Iran auf Messers Schneide

Wird am Golf weiter gezündelt, könnte eher über kurz als über lang eine der zahlreichen, längst verlegten Lunten getroffen werden. Dann allerdings müssten die USA, wollen sie nicht einen Weltenbrand entzünden, mit geballter Kraft zum Schlag gegen den Iran ausholen.

AFP/Getty Images

Beginnen wir mit den guten Nachrichten. Der norwegische Eigentümer des brennenden Öltankers „Front Altair“ hat am Nachmittag des Freitag wissen lassen, dass aus seinem Schiff kein Öl in den Golf austritt und das Feuer unter Kontrolle ist. Auch die mit Methanol beladene „Kukako Courageous“ der deutschen Reederei „Bernhard Schulte Shipmanagement“ scheint nicht so stark beschädigt zu sein, dass eine ernsthafte Katastrophe droht.

Doch das war es dann auch mit den guten Nachrichten. Und sie machen nur deutlich, dass die ominösen Angreifer es im Moment noch nicht darauf abgesehen hatten, den Golf zu verseuchen.

Insgesamt aber spitzt sich die Situation am Golf in einem Maße zu, das ernsthafte Konflikte unter unmittelbarer Mitwirkung der USA immer wahrscheinlicher werden lässt. US-Außenminister Michael Pompeo wurde direkt: Die Attacken gegen die Tanker in der Straße von Hormuz gingen auf das Konto des Iran. Das offenbar von einer Aufklärungsdrohne aufgezeichnete Video, das ein iranisches Kommando bei der Entfernung eines Blindgängers zeigen soll, liefere den Beweis. Der Iran weist den Vorwurf zurück: „False Flag Operation“ tönt es aus Teheran. Deutschlands Außenministerdarsteller Heiko Maas stellt sich nicht zum ersten Mal an dessen Seite. Das Video reiche nicht aus, um die Verantwortung für die Angriffe eindeutig zuzuweisen.

Und auch das mag so sein – gäbe es nicht, wie aus informierten Kreisen zu hören ist, US-Protokolle, die Schiffsbewegungen aus iranischen Hoheitsgewässern gegen die besagten Tanker belegen sollen. Sollte dieses zutreffen, wird es dem Iran schwerfallen, sich aus der Verantwortung herauszuwinden. Dennoch: Bislang stochern zumindest die ortsfernen Beobachter weitgehend im Nebel. Weshalb es Sinn macht, die Interessenlagen der Beteiligten zu betrachten.

Iran auf Messers Schneide

Einer der Hauptakteure ist ohne Zweifel der Iran. Er hatte sich zur Unterzeichnung des sogenannten Atomabkommens nur unter massivem Druck bereit erklärt, denn die internationalen Wirtschaftssanktionen hatten erhebliche Auswirkungen auf die innenpolitische Situation. Zwar hat sich im schiitisch-totalitären Iran ein labiles Gleichgewicht zwischen offiziellem Gottesstaat und privater Freiheit etabliert – doch die islamische Führung weiß trotz Revolutionsgarden genau: Bricht die Versorgungslage zusammen, kann ein Funke einen Aufstand der Massen organisieren. Dann wäre voraussichtlich mit einem Blutbad innerer Zerwürfnisse zu rechnen, an deren Ende auch der Klerus auf der Strecke bliebe.

Diese Gefahr schien gebannt, bis in Washington Donald Trump das Ruder übernahm. Der kündigte den Atom-Deal mit der nachvollziehbaren Begründung, dass diese Vereinbarung nicht den aggressiven Islam-Export der Mullahs verhindere. Tatsächlich zündeln die Perser an allen Ecken: Ob im Syrien des alawitischen Assad mit eigenen Revolutionsgarden und libanesischen Schiitenmilizen, ob mit den schiitischen Huthi im Jemen, ob in Bahrain bei der schiitischen Bevölkerungsmehrheit oder unter den schiitischen Migranten in Qatar. Dem will Trump ein Ende bereiten – weshalb er die Sanktionen gegen den Iran erneut in Kraft setzte.

Damit hat er den Iran nun gezielt in die Enge getrieben. Ohne die Einnahmen aus dem Öl wird der Klerus die wirtschaftliche Situation nicht bessern können – und der Unmut der Bevölkerung weiter wachsen. Außenpolitische Konflikte sind in solchen Situationen beliebtes Mittel, vom eigenen Versagen abzulenken und das Volk angesichts eines angeblich gemeinsamen Feindes hinter sich zu scharen.

