gewesen. Nach den Erinnerungen der Tochter dauerte der Besuch maximal zwei Stunden – nicht fünf, wie Relotius schrieb. Wie der SPIEGEL am 20. Dezember mitteilte, hatte er der ehemaligen Widerstandskämpferin ganze Passagen in den Mund gelegt, nicht nur über die aktuelle Politik in Deutschland, sondern auch Formulierungen, mit denen Relotius Lafrenz’ Bedeutung in der Weißen Rose offenbar aufwerten wollte:

„Lafrenz wurde vom SPIEGEL an diesem Mittwoch zweimal kontaktiert. Im ersten Telefonat bestätigte sie, mit Relotius in ihrem Haus in South Carolina gesprochen zu haben. Sie las den Artikel danach noch einmal im Detail und distanzierte sich dann von dem Interview. An mehreren Stellen in dem Text handle es sich nicht um ihre Worte.
Konkret geht es zum Beispiel um folgende Passagen:

• Auf Neonazis in Chemnitz bezogen, zitiert Relotius sie so: ‘Deutsche, die streckten auf offener Straße den rechten Arm zum Hitlergruß, wie früher.’ Die Sätze in der vierten Antwort habe sie nie benutzt, sagt Lafrenz. Sie habe auch nie aktuelle Fotos in US-Zeitungen von entsprechenden Aufmärschen in Deutschland gesehen.

• Von ‘heimlichen Treffen’ der Schüler, die Lafrenz im Interview angeblich erwähnt, habe sie bestimmt nicht gesprochen – ihre Klassenlehrerin Erna Stahl aus dem späteren Umfeld der ‘Weißen Rose’, sagt Lafrenz, habe ganz normale Leseabende veranstaltet, keine ‘heimlichen Treffen’.

• Im Relotius-Interview heißt es, Lafrenz habe Helmut Schmidt, der dieselbe Schule wie sie besucht hat, zugerufen: ‘He, Revolverschnauze’ – diesen Ausdruck, sagt Lafrenz, habe sie gegenüber Helmut Schmidt nie benutzt. Sie habe Schmidt aber nach einem Vortrag begrüßt und mit ihm gesprochen, das ja. In einem Video-Interview, das die ‘Bild’ mit ihr führte, benutzt sie den Begriff allerdings, als sie über Schmidt spricht. Möglich, dass Relotius sich im ‘Bild’-Interview bedient hat.

• ‘Nachdem Christoph Probst unters Schafott gekommen war’ – auch diese Worte im Relotius-Interview habe sie nie verwendet. ‘Den Absatz können Sie streichen’, sagte sie.
Lafrenz wiederholte während des zweiten Gesprächs am Mittwoch mehrmals: ‘Das habe ich bestimmt nicht gesagt.’ Nach weiteren Beispielen für falsche Zitate gefragt, sagte sie: ‘Ja, reicht Ihnen das denn nicht?’”

Nur einen Punkt berührt die lange SPIEGEL-Stellungnahme nicht: Warum fiel in Hamburg niemandem auf, dass die Interviewte unmöglich am Nachmittag des 26. August amerikanischer Zeit schon Zeitungsbilder von Ereignissen in Chemnitz gesehen haben konnte? Kam es außerdem keinem seltsam vor, dass eine zurückgezogen lebende 99jährige Amerikanerin die deutsche Tagespolitik so perfekt zu kommentieren versteht, als wäre sie eine Profipolitikerin, die auf ihrem iPhone ständig Nachrichtenportale anklickt?

In den gefälschten Hitler- beziehungsweise STERN-Tagebüchern von Konrad Kujau gab es eine ganz ähnliche Stelle, mit der der gesamte Schwindel eigentlich sofort hätte auffliegen müssen. Unter dem Datum 16. August 1937 steht bei Kujau-Hitler: „Habe heute ein Telegramm von Ritter von Epp zu meinem 50. Eintrittsjubiläum in die Armee erhalten”. Was schlecht möglich war, denn Hitler war zu diesem Zeitpunkt überhaupt erst 48 Jahre alt, bekanntlich starb er mit 56. Die STERN-Chefredakteure und Textprüfer hätten also gar nicht merken müssen, dass Kujau einfach falsch aus dem Standardwerk über das Dritte Reich von Max Domarus abgeschrieben hatte, wo es zum 16. August 1937 heißt: „An Reichsstatthalter General Ritter von Epp sandte Hitler folgendes Telegramm: ‚Am heutigen Tage, an dem Sie vor 50 Jahren in die Armee eintraten’[…]”.

