Die unheimliche Macht der Geschichte

Niemand nennt lateinamerikanische Länder, wenn er Hoffnungsträger der Weltwirtschaft aufzählen soll. Das hat auch mit der Prägung durch die iberischen Kolonialherren zu tun. Doch Länder wie Uruguay und Costa Rica machen Hoffnung, dass sich der Halbkontinent aus der Misere befreien kann.

© DANIEL CASELLI/AFP/Getty Images

Ein Mythos kann eine unerträg­liche Last sein. Vor allem wenn man ihn über viele Jahrhunderte mitschleppt und er das Schicksal der Nachkommen bestimmt, nachdem die Erinnerung an die Vorfahren, die ihn einmal begründeten, schon lange ver­blasst ist.

Woran denkt man nicht, wenn man Prognosen des Internationalen Wäh­rungsfonds zu einer höchst erfreu­lichen Weltkonjunktur liest, oder wenn die OECD Schwellenländern Fortschritt und Wohlstandsgewinne verheißt? Richtig, man denkt keinesfalls an Afrika. Und man denkt eher flüchtig an Lateinamerika, selbst wenn dort ein Mitglied der noch vor nicht allzu langer Zeit hochgejazzten BRIC­-Staaten beheimatet ist: Brasilien. Mit der Weltfinanz­krise fielen die Hoffnungsträger zurück, zumindest etwas, und in der Tat litten ihre Volkswirtschaften unter der Krise, deren Auslöser sie nicht gewesen waren und die immer noch nachwirkt.

Die Conquista wirkt bis heute

Dass Süd­- und Mittelamerika trotz durchaus ansehnlicher Wachstums­raten, die seine Länder in eine Aufhol­position bringen, nicht im Fokus des Beobachters stehen, hat eben auch mit den Mythen aus der Zeit der Eroberung zu tun – vom unerschöpflichen Gold, vom unermesslichen Reichtum sagen­hafter Imperien, von märchenhaften Königreichen hinter jeweils dem nächs­ten Fluss, dem nächsten Berg.

Die Mythen stammen aus der Zeit der spanisch­-portugiesischen Conquista, der Landnahme durch Spanier und Por­tugiesen nach der Entdeckung des Kon­tinents durch Christoph Columbus und dessen Aufteilung zwischen den beiden Mächten im Vertrag von Tordesillas im Jahr 1494. Ihr Erbe hält den Halb­kontinent seit 500 Jahren im Klammer­griff. Doch was haben brasilianische Chipfabriken, mexikanische Autoher­stellung oder der Ökotourismus Costa Ricas mit einem Kolumbus, Pizarro oder Cortés oder einem der vielen Schlächter mit dem Titel „Vizekönig“ zu tun?

Folgt man den Überlegungen des US­-amerikanischen Wirtschaftswissen­schaftlers Daron Acemoglu, Ko­-Autor des vielbeachteten Buches „Warum Nationen scheitern“, leiden die Länder Südamerikas noch heute unter ihrer Prägung durch die rücksichtslose Herr­schaft der iberischen Kolonialmächte: völlige Abwesenheit von Rechtssicher­heit, kaum verdeckte Korruption und eine enorme Günstlingswirtschaft.

Die heutige extreme Spaltung der Ge­sellschaft in Arm und Reich, in gut ver­netzte Monopolisten und chancenlose Tagelöhner hat ihren Ursprung in ge­nau jenen Jahrhunderten, in denen sich in den USA und Kanada durch hart­näckige Selbstbestimmung der Siedler eine Kultur der „checks and balances“ entwickelte. Dort war ein Goldrausch eine Episode – in Zentralamerika war er Raison d’Être.

Die europäischen Eroberer und Be­satzer installierten im ausdrücklichen Auftrag ihrer heimischen Majestäten ein auf materiellem Emporkommen basierendes Herrschaftssystem, das insbesondere dort seine üblen Blüten trieb, wo man zunächst auf freundlich gesinnte indigene Völker traf. Nament­lich die kleineren Stämme, schließlich aber auch die Reiche der Inka und Az­teken verloren auch deshalb, weil sie die Bedrohung zu spät erkannten.

