Quarantäneschiffe für „Flüchtlinge“ kosten viel Geld, bei den Bürgern kommen Corona-Hilfen nicht an

"Über vier Millionen Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) für 285 Betten. Ungefähr 40.000 Euro pro Tag für die 101 Tage des in der Ausschreibung vorgesehenen Vertrags. Das sind etwa 160 Euro pro Tag pro Migrant, mehr oder weniger, oder etwa 4.800 Euro pro Monat für jeden Gast an Bord.", schreibt die italienische Zeitung "Il Giornale" über den teuren Staatsauftrag.

imago Images/Penofoto

Man kann es auch so ausdrücken: Im Ausnahmezustand befand sich Italien bereits vor dem Ausbruch der Pandemie. Die Wirtschaft stagnierte, die Conte-II-Regierung mit den Sozialisten und der Fünfsterne-Bewegung verbrachte – nachdem Salvinis Lega freiwillig von Bord gegangen war – , mehr Zeit damit, sich über Richtungswechsel heiß zu diskutieren und die Häfen wieder unkontrolliert zu öffnen.

Frei der Maxime aus der deutschen Politik folgend, jeder illegale männliche Migrant (Frauen und Kinder sind absolut in Unterzahl) sei herzlich willkommen, verabschiedete sich diese zweite Regierungskoalition unter Premier Giuseppe Conte von Salvinis Sicherheits- und Migrationsdekret, der Porti chiusi, der geschlossenen Häfen.

Mit der Corona-Pandemie, die das „Bel Paese“ absolut in die Knie gezwungen hat, hatte sich das Land aber die großen Probleme selbst eingebrockt. Die Lombardei, im besonderen die Region der europäisch-industriellen Lieferketten-Metropole um Mailand und Bergamo, wurde zwar sehr arg gebeutelt, doch deswegen ganz Italien über fast zwölf Wochen hinweg in eine Massenquarantäne zu sperren? Kein Espresso an der Bar, kein Flanieren und schon gar nicht am Meer?

All das, während die Zuwanderung und illegale Migration weiterhin ihren ganz normalen Gang nahm? Das ist kaum mehr zu vermitteln an die italienischen Bürger und Frohnaturen – die dann nach drei Wochen auch das kollektive Singen von ihren Balkonen einstellten.

Die groß angekündigte Coronahilfe, knapp 400 Millionen für Supermarkteinkäufe, waren ein Tropfen auf dem heißen Stein. Millionen von Italiener mussten darben, sahen davon wenig bis nichts, Unternehmen stehen vor der Pleite.

Und dann machen die recherchierten Zahlen des Reporters Giuseppe De Lorenzo von Il Giornale die Runde. Zu der zuvor beschriebenen angespannten Situation ist es dann auch kein Wunder, dass die Wut der meisten italienischen Bürger immer weiter anwächst. Weniger über die illegalen Zuwanderer, Schleppermafia und NGO, als viel mehr über die Conte-Regierung, die kein Geld für die Bevölkerung zu haben scheint – für die Unterbringung und Quarantäne der illegalen Zuwanderer aber sehr wohl – und das nicht zu knapp.

Auch während der Pandemie hat die Migration über das Mittelmeer nicht aufgehört. Salvinis Mann und Legasekretär in der Lombardei, Paolo Grimoldi, nennt ein paar offizielle Zahlen: „Inzwischen sprechen die Daten eine deutliche Sprache. Und zwar, dass seit Anfang des Jahres, 9.706 Menschen in Italien angekommen sind, gegenüber den 3.186 im gleichen Zeitraum vor einem Jahr.“ Sprich: trotz des Lockdowns sind die Zahlen nach oben geschnellt.

Damit jedoch nicht genug. Italien hatte das Virus im Griff, so schien es, wochenlang gab es Covid-19-freie Regionen und nur noch geringe Zahlen zu Neuinfektionen. Mit den neuen Ankünften und nun endlich auch den damit einhergehenden Testungen, sind die Zahlen möglicher Corona-Spreader wieder angestiegen. In den letzten Tagen wurden, sowohl in Kalabrien als auch in Sizilien, mehrere neue Fälle mit Corona infizierten Personen registriert.

