Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Die „offene Gesellschaft“ ist keine „Gesellschaft der offenen Türen“, sonst verliert sie ihren Zusammenhalt, die produktive Wechselbeziehung ihrer Mitglieder und fällt strukturell zurück auf das Niveau eines Dritte-Welt-Landes.

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Würden Sie in einem Land leben wollen, in dem die Ehemänner ihre Frauen und die Lehrer ihre Schüler schlagen dürfen? In dem Homosexualität und Abtreibung mit Gefängnisstrafe geahndet werden und nicht nur überhaupt kein Umweltbewusstsein vorhanden ist, sondern der Rauch von Schornsteinen als Zeichen für ein gesundes Wirtschaftsleben gilt?

Wieder ein Sonderweg
Mehltau liegt über dem Land
Es ist nicht schwer zu erraten, dass es sich um die Bundesrepublik Deutschland in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts handelt. Das ist vielen heute kaum noch vorstellbar, und es ist erstaunlich, dass sich eine Gesellschaft in nur einem halben Jahrhundert derart verändern kann. Eine allmähliche Veränderung ohne Zweifel, die wie das Steigen des Wasserpegels zunächst nicht spürbar ist, sich aber langfristig als eine revolutionäre Umwälzung erweist. Ein weiteres Beispiel für das, was heute kaum mehr vorstellbar ist: Noch Mitte der 50er Jahre hielten über 70 Prozent der Deutschen Hitler für die größte historische Persönlichkeit.

Die bundesdeutsche Gesellschaft ist, so gesehen, ein großer Glücksfall in der Geschichte. Eine Gesellschaft, die seit ihrer „Stunde Null“ bis heute in jeder Hinsicht nicht wiedererkennbar fortgeschritten ist und größte Herausforderungen wie den Mauerfall und die Probleme der Wiedervereinigung gemeistert hat. Deshalb fühlte sich die Bundesrepublik Deutschland am Ende der 90er Jahre zu Recht wie eines der glücklichsten Länder.

Was aber war treibende Kraft für den Fortschrittskurs der Deutschen? Was hat diese deutliche Veränderung bewirkt?

Ich sehe hierfür maßgeblich zwei Hauptelemente, die für die bemerkenswerte Entwicklung des Landes verantwortlich zu machen sind:

  • Da sind die Philosophen und Vordenker wie Adorno, Arendt und Habermas, die nicht nur hohe geistige und moralische Maxime gefordert, sondern diese auch ins öffentliche Bewusstsein getragen haben. Ein Mittelpunkt ihrer Forderungen war es, Erziehung und Bildung dergestalt zu orientieren, dass sich die Verbrechen des NS-Regimes nie wiederholen können und von deutschem Boden kein Krieg mehr ausginge.
  • Der politischen Führung des Landes wurde über die Parteipolitik hinaus eine Sonderstellung eingeräumt. Nicht nur die „Keine Experimente“-Politik der Union, sondern auch der besonnene Ausgleich zwischen den Interessen über die soziale Marktwirtschaft. Auch die Ostpolitik bescherte der bundesrepublikanischen Gesellschaft im Einklang mit den guten deutschen Sitten einen Höhenflug des moralischen und humanistischen Bewusstseins. Interessanterweise haben sich parallel dazu die DDR-Bürger in ihrem moralisch sozialen Verhalten ebenso entwickelt, dass nach dem Mauerfall diesbezüglich keine größeren Verwerfungen festzustellen waren.

Dieser Prozess hat sich aber im 21. Jahrhundert erst verlangsamt, um später in die entgegengesetzte Richtung umzuschlagen. Als Signale der negativen Entwicklung werden zahlreiche Gründe angeführt. Vom schwindenden Vertrauen in die „Politikerkaste“ bis hin zur „Hasspropaganda“ in den Medien und vom Versagen des Schulsystems bis hin zur Verschärfung der Einkommensgegensätze werden die Experten nicht müde, immer neue Ursachen für die allgemeine „Krisenstimmung“ zu entdecken. Dabei ist es eine Binsenwahrheit, dass Vertrauen das Bindemittel des gesellschaftlichen Zusammenhalts ist. Wenn jemandem das Fahrrad geklaut wird, wird er bei einem Neuen nicht am Fahrradschloss sparen. Das wird aber nicht der Fall sein, wenn ihm das Fahrrad nicht gestohlen wurde, obwohl er vergessen hat, es abzuschließen.