Leuchttürme Uruguay, Costa Rica

Piñera siegt in Chile
Warum geht es den Menschen in Chile besser als in Venezuela?
Eines der heute erfolgreichsten Länder des südamerikanischen Kontinents ist Uruguay. Am Silberfluss, dem Rio de la Plata, hofften Spanier und Portugiesen auf sagenhaften Reichtum. Der überaus entschlossene Widerstand der beiden dort siedelnden Kriegerstämme ließ die Suche nach dem Edelmetall aber schnell unerquicklich werden – und viel zu teuer. Man wich nach Norden und Westen aus.

Uruguay bekam in der Geschichte zwar auch seinen Teil an diktatori­schen Herrschern ab, doch heute liegt das Land beim weltweit erhobenen Korruptions­Wahrnehmungsindex auf Platz 22 zwischen Japan und Estland, im Demokratie­-Index auf Platz 19 vor Japan und den USA. Eine unabhängige Justiz und ein gut organisierter Sozial­staat stehen auf der Habenseite; viele staatlich beherrschte Wirtschaftszwei­ge, deren laufende Privatisierung Ver­werfungen in der recht jungen Gesell­schaft anrichten dürfte, zählen zu den Problemen des Landes auf der Sollseite.

Die Befreiung von der Dominanz der Landwirtschaft ist schon vor Jahren
gelungen. Nicht einmal mehr neun Prozent macht der Sektor in dem Land mit 3,5 Millionen Einwohnern aus. Spiegelbildlich steigt die Bedeutung des IT­-Sektors – ähnlich wie Estland überspringt Uruguay mehrere Ent­wicklungsstufen, die etwa Länder wie Deutschland beim Fortschritt behin­dern, wo man lieb gewonnene Errungenschaften der Vergangenheit nicht aufgeben will.

Nur ein weiteres Beispiel ähnlicher Erfolge gibt es in Lateinamerika: Costa Rica. Mit einem anerkannt leistungs­fähigen Bildungssystem ausgestattet, hat das kleine Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern nicht nur einen Friedensnobelpreisträger unter seinen Ex-­Präsidenten, sondern auch eine an­haltend stabile Demokratie.

Costa Rica ist heute als Ergebnis mehrerer Volksentscheide Mitglied verschiedener Freihandelsabkommen, die Wirtschaft ist in Richtung Dienst­leistungssektor, vor allem Tourismus, diversiziert. Und dank seiner Geogra­fie und seines Klimas kann das Land im Gegensatz zu mitteleuropäischen Staa­ten mit einer ökonomisch sinnvollen, leistungsfähigen und ideologiefreien Energiewende aufwarten.

90 Prozent des Energiebedarfs stam­men aus Energien, die „erneuerbar“ zu nennen wir uns angewöhnt haben, vor allem Wasserkraft, bei der es keine Speicherprobleme gibt. Im wasserrei­chen und bergigen Land (die Schweiz Lateinamerikas) hat der Wechsel des Energieregimes Hand und Fuß. Fossile Energieträger können manchmal mo­natelang außen vor bleiben.

Traditionell einschränkend mag der andauernde Einfluss der USA zu Buche schlagen, sowohl durch deren militärische Anwesenheit als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Man erin­nert sich, große US­-Fruchtkonzerne haben im Laufe der Geschichte kei­neswegs eine rühmliche Rolle gespielt. Mit hohen Wachstumsraten der nicht­ landwirtschaftlichen Sektoren dürfte Costa Rica nach und nach Freiheit gewinnen und ähnlich wie Uruguay ein Leuchtturmstaat des Kontinents sein.

Die überwiegende Mehrheit der La­teinamerikaner lebt dagegen nach wie vor in der Misere. Armut, Korruption und Gesetzlosigkeit verfolgen die Men­schen besonders in Mexiko, Guatemala, Honduras, Bolivien und natürlich dem „failed state“ Venezuela.

VENEZUELA
Sozialismus im freien Fall
Die Auswirkungen der Misere betreffen im Übrigen die ganze Karibik, wo das ölreiche Venezuela einst Auftraggeber für Veredelung und Weiterproduktion war, Tochterfirmen unterhielt, die nun nach und nach pleitegehen. Die Verwer­fungen in Venezuela schicken die Öko­nomien der kleineren Nachbarn also auf Talfahrt. Dass man es unter dem Banner des Sozialismus schaffen kann, in einem rohstoffreichen Land Hun­gersnöte zu erzeugen, nötigt fast schon wieder zynischen Respekt ab. So wie hier im Extrem fehlt es in fast allen Staaten an Homogenität der jewei­ligen Gesellschaft – auch dies ein Erbe der hier so brutalen Kolonisierung, die wie kaum sonst wo auf Ausbeutung des Landes gerichtet war und weniger auf Bildung einer Bürgerschaft im moder­nen Sinne.

