Italienische Medien: Aus Seenot Gerettete bedrohen Schiffscrew

Dass zwei so entgegengesetzte Regierungspartner wie Lega und Cinque Stelle problemlos klarkommen könnten, durfte niemand erwarten. Nur ist eines klar, entweder die Lega setzt sich durch oder es gibt Neuwahlen, nach denen die Lega sich durchsetzt.

Dan Kitwood/Getty Images

Ein italienisches Versorgungsschiff, die „Vos Thalassa“ unter italienischer Flagge fahrend, hatte 66 Migranten aus einem in „Seenot“ gebrachten Boot aufgenommen, das sich in internationalen Gewässern befunden hatte. Danach habe es durch die Migranten „Drohungen“ gegen die Besatzung (Todesdrohungen angeblich) gegeben, die dann die italienische Küstenwache in Gestalt der „Diciotti“ zu Hilfe gerufen habe. Dieses Schiff habe dann die 66 Migranten übernommen. Bisher sei es noch unklar, wo diese nun von Bord gelassen würden. Salvini habe von „Hooligans“ gesprochen, die wohl eher in ein Gefängnis und nicht in ein Aufnahmezentrum gehörten … und der Infrastrukturminister habe getwittert: wenn das Schiff dann in 10 Stunden anlege, werde es wohl Festnahmen geben.

Soweit diese Episode. Minister Toninelli fand das Eingreifen der italienischen Schiffes gut, Salvini weniger. Aber es habe nun auch eine verbale Meinungsverschiedenheit zwischen Salvini und Verteidigungsministerin Trenta gegeben, die laut TPI News gesagt haben soll: „… der richtige Weg, um mit den Migranten umzugehen, sei nicht, sie zu blockieren … und die Dämonisierung, die es bei den NGOs gegeben habe, hätte ihr nicht gefallen …“ Was, so TPI, den Meinungen der Kollegen in der Regierung zugegenlaufe …“ Aus dem Verteidigungsministerium habe man jedoch verlautbaren lassen, dass es keinen Fall „Trenta-Salvini“ gebe und die Regierung einig und gemeinsam in dieselbe Richtung ziehe …“ Allerdings seien ihre Äußerungen in der katholischen Zeitung „Avvenire“ doch als klarer Dissens mit Salvini zu werten.

Die Ministerin habe nachgelegt: »Das Mittelmeer sei immer ein offenes Meer und werde es bleiben, dessen Öffnung sei sein Reichtum, und der richtige Weg die Reglementierung, nicht die Schließung. Das Wort „Willkommen“ sei schön, und das Wort „Zurückweisung “ hässlich. Man könne und müsse Legalität und Willkommen verbinden.«

Salvini habe per Twitter die politischen Differenzen wie folgt erklärt: es könne nicht sein, dass die italienische Marine die der Libyer ersetze, besonders, wenn diese bereits in Aktion getreten sei.

Bei Il Giornale hört sich das so an: Nachdem Salvini die Auschiffung von 106 Migranten in Messina vergangene Woche zum Anlass genommen hatte, zu erklären, dass er alle italienischen Häfen für internationale Hilfsaktionen schließen wolle, hatte er Gegenwind von Ministerin Trenta bekommen, die erklärt habe, dass diese Entscheidung nicht in der Verantwortung des Innenministerium liege.

Die „Eunavformed“ sei eine europäische Aktion in der Verantwortung des Verteidigungs – und des Außenministeriums und deren Regeln könne man nicht in Innsbruck ändern. Nach der Äußerung aus dem Verteidigungsministerium auch zu Kriegsflüchtigen, habe Salvini von einem Fest der Adroer Lega mitgeteilt, dass er am Donnerstag auf dem Innenministertreffen sein und dort als Sprecher von 99 Prozent der Italiener auftreten werde: Kinder und Frauen, die vor Krieg fliehen, fänden Platz in Italien, alle anderen nicht.

Die Repubblica schreibt: Salvini sei von Trenta herausgefordert worden … und Di Maio habe gesagt, dass man schwerlich italienische Schiffe blockieren könne … Replik von Salvini: Mit ihm habe es 21.000, die abgelegt hätten, weniger gegeben … und Conte habe gesagt: Mit den Migranten könnten auch „fremde Kämpfer“ einreisen … neben den Äußerungen von Ministerin Trenta habe nun auch der Vatikan verlautbaren lassen, dass die Abschottung nicht die Lösung sein könne …“

Beim Corriere della Sera sieht man den Waffenstillstand nach einem Telefonat Trenta-Salvini nun gerettet: Die Frage der Mission „Sophia“ werde beim Ministertreffen nun ausgespart. Die Ministerin Trenta wolle … „nicht dauernd auf die Titelseiten …“

