Die Zukunft der Parteien in Deutschland

Gastautor Bryan Hayes gehört nicht zum polit-medialen Komplex, sondern ist einer der vielen an der res publica hoch Interessierten und gut Informierten. In fünf Teilen legt er seine Sicht umfassend dar, hier der erste.

Wer verkuppelt sich mit wem?

Politische Parteien spielen seit mehr als 100 Jahren eine zentrale Rolle, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Seit einigen Jahren aber sind Unruhe und Dynamik in bisher eher stabile Parteienlandschaften gekommen. Aber warum? Und was kommt nun? Ganz neue Parteien? Der Durchmarsch der AfD? Die Fusion der Linksparteien zu einer neuen Einheitspartei?

Die Frage nach der Zukunft der Parteienlandschaft, weltweit, natürlich auch besonders in Deutschland, bewegt zu Recht viele Menschen. Denn Parteien sind nach wie vor die Player mit der größten Macht, sie sitzen direkt an den Schalthebeln dieser in den Parlamenten und Regierungen.

Um Ihre Zukunft einzuschätzen, bedarf es einer fundierten Analyse ihrer Determinanten, der Grundursachen, der Grundtrends, der Grundantriebe. Und der Analyse ihrer aktuellen Situation, ihrer Schlüsselpersonen, ihrer personellen Zusammensetzung, ihrer Botschaften, ihrer Wählerschaft. Zuerst das Grundlegende:

Die Rolle der menschlichen Natur

Menschen haben sich schon immer zusammengeschlossen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. In den freiheitlichen Gesellschaften sind solche Zusammenschlüsse daher auch fundamental geschützt, solange sie nicht dazu dienen, die freiheitliche Ordnung zu stürzen.

Implizit folgt daraus, dass es nicht nur aus formalen Gründen, sondern letztlich aufgrund der menschlichen Natur immer politische Vereinigungen, ggf. auch expliziter in Form von Parteien geben wird, solange dies nicht durch massive Gewalt unterdrückt wird; allen Gedankenspielereien, die in eine andere Richtung gehen (z.B. Demokratie nur noch per Mausklick), kann man also getrost eine Absage erteilen.

Eine weitere Grundkonstante menschlichen Verhaltens ist die Abneigung der meisten Menschen, sich wirklich mit den Öffentlichen Angelegenheiten zu befassen, sich zu informieren, sich selbst Gedanken zu machen, wirklich zu debattieren etc.; im Ergebnis führt dieser Umstand zu einem soziologischen Herdenverhalten, viele verhalten sich so, wie die Menschen in ihrer Umgebung, andere so wie die Menschen, denen sie vertrauen.

Die Hebel der Macht 4
Parteienstaat und Staatsparteien: Systemwechsel nötig
Viele, die sich mehr mit politischen Themen befassen, tun dies häufig mit einer egoistischen Zielsetzung, häufig verbrämt oder rationalisiert mit anderen, angeblichen Motiven (ein lesenswertes Buch zu diesem Thema ist „Hidden Agenda of the Political Mind: How Self-Interest Shapes our Opinions and Why We Won’t Admit it“ von Jason Weeden und‎ Robert Kurzban). Genau genommen ist die Zielsetzung dabei häufig nicht wirklich eigeninteressenorientiert, sondern auf etwas orientiert, was die Menschen dafür halten; sie glauben bestimmten, angeblichen Wirkungszusammenhängen, die gar nicht oder zumindest auf mittlere Sicht nicht zutreffen (ein Beispiel hierfür ist Protektionismus, eine Wählerin z.B. mag glauben, dass dieser ihr nützt und ganz kurzfristig mag das so sein, aber mittelfristig verliert sie vielleicht ihren Job, weil ihr Arbeitgeber aufgrund verminderten Konkurrenzdrucks nicht innovativ genug sein wird und dann Pleite geht).

Die wenigsten analysieren nämlich, was eine bestimmte Politik wirklich für sie und andere bedeutet, sondern glauben plausibel erscheinenden „Erklärungen“, über die sich echte Analytiker nur wundern können. Damit sind wir bei einer weiteren Determinante politischen Verhaltens, der Leichtgläubigkeit, der Neigung, auf Propaganda hereinzufallen.

Ein weiterer, zentraler Punkt, der von maßgeblicher Bedeutung ist, und hier kommen allmählich die Parteien wieder mit ins Spiel, ist die beschränkte Verarbeitungskapazität des Gehirns bzw. die Faulheit bzw. die Kürze der Tage. Wer befasst sich schon mit 57 verschiedenen politischen Konzepten, wer recherchiert, was historisch oder in anderen Ländern bzgl. eines Themas schon gemacht worden ist oder gemacht wird? Wer kennt 482 Schlüsselpolitiker im Detail? De facto konzentrieren sich die meisten Menschen auf einige wenige Konzepte und Personen, so wie bei vielen anderen Themenkreisen auch, z.B. Smart-Phone-Marken oder Automarken.

