Angeschaut: Der verschwiegene Film über Antisemitismus

ARTE und WDR zieren sich, eine Antisemitismus-Dokumentation zu zeigen. Das wurde eine kleine mediale Sensation: BILD online macht es einfach. Wir schauen und sehen, es wurde nicht nur geliefert, was bestellt war, sondern die Zerstörung eines Mythos.

Screenshot: "Auserwählt und Ausgegrenzt" Dokumentation

Geliefert wurde in weiten Teilen eine Zerstörung des Mythos vom KZ Gaza. Die europäische Rezeption des Gaza-Konfliktes als Sinnbild für Antisemitismus in neuer Gestalt. Fragen wir also: Wie gut ist nun dieser ganz andere Film geworden?

Bestimmt ein antisemitisches Weltbild?

Die Dokumentation wurde bisher nicht gezeigt, weil sie ein antisemitisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft belegt, vermutet der BILD-Reporter Claas Weinmann. Das eher unseriöse, sich weit ins linke Lager anbiedernde Medienportal Meedia aus dem Hause Handelsblatt, kommentiert spontan den BILD-Vorstoß: eine mutige Aktion.

Aber was ist daran mutig? Medien und Öffentlichkeit sind sich ja weitestgehend einig, dass dieser Film in 90-Minuten-Spielfilmlänge gezeigt werden sollte. „Mutig“ vielleicht höchstens insofern, dass rechtlich nicht geklärt ist, ob BILD den Film überhaupt zeigen darf, schließlich ist es eine Auftragsarbeit der Fernsehsender. Und offensichtlich war im Vertrag mit den Filmemacher keine Sendepflicht festgeschrieben. Was wäre denn, wenn der Film inhaltlich oder filmtechnisch einfach nicht gut ist?

Oder wenn er zwar inhaltlich spannend wäre, aber den Qualitätskriterien des Senders nicht genügte? Der Historiker Michael Wolffsohn hat offensichtlich schon schauen dürfen. Und sein Urteil ist laut BILD eindeutig: „Glückwunsch! Das ist die mit Abstand beste und klügste und historisch tiefste, zugleich leider hochaktuelle und wahre Doku zu diesem Thema.“

Der Untergang der Titanic und ein vergifteter Brunnen

Soweit die Vorabgeschichte zu einem 24-Stunden-Format bei BILD, denn länger will man den Film nicht zeigen. Schauen wir mal rein in die Dokumentation der Filmemacher Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Eröffnet wird sie mit der Frage, ob die Juden am Untergang der Titanic schuld sind. Dann folgt Kanzlerkandidat Martin Schulz neben dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas bei einem Besuch in Brüssel.

Abbas verbreitete im Europaparlament die offensichtliche Falschnachricht, Rabbiner hätten die israelische Regierung dazu aufgefordert, das Wasser der Palästinenser zu vergiften. Dafür gibt es von den EU-Abgeordneten Standing Ovations. Schulz nennt die Rede anschließend sogar „inspirierend“. Jener Schulz, der schon 2014 in der Knesset für einen Eklat sorgte. Die Tagesthemen hatten es so ähnlich gesendet. Nur nicht als unsägliche Brunnenvergiftergeschichte, sondern als schändlichen Wasserentzug, als absichtsvolle Ausdurstung eines Volkes.

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Zwei Tage später wird Abbas seine eigene Mittelalter-inspirierte Geschichte zwar entschuldigend als falsch bezeichnen. Aber dann ist sie schon in Millionen von Köpfen eingesickert. Kein Jahr später wird Sigmar Gabriel als frisch gebackener deutscher Außenminister die israelische Regierung brüskieren, weil er mit „Verrätern, Nestbeschmutzern und Israel-Hassern“ sprechen will, so zumindest Premier Benjamin Netanjahu. Antisemitismus ist ein Herzstück europäischer Kultur, erklärt die Off-Stimme des Films. Der Jubiläums-Luther sei nach heutigen Maßstäben ein Hassprediger gegen die Juden gewesen. Und dass gerade Spitzenpolitiker der SPD sich seltsam um ihre palästinensischen Freunde bemühen, ist ein Rätsel, das nicht die Dokumentation beantworten – sondern eine Frage, die eine kritische Öffentlichkeit an das Duo Steinmeier/Gabriel richten soll. Denn dass deren „Freund“ Abbas eine finstere Figur ist, das ist klar.  Und daran knüpft auch die Dokumentation an.

