Wenn der Kühlschrank kaputt geht: geplante Obsoleszenz?

Technische Gerätschaften gehen zu schnell kaputt. Arbeitet die Industrie hier etwa Soll-Bruchstellen ein? Aber wie würde sich das Smartphone von heute in zwanzig Jahren anfühlen? Sicherlich wie eine Lachnummer, wie ein Käseigel in der Molekularküche.

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Unser Jüngster kam einmal entdeckerstolz mit einem neuen Begriff aus der Schule. Er konnte ihn sogar besser aussprechen, als es sein Vater bis heute kann. Die Rede ist von der „geplanten Obsoleszenz“. Nun geht der Junge auf keine besondere Schule für Hochbegabte. Hier wurde einfach im Rahmen des Unterrichts im Fach „Arbeit, Wirtschaft und Technik“ (AWT) seiner Gesamtschule besprochen, worauf die Kinder im späteren Leben als Erwachsene achten sollten, wenn sie sich Elektrogeräte zulegen. Wenn sie einen eigenen Hausstand gründen und sich vom Elektroherd über den Fön bis zum Kühlschrank neu einrichten und keine Lust haben, irgendwelchen Murks zu kaufen, der schon kurz nach der Anschaffung kaputt geht.

Oder schlimmer: Kurz nach Ablauf der Garantie. Wenn die Anschaffungen also in den Selbstzerstörungsmodus schalten nach einem geheimnisvollen vom Hersteller festgelegten Zeitpunkt außerhalb des Garantieversprechens. Aber gibt es diese Schweinereien wirklich? Bisher konnten solche eingebauten Countdowns nämlich nicht nachgewiesen werden, wohl aber ein Reihe von bewusst verbauten Verschleißteilen mit bedenklichen Halbwertzeiten, dazu gleich mehr aus einer aktuellen Studie zum Thema.

Zum Thema im Haushalt des Autors hier wurde die geplante Obsoleszenz, als der Kühlteil der Bauknecht Gefrierkombi ein paar Monate nach der Garantie aufhörte zu kühlen. Nach diversen erfolglosen Neustart-Versuchen ging der Lösungsansatz zunächst Richtung Youtube, wo ein netter türkischstämmiger Handwerker seinen Followern in etwa erklärte: Entweder ist der Kühlschrank vereist, dann sollte er 24 Stunden lang abgetaut werden oder der Thermostat ist kaputt, dann muss leider ein neuer Kühlschrank gekauft werden, die Reparaturen wären hier zu teuer im Verhältnis zum Anschaffungswert. Es könne, so versicherte der Fachmann, nur diese beiden Fehlerquellen geben.

Was macht der selbstbewusste Mann des Hauses? Er holt die Werkzeugkiste aus dem Keller und baut besagten Thermostat aus, in dem Falle ein regelbarer im Inneren des Kühlschrankes. Aber so ein Ausbau ist mit Kniffen und Fallstricken verbunden, es wäre auch zu einfach, wenn jeder selbst daran rumschrauben könnte. Also passiert, was in solchen Fällen schon einmal passiert, ein Teil der Verschalung des Thermostats bricht unter zu starken Schraubenziehermanipulationen heraus und das Kühlschrankinnere sieht nun dauerhaft unschön aus – der Bedarf für eine neue Gefrierkombi ist also unvermeidbar geworden und das auch noch unabhängig vom Verdacht einer geplanten Obsoleszenz seitens des Herstellers.

Der Gebrauchtwarenhändler für Waschmaschinen und Kühlschränke von um die Ecke hat noch eine einfachere Erklärung, welche er in einem Reim auf eine Herstellermarke vorträgt, die so endet: „… baut schlecht.“ Sie kommen drauf?

Wenn schon der Kühlschrank nicht mehr zu retten ist, dann soll wenigstens eine aktualisierte Studie aus dem Umweltbundesamt weiterhelfen, wenn hier Fachleute Geräte auf Herz und Nieren und also auch auf diese ominöse geplante Obsoleszenz überprüft haben. Die Studie trägt den seiner Länge nach kryptischen Titel:

„Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“ – Verbraucherbefragung“

Und um es ganz korrekt zu erzählen, verantwortlich dafür ist der „Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Forschungskennzahl 3713 32 315.“

An erster Stelle der Autoren steht der vom Ministerium beauftragte Senior Researcher Siddharth Prakash vom Öko-Institut e.V. aus Freiburg. Dieses Institut ging 1977 aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervor, heute wird es also vom Umweltministerium beauftragt, tief in Waschmaschinen hineinzuschauen, wenn sich besagter Prakash mit seinem Team ins Innenleben von Neugeräten vorgewagt hat auf der Suche nach so etwas wie einer beweiskräftigen Sollbruchstelle, dann, wenn sich dort nicht etwa gleich auf Anhieb eine geheime Zeituhr mit Selbstzerstörungsmechanismus in der Waschmaschine finden lässt.