Man wird die wirtschaftlichen und politischen Erfolge der wenigen und das Scheitern der vielen nicht auf ewig am kolonialen und bedauernswerten Erbe der Conquistadores festmachen können. Wenn man allerdings sieht, wie auch in Europa noch heute Muster nachwirken, die ihre Wurzeln im Drei­ßigjährigen Krieg haben oder in den unfriedlichen Jahrhunderten davor, dann kann man vielleicht die Aufgaben ermessen, die zu bewältigen sind.

In Zeiten der Globalisierung ist zu­dem der Modernisierungsdruck so gewaltig, wie man ihn sich in Mittel­europa nicht vorstellen kann. Der Dich­ter Stefan Zweig fand im südamerika­nischen Exil noch Spuren des wahren Europa, während Hitler den Kontinent in Schutt und Asche legte. Auf diesen Spuren voranzuschreiten wie Uruguay und Costa Rica brächte Fortschritt.


Reinhard Schlieker studierte Wirtschafts­geschichte, Germanistik und Publizistik. Seit 1984 journalistisch tätig. Von 1991 bis 2000 Redakteur und Re­porter für das ZDF­„heute journal“. Seitdem Redakteur und Moderator im Börsenstudio des ZDF.


Der Beitrag „Die unheimliche Macht der Geschichte“ ist in Heft 04/2018 von Tichys Einblick Magazin erschienen >>

 

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Kommentare ( 46 )

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Es wird hier oefter die „militaerische prsesenz“ der usa in costa rica betont. Kann mir einer dieser wissenden ueber dieses militaer bitte erlaeutern, wo ich meinen praesentablen militaerschutz im lande antreffen kann?
Obzwar ich seit 23 jahren hier lebe und davon 15 jahre als reiseleiter gearbeitet habe, konnte ich dieses militaer bis heute in keiner ecke des kleinen landes entdecken. Aber diese „militaerische praesenz“ hat sich wohl derart gut getarnt, dass es sogar meinem geschulten augen entgangen ist. Und das will was heissen.
Ich fuerchte hier wird costa rica staendig mit luerto rico verwechselt…

„Dass man es unter dem Banner des Sozialismus schaffen kann, in einem rohstoffreichen Land Hun­gersnöte zu erzeugen, nötigt fast schon wieder zynischen Respekt ab.“

Richtig, unter dem Banner des Sozialismus, denn Sozialismus allein schafft solch eine „Heldentat“ in so kurzer Zeit nie.

Die typische ZDF Denke jetzt auch schon auf TE.
Wie wäre es mit etwas von dieser Logik: Ein afrikanischer Imam sagte vor einigen Jahren im ÖR sinngemäß: auch Südkorea litt unter Kolonialherrschaft weshalb die Ursache für die Misere in seinem Land eine andere sein muss.
Aber soweit will der ÖR heute nicht mehr denken und bedient lieber die Gutmensch Stereotypen.

Eduardo Galeanos Buch: „Die offenen Adern Lateinamerikas“ stellt die Geschichte Südamerikas in einzigartiger Form dar. Auch wenn man sicher nicht allen Thesen das Autors zustimmen mag – es gibt kaum eine bessere Darstellung.

Lupenreiner Rassismus, ausgerechnet Uruguay und Costa Rica … Länder ohne nennenswerten indigenen/schwarzen Bevölkerungsanteil sind besser als die anderen.

Darf das so sein? Sind diese Länder eigentlich bunt genug? Gibt es schon die südamerikanischen Targetsalven und gemenschaftliche Bankenhaftung? Dürfen südamerikanische Schutzsuchende sich bereits vollversorgt und bedingungslos mit ihren (Groß)Familien in diesen beiden Ländern ansiedeln?

Ich denke da geht noch was …

PS
„Costa Rica hat den geringsten Anteil rein indigener Bevölkerung unter den mittelamerikanischen Staaten.“

„Ethnisch setzt sich die Bevölkerung [Uruguays] aus Nachkommen europäischer Einwanderer (88 Prozent), Mestizen (8 Prozent) und Nachkommen afrikanischer Sklaven (4 Prozent),“

Uruguay hat in etwa die gleiche ethnische Zusammensetzung wie Argentinien. Der Unterschied: Uruguay ist klein, hier funktioniert die soziale Kontrolle noch – jeder kennt jeden irgendwie oder jemanden der Verwandtschaft. So zumindest die Antwort der Kollegen aus Uruguay, auf den Unterschied (Korruption, Bildung etc.) angesprochen.