Die Brunnenvergifterlüge von Abbas ist Ausgangspunkt des Films, einer tausende Kilometer langen Reise der Frage nach, ob sonst noch jemand in Europa oder anderswo diese Lüge denkt, verbreitet oder sonstwie propagiert. Annette Groth, Menschenrechtsbeauftragte der Partei Die Linke darf zuerst. Auch sie spricht davon, dass gezielt die Wasserversorgung im Gaza zerstört wurde. Nun ist Zerstörung zunächst keine Vergiftung. Und dass die israelische Siedlungs- und Gazapolitik keinen Heiligenschein beansprucht, würde auch in der israelischen Regierung niemand ernsthaft behaupten. Die Linke mit dem umgehängten „Palestine“-Schlüsselbändchen spritzt dann aber doch noch Gift: Bei Ihr ist es „hochtoxisches Material“, das Israel absichtsvoll ins Mittelmeer kippt.

Leider sind die Kommentare der Filmemacher merkwürdig zynisch, wo ein neutraler Ton die Fakten für sich hätte stehen lassen können und deren Wirkung möglicherweise noch verstärkt hätte.

Ein Beispiel? „Verstanden. Stellvertretend für alle Juden vergiften heute die Israelis gleich das ganze Mittelmeer. Schade um das schöne Mittelmeer. Wir haben es sehr gemocht.“ Nun ist das Mittelmeer vor Israel tatsächlich teilweise schon eine Kloake. Noch 1998 pumpte Haifa Chemicals täglich ein säurehaltiges, giftiges Gemisch aus Quecksilber, Blei, Cadmium, Arsen und Chrom 24 Seemeilen vor der Küste ins Mittelmeer. Angeblich jährlich 60.000 Tonnen der gefährlichen Mixtur wurden so mit der Strömung an die libanesische, syrische, zypriotische und türkische Küste verdriftet. Das erzählt der Film nicht. Aber wer würde ernsthaft behaupten wollen, diese im Übrigen weltweit praktizierten Umweltsünden wären ein Attentat auf das palästinensische Volk gewesen? Die Abgeordnete von der Partei Die Linke in der Dokumentation jedoch tut das.

Nur senden, was oben erlaubt ist?

Auf einer Demo vor dem Reichstag „tummeln sich all die, denen man nie begegnen wollte, die neue Rechte“, erklärt die Off-Stimme. Wer ist hier „man“? Die überregionalen Medien jedenfalls schleichen in Schnellroda um Götz Kubitschek, den Vordenker der neuen Rechten herum, wie um den Kyffhäuser. Und sie berichten ganzseitig, teilweise unfreiwillig romantisierend, wie die Journalistin Hannah Lühmann für die WELT.

Interessant auch, wie die aktuellen Ereignisse die Haltung der Doku in einem Fall selbst ad absurdum führen, wenn ein Demonstrationsteilnehmer erklärt: „Ihr dürft ja nur das bringen, was ihr von oben erlaubt bekommt.“ Gegenfrage von Joachim Schroeder: „Ist das so?“ Für ARTE und den WDR war das tatsächlich so, aber ganz anders, als in der Sequenz gemeint.

Eine der Schlüsselfragen des Films: ist Antizionismus Antisemitismus? Eine Frage, die die politische Linke in Deutschland bisher immer konsequent mit „Nein“ beantwortet wissen wollte. Von Baader-Meinhof bis Gabriel und jetzt Schulz. Sie haben die Trennung der Begriffe zum Dogma gemacht. Die Dokumentation stellt hier also die richtigen Fragen, will durchbrechen, will aufzeigen, wie Antizionismus heute der Deckmantel für den Reload eines uralten Antisemitismus in Europa geworden ist. „Sozialismus für Palästina“ und „Kein Frieden mit dem Apartheidsstaat“, schreit ein Spruchband auf einer linken Demo in Deutschland. Ist Antizionismus also in Gestalt eines Antiimperialismus der letzte Strohhalm der alten neuen Linken?, fragt auch der Chicagoer Professor für Geschichte Moishe Postone im Interview der Doku.

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Ein paar bekannte historische Aufnahmen unterfüttern in der Dokumentation die Darstellung der Entstehungsgeschichte des Zionismus ebenso wie die des Antizionismus. Von Hilters Zusammenarbeit mit dem Mufti von Jerusalem bis hin zu den Vertreibungen von Palästinensergruppen nach Gaza nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg. Über die Zahl der Vertriebenen wird bis heute gestritten. Nein, nicht nur zwischen Israelis und Palästinensern, sondern auch in Gestalt der „Nakba Wanderausstellung“ auf dem evangelischen Kirchentag in Deutschland. Für die Macher der Dokumentation ein klarer Fall von Geschichtsumdeutung, und die nun wieder halten dagegen und erklären die Vertreibung von 850.000 Juden aus den arabischen Ländern „faktisch für einen Bevölkerungsaustausch“.

