Ist die Neue Deutsche Frage eine amerikanische?

Die US-Sicherheitsgarantie für Westeuropa, das internationale Freihandelsregime, die weltweite Demokratisierungsbewegung und die Unterdrückung des Nationalismus waren Antworten auf die Deutsche Frage.

© Getty Images

Anfang April veröffentlichte Robert Kagan in der Zeitschrift Foreign Affairs unter dem Titel „The New German Question. What Happens When Europe Comes Apart?“ höchst lesenswerte geostrategische Überlegungen. (1) Seine Ausführungen beleuchten den Zusammenhang von Weltwirtschaftsordnung, Europäischer Union und internationaler Sicherheitspolitik am Fallbeispiel der Deutschen Frage. Seine Gefahrenanalyse richtet sich an die Außen- und Verteidigungspolitiker in den USA. Obwohl seine Analyse keine Empfehlungen enthält, wie Deutschland und Europa die eigenen und die EU gefährdenden Probleme in den Griff bekommen können, sollten wir Kagans US-amerikanische geopolitische Perspektive zur Kenntnis nehmen.

Kagan leitet seine Überlegungen mit dem Hinweis ein, dass das Europa von heute sowie die transatlantischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg durch die „alte“ Deutsche Frage hervorgebracht wurden. Die Deutsche Frage entwickelte sich 1871 durch die Vereinigung Deutschlands. Durch die Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles entstand im Herzen von Europa ein neuer Nationalstaat, „that was too large, too populous, too rich, and too powerful to be effectively balanced by the other European powers, including the United Kingdom.” Die daraus folgende Erosion des europäischen Machtgleich-gewichts trug in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Entstehung von zwei Weltkriegen bei und brachte mehr als zehn Millionen US-Soldaten über den Atlantik nach Europa, um in diesen europäischen Kriegen zu kämpfen und zu sterben.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten Amerikaner und Europäer – sowohl zur Lösung der Deutschen Frage als auch als Antwort auf die sowjetische Herausforderung – die NATO. Von vielen Vertretern der sogenannten realistischen Schule der internationalen Politik werde heute vergessen, dass es das Ziel der NATO war, “to keep the Soviet Union out, the Americans in, and the Germans down,” wie Lord Ismay, der erste Generalsekretär des Bündnisses, es ausdrückte. Dies war auch der Zweck vieler nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeter europäischer Institutionen, angefangen bei der Europäischen Gemeinschaft für Stahl und Kohle. In einem langjährigen Prozeß entwickelten sich die Europäischen Wirtschafts-gemeinschaften zur heutigen Europäischen Union.

Wie der Diplomat George Kennan es ausdrückte, war irgendeine Form der europäischen Einigung die einzig denkbare Lösung für das Problem der Beziehungen Deutschlands zum übrigen Europa. Darüber hinaus konnte die Vereinigung Europas letztlich nur unter dem Dach eines US-amerikanischen Sicherheitsengagements erfolgen. So sei das demokratische und friedliebende Deutschland, das heute jeder kenne und liebe, unter den besonderen Umständen der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten und von den USA dominierten liberalen internationalen Ordnung entstanden. Die Deutschen wandelten sich in den Nachkriegsjahrzehnten, aber es gab vor allem vier Aspekte dieser Ordnung, die die günstigsten Umstände boten, unter denen diese Entwicklung stattfinden konnte.

Diese vier Elemente – die US-Sicherheitsgarantie, das internationale Freihandelsregime, die europäische und weltweite Demokratisierungsbewegung und die Unterdrückung des Nationalismus – hätten die alte Deutsche Frage tief unter der Erde verborgen gehalten. Das sei jedoch alles andere als selbstverständlich und nicht für ewig gesichert. Denn die vier Elemente spiegeln (lediglich) eine spezifische politisch-historische Machtkonfiguration in der Welt wider, ein globales Gleichgewicht der Nachkriegsordnung, in welchem die liberalen Demokratien im Aufstieg waren und in welchem in Europa die strategischen Konflikte der Vergangenheit von der dominierenden liberalen Supermacht USA unterdrückt wurden.

