Leitkultur und Bundeswehr

Vorurteile sind gelegentlich so zementiert, dass sie nie mehr aufgelöst werden können. Beim Steuersplitting, bei der Bundeswehr und bei der Leitkultur.

„Ja, ich will! Mit dir Splitten!“ Die Headline zu Lydia Rosenfelders Story erläutert, dass To Split so viel wie Teilen bedeutet. Ehepartner teilen sich Freud und Leid, und die Steuerlast ebenso wie die Steuervergünstigung.

Rosenfeld gebührt der Verdienst, gegen eine Armee von Dümmel-Argumenten zu Felde zu ziehen: Dass der Splitting-Vorteil ungerecht sei und Frauen an der Karriere hindere, die Erwerbsbeteiligung von Frauen blockiere. Das stimmt nur, weil das Steuerrecht zu kompliziert ist für das Verständnis, dass eine andere Steuerklassenwahl das herbeigeredete Problem löst. Und dass die Fiktion des Gesetzgebers eben davon ausgeht, dass Eheleute den Ertrag ihrer Arbeit teilen, und nicht getrennt steuerlich und sonstwie verfrühstücken. Sie räumt auf mit dem Vorurteil der Unzulässigkeit, denn Kritik am Splitting lässt eher auf ungenügende Befassung mit dem Lohnsteuerjahresausgleich schließen denn auf Ungleichbehandlung. Leider wird Rosenfelders Beitrag wirkungslos bleiben. Vorurteile sind gelegentlich so zementiert, dass sie nie mehr aufgelöst werden können. Und die Abschaffung des Splittings wird nur die Steuerbelastung insgesamt erhöhen und insbesondere diejenigen von Familien, die kleine Kinder großziehen. Aber vermutlich gibt es dann wieder ein Schwesig-Programm zur staatlichen Förderung von Kleinkindbetreuung, es wäre doch gelacht, wenn wir nicht eine teure Lösung für ein Problem finden, das die Politik selbst erzeugt.

Blick zurück – nach vorn
Blackbox KW 18 – Sind wir nicht alle ein bisschen Uschi?
Ähnlich gegen den Strich bürstet Georg Meck das Wirken der Bundesministerin Ursula von der Leyen, die vorübergehend zur Verteidigungsministerin ihrer Karriere wurde. Sie ist eine hundsmiserable Managerin, geradezu die Karikatur eines Chefs von vorgestern – alle haben Schuld, nur der Chef hat Recht. Unbedingt und unbegrenzt, und bei offenkundigem Chefversagen gilt: Der Chef hat Recht. Von der Leyen bläst Einzelfall zum Generalverdacht auf und beschimpft die gesamte Truppe. „Wie diejenigen sich fühlen, die dermaßen vorgeführt werden, der weiterhin ihre Knochen und ihren Kopf hinhalten sollen, das vergißt diese Art von Chef gerne.“

Längst ist von der Leyen wieder ganz zeitgeistgemäß in Führung. Sie läßt jede Kaserne durchsuchen, ob nicht irgendwo ein Fitzelchen zu finden sei, dass ihren Vorwurf des Haltungsschadens rechtfertigen könne. Und wetten: Es wird gefunden. Klar, bei 180.000 Soldaten wird sich sicherlich für Alles und Jedes ein Beleg finden lassen, gerne auch für das Gegenteil übrigens. Aber jetzt führt die Ministerin, „die schon länger im Verdacht“ stehe, „Richtschnur für ihr persönliches Fortkommen sei einzig und allein ihr persönliches Fortkommen“, eine strenge Entnazifizierung ohne Nazis durch. Es wird schon etwas hängenbleiben. Irgendwas, und begierig aufgegriffen.

„Wie braun ist unsere Truppe wirklich?“, mit Fragezeichen, will die BamS wissen. „Immer neue Fälle Kommens ans Licht“, weiß das Blatt und zählt eine alte oder auch mehrere Wehrmachtsknarren und ein Landserbild auf. Ist ein historisches Gewehr schon Nazi? Verherrlichung? Da darf Ursula von der Leyen im Arm eines KSK-Soldaten als unbedingte Aufklärerin posen, natürlich mit einer schicken Splitterschutzbrille, die sie bei der Show, für die sie steht, garantiert nicht braucht. Man könnte es Fake-News nennen.

Der Soldat riskiert übrigens seine Knochen. Frau von der Leyen nicht mal ihre Pension. Immerhin 280 Verdachtsfälle bei der Bundeswehr. Bei 180.000 Soldaten und weiteren zivilen Mitarbeitern? irgendwo um die 0,15 Prozent. Da muss man unbedingt ran. Sofort. Schlechte Ausrüstung, keine Panzer, die fahren, keine Munition für die Gewehre und keine Hubschrauber, außer für die Truppenbesuche der Ministerin? Kein Thema. Alles vergessen.