Es ist genauso eine Binsenwahrheit, dass Vertrauen zerbrechlich ist und, wie in der Ehe ebenso in der Politik, in Folge nur eines einzigen Fehltritts verloren gehen kann.

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Im Mittelalter ging man einfach davon aus, dass die von allen geteilte Religion die einzige Basis für zwischenmenschliches Vertrauen bildet. Auch deshalb wurden beispielsweise Juden als „Andersgläubige“ nicht als vertrauenswürdig angesehen. Doch ist auch unverkennbar, dass die Begegnung von im Wesentlichen gleich entwickelten Kulturen zur Entwicklung und zum Fortsachritt von Gesellschaften führen kann. Ein positives Beispiel ist die Ansiedlung der französischen Hugenotten im 16. Jahrhundert, die über Preußen erheblich zum Aufblühen Deutschlands beitrugen. Möglich wurde dieses, weil die Vertrauenspartner über vergleichbare Erfahrungen und identische gesellschaftliche Werte verfügten. Gemeinsame Wert- und Moralvorstellungen sind nicht nur die Basis für eine vertrauensvolle Beziehung, sie ebnen auch den Weg für gemeinsame Vorstellungen einer gemeinsamen Zukunft, zu deren Realisierung zwischenmenschliche Bündnisse eingegangen werden.

Kurz: Die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung eines Landes kann nur auf Basis der nationalen Identität und auf der Basis eines allgemein bestehenden, zwischenmenschlichen Vertrauens erfolgen. Wie Hannah Arendt es beschrieb, benötigt jede gesunde Gesellschaft zudem ein Bündnis zwischen ihren Bürgern, das auf ihren historischen Erfahrungen und ihrem kulturellen Bewusstsein beruht. So hat jedes Volk aufgrund seiner Geschichte und seiner Kultur eine Vorstellung von seiner Stellung in der Welt, der es gerecht zu werden sucht.

Diese Erkenntnis ist nichts Neues und schon in der Antike hatte jedes Land eine sehr spezifische Vorstellung von seiner Daseinsberechtigung. Schauen wir auf das, was Puschkin 1939 in seinem Vorwort zu Wassili Jans „Dschingis Khan“ über die Rolle Russlands in der Geschichte geschrieben hat:

„Die Geschichte hatte Russland eine hohe Aufgabe zugewiesen. Seine endlosen Steppen sollten die zerstörende Energie der Mongolen absorbieren und sie am Vorstoß nach Westeuropa hindern. So wurde die aufkeimende Zivilisation durch das zermürbte und verwundete Russland gerettet.“

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Die deutsche Geschichte hat in der Zeit des NS-Regimes eine verheerende Verwerfung erfahren. Die nationalen Sozialisten haben den Begriff der deutschen Nation für ihre verbrecherischen Zwecke propagandistisch missbraucht. Deshalb wurden in der Nachkriegszeit Begriffe, die einen Bezug zu Nation und Volk aufwiesen, entweder negativ konnotiert oder totgeschwiegen. Und doch sollte sich dieser deutsche Sonderweg keinen Illusionen hingeben: Die Nationen werden auf absehbare Zeit in der Welt bestehen bleiben, und die sich selbst überhöhenden „Weltbürger“ werden nur im nationalen Rahmen ihr Wohlbefinden und ihren Wohlstand mehren können.

Schon deshalb führt ein erfolgreicher Weg in die Zukunft nicht über Verleumdung und Aufgabe der nationalen Identität, sondern es kommt darauf an, wie diese Begriffe zeitgemäß und im Sinne der Völkerverständigung interpretiert werden.

Die Bundesrepublik der Nachkriegszeit ist ein gutes Beispiel dafür, zu welcher Leistung nationale Verbundenheit imstande ist. Die Aufbauenergie der Deutschen in der Nachkriegszeit kann nicht zuletzt darauf zurückgeführt werden, dass Deutschland als das „Land der Dichter und Denker“ seine durch das NS-Regime sich selbst zugefügte Schmach überwinden und einen würdigen Platz unter den Nationen zurückgewinnen wollte. Nicht nur aus dieser Sicht stellt vor allem das geistige Erbe Deutschlands in seiner  nationalen Identität und Kultur ebenso den Leistungen und Charakteristika seiner Bürger einen wichtigen Bestandteil des Erbe der Menschheit dar, welches es zu bewahren und im Interesse der Zukunft zu entwickeln gilt.

