Helfer-Narzissmus – „Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität“

Eine Flüchtlingshelferin aus Übersee in Oberbayern demonstriert, worum es ihr geht: Darum, dass die Menschen sehen, was man für eine „tolle Arbeit“ mit den Flüchtlingen leistet. Das wollen sie sich nicht von Dingen wie sexuellen Übergriffen kaputt machen lassen. Pech für die Opfer.

Screenshot: Das Leben des Brian

Es gibt im Film „Das Leben des Brian“ diese eine Szene, in der die Volksfront von Judäa zusammensitzt und einer von ihnen offenbart, lieber eine Frau sein zu wollen und Babys zu haben. Er fühlt sich unterdrückt, als man ihm sagt, er könne keine Babys haben, weil er nun einmal ein Mann sei. Die Frau in der Gruppe schlägt daraufhin vor, ihm, auch wenn er biologisch gesehen keine Babys bekommen kann, ihm doch zumindest das „absolute Recht“ hierauf zuzugestehen. Daraufhin wirft ein anderer ein, dass das doch aber sinnlos sei. Es sei vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen zu kämpfen, wenn er schlichtweg keine Babys bekommen könne. Es sei eben symbolisch. „Für unser Ringen gegen die Unterdrückung“ erwidert man ihm, woraufhin er entgegnet: „Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.“

Warum ich Ihnen davon erzähle? Weil wann immer man in den letzten Monaten linke Pressevertreter, Fernsehleute, Politiker und gutmenschliche Flüchtlingshelfer sprechen hörte, man sich zwangsläufig an diese Szene erinnert fühlen musste. Jedes Mal, wenn Merkel ihr „Wir schaffen das“ wiederholte oder wenn man es in Presse und Politik gleichermaßen zurückwies, dass unter den Flüchtlingen auch Terroristen sein könnten, wenn man schlicht nicht wahrhaben wollte, dass mit den Flüchtlingen größtenteils nicht die erhofften Fachkräfte kommen, bekam man das Gefühl, hier würde gerade jemand mal wieder gegen seine Realität und die anderer ringen. Ja, da kann ein Jahr vergehen, in dem nahezu alles eingetroffen ist, was Kritiker prognostiziert haben. Am Ende will man immer noch als Mann Babys bekommen bzw. daran glauben, dass es eigentlich keine Probleme durch die unkontrollierte Massenzuwanderung gibt.

Hauptpreis für Realitätsverweigerung

Den Hauptpreis im Ringen gegen die Realität hat nun aber eine Flüchtlingshelferin aus Oberbayern gewonnen. In Übersee und Umgebung war es in den vergangenen Wochen gleich zu drei sexuellen Übergriffen an Frauen durch Flüchtlinge gekommen. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass in Übersee überhaupt nur 39 Flüchtlinge untergebracht sind. Jedenfalls gab diese Flüchtlingshelferin vor dem Hintergrund der Probleme mit männlichen Flüchtlingen, die nicht so ganz wüssten, wie sie sich gegenüber den Frauen hierzulande verhalten sollten, entsprechende Tipps an junge Mädchen und Eltern heraus, wie sich diese korrekt gegenüber den Asylbewerbern zu verhalten hätten. Wichtig sei es demnach vor allem, dass Mädchen entsprechend selbstbewusst auftreten und die Eltern ihre Kinder (Mädchen) darüber aufklären, wie sie sich „gegenüber einem Asylbewerber zu verhalten haben“, damit sie diesen „nicht herausfordern“.

„Eltern sollen Mädchen aufklären – Wichtig ist deswegen, so eine Flüchtlingshelferin, dass Mädchen entsprechend selbstbewusst auftreten. Sie rät Eltern dazu, ihre Kinder aufzuklären. Sie müssten ihren Mädchen erklären, wie sie sich gegenüber den Asylbewerber zu verhalten hätten, um sie nicht herauszufordern.“

Ja, da könnte man jetzt schon ein wenig wütend werden, wenn man so etwas liest. Deshalb der Einstieg mit Monty Python. Anders ist das, was diese Frau hier von sich gibt, nämlich nicht mehr zu ertragen. Und es geht noch weiter:

Denn ohnehin empfindet man angesichts der Geschehnisse vor allem Mitleid mit sich selbst und den Flüchtlingen. Beispielsweise sei ein Plakat, auf dem zum Schutz der Frauen und Kinder in Übersee und Grassau aufgerufen wurde, nach einem der sexuellen Übergriffe an der Autobahn platziert worden. Das sei schwierig. Ein Vorfall würde alles kaputt machen und die Menschen würden gar nicht mehr sehen, wie viel tolle Arbeit in dem Jahr geleistet worden ist.

Und ja, genau an solchen Äußerungen lässt sich erkennen, worum es vielen Flüchtlingshelfern eigentlich geht. Um Anerkennung. Darum, dass die Menschen sehen, was man für eine „tolle Arbeit“ mit den Flüchtlingen leistet. Und das will man sich eben nicht von solchen Dingen wie sexuellen Übergriffen kaputt machen lassen. Hätten die Eltern der Mädchen ihre Kinder nur schon früher darüber aufgeklärt, wie man einen Flüchtling nicht herausfordert – dann wäre das alles nicht passiert und man könnte sich immer noch für seine Gutmenschlichkeit abfeiern lassen.