Die Bedeutung von Marken

Damit erhalten Marken bzw. Personen oder politische Konzepte als Quasimarken eine besondere, sehr herausgehobene Rolle. Solche Marken aufzubauen, erfordert einen langjährigen, großen Aufwand oder zumindest einen immensen Aufwand (siehe dazu Macron in Frankreich, aber auch er war vorher kein Unbekannter in der Politik). Dieser Umstand wird immer markenartige, politische Vereine, Medien, Parteien oder Politiker gegenüber allen anderen Playern, z.B. (anonymen) Bloggern, Leserkommentatoren etc. begünstigen. Man lasse sich an dieser Stelle nicht täuschen von anscheinend „aus dem Nichts“ kommenden, „viralen“ Ideen, Forderungen, „neuen“ Playern; forscht man nach, wird man feststellen, dass meist langjährige, wohlorganisierte Aktivisten und Organisationen hinter solchen „Phänomenen“, „neuen Gesichtern“ etc. stecken.

Die Rolle der Sprache

Unter demokratischen und im Kern egalitären Bedingungen wird die Sprache bei politischen Themen immer eine sehr zentrale Rolle spielen. Sie ist das Hauptmedium, egal ob mündlich oder in Schriftform. Da die meisten Menschen im Wesentlichen nur eine Sprache gut sprechen können, werden sie auch nur die Botschaften dieser Sprache hören oder lesen und verstehen. Dieser Umstand erklärt nicht nur, warum die Grenzen vieler heutiger Staaten entlang von Sprachgrenzen liegen, sondern auch teilweise, warum es z.T. eine Disparität zwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen gibt. Existiert in einer Bevölkerung nämlich ein Teil, der auch andere Sprachen gut beherrscht, kann es sein, dass er sich auch von politischen Ideen beeinflussen lässt, die maßgeblich in dieser anderen Sprache verbreitet werden (was häufig gleichbedeutend mit dem Ausland ist).

Im Westen ist Englisch häufig diese zweite Sprache. Da Akademiker meist besseres Englisch sprechen als der Durchschnitt der Bevölkerung, lassen sie sich auch eher von Ideen beeinflussen, die im englischen Sprachraum aktuell sind.

Sprache, Funktionäre und „Linke“

Aufgrund der hohen Bedeutung der Sprache in politischen Kontexten sind Menschen im Vorteil, die sprachorientiert (sprachaffin) sind. Sind sie gleichzeitig machtorientiert, besteht eine große Neigung, diese Fähigkeiten einzusetzen / auszunutzen, um ein (gutes) Einkommen im Kontext der Politik zu erzielen.

Ein Großteil solcher Personen betreibt eine Politik, die auf eine Stärkung der eigenen Position und die ähnlich strukturierter Personen sowie entsprechender Organisationen hinausläuft. In der Praxis und auf Dauer läuft dies darauf hinaus, dass diese Personen Funktionäre werden bzw. Funktionärspositionen anstreben, dazu zählen auch explizit Verwaltungsposten, z.B. Ministerposten, und politische Mandate. D.h., es sind nicht z.B. Angestellte oder Unternehmer, die dann als Bürger zeitweise oder in Teilzeit ein politisches Amt oder Mandat anstreben, sondern das Ziel ist es, auf Dauer Machtpositionen, genauer: Obrigkeitspositionen, zu bekleiden, abgekoppelt vom Sein als Bürger. Es geht darum, gut von der Politik zu leben, z.T. auch, sich selbst zu inszenieren, auf der „Bühne“ zu stehen (die politische Bühne ist die größte von allen Bühnen), zu belehren, Menschen zu maßregeln, ihnen Befehle zu erteilen usw.

Ein großer Teil dieser Personen bezeichnet sich selbst als „links“; aber es gibt auch andere, vor allem solche, die zwar nach außen hin sich sogar explizit von „Linken“ absetzen, in Wirklichkeit aber genauso die Funktionärsherrschaft ausbauen (wollen). Denn genau dies ist das Ziel und das Ergebnis des Handelns dieses Personenkreises, eine Einteilung der Bevölkerung in eine Obrigkeit (sie selbst, die Funktionäre) und in die Untertanen. Als Sprachorientierte sind sie aber geschickt darin, diese Zusammenhänge zu verschleiern.

Die hohe und gezielte Vergrößerung der Anzahl von Funktionärsposten hat aber auch eine von den Sprachorientierten an sich unbeabsichtigte Folge: Das Anstreben dieser Posten von verwaltungsorientierten Personen, diese werden ebenfalls wie magisch von diesen vielen Stellen angezogen und ihre Stetigkeit und Zielstrebigkeit („Postenergattung by Sitzfleisch“) helfen ihnen dabei. Im Ergebnis wird ein Großteil dieser Funktionärsposten teils von Sprachorientierten, teils von Verwaltungsorientierten besetzt.

Da der größte Teil dieser Personen sich selbst als „links“ einordnet oder sich zumindest „linken“ Positionen verbunden fühlt, kann man diese Verhaltensweisen und Ziele als „links“ bezeichnen. Die fünf zentralen Bedeutungen von „links“ sind also „sprachorientiert“, „verwaltungsorientiert“, „machtgierig“, „von der Politik leben“ und das Anstreben bzw. Ausbauen der Funktionärsherrschaft.