Auch andere Überlegungen sprechen dafür, dass der Iran die Verantwortung für die Attacken trägt. So wäre eine Blockade der Straße von Hormuz in der Lage, den pro-saudischen Kräften erheblich zu schaden und den Ölpreis erheblich nach oben zu treiben. Zumindest die iranischen Schwarzexporte über die Türkei würden dann einiges mehr als bislang in Teherans Kassen spülen. Nicht zuletzt deshalb hat der Außenminister der pro-saudischen Emirate zwischenzeitlich seinem iranischen Kollegen jegliche Reputation abgesprochen. Dessen Behauptung, es handele sich bei den Angriffen um False-Flag-Aktionen, entbehre jeglicher Glaubwürdigkeit.

Eine False-Flag der Saud?

Gleichwohl: Ist die Vorstellung, die Saud selbst würden sich vergleichbar Gleiwitz einen Anlass schaffen wollen, um den Erzfeind endlich vom Feld zu räumen, gänzlich unvorstellbar? Sicherlich nicht. Einmal abgesehen vom Reputationsproblem, dass dem saudischen Thronfolger nach der Kashoggi-Ermordung wie ein Mühlstein am Hals hängt – immer noch ist die hochgerüstete Armee der wahabitischen Scheichs nicht in der Lage gewesen, den schiitischen Aufstand im Jemen in den Griff zu bekommen. Ganz im Gegenteil ist der Führung in Riad mittlerweile bewusst geworden, dass die Verbündeten der Iraner darauf zielen, die innerarabische Pipeline vom Golf zum Roten Meer zu unterbrechen.

Hier genau liegt die Achillesferse der Saud: Sich der ständigen Gefahr bewusst, die den Ölfeldern im Osten des Landes durch den Iran droht, sowie wissend, dass das Nadelöhr bei Hormuz im Konfliktfall jederzeit durch den Iran gesperrt werden kann, hatte das arabische Königreich eine Pipeline von Küste zu Küste bauen lassen. Öl vom Golf wird deshalb im Roten Meer eingeschifft – doch auch dieser Weg ist nun gefährdet. Denn auch von dort können die Großtanker nicht durch den Suezkanal, sondern müssen in den indischen Ozean. Die Ausfahrt des Roten Meeres wiederum kann durch den Jemen beherrscht werden. Deshalb unterstützen die Iraner die Huthi, denn mit ihnen könnten sie die Pforten an beiden Seiten der arabischen Seewege schließen. Deshalb aber auch kämpfen die Saud mit ihren Verbündeten gegen die Schiiten im Süden, denn sollte es dem Iran gelingen, die Hoheit über den Ausgang des Roten Meeres zu erhalten, könnte er den Saud jederzeit die Lebensader zudrücken.

Theoretisch wäre insofern eine saudische False-Flag-Operation vorstellbar, um die USA in einen Vernichtungskrieg gegen den Erzfeind zu zwingen. Jedoch – stimmen die Informationen aus den informierten Kreisen, so scheidet diese Variante aus. Den Saud wäre es unmöglich, solche Attacken aus den hochgradig kontrollierten Hoheitsgewässern der Iraner zu fahren.

Will Trump den Krieg?

Bereitet Trump sich auf einen aus seiner Sicht unvermeidlichen Krieg gegen den Iran vor? Offiziell nicht. Und auch inoffiziell ist ihm an einem solchen Krieg nicht gelegen. Doch die US-Administration will die Iraner dazu zwingen, ihre Unterstützung islamischer Gotteskrieger in Syrien und ihren Djihad gegen Israel einzustellen. Bislang ging Trump davon aus, dass er den Klerus an den Verhandlungstisch zwingen kann. Doch Gotteskrieger sind nur im Nebenerwerb Kaufleute – auch wenn Persien eine jahrtausendealte Handelstradition hat. Das mag Trump falsch eingeschätzt haben – und spätestens wenn der Iran tatsächlich die Straße von Hormuz schließen sollte, könnte eine militärische Antwort aus Washington nicht unterbleiben. Sollte es dazu kommen, dürfte es nicht nur am Golf ungemütlich werden. Vor allem die Ölpreise würden rekordartig in die Höhe schnellen – etwas, woran wiederum auch Russlands Putin seine Freude hätte und dennoch nicht am Krieg interessiert ist, weshalb aus Moskau vor einer Eskalation gewarnt wird.

