Gewalt in Hamburg: Am Ende gewinnt Merkel

Erst wird die radikale Linke gegen die Rechten aufgerüstet. Richtet sich aber die Bewaffnung gegen die Regierenden, nimmt man die Empörung der Rechten dankend mit. Die Linke hat für Merkel die Schmutzarbeit gemacht, sie darf nun gehen. Nur der Anlass hat noch gefehlt. Merkels Dank gilt den linken Chaoten in HH.

© Alexander Wallasch

Radikale Rechte und rechte Medien prangern nicht erst seit gestern einen Austausch der Bevölkerung an, die Installation eines gigantischen staatlichen Kontrollapparats, einen massiven Angriff auf die Meinungsfreiheit, prangern an, dass wir nicht mehr Herr im eigenen Land seien, dass Demokratie von der Merkel-Regierung auf eine Weise ausgehöhlt wird, die an die Anfänge faschistischer Regime erinnern würde – und ja, Kritik wird hier schon mal schlüssig argumentiert, auch wenn es sich nicht automatisch bei jedem Konservativen zu einem Masterplan zusammenfügen will. Zu breit gefächert sind die Mitspieler, zu vage manche Behauptung, zu grotesk mancher Gedankengang, dann aber wieder zu massiv diese staatlicherseits als gewollt betrachteten Verwerfungen, als dass man hier, wenn man eben so gestrickt ist, nicht den Worst case annehmen könnte.

Annehmen könnte man aber auch, dass Menschen, die auf diese Weise in nationalen Kategorien denken, automatisch auch etwas gegen die Globalisierung und ihre Auswüchse haben müssten, die beispielsweise Einwanderung organisiert, auslöst oder billigend in Kauf nimmt. Aber wo war die Rechte in Hamburg, wo sind deren Protestmarker?

Im Gegenteil: Ungewollt Schulter an Schulter mit Angela Merkel richtet sich rechte Kritik jetzt gegen linke Gewalt und gegen die Rezeption dieser Vorfälle durch linke Medien. Mit dem Ergebnis, dass Angela Merkels Sympathiewerte in den Umfragen abermals steigen und die Union ihren Vorsprung gegenüber der SPD auf über 40 Prozent ausbauen kann, während die Parteien der Opposition und die AfD in den Umfragewerten stagniert, gar schrumpfen.

Die Ausschreitungen sind also auch für die Rechte keineswegs so hilfreich, wie es einige konservative Kommentatoren aktuell annehmen mögen. Sie erweisen sich im Gegenteil als schädlich für die Opposition gegen diese große Koalition oder das politische System an sich. Was wäre denn gewesen ohne diese Gewaltausbrüche? Vorstellbar wäre sogar, das Merkel, Maas, Roth und Co sich für eine Stunde vom Gipfel entfernt hätten, um sich für die Kameras an die Spitze „ihres“ friedlichen Demonstrationszuges zu stellen, wie die Honeckers der Welt zu ihren Jahrstagen von was auch immer. Und damit stellt sich die Frage, wie nötig diese Gewalt für als Abgrenzung für die Linke war.

Nun trafen sich in Hamburg die Führer der Wirtschaftsmächte der Welt und ein paar geduldete nützliche Idioten, um die Weichen auch für jene Staaten zu stellen, die in Hamburg außen vor bleiben mussten. Vor den Toren der Oper brannten Straßenbarrikaden, Autos wurden angesteckt, viele Polizisten und Randalierende verletzt. Sehr hässliche Bilder ausufernder Gewalt.

Bilder, die sich einbrennen, wie jenes Panoramagemälde der Hansestadt mit vielen dunklen Rauchfahnen über den Dächern der Stadt. Aufnahmen, wie sie Kriegsberichterstatter sonst nur über Aleppo zu fotografieren bekommen, wo von den Segnungen des Kapitalismus befreiten Städte ein Elend erleben, dessen Brandgeruch-Odem die Hamburger für einen kurzen Moment in ihren Wohnzimmern ertragen mussten, wenn sie nur die Gardinen zurückzogen und die Fenster weit genug öffneten. Folgerichtig durften auch die Fotografen ein bisschen Krieg spielen, als sie sich ihre Fahrradhelme aufsetzen und mit weißem Klebeband „TV“ oder „PRESSE“ aufklebten. Ein Robert-Capa-Effekt wollte sich trotzdem nicht einstellen. Robert Capa hat den Mut und den Tod in den Kriegen des vergangenen Jahrhunderts fotografiert; nach der Randale von Hamburg warten die Randalierer ruhig auch auf das nächste große Polit-Event und Journalisten beschweren sich, dass sie auch etwas Tränengas abgekriegt haben. Aha, das ist aber unverschämt von der Polizei, dass sie nicht extra Journalisten-Bubbles aufmacht für die verwöhnten Redaktionsstubenbewohner, die mal Krieg gucken wollen ohne Risiko und Nebenwirkung für sich, selbstverständlich.