Tatsächlich gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, denen im Zuge der Aufklärung und Moderne eine Vorreiterrolle in der Welt zugekommen ist und nach wie vor zukommt. Es steht in der historischen Pflicht,  den Rest der Welt an seinen Werten von Demokratie und Menschenrechten teilhaben zu lassen. Diese Rolle aufzugeben, käme einem Verrat an der Zukunft der Menschheit gleich.

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Das bedeutet nicht, dass die deutsche Gesellschaft sich zwecks Bewahrung ihrer kulturellen Identität abschotten müsse. Ganz im Gegenteil lebt das Land im Herzen Europas wie schon seit der Antike in einer nun globalisierten Welt von seinen Begegnungen, Kontakten und der Zusammenarbeit und dem Austausch mit anderen Nationen. Das betrifft nicht nur den Handel, denn selbst der wissenschaftlich-technische Fortschritt kann in einer scheinbaren wertfreien Umwelt nicht erreicht werden.  Auch Wissenschaftler pflegen, wie jeder Mensch, ihre persönliche, gesellschaftliche und nicht zuletzt ihre nationale Identität.

Doch statt sich dieser Erkenntnis zu stellen, verfolgt die schwarzrote Bundesregierung mit vehementer Unterstützung durch „Grüne“ und „Linke“ stur eine Politik, die blindlings den Hunger des deutschen Kapitals nach der billigen Arbeitskraft zu stillen sucht, die ohne die geringste Sorge über die Folgen dieser Politik der offenen Türen das kulturelle und nationale Erbe der Deutschen zu vernichten droht. Diese Politik gaukelt den Menschen vor, dass eine angeblich „offene Gesellschaft“ nur dann zu sichern sein, indem immer mehr „Flüchtlinge” und Wirtschaftsmigranten nach Deutschland kommen. Dabei wird außer Acht gelassen, dass die Erfahrung mit den türkischen Gastarbeitern seit den Sechzigerjahren gezeigt hat, dass sie nicht mehr heimkehren und Teil der deutschen Gesellschaft bleiben werden, dabei jedoch ihre kulturell bedingte Selbst-Ghettoisierung, basierend auf türkischem Nationalismus und dem der westeuropäischen Identität wesensfremden Islam, jegliche tatsächliche Integration verhindert.

Die „offene Gesellschaft“ ist keine „Gesellschaft der offenen Türen“, sondern eine, die neuen Gedanken offen gegenübersteht und deren Mitglieder ständig an ihrer Entwicklung mitwirken. Die staatlich beförderte naive Öffnung für alle jedoch verwandelt die Gesellschaft in einen Flickenteppich, der aus nebeneinander und sogar gegeneinander existierenden Gemeinschaften besteht. Die Gesellschaft verliert ihren Zusammenhalt, die produktive Wechselbeziehung ihrer Mitglieder und fällt strukturell zurück auf das Niveau eines Dritte-Welt-Landes.

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Friedrich Nietzsche wir zugeschrieben, der erste gewesen zu sein, der feststellte, dass den gesellschaftlich-moralischen Normen zuwiderhandelnde Minderheit, die nur knapp mehr als zehn Prozent der Gesellschaft ausmacht, zum Absinken dessen führt, was als Grenzmoral die kulturellen Mindeststandards des Verhaltens definiert. In der Konsequenz bedeutet dieses, dass eine größere Minderheit mit einem deutlich vom bestehenden Kulturkreis abweichenden Wertesystem den gesellschaftlichen Fortschritt lahmlegen wird und sich eine negative kulturelle Eigendynamik im Sinne einer Abwärtsspirale durchsetzt.

Aus dieser Sicht ist die wachsende Sorge um die beharrlich zunehmende Migration aus islamischen Ländern nachvollziehbar. Es geht dabei weder um Ausländerfeindlichkeit noch um Arroganz oder gar Rassismus, sondern ausschließlich darum, dass eine aus einer nicht zu Integration fähigen Kultur stammende Minderheit dann, wenn sie an Masse den Schwellenwert übersteigt, zwangsläufig die Entwicklung der deutschen wie jeder anderen hochzivilisierten Gesellschaft beeinträchtigt, wenn nicht diese Gesellschaft selbst vernichtet.

