Niederlande: erneute Bauernproteste

Ziel der Politik in unserem Nachbarland, sagen die Bauern: Die Landwirtschaft soll verschwinden. Die holländischen Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie sollen letztlich ihre Betriebe aufgeben und betonen: Der Kampf sei nicht vorbei.

imago images / Pro Shots
Heftige Szenen spielen sich im niederländischen Assen ab: Am Mittwoch versuchten mehrere hundert Landwirte, mit ihren Traktoren zur Polizeiwache Assen zu fahren und gegen die Verhaftung von 57 Kollegen zu protestieren. Aufgrund der vielen Bauernproteste mit Traktoren erließen die Behörden ein Demonstrationsverbot mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen in den Provinzen Friesland, Groningen und Drenthe.

Ursprünglich hatten Bauern einen Entsorgungsbetrieb in Wijster blockiert. Dabei soll nicht nur normale Polizei, sondern auch das Militär angerückt sein, um das Demonstrationsverbot durchzusetzen. Nach einer kurzen Diskussion zogen die Bauern mit ihren Traktoren wieder ab, ein Teil sei nach Hause gefahren, ein anderer Teil habe sich noch bei einem Unternehmer auf dessen Hof getroffen.

Nach weiteren Berichten von holländischen Bauern rückten Polizei und Militär vermummt an und umstellten das Gelände. Sie stürmten den Hof und hinderten jeden, wegzufahren. Alle Anwesenden seien verhaftet und in Bussen nach Assen zur Polizeistation transportiert worden. Besonders empörten sich Bauern in ihren Berichten, dass auch Frauen und Kinder mitgenommen worden seien.

Die Demonstranten sollen wegen Verstoßes gegen das Demonstrationsverbot eine Geldstrafe bezahlen. Sogar Militärpolizei habe sich nach diesen Berichten an vielen Kreuzungen mit schwerem Gerät postiert und Bauern mit ihren Traktoren aus dem Verkehr gezogen.

Aus Deutschland haben sich mehrere Gruppen auf den Weg nach Holland gemacht, einige wurden festgehalten, anderen gelang über Schleichwege die Fahrt zu ihren holländischen Kollegen. Zustände, die, so Berichte gegenüber TE, Landwirte bisher nicht für möglich gehalten hätten.

Die Bauern protestieren jetzt gegen die geplante Verminderung des Eiweißgehaltes im Tierfutter. Die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten will das durchsetzen, damit weniger Stickstoffe aus der Landwirtschaft kommen sollen. Die holländischen Bauern sollen nach den grünen Vorstellungen bereits auf die Hälfte ihres Viehs in den Ställen verzichten und auch weniger Dünger auf die Äcker ausbringen – ebenfalls aus Klimarettungsgründen.

In der Region Zeeland wollte die niederländische Landwirtschaftsministerin einen Betrieb besichtigen. Doch sie musste unter Polizeischutz unverrichteter Dinge wieder zurückfahren, die Bauern hatten Straßen blockiert.

Ziel der Politik in unserem Nachbarland, sagen die Bauern: Die Landwirtschaft soll verschwinden. Daher blockierten sie in den vergangenen Tagen wieder einzelne Lebensmittelgeschäfte, spontan und nicht abgesprochen, sodass die Polizei wenig Handhabe hatte. Auch war der Flughafen Groningen wieder Ziel einer Gruppe Traktorfahrer, die offenbar die Landebahn blockiert hatten.

Die holländischen Bauern stehen mit dem Rücken zur Wand. Sie sollen letztlich ihre Betriebe aufgeben und betonen: Der Kampf sei nicht vorbei.

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Kommentare ( 69 )

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69 Kommentare auf "Niederlande: erneute Bauernproteste"

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das Problem ist, dass die Bauern immer weniger Rückhalt in der Bevölkerung finden. Der Bauernverband überspannt den Bogen und die die Endverbraucher akzeptieren nicht mehr so einfach, dass nur sie die Verursacher wären. Inzwischen formieren sich unabhängige Bauern wie z.B. „Arbeitsgemeinschaftg Bäuerliche Landwirtschaft (ABL)“. Deren Vorsitzender fordert:“Wir müssen weg von der Exportorientierung, immer billiger für den Weltmarkt zu produzieren. Denn genau das hat uns in die Situation gebracht, dass wir einerseits immer intensiver wirtschaften sollen und andererseits immer neue Auflagen bekommen.“ Es ist die exzessive Landwirtschaft, dieses ständige nur auf Wachstum bauen, das die Bauern in den wirtschaftlichen Ruin treibt.… Mehr

Die kleinen Betriebe werden ökologisch korrekt plattgemacht, die industriellen Betriebe verboten. So kann man einen volxgesunden Vegetarismus auch durchsetzen.

Um mehr zu erfahren, habe ich „Bauernproteste Niederlande“ gegoogelt.

Der aktuellste Treffer stammt vom 8. Februar 2020. Darf dieses Thema nicht existieren?

Ist doch immer wieder interessant, wie schnell, effizient und durchgreiffähig die Sicherheitskräfte (inkl. Militär!) sein können, wenn’s gegen die eigenen Leute geht.

Egal ob hier, in Frankreich, oder in Holland.

Dann aber über fehlenden Respekt und sinkende Wertschätzung jammern.

