Warum geht es den Menschen in Chile besser als in Venezuela?

Chiles ehemaliger Staatschef Sebastián Piñera, ein glühender Marktwirtschaftler, hat die Präsidentschaftswahl in seinem Land gewonnen und kehrt ins höchste Staatsamt zurück.

© Claudio Reyes/AFP/Getty Images
Chilean presidential candidate Sebastian Pinera (C) celebrates his victory with his family and supporters outside a hotel in Santiago after the runoff election on December 17, 2017

Der 68 Jahre alte Milliardär, der bereits 2010 bis 2014 Staatspräsident von Chile war, setzte sich in der Stichwahl am Sonntag mit rund 54,6 Prozent gegen den Mitte-Links-Kandidaten Alejandro Guillier durch und wird das Präsidentenamt im März von der Sozialistin Michelle Bachelet übernehmen. Kein Land in Lateinamerika ist so stark kapitalistisch orientiert wie Chile – und dies bereits seit Jahrzehnten. Auch wenn die Sozialisten regierten, wichen sie im Großen und Ganzen nicht von dem marktwirtschaftlichen Erfolgskurs ab.

Linke Kritiker von Chile bemängeln die hohe Ungleichheit. Und, in der Tat: Laut dem sogenannten Gini-Index, der die Abweichung der Verteilung des Einkommens in einer Volkswirtschaft misst, Chile eines der 20 ungleichsten Länder der Welt. Doch die Mehrheit der Chilenen schätzt offenbar den wirtschaftlichen Fortschritt für dieses lateinamerikanische Musterland höher als die von Kritikern bemängelte „soziale Ungerechtigkeit“.

Die linksliberale „Zeit“ veröffentlichte Ende Juni 2017 einen Beitrag unter der Überschrift „Endstation Reichtum“, in dem es einerseits kritisch hieß: „Hier regiert der Kapitalismus stärker als anderswo – mit allen Konsequenzen für den sozialen Zusammenhalt und die Schwächeren in der Gesellschaft.“ Andererseits erkennt aber auch die kritische „Zeit“ an: „Die Arbeitslosigkeit ist mit sechs Prozent ähnlich niedrig wie in Deutschland, die Inflation ebenfalls nicht der Rede wert. Chiles Staatsanleihen sind gut bewertet. Im Vergleich mit dem als chaotisch geltenden Umfeld in Lateinamerika gelten die Chilenen als verlässliche Geschäftspartner. Die Infrastruktur funktioniert, es wird gebaut und investiert, Nah- und Fernverkehr fließen. In den vergangenen Jahren ist der Lebensstandard gestiegen, auch für die Armen.“

„Fluchtursachen bekämpfen“?
Wirtschaftliche Unfreiheit ist eine Hauptursache der Abwanderung
Das Pro-Kopf-Einkommen der knapp 18 Millionen Chilenen ist fast doppelt hoch wie das der Brasilianer. Und der Anteil der armen Bevölkerung nahm bereits zwischen 2003 und 2014 von 20 Prozent auf sieben Prozent ab. Im gleichen Zeitraum sind die Einkommen der 40 Prozent ärmsten Chilenen stärker gestiegen als die Durchschnittseinkommen. Chile ist 2017 die Nummer eins in Lateinamerika auf der Rangliste des Weltwirtschaftsforums der wettbewerbsstärksten Länder der Welt. Sein Banksystem ist das solideste der Region. Die Unternehmen finden dort eine der besten Standortbedingungen weltweit. Es ist das offenste Land in Lateinamerika und unterhält Freihandelsabkommen mit Staaten, die zusammen 75 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erbringen. In den vergangenen dreißig Jahren hat Chiles Wirtschaft um etwa fünf Prozent im Jahr zugelegt.