Die Mitte 2018 aktualisierte Studie von 2016 (über 300 Seiten) ist weit über einhundert Seiten lang. Wir lerne auch hier: So eine Studie muss nach Ablauf vor zwei Jahren nicht gleich auf den Müll, die Hersteller der Studie sind mit gutem Beispiel vorangegangen und haben moderne Teile ergänzt. Also eine Art Studienbaukasten.

Die Ursprungsidee der Studie war es wohl, Produkt-Kennzeichnungen für den Verbraucher zu entwickeln, die etwas erzählen können über die technische Lebensdauer von Produkten oder ihrer Komponenten nebst weiteren Informationen über eine Reparierbarkeit und Ersatzteile, also kurzum über alles, was den Schraubenzieher des Laien am altersschwachen Gerät etwas besser aussehen lässt.

Oder kürzer: Es geht um Langlebigkeit. Also um die ewige Frage, was besser ist: eine florierende Wirtschaft oder ein Produkt mit einer der Dauer eines Erwachsenenlebens entgegenkommenden Lebensdauer. Ältere erinnern sich: die über zwanzig Jahre alte Miele-Toplader-Waschmaschine der Großmutter, für fünfzig Mark gekauft und in der Wohngemeinschaft neben der Gemeinschaftstoilette installiert. Unkaputtbar.

Für die Studie wurden eine ganze Reihe von Waschmaschinen, Fernseher, Notebooks und Handmixer in ihre Einzelteile zerlegt. Interessant ist das Umfrageergebnis, das klar belegt, dass, wenn die Hersteller eine Lebensdauer um zehn Jahre versprechen, der Kunde dann bereit ist, wesentlich mehr Geld zu investieren, noch über den doppelten Preis hinaus gegenüber einer kostengünstigen Waschmaschine ohne Lebensdauerangaben. Bei einer Lebensdauer von 15-20 Jahren stieg die Bereitschaft, mehr auszugeben sogar um das bis zu Vierfache gegenüber der Billigmaschine.

„Die Angabe der Lebensdauer führt in allen Einkommensklassen zu einer signifikanten Verschiebung hin zum Kauf von Waschmaschinen mit höheren Lebensdauern.“ Interessant ist das Umfrageergebnis auch dann, wenn es besagt, dass Energieeffizienz und Wassersparsamkeit für den Konsumenten noch einmal wichtiger sind als die Langlebigkeit. Dass ein langlebiges Produkt auch umweltfreundlicher ist, dann, wenn der Energieaufwand der Herstellung eine höhere Rechtfertigung erfährt, scheint dem Käufer hier weniger wichtig.

Eine aktuelle Presseerklärung des Instituts vom 05. Februar 2019 stellt nun fest, dass sich Verbraucher „für hochwertigere technische Geräte entscheiden, wenn sie einfache und gut verständliche Informationen zur Qualität, Langlebigkeit und Reparierbarkeit der Produkte erhalten.“

Das die Studie ausführende Öko-Institut fordert deshalb die EU-Umweltpolitik auf, die Informationspflicht mit weiteren rechtlichen Maßnahmen zu flankieren: „Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen für die Reparaturen ebenso wie eine Optimierung von Gewährleistung- und Garantieregelungen.“ Damit sie nicht nach kurzer Zeit ausgetauscht werden – sei es aufgrund eines Defekts, wegen zu hoher Reparaturkosten oder dem Wunsch nach einem neuen Modell – empfehlen das Öko-Institut und die Universität Bonn Strategien und Instrumente, mit denen die Politik Anreize für eine längere Nutzung von Produkten setzen kann.

Eine spannende Frage wäre es hier tatsächlich, ob das nun schon antikapitalistisch ist oder einfach nur so vernünftig, wie es Generationen lang gelebt wurde, wenn eine Waschmaschine in Jahren und bei entsprechender Pflege ganz selbstverständlich eine zweistellige Lebenserwartung aufweisen konnte, die vom Konsumenten im Übrigen so auch erwartet wurde. Aber wie würde sich das Smartphone von heute in zwanzig Jahren anfühlen? Wie eine Lachnummer, wie ein Käseigel in der Molekularküche.

