Alter schützt vor „Gender“ nicht

Die Sparkasse konnte zusammen mit Tausenden von Geldinstituten und Behörden aufatmen, hätten sie doch Zigtausende von Formularen einstampfen, zulasten der Lesbarkeit neu fassen und drucken müssen. Kommt jetzt Karlsruhe mit seiner Gender-Schlagseite?

So kann man in Deutschland Gerichte beschäftigen, denn wirkliche Probleme haben wir wohl nicht. Eine 80-jährige bekennende Feministin hat nun bereits in dritter Instanz dagegen geklagt, dass sie von ihrer Sparkasse Formulare ausgehändigt bekommt, in der von „Kunde“, „Kontoinhaber“, „Sparer“ die Rede ist – nicht aber von „Kundin“, „Kontoinhaberin“, „Sparerin“. Damit werde sie als Frau „praktisch totgeschwiegen“, meinte die Klägerin. Der Bundesgerichtshof als oberstes deutsches Zivilgericht hat die Klage soeben abgewiesen (BGH VI ZR 143/17).

Marlies Krämer heißt die streitbare Dame aus dem saarländischen Sulzbach. Sie hat sich jetzt nicht zum ersten Mal feministisch in Szene gesetzt. In den 1990er Jahren erstritt sie einen Pass, in dem sie als „Inhaberin“ unterschreiben konnte. Nun war die Dame mit ihrem genderistischen Sprachanliegen zunächst vor dem Amtsgericht und dann vor dem Landgericht Saarbrücken gescheitert. Der Bundesgerichtshof (BGH) war also als Revisionsinstanz am Zug. Er lehnte die Klage ab und begründete sein Urteil wie folgt: Die männliche Formularsprache verstoße nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und auch nicht gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, nach dem Mann und Frau gleichberechtigt seien. Die männliche, das Geschlecht verallgemeinernde Form sei hier in den Formularen „geschlechtsblind“. Deshalb sei die Klägerin nicht in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Die Sparkasse konnte zusammen mit Tausenden von Geldinstituten und Behörden aufatmen, hätten sie sonst doch Zigtausende von Formularen einstampfen und zulasten der Lesbarkeit neu formulieren und drucken müssen.

Hymne gendern: Welcome to Absurdistan.
Wie freilich nicht anders zu erwarten, bekam Marlies Krämer moralischen Rückhalt von verschiedenen Seiten. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bzw. deren Leiterin Christine Lüders würdigten den Einsatz der Klägerin. Die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, Maria Wersig, bedauerte es, dass der BGH zu keinem anderen Urteil gekommen sei. Der „grüne“ MdB Gerhard Schick ereiferte sich: Dieses Urteil sei einer „unrühmlichen Zeit geschuldet“, als eine Frau als nicht geschäftsfähig kein eigenes Konto habe eröffnen können. Die ewigmorgige Süddeutsche kommentierte am 13. März 2018: “Der BGH verpasst eine Chance auf Fortschritt.“ Noch nichts erfahren haben wir allerdings von den monetären Unterstützern der reifen Feministin. Zumindest darf vermutet werden, dass sie aus gewissen Kreisen Zuwendungen bekam – und weiter bekommt, wenn sie ihre Ankündigung „auf jeden Fall“ wahrmacht, vor das Bundesverfassungsgericht und vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Die Namen der beiden Gerichte sind übrigen auch nicht Gender-gerecht.

Ja, und dann gilt wohl wieder der Spruch: Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand. Oder in Karlsruhe in der Hand einer gender-gerechten Verfassungsrichterin namens Susanne Baer. Diese Rechtswissenschaftlerin ist 2011 über das Ticket von SPD/Grüne Richterin im Bundesverfassungsgericht geworden. Von 2003 bis 2010 war sie Leiterin des „GenderKompetenzZentrums“ der Humboldt Universität Berlin. Man weiß, dass Frau Baer als Verfassungsrichterin maßgeblich an der Abfassung des BVerfG-Urteils zum „dritten“ Geschlecht beteiligt war. Mit Beschluss vom 10. Oktober 2017 (Az. 1 BvR2019/16) hatte das Gericht festgestellt, dass das Personenstandsrecht intersexuelle Bürger in ihren Grundrechten verletzte, wenn diese gezwungen würden, ein Geschlecht registrieren zu lassen, das nur „weiblich“ oder „männlich“ kenne.

Da könnte ja noch einiges auf die deutsche Sprache zukommen.

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Kommentare ( 42 )

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Ich brauche einige Gendergerechte Schimpfworte für einige Gender….!