In den Jahren 1990 bis 2005 zählte das chilenische Wirtschaftswachstum zu den stärksten der Welt und lag im internationalen Vergleich ungefähr gleichauf mit Südkorea, während es das der anderen lateinamerikanischen Länder bei weitem übertraf. Niedrige Unternehmenssteuern sowie die Deregulierung der Kapitalmärkte schufen Investitionsanreize. Hinzu kam die konsequente Privatisierung der Infrastruktur, von Verkehrsbetrieben und –einrichtungen über Krankenhäuser, Gefängnisse, Telekommunikation bis hin zur Trink- und Abwasserversorgung.

Andererseits ist die Wirtschaft Chiles nach wie vor sehr stark vom Kupfer abhängig. Das Land verfügt über die größten Kupfervorkommen der Welt und hat etwa einen Drittel Anteil an der Weltproduktion. Der Kupferpreis war von einem Tief von 1.438 Dollar (pro Tonne) im Jahr 1998 bis auf ein Hoch von 8.982 Dollar im Jahr 2008 gestiegen, allerdings fiel er im gleichen Jahr bis auf 2.767 Dollar. Im Jahr darauf legte der Kupferpreis um über 150 Prozent zu, und in den folgenden Jahren gab es ein Auf und Ab mit extremen Schwankungen.

Dass dies in einem Land, das in so hohem Maße von Kupfer abhängt, zu Problemen führt, liegt auf der Hand. Doch in Venezuela, wo der starke Anstieg des Ölpreises der Auslöser für den Boom war und es Hugo Chávez ermöglichte, mit vollen Händen soziale Wohltaten zu verteilen, führte dann der Rückgang des Ölpreises zu dramatischen wirtschaftlichen Problemen. Tödlich für Venezuela war die Kombination einer sozialistischen Staatswirtschaft mit der hohen Abhängigkeit vom Öl. Chile hat, als marktwirtschaftlicher Gegenentwurf zu Venezuela, den Rückgang und die starken Schwankungen beim Kupferpreis weitaus besser verkraftet.

Gegenmodell Venezuela

Unterschiedlicher könnten die beiden lateinamerikanischen Länder nicht sein: Chile rangiert auf Platz zehn des Index of Economic Freedom 2017, dem  Ranking der wirtschaftlich freiesten Länder der Welt. Venezuela dagegen landet – nach Kuba und vor Nordkorea – auf dem vorletzten Platz (179) und ist damit eines der wirtschaftlich unfreiesten Länder. Und während es den Chilenen heute besser denn je geht, leiden die Menschen in Venezuela unter Inflation, wirtschaftlichem Niedergang und zunehmender politischer Unterdrückung.

Dabei hatte sich Venezuela bis in die 70er-Jahre hinein sehr positiv entwickelt. War Venezuela zu Beginn des 20. Jahrhunderts eines der ärmsten Länder in Lateinamerika, so hatte es bis Ende der 60er-Jahre eine erstaunliche Entwicklung genommen. 1970 war es das reichste Land Lateinamerikas und eines der 20 reichsten Länder der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war sogar höher als das von Spanien, Griechenland oder Israel und nur 13 Prozent niedriger als das von Großbritannien.

Der Abschwung des südamerikanischen Landes begann in den 70er-Jahren. Über die Ursachen findet eine intensive Diskussion unter Wissenschaftlern statt. Einer der Gründe für die Probleme ist die starke Abhängigkeit vom Erdöl. Es kamen weitere Ursachen hinzu, insbesondere ein ungewöhnlich hoher Grad an staatlicher Regulierung des Arbeitsmarktes, die seit 1974 durch immer neue Vorschriften erhöht wurde. In kaum einem anderen Land Lateinamerikas (und weltweit) war der Arbeitsmarkt mit einem so engmaschigen Netz von Regulierungen überzogen. Während die Unternehmen 1972 noch das Äquivalent von 5,35 Monatslöhnen für die Lohnnebenkosten zahlen mussten, hatte sich diese Rate bis 1992 auf 8,98 Monatslöhne massiv erhöht.