Putin selbst käme eine Eskalation mehr als ungelegen. Bislang konnte er seine Ziele in Syrien weitgehend ungehindert verfolgen. Doch die innere Situation Russlands, in der zunehmend mehr Bürger behutsam Abstand vom Präsidenten nehmen, wie auch die hohen Ausgaben des Syrien-Abenteuers könnten Moskau überfordern. Was Putin nicht daran hinderte, am Donnerstag zwei Panzerlandungsschiffe aus dem Schwarzen ins Mittelmeer Richtung Syrien zu verlegen.

Und dann ist da noch Erdogan …

Mitspieler am Rande ist bei all dem auch die Türkei, die sich zunehmend orientierungslos zwischen allen Stühlen findet. Dass Erdogan die NATO aus islam-ideologischen Gründen gern hinter sich lassen möchte, ist spätestens seit seinem herbeigeputschten Staatsstreich kein Geheimnis mehr. Deshalb orderte er Luftabwehrsysteme der Russen – und verärgerte damit Trump in einem Maße, dass dem Türken durchaus noch Schmerzen bereiten kann. Denn die NATO ist „not amused“ über die Aussicht, dass Russland mittels Ausbildern oder integrierter Spionagesysteme der S-400-Abwehrraketen tiefe Einblicke in die NATO-Systeme nehmen könnte. Also warnte Trump seinen türkischen Amtskollegen, der es zu allem Überfluss auch noch mit dem venezolanischen Präsidialdiktator Maduro hält, mehr als einmal vor dem Russland-Geschäft. Erfolglos, ließ der Türke wissen – und um sich angemessen in Szene zu setzen, tönte Erdogan aus Ankara zum Wochenende einmal mehr gegen alle, mit denen er irgendwie zu tun hat.

Da seine Beobachtungsposten im Syrischen Idlib mittlerweile davon bedroht sind, durch die vorrückenden syrischen Truppen eingeschlossen zu werden, warnte er eindringlich vor jedem Angriff auf diese. Die Tatsache, dass türkische Truppen in Syrien nicht das Geringste verloren haben, interessiert ihn dabei nicht. Gleichzeitig aber klagt er an, die Syrer würden die mit ihm verbündeten syrischen Islamrebellen mit Phosphorbomben angreifen.

„Das kann niemals vergeben werden und wir werden dazu nicht schweigen“, ließ Erdogan wissen, um im gleichen Atemzug den NATO-Partner USA des Verrats zu bezichtigen. Washington habe seine Zusagen betreff Manbidj nicht eingehalten. Doch werde das die Türkei nicht dazu bewegen, ihre Hand von der Region zu ziehen. Vielmehr würden die türkischen Pläne weiterverfolgt. Diese Pläne wiederum besagen, dass die Türkei den gesamten derzeit von den syrischen Kurden gehaltenen Nordosten Syriens übernehmen will. Für Erdogan offiziell Terroristen, stehen die dortigen Kräfte der kurdischen Selbstverteidungsarmee YPG und der arabischen Syrian Democratic Forces SDF an der Seite der USA und werden von diesen seit geraumer Zeit und zunehmend mehr mit Waffen ausgerüstet. Hier scheint Trump einen Schwenk gemacht zu haben, erklärte er doch vor kurzem noch, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen – was wiederum Erdogan freie Hand gegen die Kurden gelassen hätte und ihn bereits entsprechende Parlamentsbeschlüsse fassen ließ.

Die Revision der Obama-Politik

So deutet manches darauf hin, dass Trump es mit seinem Ziel, die Politik seines Vorgängers in jeder Hinsicht ungeschehen zu machen, nun auch im Nahen Osten ernst meint. Die Absicht, von der Zwei-Staaten-Lösung betreff Israel Abschied zu nehmen, ist das eine. Die Klerikaldiktatur des Iran an die Kette zu legen und dessen Atomprogramm abschließend zu unterbinden, das andere. Der Rückzug aus Syrien und dem Irak ist erst einmal auf Eis gelegt.

