CO2-Steuer – auch auf Atemluft?

0,038 Prozent CO2 sind in der Luft; davon produziert die Natur 96 Prozent, »wir«, der Mensch, nur vier Prozent, also 0,00152 Prozent. Deutschlands Anteil an der Welt-CO2-Produktion: 3,1 Prozent. Es kann also 0,00004712 Prozent des CO2-Anteils beeinflussen.

Michele Tantussi - Pool/Getty Images
So viel Bauernfängerei in einem einzigen Satz kann heute fast nur noch aus Berlin kommen: Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die CO2-Steuer »sozial gerecht« machen. Von einer CO2-Steuer fabuliert Schulze bekanntlich schon seit langem. Wie ihr so läuft auch den meisten Umweltpolitikern das Wasser im Munde zusammen, wenn sie an Klima und CO2 denken. Die Propagandisten der Angst vor der menschenverursachten Klimakatastrophe schießen schon seit Jahrzehnten aus allen Rohren. Kein Tag in den Medien, an dem nicht »CO2 muss weg!« gebrüllt wird; mittlerweile glauben es die Meisten.

Über die richtige »CO2-Bepreisung« streiten sich die Klima-»Experten« schon seit langem. Zu viele Steuereinnahmen stehen auf dem Spiel, die bedenkenlos kassiert werden können. Das Schöne: Wer dagegen ist, verhält sich als »Klimaschädling« und kann entsprechend gebrandmarkt werden.

Jetzt will Schulze, dass Benzin und Diesel sowie Heizöl deutlich teurer werden, angeblich um »klimafreundliches Verhalten beim Autoverkehr und Heizen« zu belohnen. Schulze hat Gutachter beauftragt, die sagen sollten, wie recht sie hat. Die kamen von einem Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft und zeigen aufs Schönste, wie groß der öko-industrielle CO2-Komplex mittlerweile geworden ist.

Die schlagen vor, mit 35 Euro pro Tonne im Jahr 2020 anzufangen, dann eine Tonne CO2 um jeweils 14,50 Euro pro Jahr steigen zu lassen. 180 Euro würde dann im Jahre 2030 für eine Tonne CO2 bezahlt werden müssen. Die Bewohner eines Einfamilienhauses müßten dann fast 1.700 Euro zusätzlich bezahlen, wenn sie etwa 3.000 Liter pro Jahr verbrauchen und man drei Tonnen CO2 pro 1.000 Liter ansetzt.
Die SPD will also laufen, frieren und vor allem zahlen lassen gegen die »Klimakatastrophe«.

Schulze: »Die Politik kann einen CO2-Preis sozial gerecht gestalten.« Bedeutet: Der Steuerzahler soll nicht auch noch merken, wie ihm die vereinten CDU, SPD und Grünen immer noch mehr Geld aus der Tasche ziehen.

Doch Halt: Die Steuern sollen jetzt »Prämien« heißen, das soll nicht nach brutalem Griff in den Geldbeutel klingen. »Klimaprämie« klingt besser nach Belobigung. Und: Es sollten keine Mehreinnahmen für den Staat geschaffen werden, sagt die SPD-Frau tatsächlich. Der Staat solle nicht profitieren, die Einnahmen sollten wieder an die Bürger zurückgegeben werden. Im Durchschnitt bekomme ein Haushalt das zurück, was er eingezahlt habe.

Wie das? Nehmen, um wieder zurückzugeben? So viel Unsinn glaubt Schulze ihren Wählern um die Nase schmieren zu können?

Am meisten zahlen dürften vielfahrende Pendler, die ursprünglich zur Wählerschaft der SPD gehörten. Eine neue gewaltige Bürokratie und ein Überwachungssystem werden notwendig, um den CO2-Schwindel auszurechnen und das Geld einzutreiben.

Sozialdemokraten, Union und Grüne plündern Bürger weiter aus und greifen die Kleinen an. Vor allem Facharbeiter und Pendler dürften zur Kasse gebeten werden, bei denen ist noch was zu holen, die werden von höheren Benzinpreisen besonders betroffen.

Die melkende SPD auf dem Weg unter die Fünf-Prozent-Marke. Die hirnrissige Idee, das Klima zu schützen, soll immer weitere Abzockerei rechtfertigen. Den für Pflanzen lebensnotwendigen Rohstoff zu besteuern – das hat schon etwas. Ein Spurengas in der Atmosphäre (in einer Million Teilchen Luft knapp 400 Teile CO2) zu besteuern – das zeugt schon von fortgeschrittener Einfalt.