Nachdem sich Salvini mit Di Maio und Conte getroffen hätten, sei man sich einig gewesen, dass die Regierung mit einer Stimme spreche, und es bloße Missverständnisse gegeben habe, dieser Fall aber nun abgeschlossen sei. „Ob das nun wirklich das Ende der Unstimmigkeiten sei, werde man, so Corriere, in den nächsten Tagen sehen. Besonders unter den italienischen Militärs habe man die Angst, dass Italien an Einfluss bei den europäischen Partnern verlieren könne, wenn es öfter zu solchen Äußerungen (wie der Salvinis, Anm.) kommen sollte.“

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Kommentare ( 46 )

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>>dessen Öffnung sei sein Reichtum<< Ich kann sie nicht mehr hören, diese ewigen Lügen über unsere angebliche Bereicherung durch den von kriminellen Schlepperbanden durchgeführten, unablässigen Massenzustrom von Illegalen in Form einer Völkerwanderung! Mir wird so unsäglich übel davon und es hört und hört nicht auf. Im Gegensatz zu den zuströmenden Massen von "Armutsmigranten" werde ich dann wohl notgedrungen den Weg eines "Bereicherungsflüchtlings" gehen, in ein noch relativ unbereichertes Land, das diese Art von "Reichtum" ablehnt. Gottlob dass es auch in Europa noch solche Länder gibt!

Sehr nachvollziehbare Reaktion, Tilo. Nun verraten Sie uns nur noch, was Sie 2017 bei der Bundestagswahl angekreuzt haben und wo Sie zu künftig Ihr Kreuzchen machen zu gedenken – und dabei bitte keine vorauseilende Distanzeritis an den Tag legen… Dass Sie unser Land verlassen werden, glaube und hoffe ich nicht.

Och, würden Sie öfter hier mitlesen, dann wüssten Sie, dass meine ganze und alleinige Sympathie der nunmehr 17 Prozent Partei gehört. Den ganz Bösen, Dummen und Ekelhaften, Sie wissen schon. Gehöre – selbstkritisch feststellend – leider zu denen, die noch voll mit der schlimmsten Erbsünde behaftet sind – nach den Worten von Frau Kässmann: „Zwei deutsche Eltern, vier deutche Großeltern: Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht!“. Also Vorsicht und immer einen Arm Abstand zu mir halten. 😉 🙂

Eines ist sicher…fällt Salvini in Italien und gibt nach so fällt zwangsläufig der Rest von Europa. Der Magnet der Sozialleistungen = Geldleistungen von der Grün-Sozialistischen Merkel Gesinnungspolitik strahlt weiter und heller in die Welt der illegalen Wanderer (Glücksritter) aus als je zuvor….und das erhöht mehr und mehr den Druck auf die Außengrenzen Europas…fällt Italien so wird die Außengrenzen an Österreich und die Schweiz heranreichen….der Druck nimmt weiter zu….der Feind Europas sitzt im INNEREN…und in der Zwischenzeit macht sich die wirkliche Bedrohung weiter auf den Weg nach Europa…zum Sozialleistungs-Paradies Magneten Deutschland.

Für uns in D. macht es doch wahrlich keinen Unterschied: Wenn Salvini nicht nachgibt, lässt Merkel die Massen direkt in ihren Heimatländern abholen und zu uns bringen. Was sie mit den groß angelegten „Umsiedlungsprojekten“ bereits unmissverständlich angekündigt hat. Egal ob Italien den Schleppern das Handwerk schwieriger macht oder sie weitermachen lässt wie bisher: Merkel & Co werden dafür sorgen, dass der Zustrom zu uns nicht nachlässt, um ihr Projekt eines multiethnischen Siedlungsgebiets möglichst schnell Realität werden zu lassen.

… und genau deshalb muß Merkel dringend weg.

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Ich habe es schon immer gesagt. Die aktuelle Vortäuschung der Seenot ist nichts anderes als Terrorismus mit anderen Mitteln. Nur bedroht man sein Leben und nicht das der anderen.

Nun kommt aber die „klassische“ Methode zum Vorschein.

Nichts desto trotz ist es Terror. Alles, was der Zielerreichung dient, wird angewandt. WEIL ES DURCHGEHT!

Als ob das der erste Fall von Drohungen gegenüber den „Rettern“ wäre. Man erfährt nur nichts davon weil keine NGO so blöd ist das Verhalten ihrer Schützlinge an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Die Messer-Moslems werden nicht erst hier in Deutschland so.