Kriminalität: Schönschreibe- und Erfolgsmeldekultur

Der Polizeipfarrer der brandenburgischen Polizei sprach von einer Schönschreibe- und Erfolgsmeldekultur wie zu besten DDR-Zeiten.

© Clemens Bilan/AFP/Getty Images

„Deutschland geht es so gut wie nie!“ Wer kennt nicht diesen populistischen Lieblingsspruch einiger Politiker. Stets im Dunkeln bleibt, wer und was konkret gemeint sein könnte. Offensichtlich nicht die steigende Kinderarmut oder eine Rentnerin, die aus Hunger stahl und ins Gefängnis muss.

Einst wurde vor allem „die deutsche Bevölkerung“ zum Jahresende mit den üblichen Erfolgsmeldungen behelligt. Seit einer Rede Angela Merkels sind nunmehr die Einheimischen Deutschlands folgendermaßen definiert: „Das Volk ist jeder, der in diesem Land lebt.“ Wir auch immer damit gemeint ist, sei’s drum. Die deutsche Staatsbürgerschaft scheint jedenfalls nicht mehr explizit wichtig oder erforderlich zu sein. Populisten sind ja immer nur die anderen. Dabei hatte „Mutti Merkels“ Ausspruch „Wir schaffen das!“ zum Beginn der Flüchtlingskrise mit der Realität so viel gemein, wie die Feststellung, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz von Justizminister Maas würde keine Meinungsfreiheit einschränken und ausschließlich der Hetze im „Kampf gegen rechts“ und Fake-News dienen.

Veränderung der Kriminalität durch die Migrationskrise
Es gibt Erfolge auf Erfolge zu berichten, genaue Zahlen kennt man zwar noch nicht so ganz genau, aber „Nach 2016 erwarten wir auch für 2017 einen spürbaren Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen“, teilte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, triumphierend mit. Gleichzeitig verweist er auf die gestiegene Aufklärungsquote von 16,9%. Dabei hat nach einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. – die tatsächliche Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen 2014 anstatt den offiziell vermeldeten15,5% nur 2,6% betragen. Gerade einmal bei jedem 38. Einbruch konnte ein Täter ermittelt und beweiskräftig verurteilt werden.

Es ist der gleiche Spitzenbeamte, der noch 2016 davon ausging: „Die Kriminalität steigt nicht so schnell an wie die Zahl der Flüchtlinge“. Dabei wäre es ab 2015 eine unbedingte Aufklärungspflicht gewesen, der Bevölkerung folgende grundlegende Wahrheit zu vermitteln: Weltweit sind am meisten junge Männer Täter und Opfer krimineller Taten. Bei ca. einer Million zugewanderter junger Männer muss demzufolge auch zwingend die Kriminalität steigen. Ein Fakt, der 2015 geradezu verbissen bestritten wurde. Erst 2016 zeigte man sich geläutert, Bundesinnenminister Thomas de Maizière verkündete im April 2017: „Die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer steigt um 52,7 Prozent auf 174.438“. Allerdings: Anerkannte Flüchtlinge, also Ausländer, die in Deutschland schon Asyl (nach dem Grundgesetz) oder Flüchtlingsschutz (nach der Genfer Konvention) erhalten haben, führt die Kriminalstatistik bisher nicht unter der Rubrik Zuwanderer. Auch deshalb würde sich der Anstieg ergeben. Aha.

Bleiben wir bei den Erfolgsmeldungen gegen Kriminalität. Auch in NRW seien die Einbruchszahlen stark zurückgegangen, berichtet der neue LKA-Chef Frank Hoever. Allerdings hatte er selbst gleich zweimal Pech, 2010 und 2014 wurden er und seine Familie jeweils Einbruchsopfer. Hoffentlich leidet er jetzt nicht unter einem unangemessenen subjektiven Sicherheitsempfinden mit sozialem Rückzug als Verhaltensfolge. Ein Trauma das bei vielen Opfern ein Leben lang präsent bleibt, trotz sinkender Einbruchzahlen. Immerhin hatte er seinen Wachhund als Schwachstelle ausgemacht, dieser erhielt eine Ermahnung. Ob als erzieherische Maßnahme Futterverbot und eine verschlechterte Beurteilung ausgesprochen wurde, bleibt für den geneigten Leser im Dunkeln. Nicht zu vergessen dessen Nachsatz: die Einbrüche wären rückläufig, aber der Anteil ausländischen Täter habe zugenommen.

