Integrationspolitik und Dutschkes Revolution

Das Zusammenwachsen der Türken mit der deutschen Kultur hätte sicher viel länger gedauert als bei Italienern und Südslawen. Aber sie sollten durch „Integration“ neue Bürger werden, ohne mental Deutsche zu sein, „deutsch“, ohne deutsch zu sein.

© Keystone/Getty Images

Eigentlich sollte man dankbar sein. Dankbar dem türkischen Diktator-Präsidenten. Dankbar dafür, dass Erdogan vor Augen geführt hat, mit welchem politischen Irrtum wir in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten gelebt haben. Dankbar dafür, dass er den Beweis erbracht hat: Deutschlands Integrationspolitik war – vermutlich ungewollt – entgegen landläufiger Auffassung erfolgreich. Zumindest dann, wenn man den Thesen Rudi Dutschkes folgt.

Der klassische Weg des Zusammenwachsens

Jeder, der sich mit Geschichte, Soziologie und Psychologie beschäftigt, sollte erkennen können, dass das Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen irgendwann zwangsläufig darauf hinausläuft, eine gemeinsame Identität zu bilden.

Israel Finkelstein, Archäologe an der Universität Tel Aviv, hat mit seinen Forschungen den Nachweis erbracht, dass die Israeliten der Antike letztlich nichts anderes waren als das Ergebnis des Zusammenlebens der im Tanach so befeindeten Kanaanäer mit den Semiten. Sie lebten, die einen Nachkommen südosteuropäischer Einwanderer, die anderen seit je in der Region siedelnde Nomadenstämme, erst gegeneinander, dann nebeneinander, zuletzt miteinander – und sie verschmolzen zu einer gemeinsamen Siedlungsbevölkerung, der die unterschiedliche Zusammensetzung ihrer Urväter nicht einmal mehr bewusst war.

Ähnlich ergeht es den Deutschen. Entgegen den wissenschaftlich unhaltbaren Vorstellungen von einer „deutsch-germanischen Rasse“ stellen auch sie eine Siedlungsbevölkerung, die sich über die Jahrhunderte immer wieder durch „fremden“ Zustrom veränderte, erweiterte, neue Einflüsse in sich aufnahm.

Solche Prozesse existieren, seitdem Menschen miteinander Handel treiben, sich gegenseitig unterwerfen, miteinander Kinder zeugen. Sie laufen unkontrolliert und ungesteuert und dennoch konsequent am Ende darauf hinaus, dass ständig in verbundenen Gemeinschaften lebende Populationen auch unterschiedlicher Herkunft irgendwann eine gemeinsame Identität entwickelt haben und ihre Kultur als das, was menschliche Zivilisation ausmacht, die Einflüsse all jener in sich aufgenommen hat, die zu dieser gemeinsamen Identität verschmolzen.

Gangs of New York

Solche Prozesse, die als Assimilation auf Gegenseitigkeit bezeichnet werden können, benötigen häufig viele Generationen. Manchmal allerdings laufen sie auch deutlich schneller ab. Das Opus „Gangs of New York“ zeigt diesen Prozess auf radikale Weise, indem es am Vorabend des Sezessionskriegs den Konflikt der „Natives“ mit den ihnen verhassten irischen Einwanderern aufzeigt. Die „Natives“, die „Einheimischen“, sind als Europäer selbst nichts anderes als die Kinder von Einwanderern – nur waren die ein paar Dekaden früher in der „Neuen Welt“.  Mit den tatsächlichen Einheimischen, den als Indianern bezeichneten Nachkommen der früheren Welle menschlicher Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents, haben diese „Natives“ von New York nicht das Geringste zu tun. Doch für sie, „die schon länger da waren“, sind die Neuankömmlinge, aus Irland geflohen weil die britisch-anglikanische Krone die Kartoffelfäule bewusst zur Disziplinierung der ständig aufrührerischen, katholischen Papisten einsetzte, ebenso unerwünschte „Eindringlinge“ wie dereinst den nahöstlichen Semiten die wörtlich so zu übersetzenden kanaanäischen Philister. Sie gehören nicht dazu, stellen eine Konkurrenz um die nur mäßigen Erwerbsmöglichkeiten dar.