Hm.

Was meinen Sie, warum bei der Bundeswehr die „Haltung“ der Soldaten überprüft wird … und warum die Wehrpflicht abgeschafft wurde. Dass eine Wehrpflichtigenarmee gegen die eigene Bevölkerung vorgeht, wäre recht unwahrscheinlich …

So ist es. Vor allem eine Armee, die einen Landesverteidigungsauftrag hat.
AKK wie auch VdL und auch schon Guttenberg hatten/haben offenslichtlich den Auftrag, die BW für neue EU-Pläne völlig umzukrempeln. Sie muss um jeden Preis entnationalisiert werden. Man achte auf die Aussagen von AKK in den letzten Tagen.
Früher hat der MdV sich für die Truppe eingesetzt. Heute macht SIE das Gegenteil. Ich halte das für strafbar.

Ein Teil der hollaendischen Bauern sind auch Schweinezuechter, die ihre Guelle nach Deutschland bringen zum Verklappen auf deutschen Aeckern. Das braucht hier auch niemand.

Die Gülle wird durchaus gebraucht, beispielsweise ist der Mais (von „Grünen“ gefördert, Biomasse) ein botanischer Vielfraß (Starkzehrer).
Natürlich wird auch viel Gülle unsachgemäß „verklappt“, aber das eher in Regionen, wo das Zeug nicht gebraucht wird bzw. die Abfahrt nicht lohnt, weil Mineraldünger günstiger käme.
Grundsätzlich gehört Gülle zu den „biologischen“ Düngemitteln, man sollte da nicht pauschal über einen Kamm scheren.

Wenn die Landwirtschaft in einem Land massiv reduziert wird, gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder die Preise für Lebensmittel steigen enorm. Das ist sicherlich etwas, was die Grünen wollen, was man aber den nicht so wohlhabenden Endverbrauchern verkaufen muss. Vielleicht kann man das?
Oder die Lebensmittel kommen aus dem Ausland.
Tertium non datur.

In denselben Niederlanden sind Drogenbarone ähnlich mächtig wie in Kolumbien, fast wäre eine Folterkammer in Betrieb genommen:

https://www.welt.de/vermischtes/article211270815/Folterkammer-in-Niederlande-Niemand-haette-die-Schreie-der-Opfer-gehoert.html

„… Bereits 2018 warnte die Polizei, die Beamten seien bei der Verfolgung von Drogenkriminellen überlastet, sie bezeichnete das Land auch als „Narco-Staat“. In der niederländischen Provinz Nordbrabant, in der auch der Container mit den Folterwerkzeugen entdeckt wurde, liegt der Schwerpunkt der Produktion von Speed und Ecstasy …“

Wozu aber für Sicherheit sorgen, wenn die Polizei und das Militär lieber Bauerndemos niederschlagen können?

Lieber Herr Douglas,

gut, dass Sie den holländischen Bauern eine Stimme geben!

Auch bei uns werden die Nahrungsmittelhersteller weiter unter Druck gesetzt werden und damit das wirtschaftliche Überleben der Betriebe sehr schwierig werden. Im Falle des Worst Case könnte man sagen, entzieht der Staat seinen Bürgern damit die wichtigste (Über-) Lebensgrundlage… die Nahrung!

Hab‘ leider nicht mehr die Quelle. Da hat sich doch eine LEHRERIN (!!) dahingehend geäußert, dass man die Landwirtschaft in Deutschland nicht mehr brauche – die Regale in den Supermärkten seien doch voll. Ist wohl die Meinung der Grünen!?

Bei Bauern bin ich wirklich im Zwiespalt. Seit meiner Kindheit kenne ich die Bauernproteste. „Es geht wie immer um einen Batzen Steuergeld, nämlich 6,35 Milliarden Euro, die den Bauern, aber auch vielen anderen Begünstigten, für ihre erbrachten Leistungen 2019 in Deutschland ausbezahlt wurden. EU-weit summieren sich die Agrarsubventionen auf stolze 59 Milliarden Euro, d.h. die EU steckt den Löwenanteil ihres Haushaltsbudgets jährlich in die Förderung des Landwirtschaftssektors.“ https://www.proplanta.de/agrar-nachrichten/agrarwirtschaft/agrarsubventionen-liste-und-top-empfaenger-2019-jetzt-online_article1590491750.html https://www.agrarheute.com/management/finanzen/agrarsubventionen-keine-landwirte-top-empfaengern-554120 Interessant ist die Liste der Top Empfänger, an oberster Stelle 1) Landesamt für Umwelt (LfU) Brandenburg: 20.011.464,74 Euro Dass natürlich so manchen Verordnung Unsinn ist, ist unbestritten. Inzwischen formieren sich Bauern… Mehr

Polizei und Militär gegen protestierte Bauern! Bei uns in Deutschland machen sowas die sich als Antifa bezeichnenden Faschisten (vermutlich geschützt durch die Polizei). Ich hoffe die Niederländer begreifen, dass auch dort alles, wie in Deutschland auf eine rotgrüne Diktatur hinaus. Das alles ist aber nur ein Vorspiel, um zu zeigen wo der Hammer hängt und wer zukünftig das Sagen haben will. Das ganz Schlimme kommt erst noch als kommunistischer-sozialistischer EU-Einheitsbrei.