Die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank kommt und wieso der Steuerzahler der Dumme sein wird

SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz will offenbar unbedingt eine Fusion zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank arrangieren. Anscheinend sogar noch vor der Europawahl. Warum?

DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

Banken sollten eigentlich mit Geld umgehen können. Mit dem Geld der Aktionäre kann die Deutsche Bank das offensichtlich nicht. Allein in den letzten fünf Jahren ist der Aktienkurs um 85 Prozent auf 7,54 Euro in den Keller gerauscht. Obendrein hat die Deutsche Bank über 15 Milliarden Dollar für „Verfehlungen“ zahlen müssen. Heute ist Deutschlands einstige Vorzeigebank längst kein Big Player mehr. Dieser beispiellose Absturz bringt die Bank immer mehr in die Bredouille – wir haben sogar in einem Video gefragt: Steht die Deutsche Bank vor der Pleite? Warum sich die Aktionäre all dies bieten lassen und warum sie den seit 2012 herrschenden Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner nicht längst in die Pampa geschickt haben, ist uns ein Rätsel. Anstatt sich vollkommen auf die Deutsche Bank und deren massive Probleme zu fokussieren, ist der ehemalige Deutschland-Chef von Goldman Sachs und langjähriger Finanzvorstand der Allianz äußerst umtriebig. Er ist auch noch Mitglied der Aufsichtsräte von Bayer und Daimler sowie des Gesellschafterausschusses von Henkel. Achleitners Ehefrau Ann-Kristin steht ihm in nichts nach und ist ebenfalls ein Tausendsassa. Auch ihr Tag hat offensichtlich ebenfalls mehr als 24 Stunden. Sie hat Professuren an der TU München und in St. Gallen inne und sitzt in den Aufsichtsräten der Deutschen Börse, Linde, Münchener Rück sowie des französischen Energiekonzerns Engie.

Für uns grenzt es an Wunder, dass es die Deutsche Bank überhaupt noch gibt. Die Frage stellt sich wie lange noch und insbesondere, in welcher Form wird es sie in Zukunft geben. So wie bisher wird es wohl nicht weitergehen können.

Die Tage der Deutschen Bank in ihrer jetzigen Form sind unserer Ansicht nach gezählt. Die Zeiten, in denen ein vom Größenwahn getriebener Josef Ackermann von 25 Prozent Eigenkapitalrendite phantasiert hat, sind längst vorbei. Während die Deutsche Bank nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, interessieren die ehemaligen Vorturner wie „Mister Peanuts“ Hilmar Kopper, „Mister Finanzplatz“ Rolf-Ernst Breuer, dessen kritische Bemerkung zur Kreditwürdigkeit von TV-Mogul Leo Kirch das Bankhaus rund 925 Millionen Euro kostete (ob Breuer die Kosten privat übernommen hat, ist nicht bekannt), Josef Ackermann, „Rainmaker“ Anshu Jain und Jürgen Fitschen oder John Cryan die Probleme der Bank wahrscheinlich die Bohne. Anders wäre der Sachverhalt voraussichtlich, wenn man insbesondere die exorbitanten Boni der Vorstände, der Protagonisten aus dem Investmentbanking aber auch des Vertriebs nicht ausbezahlt, sondern lebenslang verrentet hätte. Doch mittlerweile liegt die globale Bank des Exportweltmeisters Deutschlands in Trümmern. Jetzt ist guter Rat teuer und man ist verzweifelt auf der Suche nach einem Dummen, der für die ganze Misere geradesteht. Die Chance, dass die ehemaligen Vorstände oder die Top-Verdiener aus dem Investmentbanking ihre fetten Boni zurückgeben, ist gleich Zero. Die Möglichkeit einer Übernahme durch eine andere Bank halten wir für höchst unwahrscheinlich. Dabei ist die Bank doch zu einem Schnäppchenpreis zu haben: von gerade noch 15,85 Milliarden Euro.

Wer aber bitte beabsichtigt eine Bank mit unzähligen anhängigen Verfahren und einem Derivatevolumen in Höhe von 48 Billionen Euro – das ist das 14-fache des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Deutschland, oder das 779-Fache des Eigenkapitals der Bank – zu erwerben?

Bei Derivaten handelt es sich um oftmals kompliziert verschachtelte Wertpapiere mit nicht selten hohem spekulativen Charakter. Im Falle einer neuen Finanzkrise – welche kommen wird — können diese Derivate rasch immense Probleme nach sich ziehen und schlussendlich das gesamte Finanzsystem in einem Dominoeffekt in Schieflage bringen. All dies haben wir bereits bei der Pleite der Lehman Bank 2008 erleben dürfen. Damals hat der Steuerzahler gerade noch einmal die „Kernschmelze“ des Finanzsystems verhindert.

Clever eingefädelt

Folglich muss ein anderer nützlicher Idiot gefunden werden, der für den Größenwahn der einstigen „Masters of the Universe“ bitteschön die Rechnung bezahlt. Da eine Verstaatlichung dem Steuerzahler offensichtlich äußerst sauer aufstoßen würde und folglich für die Verantwortlichen aus der Politik, in diesem Falle die GroKo-Parteien CDU, CSU und SPD eine schallende Wählerohrfeige zur Folge hätte, muss ein weitaus perfiderer Plan ausgeheckt und umgesetzt werden. Jetzt kommt die Commerzbank, an der der Bund schon mit gut 15 Prozent im Boot sitzt und welche momentan gar nicht mehr so schlecht dasteht, ins Spiel. Diese hatte sich damals schon die marode Dresdner Bank einverleibt.