Ein bisschen rechnen hätte genügt. Im Fall Kujau stutzten die STERN-Oberen bekanntlich noch nicht einmal, als sie auf den angeblichen Tagebuchkladden die aufgeklebten Fraktur-Initialen FH fanden – Kujau hatte kein Fraktur-A zur Hand gehabt, das F sah sehr oberflächlich betrachtet ähnlich aus.
Der STERN hatte in die Tagebücher einfach zu viel investiert, um sie noch mit einem skeptischen Blick zu betrachten.

Auch Relotius war eine Investition. Hoch bezahlt, hoch dekoriert mit Journalistenpreisen. In der Laudatio des Reemtsma-Preises hieß es, seine Texte läsen sich eigentlich „wie Literatur“.
Claas Relotius war der Dealer, der die moralinsüchtige Chefredaktion des SPIEGEL mit hochreinem Stoff versorgen konnte. Er wusste, dass sie ab 2015 ihre Dosis brauchten. Und er kannte offenbar den Satz aller begabten Händler: „Ich hab genau das Zeug, das du brauchst.“


Der Beitrag von Alexander Wendt ist zuerst bei Publico erschienen. 

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Kommentare ( 83 )

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Zeit und Co ereifern sich nun alle maßlos.
Als wäre es bei denen anders. Was mir seit heute auffällt, da ich den Links gefolgt bin:
Hat der Spiegel seine Blockade für Adblock User deaktiviert? Sonst war ich nämlich nie in der Lage, einen dortigen Artikel zu lesen.
Bei jedem Link kam immer die Aufforderung, den Adblocker zu deaktivieren. Was ich klasse fand!
Denn sofort setzte bei mir jedes Mal das Nachdenken ein, ob ich denen Geld zukommen lassen möchte.
In 99.9% der Fälle kam ich dann zur Besinnung und ließ es bleiben.

Spiegel… preisgekrönter Märchenjournalismus hahaha…. 🙂
Und ausgerechnet der wurde von CNN zum „Journalist of the year“ ausgezeichnet… oder wie Trump im Bezug auf CNN zu sagen pflegt… „YOUR ARE FAKENEWS!“… und so ganz Unrecht scheint er damit nicht gehabt zu haben hahaha…..
Mein Vorschlag an CNN fürs kommende Jahr „Liar of the year!“.
Selbst der US Botschafter R. Grenell verlangt inzwischen Aufklärung…

Aber eine Super-Sehkraft hat er, der Relotius, das muss man ihm lassen. Der kann in Süd-Carolina bis zum Mississippi gucken! Ansonsten erinnert mich das an die „vielen Menschen“ die angeblich weise-besorgt unkten: „So hat es 1933 auch angefangen“. Einfach mal rechnen, wie alt die „vielen“, die das bewusst miterlebten, jetzt sein müssten.
Fazit: Einfach nur unanständig, wie die alte Dame da missbraucht wurde.

„…an die „vielen Menschen“ die angeblich weise-besorgt unkten: „So hat es 1933 auch angefangen“. Einfach mal rechnen, wie alt die „vielen“, die das bewusst miterlebten, jetzt sein müssten.“ Ich bin zwar nicht so alt, das ich die Ereignisse von 1933 überhaupt miterlebt habe, aber habe dazu viel von meinem Lehrer und meinen Großeltern erfahren, die diese Zeit bewußt miterlebten. Was diese mir über die „Anfänge“ erzählten und was sich auf heute ummünzen lässt, trifft eher auf die Politik der Altparteien zu, anstatt auf die AFD vor der mit der Begründung „1933“ und „Wehret den Anfängen“ gewarnt wird. Leider gibt es… Mehr

Der beste Artikel zu diesem unsäglichen Mist ever!

Spiegel-Leser wissen „jetzt“ mehr.

Da will man also die Deutschen durch den wohl schäbigst vorstellbaren Missbrauch einer NS-Zeitzeugin zur „Moral“ nötigen. Das hat schon was. Dabei hat der gute Relotius doch nur auf kleinerer Ebene die perfide Instrumentalisierung kopiert, mit der wir hier seit Jahren im ganz grossen Stil zum Stillhalten gebracht werden, während man unser Land auf deutsch gesagt zur Plünderung freigegeben hat.

Und es sind gerade diese Lumpen, die kräftig mithelfen, unser Land zu zerstören.
Mit Sorgfalt und Recherche hätte man (die Redaktion) ihn schon länger auffliegen lassen können/müssen. Jetzt muss der Spiegel damit leben, nicht mehr als vertrauenswürdig zu gelten. Und das zu Recht.

Bitte stellen wir uns einmal vor ein Mensch in einer guten Position beim Spiegel hätte das angezweifelt.Ich behaupte dieser währe jetzt nicht rehabilitiert oder wieder eingestellt worden,ja er hätte sogar die Gutmenschen gegen sich,dieser Leugner. Relotius war doch vor Ort,er hat es doch selbst gesehen! THE SHOW MUST GO ON.Es sind einfach nur Lumpen und die bleiben.

