Chaos und Selbstdemontage – AKK zerlegt die letzte Volkspartei

Wenn es das Ziel der Partei sein sollte, sich nach der SPD endgültig vom Status einer Volkspartei zu verabschieden, die mehr zu bieten hat als Vasallentreue zur Merkel-Linie, handelt AKK richtig.

Michele Tantussi/Getty Images
Die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich an diesem Wochenende erneut als richtige Wahl für die Spitze der CDU erwiesen. Jedenfalls dann, wenn es das Ziel der Partei sein sollte, sich nach der SPD endgültig vom Status einer Volkspartei zu verabschieden, die mehr zu bieten hat als Vasallentreue zur Merkel-Linie.

Die „FAZ“ spricht von der „Selbstdemontage einer Volkspartei“, FAZ-Mann Plickert tweetet:

Konstantin von Notz (Grüne) schüttelt auf Twitter, frei von parteipolitischer Häme, den Kopf:

WamS-Chefredakteur Johannes Boie findet: „Kramp-Karrenbauers Vorstoß ist strategisch instinktlos.“

Was steckt dahinter? Im Konrad-Adenauer-Haus und im Bundeskanzleramt herrscht angesichts der sich abzeichnenden Wahldebakel im Osten Panikstimmung. Merkel ist erkennbar nicht bereit, von ihren kontroversen Positionen in der Migrationspolitik abzuweichen, wie ihr jüngster unsinniger Vorstoß zur „staatlichen Seenotrettung“ zeigt. Denn warum lässt man die Menschen dann überhaupt aufs Meer und nimmt sie nicht gleich an Land auf, damit sie gar nicht erst in Seenot geraten aus der man sie dann retten muss? Gleichzeitig trifft diese Haltung insbesondere im Osten auf erhebliche Abneigung bei den Wählern. Maaßen, der für die CDU eben dort Wahlkampf macht, kritisiert den Merkel-Kurs scharf. Weil man ihn argumentativ nicht glaubt, stellen zu können, hat Merkel jetzt AKK in die Manege geschickt, um ihn mit dem Ruf nach einem Parteiausschluß zu diskreditieren und einen Sündenbock für die absehbaren Wahlniederlagen zu finden. Dieser Sündenbock ist sie nun selbst. Wie konnte sich AKK so übertölpeln lassen. Sie wirkt, wie ein willfähriges Werkzeug der Kanzlerin.

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Selbst wenn man die geboten zurückhaltenden Erwartungen anlegt, die bei AKK geboten scheinen, ist der aktuelle Vorstoß eine intellektuelle und strategische Kapitulationserklärung eigener Art. Und was für eine Vorlage für Maaßen. Er muss sie nur verwandeln. AKK hat gleich drei schwere Fehler gemacht:

1. Ein Parteiausschlußverfahren gegen Maaßen ist ohne jede Aussicht auf Erfolg. AKK erscheint ahnungslos und inkompetent.

2. Konservative und missliebige Stimmen mundtot zu machen, steht in völligem Widerspruch zu dem, wofür sich die CDU als Volkspartei immer stark gemacht hat. Ihr neuerdings auch gestörtes Verhältnis zur Meinungsfreiheit hat die Partei mit dem NetzDG ja bereits hinreichend dokumentiert.

3. Der Ruf zur Entfernung von Parteimitgliedern, die rechts von Merkels Kurs stehen, wird fatale Folgen für die Wahlergebnisse der CDU im Osten haben.

Wahlen haben Konsequenzen, liebe CDU-Mitglieder. Die Frage scheint nicht, ob AKK aus ihrem Amt gemobbt wird, sondern nur noch, wann das geschieht und ob sie mit Merkel zusammen gehen muß. Oder auch nicht, denn bisher ist die Union noch immer eingeknickt.

An Maaßens Stelle hätte ich die Samthandschuhe ausgezogen und mit dieser Erklärung reagiert:

„Ich bin bestürzt, wie wenig vertraut Frau Kramp-Karrenbauer mit den Regularien eines Parteiausschlussverfahren zu sein scheint. Mit einem so erkennbar aussichtslosen Vorschlag auch noch an die Öffentlichkeit zu treten, schadet der Union und diskreditiert sie als Vorsitzende.

Die Union, als große Volkspartei der Mitte, stand stets dafür und war stolz darauf, ein breites bürgerliches Meinungsspektrum abzudecken. Diese Prinzipien gelten auch dann fort, wenn die derzeitige Vorsitzende sie in Frage zu stellen scheint.