Dankenswerter Weise formuliert Chefredakteurin Marion Horn im Kommentar: „Dabei geht der eigentliche Skandal unter: Das Bundesamt für Migration hat einen deutschen Oberleutnant offiziell als syrischen Flüchtling anerkannt. Geht´s noch?“.
Ansonsten feiert sich BamS zu Recht mit Stimmung zu „Wir sind nicht Burka“ des Bundesinnenministers.

Deutlich mehr Zustimmung wird aufgeführt; SPD-Martin Schulz und Grünen-Chef Cem Özdemir sind klar dagegen. Das Grundgesetz reicht. Was die beiden nicht sagen: Kaum eine andere Verfassung wird so häufig verändert wie das Grundgesetz. Willkommen bei der Gummi-Leitkultur.

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Kommentare ( 26 )

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Es kam wie es kommen musste. Wenn man von der Materie keine, aber auch absolut gar keine Ahnung hat und nur karrieregeil ist, muss es zu solchen Auswüchsen kommen. Frau von der Leyen ist das Paradebeispiel für eine absolute, in der Geschichte der Bundeswehr einmalige Fehlbesetzung. Die Truppe ist ohne eigenes Verschulden schon angeschlagen genug, die Frau Minister wird ihr den Gnadenstoß versetzen.

Was soll der Sch..ß. Machen wir Nägel mit Köpfen. Ich finde man sollte die „leichte Sprache“ und damit auch das flache Denken der Einfachheit halber auf zwei Vokabeln reduzieren: Moralisch (=Regierung=richtig) und Nazi (Alle Anderen=falsch). Wenn ich als potentieller Verteidiger dieser Gesellschaft derart abwertend behandelt werden würde (Soldaten sind Mörder und Nazis, bla, bla bla), würde ich mir überlegen dem Feind persönlich noch die Tür zu öffnen. Das ist sehr überspitzt formuliert aber innerlich würde ich kündigen. Ist die Bundeswehr zu einer weiteren inhaltslosen Simulation verkommen? Will man gar nicht von den Truppen im Ernstfall verteidigt werden? Die Truppe als… Mehr

Auch wenn „Teilen“ oder Neusprech „sharen“ absolut in zu sein scheint, so
werde ich die derzeitige Ideologie der Mainstreampolitik nicht teilen.
Eine Patriotin zu sein ist mir wichtiger, als „everybodys darling“.

Und wieso ist der Offizier eigentlich noch in Untersuchungshaft? Wir haben in Deutschland 1000 hochgefährlich Islamisten frei rumlaufen, aber einer der „Nazi“ sein soll, weil es ins Weltbild passt und von Problemen ablenkt, wird eingebuchtet.
Die sind doch richtig krank in Berlin. Seit die aus Bonn weg sind fehlt jede Erdung.

Ich kann diese ganz „Umerziehung“ und „Bilderstürmerei“ nicht mehr ertragen ! Ich habe es satt ! Kasernen werden umbenannt. Straßen werden umbenannt. Beispiele dafür kennt man aus jeder Stadt in ganz Deutschland. Von der Leyen hat eines nicht erkannt: Eine Armee braucht Traditionen ! Warum tragen denn die englischen Regimenter wie z. B. die Scotts Guards ihre „battle honours“ auf ihren Fahnen ? Warum werden denn in Frankreich die „Grognards“ der alten Garde Napoleons so in Ehren gehalten ? Eben WEIL man sich gerade beim Militär in allen Ländern in allen Zeiten in allen Einheiten über die Vergangenheit definiert !… Mehr

Ach, Leute… nicht die Bundeswehr, die asymmetrische Armee islamischer Landnehmer und ihrer Verbände muß durchsucht werden, deren Büros, Treffpunkte und Moscheen nach Christen-, staats- und deutschenfeindlichen Symbolen.

FAZ: 21:12 Oliver Georgi
„Die wichtigste Pariser Moschee erklärt, die Wahl Macrons sei ein Zeichen für eine Versöhnung zwischen den Religionen in Frankreich. Der Sieg lasse hoffen, dass französische Muslime in Harmonie und Respekt leben könnten“. Bon nuit.

Ma chere Luisa,
Auf die Gefahr hin, dass Sie mich nun als Korinthenkacker bezeichnen, aber bei den Franzosen ist die Nacht ebenfalls „weiblich“. (Gruß vom Deich)

Irgendwie kann ich mich nicht an so einen gigantischen medialen Aufriss erinnern, als im letzten Jahr zig Islamisten in der Bundeswehr enttarnt wurden?

Schon Albert Einstein wusste, dass es leichter sei, ein Atom als ein Vorurteil zu zertrümmern!
Und die BamS hätte besser getitelt: Links, zwo, drei, vier. Die gewählte Formulierung ist mal wieder Schmierentheater der feinsten Güte und stellt eben auch nicht weniger als die gesamte Bundeswehr unter Generalverdacht! Soweit wieder mal zur Hofberichterstattung!
Dass die Linken es mit der Kultur, zumal mit der aussagefähigen, nicht so haben, dürfte inzwischen auch jedem bekannt sein, der sich in den letzten Jahren noch getraut hat, in irgendein Theater dieser Republik zu gehen um sich ein „zeitgenössisches“ Stück anzutun!