Wird am Golf weiter gezündelt, könnte eher über kurz als über lang eine der zahlreichen, längst verlegten Lunten getroffen werden. Dann allerdings müssten die USA, wollen sie nicht einen Weltenbrand entzünden, mit geballter Kraft zum Schlag gegen den Iran ausholen. Und der ist – anders als das Luftschloss jenes irakischen Despoten Saddam Hussein – auf deutlich weniger Sand gebaut auch dann, wenn im alten Persien große Teile der Bevölkerung einen Regimewechsel herbeisehnen.

So oder so werden die Karten zwischen Bosporus und Kyber-Pass ständig neu gemischt. Wer am Ende die Besseren auf der Hand hat, bleibt jedoch offen.

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Kommentare ( 106 )

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106 Kommentare auf "Iran auf Messers Schneide"

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Weiß die deutsche „Regierung“ überhaupt das ein Tanker aus Deutschland angegriffen wurde? Wahrscheinlich von unserem „islamischen Verbündeten“ Iran. Genau, da muss eine europäische Antwort gefunden werden. BlaBlaBla, und die „rechtsextreme“ AfD hat sowieso Schuld.
Ich schätze ihre Analysen sehr, aber vergessen sie mir nicht die Chinesen.

Der Tanker fuhr für eine deutsche Reederei und nicht unter deutscher Flagge. Die Chinesen wollen Geld verdienen und sind wohl die letzten die einen Krieg in der Region wünschen würden.

„… gäbe es nicht, wie aus informierten Kreisen zu hören ist, US-Protokolle, die Schiffsbewegungen aus iranischen Hoheitsgewässern gegen die besagten Tanker belegen sollen“ so kling die neue schöne Wahrheit. Wie kommt es nur, dass ich der US-Administration kein einziges Wort mehr glaube? Jeden Morgen mache ich die Nachrichtenseiten auf und – immer noch keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden! Ich gebe aber meine Hoffnung nicht so leicht auf. Sie schreiben, der Iran habe sich zur Unterzeichnung des sogenannten Atomabkommens „nur unter massivem Druck“ bereit erklärt. Sowas aber auch. Wie kommen die bloß darauf, die Souveränität und die Freiheit des eigenen Landes… Mehr

wie wärs wenn Sie, anstatt auf Massenvernichtungswaffen zu warten, ihre Aufmerksamkeit auf Homosexuelle richten, die von Kränen baumeln, oder Christen, die getötet oder mitsamt ihrer Familie jahrelang eingekerkert werden

@ Will Anders

Wenn Sie tatsächlich „jeden Morgen immer noch keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden haben“, dann lesen Sie entweder die falschen Zeitungen oder gar keine. Schon vor Jahren hat der damalige Bush 43 Außenminister Collin Powell den Betrug öffentlich eingestanden.

Sein verlogener UN Vortrag hat ihn auch bewogen sein Amt aufzugeben…

Der Bruch des IranAbkommens durch Trump war übrigens völkerrechtswidrig, weil das eine bindende Resolution war. Und die angeblichen nachvollziehbaren Gründe Trumps, liegen wohl darin, auch den Iran zu zerstören, wie schon vorher Afghanistan, Irak, Syrien, westliche Werte…

Das hat also alles der „böse“ Trump gemacht??

Den nahen Osten haben haben Hillary und Barack destabilisiert,den Irak und Afganistan kann sich Georg an die Brust heften!

Versucht nicht hier Trump die Verhältnisse zu klären,zugegeben nicht so schön anzusehen,aber am Ende erfolgreich?

@ Hans Meyer

Das Iran Abkommen (JCPOA) ist weder ein von den USA unterzeichnetes noch ratifiziertes Abkommen. Selbst Demokraten im Senat haben ihre Zustimmung verweigert. In seiner Not ist Obama rechtswidrig zur UNO gelaufen, das hat JCPOA aber nicht zu Recht, geschweige denn zu Völkerrecht, gemacht…

Genau so ist es benali!
Sehen wollen das aber nur wenige!!

Den Iran (und 7 weitere Länder) anzugreifen, hatte man bereits kurz nach 9/11 beschlossen. Siehe Interview mit US-General Wesley Clark.