Angst, aber auch ein stückweit Frust machen sich breit, denn das hart erkämpfte und zurückgewonnene Alltagsleben möchten die Italiener nach den harten und entbehrungsreichen Wochen und Monaten des Lockdown nicht mehr aufgeben.

Die Gouverneure der jeweiligen Regionen befürchten nun, dass eine Wiederansteckung die bisher unternommenen Anstrengungen zur Virusvermeidung/-reduzierung zunichte machen könnte.

Doch, so klagen nicht wenige Oppositionspolitiker und Bürger, während die Polizisten nach einer rigorosen „Blockierung der Anlandungen“ rufen, (in Siderno, im südlichen Teil Kalabriens befindet sich die Polizeistation nach dem Kontakt mit infizierten Personen in Quarantäne), sei die Regierung vorerst darum bemüht, eine nette und angemessene Unterkunft für diejenigen zu finden, die bereits angekommen sind, sowie für weitere Ankommenden, ganz nach EU-Geschmack, wie es scheint. Denn, die EU lässt Italien die Zuwanderung von Migranten mit potenziellen Corona-Infizierten selbst abwickeln.

Und die Kosten dieses Projekts wirken schon ein wenig exorbitant in den Ohren derer, die wochenlang fast oder komplett ohne finanzielle Hilfe auf alles verzichtet haben: die Italiener selbst.

Oder wie lesen sich diese Zahlen von der Tageszeitung Il Giornale, die gerade frisch veröffentlicht wurden?

  • Über vier Millionen Euro (zzgl. MwSt.) für 285 Betten.
  • Etwa 40.000 Euro pro Tag für die in der offiziellen Ankündigung vorgesehenen 101 Vertragstage.
  • Das wären ungefähr 160 € pro Tag und Migrant, rechnet die Redaktion vor.

Viele kleinere Summen machen am Ende eine große, so das Fazit.

Summa summarum ungefähr 4.800 Euro an monatlichen Ausgaben, für jeden einzelnen Gast an Bord der extra gebuchten Passagierschiffe, die sonst eher als Taxen zwischen dem Festland und den Inseln fungieren.

Dies alles sind quasi die von der Regierung bereitgestellten Gelder zur Anmietung neuer Schiffe, für die Aufnahme von Migranten – die entweder „auf See gerettet“ wurden, oder selbstständig angekommen seien, noch während der anhaltenden Zeit der Corona-Notfallgesetze, die immer mehr Bürger kritisch hinterfragen. Viele meinen, die Regierung wolle damit nur ihre Macht sichern.

Hinzu kommt, dass der italienische Katastrophenschutz erst neulich den Plan bekannt gab, dass das für die Notfallperiode typische Verfahren nun abgekürzt werde.

Innerhalb von 24 Stunden nach Unterzeichnung des Mietvertrags muss der Eigner die Schiffe an die Südküste Siziliens schicken, um die neu angekommenen und von Bord gegangenen Migranten aufnehmen zu können. Viele Migranten sollen dann vom Deck der NGO-Schiffe auf die legal gecharterten Schiffe italienischer Unternehmer wechseln.

„Die Schiffe müssen laut technischem Anhang in der Lage sein, Umladungen durchzuführen, über genügend Kabinen für 250 Migranten (möglicherweise zur einmaligen Verwendung), einen kontrollierten Einschließungsbereich für mindestens zehn Migranten mit Covid-19-Symptomen und die Verfügbarkeit von zehn Einzelkabinen (mit eigenem Bad) für die 35 für die Gesundheitsversorgung zuständigen Betreiber verfügen.“, so Il Giornale.

Zudem auch die Verfügbarkeit von zehn Einzelkabinen (mit eigenem Bad) für die circa 35 Fachkräfte der medizinischen Leitung und Gesundheitsversorgung.

Der Vertrag läuft dann am 31. Oktober aus, es sei denn, der Ausnahmezustand wird verlängert, oder auch vorzeitig beendet. Die Gesamtbetriebskosten für 101 Tage lauten also: 4.037.475,00 € zzgl. MwSt. Darunter 3 Mio für die Miete und etwa 1 Million für die Einzahlung „entsprechend der Anzahl der tatsächlich aufgenommenen Migranten“. Eine Art flexibles Geld.

