Eine neue politische Konstellation entsteht

Der Bindungsverlust der Volksparteien in Deutschland zeigt, dass die Grundorientierung, die bisher das Feld der politischen Auseinandersetzung bestimmte, ihre Macht verliert.

Getty Images

Dieser Herbst 2018 zeigt bei den großen politischen Parteien einen Verlust an Bindungskraft, wie ihn die Bundesrepublik noch nicht gesehen hat. Bisher war dieser Verlust auf die SPD beschränkt, aber nun erreicht er auch die CDU/CSU. Und dennoch werden immer noch die bekannten Formeln wiederholt, mit der sich Politiker, Parteienforscher und Medienleute gegenseitig versichern, dass es nur um sekundäre Fehler geht: Man habe zu viel gestritten, sich zu viel mit sich selbst beschäftigt und seine – in der Sache angeblich völlig richtige – Politik nur nicht gut genug „kommuniziert“. Es handele sich also bloß um subjektiv-menschliches Fehlverhalten, und sei damit im Grunde leicht zu korrigieren. Aber merkwürdigerweise kann sich dieser Aufruf „zur Sachpolitik“ nicht durchsetzen und eh man sich´s versieht, ist man schon wieder bei der Selbstbeschäftigung. Sie wird immer deutlicher zur Alibiaktivität angesichts einer fundamentalen Hilflosigkeit.

Damit steht die Frage im Raum, ob es nicht in der gegenwärtigen Krise bestimmter Parteien um etwas Allgemeineres und Grundlegenderes geht. Ist das, was wir heute unter „dem Politischen“ verstehen, überhaupt auf der historischen Höhe der Sachprobleme? Stößt die Gesamtkonstellation der politischen Kräfte, wie sie sich in den vergangenen Jahrzehnten etabliert hat, an ihre Grenze? Deutet der Bindungsverlust der großen politischen Parteien darauf hin, dass wir uns in einer Übergangssituation befinden – an einer epochalen Schwelle, an der ein grundlegend verändertes politisches Kraftfeld mit neuen Gegensätzen im Entstehen begriffen ist?

Allerdings ist die Rede von der epochalen Schwelle mit Vorsicht zu genießen. Denn es werden ständig alle möglichen globalen Themen beschworen, die angeblich eine „Wende“ oder einen „neuen Aufbruch“ erfordern. Es gehört geradezu zum heutigen Politikbetrieb, dem Publikum solche „Themen“ vorzusetzen, um dann doch nur wieder die gleichen Politikschemata fortzusetzen. Niemand zeigt das deutlicher als die Grünen, die eine Art letztes Aufgebot der alten Politikkonstellation darstellen. Eine Krise des Politischen kann nicht mit der Benennung von irgendwelchen neuen Themen beantwortet werden. Es muss um das politische Handeln gehen und um das Staatswesen, das diesem Handeln Realität gibt und es damit auch begrenzt.

♦♦♦

Eine Anmerkung zum Kritik am „Parteienstaat“ – Deshalb ist auch Vorsicht geboten gegenüber einer gleichfalls bestehenden Neigung, die Volksparteien und das Parteiensystem (den „Parteienstaat“) überhaupt abzuschreiben. Eine solche Fundamentalkritik trifft ja nicht nur eine bestimmte historische Parteienkonstellation, sondern auch jede neue Konstellation. Sie steigert die tatsächlich vorhandene Krise des Politischen zur Krise der repräsentativen, parlamentarischen Demokratie. Damit aber trifft sie die Orientierung des politischen Willens auf ein Staatswesen (und eine Res Publica). Sie nimmt der politischen Neuorientierung damit die Spitze, und kann nur an einen vagen, allgemeinen Mentalitätswandel (Kulturwandel) appellieren. Eine solche Politik ohne Staat bleibt damit im Subjektiven, im Allgemein-Menschlichen und damit in einem engen Nahbereich gefangen, der gegenüber der regierenden Hilflosigkeit eine eigene Hilflosigkeit erzeugt.

Die Problemzone des heutigen Politikbetriebs besteht gerade dort, wo die großen Vermittlungshebel zwischen Volkswillen und Staat – das Parlament als Gesetzgeber und der darauf zielende, in Parteien organisierte politischen Willen – liegen. Sie werden außer Wert und Kraft gesetzt. Weil die Politik sich nicht in klaren parteilichen Gegensätzen bewegt, können keine größeren demokratischen Richtungsentscheidungen getroffen werden. Der Politikbetrieb läuft in einer kontur- und kraftlosen Endmoräne aus.