Es mag zynisch klingen, aber am Tag danach muss das für dutzende Autobesitzer weiterhin wie eine Katastrophe aussehen, aber die Versicherung bezahlt den Schaden oder es übernimmt Olaf Scholz. Keine Bombenkrater, keine unbewohnbaren Stadtteile, nichts das man für mehr Kosten reparieren müsste, als der gigantische Polizeiaufmarsch verschlungen hat, um diese Exzesse im Zaum zu halten. Nicht mehr, als die Organisation des Gipfels selbst gekostet hat. Ja, die Polizei hat Oberwasser behalten. Alles wieder unter Kontrolle.

Die auf die nächtlichen Krawalle folgende Demonstration am Samstagnachmittag mit weit über 50 Tsd. Teilnehmern war summa summarum ein versöhnlicher Familienausflug bei Tageslicht gegen G-20. Und Gelegenheit, sich einmal den auch hier aufmarschierenden schwarzen Block etwas genauer anzuschauen. Erstaunlich ist zunächst die internationale Zusammensetzung. Ein junger Schwede erzählt, man sei mit sechs Bussen angereist, die stundenlang von der Polizei an der Weiterfahrt gehindert worden seien. Schweden, Spanier, Griechen, Italiener – junge Leute aus ganz Europa marschieren mit im schwarzen Gewand. Diese radikale Linke am G-20 ist also keineswegs ein deutsches Produkt oder Phänomen. Hier agieren Teilnehmer, die in ihren Ländern ganz andere Erfahrungen gemacht haben mit Staat, Polizei, persönlichen Verhältnissen und fehlenden Perspektiven, als die wohlstandsververwöhnten Kinder-Kämpen aus Hamburg. Natürlich ist man dort besonders laut und erfolgreich, wo es die Bürgerrechte auf besondere Weise zulassen. In Deutschland, jenem Deutschland, von der die Rechte nun wieder sagt, ihre Bürgerrechte würden hier systematisch ausgehöhlt und abgeschafft, man befände sich auf dem Weg in eine „Merkel-Diktatur“.

Die Polizei konnte hier nur in Masse gegenhalten, zu gut organisiert ist die internationale Linksradikale, die bei näherer Betrachtung eine Versammlung von Jugendlichen aus ganz Europa ist, die vor allem eins in die Waagschale werfen: ihre überbordende Energie, die Kraft der Jugend, die dann im Bruchteil von Sekunden in offene Aggressivität umschlagen kann, in Gewaltexzesse gegen Dinge und gegen die Polizei. „No Justice, no Peace, fuck the police.“

In Hamburg muss man angesichts der linksradikalen Gewaltexzesse eines feststellen: Eine organisierte Rechte dieses Formates gibt es in Deutschland nicht, der Kampf gegen Rechts richtet sich gegen einen imaginierten Feind, der eigentlich links steht und durch diese Aktion gemästet wird. Wer sich die Demonstration der Fünfzigtausend am Samstag in Hamburg angeschaut hat, der weiß es nun: Gegen diese schwarze Linke in ihrer Mitte lässt sich von rechts nicht anstinken. Schon deshalb nicht, weil die Geschichte der rechten Gewalt diskreditiert ist, die Geschichte linker Gewalt aber umgedichtet oder schlicht vergessen wurde: Stalin, Mao, Pol Pot: die Mauertoten zählen quantitativ nicht einmal, wenn man die Millionen Toten zusammenrechnet, die allesamt dem Sozialismus/Kommunismus zum Opfer fielen. Aufgestellt in Hamburg haben sich hunderte von linken Gruppen, die sich an der Elbe schmerzfrei ohne viel Federn lassen miteinander solidiarisieren und gemeinsam marschieren. Wenn es überhaupt eine Kraft gäbe, die das Potenzial hätte, Regierungen zu Fall zu bringen, dann marschiert sie hier. Das wusste auch Angela Merkel, als sie die Zwangsumarmung wagte.