Kommen wir zur spannenden Frage, was Siddharth Prakash und sein Team denn nun tatsächlich im Inneren der Geräte an Soll-Bruchstellen gefunden haben, als sie schon ab 2015 begonnen hatten, systematisch nachzuschauen bzw. solche Untersuchungen auszuwerten, wo schon andere Neugierige vor ihnen nachgeschaut hatten. So konnte beispielsweise bei Flachbildfernsehern festgestellt werden, dass hier eine eventuell zu unterstellende geplante Obsoleszenz gar keinen Sinn machen würde, weil die Entwicklung dieser Geräte so voranschreitet, dass der überwiegende Neuanschaffungsgrund nicht ein defektes Gerät war, sondern der Wunsch, ein technisch moderneres Gerät zu kaufen.

Auch am Beispiel Notebook wurde klar, dass es sich hier viel eher um eine funktionale Obsoleszenz handelt, als darum, dass das Gerät irgendwann technisch nicht mehr den Anforderungen einer modernen Digitalisierung entsprach und ein neues angeschafft wurde, ohne dass das alte defekt gewesen wäre.

Ein weiteres Fazit der Studienmacher belegt, dass die geprüften Geräte vom Hersteller tatsächlich auf eine bestimmte Nutzungsdauer hin produziert werden. Aber hier bestimmt der Verkaufspreis, den der Kunde zu zahlen bereit ist darüber, wie hochwertig die verwendeten Materialen sind, was wiederum maßgeblich die Langlebigkeit mitbestimmt. Eine absichtsvolle Begrenzung der Lebenszeit konnte an keiner Stelle nachgewiesen werden. Auch entscheidet der Preis des Gerätes mit über die Servicedichte der Reparaturmöglichkeiten und die Verfügbarkeit beispielsweise von Ersatzteilen.

Der wahrscheinlich wichtigste Unterscheid zu den Herstellern der Geräte unserer Großeltern lässt sich also in einem simplen Satz zusammenfassen: Die Geräte sollen heute so lange halten wie nötig, nicht so lange wie möglich.

Und tatsächlich macht es keinen Sinn, einen Fernseher zu bauen auf der Basis hochwertigster Materialen und Komponenten, wenn der Wunsch des Kunden darin besteht, sein Gerät alle vier oder fünf Jahre gegen ein technisch moderneres auszutauschen. Streng umweltbewusst könnte man hier formulieren: Die Innovationskraft der Entwickler steht hier dem Willen entgegen, umweltbewusster zu leben. Ein kapitalistisches Paradoxon?

Sinnvoll wäre es allerdings, wenn die Produzenten deutlich häufiger eine zu erwartende Lebensdauer ihrer Produkte mit ausloben würden, anstatt sich nur auf den engen Zeitraum eines Garantieversprechens zu berufen. Die Kühl- und Gefrierkombination im Haushalt des Autors hier ist jedenfalls ein paar Monate nach Ablauf der 24-Monate-Garantie defekt, die Lebensmittel lagern jetzt in Eimern im Garten und die Tage werden jetzt schon bedrohlich wärmer. Nicht auszudenken, diese Obsoleszenz hätte erst im Hochsommer eingesetzt.

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Kommentare ( 54 )

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Ich beglückwünsche den Autor zu dem Mut, sich zu seiner beschränkten handwerklichen Kompetenz zu bekennen. In mir hat die Schilderung Erinnerungen hervorgerufen und ich habe mich köstlich amüsiert.😂