Eine neue Konstellation kann sich nur in der Ausbildung einer neuen Gegensätzlichkeit zeigen. Sie braucht daher politische Parteien. Nur dann, wenn es organisierten Alternativen gibt, können die großen Sachentscheidungen, vor denen Deutschland (und viele andere Länder) steht, wirklich demokratisch gefällt werden. Solche Entscheidungen können nicht nachhaltig getroffen werden, wenn sie sich nicht in einem fairen Streit von Alternativen durchgesetzt haben. Wie, wenn nicht mit einer parteimäßig-parlamentarisch gefestigten Mehrheit, will man die Hoheit Deutschlands über seine Grenzen wiederherstellen? Wie anders als über das Budget-Recht des Parlaments will man aus der unkontrollierten Expansion der Staatsausgaben und des billigen Geldes herauskommen?

Das bedeutet, dass es ohne eine Erneuerung des Parlamentarismus, der politischen Lagerbildung und der politischen Gegensätze überhaupt keine Änderung geben wird. Endlich wird Schluss sein mit dem Anspruch, „die Mitte“ des gesamten politischen Feldes zu sein, und mit der allumfassenden „Raute“ der Kanzlerin. Was für ein Segen: Wir dürfen Politik wieder in Gegensätzen denken und machen. Und wir dürfen echte Entscheidungen treffen.

♦♦♦

Die Bedeutung politischer Konstellationen in der Politik der Neuzeit – Aber ich habe etwas vorgegriffen. Wichtig ist zunächst einmal, dass die gegenwärtige Situation nicht nur als Personalfrage (Merkel) oder als Problem einzelner Parteien (der SPD, der CDU/CSU) verstanden wird, sondern als Ausdruck einer tektonischen Verschiebung in der politischen Landschaft Deutschlands (und anderer Länder). Die ganze Grundkonstellation ändert sich. Die orientierungslos-kleinliche Selbstbeschäftigung und Hilflosigkeit ist Ausdruck einer historischen Übergangssituation: Etwas geht zu Ende und etwas Neues kündigt sich an.

Um den Maßstab dieser politischen Veränderung anschaulich zu machen, könnte man auf das europäische 19. Jahrhundert blicken. Es war zunächst vom Gegensatz zwischen konservativen und liberalen Kräften bei der Konstituierung einer bürgerlich-freiheitlichen und demokratischen Ordnung von Staat, Wirtschaft und internationalen Beziehungen geprägt. Das konnte unter den verschiedensten Parteinamen und mit durchaus wechselnden Positionierungen einzelner Führungs-Persönlichkeiten vor sich gehen. Dann drängten sich neue Problemstellungen in den Vordergrund, vor allem die Arbeiterfrage, und veränderte die Gesamtkonstellation des Politischen. Die Sozialdemokratie wurde zu einem Grundfaktor der Politik. Demgegenüber wurde der Gegensatz zwischen Konservativen und Liberalen sekundär, und für eine ganze historische Periode stand sich nun ein bürgerliches Lager und ein mehr oder weniger radikales Arbeiterlager gegenüber. Das Ganze geschah natürlich in vielen Varianten und Verbindungen, bei denen auch ältere politische Fragen noch eine Rolle spielten. Aber es entstand doch unzweifelhaft eine neue Hauptfrage.

Dies Beispiel dient der Veranschaulichung, um die heutige Situation nicht nur in dem oberflächlichen Sinn zu betrachten, wie es heute die meisten „Parteiforscher“ tun. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung der modernen Politik braucht keinen Hegemon, sondern sie braucht strukturierte Gegensätze, um eine echte politische Verantwortung zu gewährleisten und dem Wechsel von Regierung und Opposition überhaupt einen Sinn zu geben. Wenn dabei ein Gegensatz, der lange Zeit das politische Leben bestimmt hat, überholt ist und seine mobilisierende Kraft eingebüßt hat, entsteht eine kürzere (oft auch längere) Übergangsperiode, in der die Politik kleinlich, zäh und orientierungslos ist, weil sich ein neuer bestimmter Gegensatz und eine entsprechende Parteienlandschaft erst herausbilden muss.

