Europa: Die Krise der EU und ihre Schönredner

Was wenn auf einen Schlag 20 Mitgliedsländer die EU verlassen? Undenkbar? Gerade geschehen. Jedenfalls wirtschaftlich. Denn die Wirtschaftskraft Britanniens entspricht jener der 20 kleinen EU-Länder.

© Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images
Austria's Foreign Minister Sebastian Kurz (C), Belgium's Foreign Minister Didier Reynders (R) and Netherlands' Foreign Minister Bert Koenders speak together ahead of an EU foreign affairs council at the European Council, in Brussels on November 14, 2016.

Nichts funktioniert in Europa so gut wie Beschönigung. So war in den Leitmedien zu lesen: „Kundgebungen in ganz Europa – Pro-Europäer gehen auf die Straße.“ Aber: In ganz Europa waren es gerade um die 20.000, in Deutschland 7.000 (Zahlen variieren zwischen Angaben der Veranstalter und denen der Polizei). Und vor allem: Auf den Demos durften keine Politiker sprechen. Ein Misstrauensvotum, das sagt: „Europa ja, aber bitte anders.“ Tatsache ist: Europa steht gehörig unter Druck, wirtschaftlich, politisch und finanziell.

Wirtschaftlich nicht nur, weil Großbritannien austritt und damit einer der Giganten, dessen volkswirtschaftliches Gewicht dem von 20 wirtschaftlichen Zwergen in der EU entspricht, rechnet der Volkswirt Hans-Werner Sinn vor. Dazu kommt: In den vergangenen sechs Jahren betrug das Wirtschaftswachstum in der Eurozone nur 1,1 Prozent. Dynamik sieht anders aus.

Politisch, weil der Widerstand gegen Brüssel wächst: In den Niederlanden rettete der Konservative Mark Rutte sein Regierungsamt nur durch einen Kurs, der über weite Strecken inhaltlich vom Europa-Gegner Geert Wilders vorgezeichnet war und in Deutschland inhaltlich nur von der AfD geteilt wird.

In Frankreich könnte Marine Le Pen das Präsidentenamt auch nach Macrons Vorsprung im ersten Durchgang gewinnen – und den Frexit erklären. Auch wenn sie es nicht schafft: Wenn nach Großbritannien ein weiteres großes Land austräte, wäre das das Ende der EU. Jede Wahl in einem Mitgliedsland wird damit zur Zitterpartie für die angeschlagene Gemeinschaft. Allein, dass Le Pens Sieg im Bereich des Möglichen liegt, verändert Frankreich vor der erst wirklich entscheidenden Parlamentswahl im Juni.

Finanziell, weil mit dem Ausbleiben der Zahlungen Großbritanniens Deutschland zur Kasse gebeten werden muss – nach der Logik Europas kostet eine stark verkleinerte EU mehr als eine große. Mit geradezu perverser Lust verkündete Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, dass Deutschlands Beiträge steigen müssten – noch selten hat jemand so leichtfertig mit Steuermilliarden um sich geworfen.

Und es wird noch viel teurer. Die Verschuldung der Eurozonen-Staaten liegt im Schnitt bei rund 90 Prozent des BIP, die deutsche nur bei gut 70 Prozent. In der Eurozone sind aber früher oder später alle Schulden gemeinsame Schulden, dafür sorgt schon die EZB. Und leichtsinnig präsentierte die EU Großbritannien eine „Ausstiegsrechnung“ in Höhe von 60 Milliarden Euro für zukünftige, aber schon eingegangene Verpflichtungen. Hochgerechnet auf Deutschland heißt das: Rund 100 Milliarden Verpflichtungen ist Deutschland schon eingegangen – einfach so.

Deutschland als Zahlmeister

Nur leider führt vermutlich kein Weg daran vorbei. Deutschland ist in der Krise erst zur beneideten und dann zur verhassten Hegemonialmacht der EU geworden und würde daher für ein Scheitern des ganzen Unternehmens verantwortlich gemacht werden.