Medien und „Linke“

Da Medienmenschen naturgemäß auch sprachorientiert sind, fühlen sie sich sprachorientierten Politikern (von denen die meisten sich als „links“ einordnen, s.o.) geistig näher, sie haben oft ähnliche Lebensläufe, haben Ähnliches studiert etc. Sie haben daher eher „einen Draht zueinander“ als z.B. zu eher naturwissenschaftlich, zahlenorientierten oder gar unternehmerischen Menschen. Dieser Umstand erklärt, warum viele Medienleute „linke“ Politik tendenziell eher unterstützen (obwohl diese ihnen persönlich durchaus auch schaden mag).

Medien

Medien als Player haben aber noch andere Facetten, z.B. wollen sie jede (weitere) Konkurrenz vermeiden. Aber ihre Auflage oder die Einschaltquoten profitieren auch von lebendiger Debatte, geistigen Ringkämpfen (z.B. Talkshows) etc., was sie geneigt macht, verschiedenen politischen Playern eine Bühne zu geben.

Von zentralerer Bedeutung aber sind die Investitionen, die Medien und Medienleute in ihre Kontakte zur Politik getätigt haben, häufig über viele Jahre. Diese Kontakte ermöglichen Interviews, Vorabinformationen und, last, but not least, auch ein Gefühl von Wichtigkeit, wenn man mit „wichtigen“ Politikern sprechen darf. Besteht die Gefahr, dass andere, neue politische Player diejenigen verdrängen, zu denen man gute Kontakte hat, gibt es eine erhebliche Neigung, lieber die altbewährten zu stützen und die neuen Konkurrenten niederzuschreiben, zu ignorieren, zu benachteiligen.

Helds Ausblick 4-2018
Das Kartell Parteienstaat lässt dem Parlament keine Chance
Da die meisten Menschen einen Großteil ihrer Informationen über Politik durch die mittleren und größeren Medien beziehen, haben diese einen immensen Einfluss. Genaugenommen einen größeren Einfluss als die Politiker, denn die Psychogramme dieser beiden Gruppen (Politiker und Medienmenschen) unterscheiden sich doch in mindestens einem Schlüsselpunkt: Politiker sind eher machtgierig und verwaltungsorientiert (auch vorsichtiger, da sie im Zweifel liefern müssen), Medienleute eher vorlaut und tendenziell geltungssüchtig. Letzteres führt dazu, dass sie eher Meinungen verkünden, (Schein-)Debatten eher vorantreiben, eher neue Themen aufgreifen etc., während Politiker abwartender sind und eher auf die veröffentlichte Meinung reagieren und zwar durch Hinterherlaufen.

Medienleuten wird oft vorgeworfen, sich Politiker-hörig zu verhalten; das stimmt auch teilweise, aber in noch viel größerem Maße ist es umgekehrt, gerade in Deutschland treiben die Medienleute die Politiker der bisher etablierten Parteien in einem sehr hohem Maße vor sich her. Ein Shitstorm in einem großen Medium ist für die meisten Politiker (in ihrer Eigenwahrnehmung) viel dramatischer als der Verlust von z.B. 30% der bisherigen Stimmen.

Derartiges ist nur in Ländern möglich, die eine de facto synchronisierte Medienlandschaft haben, wie das in Deutschland der Fall ist. Hier meine Einschätzung des Maßes der Linksgerichtetheit (der Funktionärsorientiertheit) von diversen deutschsprachigen Medien:

  • Neues Deutschland (95%)
  • taz (90%)
  • Süddeutsche Zeitung (80%)
  • Spiegel (75%)
  • Zeit (75%)
  • Hamburger Morgenpost (75%)
  • Frankfurter Rundschau (70%)
  • Öffentlicher Rundfunk (ÖR) (ARD, ZDF etc.) (65%)
  • Focus (55%)
  • Welt (50%)
  • Cicero (40%)
  • FAZ (35%)
  • NZZ (Neue Zürcher Zeitung, Schweiz) (10%)
  • Novo Argumente (7%)
  • Tichys Einblick (5%)
  • Eigentümlich frei (0%)

Ein Großteil der sonstigen Zeitungen sind zwischen 40% und 70% einzustufen. Ab ca. 20% kann von einem Linksmedium gesprochen werden. Fast 100% der mittleren und größeren Medien in Deutschland sind also linksgerichtet bis linksradikal.

(Als kurze Zwischenanmerkung ist zu konstatieren, dass eine Wende weg von linker Politik nicht ohne massive Neugründungen von reichweitenstarken nicht-linken Medien erreichbar sein wird.)