Hier möchte ich ein klein wenig widersprechen: Natürlich kennt man in Uruguay jeden Zweiten und ist mit jedem Dritten verwandt, aber der Unterschied besteht m. E. hauptsächlich darin, dass man in Argentinien seit mehr als 50 Jahren kein Glück bei der Wahl der Regierenden hatte, um es mal so zu formulieren. San Mauricio könnte hier die Ausnahme werden, wir werden sehen. Aber auf solch phänomenale Ideen, wie z. B. den Export von Rindfleisch zu besteuern, damit die Armen mehr Rindfleisch zum Essen bekommen, kam man in Uruguay nicht. Mit dem Ergebnis übrigens, dass das kleine Uruguay derzeit – sehr zum… Mehr
Auch wir bekommen Schutzsuchende geschenkt. Hauptsächlich aus Venezuela und anderen Failed States hier „in der Gegend“ (in der Zeitung schreiben sie von der „größten Einwanderungswelle seit dem 2. Weltkrieg). Die sind überwiegend (wirklich!) gut ausgebildet und wenn sie nicht ca. 500 Dollar im Monat (pro Haushaltsangehörigen) machen oder was auf dem Kerbholz haben, dürfen sie auch gleich wieder nach Hause fliegen. Die meisten haben sehr schnell einen Job … 50 Syrer haben sie uns übrigens auch aufs Auge gedrückt. Die wollen aber am liebsten wieder nach Hause in den Krieg. Der Grund: Hier muss man arbeiten, um Geld zu verdienen.… Mehr

Der Autor hat eines der wirtschaftlich erfogreichsten und nach dem Ende der Militärherrschaft auch stabilsten Länder ausgeblendet -Chile.Meiner Meinung nach spielt auch die protestantische Dominanz in den USA und Kanada -,hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott, eine wesentliche Rolle bei der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Kontinents.

Lebe seit 7 Jahren in Brasilien und es ist noch schlimmer als das Erbe der Conquistas. BRA ist ein sozialistisches Land mit einer kleinen Elite die hemmungslos und ganz offen das Land plündert mit Hilfe einer Schar an will-fähigen Beamten und Nutznießern. Das Ganze wird mit einer abartigen Bürokratie absichert. Die Importsteuern sind rund 60%, darauf nochmals rund 30% Umsatzsteuer zuzüglich etlichen Bagatellsteuern. Ein Container bearbeiten lassen im Hafen von Santos kostet nochmals 5000 USD (da kocht auch gerade ein Korruptionsskandälchen). Wenn sie mit dem Auto fahren werden sie auf völlig kaputten Straßen abkassiert mit absurden Strafen und der neuesten… Mehr

Ja danke, das habe ich mir schon in etwas so ausgemalt als ich das letzte Mal in Brasilien war (2006) und es mich angewidert hat. Das Land Brasilien lebt nur noch vom Namen und ist sonst nicht mehr aktuell.

nun 2006 da war ich nur in Urlaub in BRA eben vor meiner Auswanderung sondieren wie es so schön heißt. Damals waren alle noch im wahrsten Sinne des Wortes besoffen von dem Rohstoffboom und die Kassen füllten sich trotz den schlimmsten Polit-Kleptomanen (PT,PSDB und PMDB wie bei Merkel völlig wurscht ob links oder rechts) immer noch. Man glaubte es wäre jetzt endlich möglich das alles grundlegend zu ändern. Es war eine Illusion davon ist nichts mehr übrig. Wenn sie heute nach 12 jahren wieder hierher reisen würden, erkennen Sie das Land nicht mehr. Es kommt auch sehr darauf an wo… Mehr

Naja dann muss man dort wohl in die bekannte deutsche Kleinstadt ziehen.Namen weiss ich nicht mehr,haben aber das höchste pro Kopf Einkommen Brasiliens.
Das wusste sogar ein Brasilienischer Tourist in D. den ich hier traf.Er arbeitete bei VW und meinte es wäre alles gut in Bra.-war vor ca. 5 Jahren oder so…

