Ein Jahr danach: Paris kann überall passieren

Ein Jahr nachdem IS-Terroristen in Paris 130 Menschen hinmordeten, dominiert bei Anabel Schunke nicht Angst, sondern eine Ungeduld, die angesichts nicht der geringsten Politikänderung immer nur noch größer wird. Da wird sie nicht allein sein.

© Thierry Chesnot/Getty Images
Thierry Chesnot/Getty Images)

Es ist Mitte November 2016. Exakt heute vor einem Jahr erschossen IS-Terroristen in Paris 130 Menschen. Wie wir heute wissen, waren sie allesamt als „Flüchtling“ nach Europa eingereist. Sind vor ihrem grausamen Attentat noch munter zwischen Frankreich und Deutschland hin und hergereist. Keiner vermochte es, sie zu stoppen und eigentlich hätten wir uns schon damals die Frage nach der territorialen Integrität stellen sollen und wie sicher wir hier überhaupt noch sein können.

Paris war eine Zäsur. Jedenfalls für mich. Für jemanden, der selbst bis dato noch nicht realisiert hatte, was Merkels Öffnung der Grenzen, die damals erst seit gut zwei Monaten bestand, eben auch bedeutete. Wie verantwortungslos und wahnsinnig das alles wirklich war. Andere wiederum wussten das schon vorher und wieder andere realisieren es bis heute nicht. Markus Söder sagte damals: „Paris ändert alles.“ Ein Jahr später müssen wir uns eingestehen: Nichts hat sich geändert.

Wenn ich das Gefühl, was mich seitdem begleitet, mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre es Ungeduld. Nicht Angst und auch nicht Panik, sondern Ungeduld. Denn Angst ist etwas Diffuses. Oder zumindest unterstellt man es ihr anhaltend, seitdem die erste Kritik an der Asylpolitik der Kanzlerin laut wurde. Denn Angst muss nicht konkret begründet sein. Ungeduld sehr wohl. Sie kommt nie einfach so und bezieht sich immer auf etwas Konkretes.

Auf dem Pulverfass

Und ja ich bin ungeduldig. Seit einem Jahr. An jedem einzelnen Tag. Weil ich an jedem von ihnen mit dem Bewusstsein durch meine Heimat gehe, dass seit mehr als einem Jahr anhaltend jeden Tag Menschen als „Flüchtling“ über die Grenze kommen. Dass die Anzahl vielleicht weniger geworden ist, aber die Kontrolle darüber, wer ins Land kommt, nicht besser. Dass sich nichts an Merkels Politik seit September 2015 geändert hat. Dass die damals als humanitäre Ausnahme bezeichnete Entscheidung zum quälenden Dauerzustand geworden sind. Die territoriale Integrität Deutschlands existiert de facto nicht mehr. Sicherheit ist zu einem unerschwinglichen Gut geworden. Und jeder weitere Tag, an dem das so ist, macht mich noch ungeduldiger und damit in der Folge wütend und nervös.

Weiter so kann niemand verantworten
Der Terror von Paris fordert Europa
Denn wir sitzen auf einem Pulverfass, welches uns jeden Moment um die Ohren fliegen kann. Bereits vor Monaten erzählten mir Polizisten immer wieder, wie oft sie IS-Leute unter den „Flüchtlingen“ hochnehmen würden. Chatprotokolle von Flüchtlingsbetreuern, die mir zugespielt wurden, belegen darüber hinaus, dass auch Flüchtlingshelfer immer wieder befürchten, bei dem ein oder anderen ihrer „Schützlinge“ könnte es sich um einen radikalen Fanatiker handeln. Mittlerweile gehen die Verhaftungen der mutmaßlichen Terroristen unter den Asylbewerbern nahezu täglich durch die Medien. Der BND warnt unterdessen, dass der IS gezielt Leute für das Asylverfahren schulen könnte.

Passieren tut, bis auf das Eingreifen der Sicherheitsbehörden, dennoch nichts. Und das wiederum, da brauchen wir uns auch keine Illusion machen, ist auch nur mit tatkräftiger Unterstützung der US-Geheimdienste möglich. Kein Aufschrei in der Bevölkerung, kein ARD-Brennpunkt und auch keine halbe Stunde Frontal21 oder Kontraste zum Thema Terroristen in Deutschland, weil man stattdessen wie immer damit beschäftigt ist, über die offenbar ins Unermessliche angestiegene Gefahr von Rechts in Deutschland zu berichten.

Ja, ich bin ungeduldig. An jedem Tag, an dem alles so weiter geht wie bisher und mein Wissen darüber, wie unverantwortlich all das ist, mit jedem dieser Tage durch weitere Informationen noch gesteigert wird. Vera Lengsfeld schrieb vor vielen Monaten in Bezug auf die Paris-Attentate: Political Correctness tötet. Und genauso wird es hier in Deutschland kommen. An diesem Tag werde ich das tun, was sonst nur all die Islam- und Integrationsexperten im deutschen Fernsehen in Bezug auf die deutsche Mehrheitsgesellschaft tun: Ich werde sie alle dafür in Mithaftung nehmen.

Political Correctness tötet

All die linken Bessermenschen, die mit ihren Nazi-Titulierungen und virtuellen Prangern Kritiker mundtot gemacht haben. Die Flüchtlingshelfer, die Bedenken nicht augenblicklich der Polizei mitgeteilt haben. Den Großteil der Medien, dem man bis heute alles aus der Nase ziehen muss und die in Teilen auch heute noch nicht begriffen haben, dass es nicht um die Schaffung von Realitäten geht, sondern um die Darstellung selbiger. Und vor allem werde ich die Kanzlerin und mit ihr alle anderen des etablierten Parteienapparats in Mithaftung ziehen. All die Linksideologen, die sie dafür beklatscht haben und die FDP, von der ich mir so sehr erhofft hatte, man könne bei diesem Thema auf sie zählen. Vor allem aber all die Duckmäuser in CDU und CSU, von denen sich letztlich wider besseres Wissens, KEINER gegen die Kanzlerin gestellt hat. Die das alles bis heute mittragen und von denen nichts weiter als hin und wieder ein paar Worte kommen, die zumindest den Eindruck erwecken sollen, dass man damit nicht d’accord geht.

Ich bin ungeduldig. Weil ich nicht wie manch anderer glaube, dass sich mit der Schließung der Balkanroute alles erledigt hat. Weil ich weiß, dass es nicht so ist. Denn unabhängig von all jenen, die schon da sind und unsere Sicherheit gefährden, kommen täglich immer noch weitere hinzu. Auch sie werden genau wie all die anderen nicht adäquat kontrolliert. Auch bei ihnen wissen wir de facto nicht, wer sie sind, woher sie kommen und was ihre Absichten sind. Denn geltendes Recht, das wissen wir mittlerweile, gilt seit 2015 nur noch für Einheimische.

Dabei sollte es uns zu denken geben, dass all das nicht mehr nur in Paris oder London passieren kann. Dass es nicht die Asylbewerberheime in Berlin und Köln sind, in denen die Terroristen aufgegriffen werden, sondern die in Hildesheim oder auch Reinfeld, Groß-Hansdorf und Ahrensburg in der Schleswig-Holsteinischen Pampa. Dass der Terror hier und jetzt durch die unverantwortliche Politik der Kanzlerin überall ist.

Dass er nur einen Wimpernschlag von uns entfernt ist. Dass er überall zuschlagen kann.

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