Gerhard Doering, auch wenn sie es schwer glauben können, aber Claas Relotius wurd von einem Kollegen beim Spiegel angezweifelt und seine Lügen aufgedeckt, genauer gesagt von Juan Moreno. Aber ja, Herr Moreno war aufgrund seiner Zweifel an Relotius kurz davor seine Reputation beim Spiegel zu verlieren: „Es ist Juan Moreno, der gegen alle Widerstände nicht locker lässt, recherchiert, antreibt, und an seine Fakten glaubt. Leicht ist das nicht für ihn. Anfangs rennt er gegen Wände, wie ein Whistleblower, dem erst nicht geglaubt wird, weil seine Wahrheiten so unbequem sind.“ http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-spiegel-legt-betrug-im-eigenen-haus-offen-a-1244579.html Auch konnte Moreno seine Reputation nur dadurch retten, das er… Mehr
Es kommt mir so vor, dass sie einen wie Relotius ganz gut gebrauchen konnten. Erst wird er hochgejubelt, später in eigener Sache werbewirksam entsorgt. (Mister 100%) Man lässt ihn machen, dann gibt man sich zerknirscht, gelobt Besserung und fordert „schonungslose“ Aufklärung. Das sind Konzern-taktische Spielchen, wie sie in jedem größeren Unternehmen ablaufen. So entsteht Schummel-Software und Gefälligkeits-Journalismus. Lügen laufen überall auf derselben Hardware. Man fragt sich, wer ist hier eigentlich Täter und wer Opfer. Es kommt mir doch reichlich inszeniert vor. Relotius arbeitet bestimmt schon an einem Befreiungsschlag – seiner Biografie. Käme er damit wohl auf die Spiegel-Besellerliste? – Warten… Mehr

„Der Mann, der beim SPIEGEL Claas Relotius war.“

Man kann davo ausgehen, dass Relotius das geschrieben, was seine Auftraggeber „hören“ wollten und was die Leute in Journalisten-Jury lesen wollten, deshalb wurde er ja auch von der eigenen Branche mit Medaillen überschüttet. Der wirkliche Verlierer der ganze Sache ist sicherlich sein Kollege, der mithalf den Betrug aufzudecken. Er ist der Nestbeschmutzer der Branche. Er hat nicht nur die Spiegelleute, sondern auch die Journalisten-Jury und die gesamte Journalistenbranche bloßgestellt und ihnen Schaden zugefügt, in den Augen der Journalistenklasse ist er der Böse und nicht Relotius. Diese Aktivität wird vermutlich nicht ohne negative Folgen für diesen Journalisten bleiben. Keine Firma stellt… Mehr

Sehe ich nicht so ganz so. Wahrscheinlich haben ja alle mehr oder weniger weggeschaut. Nur der Kollege sah ja sein eigenes Renommee in Gefahr, weil er als Mitautor bei einem Relotius-Artikel fungierte.

Hätte auffallen müssen. Gewiß, gewiß. Den Leuten vom Spiegel hätte das auffallen müssen. Gewiß. Und was ist mit den andern professionellen Beobachtern? All den Journalisten, Bloggern, Poltikberatern? Oder auch Herrn Wendt? Warum ist das diesen nicht aufgefallen? Oder ist die Relevanz des Spiegel völlig überbewertet? Liest niemand mehr dieses Blatt?

Denen, welche diese „Rausch-Artikel“ auffielen, wurden diffamiert, denunziert und gesperrt. In den sozialen Medien, speziell Twitter oder Facebook.

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Wer glaubt denn allen Ernstes, dass die Leitmedien in D. sich grundsätzlich mal Gedanken machen über die Ehrlichkeit in ihren Schreibstuben. Wird ein Drogendealer geschnappt, hört doch deswegen der Drogenhandel nicht auf. Der Mann hat genau das abgeliefert, was Heiko Maas, KGE, CR und K. Kleber dem Volke mit Inbrunst verkünden. Dass es Lügen waren, dass es Betrug war – na und. Es war in ihrem Sinne richtig, also kann man verschämt hüsteln und weiter zur Tagesordnung übergehen. Weil eben weiter von den MSM in diesem Sinne geliefert wird – und niemand kann noch sagen, was Wahrheit und was Lüge… Mehr

Maas, der gegen fakenews im Netz kämpft, und sogar ein Gesetz dementsprechend gestaltet und durchgebracht hat, so zu erwähnen ist schon köstlich! Verfängt es ihn nicht damit selbst? Der Mann ist mit einer seltenen Selbstüberschätzung gesegnet:
https://twitter.com/HeikoMaas/status/1075017685338152960