Gut eine Dekade nach den Kämpfen zwischen Natives und Iren finden sich zahlreiche Iren selbst in den Reihen der Natives wieder. Wer sich mit der Geschichte der europäischen Besiedlung Amerikas beschäftigt hat, der kann sich den Faden des Filmepos‘ von Martin Scorsese selbst weiterspinnen. Als nächstes werden die irisch aufgefrischten „Natives“ Front gegen die unerwünschten und wenig integrationsbereiten Einwanderer aus Deutschland – verächtlich als „Dutchman“ bezeichnet – und Italien machen. Dann geht es gegen die Osteuropäer, zum Thema gemacht in „Heaven’s Gate“ von Michael Cimino. Heute sind es die Latinos, die den weißen US-Europäern derzeit noch schwer  im Magen liegen, während sich eine Mehrheit der weißen US-Bürger stolz auf ihre deutsche Herkunft beruft.

All das zeigt nur eines: Einwanderung und Bildung einer gemeinsamen Identität sind Prozesse so alt wie die Menschheit – und sie laufen nur selten ohne Konflikt ab. Und doch können schon innerhalb einer Generation unterschiedliche Herkünfte überwunden werden, wenn das Erkennen gemeinsamer Ziele das Miteinander unvermeidbar werden lässt.

No Gangs of Germany

Derartige Prozesse prägen seit eh auch das zentraleuropäische Deutschland. Seit der Steinzeit trafen hier Menschen unterschiedlicher Kulturen aufeinander, bekämpften sich oder kämpften gemeinsam gegen andere, vermischten sich und irgendwie wurde aus diesem Gemisch, in das französische Protestanten ebenso wie sephardische Juden, nordgermanische Wikinger, osteuropäische Slawen und zahllose andere hineinwirkten, das Volk der Deutschen.

Nach 1949, als im Westen des kriegsgeteilten Landes das Wirtschaftswunder Fahrt aufnahm, kamen wieder „Fremde“. Sie kamen aus Italien, Spanien, Portugal, Jugoslawien, Griechenland. Erst als misstrauisch beäugte Neuankömmlinge, moderne Arbeiter, die man gegen Bezahlung auf Zeit im Land dulden wollte. Doch die klassischen Prozesse des gegenseitigen Austausches konnten nicht ausbleiben, und sie begannen oftmals durch den Magen. So entstanden erst Pizzerien, der preiswerte „Grieche“ um die Ecke, der „Spanier“ undsofort. Der Dank Wirtschaftswunder mit gut gefülltem Portemonaie ausgestattete Deutsche wiederum wurde neugierig und sonnenhungrig, besuchte die Heimatländer seiner Gastarbeiter und stellte fest: Die haben nicht nur eigene, beachtenswerte Kulturen – sie sind auch liebenswert und manche von ihren Gewohnheiten könnten uns in Deutschland auch nicht schaden.

Wie seit der Frühantike wirkten die Kulturen aufeinander ein und übernahmen vom Gegenüber das, was als angenehm empfunden wurde. Welcher heute 20-jährige kann sich noch vorstellen, dass selbst in den Sechzigern die Italienische Eisdiele noch etwas Exotisches war? Dass die heute flächendeckend vertretene Pizza bis in die Siebziger überaus kritisch beäugt wurde und weit davon entfernt war, ganze Tiefkühlreihen zu belegen? Dass Gyros erst in den Achtzigern die deutsche Speisekarte belebte?

Anders als in den Gangs of New York liefen diese Prozesse gegenseitiger Einflussnahme in Deutschland weitestgehend friedlich ab – auch wenn heimatliche Identitätsstrukturen wie bei der süditalienischen Mafia ein Problem im Bereich der Kriminalität darstellen. Doch das hat keinen Einfluss darauf, dass jene Italiener, Spanier, Portugiesen, die seinerzeit vom Gastarbeiter zum Mitbürger wurden, heute fester Bestandteil dieser deutschen Kultur sind. Selbst diejenigen, die aus Fernost zu uns kamen, werden von der allergroßen Mehrheit der Deutschen nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Ganz im Gegenteil – sie stellen eine Bereicherung des Landes dar und einer von ihnen, adoptiert von deutschen Eltern, brachte es sogar bis zum deutschen Vizekanzler.