So beruht beispielsweise das Problem des islamischen Kopftuchs darauf, dass damit bewusst die Zugehörigkeit eines Teils der Bürgers zu einem anderen, vom gesellschaftlichen Konsens abweichenden Wertesystem demonstriert wird – es ist das Bekenntnis zu einer Gemeinschaft, in der der die Rechte der Frauen in keiner Weise vergleichbar mit jenen in der deutschen Gesellschaft entwickelt sind.

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So wird durch die unreflektierte Migration nicht nur das Erreichte in Frage gestellt, sondern tatsächliche Reformen zugunsten der Gleichberechtigung können nicht mehr greifen oder werden auf Nebenschauplätze und ablenkende Debatten umgeleitet. Genderforderungen mit der Vernichtung der Kultursprache sind ebenso Beispiele wie die Forderung nach Alibifrauen in Chefetagen, erzwungene Parität in Parlamenten und politischen Gremien und selbst die zwischenzeitlich an sich selbst gescheiterte #MeToo- Bewegung.

Schauen wir auf das,  was der deutschen Gesellschaft an notwendigen Aufgaben bevorsteht – von der Neustrukturierung des Bildungssystems über die unverzichtbare Trennung von Staat und Kirche bis zur gleichberechtigten, aber nicht gleichgemachten Stellung der Frau in der modernen Gesellschaft –  bekommen wir eine Vorstellung davon, was an Aufgaben in den vergangenen zwei Jahrzehnten schlicht nicht angegangen wurde. Dieser Gesellschaft steht einmal mehr eine Mammutaufgabe der Selbstbehauptung bevor – und sie setzt das aktive Engagement aller Bundesbürger voraus.

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Durch das ständige Anwachsen jener Teile der Gesellschaft, die an diesen Anstrengungen nicht mitwirken können oder wollen und die den bestehenden Regeln der offenen Gesellschaft bewusst zuwiderhandeln, scheint eine Spirale der Gewalt unausweichlich. Sie wird die Gesellschaft untergraben und die dieser Gesellschaft feindlich gegenüberstehenden islamischen und damit als Reaktion neonationalen, neosozialistischen und auch neonationalsozialistischen Strömungen anheizen.

Die längst nicht mehr zu leugnende, stetige Zunahme der Gewaltspirale in Europa wird dabei zunehmend mehr als „normal“ empfunden. Dabei ist die Barbarei jener durch den „islamischen Staat“ inspirierten Versager nur das eine. Die eigentliche Bedrohung der freien Gesellschaft kommt aus ihr selbst heraus, indem sie vergisst, sich ihrer Kultur und ihrer Werte bewusst zu sein und diese aktiv gegen jene längst zu konstatierende, schleichende Unterwanderung zu verteidigen.


Fazel Gheybi wurde 1954 in Teheran in eine Bahai-Familie geboren, beschäftigte sich früh mit dem Studium von Religion und Philosophie. In Aachen studierte er Elektroingenieur und schloss 1983 in Frankfurt/Main  mit dem Schwerpunkt Computeringenieur ab. Er arbeitet an der Technischen Universität Darmstadt am Institut für experimentelle Nuklearphysik und verfasste mehrere Bücher zur kulturphilosophischen Rolle von Religion.

“Modern Philosophy and Iran” (persisch, 2011)

“Philosophie Holocaust / Philosophy of Holocaust” (deutsch + englisch, 2014)

“Die Islamische Eroberung der Welt” (deutsch, 2018)

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Kommentare ( 72 )

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“Kurz: Die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung eines Landes kann nur auf Basis der nationalen Identität und auf der Basis eines allgemein bestehenden, zwischenmenschlichen Vertrauens erfolgen.“

Uhi uhi uhi uhi… Das Martinshorn des Nazimelders schlägt Alarm. Die Amadeu-Antonio-Stiftung ist alarmiert!

Aus mir unerfindlichen Gründen scheinen die Denker der Aufklärung und die Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika und deren politischen und gesellschaftlichen Theorien immer weniger Anhänger in der Welt zu haben. Für mich sind die Ideen der Aufklärung, inklusive das Recht auf freie Meinungsäußerung immer noch die beste Alternative zum Marxismus und seinen degenerierten Abkömmlingen. Die zunehmend anti-aufklärerische Gesinnung in der westlichen Welt ist ein weiteres Indiz für die Inkompatibilität der marxistischen Ideologie mit den Grundpfeilern der Demokratie, auf die sich die Mehrzahl der Grünen und Linken berufen. Diese Erkenntnis ist natürlich nicht neu aber das muss endlich in die… Mehr

Ich wette,wenn man heute einen Jungen Menschen zu den Denkern der AUFKLÄRUNG
befragt, fällt denen höchstens die Sexualkunde ein.