Da ich mit diesem Thema beruflich beschäftigt bin, hier etwas “Insider-Wissen“. 1. Kein Markenhersteller will unzufriedene Kunden. Ein Gerät zu bauen, das gewollt kurz nach der Garantie-Zeit kaputt geht, wäre Selbstmord. 2. Bei No-Name Postengeschäften, z.B. mit China, lässt sich das nicht so ohne weiteres sagen. Aber auch hier achtet zumeist die Vertriebskette, z.B. Aldi, darauf, dass die Geräte einen definierten Standard haben. Oft werden sie ja unter einer EigenMARKE verkauft. 3. Es gibt in der Regel definierte Betriebszeiten, die erreicht werden sollen. Die sind aber unterschiedlich, wenn es zum Beispiel Versionen für Profis und Privatanwender gibt. Dabei ist der… Mehr
Dem kann ich nur vollinhaltlich zustimmen. Wie sieht denn die Realität aus? Wenn ein Discounter einen Toaster für 19,99€ als Aktion bringen will, dann beginnt die Planung einschließlich Konstruktion und Leistungsmerkmalen ein Jahr oder länger vorher. Wenn eine Marge von 0,99€ geplant ist, dann stehen noch 19€ für Werbung, Transport, Verpackung, CE-Konformitätsprüfung und ggf. GS-Prüfung und Prozente für den Manager vor Ort in Asien zur Verfügung, der dann seinen Lieferanten vielleicht noch 14 bis 15€ für das fertige Teil bezahlen kann. Danach werden dort die preisgünstigsten Komponenten auf dem Zuliefermarkt gesucht und verbaut. Vor dem Inverkehrbringen in Deutschland prüft z.B.… Mehr
Sie setzen bei Weltkonzernen Intelligenz und Anstand in der Chefetage voraus? Das Hauptproblem der Industrie ist es doch, dass man die Kundeninteressen teilweise komplett ignoriert. Gerade Markenhersteller mit teuren Produkten sind oft gnadenlos ignorant. Legendär der Hersteller, dessen Waschmaschienen und Wäschetrockner einen orangefarbenen Schalter besitzen. Über bestimmt 10 Jahre war bekannt, dass der Startknopf und der Türknopf intern „verbackten“, so dass sich die Tür nicht mehr öffnen ließ. Ein Markenhersteller gab bei seinen Bügeleisen offen zu, dass man keine Chance hätte, sie zu entkalken. Sicher sind das in der Summe nur Ausnahmen, aber doch nicht, weil man Angst vor den… Mehr
Das stimmt laut meinen Beobachtungen nicht, die neueren Geräte kurzlebiger als früher (z.B. Herde, Föhn), zum Teil teuerer und nicht von der Qualität von früher. Ich habe Erfahrungen mit sechs Produkten (z.B. Herde) aus verschiedenen Generationen gemacht (Studien Wg Zeit inbegriffen). Die heutigen Produkte können z.B. mit dem Herd meiner Mutter nicht mithalten, die Qualität war schon in Kleinigkeiten sichtbar: ausziehbare Tür, Einrasten der Knöpfe zum Einstellen, gleichmäßiges Backen etc. Wurde 35 Jahre alt und aus optischen Gründen entsorgt. Heute? Mein neuer Herd kann nicht im Ansatz mithalten. Und er war nicht billig. Meine Drucker kann ich alle drei bis… Mehr

Der Wahnwitz an dieser Sache ist ja, dass einerseits immer abstrusere Verrenkungen zum Schutz der Umwelt unternommen werden, und andererseits mittels vorzeitigen Verschleißes von an sich noch lange funktionsfähigen Geräten ein Ressourcenverbrauch nebst Verschmutzung mittels Produktionsprozess zwecks Generierung des Fetisches „Wachstum“ gerne akzeptiert wird. Wie so vieles mittlerweile in diesem Land, an Verlogenheit kaum zu überbieten. Schaute Deutschland früher gerne abschätzig auf Bananenrepubliken herab, so hat das Land hier doch enorm aufgeholt (das war Ironie)

Meine erste Waschmaschine (eine Hoover) lief von 1976 bis 2000 einwandfrei. Lediglich die Türgummi-Dichtung hab ich mal neu (eigenhändig) ausgetauscht. Nach 2000 lief sie noch weitere 9 Jahre in Portugal. Meine zweite WM war eine AEG und hielt gerade mal 13 Jahre. Sie hatte Software-Macken, die man nicht beheben konnte. Vor Kurzem – im Dezember – hab ich mir nun eine Bauknecht gekauft. Bin mal gespannt. Soll meine Letzte sein …! Billig muß nicht immer zwangsläufig gleich Schrott sein. Teures geht auch schnell kaputt oder umgekehrt … Blöd ist, daß man so gut wie nichts mehr selber reparieren kann. Da… Mehr
Ich kaufe nur noch billigst Geräte beim Sonderposten Händler. Der hat hinten im Hof Platz wo man seine „defekte“ Maschine entsorgen kann, beim letzten mal lud ich an einem Sonntagmorgen unsere alte Waschmaschine dort ab, zufällig stand dort ein Transporter aus Rumänien , ich kam mit dem Fahrer in’s Gespräch. Er sucht sich gute aber für defekt erklärte, bzw. Reparatur zu teuer Geräte aus repariert sie und verkauft sie nach Rumänien. Oft werden Maschinen/Geräte ausgesondert die noch relativ neu sind und/oder optisch gepflegt sind wo nur eine Kleinigkeit kaputt ist die für kleines Geld reparierbar ist. So verdient der gute… Mehr