Jedes der vier Elemente der Nachkriegsordnung habe die deutsche Frage enthalten. Und jedes dieser vier Elemente sei heute gefährdet und in Bewegung und in die Schwebe geraten: Der Nationalismus nehme in ganz Europa zu; die Demokratie nehme in einigen Teilen des Kontinents ab und stehe überall unter Druck; das internationale Freihandelsregime werde angegriffen, vor allem von den Vereinigten Staaten; und die amerikanische Sicherheitsgarantie werde vom Präsidenten der USA selbst in Frage gestellt.

Angesichts der Erfahrungen der europäischen und deutschen Geschichte stellt Robert Kagan nun die geostrategisch höchst relevante Frage, ob sich das Verhalten und Handeln der Europäer und insbesondere das der Deutschen nicht durch die sich heute verändernden politischen Umstände und Machtkonstellationen wandeln könnte. Wenn das heutige Deutschland ein Produkt der liberalen Weltordnung der Nachkriegszeit ist, sei es an der Zeit darüber nachzudenken, was passieren könnte, wenn sich diese liberale Weltordnung auflöse.

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Dazu müsse das Europa betrachtet werden, in welchem die Deutschen heute leben. Im Osten hätten die einst demokratischen Regierungen der Tschechischen Republik, Ungarns, Polens und der Slowakei unterschiedliche Phasen eines Abstiegs in den Illiberalismus und Autoritarismus durchlaufen. Im Süden werde Italien von nationalistischen und populistischen Bewegungen regiert, von denen es sehr fragwürdig sei, ob sie sich für den Liberalismus einsetzen. Der Wirtschaftsdisziplin der Eurozone fühlten sie sich auf jeden Fall nicht verpflichtet. Im Westen sei ein zunehmend unruhiges und verärgertes Frankreich eine Wahl von einem nationalistischen Wahlsieg entfernt, der Europa wie ein Erdbeben treffen werde. Ein nationalistischer Wahlsieg in Frankreich würde auch einen letzten Nagel in den Sarg der deutsch-französischen Partnerschaft schlagen, um die vor 70 Jahren der europäische Frieden aufgebaut wurde.

Dann sei da noch die Abkehr des Vereinigten Königreichs von Europa. Als sich 2016 die Abstimmung über den Brexit näherte, fragte Premierminister David Cameron: “Can we be so sure that peace and stability on our continent are assured beyond any shadow of doubt?” Das sei die richtige Frage gewesen; denn der Brexit werde tatsächlich zur Destabilisierung Europas beitragen, indem er das Machtungleichgewicht verschärfe und ein ohnehin schon geschwächtes Frankreich allein einem mächtigen, aber zunehmend isolierten Deutschland aussetze. Der Brexit sei auch ein weiterer Sieg für den Nationalismus, ein weiterer Schlag gegen die Institutionen, die gegründet wurden, um auf die Deutsche Frage zu antworten und Deutschland in der liberalen Welt zu verankern.

Aber in den kommenden Jahren könnten die Deutschen in einem weitgehend re-nationalisierten Europa leben, in dem Blut-und-Boden-Parteien der einen oder anderen Art die Regierungen aller führenden europäischen Staaten übernommen haben. Könnten die Deutschen unter diesen Umständen einer Rückkehr zu einem eigenen Nationalismus widerstehen? Würden deutsche Politiker nicht noch mehr als bisher unter Druck geraten, deutsche Interessen in einem Europa und einer Welt zu vertreten, in der alle anderen Staaten rücksichtslos ihre eigenen Interessen verfolgen?(2) Schon heute habe die rechtsnationalistische Partei AfD die drittgrößte Zahl von Sitzen im Deutschen Bundestag. Die Partei werde von Ideologen geleitet, die den deutschen „Schuldkult“ leid seien und den Zustrom von Ausländern den deutschen Politikern zur Last legten, welche als „Marionetten der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs“ bezeichnet würden. Der Historiker Timothy Garton Ash habe bereits festgestellt, dass ein Kulturkampf um die Zukunft Deutschlands im Gange sei.

