Bei Klaus Kleber: Merkels letztes Aufgebot unterm Häääschtäg unteilbar

Für die Regie der heute journal Sendung eine gute Demonstration. Erst #unteilbar (gut, besser, doppelplusgut), direkt danach der Teufelseibeiuns (schlecht, böse, ultimativböse).

Screenprint: ZDF/heute journal

Die Demonstration unter dem Hashtag „unteilbar“ wurde von der Wochenzeitung Die Zeit bereits zur neuen „Sammelbewegung“ erklärt. Also zu so etwas wie einem Gegenentwurf zu Sahra Wagenknechts Aufstehen-Bewegung, die schon Tage vor der Demo ihre Vorbehalte gegen den Aufmarsch der Willigen angekündigt hatte und dafür beispielsweise von der Berliner taz die nahe liegende Schlagzeile kassierte: „Aufstehen bleibt lieber sitzen“.

Nüchtern betrachtet
#unteilbar in Berlin
Nun wird diese überraschende Neuauflage der Love-Parade von ihren Teilnehmern und vom politischen Berlin heute gefeiert wie der Marsch auf Washington. Die Tagesschau hatte zwar ursprünglich noch die ablehnende Haltung der CDU gegenüber der Demonstration an ihre Jubelgesänge angehängt, diese ziemlich ätzende Kritik scheint aber mittlerweile bei tagesschau.de entfernt worden zu sein:

„Die Berliner CDU unterstützt dagegen die Demonstration ausdrücklich nicht. Zur Begründung wies ihr Generalsekretär Stefan Evers darauf hin, dass der Anmelder ein Anwalt der „Roten Hilfe“ sei, einer Organisation, die „linksextremistische Verbrecher“ unterstütze. Zudem werde die Aktion „von vielen anderen dubiosen Organisationen“ mitgetragen.“

Unter anderem beim Bayrischen Rundfunk ist dieser Part so ähnlich noch auffindbar.

Und was macht Klaus Kleber im heute Journal? Auch bei ihm ist die „Großdemonstration gegen Rassismus“ Meldung Nummer eins. Klaus Kleber eröffnete mit dem aus literarischer Sicht wunderschönen Satz: „Dieser Tag hatte einen Hääschtäg“. Und so intensiv muss man die grimmschen Umlaute erst einmal betonen können, noch mehr dann, wenn es nicht einmal welche sind, sondern lediglich Anglizismen, die nur so tun als ob.

Bei Kleber klang die Anmoderation der Demonstration, als wäre nun der Krieg vorbei und endlich Frieden. Und dann zählt er sie alle auf, die mit aufgerufen hatten: Kirchen, Veganer, Feministen usw.

In seiner Aufzählung vergaß er dann allerdings jene, die beispielsweise der CDU so aufgestoßen waren. Unter den Tisch gefallen bei Kleber sind die youtube-dokumentierten Auftritte der Antifa, die Merkel als Schwein bezeichneten und beispielsweise forderten, sie aus dem Amt zu jagen, als gäbe es sie schon: Die Querfront nach Dresden und Thüringen. Die Revolution frisst ihre Kinder. Antifa auf Youtube ist also offensichtlich nicht immer der erste Film der Wahl wie noch in Chemnitz.

Kleber weiter: „Bunter geht es kaum.“ Und noch weiter: „Das ist nicht ohne Gefahr, wer als Veranstalter das Netz so weit auswirft, riskiert eine Blamage, wenn dann doch nur wenige kommen. Es kamen … (hier eine kurze dramatische Pause des Moderators) … viele.“ Es folgt der Beitrag zur Demo mit kurzen Statements der Teilnehmer wie dieses hier von einer jungen Frau: „Ich möchte, dass wir in Frieden miteinander leben und jeder so leben kann, wie er möchte.“

Als der Beitrag dann mit einem Auftritt Herbert Grönemeyers und dem O-Ton, dass der Tag hoffnungsvoll gewesen sei, „dass Deutschland unteilbar bleibt“, zu Ende geht, moderiert Kleber Beitrag Nummer zwei an. Und er macht das, als hätte seine Redaktion den Coup des Tages gelandet, als sie sich ins thüringische Arnstadt trauten, um dort die Wahl Björn Höckes zum Spitzenkandidaten direkt an die Berichterstattung zur Demonstration anzuhängen.

#unteilbar
SPD, Linke, Grüne, Linksextremisten und Islamisten – alle für Toleranz?!
„Die AfD Thüringen wählte heute ihren Spitzenkandidaten.“, moderiert Kleber. „Und das ist nicht irgendein Landesverband. Der Thüringer ist in der rechten AfD am rechten Rand und der Vorsitzende Björn Höcke wiederum dort ein Mann der Rechten.“ Dreimal nach rechts gerückt ohne rechtsradikal oder rechtsextrem sagen zu müssen, dass ist schon echte Kunst, klingt aber am Ende für den Zuschauer irgendwie genauso. Man muss nur oft genug „Rechts“ sagen.