Die Deutschen, auch das macht die Geschichte der Nachkriegszuwanderung deutlich, waren in ihrer großen Mehrheit weder fremdenfeindlich noch rassistisch. Sie hießen die Neuen willkommen ohne sie blauäugig-naiv gleich in die Arme zu schließen. Sie hießen sie willkommen, wenn „die Neuen“ bereit waren, die deutschen Spielregeln zu akzeptieren – und sie merkten dabei nicht einmal, wie die Einflüsse „der Neuen“ sie selbst und ihr Land veränderten. Gleichzeitig – auch das sind normale menschliche Prozesse – sind es immer die Menschen der jüngsten Zuwanderungswelle, die es am Schwersten haben, dazu zu gehören. Methusalix aus der Asterix-Saga brachte es  einmal treffend auf den Punkt: „Ich habe nichts gegen Fremde, solange sie von hier sind.“ So ungefähr war das auch in Deutschland – und das „Fremdsein“ beschrieb dabei mehr die Aufnahme in die eigene Kultur als tatsächlich Trennendes.

Die vergangenen 70 Jahre zeigen, dass Deutschland ihnen, den „Fremden“, alle Türen offengehalten hat. Wer die Tür nutzte und das Land bewusst betrat, dem gelang es schnell, kein Fremder mehr zu sein – er war eben „von hier“. Insofern kann Deutschland heute ohne jeden Abstrich stolz sein auf seine Weltoffenheit und seine Bereitschaft, Zuwanderer in seine Gesellschaft aufzunehmen. Wie schwer sich manch andere Länder damit tun – das zu sehen bedarf es keinen Weit-Blicks.

Das türkische Problem

Und doch gab und gibt es eine Gruppe, die bei all der Weltoffenheit der Deutschen nur schwer in der Lage war, trotz offener Türen ihren Weg in die deutsche Gesellschaft zu finden. Die Abstimmung über die Einführung einer Präsidialdiktatur in der Türkei hat es gezeigt: Jene, die sich als Nationaltürken definieren, scheinen mental in Deutschland auch nach 50 Jahren nicht angekommen zu sein. Sie verharren in einem Denken des autokratischen Patriarchats, verneinen Demokratie – und damit auch kulturelle und geistige Vielfalt.

Wer Türken in seinem Bekanntenkreis hat, dem wird diese Erkenntnis nicht neu sein. Ich selbst erinnere mich noch gut an ein freundschaftliches Gespräch mit einem türkischen Nachbarn, in dem mein Hinweis, seine drei wohlgeratenen, in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Kinder seien doch eigentlich bereits Deutsche, auf vehementen Widerspruch stieß. Nein, hieß es, sie seien Türken und das blieben sie auch. Es passte dazu, dass die Mutter dem deutschen Klassenlehrer ihrer einzigen Tochter schon in Klassenstufe 3 erklärt hatte, als späterer Gatte des aufgeweckten und lebenslustigen Mädchens käme nur ein Türke – gemeint war türkischer Sunnit – in Frage.

Geplatzte Lebenslügen?

Nun aber platzte über das türkische Referendum scheinbar eine deutsche Lebenslüge. Die Lebenslüge davon, dass die Türken in Deutschland – propagandistisch schon vor Jahren wider die Regeln der deutschen Sprache zu „Deutschtürken“ umgestaltet – zu Deutschland gehören. Die Naiven dieser Republik, die nicht begreifen können, dass jene, denen sie doch all ihre Zuwendung haben zuteil werden lassen, mit deutlicher Mehrheit einen undemokratischen Diktator feiern, fragen sich: Was haben wir falsch gemacht bei der Integration? Warum sind sie immer noch undemokratisch? Kurz: Warum sind die Fremden nicht wie wir?