Diese Faktoren kamen zu den Problemen hinzu, mit denen viele Länder kämpfen müssen, die stark von Rohstoffexporten abhängen. Viele Menschen in Venezuela hofften, der charismatische Sozialist Hugo Chávez würde die Probleme des Landes – Korruption, Armut, wirtschaftlicher Niedergang – lösen. Chávez hatte bereits 1992 versucht, mit einem Putsch die Macht an sich zu reißen, war jedoch gescheitert. 1998 wurde er zum Präsidenten gewählt, und 1999 rief er die „Bolivarische Republik Venezuela“ aus. Chávez war nicht nur Hoffnungsträger für viele arme Menschen in Venezuela, sondern er entfesselte die Utopiesehnsüchte der Linken in Europa und Nordamerika mit der Parole vom „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“.

Nachdem Ende der 80er-Jahre der Sozialismus in der Sowjetunion und den Ostblockstaaten zusammengebrochen war und sich die Chinesen auf den Weg vom Sozialismus zum Kapitalismus begeben hatten, fehlte der Linken das Utopia, von dem sie träumen konnten. Nordkorea und Kuba als einzig verbliebene kommunistische Staaten eigneten sich dafür nicht so gut. Hugo Chávez füllte diese Lücke. Der europapolitische Sprecher der Linkspartei im Deutschen Bundestag schwärmte: „Was Chávez macht, ist auch der Weg, in Deutschland die ökonomischen Probleme zu lösen“ und die Vorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, pries ihn als „großen Präsidenten“, der mit seinem ganzen Leben für den „Kampf um Gerechtigkeit und Würde“ stand. Chávez habe bewiesen, dass „ein anderes Wirtschaftsmodell möglich sei“.

Das sozialistische Experiment von Chávez begann vielversprechend. Möglich war dies, weil Venezuela die größten Erdölvorkommen der Welt hat und in der Regierungszeit von Chávez die Ölpreise geradezu explodierten. Damit sprudelte so viel Geld in die Staatskasse, dass sie bestens gefüllt war für das große sozialistische Experiment. Enden sollte der Großversuch mit dem „Sozialismus im 21. Jahrhundert“ jedoch in einem wirtschaftlichen Desaster, in Hyperinflation, Hunger  und Diktatur.

Freiheit ist unteilbar
Venezuela - Das Traumland der Linken am Abgrund
Nach dem Tod von Chávez 2013 übernahm dessen Stellvertreter Nicolás Maduro die Macht. Er beschleunigte die Enteignungen von Betrieben: Molkereien, Kaffeeproduzenten, Supermärkte, Düngemittelhersteller und Schuhfabriken wurden verstaatlicht. In der Folge ging die Produktion in die Knie oder wurde ganz eingestellt. Dann stürzten die Ölpreise dramatisch. Das hätte jedes Land vor Probleme gestellt, aber ganz besonders war es ein Problem für ein Land mit einer extrem ineffizienten, sozialistischen Wirtschaft und strikten Preiskontrollen. Jetzt wurden die fatalen Auswirkungen der sozialistischen Politik von Chávez vollends offensichtlich. Das gesamte System geriet aus den Fugen. Wie auch in anderen Ländern zeigte es sich, dass mit Preiskontrollen der Inflation nicht beizukommen war, sondern sie nur noch verschlimmerten. Die Inflation erreichte 225 Prozent im Jahr 2016 und war damit die zweithöchste (nach dem Südsudan) auf der ganzen Welt. Vermutlich lag sie tatsächlich bei fast 800 Prozent, wie ein interner Bericht des Gouverneurs der Nationalbank zeigte, der den Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2016 auf 19 Prozent taxierte.

Der Preis für einen Lebensmittelbasiskorb war im Januar 2017 gegenüber dem Vorjahr um 481 Prozent gestiegen. Um ihn zu kaufen, musste man über 15 Gehälter des Mindestlohns verdienen. Um zu verstehen, was das heißt, muss man berücksichtigen, dass ein Lehrer das Doppelte des Mindestlohns verdiente. Taxifahrer nahmen bald deutlich mehr ein als Ärzte oder Architekten. Demonstrationen der Bevölkerung gegen die sozialistische Politik wurden mit Gewalt niedergeschlagen, bisher gab es etwa 120 Tote. Stück für Stück haben die von den deutschen Linken so bewunderten Sozialisten Venezuela in eine Diktatur verwandelt. Bereits 2014 wurde geschätzt, dass 1,2 Millionen der am besten ausgebildeten Fachkräfte in die Vereinigten Staaten oder Europa ausgewandert waren.