Solche Vorgaben können ausschließlich große Boote, und Schiffe, wie die von „Moby Zaza“, umsetzen. Dieses Unternehmen hat sein Schiff bereits seit zwei Monaten im Hafen, Porto Empedocle, in Sizilien (Region Agrigent) stationiert, und bisher lief alles geordnet.

„Die italienischen Bürger, viele von ihnen ohne Einkommen, ohne jede Form von Unterstützung, mit ihren Steuern sind gezwungen, für nur 250 Einwanderer 40 Tausend Euro pro Tag auszugeben“, greift Paolo Grimoldi, Sekretär der Lombardischen Liga, an. „Erinnern wir uns daran, dass diese illegalen Einwanderer als Flüchtlinge vor allem aus Tunesien und Bangladesch kamen, wo seit mehr als einem halben Jahrhundert keine Kriege mehr geführt wurden: Es handelt sich um Wirtschaftsmigranten, die keinerlei Anspruch auf eine Form des Schutzes haben“, schreibt Il Giornale weiter.

Matteo Salvini und andere Vertreter der Lega, attackieren die Regierung und weisen darauf hin, dass es für die italienischen Bürger kaum Geld gegeben habe, aber für ihre ganz eigene Art von Grenzschutz, meinte Salvini süffisant, setze die Regierung Millionen ein, um illegale Migranten zu empfangen. Dieses Geld wäre besser für die Italiener eingesetzt worden, stattdessen setzte man auch die Strafen für die NGO herab, was deren Aktionen wieder lukrativer mache.

„Einerseits senkt die Regierung die Bußgelder für NGOs, die illegale Einwanderer nach Italien transportieren (was sie weniger anzüglich macht als eine Geldstrafe auf der Autobahn), andererseits setzt sie 4 Millionen plus Mehrwertsteuer ein, um Schiffe zur Aufnahme zu mieten.“, zitiert die Zeitung Salvini.

Paolo Grimoldi meint, Italien (und mit zeitlicher Verzögerung auch Deutschland) stünde ein heißer Sommer und Herbst bevor. Geplant sei momentan nur für circa 250 Migranten. Aber fast 10.000 seien bereits angekommen.

Bis Ende des Sommers würde sich die Zahl gegebenenfalls verfünffachen, so Grimoldi, und macht das Rechenbeispiel auf:

„Kalkulieren sie einfach mit 160 Euro pro Tag, für 70. oder 80.000 Migranten…“

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Kommentare ( 20 )

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Thorsten
3 Monate her

Geld kann nur einmal ausgegeben werden entweder für Migranten oder Bürger. Da muss man halt Prioritäten setzen …

Cosa nostra
3 Monate her

Richtig zu Ende gedacht, sollten diese Schiffe, vollversorgt natürlich, in internationalen Gewässern bleiben, bis über die „Asylanträge“ entschieden wurde. Dann würde einmal im Monat der Pastadampfer die 2 Erfolgreichen nach Italien mitnehmen und jeden Tag gäbe es für die anderen 398 eine Rückreise mit den allerbesten Wünschen auch für die Familie.

Dann wären sie auch ihr Geld wert.

November Man
3 Monate her

So lange Deutschlands Regierung nicht weltweit, öffentlich und offiziell erklärt, dass die deutschen Grenzen ab sofort dicht geschlossen sind und keine Migranten aus aller Welt mehr aufgenommen werden, so lange werden die Migranten versuchen nach Deutschland zu kommen.
Und so lange trägt unsere Regierung, die das nicht tut, auch eine schwere Mitschuld an den Toten im Mittelmeer.

Korner
3 Monate her
Antworten an  November Man

Damit ist frühestens Ende nächsten Jahres zu rechnen. Ich freie mich darauf.

Ananda
3 Monate her

Mein erster Gedanke: Das Geld kommt garantiert aus Deutschland. Merkels Hauptprojekt ist es die illegale Migration zu fördern. Gefolgt von sich ein Imperium (EU) mit deutschen Steuermitteln zusammen zu kaufen. Zuckerbrot und Peitsche, mit veruntreuten Geldern.

