Demoskopische Brand(enburg)-Meldung für den Parteienstaat: SPD 23, CDU 23, AfD 22

Alles spricht dafür, dass die Parteien der Berliner Republik-Führung eine Niederlage nach der anderen erleben.

© Sean Gallup/Gety Images

Außer Luxemburg, keine 600.000 Einwohner (kleiner als Bremen) steht politisch in keiner einzigen wichtigen Frage ein Mitgliedsland der EU, wohl auch keines in ganz Europa, an der Seite der Berliner Republik-Führung. Diese hat immer noch den Sand in den Augen, der als Beiprodukt des endlosen, unbegrenzten Zahlungsflusses der Berliner Republik-Führung in den Süden der EU rinnt. Aus der Geschichte könnten die Agierenden und ihre Büchsenspanner wissen, dass man mit Geld keine Freunde gewinnt, sondern im Gegenteil Feinde erwirbt, weil Abhängigkeit Antipathie gebiert, nicht Sympathie.

Aber das politische Berlin ist als Kopf der Berliner Republik nicht nur in der EU und ganz Europa von Andersdenkenden eingekreist, sondern auf dem „besten“ Wege, innenpolitisch eingekreist zu werden: von Landesregierungen, die sich gegen die Berliner Republik-Führung ausrichten. Aktuelles Signal ist die demoskopische Momentaufnahme in Brandenburg, die sich für die Parteien der Berliner Republik-Führung wahrscheinlich eher verschlechtern als verbessern wird.

Kann sich dann die Bundestags-Weiter-So-Front unter einer Art nicht moderierender Moderation von Angela Merkel nur noch ein Stück über die Runden retten, wenn genügend oder gar alle Parteien der Berliner Republik-Führung sozusagen gegen die AfD koalieren, um eine Mehrheit zustande zu bringen, feiert die „Nationale Front“ der DDR Auferstehung.

In diesem Oktober wählen Bayern und Hessen ihre Landtage, Bayern auch seine Bezirkstage. Davor sind am 6. Mai Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein. Signale der Ergebnisse dieser Wahlen werden das Superwahljahr 2019 beeinflussen, aber vermutlich noch keine ultimativen Folgen für die Parteien der Berliner Republik-Führung haben. Die CSU in Bayern mit absoluter Mehrheit wäre eine Sensation, wahrscheinlicher ist, dass sich Söder einen Koalitionspartner wählt. Mit Schwarzgrün in Hessen ist es wohl vorbei, dann eben Schwarzrot oder Jamaika. 2018 überlebt die Berliner Republik-Führung. Wenn nicht Unvorhersehbares geschieht.

2019 sind im Frühjahr Kommunalwahlen in zehn Bundesländern, darunter Brandenburg. Landtagswahlen stehen im Sommer in Sachsen an, im Herbst in Brandenburg und Thüringen. Vor allem aber findet am 26. Mai mit der Europawahl die Testwahl für die nächste Bundestagswahl statt. Zur Zeit kann ich keinen Grund für die Annahme ausmachen, dass die Ergebnisse der Wahl zum Europaparlament für die Parteien, die schon länger da sind, besser ausgehen als bei der letzten Bundestagswahl.

Alles spricht von heute aus gesehen dafür, dass die Parteien der Berliner Republik-Führung das ganze Jahr 2019 über eine Niederlage nach der anderen erleben.

Deshalb spricht auch alles dafür, dass der Berliner Republik-Führung nach und nach Landesregierungen gegenüberstehen, die der Politikrichtung der Bundestags-Weiter-So-Front nicht mehr folgt. Draußen isoliert und drinnen. Doppelte Einkreisung.

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Kommentare ( 91 )

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91 Kommentare auf "Demoskopische Brand(enburg)-Meldung für den Parteienstaat: SPD 23, CDU 23, AfD 22"

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Die etablierten Parteien CDU CSU, SPD, FDP, Grüne und zum Teil auch die Linke wussten schon, warum sie keine Neuwahlen wollten. Die Fraktion der weiterso Politiker mit ihrer Frontfrau Angela Merkel sind sich darüber im klaren gewesen, dass dies Machtverlust hätte bedeutet. Zur Sicherung ihrer Macht haben sie alles mögliche getan, um Neuwahlen abzuwenden. Ich stelle hier mal die ernsthafte Frage, wer denn tatsächlich daran glaubt, einen Brandstifter den Auftrag zur Löschung des Brandes zu erteilen und folglich erwartet, der Brand würde gelöscht. Die Tatsache, dass es mittlerweile innerhalb Deutschlands möglich ist solche Politiker erneut zu wählen beweist doch lediglich… Mehr

Die etablierten Parteien CDU CSU, SPD, FDP, Grüne und zum Teil auch die Linke wussten schon, warum sie keine Neuwahlen wollten
Zitatende

Riecht nach SED gelle?