Rote Linien

Für die meisten Menschen spielen bestimmte Fragestellungen eine besonders wichtige Rolle bei Wahlen, die sog. roten Linien, Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Parteien, die diese Grenzen überschreiten, machen diese unwählbar. Diese roten Linien sind für jeden Menschen im Zweifelsfall verschieden, hier eine Auswahl:

  • keine Steuererhöhungen
  • Steuererhöhungen
  • Beleidigende / Diffamierende Rhetorik / Programmatik
  • Ethnische/Völkische Rhetorik / Programmatik
  • Keine Unternehmerfeindlichkeit
  • Befürwortung von Abtreibung
  • Keine Befürwortung von Abtreibung
  • Keine Zielsetzung der Zwangsvereinheitlichung aller Menschen

In Bezug auf die AfD kann bereits hier angemerkt werden, dass der 3. Punkt bzgl. der Rhetorik und der 4. Punkt von entscheidender Bedeutung sind. Sie limitieren das Wählerpotenzial um min. ca. 30%-Punkte und gefährden den Bestand der Partei, sobald eine ernsthafte Konkurrenz auf der Bildfläche erscheint, die diese roten Linien nicht überschreitet.

Ideologie vs. Professionalität und Ordnung

In der Vergangenheit wurden verschiedene Themen eher ideologie-orientiert betrachtet, verschiedene Parteien haben sich klar unterschiedlich positioniert. Dies ist über die letzten Jahrzehnte aber zunehmend weniger wichtig geworden, die Parteien haben sich hierbei zumindest teilweise angenähert, verschiedene Teile der Bevölkerung ebenfalls, z.B. bzgl. der Umweltthematik.

Nach Grünen und PDS die AfD
Der Parteienstaat absorbiert ein weiteres Mitglied
Damit aber rückt die Frage nach der professionellen Handhabung der Öffentlichen Angelegenheiten in den Vordergrund, die meisten dieser Themen müssen im Kern nämlich schlicht und ergreifend professionell, gut und günstig organisiert und verwaltet werden, z.B. der Straßenbau. Eine Teilfacette hierbei ist die Frage nach der guten Ordnung, werden also z.B. Verbrecher bestraft oder umgekehrt sogar belohnt? Werden Lügen belohnt oder bestraft? Wird Gleiches gleich behandelt? Oder sind manche, insbes. Politiker, gleicher? Gibt es Selbstbedienung in politischen Ämtern? Werden die Bürger korrekt informiert? Usw. usw.

Im Prinzip könnten also Parteien hiermit punkten, denn große Teile der Bevölkerung wollen eigentlich nur, dass diese Themen in guten Händen sind und ansonsten damit in Ruhe gelassen werden. In der Praxis sieht das aufgrund der Persönlichkeitseigenschaften der Schlüsselplayer und der Medienplayer oft anders aus. Tendenziell verlieren werden Parteien (insbes. die SPD), die diesen Grundtrend nicht erkannt haben und immer noch glauben, dass alte Kämpfe immer noch und immer noch auf die gleiche Weise geschlagen werden müssen (Und täglich grüßt das Murmeltier).

Linksidentitäre Politik

Seit vielen Jahrzehnten schon haben „linke“ Parteien versucht, immer neue (Wähler-)Gruppen zu identifizieren und zwar indem sie angeblich oder tatsächlich Benachteiligte / Opfer ausfindig gemacht haben oder sich mit entsprechenden Gruppen verbündet haben. Die Personen dieser Gruppen werden dabei (im Extremfall) auf ein einziges Merkmal reduziert, auf eine einzige Identität (z.B. „Frau“, „Umweltopfer“, „Migrant“, „Lesbe“). Diese Identitäten werden dann überhöht, bis hin zur Vergötzung; jede Kritik daran wird hart verfolgt.

Im Ergebnis sind linke Parteien häufig eher eine Art loses Bündnis aus lauter separaten Gruppen, die bei genauer Betrachtung z.T. unvereinbare Ziele haben (z.B. Joberhalt in der Kohleindustrie vs. radikale Dekarbonisierung).

Diese Parteien haben in der Folge häufig zwei Probleme: Zum einen kommen ihnen bestimmte Wähler abhanden, entweder weil einige Ziele erreicht wurden, oder weil die Wähler sich von der sonstigen Politik dieser Parteien abgestoßen fühlen (welche Selbstständige z.B. fühlt sich schon bei linken Parteien gut aufgehoben?) und zum anderen verprellen sie häufig ihre größten Stammwählerschaftsgruppen, die Arbeiter, Gering- und Mittelverdiener. Vor lauter, z.T. durchideologisierter, Umarmung der anderen Kleingruppen, die den Stammwählern zudem teilweise feindlich ggü. stehen, sie z.T. verachten, werden die historischen Kernwählerschaften verprellt. Ist eine solche Partei von diesen Kleingruppen auf der Führungsebene übernommen worden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie massiv Stimmen verlieren oder sogar untergehen wird.

(Eine Buchempfehlung zum Thema ist „The Once and Future Liberal: After Identity Politics“ von Mark Lilla (der sich selbst als „links“ einordnet)).

