Das riskante Leben im „Pumpkapitalismus“

Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ wird aktuell wieder gern zitiert. Ist dieses Wohlstandsversprechen in Zeiten des „Pumpkapitalismus“ überhaupt zu halten?

© DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

Seit Jahrzehnten erleben wir, dass unsere Vorstellungen von Wohlstand nur um den Preis einer immer gewaltiger werdenden Verschuldung bezahlt werden können – in privaten Haushalten, in Unternehmen, bei Staaten wie bei Banken. Die globale Schuldenquote steigt und steigt. Lag sie 2008, im Jahr der Lehman-Pleite, noch bei 280 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP), summiert sie sich für die vier genannten Sektoren heute bereits auf 318 Prozent.

Der ehrbare Kaufmann blieb auf der Strecke

Der große liberale Soziologe Ralf Dahrendorf prägte in seinem letzten Essay unter dem Eindruck der Finanzkrise kurz vor seinem Tod im Juni 2009 den Begriff „Pumpkapitalismus“. Er schrieb damals sehr zutreffend: „Mir scheint ein wichtiges Glied in der Ursachenkette der Krise dies zu sein, dass nicht nur mit Geld Geld ‚verdient‘ wurde, sondern dass dies mit geborgtem Geld geschah. Allerorten trat an die Stelle des klassischen ‚Sparkapitalismus‘ ein ‚Pumpkapitalismus‘, der von nicht mehr ‚bedienbaren‘ privaten Hypotheken bis zum Handel mit sogenannten strukturierten Finalprodukten (‚Derivaten) reichte. Viele Sitten des ehrbaren Kaufmanns und des guten Haushaltens gingen dabei über Bord.“

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Zur sozialen Marktwirtschaft gehören nicht nur Wettbewerb und Sozialversicherung. Der legendäre Ludwig Erhard rief in unzähligen Reden deshalb immer wieder zum „Maßhalten“ auf. Wenn nicht auch der Beitrag des Einzelnen zum Allgemeinwohl in einer Gesellschaft hoch bewertet wird, dann wird es nichts mit dem Wohlstand für alle. Dass sich die politischen und wirtschaftlichen Eliten mit ihren Maßstäben so exzessiv von der breiten Masse entkoppelt haben, gefährdet den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die Kurzfrist-Orientierung der Finanzmarktakteure, die Quartalsberichts-Fixierung der Vorstandsmitglieder, die in DAX-Unternehmen im Schnitt nicht einmal vier Jahre im Amt sind, das aktionistische Kurzfristdenken der Politik, das maximal bis zur nächsten Wahl reicht – alle diese Faktoren führen zu einer Atemlosigkeit, in der keine Verantwortung gedeihen kann. „Verantwortung verlangt Nachhaltigkeit, also das Denken in zumindest mittleren Fristen“, resümierte Dahrendorf in seinem Essay.

Das süße Gift der Staatsverschuldung

Wie stark der „Pumpkapitalismus“ in den Alltag unserer Mitbürger vorgedrungen ist, verdeutlicht die „easy credit“-Werbung. Nicht nur langlebige Güter werden auf Ratenbasis erworben, sondern auch Unterhaltungselektronik oder gar der Urlaub auf Kredit. Das monatliche Arbeitseinkommen reicht in vielen Haushalten kaum aus, die vielen Ratenkredite zu bedienen. Das Wissen, dass man sich nicht alles leisten kann, scheint in manchen Kreisen auszusterben. Doch das ist auch kein Wunder, weil selbst die Zentralbanken der Welt seit vielen Jahren das Sparen mit Nullzinsen bestrafen und damit explizit zur Konjunkturstimulierung den Konsum befeuern wollen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, war einmal als kollektive Hyperinflationserfahrung im deutschen Wesen verankert. Das ist längst perdú. Dabei führt permanenter kreditfinanzierter Konsum nicht zu mehr Prosperität, sondern zu immer höherer Verschuldung. Das süße Gift der Staatsverschuldung wird in immer höheren Dosen verabreicht. Wie Junkies an der Nadel hängen unzählige Volkswirtschaften an der immerwährenden Kreditzufuhr.

