Hamburg: Bewerbung als Europas Hauptstadt des Linksextremismus

Wer sich die Hamburger Extremismus-Zahlen für Deutschland vergegenwärtigt, der muss sich die Frage stellen, welchem Extremismus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss: Dem Linksterrorismus oder dem Terror islamreligiöser Extremisten?

© Alexander Koerner/Getty Images
Randalierer vor einer brennenden Barrikade im Schanzen-Viertel in Hamburg, am 7. Juli 2017

Hamburg Hafenstraße, St.Pauli, Rote Flora – die Hansestadt blickt auf eine lange Tradition linksextremistischer Gewalt zurück. Man kann heute sogar davon reden, dass dieser kleine Terror autonomen Gebarens für ähnlich gestrickte vorwiegend junge Leute aus dem gesamten Bundesgebiet (und noch darüber hinaus) schon eine touristische Anziehungskraft hat.

Exemplarisch und initial für eine Eskalation dieses Linksextremismus an der Elbe dürften die Ausschreitungen zum G-20 Gipfel 2017 gewesen sein, als Dutzende von Autos brannten und Luftaufnahmen von Hamburg mit den schwelenden dunklen Rauchfahnen an Bilder aus den Krisengebieten der Welt erinnerten: Bagdad und Beirut ließen grüßen. Wer einmal ein paar Meter auf den Anti-G-20-Demonstrationen mit dem so genannten Schwarzen Block mitgelaufen ist, der sah dort halb Europa: Italienerinnen neben Schweden, Spanier und Einheimische hinter Bannern wie „Deutschland Du mieses Stück Scheiße“.

Keine Frage, dass solche event-artigen Zusammenkünfte von Linksextremen unter maximalem Polizeiaufwand und mit internationalem Medienecho ein linksrextremes Selbstverständnis noch weiter ausformen und Erwartungshaltung aufbauen. Nein, Nachwuchsprobleme haben Linksextreme sicher nicht. Linksextrem ist der äußere Rand des Mainstreams. Linksextrem ist hipp.

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Dass das aber alles andere als ein Spaß für wohlstandsverwöhnte Hamburger Kids und ihre internationalen Gäste ist, stellte jetzt eindringlich das Hamburger Landeskriminalamt gegenüber der Welt am Sonntag klar. „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren insgesamt 36 herausragende Farb-, Stein- oder Brandanschläge registriert, die wir der linksextremen Szene zuordnen“, sagte Claus Cortnumme, Leiter des für die Aufklärung politischer Straftaten zuständigen Staatsschutzes im Landeskriminalamt gegenüber der Zeitung.

Jetzt mag man angesichts des Attributs „herausragend“ bei Anschlägen mit Farbbeutel grinsen, wenn diese Form des Angriffs für ewig mit der Parteitagsattacke gegen Joschka Fischer verbunden ist – aber die Radikalität soll laut Verfassungsschutz insgesamt viel massiver sein und es gäbe keinerlei Anlass, lediglich von einer verunglückten Form zivilen Ungehorsams zu reden.

In Hamburg stehen die Gewalttaten von Linksextremen zum G-20-Gipfel weiter im Fokus, wenn am kommenden Mittwoch die Gerichtsverhandlungen beginnen gegen drei damals dingfest gemachte Beschuldigte, die angeklagt sind, „schwere Anschlagspläne“ vorbereitet zu haben. (Warum dauert so etwas eigentlich so lange und was musste da ermittelt werden, das dieses Zeitfenster brauchte?)

Wenig erstaunlich ist, dass die Angriffsziele der Linksextremen sich immer weiter nach links bewegen, wenn in Hamburg auch Olaf Scholz dran glauben musste bzw. sein Wohnhaus. Gegen dieses wurde ein Brandanschlag verübt, weswegen nun auch wegen Sachbeschädigung ermittelt wird. Hinzu kämen „Angriffe auf Justizgebäude, Polizeistationen und Wirtschaftsunternehmen in der Stadt.“

Für Torsten Voß, Chef des Hamburger Verfassungsschutzes, hat hier eine Eskalation stattgefunden: „Taten der linksextremen Szene zeichnet eine neue Eskalationsstufe aus, weil sie sich nicht mehr nur gegen Sachen wie Wohnungen, Parteibüros oder Fahrzeuge richten, sondern mittlerweile auch direkt gegen das Leben und die Gesundheit von Menschen.“ Hier geht er in seiner Einschätzung übrigens noch über Hamburg hinaus, wenn er beispielhaft die Ausschreitungen auch gegen die Polizei in Leipzig-Connewitz gleich mit einbezieht. Für den Verfassungsschützer von der Elbe also ein bundesweites Phänomen der weiteren Linksradikalisierung.