Der Nazivorwurf

In Deutschland spielt die Zeit des Nationalsozialismus (nebenbei: man beachte den 2. Teil des Wortes) nach wie vor eine signifikante Rolle. Jegliche Verharmlosung, jegliches Aufgreifen einer ähnlichen Rhetorik oder Ideologie wird sofort bemerkt und mindestens kritisch betrachtet, meist verfemt und hart bekämpft.

Da allerdings alle diejenigen, die noch im juristischen Sinne als Täter in Frage kommen, mittlerweile 87 Jahre alt oder älter sind, wird diese Zeit und all ihre Verbrechen zunehmend mehr als eine historische betrachtet, so, wie das bereits bzgl. der 1. Weltkrieges oder gar der Reichsgründung der Fall ist.

In Kombination mit der immer aggressiveren, z.T. maßlosen, Steigerung der Vorwürfe, dies oder jenes sei „Nazi“-mäßig etc. von Seiten Linksradikaler im Laufe der letzten Jahre, greift dieser Vorwurf zunehmend weniger, immer weniger Personen lassen sich davon beeinflussen. Vor allem dann nicht, wenn der Vorwurf sachlich nicht zutrifft, sondern z.B. lediglich bestimmte Dinge gefordert oder getan werden, die in fast allen anderen Ländern üblich sind.

Die Gefahr dabei ist, dass eventuelle, berechtigte Vorwürfe dann u.U. untergehen.

Die implizite Wirkung der immer geringeren Wirkung dieses Vorwurfs ist, dass politische Forderungen und Programme, die Aspekte aufgreifen, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt oder missbraucht wurden, und die daher die letzten Jahrzehnte über verfemt wurden, eine immer größere Bedeutung erlangen werden; im Laufe der Zeit in etwa das Gewicht, welches sie in den meisten Ländern der Welt haben. Verstärkt und beschleunigt wird dieser Trend durch die stetige Veränderung der Zusammensetzung der Bevölkerung aufgrund der Einwanderung, denn die Einwanderer bringen auch ihre Vorstellungen bzgl. dieser Fragen mit und beeinflussen mit ihren Einstellungen auch diejenigen „die schon länger hier sind“; und diese Einstellungen sind so, wie eben in den meisten Ländern der Welt, und nicht so wie in Deutschland die letzten Jahrzehnte.

Da es sich hierbei um einen zwangsläufigen, langfristigen Trend handelt, der sehr fundamental begründet ist, u.a. in der menschlichen Natur, werden tendenziell die Parteien profitieren, die synchron zum Trend agieren und diejenigen verlieren, die versuchen, sich dagegen zu stellen.

Bryan Hayes ist als Softwarearchitekt in der IT-Branche tätig.

Das Thema wird in fünf Teilen dargestellt:

 

Unterstützung
oder

Kommentare ( 67 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Erst einmal danke für die klare, möglichst unverwissenschaftlichte Sprache des Artikels. Im Gegensatz zu einigen meiner Mitkommentatoren halte ich die Analyse der linksorientierten Politiker und Medien für ziemlich gelungen. Auch die Beurteilung der Bevölkerung kommt m.E. den tatsächlichen Gegebenheiten sehr nah. Noch einfacher heruntergebrochen – der Mensch ist meistens ein Herdentier und sucht Anschluß. Die „Herde“ ist nicht besonders fleißig wenn es darum geht, sich zu informieren oder engagieren, dass begrenzt man dort auf das kleinste, notwendige Pensum. Geht es der Herde noch einigermaßen gut, wird die Beeinflussung durch die Herdenführer sehr lange funktionieren, ganz egal, was diese vorgeben und… Mehr

Ja. Ich stimme Ihnen teilweise zu.

Aber der Grad oder die Bereitschaft zu „Engagement“ hat wohl auch etwas mit dem Abwägen von „Aufwand“ und „Ertrag“ zu tun.

Beispiel:
Die Apotheker setzen sich für ein Verbot des online-Versands bei verschreibungspflichtigen Medikamenten ein. Der Aufwand ist vergleichsweise gering. Weil sie sehr gut politisch vernetzt sind, können sie wahrscheinlich leicht ihr Ziel erreichen. Der wirtschaftliche Vorteil ist riesig.

Der normale Arbeitnehmer hat kaum eine Chance seine hohen Abgaben zu verringern, er hat keine Möglichkeit die Festsetzungen zu seiner Rente zu beeinflussen. Er wird sich daher in diesem Bereich kaum engagieren.

Hallo Herr Vertter, Sie schreiben „Der normale Arbeitnehmer hat kaum eine Chance seine hohen Abgaben zu verringern, er hat keine Möglichkeit die Festsetzungen zu seiner Rente zu beeinflussen. Er wird sich daher in diesem Bereich kaum engagieren.“ Da haben Sie vollkommen Recht. Es wäre meines Erachtens gerade die Aufgabe einer sich als „links“ bezeichnenden Partei, solche offensichtlichen Ungerechtigkeiten zu identifizieren und sich für deren Beseitigung einzusetzen – natürlich ohne die Grundlagen dessen, was verteilt werden kann, abzuschaffen. Die Sozialdemokratischen Parteien dieser Welt sind mit solchen Ansätzen einst zu „Volksparteien“ geworden. Und die „C“-Parteien verdankten ihren einstigen Status als „Volkspartei“ ebenfalls… Mehr

Es geht immer um Herrschaft…….ein Gruppe, Person…will an die Macht….und anderen ihren Willen aufzwingen. Und das ist es völlig schnurz ob Liberale, Konservative, Kommunisten…..wichtig ist für mich das Politik für alle gemacht wird….aber das lässt der Finanzkapitalismus anno 2018 nicht mehr zu.

