Vom UN-Migrationspakt über die EU auf die ganze UNO schauen

Es ist höchste Zeit, die Organisation der Vereinten Nationen mit ihren Neben- und Sonderorganisationen kritisch und genau unter die Lupe zu nehmen.

© ANGELA WEISS/AFP/Getty Images
Minister for Foreign Affairs of Germany Heiko Maas meets with Secretary-General of the United Nations Antonio Guterres(R) on March 28, 2018 at the United Nations in New York.

Diese Zusammenfassung des Artikels auf Focus Money benennt das Thema klar. Wer wissen will, wie Finanzexperten Italien wirtschaftlich einschätzen, findet das auf Focus Money übersichtlich dargestellt. Mir geht es hier um die politische Dimension.

Wendemarke
Die normative Kraft des Faktischen: Zur Lage in Italien
Über die Einführung von Mini-BOTs wird schon länger diskutiert. Focus Money beschreibt: „Buoni Ordinari del Tesoro“ (BOT) wären Schatzanweisungen in kleiner Stückelung mit Laufzeiten zwischen drei und zwölf Monaten und zitiert Michael Blümke, Portfolio Manager bei Ethenea: „Im Kern handelt es sich damit unserer Ansicht nach um die Einführung einer Parallelwährung und den ‚Einstieg in den Ausstieg‘ Italiens aus dem Euro.“

Heinz-Werner Rapp vom Feri Cognitive Finance Institute meine, „dass der aktuelle Budget-Streit Italiens mit der EU Teil einer größeren Inszenierung ist, die von der italienischen Regierung gezielt aufgeführt und eskaliert werde.” Das detaillierte Konzept für die Vorstufe zum Austritt aus der Eurozone, vermute Rapp, habe die Regierung in der Schublade: Mini-BOTs innerhalb von Italien als Zahlungsmittel zulassen: „Die Regierung hätte damit eine Art Parallelwährung und könnte ohne Rücksprache mit der EZB neues Geld in Umlauf bringen.“

Welche Folgen das für die Finanz- und Kapitalmärkte haben könnte/müsste, führt Focus Money aus.

Demokratie oder Obrigkeitsstaat
Statt Demokratie vorher, Kampagne gegen Kritiker nachher
Für mich sind solche möglicherweise aktuell werdenden Pläne ein weiteres Indiz dafür, dass die EU erodiert. Die Kräfte, welche die EU quasi in Richtung EG oder EWG zurückrüsten möchten, wachsen. Das ist vielen Leuten quer durch Europa klar, auch wenn sie es öffentlich nicht aussprechen, um an Stellen wie im Auswärtigen Amt in Berlin nicht gleich wieder eine Anti-Desinformations-Kampagne gegen angebliche Desinformation auszulösen. Auf gut Deutsch: einen Maulkorb mehr gegen Regierungsunerwünschtes.

Nur in Paris, Brüssel und Berlin bastelt die classe politique weiter unverdrossen oder unbelehrbar an der ever closer union (wählen Sie bitte selbst, welchen Befund Sie richtiger finden). Die EU steht zur Zeit nicht im öffentlichen Fokus, weil der sich auf ein Großthema verlagert, das mit dem UN-Migrationspakt zu eng beschrieben ist. Das Thema, das die classe politique unabsichtlich, aber wirksam auf die Tagesordnung schiebt, lautet: Was hat sich da aus den Vereinten Nationen (VN), ihren Nebenorganen und Sonderorganisationen seit 1945 entwickelt – an den Institutionen von demokratischen Staaten vorbei?

Die UN, hierzulande gern UNO genannt, steht bei Max Müller ebenso wie bei Prof. Dr. Lieschen Müller im Rufe: Das sind die Guten. Jeder wird sich an etwas erinnern, was das belegt: Blauhelme in Krisengebieten, Hilfsaktionen gegen Hunger, die Betreuung von Flüchtlingslagern nicht zuletzt.

Doch was aus der kleinen UN-Bürokratie 1945 in London bis heute an ca. 15 Standorten in der Welt wurde, überblickt nicht einmal mehr das Generalsekretariat.

Hybris
Die UN legt die Lunte an sich selbst
Zur Zeit sind 193 Staaten UN-Mitglieder. Die NGO Freedom House stufte 2016 weltweit 123 als Demokratien ein. Freedom House unterscheidet aber nicht nur demokratische und nicht-demokratische, sondern freie, eingeschränkt freie und unfreie Staaten. Von den 123 Demokratien 2016 waren nach ihren Kriterien 87 frei und 36 eingeschränkt frei (von 72 nicht-demokratischen Staaten 23 eingeschränkt frei und 49 unfrei).

