Karl Lauterbach und der Niedergang der SPD

Eine Zustandsbeschreibung der SPD anhand von Karl Lauterbachs maßlosem Umgang mit Kritikern.

© Sean Gallup/Getty Images

SPIEGEL TV bringt einen Filmbericht über die komfortable Unterbringung und Finanzierung einer syrischen Mehrfrauen-Familie. TE greift den Bericht und einen Beitrag auf WELT online dazu auf und stellt ihn in den Zusammenhang der Suspendierung des deutschen Rechts für Migranten und den doppelten Maßstab des Sozialstaats für Einheimische und Einwanderer.

Herr Lauterbach zielt auf TE, nicht auf SPIEGEL und WELT und drückt den Twitter-Abzug. Dabei vertut er sich in der Sache mehrfach. Mehrere Autoren bei TE sehen das als Teil des Zustandes der SPD, um den keine Partei zu beneiden wäre. Dessentwegen aber auch nicht zuletzt es immer weiter bergab mit der SPD geht. Denn das NetzDG schützt die SPD und die ihren zwar vor Stimmen der Opposition, aber ganz gewiss nicht davor, der Welt ihre gedankliche Bequemlichkeit und ihre unglaublich große Wählerferne zu offenbaren. Jeden Tag.

Lauterbachs Fehleinschätzung beginnt damit, dass nicht Deutschland den Familienvater vor der Todesbedrohung des Bürgerkrieges in Syrien retten konnte, denn der Syrer war vorher durch mehrere EU-Länder gekommen. Dort blieb er nicht deshalb nicht, weil er und seine Familie auch dort vom Tode bedroht worden wären, sondern weil er sich in Deutschland die großzügigste Zuwendung aus der Sozialkasse erwartete – eine richtige Einschätzung, wie der SPIEGEL-Film nüchtern dokumentiert. Mit dieser Tatsache entfällt auch Lauterbachs schneller Twitter-Satz, ob der Eingewanderte arbeite oder nicht, sei ihm egal, Hauptsache er sei am Leben geblieben. Der Frage von Hugo Müller-Vogg, wie Lauterbach den deutschen Arbeitnehmern erklären wolle, dass sie arbeiten und der aus ihren Beiträgen finanzierte Einwanderer nicht, geht Lauterbach anhaltend aus dem Weg.

Der Protest war so enorm, dass Lauterbach noch spät am Abend ohne Tweet-Zitat (geht an mehr Follower), sondern als Antwort (geht an weniger Follower) an Müller-Vogg kleinlaut schrieb:

„Asyl vor Tod und Terror ist Menschenrecht“ – mit dieser Formel drückt sich Lauterbach vor einer Antwort. Der Syrer erhielt einen Ablehnungsbescheid als Asylbewerber, sonst hätte er nicht auf dem Klageweg einen dreijährigen Flüchtlingsstatus erstreiten können. Dieser Status erlaubt ihm nun eine Arbeitsaufnahme. Davon will Ahmad zur Zeit keinen Gebrauch machen. Lauterbachs Satz, das sei ihm egal, Hauptsache, der Mann sei dem Tod entkommen, hängt beziehungslos in der Luft. Denn natürlich könnte Ahmad jetzt Arbeit suchen.

Und nun zu dem, was keinem Politiker und keinem Bürger unterlaufen darf: Die hier, im SPIEGEL-Film, WELT-Bericht und auf TE dargestellte Kritik mit der Formel totschlagen zu wollen „erinnert an Nazi Juden Propaganda“. Das ist eine nicht hinzunehmende Relativierung des Holocaust, die in der Tagesauseinandersetzung täglich von immer mehr grob leichtfertig eingesetzt wird, seit Antifa, Grüne, Linke und Sozialdemokraten die Nazikeule schwingen, auch wenn der Anlass mit den Verbrechen der NS-Zeit nicht das geringste zu tun hat.