Der CO2-Anteil in der Luft solle reduziert werden, um der angeblich kommenden Klimakatastrophe zu entgehen. Die armen Pflanzen! Sie leiden jetzt schon an CO2-Not. Noch weniger bedeutet, dass keine Pflanze, kein Baum, kein Strauch mehr den wichtigsten Stoff für seine Ernährung und sein Wachstum zur Verfügung hat.

Schulzes nächste Schritte könnten sein: Die Besteuerung von Atemluft. Denn jeder Mensch stößt bei der Atmung etwa zwischen 370 Kilogramm CO2 pro Jahr aus. Das sind rund 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, die 80 Millionen hierzulande produzieren. Ein schönes Potential für weitere „Klimaprämien“.

0,038 Prozent CO2 sind in der Luft; davon produziert allein die Natur 96 Prozent, »wir«, der Mensch, nur vier Prozent, also 0,00152 Prozent. Deutschland soll nach allgemeiner Lesart einen Anteil an der Welt-CO2-Produktion von 3,1 Prozent haben. Bedeutet: Deutschland kann 0,00004712 Prozent des CO2-Anteils beeinflussen. Und jeder einzelne unserer zivilgesellschaftlichen Solidargemeinschaft ( 80 Millionen ) kann mit 0,00000000000589 Prozent gegen den Klimawandel kämpfen und zahlt dafür doch gern unter anderem 1.700 Euro im Jahr mehr. Das ist eine Aufwand-Nutzen Relation, gegen die die Wirtschaft im DDR-Sozialismus hoch effektiv war.


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Kommentare ( 173 )

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173 Kommentare auf "CO2-Steuer – auch auf Atemluft?"

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Da hilft nur eins: Die gesamte Bevölkerung muss komplett in die Sozialhilfe absteigen. Bezahlen werden das alle anderen Länder, schließlich haben die dann immer was zu lachen. Das wäre dann eine Unterhaltungsabgabe und würde gern bezahlt werden. Ganz Deutschland eine einzige Realityshow. Und die Mauer muss natürlich wieder drumrum.

Ceterum autem censeo CDUinem et Viridem delendam necesse est!

Deutschland hat die Klimaziele des Pariser Abkommens auch deswegen verfehlt weil wir unsere Atomkraftwerke abgeschaltet haben . Diese Politik hat die Bürger in Deutschland geschätzte 550 bis 600 Milliarden Euro gekostet . Jetzt sollen wir diese Fehlentwicklung ausgleichen indem wir mehr Steuern zahlen ? Wie viel kann ein Volk ertragen bis ausrastet ?

„Schulzes nächste Schritte könnten sein: Die Besteuerung von Atemluft- – – „ Sicher hat Frau Schulze schon einen Arbeitskreis auf den Weg gebracht , welcher sich mit der Verschmutzung der Luft durch Blähungen befasst. Nicht nur Kühe sondern auch Menschen müssten in das ganz große, wichtige Vorhaben mit einbezogen werden. Die SPD sollte sich beeilen, denn die Grünen haben sicher schon ein „schlüssiges „ Konzept.

Bohnenverbot!

Das mit den Prozenten begreifen doch die Allermeisten gar nicht. Mir jedenfalls fällt es schwer mir etwas wie 0,oo152% etwas vorzustellen. Ich mach das anschaulicher und sage, stelle dir einen Quader 1x1x1 m aus Wasser vor der aus 1000 Quadern 10x10x10 cm besteht also 1000 Liter. Das ist unsere komplette Atmosphäre. Davon nimmst du 780 Quader weg, das ist der Stickstoff. Dann nimmst du 210 Quader weg, das ist der Sauerstoff. Dann nimmst du…. und immer weiter so und am ende sage ich dann, hast du so eine kleine Pipette im Haus, um den verbleibenden Rest der Deutschlands Anteil darstellt,… Mehr

Zitat: Die Bewohner eines Einfamilienhauses müßten dann fast 1.700 Euro zusätzlich bezahlen, wenn sie etwa 3.000 Liter pro Jahr verbrauchen und man drei Tonnen CO2 pro 1.000 Liter ansetzt.
Wie können aus 1000 Liter Öl welches eine Dichte von 0,820–0,860 kg/l (15 °C) hat also ein Gewicht von 820 – 860 kg 3000kg CO2 werden? Wird da das Gewicht des O2 dazugezählt? Kann mich da jemand aufklären?