Wer Hilft?

Hier wird sicher geholfen:
Professx Lan Hornscheidt https://www.gender.hu-berlin.de/de/zentrum/personen/ma/1682130 und http://www.lannhornscheidt.com/
Aber bitte das Professx nicht zweigendernd ansprechen. Vielleicht sollte man statt Genderstudies evtl. mehr Medizinstudienplätze einrichten. Aber, von was leben dann Leute wie das Professx, wenn sie keine Staatsknete mehr bekommen?

Jetzt reicht`s! Gendergerecht, ja merken Sie denn gar nichts? Da ist zweimal ER drin! Und für die ungewollte sexuelle Anspielung im vorangegangenen Satz entschuldige ich mich ein paarmal.

Die Dame dürfte genauso Hintermänner (pardon: Hintermännerinnen und Hinterfraux) haben, in dem Fall von der feministischen Front, wie auch die Kopftuchträgerinnen, die seltsamerweise gut genug bei Kasse sind, um sich durch mehrere Instanzen zu klagen. Nur daß es bei denen andere Hintermänner (und in dem Fall sogar „ungegenderte“ Hinterfrauen) sind.

Hinterfrauen, das trifft es!

Wie gesegnet muss man sein, wenn man mit 80 Jahren keine anderen Probleme hat ?

sagen wir mal so- die Dame wird sicher nicht zur Fraktion der Flaschensammlerinnen im Niedrigrenten- oder Hartz IV Bereich gehören.https://www.welt.de/vermischtes/article172805567/Dessau-Rosslau-Vier-Maenner-sollen-Frau-vergewaltigt-haben-Anklage-erhoben.html Da wird man dann auch eher seltener am Flaschencontainer vergewaltigt und kann sich den tatsächlich wichtigen Benachteiligungsaspekten, wie z.B. Formularen widmen.

Das sage ich ja auch!
Allerdings war in einem Kommentar zu dieser Sache in der Welt in dieser Woche zu lesen, daß es ja nicht sein könne, daß immer der gleiche Mist gefragt würde von denjenigen, die das alles albern und überflüssig finden und Schnappatmung kriegten (sinngemäß).

Ja, was soll man denn dazu noch sagen. Irgendwie haben Normalität und gesunder Menschenverstand keine Chance mehr in Deutschland.

Bitte entschuldigen Sie mich @TE. Mein erster Kommentar war sehr unpassend und entsprach nicht den Regeln. Deswegen neu:
‚Vielleicht sollte zu diesem überaus wichtigen Thema Professx Lann Hornscheidt befragt werden?‘

Zusatz: „…bevor die restlichen 200 +x Gendergeschlechter benachteiligt werden!“

Es ist doch nicht die erste Klage, die von interessierten Gruppen gezielt bis vor das Bundesverfassungsgericht gebracht wird – jetzt da das Gericht mit „Schlagseite“ besetzt ist. Was wäre, wenn beim Bundesverfassungsgericht jemand säße, der vieles einfach mal richtungsweisend neu entscheiden möchte?

Diese Art von „Feministinnen“ sind mir zuwider. Es sind Krawall Emanzen.

So ist es!! Da schämt man sich, das man zum gleichen Geschlecht gehört! Solche Xanthippen bringen die gesamte weibliche Innung in Verruf! Ganz, ganz furchtbar!

Damit der Artikel auch fuer Gruene konsumierbar ist:
….hätten sie doch Zigtausende von Formularen und Formularinnen einstampfen….

Verehrter Herr Napf. Falsch! Richtig: Formular*innen. Sie haben das Gender * vergessen!

Ja, ich habe das gelesen dass diese 80 Jahre alte Feministin geklagt hat, hat die Feministin keine andern Probleme?
Was für ein Irrsinn, wieso hat sie diese (Ironie) grauenhaften Zustände nicht schon vor 10 oder 20 Jahren beklagt? Einfach nur verrückt.

Weil sie damals niemand dafür bezahlt hätte?

Aber sonst haben die keine Sorgen… Für sowas hätt ich gar nicht die Zeit! Und wenn ich sie hätte, wüssze ich besseres damit anzufangen.

Ja, zuviel Zeit, und zuviel Zaster……….und, die Dame darf hier doch schon im Gegensatz zu arabischen Staaten Auto fahren, nun muss auch mal gut sein.

darf die Sparkasse die aufsässige Greisin ( eigentlich wollte ich sie ja anders nennen ) rausschmeißen ?

Ja, wenn sie in einer missliebigen Partei ist.