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Längst werden selbst soziale Leistungen nicht mehr aus der erwirtschafteten Substanz finanziert, sondern anteilig auch mit Krediten. Im Jahr 1973 überstiegen in Deutschland (West) die gesamten Staatsschulden in Relation zur volkswirtschaftlichen Jahresleistung erstmals die für soziale Leistungen jährlich aufzuwendende Gesamtsumme: 30 Prozent des BIP. Die Sozialleistungsquote schwankte über die vergangenen Jahrzehnte in der Regel zwischen 30 und knapp 33 Prozent des BIP. Der Schuldenstand Deutschlands explodierte nach der Finanzkrise auf fast 90 Prozent. Noch heute liegt die Staatsverschuldung bei rund 65 Prozent. Dabei gehört zur Wahrheit, dass alle Finanzminister Profiteure der gefährlichen Nullzinspolitik der EZB sind. Denn ohne die dadurch beim Staat als Schuldner ausgelösten gewaltigen Zinsersparnisse wären die Haushalte in den vergangenen Jahren nicht ohne neue Kredite ausgekommen.

Explizite und implizite Verschuldung

Außerdem ist die explizite Staatsverschuldung nur die eine Seite des „Pumpkapitalismus“. In der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung macht der Staat Leistungszusagen, die von künftigen Beitragszahlern erst noch geschultert werden müssen. Aufgrund der demografischen Entwicklung sind alle diese Sozialversicherungszweige unterfinanziert. Das Gleiche gilt für das Pensionssystem der Beamten, das so gut wie keinen Kapitalstock kennt. Die implizite Verschuldung, die in diesen vier Sektoren versteckt liegt, beträgt rund 200 Prozent des BIP. Auch die Masseneinwanderung der vergangenen Jahre hinterlässt eine Nachhaltigkeitslücke. Weil viele Zuwanderer, anerkannte wie abgelehnte Asylbewerber und ihre Familien, erst nach Jahren – wenn überhaupt – finanziell auf eigenen Füßen stehen und Steuern und Sozialabgaben bezahlen, kann sich die implizite Verschuldung um geschätzte weitere 30 bis zu 50 Prozent des BIP erhöhen.

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Im Klartext heißt das: Entweder steigern alle Staaten der Welt massiv ihre Produktivität, die seit Jahrzehnten lahmt, um das heutige Wohlstandsniveau langsam aber stetig wieder aus eigener Substanz zu erwirtschaften. Oder sie versprechen ihrer Bevölkerung weiteren kreditfinanzierten Wohlstand. Der Preis wird von der breiten Masse dann nicht nur durch massive Kaufkraftverluste (sprich: Inflation) zu bezahlen sein. Am Ende können dann soziale und politische Konflikte stehen, die man aus der Historie als Folge der großen Depression der Dreißiger Jahres des vorigen Jahrhunderts kennt.

Der Pumpkapitalismus endet in Chaos und Anarchie

Für die Alternative einer Politik des Maßhaltens, sprich einer echten Sparpolitik, mag derzeit überhaupt niemand mehr fechten. Wie schwer allein die Debatte um die fatalen Anreizwirkungen zu hoher Sozialtransfers ist, belegen die jüngsten Auseinandersetzungen um die Höhe der Kindergeldzahlungen an Kinder von EU-Ausländern, die nicht in Deutschland, sondern etwa im EU-Armenhaus Rumänien leben. Oder der Essener Tafel-Aufreger, der bei Neukunden kurzzeitig Inländern den Vorzug vor Ausländern gab. Oder die wohlfeile Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Hartz IV-Regelleistungen, die ohne Rücksicht darauf geführt wird, dass Menschen mit geringer Qualifikation durch Erwerbsarbeit ein solches Einkommen kaum je erzielen können. Das Lohnabstandsgebot scheinen Politiker nicht mehr zu kennen. Doch ohne dessen Kenntnis ist der Spruch, dass sich Arbeit lohnen muss, nicht mehr als eine leere Phrase.