Die USA haben im Krieg zwischen den Sunniten und den Schiiten um die Vorherrschaft im Nahen Osten Partei für die Sunniten ergriffen. Daher gilt; Iran böse, Saudis gut. Die können im Nachbarland Jemen bombardieren und Menschen in Botschaften zerstückeln. Dafür gibt es große Waffendeals. Die Türken marschieren ins Nachbarland Syrien ein, niemand stört das. Die Israelis anektieren die Golanhöhen und Jerusalem und die USA erkennen es an. Die Chinesen betzen Tibet, alles in Ordnung. Bei der Krim ist das anders, da gibt es Sanktionen. Und nach den Lügen der USA im Irakkrieg glaubt deren Beweisen sowieso niemand mehr. Poltik ist… Mehr

„Poltik ist ein dreckiges Geschäft von Interessen.“
JA! Ganz genau so ist es!
Aber da muss der anständige deutsche Gutmensch ganz traurig weinen und das kann man ihm nicht zumuten. Deshalb muss es die Dauergutmenschenblase mit Guten und Bösen geben. Damit der deutsche Gutmensch sich nicht so aufregen muss.

Warum sie einen Daumen runter bekommen haben weis ich nicht denn sie haben ohne Zweifel Recht. Dort werden Stellvertreterkriege geführt und nebenbei kämpfen dort mindestens ein Dutzend verschiedene Strömungen des Islam gegeneinander. Klar, die Saudis sind genauso Rückschrittlich in ihrem Glauben wie die Iraner, Mittelalter bleibt Mittelalter aber die Saudis haben das Geld und vor allem, ihnen gehören Weltweit riesige Beteiligungen in der Wirtschaft anderer Länder. Sie haben Minoritäten in Konzernen da weis doch keiner was von. Einfach mal bei den größten Konzernen in DL nachfragen. Also dürfen sie, klar, werden sie empört verurteilt, ja geradezu der Unmenschlichkeit bezichtigt aber… Mehr

Zum Glück haben wir einen Paradediplomaten als Außenminister. Wir werden im Ernstfall sicher an der Seite unserer iranischen Freunde gegen Trump kämpfen. Vielleicht helfen wir dann noch eben dem Freund von Sigmar Gabriel Mahmoud Abbas das leidige Problem mit Israel zu lösen. Anschließend können wir dann wieder in aller Ruhe Afrika, die Welt und das Klima retten.

Sie könnten mit Ihrer Prognose durchaus recht haben. Auch angesichts der Tatsache, dass Berlin in den letzten Tagen mit der kurzfristigen Weigerung, die historischen Rosinenbomber zum Festakt landen zu lassen – und das mit fadenscheinigen Begründungen – einen neuen Grad an Schäbigkeit an den Tag gelegt hat. Und das trotz langfristiger, aufwendiger und kostenintensiver Vorbereitung. Deutlicher kann man den Amerikanern und Briten, hier sogar ganz konkret den noch lebenden Veteranen der Luftbrücke, nicht mehr ins Gesicht spucken. Das hat inzwischen derart schäbige Dimensionen erreicht, da würde mich gar nichts mehr wundern. Ein US-Captain sagte: „wir werden nie wieder kommen“.

Ich möchte es einmal so zusammenfassen: Einer der Lehren des 20. Jahrhunderts ist, daß militärische Macht ohne wirtschaftliche Macht wirkungslos ist – deswegen verlor Deutschland auch den 2. Weltkrieg. Natürlich wird auch umgekehrt ein Schuh daraus – wir Deutschen bilden uns aber seit 1945 verzweifelt ein, es sei genau nicht so, man könne Einfluß haben, ohne Panzer und vor allem Atomwaffen zu besitzen. Sogar der dicke Kim in Pjöngjang weiß das besser. Die Hansestadt Hamburg hat eine höhere Wirtschaftsleistung als ganz Nordkorea – und doch ist Deutschland militärisch und weltpolitisch völlig einflußlos, so wie seit wohl 150 Jahren nicht mehr.… Mehr

„und doch ist Deutschland militärisch und weltpolitisch völlig einflußlos“
Und dafür danke ich Gott jeden Tag aufs Neue.
Ein deutsches Gutmenschenland mit wirklichem Einfluss in der Welt, wäre der absolute Alptraum.

M. E. eine realistische Einschätzung.

Wollen Sie Merkel am roten Schalter??

Ja ja der deutsche Nationalcharakterister, unfähig zu erkennen was echte Macht bedeutet.