In Brandenburg ist die Kriminalität „deutlich zurückgegangen“. Auch gegen den Terrorismus sei man gut gewappnet. „Aus eigener Sicht“ – wie der RBB dezent hinzufügt. Am neu gebildeten Dezernat im Landeskriminalamt für islamischen Terrorismus, habe man inzwischen 40 Mitarbeiter. Was nicht in der Pressemitteilung steht: Die anderen Bereiche, aus denen die 40 Mitarbeiter abgezogen wurden, sind jetzt personell weniger gut aufgestellt. Fußkranke wird man für diese Spezialeinheit nicht genommen haben.

In Berlin sind Taschendiebstähle und Einbrüche „ganz erheblich“ gesunken. „Wir haben dieses Jahr riesige Fortschritte gemacht (…). Die neue Kriminalstatistik wird ein „richtiger Paukenschlag“, lautet die frohe Botschaft des Polizeichefs. Auf einer ganz anderen Zeitungsseite las ich: Die Einbruchsserie bei der Berliner Polizei will einfach nicht aufhören. So fand dort bereits der sechste Einbruch innerhalb eines halben Jahres statt. Selbst an den Weihnachtsfeiertagen wurde ein hochwertiges Fahrzeug vom Polizeigelände gestohlen. Wer schützt die Polizei?

Probleme in der Berliner Polizeiakademie sind ebenfalls nicht vorhanden. „Nichts habe sich bisher bewahrheitet“, lautete das Fazit von Polizeipräsident Klaus Kandt und seiner Stellvertreterin Margarete Koppers. Briefe mit Kritikpunkten will der Polizeipräsident sogar „unter strafrechtlichen Aspekten“ prüfen lassen. Trotzdem kommen immer wieder „Gerüchte“ auf, zum Beispiel eine Zeitungsmeldung über eine angebliche „wilde Massenschlägerei an der Polizeiakademie“. Was mag nun stimmen?

MASSENZUWANDERUNG UND INTEGRATION
Asyl­bewerber: Aufmarsch der Armutsarmee
Eine Erfolgsmeldung gab es vom EUGH in Luxemburg: Die Scheidung vor einem Scharia-Gericht in Syrien wird in Deutschland nicht anerkannt, da es sich um ein privates Gericht handele. Damit widersprach es einer Entscheidung des Oberlandesgerichts in München, welches das Schariarecht anerkannt hatte. Man sollte sich aber nicht zu früh freuen, denn das Schariarecht wird vor deutschen Gerichten öfter anerkannt, als man zu glauben vermag. Erbrechtsstreitigkeiten mit der Zweitfrau und Eheschließungen durch Handschlag wurden somit in Deutschland höchstrichterlich, unter Hinzuziehung islamischen Rechts, rechtsgültig. Es würde angeblich der Integration von Muslimen dienen. Ein absoluter Irrtum, wie ein Hirnforscher bei Peter Hahne im TV zu berichten weiß. Charakter, Temperament, Einstellungen, sprich die Persönlichkeit eines Menschen sind bis spätestens mit dem 20.Lebensjahr vollendet. Hinzu kommt ein „irres Gewaltpotential“ (Video ab Minute 1:15) „mit dem die jungen Männer aus den Kriegsgebieten nach Deutschland einreisen“.

Hurra, immer mehr Flüchtlinge finden einen Job, verkündet stolz der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele und blickt voller Optimismus in die Zukunft. Allerdings sprechen, bei genauerer Prüfung, einige Fakten dagegen. Die Forscherin Kristina Stoewe stellt ein klares „Passungsproblem“ auf dem deutschen Ausbildungsmarkt fest – Betriebe und junge Leute finden einfach nicht zueinander. Der Traum von den Fachkräften unter den Flüchtlingen, er wird vermutlich zum Albtraum für unsere Sozialkassen mutieren.

Die Liste der Erfolgsmeldungen ließe sich beliebig fortsetzen. Der Polizeipfarrer der brandenburgischen Polizei sprach schon 2014 von einer Schönschreibe- und Erfolgsmeldekultur wie zu besten DDR-Zeiten. Mit diesem Satz möchte ich mich verabschieden und wünsche allen Lesern für das Jahr 2018 viele tatsächliche Erfolge.