Erstmal müssen die Neoliberalen……anfangen zu anylisieren warum sie den Karren an die Wand gefahren haben….? Geht ebend doch nicht gut…..immer nur nach oben zu verteilen…..1980 – hatten wir 200 Millardäre, 2018 haben wir 2000 Millardäre…..der Witz ist aber das sich 10% von denen als halbe Kommunisten sehen.

Thema Protektionismus: wenn man keinen Protektionismus betreibt hat man zwar billige Produkte die man einkaufen kann aber mittelfristig ist der Job weg weil die Produktion ins Ausland verlagert wird.

Hab einfach mal was postuliert. So wie der Autor.

Hier geht es nicht um rechts links, Wirtschaft oder Parteien, es geht um Deutschland.

Also bitte hören Sie mit Ihren akademischen Erklärungsversuchen auf, die sowieso falsch sind.

Die Kommentarfunktion bietet nicht den Rahmen, auf einen Artikel im eigentlich nötigen Umfang und hinreichender Tiefe antworten zu können. Schon deshalb ist mein Kommentar auf eine willkürliche Auswahl des im Artikel Dargebotenen und zuspitzende Anmerkungen beschränkt: „Menschen haben sich schon immer zusammengeschlossen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.“ Stimmt das denn in der formulierten Verallgemeinerung überhaupt? Waren Zusammenschlüsse z.B. in dörflichen Gemeinschaften nicht eher aus Notwendigkeiten geboren, welche die Lebensumstände nahelegten? Gab es wirklich „immer“ die dem Zusammenschluß vorhergehende –intellektuelle- Definition „gemeinsamer Ziele“? „ In den freiheitlichen Gesellschaften sind solche Zusammenschlüsse daher auch fundamental geschützt, solange sie nicht dazu dienen, die… Mehr

Ich finde Vieles in Ihrem Kommentar für bedenkenswert und richtig.

Im Moment der beste Kommentar zum Artikel. Danke!

Eine Gesamtbehandlung des Thema Öffentliche Angelegenheiten (res publica), der Player, der Ideen, der Geschichte etc. würde min. 10.000 Seiten erfordern. Der Artikel befasst sich nur mit einem kleinen Auszug daraus und das auf 26 Seiten (von denen der 1. Teil nur ein paar Seiten sind). Es ist also in der Tat vollständig unmöglich, auch nur ansatzweise alles tiefgründig und umfassend zu behandeln. (Tut mir leid…) Vereinigungen müssen nicht notwendigerweise vorher explizit diskutiert werden, mit explizit ausformulierten Zielen versehen sein, bevor man sie explizit gründet etc., sie können sich auch evolutionär entwickelt haben, wie z.B. Dorfgemeinschaften vor 5000 Jahren. In Freiheitlichen… Mehr

Respekt.

Danke, für Ihren bemerkenswerten und anregenden Kommentar. Churchill: „Die Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – mit der alleinigen Ausnahme aller anderen.“ Soll heißen – es gibt keine gute Regierungsform. Die Möglichkeit, die Regierung ohne Gewalt abzusetzten, ist das Wichtigste an der Demokratie. Dies war offenbar nicht möglich und kann sich auf Grund des Proporz-Wahlrechts immer wiederholen. Sicher hat auch das Mehrheitswahlrecht Schwächen, es ist aber eindeutiger. Darüberhinaus vermeidet es den Kadavergehorsam gegenüber einer Partei, da diese beim Mehrheitswahlrecht nicht die übergeordnete Rolle spielt. Sie haben zahlreiche Schwächen treffend beschrieben. Ich schlage vor, dass wir über eine sehr wesentliche Schwäche… Mehr
Ich greife mal eine Ihrer Fragen heraus, weil sie wesentlich für die Bürger/Wähler ist: „Werden die Bürger korrekt informiert?“ Werden sie zeitig, nüchtern und inhaltlich ausreichend informiert, um sich selbst ein wahrheitsgetreues Bild machen zu können – selbst dann, wenn ein Projekt noch nicht zu umfassender Entscheidung gebracht wurde? Gerade an diesem Punkt fehlt sehr, sehr viel Verantwortungsbewusstsein bei Politikern. Es scheint so, als ob belanglose Gegenargumente zu dieser Informationspflicht, diese vernachlässigt und ausgehöhlt haben. Hinzu kommt in den vielen letzten Jahren eine merkwürdige Neigung, den reinen Unterhaltungswert mehr zu bedienen, als nüchterne, objektive Sachverhalte darzulegen. Und hier sind auch… Mehr
„Da der größte Teil der Personen sich als „links“ einordnet oder zumindest „linken“ Positionen verbunden fühlt, kann man diese Verhaltensweisen und Ziele als „links“ bezeichnen. Die zentralen fünf Bedeutungen von „links“ sind also „sprachorientiert“ ,“ verwaltungsorientiert“,“ machtgierig“,“ von der Politik leben“ und das Anstreben bzw. Ausbauen der Funktionärsherrschaft.“ Diesen Ausführungen kann ich nicht folgen! Sind „rechte“ oder „liberale“ nicht sprach- und verwaltungsorientiert, machtgierig und wollen nicht von der Politik leben? Ist es nicht immer irgendwann das Ziel aller amtierenden Politiker, die Funktionärsherrschaft zu installieren, da sie nur so ihre materielle Existenz und die Macht behalten können? Gerade heutzutage, wo die… Mehr