Oder sollte das damit zusammen hängen, dass wir ein besiegtes und unterworfenes Volk sind und die Angelsächsischen Herrscher peinlich darauf achten, uns nie wieder hoch kommen zu lassen?

Und uns dabei stets erzählen, wir hatten das undenkbare singuläre Verbrechen verübt, während sie selber munter mit Taliban und ISIS kooperieren?

@GermanMichel,
Nun, diese deutsche „Nationalcharateristik“ gibt es wohl erst nach 1945,
vorher war man sich seiner Macht, wirtschaftlich und militaerisch, schon
sehr bewußt.
Mit ihren zweiten Absatz haben sie aber in großen Teilen recht.
Nur ich gebe zu bedenken, dass dazu auch immr mindestens Zwei gehören,
die Einen, die „kleinzuhalten“ versuchen und der Eine, der sich auch gerne
„kleinhalten“ laesst.
Das ist das eigentliche Problem der deutschen Außenpolitik, wie es Herr
Hellerberger schon sehr richtig und gut beschrieben hat.
Deutschland ist wie ein schlechter Pokerspieler, der trotz schlechten Blatt
versucht zu bluffen, in Endeffekt dann aber immer die Karten wegschmeißt…

@ GermanMichel

„…und die Angelsächsischen Herrscher peinlich darauf achten, uns nie wieder hoch kommen zu lassen?“

Den Aufwand werden die Angelsachsen nicht betreiben. Die Grünen richten das…

Sie treffen den Nagel auf den Kopf, Herr Hellerberger

„Dann allerdings müssten die USA, wollen sie nicht einen Weltenbrand entzünden, mit geballter Kraft zum Schlag gegen den Iran ausholen.“
Was soll das heißen? Der Schlag mit geballter Kraft macht nur Sinn, wenn es am Ende keinen Iran mehr gibt. Das wiederum wäre der Beginn des Weltenbrandes. Vielleicht müssen die Amerikaner endlich mit den Indien, China und Russland kooperieren. Die islamische Welt ist ein Problem, das beseitigt werden muss. Erst dann kann der Weltenbrand dauerhaft verhindert werden.

@ Wacht auf

China und Russland haben schon genug Probleme mit Moslems. Im Süden Russlands sollen annähernd 50 Mio. leben, in China leben viele Moslems in Konzentrationslagern. Beiden käme ein vernichtender Schlag durch Trump sehr entgegen, zumal eine militärische Auseinandersetzung Trumps Wiederwahl gefährden könnte. Für Chinesen und Russen ein Win-Win, für Trump ein lose-lose…

Beachten Sie, dass die meisten Probleme von sunnitischen Moslems ausgehen. Und die würden durch einen Militärschlag indirekt gestärkt, da der schiitische Iran geschwächt würde!!!

Wir kennen das Spielchen doch…
Der Golf von Tonkin lässt grüßen…
So versauen sich die Amerikaner ihre Reputation.
Was ich unendlich bedauere!!!!!!!!!!!!

Sorry, aber welche Reputation meinen Sie? Die als Weltpolizist, der überall Kriege und Regime Changes anzettelt? Die als Polizeistaat mit fast der größten Gefangenenrate weltweit? Oder die als Folterstaat mit Black Sites in aller Herren Länder?

Die Reputation aus der US-amerikanischen Verfassung – die bis heute wirkt. Trotz aller Verbrechen, deren sich US-amerikanische Regierungen schuldig gemacht haben. (Dabei habe ich auch nicht vergessen, welchen Anteil die US-Amerikaner an den beiden Weltkriegen, Korea, Vietnam, usw. usw. hatten.) Die Wahl Trumps und das Umfeld der Wahlen bzw. dessen juristische Aufarbeitung zeigen, dass Demokratie und Rechtsstaat in den USA deutlich besser funktionieren als in Deutschland. Hier in Deutschland hat die Einheitspartei, die neue sozialistisches Einheitspartei aus Linken, Grünen, CDU, CSU und FDP mittlerweile das gesammte Land und alle seine Institutionen fest im Griff. Mit meiner Kritik an den USA… Mehr

„Trotz aller Verbrechen“ Ach so – wenn nicht mal die an ihrem manifestierten Glauben an deren Reputation rütteln können, dann werden wir das natürlich so tolerieren. Wir haben schließlich Religionsfreiheit.