Da marschiert der linke Mythos aus einhundert Jahren mit. Die Entrechteten des südamerikanischen Kontinents ebenso, wie Geknechteten der europäischen Industrialisierung. Darauf kann man sich berufen, auch wenn sozialistische Experimente allesamt in Massengräbern erzählen sollten. Damit ist es für alle Zeiten unterfüttert. Der Kampf gegen den Kapitalismus, gegen Ausbeutung und Elend ist uralt und wird in Hamburg so aktuell inszeniert wie eh und je. Und er hat sich in den Köpfen fundamentiert, zementiert. Sogar ein Ex-Kanzler Schröder enblödet sich nicht, seine Motivationsrede auf dem Parteitag der SPD mit einem „Venceremos!“ zu beenden. Dem politischen Kampflied der lateinamerikanischen Revolutionen. Der Revolutionsmythos hat sich verselbständigt und dienst als Rechtfertigung, einen Rewe-Markt „zu öffnen“, wie ein ZEIT-Reporter verharmlosend twittert oder stellvertretend für das Großkapital mal eben den Geldautomaten einer Sparkasse zu sprengen und damit die Volksküche zu subventionieren, als gäben Merkel und Co nicht schon genug Querfinanzierung.

Von Schröder zu Merkel: Dass es in Hamburg zu linken Gewaltexzessen kommen musste, mag auch an der speziellen deutschen Situation liegen. Das so genannte Establishment hat die radikale Linke fast vollständig aufgerieben in einer Zwangsumarmung, aus der man sich nun mit Pflastersteinen und Autobränden befreit hat. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen? Man wird sehen, ob die jungen Randalierer von Hamburg weiterhin auf staatliche Subventionen hoffen dürfen. Die Justiz jedenfalls brauchen sie schon mal nicht zu fürchten. Hamburg hat gezeigt, dass es einen rechtsfreien Raum für Links gibt.

Konservative und Rechte sollten sich nun aber hüten, die Gewalt in Hamburg als willkommene Einladung zu betrachten, den Linken und radikalen Linken einen auszuwischen. Denn dabei vergisst man eines: „No Border!“ mag auf der Straße gebrüllt werden, während linksradikale Jugendliche aus ganz Europa ein paar Autos abfackeln. Aber umgesetzt wurde es im deutschen Kanzleramt von der deutschen Kanzlerin. Von der Vorsitzenden der diesjährigen G-20 Veranstaltung. Und während Heiko Maas den Christopher Street Day eröffnet, sich als Schwulenbefreier feiern lässt, weil er dort noch nicht von aufgebrachten europäischen Jugendlichen in seine Schranken gewiesen wird, teilt der Justizminister via Twitter einen Post von Olaf Scholz: „Wir werden dafür sorgen, dass diejenigen, die Schäden erlitten haben, nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben.“

Damit meint er wohl die Besitzer der abgefackelten Autos, die zu ersetzenden Scheiben des schmucken Hotel Riverside in St. Pauli und die vieler anderer. Damit meint er jedenfalls nicht die Entschädigung von Millionen Flüchtlinge, diese entwurzelten Kollateralschäden der Politik der G-20 Staaten, für die das reiche Deutschland ja längst den Beutel sperrangelweit aufgemacht hat, ebenso wie die Staatsgrenzen. Die Linke würde sagen: Wiedergutmachung für die Opfer eines globalen Raubtierkapitalismus. Was wiederum der rechten Behauptung entspricht, es würde sich hier überwiegend um Wirtschaftsflüchtlinge handeln.