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Man könne auch nicht davon ausgehen, dass in einer Welt des zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Nationalismus die europäischen Länder weiterhin militärische Macht als Instrument der internationalen Politik ablehnen werden. Schon heute würden die Europäer erkennen, dass ihr postmodernes Experiment, militärische Macht zu überwinden, sie in einer Welt entwaffnet habe, die nie ihre optimistische Friedensperspektive geteilt habe. Zwar klammerten sich die Europäer immer noch an die Hoffnung, dass globale Sicherheit weitgehend ohne sie erhalten bleiben könne und dass sie schmerzhafte Ausgabenentscheidungen vermeiden könnten, die sie treffen müssen, wenn sie für ihre eigene Verteidigung verantwortlich würden. Da jedoch Russland eher bereit sei, Gewalt in den internationalen Beziehungen anzuwenden, um seine Interessen durchzusetzen, und da die Vereinigten Staaten sich von ihren ausländischen Verpflichtungen zurückziehen würden, verschwinde diese für die Europäer bislang so bequeme Welt, in welcher Europa die Rolle der Venus übernehmen konnte, weil die Vereinigten Staaten die Rolle des Mars übernommen hatten. Heute stehe einer Rückkehr der Europäer zu einer Machtpolitik, die ihren Kontinent jahrhundertelang beherrscht hatte, nichts im Wege. Und wenn der Rest Europas diesem Weg folge, werde es selbst für das liberalste Deutschland schwer sein, sich diesem Weg nicht anzuschließen, wenn auch nur zur Selbstverteidigung.

Dazu stellt Robert Kagan sakastisch fest: „There has always been something ironic about the American complaint that Europeans don’t spend enough on defense. They don’t because the world seems relatively peaceful and secure to them. When the world is no longer peaceful and secure, they probably will rearm, but not in ways that will benefit Americans.”

Und mit dieser Feststellung holt Kagan zu seinem eigentlichen Angriff aus, der nicht auf Deutschland gerichtet ist, sondern auf die amtierende US-amerikanische Regierung. Wenn man Deutschland und Europa erneut in ein höchst gefährliches Machtungleichgewicht bringen wolle wie zwischen 1871 bis 1945, dann könne man kaum einen besseren Job machen als zur Zeit US-Präsident Donald Trump. Die Trump-Administration, die der EU offen feindlich gesinnt sei, fördere die Renationalisierung Europas. Außenminister Mike Pompeo habe Ende 2018 in Brüssel in einer Rede die Tugenden des Nationalstaates propagiert. Im europäischen Kampf zwischen Liberalen und Illiberalen und zwischen Internationalisten und Nationalisten lege die Trump-Administration ihren Daumen auf die Waage zugunsten der beiden letztgenannten Gruppen. Die Trump-Administration kritisiere die Führer der europäischen Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Regierungen, von Bundeskanzlerin Angela Merkel über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron bis hin zur britischen Premierministerin Theresa May, während sie die Führer der populistischen illiberalen Rechten umarme, – von Viktor Orban in Ungarn über Marine Le Pen in Frankreich bis hin zu Matteo Salvini in Italien und Jaroslaw Kaczynski in Polen. Ausgerechnet in Deutschland äußere der US-Botschafter Richard Grenell in einem Interview den Wunsch, die „Konservativen“ Europas zu „stärken“, womit er nicht die traditionelle deutsche zentrumstreue Partei von Merkel gemeint habe.

Heft TE 06-2019: Interview Priscillia Ludosky
Gelbwesten: Vorerst keine Gründung einer Partei
Zusätzlich zur Förderung des rechten Nationalismus und der Auflösung paneuropäischer Institutionen wende sich die Trump-Administration gegen das globale Freihandelsregime, welches der europäischen und deutschen politischen Stabilität zugrunde liege. Der US-Präsident selbst habe sich gezielt an Deutschland gewandt, beklage Deutschlands hohen Handelsüberschuss und drohe mit einem Zollkrieg gegen deutsche Automobile. Wenn das zu einem Konjunkturabschwung in Deutschland führen sollte, dürften die verärgerten Nationalisten gestärkt werden. Sollten dann Griechenland, Italien und andere schwache europäische Volkswirtschaften ökonomisch wanken und weitere deutsche Rettungsaktionen benötigen, könnten diese möglicherweise verweigert werden. (3) Das Ergebnis wäre das Wiederaufleben des wirtschaftlichen Nationalismus und der bitteren Spaltungen der Vergangenheit. Hinzu kommen die wachsenden Zweifel an der US-Sicherheitsgarantie, die Trump bewusst aufgeweicht habe, sowie seine Forderungen nach erhöhten Verteidigungsausgaben in Deutschland und dem übrigen Europa. Die amerikanische Politik scheine darauf bedacht zu sein, den perfekten europäischen Sturm zu erzeugen.