Steffen Meltzer, Buchautor von „So schützen Sie Ihr Kind! Polizeitrainer vermittelt Verhaltensrichtlinien zur Gewaltabwehr

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Kommentare ( 38 )

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Erfolgsverkundung von heute… „nie zuvor so viele gesetzlich versicherte, knapp 73 Mio.“… wie viele dort einzahlen wird allerdings nicht mitgeteilt, könnte sicher für Atemstockungen sorgen 😉

Eines habe ich noch vergessen. Heute war zu lesen, dass der Bürger nicht mal mehr in einen Fußballverein (Eintracht Frankfurt) als Mitglied aufgenommen werden kann, wenn er zugibt AfD gewählt zu haben oder gar deren Mitglied ist. Und in den Betrieben sind ja bekanntermaßen auch schon von den Gewerkschaften (Verdi) geschulte Gesinnungsschnüffler unterwegs. Da kann man nur laut und freudig rufen: „Willkommen in der DDR II“

Wenn der neue Faschismus kommt, wird er nicht sagen “ Ich bin der Faschismus“, er wird sagen „Ich bin der Antifaschismus“.
Wir sind mittendrin.

Kann ich bestätigen. Von einer Kollegin wurde ich neulich als bekennender AfD-Wähler betitelt. Was ein bekennender AfD-Wähler sein soll, erschließt sich mir nicht recht. Ob es wohl damit zu tun hat, dass ich diese Partei schon 2013 das erste Mal gewählt und Mutti abgewählt hatte? Man weiß es nicht… 😉

Das erinnert mich ehrlich gesagt noch an ganz andere Beispiele als die DDR…
den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt sollte man eher die Frage stellen, ob sie damit nicht genau denen nacheifern, die sie vorgeben ausschließen zu wollen.

Genau deswegen wurden und werden in den Schulen zwar die Nazis als Gesamtheit betrachtet und ihre Taten anschaulich gelehrt, niemals jedoch die Methoden, derer sie sich bedienten, sonst würde die breite Masse sehr schnell bemerken, dass das, was man damals anwandte, sich bei der heutigen Antifa und anderen linken Sammelsurien wiederfindet.

Ach, irgendwo verstehe ich ja auch unsere Staatenlenker, die von imaginierter Erfolgsmeldung zu Erfolgsmeldung eilen. Was sollen sie denn auch tun? Sich hinstellen und ehrlicherweise sagen: „Sorry Leute, wir habens verkackt. Wir haben bislang bei jeder sich bietender Gelegenheit gelogen, und wenn wir nicht gelogen haben, dann doch wenigstens die Wahrheit verbogen. Wir haben getrickst und getäuscht, verschwiegen und abgelenkt.“?

Die Politik kommt aus der Nummer doch gar nicht mehr ohne totalen Gesichtsverlust raus. Dafür hat man die letzten paar Jahre zu sehr aufgedreht.

Was kümmert es die meisten Berufspolitiker was das „Pack“ sagt, geschweige denkt.
Diese Figuren hatten nie ein Gesicht und einen Funken Verantwortungsgefühl.
So lange man sich durchwursteln kann ist doch alles egal.
Die Speichellecker-Presse und SED-TV halten die Stange, sie gehören auch zu der grossen Seilschaft der Charakterlosen.
Die Mehrheit der Bevölkerung hat nichts kapiert oder resigniert, sonst wäre die BTW2017 anders ausgegangen.
BRD hat Politik-Krebs,Heilung unwahrscheinlich, wenn überhaupt sehr schmerzhaft und teuer.

Die deutsche Staatsbürgerschaft ist in Deutschland nur dann relevant wenn es um Steuern, Rundfunkbeitrag oder eine Straftat geht, egal wie schwer diese ist. Ansonsten ist er weniger Wert (Köterrasse) als diese welche noch nicht so lange hier leben.

´ne ca. 80 – jährige rentnerin – so wird vermeldet – wurde verurteilt, weil sie etwas zu essen stahl. in den 1940 – iger jahren, und auch später noch, wurde das mundraub genannt und regelmäßig eingestellt!