Worauf ich hinaus will, ist sehr einfach: 87 freie Demokratien werden von einer großen Mehrheit von UN-Staaten dominiert, welche die Herrschaft des Rechts, Freiheit und Demokratie nicht als ihre Handlungsgrundlage haben. Genauer: Von hochbezahlten UN-Bürokraten, die in ihrem Selbstverständnis nicht den Ländern dienen, deren Regierunge sie entsandt haben, sondern ihrer eingebildeten Weltregierung, die vor Niemandem Rechenschaft ablegt.

Es ist höchste Zeit, die Organisation der Vereinten Nationen mit ihren Neben- und Sonderorganisationen kritisch und genau unter die Lupe zu nehmen. Packen wie es an.


Es folgt ein Vierteiler von Tomas Spahn über das Migrationskonzept der UN.

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Kommentare ( 40 )

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40 Kommentare auf "Vom UN-Migrationspakt über die EU auf die ganze UNO schauen"

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Wenn man weiß, wie es da zugeht (welcome to Geneva), bleibt einem nichts anderes übrig als Ihnen zuzustimmen. Organisationen, die wie die UNO Gott spielen wollen, es aber nicht sind, fangen immer ganz harmlos an mit Menschenrechten, Moral und einer sehr eigenen Vorstellung von Gerechtigkeit. Die Anführer sind aber immer verkappte Diktatoren und Tyrannen, die zuerst ein freundliches Gesicht zeigen und, sobald sie in der Überzahl sind, ihr wahres Gesicht zeigen wie gerade jetzt. Die Catholica, wie David Berger sie nennt, hat zwar auch ihre Schwächen, weil das Bodenpersonal Fehler macht, aber sie ist das Original, das keine Kopie braucht.… Mehr

Da wollen scheints aber welche, dass da ein anderer Gott da sein soll, als der, der uns bisher begleitete:
http://www.atheisten-info.at/downloads/Bill_Warner-Scharia_fuer_Nicht-Muslime.pdf

Ich sage es mal so…wir brauchen weder eine EU und UNO, die unser mit Gesetzen zukleistert und uns unsere Selbstbestimmung = Parlament wegnimmt…also gegen das Völkerreicht verstößt und wir brauchen auch keine Menschenrechte die uns unsere gesellschaftlichen Rechte wie Strafrecht, Zivilrecht und zum Schluss das gesamte Grundgesetzt AUSHEBELT!

Mir scheint, Donald Trump ist da auf der richtigen Spur: Raus aus dem Klimaschwindel, raus aus der Migrationspflicht, weniger Spielgeld für die angemaßten Weltregierer.

Ganz egal, ob man ihn nun persönlich sympathisch findet oder eher nicht: Dieser US-Präsident ist ein Segen, nicht nur für die Vereinigten Staaten. Er führt nämlich der ganzen Welt vor, dass es nichts Alternativloses in der Politik gibt. Dass man immer auch ganz anders kann. Dass man einfach „Nein“ sagen und aus dem ganzen blödsinnigen UNO-Mist aussteigen kann, der immer gegen den Westen, gegen die großen Industrienationen und die autochthonen Bevölkerungen gerichtet ist und meist als großer Ablasshandel für angebliche Sünden zelebriert wird. Die feigen Deutschen – allen voran Typen wie dieser unsägliche Apparatschik von einem Bundespräsidenten – gefallen sich… Mehr

So ist es!
Subsidiarität ist der Schlüssel zu allem.

Bester Journalismus, darum wird Tichys Einblick gelesen.

Meine volle Unterstützung, Herr Goergen! Die sogenannten UN-Menschenrechtsorganisationen (es gibt anscheinend zwei davon) sind diktatorisch-islamisch unterwandert. Die Israelfeindlichkeit ist empörend, sie fördert den Konflikt dort und erhöht das Elend; die Förderung und Finanzierung des Kriegs durch die Hamas ebenso. Jetzt der Migrationspakt: Mir reicht es.

Die USA unter Trump haben angefangen, die Konsequenzen zu ziehen. Das müssen Deutschland/Europa auch tun. Erster Schritt: Drastische Zahlungsminderungen.