Bizarr und Brüssel ist kompatibel
EU: Die Brexit-Falle oder: Sanguisugae Bruxellis
Zuverlässige Verbündete besitzt Deutschland in der Eurozone kaum noch, wenn man von den Niederlanden und einigen kleineren Staaten wie Finnland, der Slowakei und den baltischen Republiken absieht. In einem möglichen Eurozonen-Parlament, das Frankreich genau aus diesem Grunde anstrebt, würde es den Südländern leicht fallen, die deutschen Abgeordneten zu überstimmen, zumal die Vertreter der „linken“ Parteien aus Deutschland ohnehin immer für die Anliegen des Südens stimmen würden, um zu zeigen, dass sie wirklich gute Europäer sind.

Die Formel „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“ haben 27 Regierungschefs anlässlich der 60-Jahr-Feier der Römischen Verträge zwar unterschrieben und sich dafür feiern lassen. Wohin aber es mit unterschiedlichem Tempo gehen soll, sagte keiner der Feiertagsgäste. Bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz geht es wie selbstverständlich um das alte Ziel von „ever closer“, also den Bau des großen Nationalstaats EU. Denn „mehr Europa“ versus weniger nationalstaatlich bedeutet ja ungetarnt: ein einziger großer Nationalstaat Europa statt 27 mittlere und kleinere Nationalstaaten.

Aber was ist unter dieser Vertiefung zu verstehen? Es lohnt sich, die Reden von Emmanuel Macron zu verfolgen oder dessen Buch „Révolution – c’est notre combat pour la France“ zu lesen.

Frankreichs Hegemonialanspruch

Von allen französischen Präsidentschaftskandidaten ist der Parteilose Macron derjenige, der am entschiedensten für eine Stärkung der jetzigen EU eintritt und dafür gerade in Deutschland von den EU-Wohlgesinnten viel Beifall erhält.

Subjektiv dürfte dies auch ehrlich gemeint sein, es ist mehr als eine bloße Pose. Aber könnte man sich einen deutschen Politiker vorstellen, der sich so explizit zum Nationalgeist seines Landes, also dem „esprit français“, bekennt und daraus für Frankreich den Auftrag ableitet, den anderen zu erklären, was wahre Freiheit ist, und selber das Modell für den Rest der Welt oder zumindest den Rest Europas abgibt?

60 JAHRE RÖMISCHE VERTRÄGE
Europa: Small is beautiful
Wer auf die Facebook-Seite von „en marche“ (der Bewegung hinter Macron) blickt, der findet dort den aus dem Buch „Révolution“ stammenden Satz, dass Frankreich die Welt für alle anderen Nationen stellvertretend („pour le compte de tous“) konzipiere. Macron stellt sich in die Tradition der großen Aufklärer wie Diderot. Wenn dies kein Hegemonialanspruch ist – wie sollte er sonst aussehen?

Wer „Vertiefung“ ruft, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Die stehen eher auf Sezession als Integration, auf mehr Dezentralität statt mehr Zentralität. Und das nicht nur im Verhältnis der alten Nationalstaaten zum neuen Supernationalstaat EU, sondern auch innerhalb der alten Nationalstaaten.

Von diesen Nationalstaaten sind einige recht jung. Jugoslawien hat sich in seine nationalen Bestandteile aufgelöst. Die Tschechoslowakei hat sich in zwei Republiken geteilt. Das Gleiche ist weltweit zu sehen. Nur straff geführte, eher autoritäre als demokratische, mehr totalitäre als rechtsstaatliche Länder können den Trend zu kleineren Einheiten längere Zeit aufhalten. Völlig daneben ist, wer heute neue „Reiche“ aufbauen will – wie der türkische Präsident Erdogan mit seinem osmanischen Traum.

Führt der Brexit tatsächlich zur Trennung Schottlands von London? Allein die Möglichkeit unterstreicht den Trend. Dass die Norweger außerhalb der EU sehr zufrieden sind, die Schweizer sowieso, ist eine Tatsache. Anstelle der Formel von den „verschiedenen Geschwindigkeiten“ empfiehlt sich ganz pragmatisch die von den „unterschiedlichen Wegen“.