Ob dieser Sturm in 5 Jahren, in 10 oder in 20 Jahren einsetzen werde, könne natürlich niemand sagen. Die Dinge änderten sich aber schnell. Heute könne man sich zwar darauf verlassen, dass die Deutschen keinen neuen Krieg anzetteln und Europa und die Welt erneut in eine Hölle verwandeln würden. Und vielleicht seien die Deutschen für immer verwandelt worden und nichts könne diese Transformation rückgängig machen, nicht einmal der Zusammenbruch Europas. „But perhaps even these liberal and pacific Germans are not immune to the larger forces that shape history and over which they have little control.” Und mit dieser Warnung ermahnt Kagan die Regierung der Vereinigten Staaten, dass man sich fragen müsse, wie lange die Ruhe in Deutschland und Europa andauern werde, wenn die Vereinigten Staaten und die Welt auf ihren gegenwärtigen Wegen weitermachen. Europa könne man heute als eine nicht explodierte Bombe betrachten, deren Zünder und Sprengstoffe intakt und funktionsfähig seien. „If this is an apt analogy, then Trump is a child with a hammer, gleefully and heedlessly pounding away.”(4)


(1) ROBERT KAGAN: „The New German Question. What Happens When Europe Comes Apart?”, Foreign Affairs, May/June 2019 Issue, online since: April 2, 2019

(2) Kagan stellt mit diesen Fragen auf die rücksichtslose Verfolgung nationaler Interessen ab und geht dabei nicht auf die Frage ein, ob das heutige Problem der EU nicht auch darin bestehen könnte, daß die neue deutschen Europapolitik keine Interessen hat, siehe hierzu: THOMAS MAYER und NORBERT F. TOFALL: Die neue deutsche Europapolitik hat keine Interessen. Das Wunder Europa ist jedoch aus Interessenkonflikten hervorgegangen, Studie zu Wirtschaft und Politik des FLOSSBACH VON STORCH RESEARCH INSTITUTE vom 2. Februar 2018, online abrufbar: hier.

(3) Kagans Warnung vor Protektionismus ist mehr als berechtigt. Die EU und die Eurozone werden jedoch unab-hängig von einem möglichen Handelskrieg mit den USA nicht durch weitere Rettungsaktionen wie denen seit 2010 gerettet werden können. Dazu ist ein weitergehender Umbau des Euro notwendig, siehe hierzu: THOMAS MAYER und NORBERT F. TOFALL: Währungswettbewerb zur Rettung des Euro, Studie zu Wirtschaft und Politik des FLOSSBACH VON STORCH RESEARCH INSTITUTE vom 31. Oktober 2018, online abrufbar: hier.

(4) Siehe auch NORBERT F. TOFALL: Donald Trumps weltweiter Furor. Doch eine komplexe Welt läßt sich nicht durch Furor und Befehle steuern, Studie zu Wirtschaft und Politik des FLOSSBACH VON STORCH RESEARCH INSTITUTE vom 27. April 2018, online abrufbar: hier.