Da wird sich schon in diesem Jahr einiges zusätzlich für die neuen Konservativen verändern, denn bei weiterem schleichenden Verfall kann es sich eigentlich keine Partei mehr leisten mit dem anderen zu koalieren, will er nicht selbst noch mehr in den Strudel geraten und deswegen werden sich aus heutiger Sicht noch völlig neue Perspektiven bilden und das fängt an mit dem Sturz und der Entsorgung der jeweils führenden Politiker innerhalb der Groko und geht weiter mit neuen Parteimodellen jenseits von links, was zwar noch niemand ahnt oder gar glaubt, es wird aber so kommen und das ist dann das Ergebnis einer… Mehr

Ich sehe im Chart eine linke Mehrheit…….dann kann Frau Merkel gelassen in den Ruhestand gehen, denn sie hat ihr Ziel erreicht und ist wieder zu Hause angekommen…..in der (neuen) DDR…..befreit vom widerborstigen Bürgertum.

Wer will denn Frau Merke in der neuen DDR haben?

Wenn man das Agieren der Altparteien im Bundestag beobachtet, steht der Absturz derselben erst noch bevor. Die AfD macht Politik im Interesse der deutschen Bürger: Grenzsicherung und Stoppen der Massenmigration, Diesel und Benziner, EU und Euro, Einfluss des Islam zurückdrängen, Energiewende stoppen, Bundeswehr, Familien u.a.m. Dass dies kein Bürger mitbekommt, dafür sorgen leider die meisten Medien und vor allem die ÖR. Zu Talkshows wird die AfD gar nicht mehr eingeladen. Einziges Ziel der Einheitsfront scheint zu sein, „dass die AfD aus dem Bundestag wieder verschwindet“ (Dobrindt).

Gut am Umfrageergebnis finde ich, daß keine der vier linken Parteien über dem Niveau der AfD liegt und die Grünen sogar um den Einzug in den Landtag bangen müssen. Nicht so toll finde ich, daß die LINKE immer noch bei 17% liegt. Die vier können also tatsächlich, wie ein Kommentator hier geschrieben hat, eine „Nationale Front“ bilden. Die CDU würde in solch einer Koalition allerdings untergehen und das ist gut so.

„Nationale Front“ ? Iiigittigitt, doch nicht mit AM und AN. Das hört sich doch voll Nazi an
Da gibt es nur eins: „HOCH DIE INTERNATIONALE BUNTE FRONT!“

Leider ist trotz allem keine Kehrtwende der Regierenden in Sicht – sie merkeln es einfach nicht, wie das Volk der Deutschen inzwischen die Lage der Nation sieht! Eine Umkehr ist erst dann möglich, wenn CDUCSUSPDLinkeFDPB90 zusammen nicht mehr die Mehrheit haben, und diese Situation ist noch in weiter Ferne. Naja, wie auch immer – diese Parteien werde ich in meinem Leben nie mehr wählen – und wenn viele so denken, gibt es vielleciht doch noch eine Überlebenschance für unser(!) Deutschland…

Nett geschrieben, Herr Goergen!
Ich hoffe, es klatscht dort, und es klatscht so laut, daß es in der gesamten Republik unmissverständlich vernommen wird. Die CDU (die sich der SED-Nachfolgepartei ganz offen als Koalitionspartner anbiedert) hat fertig. Die SPD (wahrscheinlich bald unter Bätschi-Nahles) auch.
Führer und Republik-Führungen (in Ost wie West) waren nie gut für dieses Land.

Leider braucht does Afd 50% + um tatsächlich regieren zu können .
Und das bleibt für die nächsten Jahre noch eine Illusion.
Im Zweifel verbünde sich alle anderen Farben zu einem neuen Brei.
Die eine oder andere , zu vermuten bei Gelb wird sich bis dahin marginalisiert haben

Viel eher sind 50 % + für die CDU/CSU erreichbar, haben sie aktuell ja
schon ca. 34 %.
Es ist die „Zangsjacke“ SPD und deren medialen Helfershelfer in Print
und ÖR, die in den 3 GroKo´s das negative Bild der
jeweiligen Regierung bis heute bestimmt.