Schließlich ist der Versuch von Frau Kramp-Karrenbauer, konservative Stimmen auszugrenzen und zu stigmatisieren, auch deswegen so unglücklich, weil die Parteivorsitzende damit den zahlreichen Wahlkämpfern der Union in den ostdeutschen Bundesländern in den Rücken fällt. Sie macht mit dieser erneuten Ungeschicklichkeit Wahlkampf für den politischen Gegner.“

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Kommentare ( 93 )

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AKK macht das sicherlich nicht ohne Rücksprache mit Merkel.

Die Quittung kommt ja in 2 Wochen….

Wahlen haben Konsequenzen? Nein, da muss ich widersprechen. Seit Merkel nicht mehr. Da werden Wahlverlierer zum Sieger erklärt, weil sich alle Verlierer zusammenschließen und koalieren. Die krallen sich alle an ihre Fresströge, die bekommen wir nie wieder los. Hier wird ja nicht einmal aufbegehrt, wenn nach erwiesenem Wahlbetrug nicht neu gewählt oder ausgezählt wird, sondern einfach nur geschätzt. So etwas gibt es in keinem anderen Land. Und auch für die am Wahlbetrug Beteiligten gibt es keinerlei rechtliche Konsequenzen. Solange hier im Westen die Menschen dermaßen blöd sind, wird sich garantiert nichts ändern. Aber es geht ja rasant abwärts. Spätestens nach… Mehr

Sie irren sich. Die Groko sieht zusammengeschmolzen und nun droht die Zerstörung der SPD und der NIEDERGANG der CDU.

Übrigens liegt es an der schmerzbefreiten Trägheit der Westdeutschen, dass es noch NICHT VORBEI mit Merkel ist.

Eine Politik, die sich überwiegend und dazu noch erfolglos mit sich selbst befasst, kann und darf nicht von Parteien bestritten werden, die sich derzeit lediglich mit dem Image einstiger Bürgernähe schmücken. Merkels Kurs hat ganz klar sozialistische Züge und diese sind gegenwärtig am entgleisen.

Man sollte die Frau nicht stören bei ihrer Arbeit. Lasst sie weiter machen!!!

AKK wird hier für Merkel handeln….und es ist auch wie immer geschickt gemacht von Merkel….im mittelpunkt steht jetzt herr Maaßen nicht die sache um die es geht….siehe auch SPD und Sarrazin

CDU und Volkspartei….sorry….hahahahahahahahahahahahaha….die CDU war und ist eine reine lobbypartei….

„Wie konnte sich AKK so übertölpeln lassen. Sie wirkt, wie ein willfähriges Werkzeug der Kanzlerin.“

Genau deswegen hat Merkel die Provinz** AKK doch auf den Schild gehoben: Als ihre Sprechpuppe!

eine Person mit Profil, Selbstbewusstsein und Beobachtungsgabe hätte den Job nicht angenommen. Und: (Beispiel) kein Hochkaräter in der Industrie ordnet sich einem schwachen Vorstand unter, es sei denn, die Vertragszeit des letzteren steht kurz vor Ablauf oder der Termin zur Demission ist bereits bekannt.

Warum um alles in der Welt, haben Annegret, Angela und Uschi nicht einfach zusammen einen Töpferkurs oder was mit Batiken gemacht. Das hätte doch völlig ausgereicht und alle wären glücklich. Meinetwegen auch ein Jodeldiplom mit Katharina oder Fädelketten oder kreative Grußkartengestaltung, was mit Papier oder Malen mit Malu oder Ski mit Ska oder Kindergeburtstagsplanung mit der Andrea oder was mit Kerzen mit Katrin oder Schminktipps mit Petra, nee besser Claudia, die kennt sich auch noch mit Diät aus, nee mit Diäten kennen sich ja alle aus, also dann lieber vielleicht lieber doch was mit backen, was mit Teig, nicht schon… Mehr

Ich habe ihren Beitrag auf meine Facebook Chronik übernommen… einfach köstlich und auch wirklich nur noch mit dieser Art Humor zu ertragen…
https://www.facebook.com/profile.php?id=100009226086550

…..das gedöns in der brd deutschland ist dermaßen verworren, daß kein kluger mensch mehr durchblickt! deshalb legt er sich lieber zurück und erfreut sich seines lebens, überall!

best regards friedrich – wilhelm, banff/can.

Lieber friedrich – wilhelm, sie scheinen ein wenig unzufrieden darüber zu sein, dass Ihre neue Standortwahl Kanada, hier im Forum so wenig Anerkennung findet. Aber seien Sie beruhigt, es ist Ihnen sicher gegönnt, wenn Sie dort glücklich sind. Für den einzelnen kann das Ausland durchaus eine gute Lösung sein, aber wir diskutieren hier ja naturgemäß über die Vorgänge in Deutschland, und da ist es nun mal keine Option, das alle Deutschen nach Kanada oder sonst wohin verschwinden.