*Teile dieses Beitrages stammen aus dem im Februar erscheinenden Buch, das jetzt vorbestellt werden kann: „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung

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42 Kommentare auf "Warum geht es den Menschen in Chile besser als in Venezuela?"

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Jaja… die Schere zwischen Arm und Reich. Wer glaubt, dass es besser ist, selbst einen Lohn von 500 € zu haben, wenn der Nachbar 600 € hat als die Situation, in der man 2000 € hat und der Nachbar 10.000 €, der ist einfach ein Idiot. Jeder halbwegs Vernünftige bevorzugt Situation zwei. Außer natürlich unsere Salonsozialisten, denen es lieber ist, wenn alle gleich wenig haben. Freiheit erzeugt unweigerlich Ungleichheit. Gleich sind nur Sklaven und Tote. Auch sehr interessant was Chile anbelangt: Der noch heute von den Linken verehrte und verklärte Salvador Allende hatte vor, Chile in eine kommunistische Diktatur zu… Mehr
Es gibt schon noch einen Unterschied zwischen dummen und intelligenten Sozialisten: Während Chavez in Venezuela eine neue Prestige-Seilbahn auf den Pico Bolivar für 125 Mio. $ bestellte (die sein schwachköpfiger Nachfolger jetzt nicht zahlen kann), ließ der bolivianische Präsident eine Gondelbahn von La Paz (3.600m) zur Satellitenstadt am Hochplateau (4.100m) errichten, die den Indios das Arbeiten und Einkaufen in der Metropole erleichtert und auch von Touristen auf dem Weg vom und zum Airport gerne genutzt wird, um die Verkehrsstaus auf der kurvigen Bergstraße zu umgehen. Das bedeutet zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Förderung des Tourismus… Mehr

Es gibt kein linksliberal. Entweder liberal oder links, beides schliesst sich gegenseitig aus. Linke wollen das exakte Gegenteil von Liberal.

Die linken Ideologien sind eine Konsequenz des Liberalismus franz. Revolution. Schon damals haben die selbsternannten Freiheitskrieger ihre politischen Gegner unterdrückt, um die Ecke gebracht und zwangs-ideologisiert: einige hunderttausende einfache Bauern der Landbevölkerung wurden exekutiert, gewachsene christliche Strukturen wurden nivelliert, z.B. die 7-Tage Woche, die der 10 Tage Woche der „Bürgerrepublik“ weichen sollte, wer nicht „Bürger“ sein wollte, wurde drangsaliert und exekutiert. Seither haben Sozialisten und Nationalsozialisten das gleiche x-fach wiederholt. Insofern ist der Links-Liberalismus absolut der richtige Begriff.

Das sehe ich anders: Liberalismus heißt Freiheit, beispielsweise wirtschaftliche Freiheit, geistige Freiheit. Linke wollen keine wirtschaftliche Freiheit, sondern Gleichheit. Und sie wollen keine geistige Freiheit, sondern Political Correctness. Daher gebe ich dem Kritiker Recht: Ich habe unbedacht einen Begriff verwendet, der so ist wie ein rundes Quadrat. (Und die letzten die ich als liberal bezeichnen würde sind die Egalitaristen der französischen Revolution).

Wenn der Kapitalismus in Chile dieselben Fehler begeht wie in Venezuela und Bolivien, wird es in Chile nicht lange dabei bleiben.

Das stimmt. Falscher Begriff von mir. Gebe Ihnen 100% Recht.

Gibt es ein Land, wo Sozialismus nicht zum Untergang führt?

Das Problem am Sozialismus ist nicht, dass er nicht funktioniert. Das Problem ist, dass er am Anfang funktioniert, bis die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen. Dann ist es oftmals zu spät und die Menschen, die sich vorher am vermeintlichen Erfolg erfreuten, weinen bittere Tränen.