Der Antworten darauf gibt es viele. Oder vielleicht auch keine. Kaum eine davon allerdings deckt sich mit dem, was jene unbelehrbare Krone deutscher Einfalt namens Claudia Roth dazu jüngst medial zum Besten gab, als sie die „Schuld“ einmal mehr ausschließlich bei den bösen Deutschen suchte.

Doch beginnen wir mit der reinen Fragestellung. Beginnen wir mit dem tatsächlichen Fehler Nummer Eins – dem „wir“. Dieses „wir“ impliziert im Sinne Roths, dass ausschließlich die Deutschen etwas „falsch“ gemacht hätten. Und es verleugnet jene oben dargestellten, manchmal über Generationen laufenden Prozesse des Zusammenwachsens. Dazu gehören nun einmal zwangsläufig beide Seiten – weshalb das „wir“ nur dann Sinn macht, wenn es die anderen mit umschließt – aber es kann keine Relevanz haben, wenn eine Seite offensichtlich zu diesem „wir“ überhaupt nicht gehören will.

Integration kann man nicht „machen“

Fehler Nummer Zwei findet sich ebenfalls bereits in dieser kurzen, als Frage verkleideten Selbstanklage. Er ist das „machen“. Die deutschen Naiven gingen und gehen davon aus, dass man „Integration machen“ könne. Das aber würde bedeuten, etwas künstlich zu produzieren – und wer etwas künstlich Produziertes Menschen aufzwingt, die dieses vielleicht gar nicht wollen, der organisiert Fremdbestimmung und will am Ende nichts anderes, als dass seine Opfer genau das tun, was er ihnen verordnet. Es ist dieses die klassische Logik der selbsternannten Progressiven. Sie allein sind diejenigen, die wissen, was zum Wohle des Menschen zu tun ist. Ausgestattet mit dieser einzigartigen Weisheit sind ausschließlich sie in der Lage darüber zu befinden, was zum Glücke des nicht so weisen, seiner Führung notwendigen Menschleins  von diesem zu tun und zu lassen ist.

Aus gutem Grunde führen deshalb manche jener Zugewanderten, die tatsächlich hier angekommen sind, ebenso wie zunehmend mehr Nicht-Zugewanderte die ständige Klage darüber im Munde, dass sie als erwachsene Menschen der ständigen Gängelung durch Staat und Gutmensch mehr als überdrüssig seien.

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Kommentare ( 78 )

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Der hochspekulativen Theorie von T.Spahn möchte ich folgende Faktenlage gegenüberstellen 1) Im Gegensatz zu der von den ( vorkonziliaren) Päpsten 1400 Jahre lang gepredigten Abwehrhaltung gegenüber dem immer wieder sich im Abendland einnisten wollenden teuflischen Islam ( wobei die Päpste oft auch die Truppen des Kirchenstaates gegen die heranbrandenden Koranverwirrten ins Feld warfen) …. forderten die 1965 erschienenen Konzilstexte eine Neubewertung des Islam. Katholiken sollten von nun an dem Islam und dem Koran, einer auch irgendwie hl. Schrift, Respekt entgegenbringen – und dieser Meinung schloß sich auch die EKD an. 2) 1965 war also praktisch das Geburtsjahr einer Willkommenskultur gegenüber… Mehr

Ergründen Sie die Wurzeln des Islam, und wer die Ankunft eines Propheten massiv in die Welt gesetzt hat, bevor Mohammed erschien. Sind dieselben Leute, die heute den Islam wieder benutzen und propagieren.

Eine kleine Notiz am Rande: Bereits in den Fünfzigern gewährte Kardinal Frings dem Islam für das Freitagsgebet Zugang zum Kölner Dom.

Wenn ich jedem dieses Sakrileg zugetraut hätte. Frings, nie und nimmer.

Bereits in den Fünfzigern?
Sind Sie da sicher?
Die ersten sunnitischen Anatolier tauchten doch in D erst 1961 auf!
Kardinal Frings dürfte also 1965 unter dem Einfluß der Konzilstexte den Kölner Dom den Koranverwirrten zum Gebet gegen Mekka überlassen haben -ebenso wie Kanzler Erhard ihnen 1965 den Familiennachzug gewährte.