Nur Weniges sollte für alle EU-Länder verbindlich sein: der Binnenmarkt vor
allem. Bei Außenpolitik, Verteidigungspolitik, Freizügigkeit, Flüchtlings- und Asylpolitik, innerer Sicherheit, Justizpolitik und Währung sollten die jeweils Willigen zusammen, die übrigen in nationalstaatlicher Souveränität handeln. Aber das ist ein ganz anderes Modell als die derzeitige Monsterbürokratie.

Es gibt kein europäisches Volk

Der von Jean-Claude Juncker und anderen nun in die Debatte geworfene Satz, man solle sich auf die „großen Dinge“ konzentrieren, nicht auf „Klein-Klein“, ist vermutlich nur eine weitere Nebelkerze wie die „verschiedenen Geschwindigkeiten“. Ernsthaft wäre es schon das richtige Stichwort: europäisch (so umgreifend wie möglich) lösen, was auch die größeren Nationalstaaten nicht allein können. Beispiele dafür gibt es genug.

Verteidigung: Integrierte EU-Streitkräfte als Teil der NATO würden denen der USA auf Augenhöhe begegnen; auch hier fehlt Großbritannien, das über eine schlagkräftige, global einsatzfähige und mit Atomwaffen ausgerüstete Streitmacht verfügt.

Interview
Sebastian Kurz: "Der Türkei-Deal nur ein Plan B"
Grenzsicherung: Die Bewegungsfreiheit im Schengen-Raum hätte von Beginn an eine effektive europäische Grenzpolizei verlangt, die mit EU-Streitkräften und Polizeibehörden eng kooperiert. Wenn die EU diese beiden Aufgaben ernsthaft in Angriff nimmt, ist sie die nächsten zehn Jahre damit beschäftigt. Das wäre groß.

Auch die überbordende politische Entscheidungsstruktur würde ehrlich gemacht – vorausgesetzt, sie bestünde aus dem Ministerrat (Rat der EU) allein. Das Europäische Parlament wird trotz aller Sprüche nie eines werden, da es die Mitglieder einer europäischen Regierung nicht wählen darf. Das ist unumstößlich so, weil die Regierungschefs der Nationalstaaten, die den Ministerrat bilden, von den Parlamenten oder Völkern in den Mitgliedsstaaten gewählt werden. Das Problem, das dem Europa-Parlament jede Legitimation nimmt, ist die schlichte Tatsache, dass es kein europäisches Volk gibt, von dem es gewählt werden könnte – und emotional getragen.

Und weil das Gesetzgebungsverfahren der EU zwischen Kommission, Parlament und Ministerrat, manchmal auch unter Beteiligung der nationalen Parlamente, so kompliziert und bürokratisch ist, muss es unweigerlich im „Klein-Klein“ landen.

Für den künftigen Weg der EU gibt es damit zwei Alternativen. Die erste: Rückbau und Neugründung. Dazu müsste der Ministerrat dafür sorgen, dass die Kommission in einer ehrlichen Bestandsaufnahme ihre Fehlentwicklungen benennt, Pläne zu ihrer Ersetzung durch Konzentration auf die „großen Dinge“, Rückgängigmachung und Verzicht auf das „Klein-Klein“ vorlegt und verwirklicht.

Die zweite Alternative ist unangenehmer: weitere Exits. Sorgt der Ministerrat nicht für Selbstbesinnung, Rückbau und Neugründung, werden weitere EU-Austritte folgen. Aber diese Reform findet keine Anhänger. Marine Le Pen jedenfalls steht für Frexit. Emmanuel Macron repräsentiert die Alternative „weiter so“ anstelle von Reformen. Für das längst erschöpfte „weiter so“ stehen gleichermaßen Merkel und Schulz. Eine politische Führungsperson für die Alternative Rückbau und Neugründung ist in den Kernländern nicht in Sicht.