Da stimme ich zu, daß jene, welche den Bumerang der Migration ausgelöst haben oder seine Befürworter sind, ihn auch unerwartet auf sich zurasen sehen. Gemeint sind die Linken in allen Schatierungen!

>>zwangsläufig die Entwicklung der deutschen wie jeder anderen hochzivilisierten Gesellschaft beeinträchtigt, wenn nicht diese Gesellschaft selbst vernichtet.<<

Tja, was ist dann mittelfristig die Loesung? Ein Tipp: Wie wurden denn ein dutzend Millionen Deutsche aus Ostpreussen, Schlesien, Pommern etc. zur Flucht gezwungen, hm? Nur sind dieses Mal die Ausgangsfaktoren ganz andere. Den Rest duerfen Sie sich selber ausmalen…

Immer wieder diese Philosophen. Die „offene Gesellschaft“ wird als Kopfgeburt und Fehler der westlichen Welt in die Geschichte eingehen. Außerhalb des Philosophenkopfes, in der menschlichen Realität ist „offene Gesellschaft“ genau die „offene Tür“. Der Freifahrtschein für „nimm Dir was Du willst“. Die Philosophen wollen die „Feinde der offenen Gesellschaft“ nicht dulden? Wie wollen sie das denn anstellen? So lange auf die Soldaten einschwätzen, bis die ihnen die Gegner wegräumen? Nicht umsonst hat der klügste Politiker Europas, Victor Orban, die „illiberale“, die „christlich-nationale“ Demokratie ausgerufen.

Ich finde es auch immer wieder belustigend wie in der momentanen Situation deutsche Dichter, Denker, Philosophen bemüht werden. Derweil sich eine dumpfe, zutiefst inhumane alles verachtende, fanatische Männerreligion ausbreitet.

Sie haben sich offensichtlich überhaupt nicht mit dem Begriff „offene Gesellschaft“ im Sinne Poppers befasst. Er meint damit freie Gesellschaften in dem Sinne, dass die Menschen frei entscheiden können, was sie arbeiten, wen sie heiraten, wie viele Kinder sie haben etc. Und dass es nicht mehrere Kasten / Klassen von Menschen gibt. Dies alles im Gegensatz zu Gesellschaften, in denen die Rollen viel fixierter sind, z.B. in Ständegesellschaften, Clangesellschaften, faschistischen Gesellschaften.

Leider hat der Autor seinen Beitrag mit Poppers „offene Gesellschaft und ihre Feinde“ überschrieben, erwähnt dessen pofunden Beitrag zur Verteidigung der freiheitlichen Demokratie jedoch mit keinem Wort. Unverständlich und nicht ganz redlich.

„Es ‹Deutschland› steht in der historischen Pflicht, den Rest der Welt an seinen Werten von Demokratie und Menschenrechten teilhaben zu lassen. Diese Rolle aufzugeben, käme einem Verrat an der Zukunft der Menschheit gleich.“ Geht es nicht auch, werter Herr Gheybi, ein paar Nuancen kleiner? Geibels „Deutsches Wesen“, an dem die Welt genesen sollte, nimmt man uns bis zum Auferstehungstag übel, weil unser GröFaZ diese Hybris auf die Spitze getrieben und grandios vergeigt hat. Statt dessen und in allerhöchstem Sinne schmachbewusst (wenn ich ihr denn überhaupt ein tiefergehendes Bewusstsein attestieren kann) initiiert, protegiert, hymnisiert und legalisiert unsere GröKaZ heuer als Head… Mehr
An dieser Stelle noch eine Anmerkung, die mir wichtig ist: Der eigentliche Skandal aber ist, dass es aus den Reihen der „Nichtlinken“ keine effektive Gegenwehr gegeben hat und das bis auf den heutigen Tag. Es gab oder es gibt keine gemäßigten und ebenbürtige Gegenspieler zu Marx, Freud, Horkheimer, Adorno und Habermas (Foucault, Derrida und Co. wären da noch hinzuzufügen), die überzeugendere Lösungsvorschläge für die „Verbesserung“ unserer Gesellschaft anzubieten hätten. Das 20. Jahrhundert hat zwei antagonistische Konzepte gesehen, welche hunderte von Millionen Menschen das Leben gekostet haben, und nach meiner Einschätzung wird es den „Gemäßigten“ in einer Gesellschaft wohl nie gelingen,… Mehr
Die Berufung auf die Vernunft, so wie es uns die Denker der Aufklärung vorgedacht haben, sollte die Richtlinie aller modernen Demokratien sein. Die Ideen der Aufklärung waren und sind nicht perfekt, jedoch sind Sie das Beste was der Menschheit bisher eingefallen ist in Bezug auf die Organisation und Richtlinien für eine Gesellschaft der Zukunft. Die Kritiker der Aufklärung wie die der Frankfurter Schule (Postmoderne Marxisten) wollen oder können nicht erkennen, dass ihre Ideologie und ihr Unterbau die Menschheit schon mehrmals in den Totalitarismus und in das Verderben geführt hat. Wie oft müssen marxistische Ideen noch unseren Gesellschaften verwüsten, wie oft… Mehr