Merke!
1965 ist das Geburtsjahr der Willkommenskultur für Koranverwirrte
1965 ist das Schicksalsjahr Europas.
1965 ist der Beginn des Untergangs des Abendlands, den Papstdarsteller Franz, Kardinal Marx, Kardinal Woelki und Bedford-Strohm gemeinsam mit Merkel vollenden werden.

Da lasse ich mich gerne korrigieren.

OMG. Das II. vatikanische Konzil – ja es ging um Religionsfreiheit und nicht nur um die Aussöhnung zwischen

Christen und Judentum.

Es ist von dem entsprechenden Druck abhängig. Eine große, starke und pulsierende Gesellschaft mit weitgehend gemeinsamer Identität, die sich enorm weiterentwickelt, schafft dies ohne Probleme. Da besteht einfach der Druck sich dem Fluss der Fortentwicklung einzubringen. Es gibt ja auch in den USA Christen, die noch wie im 18. Jahrhundert leben, die die Fortentwicklung irgendwann blockierten, sich absonderten. Was hier von M. Lederer über Osteuropa beschrieben wurde, ist die Folge des oströmischen Reiches und danach des osmanisches Reiches. In diesen Gesellschaften gab es keine weitgehend gemeinsame Identität, sondern nur eine Authorität, die es anzuerkennen galt und Gesetze, an die sich… Mehr
Ein wahnsinning interessanter Artikel! Es scheint mir, national-konservative Mitbüger sind derzeit umzingelt von Wahnsinningen, die tatsächlich die deutsche Gesellschaft auflösen wollen. Bei dieser Transformation (weg vom „bösen“ Deutschen hin zum „bunten“ Vielvölkerstaat) scheinen religiöse und ethnische Konflikte nicht eingepreist zu sein. „Konflikte entstehen dann erst, wenn die Zuwanderungskultur den Anspruch erhebt, ihre Eigenarten vorsätzlich über die gewachsene Kultur der Bestandsgesellschaft erheben zu wollen.“ Was ist, wenn diese Konflikte, die mit zunehmender islamisch geprägter Lebenweisen meiner Meinung nach zwangsläufig entstehen werden, letztlich die wirtschaftliche Kraft und die innere Sicherheit Deutschlands zum Erliegen bringen? Wird dann einfach „weitergewurschtelt“ im Sinne von „Survival… Mehr
Das mit der Umzingelung von Wahnsinnigen ist völlig korrekt, geht mir genauso. Gestern zippte ich zufälliger Weise in das Gespräch zwischen Laschet und Kraft (was mir dann eine etwas schlaflose Nacht bereitete), als Laschet erklärte, die ‚Leitkultur‘ von Misere sei ja keine ‚Deutsche Leitkultur‘ sondern eine Leitkultur für ‚Die, die schon länger hier leben‘. Es fehlte nur noch, dass sich die Beiden in ihrer Einigkeit umarmten und küssten. Ich schliesse mich ihrem Gebet an Gott zum Schutz der politischen Utopisten mit dem Zusatz, Gott schütze uns zusätzlich vor den hirnlosen Mitläufern, Fähnchenschwinger und Befürwortern dieser Politik und denen, ‚die schon… Mehr
Nun waren die Kanaaniter verwandt mit den Phönikern und West-Semiten wie die Hebräer – damit die gleiche Ethnie – wobei die Kanaaniter in Stadtstaaten organisiert waren und die Hebräer Viehzüchter und dann in Kanaan Landwirtschaft betrieben. Die Beziehung beider Völker ist nicht geklärt – könnte sich sogar lediglich um verschiedene soziale Gruppen (Stadt/Land) gehandelt haben Im Gegensatz waren die Philister als Nachfahren der Seevölker keine Semiten und keine Vorfahren der Juden. Deutsche in Siebenbürgen lebten über 800 Jahre zusammen mit Ungarn und Rumänen ohne kulturelle oder ethnische Vermischung – dito schützten die jüdischen Gesetze vor Assimilierung bereits im alten Israel… Mehr
Zunächst einmal Danke für die klare Analyse zum Thema Integration, die ich weitgehend teile, ich lebe im Pott und kann die Sache aus der Nähe beobachten. Zum letzten Teil, warum man dies tat und tut, teile ich Ihre Meinung nicht. Mir fehlt zwar der detaillierte Blick auf die 68iger Szene weitgehend, ich erkenne sie immer nur in den mir völlig fremden Denkansätzen vieler Genossen und Grüner Aktivisten. Dennoch scheint mir dies ob der geistigen Fähigkeiten der Grünen, der SPD Genossen und die der Linken etwas überzeichnet. Bei denen steckt einfach Null Plan dahinter, weitgehend nichts. Man muss einmal mit B.… Mehr
Lieber Herr Spahn, Als Zeitzeugin der ersten Nachkriegsgenaration stimme ich mit allen von Ihnen geschilderten Fakten überein. Danke für die tiefgehende, umfassende Analyse jener Ära. Insbesondere stellen Sie heraus, dass es die „Selbsternannten Progressiven“ waren wie Dutschke und Genossen, die mit der breiten Mehrheit – auch der Arbeitern und Studenten – wenig gemein hatten. Die immer wieder gerne negativ dargestellten 68iger waren de facto ein minimaler Prozentsatz, deren Art von „Revolte“ wurde zwar ausreichend diskutiert, aber relativ schnell wieder ad acta gelegt. Jeder denkende Mensch hat Vergangenes verurteilt und alles infrage gestellt, aber ich persönlich kenne niemanden, der sich radikalisiert… Mehr