Voß spricht wörtlich davon, „dass wir uns in Richtung eines neuen Linksterrorismus bewegen.“ Wer mag, kann ja einmal die Zahlen aus Hamburg hochrechnen für das gesamte Bundesgebiet, wenn der Hamburger Verfassungsschutz unter seinen Linksradikalen schon „935 gewaltorientierte Linksextreme“ listet und beobachtet. Wer sich diese Zahlen für Deutschland im Wortsinne vergegenwärtigt, der muss sich bald die Frage stellen, welchem Extremismus von Staatsschutzseite und zum Schutze der Bevölkerung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte: Dem Linksterrorismus oder dem Terror islamreligiöser Extremisten?

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Zwar lassen sich bei Demonstrationen mit Beteiligung von Linksextremisten und Antifa auch viele jüngere Leute beobachten, die mehr nach verwöhntem Elternhaus ausschauen denn nach gestählten Extremisten, aber auch diese Beobachtung kann der Hamburger Verfassungsschutz als Verharmlosung entlarven, wenn davon die Rede ist, dass in linksradikalen Reihen schon mit Kampfsportausbildungen aufgerüstet wird und sich viele der extremistischen Aktionen gegen Mensch und Material als perfekt geplant erweisen: „Die Täter setzen sich intensiv mit den Attacken auseinander, jede Eventualität wird versucht auszuschließen. Es wird insbesondere darauf geachtet, Spuren zu vermeiden. Die Täter greifen auf konspirative Konzepte zurück, die seit vielen Jahren genutzt werden“, erklärt Claus Cortnumme.

Der Leiter der Abteilung für die Aufklärung politischer Straftaten weiß auch zu berichten, dass es zum Selbstverständnis dieser noch einmal radikalisierten Radikalen gehört, ihre Taten mit Selbstbezichtigungsschreiben zu begleiten. Auch hier also in der Sache eine Nähe zu religiös motivierten Anschlägen und Attentaten. Dort ist die Selbstbezichtung schon lange fester Teil des ritualisierten Terrors samt verstörender Videoaufnahmen. Solche Aufnahmen linksextremer Gewalt liefern in Deutschland allerdings die Medien wie zuletzt mit maximalem Aufgebot zu den Ausschreitungen beim Hamburger G-20-Gipfel. Da müssen Linksextreme nicht zu Filmemachern werden.

„Die Straftaten sollen den Fokus auf ein bestimmtes Thema lenken, mobilisieren, müssen aber auch anschlussfähig sein, weshalb die Täter sie begründen“, sagt Cortnumme. Der konkrete Täter selbst könne allerdings bei einem Großteil der Angriffe nicht ermittelt werden.

Die drei angeklagten – juristisch mutmaßlichen – Linksterroristen werden vom Hamburger Verfassungsschutz als linksextreme Gefährder eingestuft und es sind, wie erwähnt, längst nicht die einzigen. Hauptvorwurf gegen die drei: Verabredung zur gemeinschaftlichen Begehung von drei Brandstiftungen und einer schweren Brandstiftung. Auch das Haus, in dem die Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) lebt, soll dabei ein Ziel gewesen sein – analog zu Olaf Scholz trifft es also längst auch Sozialdemokraten, deren Politik in Hamburg jahrzehntelang Teil des Problems war und Ursache dafür gewesen sein dürfte, dass Linksextremismus heute in Hamburg bald in den Stadtführer aufgenommen werden könnte.

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Kommentare ( 77 )

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77 Kommentare auf "Hamburg: Bewerbung als Europas Hauptstadt des Linksextremismus"

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Ein ewig grinsender Leisetreter der Roten hatte doch dort jahrelange Verantwortung und hat wie alle seine Vorgänger nichts gegen die dort stark beheimatete Antifa unternommen und das hat Tradition, da fühlten sich die Kommunisten schon früher zuhause, wenn auch damals aus anderen Anlässen und ihre Jünger von heute führen deren Werk fort und niemand kommt auf die Idee, denen das Handwerk zu legen, warum auch, ist man doch geistig sehr nahe bei ihnen und hat von ihnen nichts zu befürchten und man konzentriert sich lieber auf den rechten Rand und somit haben Ultralinke und radikale Gäste eine gewisse Narrenfreiheit, sind… Mehr

In letzter Konsequenz haben wir dieses Phänomen, wie viele andere, der Politik in berlin und dem DDR Import Merkel zu verdanken.

Sie sind nur Ausführende. Sie lassen die Politik Wirklichkeit werden, die das Volk sich ausgewählt hat.

Das ist falsch. Merkel wurde in Westen gewählt. Die Menschen im Osten sind hellwach und wählen keine Grünen und lehnen Merkel ab. Es ist die Linke West CDu die das ermöglicht hat und unterstützt.