Sozialstaatsdebatten haben nicht nur in Deutschland jedes Maß verloren. Weil Kürzungen für Bürger wie Politiker offenbar tabu sind, wachsen die Ansprüche an den Staat ins Uferlose. Das nährt auch künftig diesen „Pumpkapitalismus“, dessen Risiken und Nebenwirkungen in Chaos und Anarchie führen können. Ob diese mehr als berechtigte Sorge Bürger, Politiker und Wirtschaftsakteure doch noch zur Einsicht bringt?

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Kommentare ( 82 )

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…ach was! Herr Metzger – Sie haben das nur nicht richtig verstanden..

*Wir leben gerne in einem Land, in dem das Gefühl vorherrscht, es könne Jeder auf Kosten eines Jeden leben*

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PS: …die paar Nettosteuerzahler, die sind doch bei weitem in der Minderheit und haben deshalb nichts zu sagen – und Das wird sich so schnell nicht ändern…

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Aber die Nettosteuerzahler suchen das Weite oder reduzieren ihren Fleiß… das wird bald durchschlagen.

Moin moin,
Mit einem Augenzwinkern: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. Darauf kann nur ein schwäbischer „Konsumverweigerer“ kommen. Das Motto des 21.Jh. lautet (frei nach dem Gesangesbarden Willy Astor) : „Gönn‘ dir was Gutes, auch wenn du in Not bist, was hast du vom Leben, wenn du erst tot bist“. Wachstum braucht Konsum, die Sause muss weitergehen bis zum bitteren Ende des „der Kapitalismus ist nicht schuld, sondern die Lösung“ – Märchens.
Und wenn der Kapitalismus nicht gestorben ist, dann wächst der Wohlstand noch heute.
Frohe Ostern nachdem „Golgatha“ vorbei ist..

Das Problem ist hier nicht der Kapitalismus, sondern unmäßiges Handeln der Politik. Und das gründet in einer Demokratie darauf, dass der Wähler gern dort sein Kreuz macht, wo die Versprechungen besonders groß sind. Wie es im Sozialismus zugeht, kann man aktuell in Venezuela sehen. Trotz der größten Ölreserven der Welt geht da alles den Bach runter. Der Staat kann es nirgendwo besser als der Markt. Deshalb gibt es Wohlstand nur im Kapitalismus. Alles andere bedeutet Armut für alle.

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*Der Egoismus liebt es, an das Gemeinschaftsgefühl zu appellieren.*

Kurt Schumacher im Bundestag 1949

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da täuschen Sie sich aber gewaltig Herr Metzger. Die Situation in Venezuela ist genau dem Kapitalismus geschuldet. Die haben genau dieselben Probleme wie wir hier. Es sind die falschen Lebenskünstler an der Regierung. Dass in Venezuela Chavez an die Macht kam und vom Volk mehrmals gewählt wurde war Ausfluß kaipitalistischer Mißwirtschaft zum Schaden des Volkes. Dass es die Sozen auch nicht besser konnten steht außer Frage. Dies ist aber keinerlei dem Sozialismus geschuldet sondern der herrschenden politischen Klasse und den jeweiligen Akteuren vor Ort. Die kapitalistische Mißwirtschaft brachte erst einen Chavez an die Macht. Dass heute ein ehemaliger Busfahrer Präsident… Mehr

Danke für den ausführlichen Kommentar Herr Gramm. Nur zwei Anmerkungen. Misswirtschaft gibt es im Sozialismus und im Kapitalismus, das haben Sie belegt. Trotzdem finde ich keinen Wohlstand im Sozialismus, nirgendwo. Dann doch lieber kapitalistische Misswirtschaft mit der Chance auf Wohlstand. Und ganz wichtig, ohne Gulag. Das ist für die ganzen Querdenker hier wohl der entscheidende Vorteil überhaupt, man kann wenigstens ungestraft den Mund aufmachen. Beim Kriege führen geben sich Kapitalismus und Sozialismus nicht viel, finde ich.

Herr Metzger, die einen haben ihren Gulag, die anderen ihr Guantanamo oder Abu Ghuraib. Die Betroffenen tun mir leid ob im sibirischen Gulag oder unter amerikanischer Gastfreundschaft mit Folter und waterboarding. Ob man bei uns den Mund aufmachen kann hängt ganz vom Thema ab. Leider. Macht korrumpiert die Menschen unahängig von Sozialismus oder Kapitalismus. Da tun sich beide nichts. Wenn es im Kapitalismus immer mehr Arbeitslose gibt sind die Menschen selbst schuld, beim Sozialismus ist es das System. So hat halt jeder seine Überzeugung. Richtig muß sie ja nicht sein.