Mancher ostdeutscher und osteuropäischer „Mitbürger“ denkt bei 1968 vielleicht zuerst an Prag, an den Prager Frühling und an sein gewaltsames Ende und liest aus den zuverlässig mit dem Tralala-Wort „spannend“ geschmückten und bis zum Gehtnichtmehr „vorgetragenen nostalgischen Schwärmereien mancher westdeutscher Kultur-68er zuerst und vor allem den eingefleischten Paternalismus und die Hybris heraus.

Tut mir leid, aber ich zähle mich nicht zu den nostalischen Schwärmern, passt eher zu den ewig „Progressiven“. Ja, Sie haben recht. Diese Leute gibt es. Ich denke da einen einen Studienrat, der seinerzeit eher neoliberal eingestellt war, den ich jedoch nach 30 Jahren als regelrechten Spießer mit einer hohen Pension wieder getroffen habe. Der Einmarsch 1968 ging mir auch sehr nahe, habe Freunde, die das miterleben mußten. Auch Polen, die 1980 an Solidarnosc beteiligt waren und fliehen mußten. Das Tralalala-Wort „spannend“ fiel mir ca. 1990 auf, aber ich habe das im eigentlichen Wortsinn gebraucht. Mit geringem finanziellen Aufwand durften… Mehr

Nein, im Westen hatte diese Zeit eine eigenartig leichte Qualität. Sie hatte etwas von Frühling nach dem Winter. Gipfelankunft, Unbeschwertheit. Allerdings Abstieg erahnbar. Verdorben ist das dann ab Ende der 70er Jahre. Daran haben auch die etwas muffigen Fossile Kohl, Thatcher und Reagan nichts ändern können.

Ja, es war diese Unbeschwertheit, die motiviert hat, unterschiedliche Dinge anzupacken. Auf keinen Fall Gedankenlosigkeit oder Oberflächlichkeit wie sie heutzutage viel zu häufig anzutreffen ist. Danke Hinrich Mock.