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Kommentare ( 58 )

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Ich denke, Kagan liegt in großen Teilen daneben, vielleicht weil er sich nicht die Mühe gemacht hat, zu recherchieren. Warum Deutschland als Wirtschaftsmacht möglicher Weise baden geht, liegt wohl nicht nur an Trump. Sondern auch an der Deutschen Umwelthilfe, der Abkehr von Kernenergie, Genforschung, an überhöhten Strompreisen, Zerstöhrung des Sozialstaats durch schrankenlose Einwanderung etc….hat Kagan das alles nicht mitbekommen? Unterschlägt er es bewußt? Hält er Schonklods EU tatsächlich für liberal? Sehr seltsam…

Kagan liegt falsch. Völlig falsch. Wie viele andere auch. Nicht die Rechten sind das anschwellende Potential für ein zerschossenes Europa, sondern diejenigen, die die europäischen Nationalstaaten und ihre unterschiedlichen Charaktereigenschaften verrühren und auflösen wollen, damit sie in einem charakterlosen EU Superstaat mit Einheitswährung verschwinden. Ich denke hier insbesondere an alle Linken rot-grüner Prägung, deren Weltbild dem einer platten Scheibe weit ähnlicher ist, als dem einer sich drehenden Kugel. Dass die europäischen Nationen trotz ihrer Differenzen, die zum Teil nicht nur kulturell, sondern ebenso geografisch bedingt sind, wunderbar miteinander harmonieren können, wenn sie sich gegenseitig ihre Freiräume lassen, haben wir nach… Mehr

Nicht Deutschland ist eine Gefahr, aber Europa ist eine Bombe. Und der Zünder und der Sprengstoff ist der Islam.

Deutschland ist eine Gefahr als „Blindgänger“. Es ist dabei einfach so zu explodieren/implodieren.

Es könnte sein, dass die Zustände in „populistische Wut“ umschlagen und die links-grünen Umerzieher inklusive ihrer Staffage zum Teufel jagen.

Kagan hat offenbar nicht mitgekriegt, dass der innereuropäische Freihandel gefährdet ist durch den Euro, eine Währung, die die Nationalismen in Europa *befördert* und nicht hemmt. Er hat nicht mitgekriegt, dass der Euro auch für die deutschen Handelsüberschüsse in die USA mitursächlich ist. Er hat nicht mitbekommen, dass die Renationalisierung Europas durch eine *Überdehnung* der Kompetenzen der EU entstanden ist (sowie durch die deutsche Arroganz, wie sie Frau Merkel transportiert, nicht aber die AfD). Hätte er diese Zusammenhänge gesehen, dann sähen seine Empfehlungen ganz anders aus.

Die amerikanische Politik des 20. Jahrhunderts war davon geleitet KEIN vereintes Europa zuzulassen. Die bestand in der Parteinahme gegen Deutschland in beiden Weltkriegen und DANACH im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion. Stalin wäre ohne die USA bis an den Atlantik marschiert. Die sowjetischen Armeen haben 80% der SS-Elitetruppen zertrümmert, da dürften die Westalllierten ernsthaft Probleme bekommen haben. Ich erinnere an Churchills Plan „Unthinkable“. Vermutlich hatte Stalin ähnliches in der Tasche. Aufgrund des Aufstieg Chinas zur Weltmacht und des Islams als welthistorisch gestaltendes Migrationsphämons und seines Terrors kommt Europa ins Hintertreffen. Die Osteuropäer spüren den indifferenten Druck Russlands während der Westen… Mehr
Die „Siegermärchen-Rhetorik“ eines Deep-State Protagonisten… Geschenkt. Das verlogene Geschwurbel vom „liberalen und friedliebenden Amerika“ – die USA führen seit 250 Jahren ununterbrochen einen (nach geltendem Recht) völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach dem andern und sie sind der weltweit größte Aggressor… Geschenkt. Verweise auf die NATO, die Privatarmee der amerikanischen und britischen Hochfinanz – diverse US-Generäle haben erklärt, nicht EINEN Krieg „zum Wohl der USA“, sondern alle ausschließlich zum Nutzen der Wall-Street geführt zu haben… Geschenkt. Aber: Warum bietet TE einem Jünger des Council of Foreign Relations, einem Kriegstreiber und Schüler von Brzeziński eine Plattform für seine zersetzenden Gedanken? Damit wir sehen, dass… Mehr

„Aber: Warum bietet TE einem Jünger des Council of Foreign Relations, einem Kriegstreiber und Schüler von Brzeziński eine Plattform für seine zersetzenden Gedanken? “
Damit wir uns darüber austauschen können.
Und damit wir hier nicht in einer Filterblase verenden.