Für die AfD sehe ich eine ähnliche Entwicklung wie einst die 14 %-Partei
FDP in 2009. Leider. Von den Medien massiv „runtergeschrieben“, war
selbst die FDP nach über 60 Jahren 2013 nicht mehr im Bundestag.

@Karel: Die CDU wird – zumindest unter Merkel mit dem „weiterso-Modus“ – nie und nimmer mehr auch nur annähernd in den Bereich einer absoluten Mehrheit kommen. Und das trotz einer SPD auf „Record-Low-Niveau“.

Und die FDP war dermaßen abgeschmiert, weil man die 1. GroKo unter Merkel abgewählt hatte und sich einen Politikwechsel davon erhoffte. Der aber nicht kam.

Wäre die AfD in der Regierung, und würde dort auf einmal die Merkel-Politik mittragen, dann würde sie in der Tat so abschmieren, wie die FDP 2013. Da das aber nicht der Fall ist, besteht da kein Grund zur Beunruhigung.

Es dürften 25 bis 30 Prozent genügen. Man blicke nach Österreich!

@Robert Popert: In der Tat geht es in Österreich (noch?) nicht mit 7-Meilen-Stiefeln voran. Aber es geht voran. Die Zahl der „Außerlandesbringungen“ steigt (+50% in Januar und Februar 2018), die Zahl der Asylerstanträge sinkt.

Man ist dort kurz vor dem „Break-Even“ (ca. 900 zu 1150 pro Monat in Januar und Februar 2018).

Hierzulande ist dagegen die Zahl der „Außerlandesbringungen“ stark rückläufig, bei konstant hohen neuen Asylanträgen (ca. 4500 zu 14.000 pro Monat)

Naja, wir schieben 8 mit dem Flieger ab und holen jetzt aus Afrika mal eben wieder 10.000 mit dem Flieger ganz offiziel rein..
ist auch ne Logik

Da ändert sich schon etwas.

Auch die linke Polit-Propaganda von manchem ORF-„Journalisten“ wird von FPÖ/ÖVP nicht länger widerspruchlos hingenommen.

Wie bitte? Die Regierung in Österreich ist etwas mehr als 100 Tage im Amt. Die Vorgänger hatten Jahrezehnte Zeit, den Karren in den Dreck zu fahren und das soll nun so schnell mal in ein paar Monaten ausgebügelt werden? Lichtgeschwindigkeit ist in der Politik noch nicht erfunden. Und wer genau hinsieht, der wird merken, dass in den 100 Tagen mehr passiert ist, als woanders überhaupt. Lasst die einfach mal arbeiten. In der Ruhe liegt die Kraft 😉

Das ist ja alles zu Genüge diskutiert, dankenswerterweise ruft Fritz Goergen dies in seiner Kolumne immer wieder in Erinnerung. Ausdiskutiert ist aber auch, warum nach wie vor, je nach Region und Bundesland, zwei Drittel bis vier Fünftel die AfD NICHT wählen. Und daher erscheint mir, als Auslöser eines echten Umbruches, ein Ereignis in der Zukunft viel wichtiger als das gegenwärtige Handeln der Merkel-Regierung: In den Wirtschaftsteilen des seriösen Teils der MSM mehren sich die Hinweise auf Indikatoren, daß wir noch VOR 2021, eher sogar schon im kommenden Jahr, in einen Abschwung, wenn nicht gar profunde Wirtschaftskrise ähnlich denen nach 2001… Mehr
Wenn der Rechtsstaat in diesem Land wieder hergestellt werden soll, muss gewährleistet sein, dass eine Landesregierung bereit ist, eine (bzw. mehrere) abstrakte Normenkontrollklagen vor dem Verfassungsgericht durchzuführen (Migration, NetzDG und Co.). Logischerweise kann diese Landesregierung nicht Union und SPD beinhalten. Derzeit sieht es noch nicht so aus, als würde es 2019 irgendeine Regierung ohne Union und SPD geben können. Allerdings wäre es möglich, dass Union und SPD so schlecht abschneiden, evtl. Grüne die 5 Prozent nicht schaffen und FDP im einstelligen Bereich ist, dass sie tatsächlich gezwungen wären, für eine Regierung mit der Linken zu koalieren, wenn die AfD entsprechend… Mehr