Ahmad Mansour über den Hass vieler Jugendlicher

Unsere Gesellschaft hat ein Problem mit dem Islam und jenen, die sich davon nicht emanzipiert haben. Soll es besser und nicht weiter schlechter werden, muss man sich ehrlich machen. Ein Kampf gegen muslimischen Hatespeech im Internet, gegen antisemitische Demos auf unseren Straßen und vor allem eine kontrollierte Asylpolitik wären ein Anfang.

Screenshot: ARD, maischberger

Ahmad Mansour sprach bei Maischberger vom Hass vieler Jugendlicher auf diese Gesellschaft, den er immer wieder im Rahmen seiner Arbeit beobachtet. Tatsache ist, dass es sich bei diesen Jugendlichen, von denen Mansour spricht, in der ganz großen Mehrzahl um muslimische Jugendliche, Deutsche mit Migrationshintergrund handelt. Ja mit Sicherheit gibt es auch genug frustrierte „biodeutsche“ Jugendliche. Bildungsverlierer, Kinder aus sozial schwachen Familien, denen das Wort Chancengleichheit wie blanker Zynismus erscheint. Auch unter ihnen gibt es, wie u.a. das Beispiel von Dominic Musa Schmitz belegt, ein paar wenige, die in ihrer Perspektivlosigkeit Halt im islamischen Glauben suchen, die empfänglich für den Salafismus und andere fundamentalistische Strömungen im Islam sind und in die Parallelgesellschaften des Hasses auf den Westen abdriften. Die große Mehrheit bleibt jedoch nach wie vor jene Gruppe von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die immer schon in dieser Parallelgesellschaft gelebt haben. Deren Familien, Eltern ihnen die Abneigung gegenüber dem Westen, uns Deutschen und anderen Europäern, wenngleich auch vielleicht nicht in identischer Intensität, in die Wiege gelegt haben. Sie sind und bleiben diejenigen, die am Empfänglichsten für den politischen Islam, für die radikalen Strömungen bis hin zum IS sind.

Dies führt zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass es ohne den Islam, als stetig an Einfluss gewinnender Religion (oder viel eher politischer Ideologie), in unserer Gesellschaft das Problem des wachsenden Terrors, wie wir in jetzt erleben, nicht geben würde. Anschläge nach Muster des 11. Septembers können immer und überall passieren. Ob Mohammed Atta und seine Komplizen diese in Deutschland geplant haben, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Sie hätten sie auch von jedem anderen Ort aus planen können. Anschläge, wie sie die Fußsoldaten des IS hier und anderswo begehen, sind hingegen ausschließlich möglich, weil wir die Menschen, die potenziellen Fußsoldaten in unserem Land haben, weil sie aus dieser Gesellschaft heraus agieren können und so zu einem unberechenbaren Faktor werden. Von ihnen muss keiner die Fähigkeit besitzen, ein Flugzeug zu fliegen, einen Anschlag in der Größenordnung des 11. September zu koordinieren. Es reicht ein PC im Kinderzimmer, auf dem man sich die IS-Propaganda reinziehen und irgendetwas, was man als Waffe benutzen kann, um Angst und Schrecken zu verbreiten und die Gesellschaft bis ins Mark zu treffen.

„Wir“ können „sie“ nicht integrieren, das kann jede(r) Einzelne nur selbst

Nun könnte man, wie es oft getan wird, sagen, dass sich jetzt einfach rächt, was wir über Jahrzehnte versäumt haben. Dass man die Menschen nie richtig integriert hat. Ein Satz, der die Bringschuld stets bei der Mehrheitsgesellschaft verortet und die Einwanderer zu passiven Empfängern eines Integrationsservices macht, den es eben gibt oder nicht. Was bei dieser Art der Argumentation stets vergessen wird, ist der hinlänglich bekannte Umstand, dass Integration keine Einbahnstraße ist, dass es sich bei ihr ferner vielmehr um eine Bringschuld des Einwanderers handelt.

Betrachtet man die Integration aus dieser Perspektive, so lässt sich zweifelsfrei feststellen, wer sich in Deutschland integrieren und etwas erreichen will, dieses auch schafft. Es gibt sie, die Fälle von gut integrierten Türken, Iranern und anderen aus islamisch geprägten Gesellschaften. Entscheidend hierfür ist jedoch das Maß an Emanzipation von der eigenen Religion, die insbesondere beim Islam den entscheidenden Faktor für den Erfolg in einer westlichen Gesellschaft darstellt. Diese Emanzipation bis hin zur Abkehr kann niemand für die Einwanderer leisten außer sie selbst.

Der Islam separiert die Muslime von der Mehrheitsgesellschaft. In dem Maße, in dem Muslime, ähnlich wie die meisten Christen hierzulande, ihre Religion nicht mehr wirklich ernst nehmen, sich von ihr emanzipieren oder sie zumindest kategorisch zur Privatsache erklärt haben, in dem Maße sind sie imstande, sich erfolgreich in diese Gesellschaft zu integrieren und auch Erfolg in ihr zu haben. Mangelnde Integration und daraus resultierende Gefahren der Radikalisierung, Parallelgesellschaften, Perspektivlosigkeit haben ihre Ursache demnach nicht in erster Linie in einem etwaigen Versagen des deutschen Staates oder gar bei den Deutschen selber. Sie haben ihren Ursprung im Islam.