Da trifft Ihre alte Waschmaschine ihren neuwertigen Diesel, den Sie wegen absurder Grenzwerte weit unter Wert verkaufen mussten. Auch eine Art Entwicklungshilfe. Aber Spass beiseite. Zu den rumänischen Löhnen würde sich auch bei uns so manches Gerät weit über den ersten Defekt hinaus betreiben lassen. Aber wer möchte dafür hier arbeiten? Und wie soll man damit hier über die Runden kommen?

Natürlich gibt es eine geplante Obsoleszenz! Fast jeder hat ein Gerät mit eingebauter: Der Drucker! Da verweigert der Drucker die Arbeit weil eine Farbpatrone leer sei. Wenn z. Bsp Gelb leer ist, wird auch nicht mehr schwarz-weiß druckt, sondern gar nicht mehr (Samsung CLP 600). Setzt man in die Farbkartusche einen neuen Zählerbaustein ein, dann druckt er wieder und druckt und druckt und … Diese Abschaltvorrichtungen gehören verboten! Man kann ein kurzes Gesetz “ Gesetzt gegen Obsoleszenz bei Verbrauchsmaterialien“ erlassen, welches nur aus drei Sätzen besteht: “ Einrichtungen zur Funktionsunterbrechung oder Funktionseinschränkung ohne Messung der vorhandenen Materialmenge sind verboten. Warnungen… Mehr

Das Geschäft mit Druckern ähnelt dem Drogengeschäft: mit Niedrigstpreis anfixen und dann mit dem Patronenverkauf Gewinn machen.

Es gibt für jedes Übel, welches bewußt Mensch gemacht, ein Gegenmittel.

So auch für Drucker, welcher Limit Zähler hat. Und der Limit Zähler ist Software.Es gibt sogenannte Reseter Tools für Drucker bei OpenSource (damit meine ich die Plattform, keine Abzocker Seiten etc). Mein Drucker (HP) läuft seit knapp 10 Jahren dadurch ohne Probleme.

Wir haben vor allem Ärger mit Waschmaschinen und Trocknern. Jedes neue Gerät hat eine längere Laufzeit pro Vorgang und einen früheren Kaputtgehzeitpunkt. Die erste Waschmaschine, ein Familienerbstück, lief über 20 Jahre und war nach einem Umzug kaputt. Darauf folgten viele kurzlebige Geräte. Angeblich ist das ja gut für die Umwelt, wenn ich alle 3 Jahre zwei Großgeräte verschrotten muss. Früher brauchte eine pralle Waschladung eine Stunde, heute sind es knapp drei Stunden. Vielleicht würden die Geräte länger halten, wenn sie nicht täglich stundenlang rödeln müssten. Am liebsten hätte ich wieder ein Uraltgerät. Was war das schön, als man nach insgesamt… Mehr

Bedanken Sie sich bei den Grünen Khmern. Wenn Sie Wasser und Energie sparen müssen, müssen Sie halt länger nudeln. Das ist gut für die Umwelt, sagen die Ökos und das obligatorische Sparlable aaa+. Natürlich geht Ihre Wäsche dabei schneller kaputt. Das ist halt persönliches Pech. Da hat jemand das falsche Programm gewählt. Politisch meine ich. Profiwaschmaschienen arbeiten mit viel Wasser, hohen Temperaturen, wenig Waschmittel und sind in einer halben Stunde durch. Kleiner Tipp, viele Waschmaschine haben Programme für “stark verschmutzte“ Wäsche. Die arbeiten mit höher Temperatur und mehr Wasser, fast so wie Ihre alte Maschine.