Sehr berechtigte Anmerkungen !

In vielen Organisationen und Personen steckt auch sehr viel „links“ gemäß meiner Definition drin. Ich gehe in den weiteren Folgen des Artikels noch darauf ein. Der Punkt ist hier folgender: Es gibt im Kern 3 Arten, sein Einkommen zu verdienen: a) Durch Arbeit (der bürgerliche Weg), b) durch Gewalt/Raub und c) durch Schwätzen/Überreden (der links-Weg). Verknüpft sich dies mit Machtgier, so kommt im Extremfall folgendes dabei heraus: a) Oligarchie von Wirtschaftsleuten (Hanse, Venedig; sehr selten; Gesetzgebung wird missbraucht, um sich Monopole/Oligopole zu verschaffen), b) (Militär-)Diktatur und c) Funktionärsdiktatur. Die Machtgierigen werden in der Tat im Laufe ihrer Herrschaft diverse, zum… Mehr
Danke für Ihre Antwort! Aber mein Grundproblem Ihrer Definition von „links“, die ich als Zitat oben angeführt habe, ist auch durch Ihre Antwort nicht geklärt. Ich verstehe Ihr politische Zuordnung von „links“ so, dass zu den fünf zentralen Bedeutungen Ihrer Definition von „links“ noch die persönliche Zuordnung als „links“ kommen muss, damit es dann auch „links“ ist. Wenn nun neben den fünf zentralen Bedeutungen die persönliche Zuordnung aber „rechts“ oder „liberal“ ist, ist Ihre Definition „links“ schwerlich zu halten. Mir fehlt einfach eine Definition von dem, was Sie unter politisch linker Einstellung verstehen, denn die von Ihnen benannten zentralen Bedeutungen… Mehr
@Gerigk: Meine obige „Definition“ von „links“ kommt letztlich durch eine Analyse zustande, was Personen tatsächlich (politisch) tun bzw. welche Persönlichkeitsmerkmale sie haben, die sich selbst als „links“ bezeichnen oder die von vielen Personen, die sich selbst als „links“ bezeichnen, als „links“ eingestuft werden. Es kommt dabei nicht darauf an, was sie sagen, nur, was sie tun. Um das ganze Linksphänomen in einem Buch zu beschreiben, bräuchte man min. 1000 Seiten. U.a. gibt es sehr wohl verschiedene Untergruppen von Leuten, die sich als „links“ einordnen, ich habe mich hier auf die Kerngruppe der machtgierigen Linken konzentriert. Auch gibt es vor allem… Mehr
„Die wenigsten analysieren nämlich, was eine bestimmte Politik wirklich für sie und andere bedeutet, sondern glauben plausibel erscheinenden „Erklärungen“, über die sich echte Analytiker nur wundern können.“ Was sind echte Analytiker, finde ich die in der Politik? Ich liege am Strand und beobachte wie das Meerwasser sich zurückzieht. Dann weis ich – Tsunami – das Wasser kommt wieder. Und wenn ich jetzt nicht schnellstens „die Beine in die Hand nehme“, und möglichst viel entfernung und höhenmeter zum zurückkommendem Wasser erreiche, bezahle ich das Möglicherweise mit dem eigenen Leben. Saubere Analyse ergibt immer Ursache und deren Wirkung, samt möglicher Lösungsstränge. Wo… Mehr

„Welt (50%)“
Die Welt lässt sich in einem links-rechts-Schema nicht verorten. Hier handelt es sich in meinen Augen um Propagandawerkzeug der Krone. – Egal wer die gerade aufhat.