Ja, der letzte Gegenspieler war eben jener Popper, dessen „Die Offene Gesellschaft und ihre Feinde“ zwar in aller Munde, aber selten verstanden ist. Ich denke, auch der Autor dieses Artikels ist auf die Kaperung des Begriffes „offene Gesellschaft“ durch die kosmopolite Linke hereingefallen (zu bestaunen z.B. auf https://www.die-offene-gesellschaft.de/). Ich vermute, diese Umdeutung des Begriffe verlief über George Soros, einem Bewunderer Poppers, der ihn aber nicht verstanden hat, was man erkennt, wenn man sowohl Popper als auch Soros liest.

Offensichtlich hat bei Ihnen die Bildungspolitik der Alliierten, gepaart mit der Ideologie der Frankfurter Schule, nicht zum Totalausfall ihrer geistigen Fähigkeiten geführt. Und dennoch hat die Gehirnwäsche auch bei ihnen Früchte getragen. Horkheimer und später Adorno und Habermas sind in der Tat mitverantwortlich für die katastrophalen gesellschaftlich-politischen Zustände nicht nur in der deutschen Gesellschaft. Man muss sich nur die Zustände an den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten an amerikanischen und kanadischen Universitäten ansehen, um zu begreifen, wie weit der gesellschaftzersetzende Einfluss dieser Denkschule geht. Adorno und Horkheimer haben auch, ausgehend von ihrer Arbeit an der Columbia-Universität, viele junge Amerikaner mit der… Mehr

Adorno, Arendt und Habermas in einem Zug zu nennen, wird Frau Arendt nicht gerecht. Und eine Eloge auf die Frankfurter Schule bzw. ihre Vertreter zeigt, dass dem Autor einige wesentliche Zusammenhänge nicht klar sind und er vor allem die geistigen Brandstifter der aktuellen Zustände nicht erkennt oder erkennen will. Der Autor sollte wissen, wofür die Herren Aderno und Habermas standen und stehen, wenn er aktuelle Zustände und Entwicklungen durchaus auch kritisch beschreibt. Eine genauere Befassung mit den 68 igern, ihren Protagonisten und ihren heute wirksamen Folgen wäre dem Autor anzuraten.

Ihre Einschätzung teile ich ganz ausdrücklich. Hannah Arendt in diesem Zusammenhang zu nennen ist unbillig.

Am Anfang des Kommentars heißt es sinngemäß u.a.: Möchten Sie in einem Land leben wo Männer ihre Frauen schlagen dürfen … Na, dachte ich. Da ist sicher ein Land in Kleinasien gemeint. Weit gefehlt. Der Kommentator meinte die BR Deutschland in den 50ern. Da ich in den 50ern bereits erwachsen war, kann ich ganz klar sagen: Es ist mir neu, dass die Männer ihre Frauen in den 50ern schlagen durften. Da bin ich ja mal gespannt woher Fasel das weiß. Die übrigen aufgeführten Sachverhalte haben damals nur eine ganz geringe Rolle gespielt. Im übrigen waren die 50er das Beste was… Mehr

Ihre persönlichen Empfindungen, was Sie in den 50ern gehört oder nicht gehört haben, sollten nicht Grundlage für die verallgemeinernde Aussage: “ Im übrigen waren die 50er das Beste was Deutschland je erlebt hat !“ sein, denn meine Erfahrungen als heranwachsende Frau waren gänzlich andere. Sie sprechen lediglich für sich selbst.
Der einzige Grund, weshalb ich mich überhaupt zu diesem Kommentar äußere, ist die Tatsache, dass (Stand 02.02., 20 Uhr) 15 Leser positiv bewerten. Von mir ein „Daumen runter“ – 14 reichen auch.
Übrigens heißt der Autor FAZEL, so viel Zeit muß sein. Oder war es etwa abschätzig gemeint?

