Auszug der Juden aus Frankreich

In Paris wurde gerade die 85-jährige Holocaust-Überlebende Mireille Knoll ermordet. Als höchst tatverdächtig gilt ein junger Muslim. Das Motiv hat laut Staatsanwaltschaft antisemitischen Charakter. Inzwischen planen mehr als 60 Prozent der französischen Juden, ihr Heimatland zu verlassen, sie fürchten um Leib und Leben.

© PATRICK HERTZOG/AFP/Getty Images

Lange habe ich es vermieden, mich zu diesen Themen öffentlich zu äußeren. Zu Migration und Integration. Nicht weil ich mir dazu keine Gedanken gemacht hätte. Ganz im Gegenteil: Das Überlegen darüber gehört schon beinahe zur Tagesordnung. An der Befasstheit liegt es nicht. Mir fehlt jedoch eigentlich die Expertise; meine Fachthemen sind eher Wirtschaft oder alltägliche Absurditäten der deutschen Gesellschaft.

Jedoch: Eine wachsende Zahl von Ereignissen – oder zumindest die wachsende Berichterstattung darüber – macht Schaudern. Derart, dass ich mich nun wenigstens einmal als Nachdenkender zu Wort melden will.

Droht ein neuer Exodus?

In Paris wurde gerade die 85-jährige Holocaust-Überlebende Mireille Knoll ermordet. Als höchst tatverdächtig gilt ein junger Muslim. Das Motiv hat laut Staatsanwaltschaft antisemitischen Charakter. Robert Ejnes, Exekutivdirektor des Rats der jüdischen Einrichtungen Frankreichs (Crif), spricht dazu gegenüber dem Spiegel von „verlorenen Gebieten der Republik“ – untergegangen in den täglichen Aggressionen arabischstämmiger, antisemitischer Jugendbanden.

„Adieu“ hatte Hilmar Klute eine Seite drei der Süddeutschen Zeitung im Januar überschrieben. Es ging darum, dass inzwischen mehr als 60 Prozent der französischen Juden planen, ihr Heimatland zu verlassen. Weil sie um Leib und Leben fürchten. 60 Prozent. Das klingt fast schon nach Exodus. Unfassbar.

Die Angst der französischen Juden ist begründet. Sie werden immer öfter Ziel von Anfeindungen bis hin zu Gewalttaten – auch solchen mit tödlichem Ausgang. Mireille Knoll war nicht die erste. Letztes Jahr wurde die 66-jährige Jüdin Sarah Halimi misshandelt und aus dem Fenster geworfen.

Antisemitismus auf dem Vormarsch

Islamisch und palästinensisch fundierter Alltagsterrorismus ist in Frankreich inzwischen offenbar gang und gäbe. „Es kommt regelmäßig zu Übergriffen, die für Beunruhigung und Angst in der jüdischen Bevölkerung sorgen“, warnte der Antisemitismusbeauftragte der französischen Regierung zu Beginn des Jahres gegenüber der Welt.

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Angeschaut: Der verschwiegene Film über Antisemitismus
Wie bizarr: Da sind wir allerorts – oft zurecht – bemüßigt, zunehmend nationalkonservative politische Kräfte, in denen sich immer wieder auch ekelhafte nationalsozialistische Revisionisten tummeln, einzuhegen, und derweilen bricht uns vielleicht die linke und grüne Weltoffenheits- und Multi-Kulti-Idee das Genick. Weil wir sehr wahrscheinlich im „Kampf gegen rechts“ zu oft Linksextreme alimentieren, die in Punkto Antisemitismus ihren Gegnern in nichts nachstehen und zugleich den islamischen Terrorismus verharmlosen? Vor allem aber: Weil wir möglicherweise zu viel von einer muslimischen Kultur haben einwandern lassen, die im Gros noch nicht bereit ist für ein gleichberechtigtes, zivilisiertes, säkulares Zusammenleben?