Nicht auszuschließen.

Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass ein deutsches, unter deutscher Flagge laufendes Schiff angegriffen wird, und in den Medien oder Politik findet der Vorfall, wenn überhaupt, nur mäßige Ressonanz. Merkel wartet wahrscheinlich auf die Presse, um zu wissen, was sie tun muss (vgl. „Hetzjagden“ in Chemnitz). „Am Hindukusch wird unsere Freiheit verteidigt“, aber wenn ein deutsches Schiff direkt angegriffen wird, dann muss unsere oberste Priorität sein, freitags fürs Klima zu hüpfen und den Einzug eines AfD-Politikers in das Rathaus einer sächsischen Kleinstadt zu verhindern. Ohne Worte.

@Ganzunten
Wie kommen sie darauf, dass der zwar von einer deutschen Reederei „befrachtete“
Tanker unter deutscher Flagge faehrt?
Die „Kukako Courageous“ faehrt unter der Flagge von Panama und wird nur von
„Bernhard Schulte Shipmanagement“gemanaged.
Außerdem hat sich die Politik in den letzten Jahren nie sehr um die deutsche
Seeschiffahrt gekümmert.
Die Anzahl der Schiffe unter deutscher Flagge spricht da Baende…

„Was mich erstaunt, ist die Tatsache, dass ein deutsches, unter deutscher Flagge laufendes Schiff angegriffen wird, und in den Medien oder Politik findet der Vorfall, wenn überhaupt, nur mäßige Ressonanz.“:
Wieso erstaunt Sie das: Artikel 1 des Grundgesetzes sagt „Deutsche sind immer böse.“
Das ist die Methode der Qualitäts-„Elite“: Sie sind keine Deutschen, sondern Weltbürger. Sie prügeln auf Deutsche ein. Somit ist für jeden klar, dass sie die Guten sind und sie die anderen nicht dauernd wegen der „deutschen Geschichte mobben“ dürfen.

Und auch für sie zur Info. Das Schiff fuhr im Auftrag einer deutschen Reederei und nicht unter deutscher Flagge! Wollen sie jetzt jedes Schiff welches von deutschen Reedern gechartert wird zu deutschem Teretorium erklären? Der Rest von ihnen wie sie selber sagen, ohne Worte.

Ein Land mit offenen Grenzen lässt sich halt auch ohne Mucken gefallen, wenn ein unter deutscher Flagge fahrendes Schiff beschossen oder mit Haftminen gesprengt wird. Was wollen sie denn machen ? Mit maximaler Betroffenheit reagieren, um ihre Hilflosigkeit zu demonstrieren ? Das wird wie unkontrollierte Passlose Zuwanderung einfach hingenommen. Selbst nach einem Donaudampferunfall schickt Südkorea Sonderermittler nach Budapest, um die Sache aufzuklären. Schäden an Schiffen oder Bürgern sind hier nebensächlich. Das Schiff könnte auch mit einer Regenbogenflagge fahren, doch halt, dann kann man die Rechnung bei Umweltschäden nicht nach Deutschland schicken. Selbst für Umweltschäden durch Terrorismus würde die Regierung grosszügig… Mehr

Ganz ehrlich: mich erstaunt Merkel nicht mehr.

Der Tanker fuhr keineswegs unter „deutscher Flagge“, sonst müßte man die Besatzung am Ende des Tages noch nach deutschem Tarif entlohnen. So blöd ist wirklich niemand. Von außen sind die Rechtsverhältnisse zwischen Eigner, Reeder, Charterer etc. nicht zu erkennen, bei Nacht und Nebel nicht einmal die Flagge Panamas, der Osterinseln oder was sonst einschließlich des Jolly Rogers noch in Frage kommt.

Ihre Gedanken kamen mir auch sofort!

„Und der ist – anders als das Luftschloss jenes irakischen Despoten Saddam Hussein – auf deutlich weniger Sand gebaut auch dann, wenn im alten Persien große Teile der Bevölkerung einen Regimewechsel herbeisehnen.“

Nicht nur das. Hoffentlich stellen sich die Amis dieses Mal vorher die Frage, wie es nach dem Krieg weitergehen soll. Noch einen Irak, noch ein Lybien braucht kein Mensch. Oder vielleicht doch?