Der österreichische Weg

Anders dagegen in Österreich, das lange im Geleitzug Deutschlands mitfuhr, sich aber mit der Schließung der Balkanroute auf einen eigenen Weg gemacht hat. In Österreich müsste erst 2018 der Nationalrat, das Bundesparlament, gewählt werden. Doch vorgezogene Wahlen im November dieses Jahres sind möglich. Der neueste Schritt in der österreichischen Politik lässt nicht nur aufhorchen, sondern keinen anderen Schluss zu: Der sozialdemokratische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil bringt die Regierung in Wien dazu, die EU-Vereinbarung über die Verteilung der Asylbewerber auf die Mitgliedsstaaten infrage zu stellen. Auch wenn das schwer wird in Brüssel. Sein Argument spielt mindestens im kommenden Wahlkampf: Wir haben in Relation zur Bevölkerungszahl unser Kontingent übererfüllt, mehr Zuwanderer, die etwa aus Italien zu uns verschoben werden sollen, nehmen wir nicht auf.

Damit signalisiert die Initiative Doskozils – nach vorausgegangenen EU-Kritiken seines Ministerkollegen Sebastian Kurz von der ÖVP –, dass der Druck auf Änderung der EU-Marschrichtung nicht von den Kernländern der EU kommt, sondern von kleineren Staaten und Länder-Allianzen, die erst im Entstehen sind.

Von Roland Tichy, Fritz Goergen und Roland Asch


Dieser Beitrag ist in der Printausgabe ‚Tichys Einblick‘ 05/2017 erschienen:

Unterstützung
oder

Kommentare ( 62 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
„Europa findet immer nur durch Krisen zu mehr Integration“ „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert… Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“ „Wenn es ernst wird, muss man lügen“ Junckers beste Sprüche….. Um einen europäischen Suprastaat entstehen zu lassen, benötigt man eine breite kollektive Zustimmung. Mit der ist heute nicht zu rechnen; es ist ein reines Elitenprojekt. Sollte die Immigrationskrise der Schlüssel zu… Mehr

Wenn die kiste so verfahren ist wie sie es nun ist, dann sollte man gedanklich wieder ganz weit zurückgehen und sich die frage stellen:
was wollen wir mit einer europäischen union erreichen, was ist das hauptziel?
Für mich gebt es da folgende drei schwerpunkte:
1. Frieden
2. frieden
3. Frieden
Alles andere kann irgendwann später kommen.
Damit ist für mich klar, daß großbritannien, frankreich, rußland und deutschland unbedingt in dieser gemeinschaft sein müssen. Keiner dieser „alten“ kriegsparteien darf ausgeschlossen sein. Wenn das nicht gelingt, dann kann man es eigentlich lassen und man konzentriert sich auf staubsauger und pumpenwirkungsgrade.
Gruss aus dem kalten sachsen!

Klingt toll… Nur: In Nordkorea herrscht auch Frieden und in der DDR hatten wir den auch.
Was ist mit Freiheit und Demokratie? Die gehen nämlich gerade den Bach herunter.
Oder glauben Sie das Märchen, ohne die EU würde es Krieg geben?

Es wird anscheinend immer deutlicher, dass es gar keine „schweigende Mehrheit“ der Pro-Europäer im Sinne der „real existierenden“ EU gibt, sondern bloß eine lärmende, lügende Minderheit geführt von Typen wie Quasselborn, Jean-Claude Junkie und unserem gescheiterten Buchhändler, ….

Danke den Herren für die treffende Analyse.- Hier nur noch eine kleine Ergänzung zum Thema. Vor kurzem habe ich an einem Forum der K.Adenauer-Stiftung anläßlich des „EU Jubiläums“ teilgenommen. Und hier ein interessanteste Detail des Vortrags für mich in bleibender Erinnerung, als Metapher unübertrefflich: in Rom wurden sprichwörtlich leere Bätter unterschrieben, für Außenstehende nicht direkt sichtbar (tatsächlich geschuldet der technischen Probleme bei der Vervielfältigung). Fazit des Vortrags und der Disskusion: von Beginn an (von Montan Union Vert.Gemeinschaft bis EWG, EG ff.) Krisen und nicht zu Ende geführte, gescheiterte Projekte – und deshalb wurden immer neue Projekte aufgelegt, EU-Expansion, EUR ..… Mehr

Das ist Feigheit. Würde man das Offensichtliche akzeptieren, kann man eigentlich nicht mehr weitermachen, wie bisher. Man müsste sich gerade machen. Und das gibt Ärger. hat jeder mittlerweile mitbekommen. Man flüchtet in kindliches Verhalten: Augen zu und die Probleme sind weg. Alles wird gut. Der Endsieg der Herzen.