Vielleicht noch zur Ergänzung: Auf Nebenschauplätzen sozusagen befindet sich auch die Trilaterale Kommission, der auch Merz angehört. Sie ist eine der gedanklichen Zulieferer, neben anderen Think Tanks, die mit aller Wahrscheinlichkeit nach eine neue Weltordnung im Sinne einer Weltregierung schaffen möchten. Nur als Beispiel des Step-by-Step, wie man agiert ist die viel zu spät veröffentliche Erklärung des Migrationspaktes. Solch eine Entscheidung auf internationaler Ebene war der Presse und Fernsehen keines Wortes der Einschätzung wert! Daran erkennt man die Bedeutung einer fundamentalen Veränderung im Politikgefüge, die branntheiß wie eine Kartoffel über dem Feuer zunächst verschwiegen wird. Dann wird zunächst beschwichtigend erwähnt,… Mehr
Die UN sollen die Guten sein? Bei Massakern wegschauen, zur Seite treten…Geschäfte mit der Not machen, das ist die UN von heute. Die NGOs und ihre Leute profitieren von der UN , machen Geschäfte und versorgen ihre Klientel mit üppigen Gehältern. Sogar Trump hat das erkannt… Zu Italien nur eine Bemerkung. Wer schon etwas länger hier ist weiß, wie Italien zu Zeiten der DM gewirtschaftet hat, und wie gut es den Italienern damals ging. Italien war kein billiges Urlaubsland..und mit der Lira konnte die Regierung reagieren. Der Austritt Italiens ist die einzige Chance, Italien zu retten.. Dank CDU und SPD… Mehr

Bin kein Arzt. Als ich noch ein Kind war, nannte man bei uns solche Leute „debil“.

„87 freie Demokratien werden von einer großen Mehrheit von UN-Staaten dominiert, welche die Herrschaft des Rechts, Freiheit und Demokratie nicht als ihre Handlungsgrundlage haben.“ Danke, Herr Goergen. Endlich spricht – oder besser schreibt – es mal jemand aus. Die ach so tollen Vereinten Nation (UN) sind dominiert von linksdrehenden und islamischen, von korrupten und menschenverachtenden Staaten. Und ausgerechnet diese wollen den wenigen wirklich freien Staaten der Welt etwas von Menschenrechten und moralischem Verhalten erzählen. Die Strukturen sind undemokratisch, nach sozialistisch-totalitärem Muster aufgebaut und dienen außer dem Sich-die-Taschen-Vollstopfen der einzelnen Funktionäre nur dem Vorteil der dominierenden Staaten.

Meuthen – Der EFDD-Europa-Talk aus Straßburg | Folge 1: Globaler Pakt für Migration
https://www.youtube.com/watch?v=qsSN20ykEF8&t=22s

Meuthen – EFDD-Europa-Talk aus Straßburg | Folge 2: Festung Europa
https://www.youtube.com/watch?v=KHftb0M6l-w&t=15s

Dagegen Maas am 2.11.2018:
https://twitter.com/HeikoMaas/status/1058363341201162241
„Der Text ist seit Monaten öffentlich verfügbar, jeder kann sich selbst eine Meinung bilden. Wir glauben, dss ist ein guter Text. Man muss das nicht teilen. Aber man sollte bei der Wahrheit bleiben. Was von Rechtsextremen im Netz gestreut wird, sind abstruse Verschwörungstheorien.“

Darf ich nochmal? „Alle Planungsentwürfe und Zerstörungsanweisungen haben 50 ihrer Erdenjahre in ihrem zuständigen Planungsamt auf Alpha Centauri ausgelegen. Wenn Sie sich nicht um ihre ureigensten Angelegenheiten kümmern, ist das wirklich ihr Problem.“ Das haben die Vogonen den Menschen gesagt, bevor sie die Erde für die neuen Hyperraum-Expressroute weggesprengt haben. (aus Per Anhalter durch die Galaxie von Douglas Adams)

Seit wann ist ein Vertrag der unterschrieben wurde nicht verbindlich? So etwas kann auch nur von Politikern gesagt werden, welche das eigene Volk hinters Licht führen will. Lesen Sie dazu bitte auch einen interessanten Bericht von Markus Melzl in der bazonline.

UNO-Migratinspakt: Nein danke!
https://bazonline.ch/schweiz/standard/unomigrationspakt-nein-danke/story/16907973

Wenn der Vertrag unverbindlich ist, dann ist es kein Vertrag. Auch eine Unterschrift wäre nicht nötig.

Ich vermute, dass Merkel den GCM als ihr politisches Vermächtnis erklären wird.

Wie auch immer – man muss sie abhalten, diese Unterschrift zu leisten.