Im Buch „Rule 34“, welches TE 2015 besprochen hat, geht es um einfache und gängige Internet-Regeln. Gleich die erste Regel in dem fröhlichen Heft von Sebastian Bartoschek und Thomas Koch, mit Illustrationen von Peter „Bulo“ Böhling, besagt: „Hitler beendet jede Diskussion“. Dazu weiter: „Der Sachbuchautor Mike Godwin sagte 1990 voraus: „Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion nähert sich die Wahrscheinlichkeit für einen Vergleich mit Nazi oder Hitler dem Wert Eins an.“ (…) So einfach geht das. So unsinnig ist es.“

Weil Karl Lauterbach sich gar nicht mehr anders zu helfen weiß, beendet er die „Diskussion“ dann wie aus dem Lehrbuch „Rule 34“ mit dem folgenden Tweet:

Noch mal: Der verlinkte Artikel behandelt die Reportage von Spiegel TV sowie Artikel bei Welt Online und Bild. Was bedeutet das nun im Umkehrschluss für Ulf Poschardt, für Julian Reichelt, Andrew Moussa und Spiegel TV?

Vielleicht schaut Herr Lauterbach auf das, was Marc Felix Serrao von der NZZ dazu zu sagen hat:

TE-Autor Alexander Wallasch bestand darauf, Karl Lauterbach für seinen Tweet zur Rede zu stellen.

Sein Berliner Büro versprach zunächst, Lauterbach den Gesprächswunsch zu übermitteln, der aber kniff. Auch eine schriftliche Anfrage ließ Herr Lauterbach bis zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet.

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Kommentare ( 310 )

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310 Kommentare auf "Karl Lauterbach und der Niedergang der SPD"

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Schaue mir gerade den Twitter-Account von Herrn Lauterbach an.

Alleine was er diese Woche so von sich gegeben hat (bezüglich dieses Themas hier, bezüglich Essener Tafel, bezüglich Polen) ist unerträglich.

„TE-Autor Alexander Wallasch bestand darauf, Karl Lauterbach für seinen Tweet zur Rede zu stellen. „Sein Berliner Büro versprach zunächst, Lauterbach den Gesprächswunsch zu übermitteln, der aber kniff. Auch eine schriftliche Anfrage ließ Herr Lauterbach bis zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet.“ Erinnert mich an die Frankfurter Buchmesse. Wenn sie sich nicht …. verstecken können oder nicht im Verhältnis 6 : 1 im GEZ – Fernsehen hocken, kneifen diese Leute vor der Diskussion. Einfach mal an einem Wahlkampfstand ausprobieren, da bekomme ich immer ganz schnell „Platzverbot“, wenn ich reden will bei den „Grünen“. Bei der CSU zieht mich dann meist ein älteres Parteimitglied… Mehr

Nun ja. Herrr Lauterbach hat fünf Kinder. Vier mit einer Frau (Angela Spelsberg) und ein fünftes mit einer (ehemaligen?) TAZ-Redakteurin. Seine erste Frau musste jahrelang prozessieren, um Lauterbach zu den zustehenden Unterhaltszahlungen zu bewegen.
https://kurier.at/politik/ausland/ex-frau-von-spd-politiker-lauterbach-hoffentlich-wird-er-nicht-minister/33.547.492

Gerade solche Menschen (Kerle) krakeelen…..; das Dumme ist, manche / viele glauben den Quatsch. Warum? Sie muessen dann nicht selbst luegen. Das ist wie die
Kircbe oder auch Religion. Man legt es sich zurecht, wie Mensch es moechte.
Uns fehlt die folgerichtige und praktizierte Nach- / Denkkultur………

Herr Lauterbach zu den Vorgängen um die Essener Tafel auf Twitter:

„Essener Tafel überzeugt nicht. Hunger ist für jeden gleich. Schade, Ausländerhass sogar bei d Ärmsten angekommen“

https://twitter.com/Karl_Lauterbach/status/967177045921927168

Keine Argumente in der Sache, aber die Nazikeule kann er schwingen. Naja, die trifft ihn hier wohl eher selbst bzw. das Ganze wird die SPD wieder ein paar Stimmen kosten.

Nebenbei fällt mir persönlich mittlerweile auf, dass Herr Lauterbach für einen Akademiker eine erstaunlich schlechte Rechtschreibung zu haben scheint.

…auch sein verbales Gewäsch hört sich nicht gerade akademisch an.

man muss herrn lauterbach doch nur mal in einer talkshow sehen. der mann ist ein narzisst und nur mit sich und seinem aässeren beschäftigt.