Herr Goergen hatte wiederholt auf TE die Forderung nach einem Neuanfang der EU formuliert. Der ist heute dringender denn je. Aber mit dem politischen Personal wird das nichts. Hier wird Poltitik zwischen reiner Selbstverliebtheit und Angst vor der Wahrheit gemacht. Es muss zum politischen Erdrutsch kommen. Die Diskrepanz zwischen dem was die Politik als Erfolg darstellt und der Realität ist unübersehbar. Bereits 2006 drückte es H.Schmidt deutlich aus : „Wenn wir auf Jahrzehnte so weiterfahren wie bisher, dann muß ich für unser Vaterland schwarz sehen.“ Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch weit vom heutigen Zustand entfernt. Der Satz “ Es… Mehr
Die deutschen etablierten Politiker müssen offen zugeben, dass es IHR Projekt ist, Deutschland als souveräne Nation in ein Gesamteuropa aufgehen zu lassen. Das hat historische Gründe. Die deutschen Politiker sehen es alleine in der Logik der deutschen Nachkriegsgeschichte und eines ewigen Schuldkomplexes die eigene Nazivergangenheit los zu werden. Bundestagspräsident Norbert Lammert hat am 26. Februar gemeinsam mit den Parlamentspräsidenten von Frankreich, Italien und Luxemburg einen Brief in der „La Stampa“ veröffentlicht. Im Hinblick auf ein Treffen der Präsidenten der nationalen Parlamente in Rom am 17. März fordert er in dem Brief, dass Deutschland Souveränität abgibt für eine „stärkere politische Integration“… Mehr
Den von Ihnen erwähnten Brief habe ich gelesen und ins deutsche übersetzt. Wenn deutsche Politiker das was Sie schreiben als Beweggrund für die Zerstörug des eigenen Landes ansehen, sind Sie offensichtlich fehl am Platz. Ich bekenne mich eindeutig zur deutschen Geschichte aber nicht mit einem persönlichen Schuldgefühl und sehe daher keinen Grund es als Grund für die Selbstaufgabe zu akzeptieren. Es scheint eine spezifische deutsche Eigen- schaft zu sein sich selbst ständig mit Schmutz zu bewerfen und davon auszugehen, nur dann werden wir in der Welt akzeptiert. Sehen Sie sich in der Welt um, z.B. gäbe es sämtliche Staaten des… Mehr

Nicht ganz: Tschechien, Ungarn…

Die EU von heute wird entweder zerbröseln, oder es gelingt, eine glaubwürdige Konföderation konstitutionell, institutionell und prozedural neu zu erfinden. Ein ‚Verfassungskonvent‘ aus akademischen Historikern, Staatsrechtlern und Politikwissenschaftlern (ohne aktive Berufspolitker) müsste 2-3 durchdachte Konzepte ausarbeiten, die dann per Referendum zur Wahl in allen Ländern gestellt werden. Zeitrahmen für eine Neuordnung 4-5 Jahre.

Wird nicht klappen, denn diese 3 Berufsgruppen, haben keine Ahnung von Finanz- und Wirtschaftspolitik. da kommt der gleiche Kokolores raus wie jetzt. Was aber viel wichtiger ist, sie werden die kulturellen Lebensumstände in den europäischen Staaten nicht angleichen können. Oder wollen Sie griechische oder süditalienische Verhältnisse?
und so weiter und so fort…

„Eine politische Führungsperson für die Alternative Rückbau und Neugründung ist in den Kernländern nicht in Sicht.“ – Hr. R. Tichy, Hr. F. Görgen, Hr. R. Asch

Schöpferische Zerstörung light? – Da Sie die EU ohne Krieg transformieren wollen, solllten Sie nach einem „Schöpfer“ suchen, der eine derartige extrapolarisierte Wirklichkeit kreieren und reflektieren kann.