Dieser Umstand ist evident und wird umso deutlicher, je mehr man auf all jene Länder schaut, die diese Probleme, mit denen wir aktuell in immer stärkerem Maße konfrontiert werden, nicht haben. Polen und Ungarn sind hierbei nur zwei Beispiele. In diesen Ländern diskutiert keiner über Schweinefleisch in Kantinen, Burkiniverbot in Schwimmbädern, Burkaverbot auf den Straßen, Kopftüchern in öffentlichen Ämtern und Moscheen in den Städten. Ferner – und das ist natürlich noch viel entscheidender – muss man dort bis jetzt nicht fürchten, während eines Straßenfestes mit dem Laster überrollt oder während einer Zugfahrt mit der Axt von einem Allahu-Akbar-Schreier zerstückelt zu werden. Dabei will ich Polen oder gar Ungarn gar nicht über den grünen Klee loben. Ich könnte mir definitiv Besseres zum Leben vorstellen als ein erzkatholisches Land, aber je öfter ich darüber nachdenke, dass der Terror hierzulande mittlerweile an jeder Straßenecke lauern kann, desto attraktiver erscheinen selbst mir als überzeugter Feministin die konservativen Nachbarn aus dem Osten. Ja, vielleicht resigniere ich. Vielleicht habe ich tatsächlich damit begonnen, nicht mehr nur darüber nachzudenken, wie ich leben möchte, wie eine Gesellschaft aussieht, in der ich mich rundum wohlfühle, sondern entscheide mittlerweile immer mehr danach, was das geringere Übel für mich bedeutet. Und in diesem Zusammenhang erscheinen mir das restriktivste Abtreibungsgesetz in Europa, nervige Katholiken oder im Falle von Ungarn ein netter lupenreiner Demokrat wie Viktor Orban definitiv attraktiver als die Angst vor kopfabschneidenden Fanatikern.

Ab einer bestimmten Dosis Islam keine Integration und diese Dosis liegt nicht in unserer Hand

Ich war nicht dabei, als die Gastarbeiter in den 50er und 60er-Jahren nach Deutschland geholt wurden. Ich war auch davor nicht dabei, als Nazideutschland die Welt in Angst und Schrecken versetzte und Leid über Millionen von Menschen brachte. Ich war nicht dabei, als die islamischen Parallelgesellschaften immer größer wurden. Als die arabischen Clans ganze Stadtteile zu No-Go-Areas machten, war ich gerade mal ein Kind. Ich kann nichts dafür, dass Millionen von Migranten selbst in der dritten und vierten Generation nicht richtig oder gar nicht integriert sind; und ich muss mir dafür auch keine Schuld einreden oder ihnen das durchgehen lassen und keine Kritik daran äußern. Ich muss nicht so tun, als ob ich das alles kulturell bereichernd finde, wenn jede etwaige Bereicherung schon doppelt und dreifach dadurch zunichte gemacht wird, dass die Einschränkungen, die man durch streng gläubige muslimische Mitbürger in der Gesellschaft erlebt, jedwede Bereicherung um Längen übertreffen. Das Problem ist, dass wir es als junge Generation gar nicht mehr anders kennen und deshalb meist für normal halten. Dass wir uns tatsächlich einreden lassen, dass wir ständig in Sachen Integration irgendetwas falsch machen. Ja, ich habe es satt, dass die Politik grundsätzlich über meinen Kopf hinweg entscheidet, um mich dann anschließend für die Konsequenzen dieser Politik in die Verantwortung zu nehmen. Ich trage keine Verantwortung für all das. Weder für die Dinge, die vor meiner Geburt oder als ich noch zu jung war stattfanden, noch für die Asylpolitik heute. Denn das Traurige ist, dass man mich selbst heute, wo ich alt genug wäre mitzuentscheiden, nicht lässt.

Insofern werde ich mich jetzt auch nicht einfach an eine allgegenwärtige Terrorbedrohung oder an übergriffige Asylbewerber gewöhnen. Ich werde mir nicht einreden lassen, ich müsse irgendwelche Leute, die sich oft gar nicht integrieren wollen, besser in meine Heimat integrieren. Ich lasse nicht mich nicht erst von solch fundamentalen Entscheidungen wie der vollkommenen Öffnung der Grenzen für jeden Immigranten ausschließen und dann dafür verantwortlich machen, dass ich mich all diesen Leuten unterordnen soll, damit sie sich bitte bitte nicht radikalisieren.

Darüber hinaus kann man mich von linker Seite gerne als Rassist, Rechtsaußen, Nazi oder sonst etwas titulieren, weil ich Kritik am Islam und der Asylpolitik äußere. Das ist mir inzwischen egal.

Was mir nicht egal ist, ist meine Heimat, Europa, seine Werte, die Menschen, die ich liebe, ihre und meine Sicherheit. Dafür werde ich kämpfen, so lange ihr mich lasst. Und wenn ihr mich nicht mehr lasst und Anetta Kahane wegen mir bei Heiko Maas angerufen hat, dann gehe ich nach Polen oder Ungarn oder irgendwo anders hin, wo ich nicht über Dinge diskutieren muss, die in einer freien Gesellschaft eigentlich nicht diskutabel sein sollten und wo ich keine Angst haben muss, dass mir für meine Toleranz auch noch physische Gewalt angetan wird.

Nein, diese Gesellschaft hat kein Problem mit „Nazis“, mit „biodeutschen“ Querulanten, die ihre politisch inkorrekte Meinung sagen oder schlicht mit einem „Pack“. Sie hat ein Problem mit dem Islam und all jenen, die sich davon nicht emanzipiert haben. Soll es besser und nicht weiter schlechter werden, muss man sich dahingehend ehrlich machen. Ein Kampf gegen muslimischen Hatespeech im Internet, gegen antisemitische Demos auf unseren Straßen und vor allem eine kontrollierte Asylpolitik wären ein Anfang.

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