Also den üblichen Gulag für Andersdenkende und Oppositionelle im Sozialismus mit Guantanamo gleichzusetzen ist ja wohl eine geschichtliche „Unschärfe“. In Guantanamo sitzen jetzt 41 Gefangene ein, maximal waren es 775 terrorverdächtige (!) Kriegsgefanene, keine Andersdenkenden. Keiner ist gestorben. In Nordkorea, im REAL existierenden Sozialismus, sitzen heute noch 200.000 eigene Bürger in „Arbeitslagern“. Über die Jahre sind dort 500.000 Menschen ermordet worden oder sie starben an Hunger und Erschöpfung. Stalin´s Gulag hatte zu „Hochzeiten“ 2,5 Millionen Insassen. Hinzu kamen rund sechs Millionen Bürger der Sowjetunion als sogenannte „Sondersiedler“ oder „Arbeitssiedler“. Über die Jahre vegetierten rund 30 Millionen Menschen als Zwangsarbeiter im… Mehr
…“Ich weiß gar nicht, wie ich Ihre Aussage, „die einen haben ihren Gulag, die anderen ihr Guantanamo“ nennen soll.“…ganz einfach Herr Metzger, es sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben die Opferzahlen der im Gulag Eingesperrten zu nennen. Ich stimme Ihnen zu. Eine erschreckend hohe Zahl. Was Sie aber offensichtlich übersehen oder erst gar nicht nennen wollen oder können sind die Opferzahlen der durch die von Ihnen so hochgelobte kapitalistische Wirtschaftsform zu beklagenden Opfer, auch die Toten die auf den durch kapitalistisches wirtschaften notwendigen Kriege. Die finden sie nämlich in keinem Gulag oder amerikanischen Foltergefängnis,… Mehr
In vielen Familien waren nach den beiden Weltkriegen enorm viele Menschen traumatisiert. Die Diagnose PTBS gab es noch nicht, bzw. wurde max. für Soldaten verwendet. Die Erziehung der Kinder war dadurch in den Nachkriegsjahren bis weit in die 70er oft von Mißhandlung und Mißbrauch geprägt. Hier sind bei weitem mehr Opfer zu finden als bei den medial in den Fokus gerückten Meßdienern. So entstanden fortwährend Traumakreisläufe. Diese Menschen benötigen eine möglichst sichere Umgebung, auch um ihre gesellschaftlichen Pflichten, wie z.B. arbeiten, zu erfüllen. Mit der Grenzöffnung hat sich dies für sehr viele erledigt. Die psychiatrischen Praxen sind voll mit Frauen… Mehr
Moin moin Klaus Metzger, Der Markt soll es richten? Ich pointiere: Den Anbietern, einem Kartell von wenigen hyperreichen Eignern aller Ressourcen und Produktionsmittel steht eine Legion von um die minimalsten Mittel zum Leben nachfragenden „Mittellosen“ gegenüber. Kann so ein Markt funktionieren, nachdem Wasser, Boden, und am Ende noch die Luft zum Atmen mittels CO2-Abgabe „privatisiert“ worden sind? Leistung, privates Wagnis und physisch-intellektuelle Überlegenheit sollen sich „lohnen“, ich bin gegen „Gleichmacherei“, aber „der Markt“ wird es nicht richten, und am Ende seine Kinder samt „den 12 Jüngern“ fressen. Der Staat sind „wir“, wir sind der Souverän, er soll allen nutzen, von… Mehr

„Wir“ sind der Staat, Sie sagen es. Und was „wir“ wollen hat die letzte Wahl gezeigt. 56% wollen Mitte-Rechts und 38% Mitte-links. Nu werden wir wieder von Mitte-Links regiert und viele sind damit nicht glücklich. Verständlich.