Die Gefahr einer kritischen Masse von muslimischem Fundamentalismus macht mich Bange. Dabei sind mir fundamentale Christen sowie jede andere fundamentale Glaubensauslegung nicht einen Deut weniger zuwider. Andererseits sind mir Fremdheit, Gläubigkeit und andersartige Kultur beim Einzelnen nicht im Geringsten ein Anlass für Befürchtungen. Im Gegenteil, die Buntheit der Welt war und ist für mich eher Chance als Risiko im Fortschritt der menschlichen Geschichte.

Religion und kulturelle Sitten gehen Hand in Hand

Trotz aller Offenheit also verlässt mich aber doch dieser bittere Beigeschmack nicht. Der Anteil an Muslimen in der europäischen Gesellschaft hat mit großer Sicherheit einen kritischen Punkt des allgemein friedlichen Fortbestehens. Ob das nun tatsächlich in der Religion und deren Auslegung begründet ist oder in kulturellen Sitten der religiösen Heimatländer, die definitiv nicht die heutige abendländische Sicht von natürlichen Menschenrechten und demokratischer Souveränität des Einzelnen teilen, erscheint mir unerheblich. Es ist – in der Masse, nicht im Einzelfall – wohl unauflöslich miteinander verwoben.

Amtliche Irreführung
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Gleichberechtigung der Frauen und überhaupt das Primat des säkularen Rechts und die individuelle Freiheit der Menschenwürde sind da sicher die kritischsten Punkte. Und Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung. Ich bin überzeugt, dass unsere Kultur da strapazierfähig ist. In dem Sinne, dass wir einen gewissen Grad negativer kultureller Abweichungen ertragen können; aus der begründeten Hoffnung heraus, dass die Geschichte der Wohlfahrt unserer Gesellschaft ein überzeugender Katalysator zur Assimilation ist. Ein so gelingender Wandel ganz gewiss auch mit Ausstrahlungen auf die Kultur der muslimischen Herkunftsländer. Migration und Integration können also nach meinem Empfinden einen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Wie Juden es seit jeher tun.

Was ist das richtige Maß für Migration und Integration?

Wenn man das richtige Maß findet. Das Übermaß deutet sich in den französischen Verhältnissen an, mit fliehenden Juden und zudem einer Bevölkerung, der das entweder aus islamistischen, linksextremen oder neo-nationalsozialistischen Gründen zu 62 Prozent egal ist und von sieben Prozent sogar befürwortet wird. Da wird Michel Houellebecqs Dystopie „Die Unterwerfung“ mit der Zuspitzung der politischen Kräfte in Frankreich auf einerseits nationalradikal und andererseits – und zuletzt erfolgreich – islamistisch-sozialistisch zunehmend weniger unwahrscheinlich.

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So gut begründet man sich aus humanistischen und christlichen Bedenken der grundlegenden Menschlichkeit gegen die Diskussion um Obergrenzen für Migranten sträubt, fürchte ich doch angesichts solcher Entwicklungen, dass Grenzenlosigkeit unsere Gesellschaft nachhaltig deformieren könnte. Derart, dass niemand etwas davon hat. Auch nicht die Fliehenden oder einfach nur Besseres Suchenden.

Nach meinem Empfinden brauchen wir also eine Grenze für die Zuwanderung von Muslimen, ziemlich unabhängig von den Migrationsursachen. Ja, das ist wohl so etwas wie religiöse Sippenhaft. Nicht schön, aber vielleicht sogar ein wichtiger Anstoß für liberale, säkulare oder reformatorische Kräfte unter den Muslimen. In jedem Fall aber der Erhalt einer halbwegs liberalen, säkularen und reformierten Bastion in der Welt.

Zu Deutschland gehört eine offene Diskussion über Obergrenzen

Ich halte es dementsprechend aus einer zutiefst liberalen und moralisch reflektierten Position für unlauter, nicht über Obergrenzen zu diskutieren. Der richtige Grenzwert ist dabei fraglos schwierig zu finden. Aber gerade diese Schwierigkeit fordert zur Diskussion auf. Zu Verschweigen oder das Thema zu vermeiden nützt nichts. Auch das zeigt sich in Frankreich.