Ja, exakt. Genau so war es in Venzuela. Ich beschreibe genau diesen Prozess in meinem Buch.

Die Chilenen sind doch nicht so verrückt wie die Deutschen. Ein Blick über ihre Landesgrenzen genügt, um nicht auf den absurden Gedanken zu kommen die Welt zu retten. Viele haben noch die chaotischen Verhältnisse der Regierung Allende in Erinnerung. Zudem ist man sich dort bewusst nur durch Eigenleistung den hohen Lebensstandard sichern zu können. CHILE verfügt außerdem nicht über enorme Ressourcen wie Argentininien, Venezuela oder Brasilien. Irgendwann in nicht so ferner Zukunft reist eine deutsche Abgeordneten Troika nach Chile um von Chile zu lernen.

Oh, Chile war schon einmal das Wahlexil einer gewissen Deutschen mit sehr sozialistischer Haltung.

Wie hieß es noch einmal von Margot Honecker?

„Margot Honecker lebte in einem Haus in La Reina, einem Stadtteil im Osten von Santiago de Chile, mit ihrem Enkelsohn. Sie bezog monatlich rund 1500 Euro Pension inklusive Witwenrente vom deutschen Staat, für ihre Ministertätigkeit in der DDR, die sie als „unverschämt wenig“ bezeichnete.“

Nicht zu vergessen die auf produktivvermögen beruhende private Rentenversicherung in Chile. Es gibt dazu ein Buch „Der Weg zum mündigen Bürger“ von Jose Pinera zum Download. Dort wird anschaulich beschrieben, wie Chile seine gesetzliche, auf Umlage beruhende Renten“versicherung“ auf Sachkapital umgestellt hat.

Stimmt! Auch das war eine wichtige Reform, da könnten wir uns was von abschneiden.

„Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ – Hr. R. Zitelmann

Kommt auf die Perspektive an! – Wenn Sie Tausch- und Stoffumschlagswert analysieren, sehen Sie ein interevolutionäres Wachstumsproblem.
Um das Problem zu lösen, sollte eine Leit- und Weltwährung an einen konkreten Stoffumschlagswert gekoppelt werden: Dafür bietet sich der Energiemarkt an!

Der Autor hat leider NULL Ahnung was in Südamerika vor sich geht. Nur ein Satz: Venezuela wird wie Kuba von den USA blockiert, weil sie das reichste Ölvorkommen der Welt besitzen und sich den USA und dem Petro-Dollar nicht unterwerfen wollen- während Chile und Brasilien sowie Argentinien voll in der Hand der US-Kamarilla ( Banken, Fondsgesellschaften, Unternehmens-Aktien etc) sind. Immer dasselbe Spiel: wer sich nicht diesen kriminellen Hochfinanzlern und der US-Diktion ( wir allein sind die Herren der Welt) unterwirft, wird zerstört, ökonomisch blockiert und militärisch unterwandert. Panama ist doch das Muster.

Nur die USA blockiert und das ist eben nicht das Problem, sondern eklatante Misswirtschaft. Hören Sie bitte auf zuträumen und alles den bösen USA in die Schuhe zu schieben. Venezuelas Probleme sind hausgemacht. Was sie hier behaupten kommt schon einer „Dolchstoßlegende“ gleich.

Wann lernt die Welt eigentlich endlich, dass der Sozialismus und die Planwirtschaft nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, und der böse Kapitalismus den Ärmsten besser bekommt. Aber das darf halt nicht sein und so bastelt man eben an Feindbildern, denen man alles in die Schuhe schiebt.