… Das Niveau dieser Diskussion erinnert an die Zeit vor der Agenda 2010, als die privaten Sender gerne die faulen, deutschen Sozialhilfeempfänger und Arbeitslosen öffentlich an den Pranger stellten. Jetzt sind es die Ausländer und Politiker, deren Privatleben mit ihrem Bemühen, diese Gesellschaft zu gestalten, gleichgesetzt besser gesagt diskreditiert wird. Wie praktisch ist das für Parteien, die von solchen Spaltungen profitieren! Lieber Kampf als Integration – danke nein!

Was soll das mit der integration? Zuerst mal ,diese leute sollen zurueck in ihre heimatlænder sobald es die verhæltnisse erlauben.Was hat dann integration fuer einen sinn? Zweitens ist es ziehmlich naiv zu glauben ,dass sich Mohamedaner im grossen stil integrieren/assimilieren lassen.Der einzelne vielleicht,aber diese menschen haben allesamt den koran in ihrem geistigen gepæck und laut diesem „heiligen“ buch ist ein friedliches zusammen leben mit dem unglæubigen nicht nur nicht møglich, sondern verboten.-Wir haben glueck,dass die meisten ihre „religion “ nicht so ernst nehmen wie es der koran verlangt,wir hætten sonst schon den „schønsten“ buergerkrieg.

„Rule 34“ beschreibt nicht Reductio ad Hitlerum und Ähnliches, sondern, dass es pornographische Inhalte zu allem gibt, was man sich vorstellen kann (weil man es sich vorstellen kann).

Lauterbach, dieses Bild von einem Mann, er ist bildhafter Ausdruck einer dem Tod geweihten politischen Partei. Damit ist alles notwendige zu dieser Person gesagt.

Ist doch schön. Der Möchtegerndandy Lauterbach sorgt für einen weiteren Todesstoß für die SPD. Wie man sich moralinverseucht soweit von der eigentlich Klientel, der deutschen Arbeiterschaft, entfernen kann, geht mir nicht in den Kopf. Wenn Ahmad nicht arbeiten möchte, dann muss er zurück. Wenn er sich durch das Arbeiten vor dem Tod in Syrien retten kann, was natürlich Blödsinn ist, weil ihn kein Tod in Syrien erwartet, und er selbstverantwortlich nicht arbeiten möchte und damit den Tod wählt, ist das seine Wahl. Oder möchte Lauterbach Ahmad die Mündigkeit absprechen? Kann Ahmad mangels Intellekt nicht für sich selbst die beste Entscheidung… Mehr

Gute Aktion, – an Frau Taxidis, Herrn Müller-Vogg und Herrn Wallasch !
Das Beschreiben und Thematisieren von Realitäten darf der Dreistigkeit eines minimalisierten Denkens und dem „Virtue signaling“ nicht weichen !

Es heißt immer, rechte Menschen sind dumm, abgehängt und ungebildet.
Mir fällt immer auf, dass bei diesen sogenannten „rechtspopulistischen Hasskommentaren“ so gut wie keine Rechtschreibfehler zu finden sind.
Ganz anders schaut es aus, wenn man einmal die Kommentarspalten linker Zeitungen durchliest.
Kein Wunder, man spricht ja auch nicht von Linksschreibung, sondern von Rechtschreibung.
Wer korrekt und selbständig denkt, schreibt auch korrekt, denn er hat korrekte Vorstellungen und Kenntnisse der Begriffe.

Sollte das auch auf Sie zutreffen? Dann müsste der Leser schlussfolgern, dass die von Ihnen darlegte Auffassung extrem falsch ist!

Linkssein und Selbstkritik sind miteinander unvereinbar. Wie soll man sich ansonsten moralisch überlegen fühlen? Das geht ja nicht. So schlimm das ist, so schön ist daran die unumstößliche Tatsache geknüpft, dass die SPD untergehen wird zum Wohle Deutschlands; denn: Das krumme, falsche und schiefe geht irgendwann an sich selbst zugrunde. Und so geht die SPD an ihrer perversen Ideologie zugrunde. Deren „kollektive Fehleinschätzungen“ basieren schließlich auf der weltfernen Traumwelt einer klassenlosen, nationalstaatsfreien, durchgegenderten Umverteilungsregenbogen-Ideologie – auf Kosten des bösen, … weißen Mannes, alias „Deutscher“ mit dem Ziel der als Multi-Kulti getarnten Duo-Kultigesellschaft (halb atheistisch – halb muslimisch) als Übergangsstufe zur… Mehr