Lieber Herr Spahn, vielen Dank für Ihren Artikel. Einige Anmerkungen dazu: 1. Ich sehe in Joschka Fischer den „Erben“ von Rudi Dutschke, da Fischer mit Soros verkehren soll, sind die Zuwanderungsbewegungen vom Großkapital gewollt. 2. Die derzeitige Links-Grüne Regierungspolitik von Frau Merkel zeigt mir, dass Dutschkes Marsch in die Institutionen erfolgreich war. 3. Das Zusammenspiel dieser Politik in Verbindung mit den „verschwurbelten“ bewußten Begriffveränderungen, erst Flüchtling, dann Schutzsuchende, anstatt von Zuwanderern zu reden, hat erst die Ausweitung und rechtswidrige Nutzung des Asylrechts möglich gemacht. 4. Aber selbst bei den wenigen tatsächlich nach dem GG asylberechtigten Menschen, stellt sich das Thema… Mehr

Hallo, Ihre Theorie ist einleuchtend, Punkt 1 bewiesen. Daniela, sagen Sie, blickt Ihr Umfeld auch nicht durch. Beschäftigen sich tatsächlich so wenige Bürger mit den Dingen. Ich bekomme das nicht mehr mit, möchte auch nur vereinzelt am Telefon fragen. Es beschäftigt mich sehr. Ich bin zwar nicht in den Social Media unterwegs, aber auf youtube kann man – wenn man die Spreu vom Weisen trennt – sich doch informieren. Gruß aus der Ferne

Hi Luisa,
mein direktes Umfeld ist sehr gut informiert.
Die Gutmeinenden würden uns als „Zelle der Kritik“ bezeichnen.
More Hope. Grüße in die Ferne. 🙂

Diese, ob legalen oder illegalen Zuwanderer wurden uns auf’s Auge gedrückt. Regeln für eine sinnvolle Zuwanderung, wie z.B. in Kanada oder Australien existieren hier nicht, und das ist von oben so gewollt. Die Politik sollte diese ganzen Integrationsmaßnahmen schlicht und einfach beenden. Wer hier leben will, wer ein Teil der deutschen Gesellschaft sein WILL, der wird es freiwillig tun. Und er wird die Regeln, Sitten und Gebräuche dieses Landes zumindest respektieren, wenn nicht sogar annehmen. Allen anderen MUSS mit entschiedener Härte entgegengetreten werden. Letzteres ist zugegebenermaßen in diesen Zeiten des Selbsthasses und der Selbstverleugnung eines ganzen Volkes nicht unbedingt leicht… Mehr
Wir alle können uns sicher erinnern, dass Jürgen Habermas den Begriff Verfassungspatriotismus erfolgreich in der Gesellschaft verankert hat. Im Zusammenhang erklärt sich der Begriff so: „Inklusion heißt, dass sich das politische Gemeinwesen offen hält für die Einbeziehung… von Bürgern jeder Herkunft. Weil der demokratische Prozess schon dank seiner Verfahrenseigenschaften Legitimität verbürgt, kann er, … im Hinblick auf eine veränderte kulturelle Zusammensetzung eine gemeinsame politische Kultur hervorbringen. … In dem Maße wie der Prozess der Entkoppelung der politischen Kultur von der Mehrheitskultur gelingt, stellt sich die Solidarität der Staatsbürger auf die abstraktere Grundlage eines „Verfassungspatriotismus“ um. In jedem Fall höhlt er… Mehr

In ein paar Jahren wird man die idealisierenden Monologe dieses technokratischen Phobikers nur noch schwer verstehen können. Es sind kontextabhängige sterile Konstrukte ohne Welt. Nur die Niedertracht der Erbärmlichkeit darin, die bleibt bestehen.

Gleiche Regeln für alle schaffen Freundschaft: Ein Beispiel für gelungene Integration ist der Fußball, etwa zu besichtigen in den hohen europäischen Ligen, in denen Menschen von überall her und mit den verschiedensten Religionen ziemlich friedlich zusammenspielen und sich gegenseitig respektieren. Grund: FÜR ALLE GELTEN DIE GLEICHEN REGELN: Spieler A darf nicht die Hand benutzen, weil das in seiner Heimat so üblich sei. Spieler B darf nicht mehr foulen als andere, weil das seiner Religion entspräche. Und das Spiel wird auch nicht andauernd unterbrochen, weil immer wieder „die Regeln des Umgangs miteinander neu ausgehandelt werden müssen.“ Wäre es anders, gäbe es… Mehr