„Ob diese mehr als berechtigte Sorge Bürger, Politiker und Wirtschaftsakteure doch noch zur Einsicht bringt?“ Eher nicht, Herr Metzger. Zumindest die zahlreichen Wähler nicht, die der Meinung sind, das es für sie schon noch reichen wird. Verantwortung ist für diese Leute nur ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.

Hallo Herr Metzger, das ist der erste Artikel von Ihnen dem ich zu 100% zustimmen kann. Könnte noch was werden mit meiner Lesebeziehung zu Ihnen. Sparen ist schon lange ein Unwort. Als in meinem Bekanntenkreis, eigentlich intelligente Leute , Ingenieure und andere mit Verstand, ihre Kohle an der Börse vermehren wollten, war mir klar, es gibt ne neue Sucht. Nichts anderes ist diese überbordende Geldgeilheit. Ich erinnerte an Kindheitserfahrungen mit dem Spiel Monopoly, wo doch mein Bruder nur dann gewonnen hatte, wenn wir anderen Schulden bei ihm hatten. Wenn einer viel gewinnt, verlieren halt viele Andere. Die Ingenieure haben mich… Mehr

Bitte nicht böse sein, aber ist das eine Parodie?

Langsam beginnen auch sie zu verstehen: Wer arbeitet ist der Dumme in diesem Land. Jetzt stellen sie sich mal einen Ihrer Ingenieure vor, der nach allen Abzügen (incl. Mehrwertsteuer) noch vielleicht 30% seines Einkommens in der Tasche hat. Die Abgaben dienen dann dazu, unter anderem um die Betreuung der Plasmafernseherbesitzer durch Sie zu finanzieren. Meinen Sie nicht, dass dieses Geld an der Börse besser angelegt wäre, um die von Ihnen geforderten „Jobs mit Sinn“ zu schaffen? Ingenieure arbeiten in einem knallharten, weltweiten Konkurrenzkampf. Weiterbildung ist tägliche Pflicht, um nicht den Anschluss zu verlieren. Wer nicht mehr mitkommt, der wird aussortiert… Mehr

Ich halte es für sinnvoll, wenn allen berufstätigen Menschen eine Altersvorsorge gewehrt würde von der sie im Alter auch leben bzw. überleben können. Die Höhe gekoppelt an die Lebensarbeitsleistung. Gerne können Ingenieure und andere ihre Altersvorsorge am Aktienmarkt betreiben, so denn es sich um Altersvorsorge handelt und nicht um rauschhafte Zockerei oder Konsumerhöhung. Kennen sie wirklich niemanden, bei dem dieses Spiel in Sucht ausgeartet ist?
Zynisch finde ich das Riestern und Rüruppen.

Aber genau das gibt es. Wir haben eine Altersversorgung, die an die Lebensarbeitsleistung gekoppelt ist. Das nennt sich „Gesetzliche Rente“. Und wenn die Arbeitsleistung nicht so hoch war, sorgt der Staat durch die „Grundsicherung“ für das Leben im Alter. Die Grundsicherung beinhaltet die Bezahlung einer angemessen Wohnung, der meisten Nebenkosten, der Krankenversicherung, bei Bedarf wird auch die Heimunterbringung bezahlt und dazu gibt es Geld zur Sicherung des restlichen Lebensunterhaltes. Dazu unterstützen die Kommunen diese Menschen durch viele kostenlose kulturelle Angebote zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Von den vielen privaten Initiativen will ich hier gar nicht reden, die kommen noch auf… Mehr
Da Gehälter und Löhne nicht angemessen gestiegen sind und die Rente immer weiter abgesenkt wurde, kommt am Ende bei vielen nicht mehr genügend raus, dass sie ihr Leben selbstbestimmt (so wie ich es verstehe ) leben können. Auch nicht wenn sie 40 Jahre gearbeitet haben. Das wissen sie ja und in anderen europäischen Ländern hat man anders gehandelt, auch das wissen sie. Warum ziehen Deutsche an die Landesgrenze nach Österreich, Niederlande und die Schweiz? Die Bezahlung im Nachbarland ist besser, sogar für Altenpflegerinnen. Lebt man gleich ganz dort, gibt es auch mehr Rente. Hat jetzt nichts mit Lebensarbeitsleistung zu tun.… Mehr
…“Und wenn die Arbeitsleistung nicht so hoch war“… ausgenommen die Studienabbrecher wie Roth, KGE, Fischer (der hat noch nicht mal einen Schulabschluß) Bütikofer u.a.. Die werden mit Pensionen zugeschmissen ohne im Leben etwas fertig gebracht zu haben. War dies jetzt ein Verstoß gegen die Netiquette??? Richtig ist es trotzdem. Man höre nur mal was die im TV so ausstülpen (Roth Münchner Runde oder KGE bei Maischberger)…Fischer als Unterstützer eines völkerrechtswidrigen Angriffskrieges als Friedenspolitiker den selbst Herr Schröder (Initiator von Hartz IV) als Bruch des Völkerrechts bezeichnet hat. Tolle Arbeitsleistungen. Alles ohne Konsequenzen für diese Herrschaften, nur dicke Pensionen. Es sind… Mehr