Wie intellektuell herausgefordert muss man eigentlich sein, um die eigenen, offiziellen und engagierten Sponsoren zu attackieren? Sowas hätten sich selbst die Monty Phytons nicht als Kalauer erlaubt.

Relativierung der Krawalle im linksgrünen Zentralorgan – der in Leipzig-Connewitz verprügelte Polizist soll nicht im Lebensgefahr gewesen sein. Und dann ist alles in Ordnung?

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-01/connewitz-leipzig-polizei-video-falschmeldung-kommentar

Meint die Redaktion, Polizisten darf man beliebig prügeln, wenn sie darauf überleben und es nicht allzu „orchestriert“ wirkt?

Hamburg hat lange an seinem Status gearbeitet. Und wer wissen will, wer alles so beteiligt war und ist, der darf sich gerne auch in der Justiz und höheren Verwaltung umsehen. Appeasement ist da schon rechtslastig. Die Prozesse gegen G20-Täter waren bisher eine Farce, aber das fällt bei der Rechtssprechung im Übrigen nicht weiter auf. Bewährung und milde Strafen sind vorhersehbar: Schließlich liegt das alles ja jetzt schon lange zurück. Maximalverteidiger sind eh kostenlos beigeordnet. Verständnis all über all – für Linke, Migranten und Psychopathen. Auf Otto Normal wird abfällig heruntergeblickt. Wer das aufräumen will, der braucht schon einen sehr großen… Mehr

„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“ ( Zitat von F.J.Strauss)

Da man dem Links- und Islamterrorismus sowieso nicht mehr Herr wird, konzentriert man alle Kräfte auf Rechts?

Es gibt keinen Unterschied zwischen Linksextremisten und Rechtsextremisten…beide Formen des Extremismus wollen wie jeder Extremismus auf dieser Welt….das bestehende Rechtssystem/Wegegesellschaft zerstören. Der Extremismus ist nichts anderes als Terror…und Links und Rechts Extremismus ist Terror der sich immer gegen den Rechtsstaat… gegen die staatlichen Gewalten von Judikative, Legislative und Exekutive richtet.

Wir waren im Sommer ein paar Tage in Hamburg und nahmen auch an einer dieser obligatorischen Stadtrundfahrten per Bus teil! Der Fremdenführer machte auf Stellen aufmerksam, die während des Gipfels wohl Hauptkriegsschauplätze waren und konnte sich nicht verkneifen darauf aufmerksam zu machen, dass die Polizei an den Ausschreitungen hauptsächlich die Schuld trage! Leider hatten mein Mann und ich (als praktizierende Umwelt-bzw. Nazisäue) unseren 6jährigen Enkel dabei! So verzichteten wir darauf uns mit dem Herren anzulegen, sondern verließen bei nächster Gelegenheit das Gefährt! Der penetrante rotgrüne Geist Hamburgs war auch anhand von den stramm sozialistischen Schmierereien an Wänden, Mauern, Bahnen usw.… Mehr
In einem anderen Kommentar hatte ich schon auf die Parallelen der derzeitigen Situation mit der Phase des Heraufdämmern der NS-Zeit verwiesen. Nicht nur, daß „die Linken“ in ihren verschiedenen Abstufungen nahezu sämtlich Meinungs- und Machtbastionen erobert haben, sie haben offensichtlich auch das Denken vieler Menschen vergiftet resp. deren kritischen Verstand ausgeschaltet. War es nicht auch damals so, daß die meisten Menschen sich anfangs durchaus für Hitler und seine Ideologie begeisterten, auch wenn sie persönlich niemals einen Aggressionskrieg oder gar den industrialisierten Massenmord gebilligt hätten? Ist sie da nicht wieder, diese Mischung aus politischer Naivität, absichtlichem Verdrängen und bereits verinnerlichter Einschüchterung?… Mehr
„War es nicht auch damals so, daß die meisten War es nicht auch damals so, daß die meisten Menschen sich anfangs durchaus für Hitler und seine Ideologie begeisterten, auch wenn sie persönlich niemals einen Aggressionskrieg oder gar den industrialisierten Massenmord gebilligt hätten? auch wenn sie persönlich niemals einen Aggressionskrieg oder gar den industrialisierten Massenmord gebilligt hätten?“ Diese Menschen hatten halt keine hellseherischen Fähigkeiten, den das Klimakartell heutzutage hat, glaubt dieses doch Jahrhunderte an Entwicklung vorhersehen zu können. Was die Sache aber noch perfider macht, ist die Tatsache, dass im Gegensatz zu den den von Ihnen erwähnten Menschen, die linke Bagage… Mehr

Auch die prominenten Vertreter des Mainstreams werden nicht so schnell aufwachen, zu sehr sind sie in ihrer linken Gedankenwelt verhaftet. Eine selektive Wahrnehmung verstärkt das einseitig ideologische Denken eher noch.