Wenn der im öffentlichen Dienst oder Großkonzern arbeitet, wird der genauso wie in D so tun als wäre nichts. wie unsere Gutmenschen und die 4 Äffchen nichts hören, nichts sehen, nichts sagen und Merkelraute schlagen. Alleine wenn sie schon die Staatspresse verfolgen in welchem Ausmaß fast jeden Tag unglaubliche Schmiergeldpossen heraus kommen, wenn sie einfach hier sehen wie es läuft und wer sich hier mit Hilfe der absurden Bürokratie rund frißt und auf wessen Kosten, dann kommen sie zu einem ganz anderen Schluß. So ein VW Werker bekommt etwas mehr als der Nachbar, aber es ist ein Witz. Mich wundert… Mehr

Nach häufigen Besuchen in Südamerika seit vielen Jahrzehnten habe ich mir eine eigene Meinung zu diesem Thema gebildet. Es liegt einfach an der portugiesischen, spanischen und stellenweise italienischen Mentalität der Südamerikaner. Es geht dort eben genau so korrupt und ineffizient zu, wie in Spanien, Portugal und Süditalien. Dort, wo es nordeuropäische Ansiedlungen hat (z. B. in manchen Regionen Argentiniens), funktioniert es, wie in Nordeuropa. Da kann Pizarro nichts dafür.

wenns so einfach wäre dann wären die Kameraden schon längst nicht am Ruder, aber in D hat man ja auch Merkel und so haben wir hier eben eine völlig korrupte Politebene die von 0,5% der Bevölkerung die über 3/4 des Eigentums verfügen, gesteuert werden. Der Unterschied ist hier wird auf Sandkastenniveau direkt geklaut während in der EU und D das eben deutlich professioneller abläuft, ich tu jetzt meinen mit dem Klauen und so…

Die Argumentation dreht sich im Kreis. Selbstverständlich leiden die Ursprungsländer dieser korrupten Siesta-Mentalität unter denselben Folgen wie die Länder Südamerikas. Insbesondere am signifikanten Unterschied zwischen Nord- und Süditalien kann man den wirklichen Ursprung erkennen: das spanische Kolonialsystem! Ein paar Jahrhunderte und die Folgen sind äußerste Korruption und die direkt aus der kolonialen Verwaltung resultierende Mafia. Vielen Dank dafür nocheinmal an Spanien! Etwas ähnliches haben uns noch 400 Jahre osmanische Herrschaft in Griechenland hinterlassen. Der amerikanische Einfluß in den Bananenrepubliken läßt sich überhaupt nur erklären auf der Basis der zutiefst korrupten kolonialen Vergangenheit. Kein Grund für ideologisch motivierten Antiamerikanismus!

Widerspruch. Warum so negativ denken? Mich wundert es welche Erfahrungen sie wohl gemacht haben müssen. Auch in Latino-Ländern wie z.B. Kolumbien haben europäische Emigranten wesentlich dazu beigetragen das Land vorwärts zu bringen. Nur als Beispiel die heutige Avianca (zweitälteste Airline der Welt), sie wurde von Deutschen gegründet, auch die Brauerei Bavaria in Bogota. Das war vor etwa 100 Jahren. Lassen wir den Latinos ihre Mentalität. Die wissen genau wo was zu holen ist. Dort regiert das Leben in allen Schattierungen. Bei uns ist doch alles mausetot. Und Korruption gibt es auch bei uns.

gerade Kolumbien ist – anders als es sein Ruf vermuten ließe – ein recht funktionierendes Land. (sogar der Hauptstadtflughafen ist im Zeitplan und im Budget fertig geworden 🙂 )

Überall wo der amerikanische Imperialismus und die zerstörerische Hochfinanz sich heraushält, können Länder aufblühen.

Schön, wenn man in einer einfachen Welt einfache Mechanismen kennt, welche die Welt erklären.🤗

Jo,kann man in Kuba,Nordkorea ,Bangladesh oder Simbabwe deutlich erkennen.Argentinien soll um 1900 eines der reichsten Länder der Welt gewesen sein.

Damit haben Sie offensichtlich nicht verstanden, was Lang sagen will.
Die USA produzieren überall wo sie mitmischen Abhängigkeit, damit werden vor allem Schwellenländer an der Leine gehalten.
Und was wäre die Welt ohne Kreditkarten? Ein Paradies!
Kuba und Nordkorea sind übrigens immer gut für einen Konflikt. Wie sollte man der restlichen Welt sonst beweisen können, dass man selbige wieder mal vor dem Untergang retten muss?
Gott erhalte den USA die Schurkenstaaten!