Es kommt nicht auf den Abschluss an, sondern auf die Arbeitsleistung. Und da haben die von Ihnen genannten Grünen, Roth, KGE, Fischer, Bütikofer u.a. durchaus einiges vorzuweisen. Die Energiewende, die Agrarwende, die Verkehrswende, um nur einige Grüne Moritaten zu nennen, noch unvollendet, aber das wird noch, dazu Verbote für alles und jedes. Für eine 9% Partei (mit 100% Medienunterstützung) nicht gerade wenig. Das mögen Sie und auch ich nicht so toll finden, aber die Grünen haben halt eine andere Agenda für Deutschland.

ja Herr Metzger, die Politiker fordern die Menschen immer wieder zu mehr Bildung auf. Für sie selbst scheint dies nicht zu gelten, wie man hauptsächlich bei den Grünen sieht. Jetzt soll auf einmal die Arbeitsleistung wesentlich sein. Vergleichen Sie mal die Arbeitsleistung von Frau oder Fräulein Roth mit der Arbeitsleistung einer Altenpflegerin und dann vor allem die Einkommensunterschiede wie auch die zu erwartende Altersversorgung. Jetzt müßten doch auch Sie, sehr geehrter Herr Metzger erkennen, dass in unserem Land etwas fürchterlich schief läuft. Warum Sie dies nicht erkennen (wollen???) ist rätselhaft. Es gibt immer mehr Profiteure und Schönredner. ..“Die Energiewende, die… Mehr
Da bürgerliche Sorgen nur langsam ins Bewusstsein unser Politiker sickert, sind rationale konstruktive Lösungen von herrschenden Politiker selten: Bspw. gründete Hr. B. Lucke die AfD, da herrschende Politiker keinen Bedarf an einer Währungsbindungsdiskurs sehen. Offenbar scheuen alle herrschende Parteien die Komplexität eines Währungsbindungsdiskurses. Was hat die Währungsbindung mit Pumpkapitalismus zu Tun? Die Währung bindet „Finanz- und Güterkreislauf“ aneinander. Beide Kreisläufe sind zwei verschiedene Wirklichkeiten! Religiöse „Stifter“ stehen emotional dem „Schöpfungsprozess“ näher als die vorherrschende Kultur. Die evolutionäre Risiken sind bekannt und in dem Artikel angedeutet. Die Religionsstifter sprechen sich für einen „Schuldenerlass“ aus, da Sie intuitiv den Einfluss der Thermodynamik… Mehr
Ihre Analyse teile ich größtenteils. Der eigentliche Anfang wurde in der 1. Ölkrise etwa 1973 gemacht. Der 2. Teil d. Lehre von Keynes (deficit spending) wurde eigentlich auch von allen ziemlich ignoriert, man gab munter Geld aus, daß man per Kredit „generierte“ u. so wuchs die Schuldenlast ‚Deutschlands stetig an, der nächste Schub war die Wiedervereinigung gefolgt von der Finanzkrise immer noch virulant gefährlich, 2008 bis heute hin zu den Target 2 Salden. Die Kosten für die Masseneinwanderung, Flüchtlinge oder sonstwas werden ebenfalls viel höher sein, als behauptet, irgendwo in Schatttenhaushalten versteckt u. getürkt, damit es ja niemand merkt. Die… Mehr

Vielen Dank für diesen Artikel.