Es ist immer wieder putzig zu sehen, dass Sozialisten tatsächlich an den Unfug glauben, den sie verzapfen. Und es beweist nur eins: Links ist die Intelligenz definitiv nicht zu Hause. Und wenn der Autor NULL Ahnung hat, geht Ihre, werter hen P, vermutlich irgendwo gegen minus unendlich. Ein klein Bisschen aus dem Nähkästchen: Sogar unter Mithilfe unserer eher linken Regierung (nun ja, links blinken, rechts abbiegen …) wurde Venezuela wegen der diktatorischen Anwandlungen des größten Busfahrers aller Zeiten (GröBaZ) inzwischen aus dem Mercosur geschmissen. Aber macht ja nix, die Amis sind schuld. Da lohnt sich eigentlich keinerlei Diskussion, aber das… Mehr
Das Kuba und Venezuela also nicht am Größenwahn ihrer menschenrechtsverachtenden Anführer leiden, sondern von den bösen USA – die letzten 8 Jahre also Obama, hat schon ein mitreißendes Niveau. Chile hat nach der Diktatur viele Jahre mitte-links Regierungen gehabt, die unter Beibehaltung der effizienten Wirtschaftsordnung soziale Reformen vorgenommen hat. Auch wenn manche das ggf. anders sehen, das hat auch Piñeira von 2010 bis 2014 beibehalten. Und wird es jetzt wieder so machen. Das sieht sogar Pepe Mujica, ganz linker Ex-President Uruguays (Ex-Tupumaru-Rebell), so, der so recht nach dem Geschmack europäischer Salonsozialisten ist. Chile ist mit seinem auf Ausgleich beruhendem System… Mehr
Lieber Matt, bringen Sie doch bitte „unseren Pepe“ nicht mit den Salonsozialisten in Europa in Verbindung. Ich bin zwar politisch ganz und gar nicht auf dessen Linie, aber er hat etwas, das den europäischen Sozialisten gänzlich fehlt bzw. fehlte: Authentizität. Von 10.000 Dollar Monatsgehalt spendete er 9000, weil es ja Leute gäbe, die von noch weniger leben müssen. Die Präsidentenwohnung wollte er nicht, er blieb lieber auf seiner Chacra. Den Dienstwagen wollte er ebenso wenig, der alte Käfer tat’s schließlich auch. Usw. (dass er u. a. auch ein verurteilter Mörder ist, lassen wir jetzt mal beiseite, ebenso, dass von seinen… Mehr

Das Sozialismus nie funktioniert liegt nach Meinung der Sozialisten IMMER an den USA und den feindlichen kapitalistischen Mächten. Deshalb funktioniert der Sozialismus nicht in Venezuale, nicht in Kuba, nicht in Nordkorea. Und wahrscheinlich hat er auch deshalb nicht in der DDR funktioniert. Die Wahrheit ist, dass der Sozialismus noch nirgendwo auf der Welt funktioniert hat, egal in welcher Variante man ihn ausprobierte.

Und wieder die selbe alte Leier, wie in den ZON-Kommentaren. Was nicht sein darf das nicht sein kann. Betreibt der venezolanische Staat nicht eine eigene Tankstellenkette in den USA? Ist Venezuela nicht einer der größten Erdöllieferanten der USA? Hat der „Sozialismus“ jemals in irgendeinem Land in dem er herrschte der Bevölkerung ein besseres Leben gebracht? Hat er jemals irgendwo ohne Unterdrückung und Bespitzelung geherrscht? Am Beispiel der untergegangenen DDR konnte man doch sehen dass das nicht mal die Deutschen hinbekommen haben. Aber Schuld sind natürlich immer die anderen.

Die kapitalistische Marktwirtschaft ist unschlagbar. Aber, ein fein dosiertes Mehr an ’sozialer Marktwirtschaft‘ würde der sozialen Balance gut tun. Chile hat sich solider entwickelt als jedes andere Land in Südamerika. Aber, es hat auch immer noch die gleichen strukturellen Defizite des Sozialvertrages, der Rechtsstaatlichkeit und der Professionalität des Verwaltungsapparates, was auch ein notwendiger Teil der Rechtsstaatlichkeit wäre, wie die anderen Länder des Kontinents auch.

Die Frage muss doch eher heißen…warum geht es den EU-Deutschen bald so wie den Venezulanern?!