T. Pohl
3 Monate her

Lieber Herr Deriu, auch Sie sollten sich nicht der „Infektions“-Semantik befleissigen. Die Mechanik der pcr-Tests hat es offensichtlich in sich, dass auch Menschlein, die den „Virus“ via Immunsystem abwehren konnten, noch einige Zeit lang dessen Fragemente im Körper haben, die wenn via pcr-Test nachgewiesen die Präsenz des Virus zu irgendeinem Zeitpunkt anzeigen, nicht jedoch Symptome (=eine Erkrankung). Daher sind die Infizierten kein guter Indikator für den Krisenzustand in der herbeigeredeten Pandemie. Das ganze erinnert mich an die Sarg-Szenen aus Norditalien die in der zweiten Märzhälfte in Dauerschleife im Deutsch-TV liefen, um den Menschen Angst zu machen. Dabei ist das Ganze,… Mehr

birgitschlattmann
3 Monate her

Es ist wie bei uns in Deutschland Wenn die Italiener keine Italiener mehr sein wollen wählen Sie den Sozialismus. All animals are equal,but some animals are more equal.Das verstehen Hühner ,Lämmer und Lemminge nicht…..Die Hunde bläuen es den „Nutzen-Bringenden“ ein (früher die SA,heute Antifa)…Italien hat doch wahrlich Erfahrungen mit dem Faschismus gemacht. Warum wieder der Weg in Unterdrückung?

Cosa nostra
3 Monate her
Antworten an  birgitschlattmann

Die „Farm der Tiere“…sicher auf der Blacklist des ÖRR. Das könnte Teile der Bevölkerung verunsichern.

Frank v Broeckel
3 Monate her

Zumeist nichteuropäische Ersatzenkel genannt Flüchtlinge kosten also immer noch sehr viel Geld, weil alle anderen alteuropäischen Völkerschaften ihre eigenen wenigen jungen Menschen zur Aufrechterhaltung ihrer eigenen Staaten IMMER noch selbst dringend benötigen!

Und bis zum Sankt Nimmerleinstag ändert sich an dieser Tatsache auch nichts mehr!

StefanB
3 Monate her

Auch in Italien läuft es unter Conte & Co. kein bisschen anders, als im linksgrün regierten Deutschland. Die „edlen Fremden“ werden mit Willkommensgeld überschüttet, während sich die eigene Bevölkerung hinten anstellen muss. Und selbstredend gibt es auch hier die Profiteure in der Asyl- und Sozialindustrie, gefüttert unter anderem mit deutschen Steuergeldern aus den angeblichen Corona-Wiederaufbauhilfen.

Peter Silie
3 Monate her

In Deutschland ist der Staat reich und der Bürger arm. In den Süd- und Krisenländern ist es genau umgekehrt. Das durchschn. Vermögen so wie die Immobilieneigentumsquote liegen in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland etc. rund doppelt so hoch wie in Deutschland. Warum soll der viel ärmere Deutsche den viel reicheren Italiener retten? Auch Griechenland hatte zur Zeit seiner Rettung so viel eigenes Vermögen im Land, daß es seine Schulden hätte drei mal bedienen können. Zuerst sollte der Staat ja wohl an das Vermögen seiner eigenen Bürger ran, bevor er sich von (ärmeren) Anderen beschenken läßt. Unsere gewählten Vertreter sollten jedem Bürger… Mehr

Biskaborn
3 Monate her

Jetzt wissen wir auch, warum deutsche Steuergelder in Milliardenhöhe für Italien bereitgestellt werden. Weniger für die italienische Bevölkerung und Wirtschaft als vielmehr für die Aufnahme und Beköstigung der illegalen Migranten. Es bleibt zu hoffen, dass die Italiener den Linken Conte endlich aus dem Amt jagen. Was Deutschland anbelangt, klar kommen im Herbst wieder Massen Illegaler nach Deutschland, die Asylindustrie braucht Nachschub und viele deutsche Städte haben offensichtlich längst nicht genug Migranten in ihren Städten. Aber auch das interessiert nur die wenigsten Deutschen.