Das geht mir auch immer häufiger durch den Kopf. Nach dem sogenannten demokratischen Herumgeeiere über Jahrzehnte ohne nennenswerten Fortschritt im Sinne der konsequent übergangenen Bürger bleibt eigentlich nur eine Option übrig, einen Kurswechsel einzuleiten. Und das ist die, die ich politisch eigentlich immer verhindern wollte. Aber mir schwant entsetzlich, daß in der Vergangenheit ganz bestimmte Dinge nach einer ganz bestimmten Logik passiert sind. Vielleicht ist diese Art Demokratie, wie sie uns nach dem zweiten Weltkrieg verkauft werden soll, einfach nur funktionsfähig, wenn es politisch schnurgeradeaus geht und man nicht steuern muß. Da läßt sich trefflich auch freihändig fahren. Immer mit… Mehr

Ja, das denken inzwischen wohl viele, mehr oder weniger im Stillen. Es gibt dafür ja auch ein paar offensichtliche Argumente. In Zusammenschlüssen von Menschen, die etwas wirklich Ernsthaftes leisten müssen, also zB Unternehmen oder Militär, gibt es keine Demokratie. Da ist jedem intuitiv klar, dass es eine klassische Führung geben muss, alles andere erschiene sogar lächerlich. Und warum sollte eine Staat nicht etwas wirklich Ernsthaftes sein. Das der Staat so eine Art gemütlicher Debattierklub sei, scheint doch eher eine Idee von Stuben-Philosophen zu sein, die sich ihre großen Weltideen genau in solchen Debattierklubs ausgedacht haben.

Meiner Erfahrung nach, wenn sich Gruppen von Menschen bilden, gibt es immer einen Anführer und um ihn herum eine Gruppe, die fast genauso stark sind. Das erscheint mir ebenfalls natürlich. Die Gruppe, um den Anführer herum, muss allerdings so stark sein, ihn notfalls abzusetzen und zu ersetzen. Sonst passieren schlimme Dinge. Niemand kann mit Macht gut umgehen, ab einer gewissen Dimension. Das wussten schon die römischen Kaiser und Feldherren. Diese hatten, so heißt es, beim triumphalen Einzug in die Stadt einen Sklaven, oder Priester hinter sich stehen, dessen Aufgabe es war, ihm zuzuflüstern, dass er nur ein Mensch sei. Genauer… Mehr
Moin moin, Zitat: „Völlig daneben ist, wer heute neue „Reiche“ aufbauen will – wie der türkische Präsident Erdogan mit seinem osmanischen Traum“. Wirklich? Läuft doch alles Bestens mit Erdogans‘ Traum. Nun ist er Chef in seinem Imperium, bekommt nach wie vor Heranführungshilfe sowie Grenzschutzmilliarden und seine Deppendance in Berlin ist bis in ein paar Jahren auch integriert in die Provinz Almanya – „Türkisch-Nordwest“. Das Projekt der weltumspannenden Ummah wird nach „Bekehrung“ der EU und erfolgreichem „Dschihad“ in „On-top-Hannes’“ NRW eher von Erfolg gezeichnet sein, als ein Umbau der EU in eine „Vereinigung der Vaterländer“. Sein Aufruf zur „Zeugungsoffensive“ wird ein… Mehr

Die heutige EU ?

Ein Unikum, Ein Unding, Ein Umverteilen, Eine Unverschämtheit!

Die UdSSR hat die Kolonien des Zaren nicht frei gegeben, obwohl es nach der Oktoberrevolution massive Bestrebungen nach Selbstständigkeit gab. So ist eben alles 70 Jahre später implodiert.

Roter Kolonialismus 😉