♦♦♦

Merkels Mitte – Ist nicht unsere heutige Situation ähnlich zu verstehen? Ist der Grund für die zunehmende Selbstbeschäftigung und Hilflosigkeit der etablierten Kräfte in Regierung und Opposition nicht darin zu suchen, dass ihre Grundorienierungen unter heutigen Bedingungen nur zu endlosen und hoffnungslosen Baustellen führen. Der Merkelismus ist in seiner Bilanz vor allem eine große Auflösung. Aufgelöst wurden grundlegende Positionen, die einmal das Niveau von Staat und Wirtschaft ausgezeichnet haben. Geopfert wurden die Verteidigung der Außengrenzen, das Gewaltmonopol, der Technologie-Mix in der Energieerzeugung und die dauerhafte Finanzierbarkeit der Staatsausgaben. Sie wurden geopfert, um kurzfristig Konflikte zu befrieden. Jetzt sind wir – aus vergleichsweise geringen Gründen – in einem neuen Auflösungsprozess geschlittert, der die Automobilindustrie und das ganze Automobilland Deutschland trifft. Die Erträge von Merkels Mitte stehen in einem wachsenden Missverhältnis zum Aufwand. Die „Gipfel“ dieser Mitte sind groß im Geld-Verteilen, während die Kosten, die Arbeit und die zunehmenden Härten des Alltags auf andere abgewälzt werden. Und sie wecken auch keine Hoffnung mehr. Sie sind Gipfel ohne Aussicht und diese Aussichtslosigkeit wird von den Bürgern, aus ganz unterschiedlichen Parteilagern, gespürt. Gerade darin ist Merkels Mitte ein Symbol des toten Punktes, an dem das politische Leben angekommen ist. Und nicht nur der Merkelismus ist an einem toten Punkt angekommen, sondern mit ihm auch eine schon länger bestehende, einstmals durchaus bindungsstarke politische Grundkonstellation.

♦♦♦

Die bisherige Konstellation – Wie wäre diese Grundkonstellation, die in vielen Ländern die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmt hat, zu beschreiben? Sie war vor allem Verteilungspolitik und an den produktiven Grundlagen der Wirtschaft und den Ordnungsaufgaben des Staates wenig interessiert. Sie galten im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer mehr als „erledigt“. Entsprechend spielte auch die Emanzipation der Industriearbeiterschaft – die große „soziale Frage“, die zu Beginn des Jahrhunderts noch die Parteilandschaft umwälzte – eine immer geringere Rolle. Die Verteilungspolitik folgte einem abstrakteren Gleichheitsgrundsatz und hat sich heute in der Gleichstellung immer neuer „Identitäten“ verirrt. Von vornherein war in der Orientierung auf Verteilung (von Geld und Rechtsansprüchen) eine Kleinteiligkeit der Interessen (manche nannten das „Ideologieferne“) angelegt. Die Auflösung der großen Volksparteien und ihre Umwandlung in bloße Container von einzelnen Gruppeninteressen war hier schon vorprogrammiert. Dennoch liegt die sichtliche Erschöpfung der Epoche der Verteilungspolitik nicht nur an ihr selber, an ihrer inneren Logik. Sie liegt auch daran, dass sich andere Aufgaben in den Vordergrund schieben, die im Rahmen der alten Konstellation nicht zu bearbeiten sind.

♦♦♦

Eine Zeit des Übergangs – Das ist die politische Situation in diesem Jahr 2018. Wir befinden uns offenbar am Ende einer bestimmten politischen Konstellation und im Übergang zu einer neuen Konstellation. In einer solchen Situation gibt es viele Ungewissheiten über den weiteren Verlauf der Dinge. Und in diesem Sinn sollte man wirklich von einer Krise des Politischen sprechen. Dabei ist es noch recht leicht, das zu begreifen, was zu Ende geht. Aber es ist sehr viel schwieriger, die neue politische Gesamtkonstellation auf den Begriff zu bringen. Sicher wird es nicht um etwas „ganz Neues“ gehen, sondern um ein neues Aufgreifen älterer Grundaufgaben, die in der Ära der Verteilungspolitik vernachlässigt wurden. Das gilt für die Produktivität der Wirtschaft, aber auch für die „Baufähigkeit“ und Schutzfähigkeit des Staates bei den Gemeingütern des Landes. Sicher wird in der neuen Konstellation viel stärker ordnungspolitisch als verteilungspolitisch gekämpft werden. Insofern wird die neue politische Konstellation geschichtsbewusster sein und weniger nur vom Momentanen getrieben sein. Sie wird modern sein, aber sie wird die Moderne als einen größeren, historischen Gesamtblock nehmen und sich vielleicht zu einem tieferen Verständnis der Statik der Moderne vorarbeiten.