Einen Antisemitismusbeauftragten zu berufen, wie im Januar vom Bundestag beschlossen, fällt in diesem Zusammenhang mit großer Wahrscheinlichkeit in die Kategorie folgenloser politischer Aktionismus. Die antragstellenden Parlamentarier von Union, SPD, FDP und Grünen erkennen dabei wohl ganz richtig: „Neu tritt durch Zuwanderung ein verstärkter Antisemitismus aus den Ländern Nordafrikas, dem Nahen und Mittleren Osten hinzu, in denen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit einen besonderen Nährboden haben.“ Trauen sich aber nicht die folgerichtigen Konsequenzen für die Diskussion um die Zuwanderung daraus zu ziehen und beerdigen die Erkenntnis mit einem neuen Beauftragten, der unter Dutzenden seinesgleichen in der öffentlichen Wahrnehmung und politischen Bedeutung schon einen Tag nach dem Bundestagsbeschluss untergegangen ist.

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Kommentare ( 232 )

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Ausnahmslos in jedem Land der Welt gilt der Grundsatz, dass wenn der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung einen bestimmten Prozentsatz überschreitet, es zu Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt gegen Andersgläubige (hauptsächlich aber keineswegs ausschließlich Juden und Christen) kommt. Dies ist überall auf der Welt ohne jede Ausnahme zu beobachten. Selbstverständlich geht die große Mehrheit der Muslime vollkommen friedlich ihrem Glauben nach. Aber wie sooft auch im Politischen reicht auch hier eine extremistische Minderheit, um größtmöglichen Schaden anzurichten. Und hier kommen wir dann langsam aber sicher zum Grundproblem der Demokratie. Denn die angeblich beste Staatsform aller Zeiten ist letztlich immer in… Mehr

Wenn der Exodus gen Israel geht, wird es dort eng mit den entsprechenden raumfordernden Konsequenzen. Der Verteidigungsdruck Israels wird erhöht, weitere Kriegshandlungen bleiben unausweichlich. Das verblendete Europa setzt auf einen künftigen säkularen Islam, währenddessen der ursprüngliche Islam sich europaweit festzusetzen beginnt. Noch weigert sich Europa, den Islam als politische Kraft anzusehen. Die Gleichsetzung des Islams mit anderen Weltreligionen ist im 21. Jahrhundert eine klare Fehleinschätzung. Nicht der religiöse Druck des Islams auf Europa ist entscheidend, sondern der politische. Fazit: Die Ausbreitung des Islams in Europa muss mit allen Kräften verhindert werden.

Sehr geehrter Herr Maas, muss denn „die Buntheit der Welt“ unbedingt hierzulande – oder in anderen europäischen Staaten – stattfinden? Wenn jemand die unterschiedlichen Kulturen auf diesem Globus kennenlernen will, kann er/sie doch dorthin in Urlaub fahren. „Multikultur“ haben wir im eigenen Lande genug … von der Ostsee bis nach Bayern gibt es landesspezifische Bräuche und Gepflogenheiten … Der fragwürdige Wunsch nach „Buntheit“ hat doch letztlich zur Toleranz Allem und Jedem gegenüber geführt, mit den von Ihnen beschriebenen Folgen. Jetzt ist konsequentes politisches Handeln gefordert, nicht nur in Frankreich, sondern EU-weit. Für Frankreich sehe ich unter Macron allerdings schwarz, denn… Mehr
Wir sollten uns nichts vormachen. Der Islam wird weder reformiert, noch werden die Moslems freiwillig wieder verschwinden. Wir haben die Erfahrungen bereits mit den Einwanderern aus der Türkei gemacht. Zunächst sollten die Türken lediglich für eine begrenzte Zeit bleiben, jetzt sind es bereits an die 50 Jahre. Ein Teil der Türken hat es geschafft sich in Deutschland zu integrieren, sie sprechen zu Hause deutsch, feiern mit den Kindern Weihnachten (das kann man auch machen ohne seine Religion aufzugeben) und haben einen deutschen Freundeskreis. Der Großteil jedoch versteht sich immer noch als Türke, spricht zu Hause türkisch und befürwortet Erdogans Allmachtsphantasien.… Mehr