Venezuela? Ziemlich „bancarota“. Und nu?

Vergessen wurde Kolumbien das derzeit einen wahrhaft berauschenden Aufstieg hinlegt. Absolut derzeit No. 1 in Südamerika. Frieden nach 50 Jahren Bürgerkrieg, Vertreibungen und mit vielen tausend Opfern. Alle schwärmen von dem Land und die internationalen Investoren stehen Schlange. Die Infrastruktur wird mit 4-spurigen Autobahnen in dem geografisch schwierigen Gelände aufgebaut. Internetanschlüsse überall, bis in den hintersten Winkel. Mobiltelefonie allerorten und ein Kapital an jungen enthusiastischen jungen Menschen in den Universitäten dass einem der Atem stockt. Und vor allem die Freundlichkeit und Demütigkeit allerorten. Kein Wunder, hier herrscht noch der Katholizismus wie in alten Tagen und kein Evangelo-Mischmasch-Durcheinander wie in Deutschland.… Mehr

Zunächst schreiben Sie so, als würden Sie das Land aus dem ff kennen, und dann, ganz zum Schluß, erwähnen Sie, dass Sie das Land nun bald erst einmal kennen lernen werden …

Ich wünsche Ihnen, dass Sie nicht enttäuscht werden. Enttäuscht im wahren Sinne des Wortes – Die Selbsttäuschung weicht einer Realität …

Ich habe jetzt, heute, schon längst seit 2 Jahren entschieden – obwohl ich erst in 3 Wochen zum ersten Mal dort bin – dass ich dort dauerhaft leben möchte. Ich pfeife auf Deutschland in jeder Form auch immer und nehme die Risiken in Kolumbien sehr sehr gerne in Kauf. Ist das jetzt klar verständlich? In hasse mein Land.

und Sie glauben ernsthaft, dass meine Enkel dauerhaft für Ihre Rente, die Sie im Ausland ausgeben, arbeiten wird?
Ich gehe davon aus, dass es in 10 Jahren keine Rente mehr im Ausland gibt, da diese hier dem Arbeitsmarkt nichts nutzt.
Aber spätestens, wenn Sie krank werden, sind Sie eh wieder hier 🙂

Das ist ja die Fehlkonstruktion der Solidargemeinschaft es wird heute bewußt aus politischen Gründen immer so getan als würden rein die nachfolgenden Generationen die Rentner zu erhalten haben, was ist mit den 35 Jahren die man mindestens und horrend in die Altersversorgung eingezahlt hat und einen Witz dafür bekommt? Früher gabs noch Zinsen, wo sind die? Alles umverteilt? Gerne würde ich die Überweisung von dem Geld was geflossen ist entgegen nehmen und dann auf eine deutsche Rente verzichten, von mir aus auch in D nie wieder einen Wohnsitz zu nehmen die Staatsbürgerschaft können Sie auch gerne haben. Da würden Ihre… Mehr

Das was Sier eingezahlt haben wurde für Ihre Großeltern und Eltern ausgegeben. Deshalb nennt es sich Generationenvertrag.

meine Eltern leben zum großen Glück und gesund und mit 87 Jahren immer noch und bezahlen Steuern aus deren Rente. Es ist mir bekannt was dieser sogenannte Generationenvertrag meint und genau das ist die unverschämte Lüge was man den Leuten auftischt. und wenn sie nachrechnen frißt ein in D lebender Rentner und sein Leben lang in dieses Betrugssystem einzahlend nicht das auf, und schon gar nicht wenn man das mit der angeblich nicht vorhandenen Inflation bereinigt.

Sie werden auch noch auf den Boden der Tatsachen kommen, aber wenn man auswandert ist man schlicht blind den Tatsachen gegenüber. Viel Glück

Vielleicht haben sie recht, aber das berührt mich mit meinen 65 Jahren nicht mehr. Meine 530 Euro Rente hier haben einen Wert dort von über 1000 Euro (über 2 Millionen COP) in Kolumbien. Eine Wohnung krieg ich dort aufm Land für 100-150 Euros und der Rest reicht gut zum Leben und zum Unterhalt einer kleinen Familie die es wirklich nötig hat.