Was bei mir als altem, bösen, weißen Mann noch aus dem Chemieunterricht vor Äonen von Jahren erinnerlich ist: Kohlenstoffdioxid (CO2) hat die Molekülmasse: MR = 12 + (2 x 16) = 44. Das heißt, das CO2-Molkül hat mehr als die dreifache Masse des enthaltenen Kohlenstoffs. Heizöl Extra Leicht (HEL) besteht vereinfacht gesagt aus Kerosin und Gasöl, dies sind mittelkettige Kohlenwasserstoffe. Aus dem enthaltenen Wasserstoff wird bei Verbrennung Wasser (nomen est omen!) und dies fällt aus der Rechnung, durch sein geringes Molekulargewicht kann man den Wasserstoff vernachlässigen. Es stimmt also grob gerechnet: aus ca. 850 kg/1000 l Heizöl wird bei Verbrennung… Mehr
Manchmal lohnt sich der Blick über den großen Teich, jetzt ist er sogar unverzichtbar. Die US Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) hat der Welt erklärt, dass das Ende der Welt in 12 Jahren kommen wird. Dagegen hat sie ihren „Green New Deal“ in die Welt gebracht: keine Verbrennungsmotoren, keine Flugzeuge, keine Kühe und die Liste der Absurditäten geht noch weiter. Die Umsetzung des Plans zur CO2 Vermeidung kostet eine US Amerikanische Familie etwa US $ 60.000, jährlich? Aber so ist das mit den Sozialisten. Sie lügen und sind obendrein noch himmelbrunsdumm, wie der Chef des Stabes von AOC jetzt belegt hat.… Mehr

Ist das von den USA 1:1 auf hiesige Verhältnisse übertragbar?
Solche wie AOC (m/w/d) laufen hier und nicht nur auf der politischen Ebene mit wichtiger Mine doch auch zuhauf umeinander.

Das wird die größte Steuererhöhung aller Zeiten. Egal ob Benzin, Brot oder das Schwimmbad, alles! Da wird vielen Normalverdienern nicht nur das Licht ausgehen. Ganz schlimm wird es die Eigenheimbesitzer im Rentenalter treffen. Zusammen mit der neuen Grundsteuer steigen die Belastungen derart an, daß keine andere Wahl mehr bleibt als der Verkauf (Der „Gesetzgeber“ weiß das schon, weshalb auch schon die Kapitalertragssteuer auf Grundbesitz vorskizziert ist für den ganz großen Reibach). Im Grunde kann man nicht von einer CO2-Steuer sprechen, sondern von einem Gesetz zur Sicherstellung der Finanzierung von Beamtenpensionen (GeSiFiB). So haben sich denn auch oh Wunder! die sogenannten… Mehr
Coooool… Der Soli, die Mediensteuer (aka Gebührenbeitrag für Propaganda-TV), jetzt noch CO2…? Mehr davon! Nur… Für WAS werden diese überschüssigen Zwangsgelder tatsächlich eingesetzt? Olaf Scholz jammerte vor wenigen Monaten was über ein Haushaltsloch. Naja, wenn man weit über 20 Mrd. (!) jedes Jahr mit wachsender Begeisterung und wachsender Investition (Ende offen) für ‚Fachkräfte‘ aus prekären Staaten, die ihre Geburtenüberschüsse weiter lustig nach Deutschland schicken, bereit hält, dann muss man sich doch ein paar kreative Gedanken machen, woher die ‚Ersatzkohle‘ kommt. Man nehme: Hysterische Kinder + gehypte Klimaforscher, multipliziere sie mit ein paar Journalisten und lauten Schreihälsen. Und schon ham ‚mer… Mehr

dieses Wochenende ist Megastau Wochenende und man kann auf den Autobahen, an den Flughäfen die Weltklimaretter mit ihren Freitagsschulschwänzer Kids auf den Weg in den Urlaub beobachten.
Bei Abschiebungen finden sich immer ein paar Gutgläubige, die an Flughäfen demonstrieren, es gibt Radikale die Bauer Willys Acker zertrampeln. Weder an Autobahnbrücken , noch auf Flughäfen sind Aktivisten, Weltklimaretter zu sehen, die mit Plakaten gegen die Urlaubsflieger, Urlaubsfahrer demonstrieren. Warum wohl?