Die Gewalt in Hamburg mag der Rechten ein ersehnter Anlass sein, die radikale Linke ins Fadenkreuz zu nehmen. Ob die Linke dem „Neokapitalismus“ damit einen empfindlichen Schlag verpasst hat, darf ernsthaft bezweifelt werden, sie haben allenfalls die Feier gestört. Langfristig allerdings nutzen die Ereignisse samt anschließender Selbstzerfleischung der oppositionellen Flügel nur wieder einem: dem politischen Establishment. Darauf einen Schröder: „Veneceremos“ …

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Kommentare ( 107 )

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107 Kommentare auf "Gewalt in Hamburg: Am Ende gewinnt Merkel"

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Das ist die Frage, ob Merkel gewinnt. Ich bin in diesem Punkt nicht so sicher wie manch einer. Denn Merkel ist fertig. Das läßt sich bestaunen, wenn sie ins Bild gerückt wird.

„Mit dem Ergebnis, dass Angela Merkels Sympathiewerte in den Umfragen abermals steigen und die Union ihren Vorsprung gegenüber der SPD auf über 40 Prozent ausbauen kann, während die Parteien der Opposition und die AfD in den Umfragewerten stagniert, gar schrumpfen.“ Nur am Rande: Die in der „Umfrage“ genannten 40% stellen keinen Vorsprung sondern das Gesamtergebnis der Union dar. Das unmittelbar nach dem linksextremen Terror vom Wochenende solche „Umfragen“ auftauchen würden, war doch mit Blick auf deren Auftraggeber so klar wie wasserverdünnte und gefilterte Klosbrühe. Die Angst des politmedialen Mainstreams vor dem Erstarken der AFD ist mit den Händen greifbar –… Mehr

Ich hab ja eher die Vermutung, dass die Ergebnisse der Wahlumfragen für die AfD seit Monaten deshalb so in den Keller gehen, damit die letztendlichen ‚Ergebnisse‘ der BTW plausibler aussehen und niemand ins Grübeln kommt

Sie können Ihren Teil dazu beitragen, dass die Wahl sauber sein wird, indem Sie sich als ehrenamtlicher Wahlhelfer melden.

Rechtsfreie Räume für Linke Chaoten, für fragwürdige Gesetzte, für Asylanten, für Wirtschaftsflüchtlinge, für kriminelle Großfamilien und sonstige kulturbereichernde Clans. Na Prima, nur für den, jeden Tag pünklich zur Arbeit gehenden, Ureinwohner werden die Räume immer enger. Irgendwas stimmt hier nicht und läuft verdammt falsch. Mal sehen wie lange noch. Aber die Meisten der Genaration Handywischer, wird es wahrscheinlich nicht mal merkeln wie auch Teile der Generation Rente, na ja, ihnen sei verziehen. Das Alter halt.

Sie gehören offensichtlich nicht zur Generation Rente,sonst würden Sie nicht so einen Mist verzapfen! Haben Sie sich schon einmal mit der Generation Rente unterhalten? Glauben Sie daß diese Leute hier zufrieden sind mit Ihren Almosen die sie Monatlich erhalten?Können Sie sich vorstellen,daß diese Leute die Schnautze vollhaben genau wie Sie?Wer mit 700€ auskommen muß läuft mit geballter Faust in den Tag!Außnahmen sind auch hier die Regel!

Die modernen Eliten Deutschlands sind weitgehend neoliberal, also antinational. Obwohl der deutsche Nationalstaat in den Nachkriegsjahren den Bürgern die höchsten Rechte an Mitbestimmung und Demokratie, den besten Schutz im Alter bot, die Privatisierung von Einrichtungen fernhielt, die der Daseinsvorsorge betrafen, konnte dieses System nahezu gänzlich im Sinne der Neoliberalen umgewandelt werden, die global dachten und handelten, Menschen und Geld gleichsam als austauschbare Allokationsfaktoren betrachtet. Die Desavouierung des Nationalstaates mit Hilfe der Geschichtspolitik führte zu dem Ergebnis, dass „Rechte“ mit „Rassisten“, „Faschisten“ und „Antisemiten“ gleichgesetzt werden. Die besten Fußtruppen im Häuserkampf für eine Globalisierung schaffte die „Linke“ – als Kampfgemeinschaft „gegen… Mehr

Besser kann man die politisch verfahrene Situation in der guten alten BRD wohl nicht beschreiben… Klasse Artikel!