Ich kann Sie gut verstehen, Deutschland ist zu einem sozialistischen Land verkommen, in dem es sich kaum noch leben lässt. Aber! Sie rennen in Ihr Unglück. Zum Auswandern benötigt man zwei Dinge und die sind fundamental. GELD, viel Geld und man sollte die Sprache wenigstens rudimentär können. Ich selbst bin Auswanderer, ich lebte für fünf Jahre in Australien, bis ich auf einem Europaurlaub, den Regisseur meines Lebens kennenlernte, meine italienische Frau. Sie ist das Beste, was mir in meinem Leben passieren konnte, leider konnte sie sich mit einem Leben in Australien nicht anfreunden und deshalb leben wir heute abwechselnd in… Mehr
Übrigens was die Wenigsten wissen – eine „Gerechtigkeit“ ganz besonderer Art: Wenn Sie eine deutsche Rente im nichteuropäischen Ausland beziehen welche kein Doppelbesteuerungsabkommen mit D hat, wird die deutsche Rente in D mit 25% Steuersatz ab dem ERSTEN Euro belegt, Freibeträge etc. gibt es nicht. Das nennt sich bedingte Steuerpflicht. Dazu kommt im Empfängerland z.b. in Brasilien wird dann nochmals besteuert in dem Falle ab so ungefähr 400 Euro monatliche Einkünfte. Da hilft auch ein Sozialabkommen nicht. In dem Falle ist man also mit dieser Almosenrente dann extrem doppelt gekniffen, wenn dann im ungünstigen Falle 1/4 oder mehr der Rente… Mehr

Oh, das gilt auch für innereuropäische Länder wie Italien beispielsweise. Wenn man dort seine Rente bezieht, gibt es keinen Freibetrag, kein Ehegattensplitting und keinen steuerfreien Anteil. Aus diesem Grunde habe ich auf meine Rente verzichtet. So spare ich mir wenigstens den ungeheueren bürokratischen Auffwand bei der Steuererklärung.

Aber die Intention des Staates ist klar zu erkennen. Er möchte seine Untertanen im Lande behalten, damit sie dort ihr Geld ausgeben.

Wenn ich mir vorstelle, ich hätte von meiner Rente leben müssen…, mir wird bei dem Gedanken Angst und Bange. Zum Glück kann ich von meinen Kapitalerträgen leben und bin vom Staat unabhängig.

Immerhin haben Sie eine Mini-Rente welche grausam niedrig ist. hingegen ich noch nicht, es fehlen 10 Jahre. Wenn ich berechne was ich in die deutsche Altersversorgung einbezahlt habe, müßte ich eigentlich jetzt schon 1500 Euro bekommen, aber wir kennen das ja, der Schwund ist sagenhaft die haben immer schon mit Negativzinsen gerechnet. Dennoch das wirkliche Leben in diesen Ländern sieht nicht so rosig aus wie vorhin dargestellt. Reine Lebenshaltungskosten sind allerdings bedeutend niedriger, noch!!! kann man von Ihrer Rente da leben, aber die Inflation zumindest in Brasil ist atemberaubend seit Jahren, genau das was der Rest der westlichen Welt sich… Mehr

Ich kenne Brasilien wirklich gut und spreche fließend portugiesisch. Schon 7 mal war ich dort ab 1980 bis 2006, aber beim letzten Besuch hat mich das Land mit seiner arroganten Bevölkerung nur noch angewidert und habe beschlossen nie mehr hin zu gehen. Gott sei Dank kam mir dann Kolumbien durch Zufall in den Sinn. Ab nächstes Jahr werde ich dort dauerhaft leben komme was wolle. Mit Deutschland und Europa gehts massiv bergab und da mach ich nicht mehr mit.

das ist nicht von der Hand zu weisen, was den Deutschen an Stolz für ihre Leistungen fehlt haben die Brasilianer selbst für den größten Mißstand noch einen Stolz auf ihr Land als hätten sie die Landschaft selbst gebaut. Was die einen zuviel haben, haben die anderen in dem Falle viel zu wenig, aber das hat man auch aus politischen Gründen den Leuten in D ganz massiv ausgetrieben. Heißt es doch heute gleich man sei in der politisch rechten Ecke wenn man sowas hat. Mir geht die Abkassiererei in BRA zwar massiv auf den Sack, aber wenn ich das von Freunden… Mehr