Warum wollen alle nach Germoney? Warum laufen sie durch X- Länder? Hier wächst das Geld auf den Bäumen und man bekommt sogar den Clan mit Frauen und 10 Kindern finanziert. Der deutsche Michel finanziert und vor lauter Arbeit und oder Fun wählt er die Falschen, die ihren hart erarbeitenden Staat verschleudern und zugrunde richten.

„Fundamentale Christen“ (was soll das genau heißen – soviel wie bibeltreu vielleicht, also evangelikale Freikirchler oder konservative Katholiken?) mit Menschen gleichzusetzen, die aus antisemitischem Haß Juden drangsalieren, bisweilen foltern und töten, ist einfach nur eines: entsetzlich dumm. Wer so etwas schreibt, sollte vielleicht doch besser bei Wirtschaftsthemen bleiben, wie der Autor das ja auch eigentlich auch vorhatte (oder in die SPD eintreten – von dort kamen vor kurzem exakt dieselben Töne).

Ich will nur daran erinnern, dass in Michel Houellebecq´s Roman „Unterwerfung“ (Welcher auch in Frankreich spielt), – die Auswanderung vieler Juden aus Frankreich, – die erste Stufe der Eskalation darstellt, – welche in der Herrschaft des Islams mündet (Weil, nur um das nochmal zu verdeutlichen: – Alle von links bis bürgerlich, aus Angst vor der Front National [Aka „die Rechten“], – die Moslempartei wählen).

Wen die Götter verderben wollen, – den schlagem sie mit Blindheit.

Sie sind ein Zahlenmensch? Und Ihnen ist nicht bewusst, dass in der Generation der 18 bis 30 jährigen Männer der Anteil der Muslime ca. 40 % beträgt? Und dass in der folgenden Generation die Muslime unausweichlich in der Mehrheit sein werden? Und Sie fragen nach dem verträglichen Maß der Migration? Entschuldigung, Herr Maas, dass ich etwas erschrocken bin. Schönes Traditionsfest noch.

Was ist das für eine blödsinnige Statistik? Egal ob D oder Frankreich, das ist schlicht Unsinn.

Klar, Herr Popert,wenn man die Augen fest schließt. Für Sie zum Nachrechnen: In dieser Gruppe max. 5,5 Mio Männer. Davon ca. 1 -1,5 Mio Muslime. Zwischen 2014 und 2017 sind ca. 1,8 Mio Männer zugewandert,2018 dürfen wir wieder mindestens 200.000 begrüßen. Das sind mehr,als in einem Jahr biodeutsche Jungs geboren werden. Summieren können Sie selbst. Und fangen Sie bitte nicht an, wegen 10 % schulmeistern zu wollen. In der Generation der jetzt 0 – 10jährigen werden Muslime in der Mehrheit sein, unabänderlich. Auch wenn sie es nicht wahr haben wollen.