„Weil viele Zuwanderer, anerkannte wie abgelehnte Asylbewerber und ihre Familien, erst nach Jahren – wenn überhaupt – finanziell auf eigenen Füßen stehen und Steuern und Sozialabgaben bezahlen, kann sich die implizite Verschuldung um geschätzte weitere 30 bis zu 50 Prozent des BIP erhöhen.“

Können Sie eine Quelle für diese Schätzung nennen?

Ludwig Erhardt der Erfinder der „Sozialen-Marktwirtschaft“ hatte schon vor über 60 Jahren vor einem aufgeblähten Sozialstaat gewarnt: „Maßhalten“ – erst solide Erwirtschaften, danach gerecht verteilen. Die Warnungen von Ludwig Erhardt: „Maßhalten“ und hinterher auch von Karl Schiller: „Genossen lasst die Tassen im Schrank“ wurden einfach ignoriert. In den späten 40er und 50er Jahren waren die Menschen wirklich bedürftig. Es wurde ein Sechstel vom Brutto-Sozialprodukt für soziale Zwecke aufgebracht. Mit steigendem Wohlstand wurde dieses sechstel – anstatt reduziert – auf ein Drittel verdoppelt. Das war damals schon für Ludwig Erhardt das Widersinnige seiner Zeit. Erhardt wollte erst mal Marktwirtschaft und Wirtschaften… Mehr

Die Forderung nach einer „Politik des Maßhaltens“ ist lebensfremd. Das kann man wunderschön bei unseren amerikanischen Freunden beobachten, wo in schöner Regelmäßigkeit die sog. „Schuldenobergrenze“ erhöht wird.

Der Staat muss in ein System gezwängt werden, das ein Maßhalten erzwingt. Wie genau, dazu empfehle ich eine eigene Beitragsreihe auf TE. Stichworte sind Geldsystem, Rechnungslegung des Staates, Haftung der Parlamentarier, direkte Demokratie, Stärkung der Aufsichtsorgane etc.

Es wird doch immer klarer, dass die Welt durch die Hochfinanz in ein historisch einmaliges Desaster gelenkt wird. Mit Absicht, Planung, System und Durchhaltevermögen. Alles andere lässt sich durch die Fakten nicht mehr decken.

Mit einer vernünftigen, nicht nur der Spekulation dienenden, Kryptowährung, könnte man den gierigen Staat und die Zentralbanken entmachten, aber solange man nicht weiß, welche Höhen das Bitcoin morgen erklimmt, wird wohl kaum jemand damit Schnürsenkel kaufen wollen.

Es wäre allerdings an der Zeit, diesen so genannten Mächtigen, das Heft aus der Hand zunehmen.

„Das Wissen, dass man sich nicht alles leisten kann, scheint in manchen Kreisen auszusterben.“ Klasse Satz. Genau wie Sie es oben beschreiben, lief der Prozess in der DDR ab. In der DDR unter Walter Ulbricht, den ich hiermit nicht loben möchte, war die Vorgabe die verfügbaren Mittel überwiegend in die Industrie und die Infrastruktur zu investieren. Honecker schwenkte auf Konsum um. Über einen gewissen Zeitraum konnte er damit die „Wähler“ bei Laune halten. Die Folge, Verfall der Infrastruktur und der produzierenden Firmen verbunden mit einer flächendeckenden Umweltzerstörung. Der Irrweg Großbritanniens mit den entsprechenden Folgen, wir brauchen keine Industrie mehr, wir… Mehr

Die Engländer haben den Satz, „Geld ist Macht“, zu ernst genommen und dabei glatt vergessen, das zunehmend wertloser werdendes Geld das Gegenteil von Macht ist. Die Idee, ihr habt die schmutzigen Finder und wir haben das Geld, erweist sich als kolossaler Unsinn.

England ist durch Drogenhandel (BEIC) und unfairen kolonialen Tausch groß geworden. Raubtierkapitalismus a la Cecil Rhodes und anderer. Auslösung von Kriegen und anschließender Plünderung der Besiegten, wie im Falle von Versailles.