Da haben Sie vollkommen Recht. Der Iran ist eine Bedrohung? Wieviel Angriffskriege hat der Iran bisher geführt? Richtig keinen einzigen. Warum will man gegen den Iran einen Krieg anzetteln? Der Iran hat eine unabhängige Bank und Öl. Man möchte den Ölreichtum des Irans genauso wie den von Saudiarabien an den Dollar binden. Die Iraner wollen das nicht, weil sie sich nicht von den Amerikanern abhängig machen wollen. Um einen Krieg anzuzetteln muss eine Bedrohungslage erzeugt werden. Also behauptet man der IRAN baut eine Atombombe und man darf dies nicht zulassen. Also angreifen. Wie hat man es mit dem Irak gemacht?… Mehr

Libanon; Syrien; Afghanistan; Jemen; Islamischer Staat; Kurdistan; Israel (Gaza). In jedem dieser Konflikte hat der Iran mithilfe seiner „Armee Gottes“ mitgemischt. Und Sie haben gar nichts davon gemerkt? Erstaunlich …

Aus meiner Sicht etwas zu einfach gestrickt. Nach allen Erfahrungen des Irans mit den USA (seit 1950) hat sich ein tiefes Misstrauen gegen die USA ausgebreitet. Die USA hat dort einen Regime change durchgeführt und den Statthalter (Schah) dann durch alle Böden geschützt. Als dann die Bombe „Khomeini“ explodierte, erschrak die ganze Welt, und vor aller Augen wurde die USA als Militärmacht desavouiert. Dann hat der Westen (nicht nur die USA) während des Irak/Iran-Krieges den Irak beim Einsatz von Giftgas geschützt, ja ermuntert. Die iranischen Leichen lagen meterhoch, aber unsere Medien haben dazu geschwiegen. Und während all der Zeit hat… Mehr
Siegerpropaganda pur. Wenn der Angelsachse dominiert, und Deutschland zersplittert, machtlos und unterworfen ist, haben wir „Balance of Powers“. Wenn Deutschland vereint ist und stärker als der ganze Rest Europas zusammen, und seine dann natürliche Dominant ausspielen will (genau wie die alten Platzhirsche Spanien, Frankreich, England dies vorher getan haben), braucht es 2 Weltkriege und sie Hilfe zweier Riesenreiche (USA und UDSSR) um Deutschland am Boden zu halten. Die deutsche Frage ist in Wirklichkeit die „Angelsächsische Frage“, und schauen wir uns doch den Westen und Europa an, was ** mit seiner um jeden Preis verteidigten Herrschaft anzufangen wusste. Nur damit Deutschland… Mehr

Danke Michel,

voll auf die Zwölf!
~
Die Deutsche Frage ist die angelsächsische Frage!
~

Vergessen Sie niemals, dass Hitler-Deutschland das Stalin-Reich erobern wollte und einen Großteil der Bevölkerung auslöschen oder umsiedeln wollte. Ohne diesen Zwei-Fronten Krieg wäre eine US-Intervention schwerlich vorstellbar.

Ich finde es mehr als erstaunlich, daß das durch ein hochintelligentes Autorenteam wie TE begründetes Medium dem immergleichen linksliberalen Sermon ein Forum bietet. Gewiß, man sollte und muß sich immer auch mit Standpunkten befassen, die den eigenen konträr sind, da man ansonsten in der Filterblase versinkt. Nichtdestostrotz finde ich, daß die Debatte zum Überthema „deutsche Frage“ und „Zukunft des Westens“ schon weiter ist, in Kagans Ausführung, so gefiltert sie vom Autor Tofall auch wiedergegeben werden, entdecke ich nichts neues, nur Wiedergekäutes, was ich schon seit seit 30 Jahren, Francis Fukuyama et. al. immer wieder lesen muß. Die „deutsche Frage“ stellt… Mehr

Es sind auch solche Kommentare,weswegen es sich unbedingt lohnt TE zu lesen.