Das mit mehr an Wasser kann man bei jeder Waschmaschine selber machen. Vor Jahren, als die neuen Maschinen mit immer weniger Wasserverbrauch angepriesen wurden, erklärte mir ein Waschmaschinenreparateur, wie ich dennoch saubere Wäsche bekomme. Man soll nach dem automatischen Wasserziehen der Maschine einfach noch bis zu 10 L Wassser von Hand nachfüllen. Erst bei ausreichend Wasser würde sich vom Waschmittel her Schaum bilden und Luft/Sauerstoff wären notwendig, um Schmutz und Flecken lösen. Seither mache ich das so, habe ein ganz normales Waschmittel und vor allem bei weißer Wäsche sieht man das bessere Ergebnis. Auch bei niedrigeren Temperaturen kann ich das… Mehr

Frau Z.
Das ist interessant für mich! Füllen Sie auch zu den Spülungen jeweils 10l. nach? Wie lange hält Ihre Waschmaschine, denn die Pumpe dürfte ja jeweils länger arbeiten (müssen)?
Ich nutze die Ökotaste grundsätzlich nicht, auch aus den von Ihnen genannten Gründen, aber auch, weil ich definitiv keine Lust habe, stundenlang darauf zu warten, dass die Wäsche durch ist. Und, das nur am Rande, was nützt es mir, wenn ich Strom und Wasser einspare, die Energie-/ Wasserwerke aber die Einnahmeverluste durch den Minderverbrauch mit Preissteigerungen kompensieren (ich weiß, das ist etwas verrückt, aber mir ist Schnelligkeit hier wichtiger!)

Nachtrag zu meiner Antwort an Jasmin:
Meine aktuelle Waschmaschine – Bauknecht weiß was Frauen wünschen 😉 – ist jetzt 15 Jahre alt. Bisher keine einzige Reparatur. Ich klopf auf Holz!

Hallo Jasmin, ja auch beim Spülgang fülle ich Wasser zu, allerdings nur bei einem, sonst ist es mir zu aufwändig. Nur nicht beim letzten, wenn ich etwas Weichspüler eingefüllt habe.
Ich habe es natürlich einfach mit der Handhabung, da die Waschmaschine in der Wohnung und nicht im Keller steht. Da ich sie ohnehin nur laufen lasse, wenn ich zuhause bin, ist das kein Problem für mich.

Frau Z.
Danke für die Rückmeldung! Werde ich bei der nächsten Wäsche mal probieren!

Echt ? Vielen Dank für den Tipp, wir wundern uns nämlich, das unsere Unterwäsche nur maximal 6 bis 8 Monate hält (extra keine Billigware ) danach ist die Löchrig wie ein Schweizer Käse. Verstehe ich das denn richtig, mit höherer Temperatur und mehr Wasser, verbrauch ich genau soviel wie auf Öko, weil schneller fertig ?

Wichtig ist auch, ab und zu die Waschmaschine mit 90 Grad Leerlauf (ohne Wäsche) laufen lassen, weil die niedrigen Temperaturen die Waschmaschine verkalken und tatsächlich verschimmeln lassen, wir hatten sogar mal eine Verstopfung durch verhärtete Waschmittelsubstanz. Tipp: Am Besten dabei ein Spülmaschinentab in die Trommel legen (besser als Essig-kann die Dichtungen angreifen) und mal den Sieb säubern.

Ich habe jetzt mehrfach gesehen, das LED- Lampen rel. günstig verkauft werden, die man im Falle des Ausfalls des „Leuchtmittels“ direkt wegschmeißen kann. Es sei denn, es gefällt einem, wenn an einer 5- strahligen Lampe eine (oder mehr) nicht funktioniert. Die „Leuchtmittel“ sind so verbaut, dass sie nicht ausgetauscht werden können. Garantie für 3 bis 5 Jahre. Wer baut sowas, und noch wichtiger, wer kauft sowas?

Ich halte die geplante Obsoleszenz für ein Gerücht. Geht mein Gerät früh kaputt, kaufe ich beim selben Hersteller nicht mehr. Ein No-Name könnte Obsoleszenz einplanen, ein Markenhersteller zerstört sich mit verärgerten Kunden die Zukunft. Und wer billig kauft, kauft zweimal.

Richtig
Wer an die Verschwörungstheorie „Obsoleszenz“ glaubt, der glaubt nicht an Konkurrenz

Und wer an Konkurrenz glaubt der glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Schon mal was von Absprachen gehört? Wenn alle billiger produzieren und schneller neue Geräte verkaufen können dann machen logischerweise alle mit, warum auch nicht, lohnt sich doch langfristig für alle, sogar ohne Absprache.

Kommt mir in allen Einzeldetails bekannt vor. Dazu kam noch der unsägliche Kundendienst. Haben dann lieber neu gekauft – natürlich von einer anderen Marke. Nachdem wir ca. 1 Woche lang nicht nur das Bier mit Eiswürfeln aus dem Supermarkt gekühlt hatten.