Wichtig wäre zunächst einmal, die Lösung der Probleme dieses Landes in einer neuen politischen Gesamtkonstellation zu suchen. Die Wiederherstellung des politischen Lebens kann nicht durch die Hegemonie einer Partei oder eines Lagers der Guten und Besserwissenden geschehen. Sie braucht eine vernünftige Gegensätzlichkeit, die die großen Richtungsalternativen bündelt und demokratisch entscheidbar macht. Und die Entscheidungen durch den Wechsel zwischen Regierung und Opposition auch revidierbar macht.


Gerd Held ist freier Publizist und Privatdozent. Seine differenzierten und auch stilistisch hoch gelobten Essais, in denen er die drängende Frage nach der Verteidigungslinie der Republik stellt, sind unter dem Titel Etwas geht zu Ende erschienen und in unserem Shop erhältlich: www.tichyseinblick.shop

Unterstützung
oder

Kommentare ( 48 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

48 Kommentare auf "Eine neue politische Konstellation entsteht"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Es gibt den Staat bzw. unser Land und viele Menschen, die darin leben und es gibt den Parteienstaat, den der deutsche Städtebund schon vor Jahren als Raumschiff Orion bezeichnete. Er ist die politische ISS der Schwerelosigkeit und Realitätsferne. Dort gibt es Astronautennahrung, nicht Leberkäs oder Handkäs und von dort können wir auch keine Lösungen erwarten. Hier müssen neue politsche Kräfte her, die aus dem Alltag kommen, die wissen, worum es geht und die Maßstäbe und Größenordnungen kennen. Tröstendes Zitat: Jede Zeit bringt die Persönlichkeiten hervor, um die Probleme der Zeit zu lösen!

Merkels besonderer Erfolg liegt darin, dass sie die demokratischen Parteien gespalten hat und jeweils nicht diesen Bruchstücken regiert. Sie spielt den rechten Flügel mit ihrer links-grünen Politik so weit an die Wand, dass eine neue Partei entstand, während dieser Linkskurs die SPD zerquetschte die Grünen als neue Volkspartei (mit SPD-Wählern gestärkt) entstehen ließ.

Dieser grüne „Scheinriese“ könnte genauso schnell implodieren, wie er entstand. Das Probelm das bleibt, ist dass CDU und SPD sich soweit angenähert haben, dass die SPD auf der Strecke bleiben könnte.

Wenn ich die Quintessenz des Artikels zusammenfasse, komme ich zum Schluss, dass eine Spaltung der Gesellschaft nicht als das Schlimmste gesehen wird, denn die beiden angedachten, neuen oder erneuerten Volksparteien sollen ja gerade das Geschäft der Gegensätzlichkeit pflegen. Spaltungsdenken hat es jedoch inhärent an sich, sich spalten zu wollen. Der gegenwärtige Zustand der vielen Parteien über der Parlamentshürde ist der letzte Stand der Dinge. Bißchen viel verlangt, es möge eine klare Spaltung geben aber dann bitteschön nur zwischen zwei Polen. Mal abgesehen, dass Spaltung mit Gegnerschaftlichkeit verbunden, somit ein zumindest latent unguter Zustand ist, der den Keim heißer Eskalation enthält… Mehr
Es wird wohl nicht möglich sein, weniger Spaltung zu haben. Es gibt nun einmal den großen Grundkonflikt zwischen denen, die die Natiolnalstaaten als Voraussetzung jeder Demokratie sehen und denen, die sie zugunsten scheindemokratischer globaler Institutionen immer mehr schwächen wollen. Als Beispiel seien die EU, die UNO, sowie allerlei NGO‘s genannt, die von Regierungen und reichen Einzelpersonen bzw. Deren Stiftungen finanziert und beeinflusst werden, um ihre Agenda voranzubringen. Diese Internationalisierung ist es, die eine sinnvolle, weil auf den Nahbereich orientierte Politik verunmöglicht. Ich möchte ein Beispiel nennen: kann die Frage, wie sinnvoll es ist, Wasser zu sparen, für einen Saharabewohner die… Mehr

@Albert Pflueger: »Es wird wohl nicht möglich sein, weniger Spaltung zu haben.«

Wo wollen wir eigentlich hin? Gibt es außer (konträren) fertigen Ergebnissen bzw. fertigen Vorstellungen keine gemeinsamen Grundlagen, auf welchen Wegen wir überhaupt zu Ergebnissen kommen?