„Aber wo war die Rechte in Hamburg, wo sind deren Protestmarker?“
Ich erinnere nur an die Pegida Demos, Antifa, die etablierte Politik, und über weite Teile die hässliche Fratze des deutschen Journalismus.

Gewinner des G20 ist China.

Für China wird es eine Lehre und ein Negativbeispiel sein, wohin grenzenlose Toleranz führt und wie man blühende Länder ohne jede Not wieder zu Grunde richtet.

Der Schwachsinn läuft bei uns als Toleranz und Weltoffenheit.

Ich kann mich keinem politischen Spektrum mehr verordnen, Herr Wallasch – und so sehe ich viele meiner Freunde und Bekannten. Viele sind mittlerweile ‚rechts‘, da sie nicht mehr bereit sind, ungefiltert Armutsflüchtlinge in diesem Land aufzunehmen, die obendrein die Kriminalitätsrate in ihrem eigenen Umfeld signifikant erhöhen – sei es durch Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle oder sexuelle Übergriffe. Andererseits sind ‚wir‘ auch nicht bereit, eine weitere finanzielle Austrocknung sowie schon prekärer Berufsgruppen hinzunehmen, die in einer wachsenden Alterarmut enden muss. Die ‚Soziale Gerechtigkeit‘ des Herrn Chulz ist eine Utopie, die sich weiterhin auf Sprechblasen begründet und keinerlei Fundament bietet. Ja, ich habe da… Mehr

Das Land, das Sie sich wünschen, gab es!
Die Bonner Republik der Prä-Merkel-Ära.

„Was bin ich nun? Bin ich ‚blau‘, ‚grün‘, ‚rot‘ ’schwarz‘? Oder sogar braun?“ Nein, Sie stehen den AfD-Positionen recht nahe, ohne sich dies zurzeit, was völlig legitim ist, eingestehen zu wollen. Für den Erhalt bewährter Errungenschaften einzutreten ist niemals braun, echte Braune wollen Umwälzung und Revolution, genau wie echte Linksextremisten. Alles, was Sie wollen, liebe Sabine W., will ich auch, zudem will ich nicht länger von einer derart geistlosen, machtsüchtigen Frau regiert werden – und ich bin in der AfD und zähle dort gewiss nicht zum linken oder Öko-Flügel. In der AfD-Programmatik gibt es viel mehr soziale Ansätze und Aspekte… Mehr

Schaute gerade die ÖR-Berichterstattung zu den Hamburg-Ausschreitungen, im ARD Morgenmagazin. Dort sind es „Randalierer“ und „Krawallmacher“, nicht einmal werden sie mit dem Zusatz „links“, „linksextrem“, „autonom“ etc. versehen. Das lässt tief blicken. Das ist jetzt wie bei islamistischen Terroranschlägen, „islamistisch“ etc. wird nur ganz ganz spärlich verwendet.

Ich warte nur darauf, dass es bei Augstein oder Kleber noch heißt: „Da die Randalierer vermummt waren, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie in Wahrheit aus dem rechten Lager kamen und direkt von Pegida geschickt wurden, um den grundsätzlich immer friedlichen Linken und Autonomen zu schaden.“

Slomka würde dann ihren kältesten Gefrierschrank-Blick überhaupt aufsetzen, so dass die Mattscheibe vereist, und gleich einen Rechtextremismus-Experten von eigenen Gnaden befragen, der uns mit betroffener Miene versichern würde, dass dies in der Tat sehr gut vorstellbar sei.

Mal ehrlich, wen würde sowas noch wundern?

Ich habe mir den Abend und die Nacht mit einer kleinen Presseschau zum Thema Hamburg vertrieben. Die vielen Links sind hier sicher nicht gern gesehen, denn es ist eine ziemliche Menge. Zusätzlich habe ich mir vorgestellt, wie sich meine Großeltern im November 1938 gefühlt haben. Es war ja auch nicht so, dass die eines Morgens aufgewacht sind und sich gesagt haben: „oops, das ist ja eine faschistische Diktatur!“ Nun sehe ich eine frappierende Übereinstimmung der Muster, nur dass an die Stelle der damalig prekären Teile des „Proletariats“ eine abgehängte und im Nihilismus der westdeutschen bildungspolitischen Verwahrlosung herangezüchtete Mittelschichtsjugend getreten ist… Mehr