Für all diese schönen, kreativen Dinge, werter Herr Thiel, braucht man ein Mindestmaß an Talent. 😉 😉 😉 Aber da iss nix. Quotenfrau geht immer.

ich vermute, dass – hätte man die Politiker nicht verbeamtet und ihnen damit Apanagen auf Lebenszeit gesetzlich verankert – sähe die ‚Szene‘ qualitativ besser aus. Man schaue nur auf das Gehalt einer Ska!! KELLER, von Claudia ganz zu schweigen. Alle inkl. Quotenfrauen drängen zum Staat, um in erster Linie gesichert und bis ans Lebensende alimentiert zu werden. Und dann plärren sie noch ein paar Sätze ins Mikro – am liebsten in Talk-Shows – wie zB: wir bekommen ** geschenkt und ich freu‘ mich drauf.

Ich hab’s: Wir schicken sie auf ’nen Segeltörn und richten die Kompasse auf sie selbst – das schmeichelt …

Mal andersherum gefragt: Warum sollte AKK diese Ansichten (also in der Causa Maaßen im besonderen und damit zur CDU im Allgemeinen) nicht vertreten, haben dürfen? Warum MUSS sie konservativ sein? Warum MUSS die CDU konservativ sein? Ist es denn nicht viel eher so, daß gerade in den westlichen Bundesländern Millionen von Wählern einer Fata Morgana nachlaufen, nachdem die Union konservativ sei und somit einen politischen Gegenentwurf zu grün und grünlinks böte? Wer ist heute „konservativ“? Ist das – nicht auch – geradezu eine kontradiktorische Position zu „rechts“? Also eine Linie, wie sie bei „TE“ beispielsweise Autoren wie Wolfgang Herles oder… Mehr
Ihre Überlegungen sind nicht ganz schlüssig. Ersteinmal ist rechts bzw konservativ anders als von Ihnen dargestellt prowestlich, wirtschaftsliberal (was deutlich besser als kapitalistisch bezeichnet werden sollte) individualistisch. Warum? Weil dies die Kontramerkmale zu links sind die da wären antiwirtschaftlich (sozialistisch/kommunistisch), Kollektiv und autoritär. Postnational und paneuropaisch nur solange es konservatien Positionen dient. Um etwas konservieren zu können muss man wandelbar sein und es ist kein Zufall daß 1933Konssrvative (katholisches Zentrum) Wiederstand gegen die nationalen Sozialisten leisteten und nach 1945 Konservative der Kern des Wiederstandes gegen internationalen Sozialismus (Kommunisten/Grüne/SPD). Dann Ihr „Linksliberal“ … Die Linksgrünen sind vieles, aber nicht liberal und… Mehr

Akk agiert typisch wie eine Frau. Meine Chefin ist auch eine Frau.
Frauen können gute Chefs sein, sie neigen aber aber teilweise nicht immer zu gerechten und objektiven Entscheidungen. Im Falle maaßen ist das meines Erachtens eher so ein Zickenkrieg. Mànner würden sowas eher sportlich und mit aussitzen regeln. Vor allem Frauen mit macht sind schlimmer als manche Männer mit macht.

An ihrer Analyse ist was dran! Gut geschrieben. Ich werde wohl doch CDU wählen. Erst wollte ich bürgerbündnis wählen. Das entscheide ich noch.

Ich schätze mit 10 % CDU in BB könnten sie richtig liegen, aber 43 % afd wird es nicht werden. In Sachsen auch eher nicht. Das wäre eine Bombe.

Mit der CDU bekommen Sie Grünrot, mit schwarzem Mehrheitsbeschaffer, in Sachsen (oder in Brandenburg), und keine eingehegte AfD – das hat schon das Landesverfassungsgericht (mit Richtern auf dem CDU-Ticket) besorgt, und in Brandenburg wird Senftleben mit der Linkspartei paktieren (die wiederum Woidke satt hat). Wollen Sie das? Dann eher besser gleich Grün, SPD oder Linkspartei wählen. Ansonsten Bürgerbündnis oder AfD – nur diese können die Blockparteien zwingen, eine andere Politik zu machen.

Daß sehe ich genauso.
Den Leuten geht es im Westen noch immer zu gut.

Der IQ und die daraus erwachsenen mentalen Fähigkeiten der Dame Karrenbauer stehen in direkt proportionalem Verhältnis zur Größe des Bundeslandes, aus dem sie kommt. Ähnlich kontraproduktic wie die SPD mit Mitgliedern verfährt, die nicht linientreu sind (Sarrazin z. B.) und nichts dabei gelernt hat, sondern pfeilgerade auf den Abgrund zusteuert, so ähnlich verfährt, schlechtem Beispiel folgend, nun die CDU, absehbar mit dem gleichen Endresultat wie die SPD. Die AfD wirds freuen.