@Vivi_Virtual

Rückwärts betrachtet, werden unangenehme Dinge meist ausgeblendet. Der bekannte „Früher war alles besser“ Effekt.

Ich bin in den 70ern aufgewachsen. Und selbst da war Gewalt gegen Frauen und die Hausfrau am Herd keinesfalls eine Ausnahme. Selbst Kopftücher hat man bei deutschen Frauen selten, aber doch hin und wieder gesehen. Gerade bei den älteren. Wohl nicht in dem Ausmaß, wie heute im islamischen Kulturkreis, aber Deutschland war mal anders. Und das ist noch nicht so lange her.

Klar gab es Kopftücher, sogar viele, meine Mutter war Bäurin, sie trug fast immer Kopftuch, gegen den Wind auf dem Feld, gegen den Staub vom Heu, gegen den Stallgeruch. Im gesamten Dorf ist mir kein einziger Fall zu Ohren gekommen das jemals ein Mann seine Frau geschlagen hätte, weder die Kirche noch sonstige Institutionen hätten das auch nur ansatzweise toleriert.

@Schwabenwilli

Versuchen Sie mal den Fokus vom Kopftuch wegzunehmen. Dass Frauen in den 50ern bei uns weniger zu melden hatten und bis weit in die 70er „an den Herd gehörten“, ist ein Fakt. Genau das hat den Feminismus, der mittlerweile total über sein Ziel hinausschießt, ja erst ausgelöst.

Kopftücher?
Gelegtlich ja, und zwar machten die Damen das um das Haar und die Frisur bei nassem, windigem Wetter zu schützen, und dann noch beim Kohlen aus dem Keller holen.

Geht mir genauso. Mein Vater hat meine Mutter nie geschlagen – und ich habe auch aus dem Bekanntenkreis nichts ähnliches gehört. Natürlich gab es Formen häuslicher Gewalt, die wird es aber immer geben – und war schon damals unter Strafe. Und die besten Jahre Deutschlands waren in den 60ern und den 70ern, die ich beide – als Kind der 50er – bewusst erlebt habe. Man durfte sagen, was man wollte, ein Familienvater konnte seine Familie locker ernähren und ein bis zweimal jährlich in Urlaub fahren. Soziale Marktwirtschaft regierte, die innere Sicherheit funktionierte. Denken und Sprache waren frei, Frauen hatten abends… Mehr

Das kann ich, ebenfalls ein Kind der 50er, nur bestätigen. Aber wie heißt es so schön? Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er auf das Eis tanzen!

Und Esel haben wir auf der linksrotgrüngelbschwarzen Seite mehr als genug! Was wir heute erleben, ist ein ganz gravierendes Symptom von Wohlstandsverwahrlosung, wo Menschen, die nix arbeiten aber für dummes Gelaber massenhaft Geld abgreifen, in der Politik sitzen und ihre an sich sinnfreie Existenz mit ** wie Klimakatastrophe, Dieselskandal und Massenmigration aufpimpen. Alles im Auftrag einer höheren Moral, die sie gottgleich als moralischen Übermenschen erscheinen lassen soll.

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„Tatsächlich gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, denen im Zuge der Aufklärung und Moderne eine Vorreiterrolle in der Welt zugekommen ist und nach wie vor zukommt. Es steht in der historischen Pflicht, den Rest der Welt an seinen Werten von Demokratie und Menschenrechten teilhaben zu lassen. Diese Rolle aufzugeben, käme einem Verrat an der Zukunft der Menschheit gleich.“ Dieses war einmal das „Samenkorn“, das Deutschland ohne Überheblichkeit und Arroganz in die Welt hätte tragen können. Stattdessen wurde der Zeitpunkt, dieses zu postulieren, zu festigen und weiter zu entwickeln übergangen. Es war ein bedeutender Denker, der schon feststellte, dass es dieselbe… Mehr