Die Welt, wie diverse andere Medien auch, publiziert einen Mix sehr unterschiedlicher Artikel, deren Linksgerichtetheit jeweils sehr unterschiedlich ist, von 0% bis 100%. Die 50%, die ich als Gesamtbewertung angesetzt habe, beruht darauf, dass ich implizit eine Art gewichtetes Mittel der ganzen Einzelbewertungen geschätzt habe und zwar über einen Zeitraum von 10+ Jahren, aber mit höhere Gewichtung der jüngeren Jahre. Zusätzlich wurden Artikel, die gegen die Freiheitliche Grundordnung und gegen die Bürger gerichtet sind (und das sind alle besonders linken Artikel), höher gewichtet, d.h., ein besonders linker Artikel mit einer Bewertung von z.B. 90% ergibt zusammen mit einem eher Bürger-orientierten… Mehr

Ein sehr interessanter Artikel. Ich sehe hier die Möglichkeit, eine unabhängige Analyse und Anleitung zu bekommen dafür, wie man vllt effektiv Politik machen könnte oder wenigstens diese effektiv beeinflussen könnte. Mit effektiv meine ich wie Herr Hayes richtig sagt, dass wir uns eigentlich nur eine einfache, klar geregelte und kostengünstige Verwaltung wünschen.
Ich bin auf die nächsten Folgen gespannt.
Vielen Dank.

Hayes‘ Ansatz ist bereits falsch, weshalb die meisten Folgerungen entweder in die falsche Richtung gehen oder Nebelkerzen zünden. Seine Aufassung über die Medien verdeutlicht einen seiner vielen Fehler und setzt sich bei den Parteien – insbesondere beim Beispiel Macron – fort. Es gibt eine Handvoll ultrareicher, ultramächtiger Menschen bzw. Familien, die sowohl die Medien als auch die Politik beherrschen. Wem gehören fast alle Medien in Deutschland? Bertelsmann und Springer. Wem gehört die „City of London“ oder die US Fed? Rothschild und einigen wenigen anderen. Wer hat Macron Geld und Macht verschafft (und möglicherweise die Wahl manipuliert)? Sein früherer Arbeitgeber Rotschild.… Mehr

Na ja, ihr Gebrabbel ist auch nicht besser, Herr Alleswisser.

Sehr richtig. Man muß die tieferen Zusammenhänge erkennen. Wer es nicht kennt, sollte sich als Aufwärmer unbedingt „die Anstalt“ vom 29.04.14 ansehen, als einmal ganz kurz ein oberflächlicher Teil des Netzwerkes aufgedeckt wurde. Wer zum inneren Kern vorstossen will, muß sich mit der Geschichte und die lange Vorgeschichte der FED und der beteiligten Bankhäuser sowie deren Firmenbeteiligungsgeflecht und welche sogenannte Denkfabriken wiederum von diesen finanziert werden beschäftigen. Zwischen allen Ebenen gibt es ein reges Personalkarussel in die Politik. Dann erscheint auch die Geschichte des letzten Jahrhunderts in einem ganz anderen Licht. Doch Vorsicht, es ist bequemer und gesünder in der… Mehr
Zu Ihrem Modell der politischen Realität könnte (und müsste) man ein ganzes Buch schreiben. Im Kern basiert es auf der archaischen „Idee“, dass alle Übel irgendeinen (personifizierten) Verursacher haben müssen. Manche Dinge / Übel aber beruhen aber auf ganz anderen Zusammenhängen, z.B. Modetrends, technologischen, klimatischen usw. Trends etc. Was wiederum die relative Bedeutung verschiedener Player angeht, so ist es natürlich nicht so, dass es da ein paar übermächtige Wirtschaftsplayer gibt, die im Hintergrund quasi alle Fäden ziehen. Sehr wohl gibt es von dort auch ein Agieren. Aber: Wer ist eigentlich wirklich am Drücker? Wer hat wirklich die Macht, die Macht… Mehr

Moin moin EinAlterWeißerMann,
Sehr schön die Vorhänge hinter den Vorhängen aufgezogen. Folgt man der Spur des Geldes im globalen „Deep State“, kommt man zu dem von Ihnen dargestellten Gesamtbild.
Das Puzzle fügt sich zusammen, die Puppenspieler und ihre Marionetten werden sichtbar.

Geld regiert die Welt

die oberen 10.000 bestimmen, wir leben in einer Fassadendemokratie……

Kürzer, prägnanter, wahrer kann man es kaum sagen.

Horst Seehofer – Diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt, und die, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden… darauf Hans-Olaf Henkel: Und das ist auch gut so.

Zustimmung und weiterführende Ergänzung:
https://www.rubikon.news/artikel/der-kollaps-der-medien

Hochachtungsvoll
H.D.

Kurze Frage: Schließt das menschliche, allzu menschliche Verhalten des Strebens nach Macht die Möglichkeit von „ultramächtigen Familien“ in einem nicht gänzlich diktatorischen, also antievolutinären System, das wir nun trotz allem derzeit nicht haben, nicht a priori aus?

Die meisten Menschen verwechseln Zusammenhang, Plausibilität und Wahrscheinlichkeit. Eine einleuchtende Geschichte ist nicht automatisch wahrscheinlich. Deshalb darf die Wahrscheinlichkeit nicht durch Plausibilität ersetzt werden.

Verschwörungsopfer sind dazu nicht fähig, da wird dann auch schon mal die Energiewende zum reaktivierten Morgenthau-Plan, die Erde hohl oder flach und die Mondlandung und 9/11 zum Hollywood-Fake.