SPD-Bundesfinanzminister Olaf Scholz will offenbar unbedingt eine Fusion zwischen der Commerzbank und der Deutschen Bank arrangieren. Anscheinend sogar noch vor der Europawahl. Wir sehen die Sache als besiegelt an, dies wird auch durch verschiedene Quellen bestätigt. Es stellt sich nun aber die Frage, warum er das denn möchte. Spätestens in der nächsten Krise wird die Deutsche Bank Geld benötigen – viel Geld. Ist die Bank erstmal mit der Commerzbank fusioniert, ist der Staat und somit der Steuerzahler schon einmal mit einem Bein an Board. Wenn es dann bei der nächsten Krise wieder ordentlich kracht und Deutschlands dann mit weitem Abstand größte Bank, an der der Steuerzahler ja bereits beteiligt ist, frisches Geld benötigt, ja dann wird im Zuge des alternativlosen „too big to fail“ der Steuerzahler wieder einspringen und die Bank komplett verstaatlicht werden. Die Zeche zahlen dann wieder wir.

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Kommentare ( 31 )

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Angela Merkel baut sich das Land ihrer Träume (wieder) auf – Stück für Stück.
Der Begriff „Wiederaufbau Ost“ ist wörtlich zu verstehen.
Dazu gehört eine Staatsbank, als Pendant zur „Staatsbank der DDR“, vollkommen durch die Politik gesteuert, ein Monopolist im Kontext der zentralen Planwirtschaft. Deutsche Bank + Commerkbank werden Basis dafür sein.

tja, was nützt all das Wissen über das, was wirklich kommen wird, wenn die Mehrheit brav und mit Steuergeld-Sand in den Augen dem „weiter so“ folgt. Die Mehrheit möchte nicht aus ihren Träumen gerissen werden, real existierende Wahrheiten stören diese Tagträume. Erst der große Knall wird ein Aufwachen erzwingen, doch dann wird es zu spät sein und der Jammer riesig. Wie gewählt – so geliefert oder wie J. Maria de Maistreschrieb: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.“ Der Präsidenten FWS gab es als besonders teure Zugabe, ganz ungefragt.

So läufts, wenn Verantwortung und Haftung entkoppelt werden, was dazu führt, dass zwar die Gewinne bei den Verantwortlichen verbleiben, die Verluste aber von der Gemeinschaft getragen werden müssen. Typisch (Banken-) Sozialismus eben. Im Kapitalismus dagegen wären Verantwortung und Haftung über das bei den Verantwortlichen verbleibende Insolvenzrisiko verknüpft. Wo aber „too big to fail“ gilt, die Insolvenz also keine Alternative ist, besteht ganz bestimmt kein Kapitalismus mehr. Denn dann wird Missmanagement nicht mehr durch den Markt gerichtet, sondern durch den Staat „gerettet“.

Sehr richtig !
Verantwortung ohne rigorose finanzielle Haftung ist keine Verantwortung !
Aber , genau dies wird seit Jahrzehnten in diesem Augiasstall , dieser
Republik oder was dieses Gebilde sonst noch darstellt , praktiziert !
Nichts kommt von nichts !
Und , es wird böse enden !
Jede Wette !

legt man 2 Kranke in ein Bett, steht ein Gesunder auf. Das ist die Logik eines SPD lers. Wir werden fusionieren, bis alles in Scherben fällt, denn heute ruinieren wir Deutschland und morgen?????

Klasse! … und morgen???? Seit‘ an Seit‘, – und mit ein wenig „Glückauf“ -, die ganze Welt.

Juhuu… uns gehört bald eine Bank!

Yeeah 😉 , Ackermanns‘ (aka „Victory-Joe“) 25% – Rendite – Laden passt gut zur Hypo-Real-Estate, und dann noch der „Commerz-Schuppen“. Ich kann mein Glück als „Bürger“ kaum fassen, soooviele schicke Badbanks. Dann wird Bayer vermutlich seine „Monsantos-Glyphosat Reparationszahlungen“ auch noch auf meinen breiten Schultern abladen, und die nächsten Jahre hier keine Steuern mehr bezahlen. Ich gerate in einen Glücksrausch! 😉

……wie war das mit scholz? erinnert sich eigentlich jemand noch an die hsh nordbank und deren zig – milliarden verluste, die der steuerzahler zu tragen hatte und welche verbindungen zu scholz bestanden?! der war doch damals gerade bürgermeister von hamburg!….

Scholz klebt der Erfolg geradezu an seinen Hacken. Von seinen unsäglichen „Lufthoheit über Kinderbetten“-Äußerungen, über seine Olympia Bewerbungsclique bis zu seiner Touristenattraktion, der roten Flora, die ihm einen schönen G20-Hafengeburtstag beschert hat.
Wie sagt mann/frau/es bei uns im Schwäbischen: Blos koin Domma an da Deichsl!

Die Sozen haben halt Ahnung von Wirtschaft… Wirklich!

Na ja, die ‚Christdemokraten und – sozialen aber – nachweislich – auch, ne?!

@Ostfale

Nachweislich JA! Aber halt in einer anderen Epoche. In einer Zeit, als das „C“ noch für einen Wert stand. Als „unsere Welt“ aus christlichen DEMOKRATEN, aus sozialen DEMOKRATEN und aus freien DEMOKRATEN bestand.

Heute besteht „unsere Welt“ nur noch aus SOZIALISTEN! Aus schwarzen, aus grünen, aus gelben und aus roten. Mit Demokratie haben die Alle nicht mehr viel am Hut. Deshalb kann man sie auch kaum noch unterscheiden. Die Sozialisten-Burka ist derart verhüllend, daß sie nicht mehr feststellen können, wer denn nun drunter steckt.

heute stehen die buchstaben für:

c wie charakterlos
d wie dummplaudernd
u wie untertanen