Das Grundproblem des im Artikel Geschilderten ist: Wissenschaft-Feindlichkeit! Es ist übliche Vorgehensweise in der Sozialwissenschaft, auffälligen gesellschaftlichen Phänomenen nachzugehen. Zu fragen also, ob hinter den Phänomenen Zufälligkeiten eine Rolle spielen oder ob man hier von Handlungsnormen bestimmter Gruppen ausgehen muss. Wenn ein bestimmtes Verhalten typisch ist für bestimmte Gruppen in der Bevölkerung, ist auch wissenschaftlich zu hinterfragen, ob besondere gruppenbezogene kulturelle Inhalte, wie Ideologien oder Religionen, für die Verhaltensnormen ursächlich sind. Aber: Diese sozialwissenschaftliche Vorgehensweise wird inzwischen (abgesegnet von unserem höchsten Parlament) als sog. „Hatespeech“ verunglimpft und mögliche (unerwünschte) Ergebnisse aus der öffentlichen Debatte entfernt. D.h., es ist nicht mehr… Mehr
Durch jeden Tatbestand , durch jeden „nur regionalen Einzelfall“ wird das Fass voller – man sollte jetzt mal eine Bürgerumfrage in Kandel/RP machen! Mit einem „Nun sind sie halt da!“ einer Angela Merkel ist uns nicht geholfen. Die Flutung unserer Republik geht mit 15.000+ pro Monat ungehindert weiter, wir saufen ab, auch ohne Schlauchboot und ohne Rettungsweste. Und keine NGO’s und keine Bundesmarine ist in Sicht. Sag bloß, die haben ihre Mission eingestellt, weil sie endlich begriffen haben, welchen Wahnsinn sie da betreiben? Die Kriminalität ist extrem gestiegen, da beißt die Maus keinen Faden ab. Da hilft auch die Tatsachenverdrehung… Mehr
„Die Kriminalität steigt nicht so schnell an wie die Zahl der Flüchtlinge.“ Diese Aussage ist ja durchaus richtig, wenn es um bestimmte Kriminalitätszweige geht. Einbruch, Ladendiebstahl, Betrug dürften weiterhin ihre Domain im europäischen Ausland haben. Die organisierte Bandenkriminalität, darf nachdem die Balkanländer zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt wurden, kaum noch bei den Asylbewerbern mit gezählt werden. Anders sieht es bei Mord, Leistungsbetrug, Drogenkriminalität, Zwangsprostitution, Terror, sexueller Belästigung oder Vergewaltigung aus. Man kann sich nicht des Eindrucks erwehren und dies ist auch bei bestimmten Taten belegt, dass die Kriminalität gezielt eingeschleust wird oder die Herkunftsstaaten die Ausreise von Kriminellen nicht unterbinden. Ein… Mehr

Auch zu diesem Thema hilft ein Blick auf die Zahlen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157320/umfrage/polizeilich-erfasste-faelle-von-koerperverletzung-seit-1995/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2229/umfrage/mordopfer-in-deutschland-entwicklung-seit-1987/

https://www.n-tv.de/politik/Starker-Anstieg-bei-Mord-und-Totschlag-article19807048.html

„Gewalt: Die Zahl der registrierten Gewaltverbrechen stieg um 6,7 Prozent auf insgesamt 193.542. Zugenommen hat vor allem die gefährliche und schwere Körperverletzung um 9,9 Prozent auf mehr als 140.000 Taten. Fälle von Mord und Totschlag sowie Tötung auf Verlangen legten um 14,3 Prozent auf 2418 Fälle zu, wobei der Anteil der Versuche mit fast 73 Prozent überwiegt. Raubdelikte gingen um 3,7 Prozent auf 43.000 Fälle zurück. Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung wiederum gab es einen Anstieg um 12,8 Prozent auf 7919 Fälle.“

aufhören! genug der berichte über die politikidiotoi! überall nur noch ungenügende kompetenzen auf allen gebieten! haben diese politikversager eigentlich nie diplome und andere staatsexamina gemacht und das nicht nur in den sozialwissenschaften, geistes-, religions- und staatswissenschaften, sondern vielleicht auch einmal einen in den mintwissenschaften. aber die große tumbe journaille der öffentlichen medien ist auch nicht besser. daher die allüberall durchgeführte gleichmacherei! …