Er (Höcke) sei es, so Kleber weiter, der mit manchen Aussagen „dem thüringischen Verfassungsschutz das Material liefert, das den Geheimdienst an eine dauerhafte Beobachtung der AfD denken lässt. Das alles hat Björn Höcke nicht geschadet, er wurde gewählt und ist nächstes Jahr tatsächlich Spitzenkandidat.“

Der Gesichtsausdruck Klebers bei „tatsächlich“ erinnert an jenen, der sich einstellt, wenn man in eine Zitrone beißt. Nein, besser im Sinne einer gelungenen Dramatik kann man es kaum inszenieren, wenn man seine Begeisterung für das letzte Aufgebot für Merkel in Berlin kaum verhehlen kann, aber dann leider in diesem doofen Studio gefangen ist, weil man ja „Nachrichten“ machen muss. Und dann macht man eben irgendwie das vermeintlich Beste daraus. Nimmt irgendwie dann doch noch Teil an diesem unteilbaren Häääschtäg.

Nachsatz: Für die Regie der heute journal Sendung eine gute Demonstration. Erst #unteilbar (gut, besser, doppelplusgut), direkt danach der Teufelseibeiuns (schlecht, böse, ultimativböse).

Unterstützung
oder

Kommentare ( 91 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

wäre mit einer Deutschlandfahne mitgegangen hätte man mich wahrscheinlich verprügelt…

Ich hatte auf allen möglichen Fotos auch keine Deutschlandfahne gesehen. Aber eine eines arabischen Landes. Und natürlich Plakate wie mit der Aufschrift „Omas gegen Rechts“!

Laut der Aussage eines Ordners waren Deutschland- und Europafahnen nicht erwünscht (2 Journalisten wollten mit diesen Fahnen mitgehen, wurden aber gebeten, sie einzurollen).

Ich habe den Kommentar von Kleber nicht gesehen, da ich mir die ÖR schon seit längerer Zeit nicht mehr ansehe und anhöre, nicht zuletzt auch aufgrund von solch selbstverliebten und arroganten Figuren wie Kleber, Slomka, Will, Illner…usw. Was ich dem Kommentar von Herrn Wallasch jedoch entnehme ist, dass sich im politischen Koordinatensystem dieses Herrn jedoch offensichtlich nichts ändert sitzt er doch an der Quelle der Informationen. Dem Kommentar von Det kann ich jedoch insofern zustimmen, nach dem Erstaunen über die Blauäugigtkeit der Mehrzahl der Michels im Hinblick auf das was hier in D geschieht, habe auch ich für diese nur… Mehr
Das ganze #Spektakel erinnert mich irgendwie an die Nachkriegszeit. 😢 Dreigeteilt? Niemals! Dieses Kuratorium unteilbares Deutschland war Anlaufpunkt für Vertriebene und Flüchtlinge aus dem ehemals deutschen Osten. Damals hielten wir (Westler) diese Leute für Revanchisten, die nicht einsehen wollten, daß der Krieg endgültig verloren und der Sieger sich das Land genommen hatte. #ungeteilt, dafür bin ich eigentlich auch. Ich möchte mein Land nicht mit unheilbar Naiven teilen, die es als Siedlungsgebiet für Antisemiten, antideutsche Rassisten, Homophobe, Islamisten und Salafisten freigeben wollen. 💣 Und den Antifa-Terroristen gönne ich nicht mal das Schwarze unterm Nagel. Aber wenn das Merkels letztes Aufgebot war,… Mehr

Was den Herrn Kleber betrifft, sehr geehrter Herr Wallasch,
so gilt auch hier: „die Zukunft is the future.“ Der Namensgeber
dieses Formats, ein Kabarettist, der sich auch gerne auf sein
Physikstudium beruft, stellt bei dem ‚Heutigen‘ bemerkenswerte
und geradezu abenteuerliche gedankliche Verbindungen her.
Hier mein Versuch, die wiederzugeben (eine Art Gedächtniszitat):
„Haben Sie schon mal die ruckartigen Bewegungen bei Herrn Kleber
beobachtet? Ich glaube, das ist kein Mensch, das ist vielmehr ein
Avatar, der auf einem alten Betriebssystem von Florian Silbereisen
läuft.“ Ob man diese Sichtweise teilt oder nicht, es wäre dennoch nicht
uninteressant, Ihren Artikel unter diesem Aspekt einer zweiten
Lektüre zu unterziehen.

Wer mit den hardcore Kommunisten der MLPD, linken Antifanten, grünen Weltuntergangsapokalyptikern, der Scharia Partei Deutschlands, Mazyeks Moslembrüdern und saudischem Salafistenpack zusammen in der Einheitsfront marschiert, sollte sich besser den Hashtag #unheilbar zulegen…

#Unheilbar….Aber Ede Kleber sieht ,hört und moderiert nur das, was ihm pc scheint…Ede Kleber ist auch unheilbar…

Ich arbeite staatsunabhängig und international, meine Kinder studieren Fächer, die im Ausland gesucht sind und profitieren würde ich von den aktuellen Immobilienpreisen. Dennoch war ich besonders seit 2015 sehr in der Landesverteidigung engagiert. Aber 10-20% Engagierte sind zu wenig. Deutschland wird das bekommen was es verdient hat und mein Mitleid werden die Bleibenden nicht bekommen – meine Verachtung haben sie schon.

Der Kleber ist der Kitt unserer Gesellschaft.

Kitt bröckelt irgendwann, und dieses GEZ-Kaugummi ist auch bald ausgelutscht.

Nicht, dass das noch ein ‚Mann‘ duisburgisch versteht.

Unser Ober-Transatlantiker, in Diensten einer fremden Macht, lässt sich bekanntlich für seine propagandistischen Äusseren besten entlohnen!
Nur die Glaubwürdigkeit fällt und fäll und fällt ……

Ich finde Herr Professor Kleber sollte Studioleiter in Tripolis werden.