Die Meinungsfreiheit ist eines der Instrumente, um zu Ergebnissen zu kommen. Aber ist auch jede Art der Nutzung dieser Freiheit hilfreich für eine Lösung? Spaltung heißt, wir haben kein akzeptiertes Ergebnis in einer Sache, befinden uns aber zusätzlich noch im Zwist, der künftige Lösungen abermals erschwert. Klug gewesen?

@Herbert Wolkenspalter Nein, die Meinungsfreiheit ist nicht das Problem. Das Problem ist eher, das jeder der meint, irgendwas Wichtiges sagen zu müssen, oder meint, eine tolle Idee zu haben, das spontan raushaut. Und da sind die vielen technischen Möglichkeiten natürlich sehr unterstützend bei der Verbreitung. Da wird oft nicht mehr gedacht, sondern nur noch gefühlt. Es sind eben oft keine Meinungen, sondern Frust, Wünsche, Ideen. Das Problem sehe ich eher darin, dass auch die politischen Entscheidungsträger über jedes Stöckchen springen, wenn es ihnen vermutlich zum Vorteil gereicht. In wesentlichen Dingen lassen sie das Volk hingegen einfach auflaufen. Wenn sich die… Mehr

@Jasmin. Einigen wir uns darauf, dass es nicht an der Meinungsfreiheit liegt sondern an der Art ihrer Nutzung?

@ Herbert Wolkenspalter
Ne, ich meine nicht die Art der Nutzung, sondern hinterfrage, was eigentlich als Meinung deklariert wird. Aber wie es der Zufall will, habe ich heute im ‚Cicero‘ den Artikel „Wir sind alle NPCs“ von Sebastian Grau gelesen, der viel besser beschreibt was ich meine, als ich es hier getan habe.

„Und dennoch werden immer noch die bekannten Formeln wiederholt“ Diese Formeln haben auch den Sinn, die eigene Verantwortung bzw. das eigene Versagen auf die Bürger abzuwälzen. Der war halt „zu dumm“ zu erkennen, wie toll die Politik doch eigentlich alles gemacht hat. Aber übermorgen werden wir wieder solche Formeln hören. Die Wahlen hätten „in einem schwierigen Umfeld“ stattgefunden. Man habe seine Themen nicht „deutlich genug herüberbringen können“, die Bundespolitik habe die Wahl zu stark beeinflusst, usw. usf. Aber was wir auch hören werden, daß ja prinzipiell alle Gewinner seien. * Die SPD hat evtl. noch eine „2“ vorne oder ist… Mehr
Naja man könnte aber auch die ganze Sache verkürzen, seit wann haben wir das ganze Drama und wer ist an allem Schuld ? Das Problem ist eher, das es vermutlich nicht mit dem Sturz von AM getan ist, Ihr ganzer Klüngel müsste mit weg, Altmeier, AKK van der Leyen, Laschet, Günther usw usw Ein neuer Kohl, Adenauer müsste her, der den ganzen CDU Laden reformiert, so wie Kurz die ÖVP umgekrempelt hat (erfolgreich), dann würde die CDU auch wieder Groß werden, und die AFD wirklich überflüssig, aber da die Einsicht völlig fehlt, wird die AFD eher die CDU eines Tages… Mehr

Kurz ist doch eine Farce. Glaubt doch nicht wirklich wer, dass der sich mit Anfang 30 die Volkspartei (Gewerkschaft, Bauernbund, Banken, Wirtschaftskammer, und und) an einem Sonntag Nachmittag unter den Nagel reißt. Ein eloquenter gut aussehender junger Mann, der die ihm angebotene Rolle gut spielt, oskarreif. Vielleicht ist Österreich ja nur ein Versuchslabor, bei manchen Produkten wird das behauptet.