Wer sich jetzt zumindest ein kritisches Wort in Richtung Flüchtlinge erhofft, wird enttäuscht. Die mussten in dem ganzen Jahr, in dem sie jetzt nämlich schon hier sind, viel Neues lernen. Jetzt hätte man langsam Fuß gefasst und wolle eine Frau haben. Logisch. Wer hätte auch ernsthaft daran gedacht, dass es den Ankommenden um etwas anderes ginge – hat man seine besondere Art der „Suche“ nach einer Frau ja schon in mehreren Städten und hierbei vor allem an Silvester unter Beweis gestellt. Die Suche nach einem Job? Geld verdienen? Eher zweitrangig. Sein Leben mit Frau und Kindern kann man hier ja ohnehin auch ganz gut ohne Job und mit staatlichen Leistungen finanzieren.

Gesagt, getan: in einer Flüchtlingsunterkunft in Süddeutschland
Merkel empfiehlt: Lerne einfach mal einen Flüchtling persönlich kennen!
Auch fragt man sich unweigerlich, was sie alles in einem Jahr Neues lernen mussten, dass keine Zeit mehr übrig blieb, ihnen den richtigen Umgang mit Frauen zu erklären. Oder vielleicht hat man das ja und es hat den ein oder anderen schlicht nicht interessiert. Dafür würde eine weitere Aussage der Flüchtlingshelferin sprechen. Erst neulich hätte sie ihnen wieder einen Vortrag über den Umgang mit Frauen gehalten, dass sie vorsichtig sein und auf das Alter der Mädchen achten müssten. Das leuchtet natürlich auch ein. Wenn die Mädchen volljährig sind, ist es natürlich weniger schlimm, wenn man sie gegen ihren Willen antatscht. Man möchte einfach nur heulen.

Übersee heißt so, weil es am Chiemsee liegt, dem großen bayrischen See, Urlaubsregion. Auch im nahen Traunstein, immerhin 18.000 Einwohner, werden Übergriffe gemeldet. Viele Mädchen gehen nicht mehr am früheren Telekom-Standort vorbei, wo heute Flüchtlinge wohnen. Zäune werden hochgezogen.

Aber was schert eine Helferin die Not der Mädchen? Sollen sie sich anpassen, an arabische Sitte und besser zu Hause bleiben?

Der Teil mit den Frauen, das gibt auch die Helferin schlussendlich zu, funktioniere eben nicht. Ein Verweis auf den Islam oder die Kultur der Männer als Ursache gibt es jedoch nicht. Keine Erklärung, weshalb der junge Asylbewerber einfach nicht versteht, dass wenn er die jungen Mädchen und Frauen sieht, „er nicht darf“. Warum er sich nach Angaben der Helferin „irgendwann die Freiheit nimmt“ und dies mit der „Ausrede“ rechtfertigt, die Frauen hätten es ja durch ihre Art der Kleidung „provoziert“.

Vielleicht, weil es gar keine vorgeschobene Ausrede für ihn, sondern in seinen Augen und in seiner Kultur sein gutes Recht ist, Frauen, die sich nicht verschleiern, anzugrabschen. Dass es in seiner Kultur vollkommen normal ist, dass Frauen nichts zu melden haben und schon gar nicht die Freiheit besitzen, sich ihren Partner selbst auszusuchen. Das würde dann vielleicht auch erklären, weshalb die jungen Männer nach Angaben der Helferin gar nicht verstanden hätten, weshalb man jemanden dafür von der Polizei abholen ließ. Weshalb sie sich, wie sie sagt, das Ganze „einfacher vorgestellt“ hätten. Aber nun sind wir schon wieder zu nah an der Realität.

Gut, dass es da den Sozialpädagogen Christian Zech gibt, der immer noch in 2015 gefangen zu sein scheint und weiter fleißig darüber redet, dass ja die Guten, die Motivierten und Aktiven zu uns kommen würden und sowieso alles eine riesige Chance für uns sei, wenn es doch nur diese verpflichtenden Kurse gäbe, in denen den Flüchtlingen die kulturellen Gepflogenheiten des Landes nähergebracht werden. Als wenn fehlende Kurse, an denen eh oft kein großes Interesse vonseiten der Flüchtlinge besteht, das Problem seien. Vielmehr ist es eine Kultur, eine Religion, von der man sich gar nicht entfernen will. Auch nicht mit auferzwungenen Kursen. Menschen, denen man vielleicht sagen kann, dass sie etwas nicht dürfen, es aber trotzdem als ihr Recht ansehen werden. Das Problem ist eben nicht, dass sich keiner findet, der ihnen sagt, dass sie keine Frauen angrabschen und vergewaltigen dürfen, dass sie das Gesagte nicht verstehen. Sie wollen es schlichtweg einfach nicht verstehen. Oder weshalb kam es trotz Köln immer wieder zu Übergriffen?

Der Trostpreis geht an den BR

Und dennoch bin ich sicher, dass wir auch weiterhin einer gesamtgesellschaftlichen Debatte über dieses Problem aus dem Weg gehen werden, dass wir weiter, dank solch kompetenter Flüchtlingshelfer und Sozialpädagogen, gegen die Realität ringen werden und wenn wir den Flüchtling schon nicht zum durch und durch guten Menschen, der die Frauenrechte hierzulande achtet, machen können, können wir ihm zumindest das „absolute Recht“ dazu zugestehen.

Auffällig ist auch die Berichterstattung im Bayerischen Rundfunk: Da wurde das Gerede der Flüchtlingshelferin direkt übernommen. Kein Wort über die jungen Mädchen, die eigentlichen Opfer. Mitleid mit Einheimischen? Danke, das ist schon aufgebraucht im Selbstmitleid der Helfer und Täter. Eine seltsame Umwertung: Einheimische Mädchen brauchen keinen Schutz, wohl aber bald einen Schutzengel.

In der Berichterstattung wird ihr Leid ausgeblendet, wortlos. Helfer zählen.

Der Trostpreis für besondere Herzlosigkeit geht daher an den BR.

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