Obwohl ich nicht alle Ihre historischen Betrachtungen teilen kann, war es dennoch interessant, Ihren Kommentar zu lesen, zumal ich Ihnen durchaus in vielen Punkten beipflichten möchte. Die offenbar gewollt begrenzte Auswahl zwischen den beiden in der Medienwelt „diskutierten“ Möglichkeiten (aufkommender Nationalismus oder Einheit Europas) begründet eigentlich das „europäische Dilemma“, das allerdings in Wahrheit ein falsches Dilemma darstellt. Französische Eitelkeiten und deutsche Dummheiten verhindern beispielsweise ein Zusammenwachsen Kerneuropas (F, BENELUX, D und A), das als „guter Hegemon“ ein Garant für ein freies Europa sein könnte, in dem jeder Staat über seine Mitarbeit an europäischen Projekten selbstverständlich souverän entscheiden sollte. Salopp und… Mehr
Ich teile Ihre Ausführungen zu 100%, wenn ich sie wohl auch nicht so ausführlich und verständlich hätte formulieren können. Ergänzen will ich: diese „deutsche“ bzw. europäische Frage bewegt sich aktuell um keinen Millimeter in eine für Europa positive Richtung weiter hauptursächlich einer Frau Merkel die es in 14 Jahren Amtszeit offenbar in keinem einzigen Punkt geschafft hat bzw. auch nur annähernd das Format besaß und besitzt die politischen Vorsteher der einzelnen Staaten zu einer gemeinsamen europäischen Politik zusammenzuführen. (Stattdessen ausschließlich strategische Parteien-/Wahlpolitik.) Was, sofern man die Mentalitäten und Befindlichkeiten der einzelnen Staaten denn kennt (echtes Interesse vorausgesetzt, nicht Fräulein Merkel?)… Mehr

Das Grundproblem der gegenwärtigen „deutschen“ Politik besteht darin, eben genau keine deutsche, oder europäische Politik zu betreiben. Wenn internationale, in keiner Weise durch die Völker legitimierte Nichtregierungsorganisationen die Politik gestalten können, hebelt das jegliche demokratische Wahl aus. Die scheinbar „deutsche Frage“ ist in Wahrheit eine Frage von Demokratie oder zwangsorganisierter Globalisierung. Dass die deutsche Politik unter Merkel den internationalen Globalisierern die Türen nach Deutschland und Europa weit geöffnet hat, ist das große Versagen der deutschen Politik.

Präzise Zusammenfassung, illusionsloser Ausblick. Leider unübersetzbar in das Idiom der wiedererstandenen Schlafwandler.
„Von dieser EU wird bleiben, der durch sie hindurchgeht, der Wind.“
Frei nach Bertold Brecht

Herr Hellerberger, Ihre Antwort ist besser als der Artikel, Respekt!

Sehr interessante, aber auch beängstigende Analyse…

Die Frage würde ich anders stellen. Es gab vor Donald Trump dieses weinerliche Amerika mit Obama und seinen Demokraten, das perfekt zur EU, zu Macron, May und anderen M’s passt. Hier regiert die Sozialdemokratie und der Kommunismus, also der Stillstand, deshalb auch EUdSSR. Und dann gibt es das aufrechte Amerika und das aufrechte (nicht rechte) Europa mit Orban, Salvini und anderen. Die Aufrechten können mit den Kommunisten wie Barroso nichts anfangen und umgekehrt. Ich slbst hoffe, daß sich die Aufrecten durchsetzten, in USA und in Europa!

Zitat: „Ziel der NATO war, “to keep the Soviet Union out, the Americans in, and the Germans down,”
Wieso „war“? Hat sich daran etwas geändert?
Und zudem stellt sich die „deutsche Frage“ in absehbarer Zeit nicht mehr, wenn wir Teil der islamischen Ummah sind, und die „Ruderboote“ den Atlantik in Richtung USA überqueren.
„Nation-Building“ im 21.Jh. Die späte Vergeltung der gegenüber den Indianern begangenen Verbrechen? Dann hat Soros‘ seine „Open Society“ direkt vor der Haustüre.