Wir brauchen eher einen McCarthy als einen Adenauer. Ohne Übertreibungen nach rechts wird es sowieso nicht abgehen. Kein Pendel pendelt nur zwischen Links und Lot.

Die Wähler werden der CDU und ihrem Personal nicht mehr trauen, dass dies auch ein VERSAGEN der CDU-Basis ist, die sich lieber als Klatschhasen von Merkel betätigen als ihrem Wähler verpflichtet zu handeln.

Tja, … … die „vernünftige Gegensätzlichkeit“, in der Tat Voraussetzung jeglichen politischen Diskurses, wird nur noch schwer zu entdecken sein. Die Politik wird wohl mitnichten lokal gemacht sondern folgte gewissen transatlantischen Vorgaben. Solange in diesem Leitplankenbereich agiert wird, scheint es keine Änderungen zu geben. Deutschland ist natürlich schon lange im Focus dieser Interessen. Der als ärgerlich empfundene Handelsbilanzüberschuss steht wohl schon lange auf der Abschussliste. Die Versuche, über die moralische „Demolierung“ der führenden Automobilbranche hier ein Korrektiv herbeizuführen, gehen bislang ins Leere. Zwar könnten die entsprechenden Werke einfach ins Ausland abwandern, da der hiesige Markt ohnehin unattraktiv sein dürfte. Die… Mehr
„Man habe zu viel gestritten, sich zu viel mit sich selbst beschäftigt und seine – in der Sache angeblich völlig richtige – Politik nur nicht gut genug „kommuniziert“. Es handele sich also bloß um subjektiv-menschliches Fehlverhalten, und sei damit im Grunde leicht zu korrigieren.“ – Dies ist eine Ausrede! Jeder weiß das. Die „richtige“ Politik ist in Frage gestellt, da sie in vielen Punkten unglaubwürdig ist. Es gibt nicht nur einen „rosaroten Elefanten“, sondern ganz viele! Eurorettungspolitik, 0-Zinspolitik, Rettungsschirm, EU-Bürokratismus, Target II-Forderungen, Flüchtlingspolitik, Migrationszuwanderung, Islam, Islamisierung, Isisbedrohung, Klimarettung, CO2Katastrophe, erneuerbare Energien, Stromkosten, Rentensicherheit, Hartz-IV-Problem !! Alles in allem eine endlose… Mehr

Der gemeinsame Nenner: Die wirklich dicken Elefanten sind alle irgendwie Grün, auch wenn sie rot, schwarz oder gelb sind.

Viele anregende Überlegungen. Ich bin pessimistisch: CDU und SPD meinen mit irgendwelchen Mätzchen könnten die alten Zeiten wiederkommen. Die Gute-Laune-Grünen sind im Höhenrausch mit Anflug von Größenwahn, stoßen aber auch an ihre Grenze. Grundsätzlich koalitionsbereit mit allen außer den Unberührbaren, aber nur wenn dann sie anschaffen. Explizit durch das Aufkommen der Unberührbaren sind Koalitionen sehr schwierig geworden. Rot mag nicht mehr mit schwarz. Gelb weiß nicht was es will. außer nicht unter 5% zu kommen. Man ist eng zusammengerückt, sehr eng, und versucht jetzt durch allerhand Schnickschnack das Profil zu schärfen. Gemeinsam ist nur der Wunsch keine Fehler zuzugeben und… Mehr

Das Einzige, was in diesem Staat wirklich noch ‚funktioniert‘, ist die Bußgeldstelle, die GEZ und das Finanzamt.

Politik/Demokratie kann man so zusammenfassen…ohne Hell kein Dunkel, ohne Böse kein Gut und umgekehrt…das eine bedingt das andere….eine Alternativlosigkeit bringt erst die Alternative zum Tragen…man kann auch die Chinesische Philosophie von „Yin und Yang“ bemühen.

Merkel und ihre Funktionärsapparat kennen nur das „Alternativlose“…und diesen alternativlosen haben sich die SPD, die Linken, die Grünen und sogar die FDP angeschlossen. Es fehlt hier also der Gegenpol…und dieser wird von der AfD wahrgenommen. Ohne die AfD wären wir in Deutschland schon längst in eine Monotonie abgestürzt…auf den besten Weg in eine Diktatur.

… auf die „beste“ Diktatur aller Zeiten. Frei nach Merkel.