Habe auch nachgerechnet, es ist durchaus realistisch, wenn auch wahrscheinlich die Maximalschätzung. Anhand der Alterspyramide kann man etwa von 6 Millionen deutschen Passinhabern in dieser Kohorte als Gesamtzahl rechnen. Durch die Grenzöffnung alleine kamen schon über eine Million Neue, geschätzte ~75 % der durch die Merkelöffnung Eingewanderten würden in diese Kohorte fallen. Geht man jetzt bei jedem Fünften „Deutschen“ (realistisch, denke ich) der 6 Millionen Vorhandenen von muslimischen Background aus, haben wir 1,2 Millionen + 1 Million, also 2,2, von 7 Millionen => Das wären dann 31,5 %. Selbst wenn wir unsere Schätzung darauf senken, dass nur jeder Sechste im… Mehr
Deutschland lässt sich den Judenhass durch Muslime offenbar Toleranz besoffen gefallen. Die angedrohten Sanktionen sind völlig wirkungslos. Deutschland hätte allen Grund diesen offenen Antisemitismus mit aller Härte, und wirklich aller Härte im Keim zu ersticken. Hierzu hat sich Imre Kertész, er überlebte Auschwitz : . “Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen, der sich als kindlich und selbstmörderisch erwiesen hat. Europa hat Hitler hervorgebracht; und nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam; er wagt es nicht länger über Rasse und Religion zu reden, während der Islam gleichzeitig einzig die Sprache des… Mehr
„Die Gefahr einer kritischen Masse von muslimischem Fundamentalismus macht mich Bange. Dabei sind mir fundamentale Christen sowie jede andere fundamentale Glaubensauslegung nicht einen Deut weniger zuwider.“ Sie belieben zu scherzen Herr Maas, schon alleine der Vergleich fundamentale Christen und Moslems auf einen Rang zu reduzieren ist ihrer Angst geschuldet nicht „Neutral“ zu sein. Ja auch Juden werden in Israel verfolgt durch moslemische Messermörder, täglich gibt es irgendwelche Vorfälle die gar nicht so in der internationalen Presse landen. Trotzdem fühlen sich die Auswanderungs willigen Juden in Israel sicherer, warum? Weil sie sich in Israel auf einen Staat und auf Politiker verlassen… Mehr

@Schwabenwilli:

Chapeau !
Genau so ist es.

„Dabei sind mir fundamentale Christen sowie jede andere fundamentale Glaubensauslegung nicht einen Deut weniger zuwider.“ – Danke, ein Standardsatz, der in keinem Beitrag mit Islamberührung fehlen darf. Man will sich nicht dem Verdacht einer einseitigen Islamophobie aussetzen. Nur, mal ehrlich, wie viele fundamentale Christen mit einem derartigen Agressionspotential, selbst hier im Zentrum der christlichen Welt, kennen Sie denn? Und nein, ich bin weder Christin noch fühle ich mich sonstwie persönlich angekratzt.

…und ja, ich bin Christ und fühle mich persönlich angekratzt. Aber der Autor gibt ja selber zu, eher Fachmann in wirtschaftlichen Dingen zu sein. Doch früher oder später reiben sich viele die Augen und sagen: „Meine Güte, die Konsequenz des Islam ist für uns Europäer so undenkbar, da muss es doch, da gibt es doch auch unter „uns“ diese christlichen Bombenschmeißer , oder so… Also, puhh, noch mal Glück gehabt, es steht zwischen Christentum und Islam doch erst 1:1! “ – Ich kann dies Denken nachvollziehen, aber aktuell nicht mehr akzeptieren. Frohe Ostern trotzdem!

Danke !
Ich bin übrigens auch kein Christ … es ist jedoch nur fair, redlich und gerecht so zu argumentieren, wie Sie es getan haben !

Es ist eine dreiste falsche Äquivalenz. Ich bin wirklich kein Freund von Religion aber es steht außer Frage, dass selbst der fundamentalistischste Christ andere Leute nicht angreifen oder gar umbringen wird.

„..dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen ….“ sagte Yascha Mounk in einem Tagesthemeninterview.
Und was hat „man“ daraus für Schlüsse gezogen? Offensichtlich keine!

Wenn ich den Artikel und die Kommentare hier lese hat anscheinend immer noch niemad verstanden um was es geht und um wen es geht. Der Antisemitismus gegen Juden mit all seinen fürchterlichen Ausprägungen ist bei der „Transformation in eine neue Welt“ eingepreist und mitunter sogar gewollt. Und von wem? Niemand fragt nach dem „wir“. Dabei muss man nur hinhören und für unangenheme Wahrheiten offen sein:

https://www.youtube.com/watch?v=fI5Qhd3R8ik