Deutlich wird hier zumindest eines: Wenn es zwei Wahrheiten gibt, muss nicht automatisch eine falsch sein. Möglicherweise sind beide wahr oder halb wahr. Der Film allerdings entscheidet sich. Er spricht explizit von einer notorischen Beschäftigung von NGO’s auf dem Kirchentag mit dem Wohl der Palästinenser. Darf er das im Format einer Dokumentation? ARTE und der WDR fanden zunächst: Nein, darf er nicht. BILD meint: darf er doch. Wir erinnern uns: Präambel Nr.2 der Unternehmensgrundsätze formuliert noch von Axel Spinger lautet: „Wir unterstützen die Lebensrechte Israels.“

Über das Ziel hinaus

Leider schießen die Macher des Films immer wieder mal über das Ziel hinaus. Warum, versteht man kaum. Warum muss man, wenn man die Pro-Palästinensische NGO EAPPI zu Wort kommen lässt, „Brot für die Welt“ einblenden und dann kommentieren: „Dieser Holocaust-Vergleich wurde Ihnen von Brot für die Welt präsentiert.“, weil das Hilfswerk der evangelischen Kirche EAPPI unterstützt? Natürlich darf man hier einwenden, dass Brot für die Welt nicht für jedes Statement jeder alten Dame an irgendeinem Info-Stand von EAPPI verantwortlich ist. Da muss die Kritik schon grundsätzlicher sein. Es gibt einige solcher der Leitidee geschuldeter erzwungener Zuspitzungen. Und damit ist sie dann eben leider nicht die „klügste“ Dokumentation aller Zeiten, wie es bei Prof. Wolffsohn klang. Aber was ist sie dann? Jedenfalls zeigt sie, wie tief der neue Antisemitismus in Deutschland wurzelt und dass er gerade bei denen blüht, die sich selbst gern als Gutmenschen definieren.

Deutsche und EU-Organisationen und von der EU mitfinanzierte UN-Organisationen überweisen jährlich 100 Millionen Euro an politische NGO’s in Israel, die überwiegend Israel-feindliche Kampagnen betreiben, heißt es weiter.  Als nächstes sind die deutschen Medien dran. WELT und SPIEGEL würden regelmäßig über getötete Palästinenser berichten, aber den palästinensischen Terror nach hinten rücken.

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Niemand bekommt weltweit mehr Finanzmittel an Zuwendungen als die 4,6 Millionen Palästinenser in Westbank und Gaza. Kein Landstrich bekäme auf dem Globus auf Dauer mehr Aufmerksamkeit. Gaza ein KZ, Lager, ein Genozid? Jürgen Todenhöfer hätte beschrieben, wie er beschwerlich durch einen Tunnel der Hamas nach Gaza eingereist sei, erzählt der O-Ton süffisant. Man selbst hätte sich einfach und unkompliziert für den normalen Grenzübergang entschieden. Ob Jürgen Todenhöfer dieses komfortable Einreisemöglichkeit 2013 allerdings ebenfalls hatte, bleibt hier im Dunkel. Hat Todenhöfer Einreiseverbot in Israel wie dereinst Günther Grass? Dann bliebe ihm nur der Tunnel. Wir wollen nachfragen, aber in seinem Büro in München springt nur der Anrufbeantworter des neuen Freitag-Herausgebers an.

Fazit der Dokumentation zur Situation in Gaza: „Vieles sieht hier aus wie in anderen islamischen Ländern, manches sogar besser.“ Die Kindersterblichkeit sei niedriger als in der Türkei und die Dichte der Bevölkerung pro Quadratkilometer läge unter der von Paris. Prachtbauten am Strand, neue opulente Moscheen neben Villen palästinensischer Funktionäre. Mit einem Wort: Korruption. Gesprächspartner auf den Straßen von Gaza sind es, die so sprechen. Und tatsächlich scheint es so zu sein, dass es eine Zweiklassengesellschaft in Gaza gibt, die unterpflegten Vorzeigeslums für die Öffentlichkeit und die geprunkten Villen am Strand vor der untergehenden Sonne für andere.

Was ist die filmische Idee hier? Zunächst einmal soll der Mythos vom KZ Gaza kritisch hinterfragt werden. Das gelingt den Filmemachern umstandslos und glaubwürdig. Es fällt auf, wie sehr sich das Bild der Doku von dem unterscheidet, das der WDR sonst sendet: Eine große arabische Stadt, mit Armut aber auch sichtbarem Wohlstand und ziemlich viel Normalität – aber kein KZ, kein Lager, wie sonst suggeriert wird. Hätte man hier nun aber die israelische Siedlungspolitik  gegenschneiden müssen? Im Kielwasser der ersten Trump-Euphorie hatte Israels Regierung mit dem „Gesetzesvorschlag zur Regelung der Besiedlung Jehudas und Samarias“ illegale jüdische Siedlungen im Westjordanland legalisiert. Ziel sei es sogar, die Besiedlung noch voranzutreiben.

Befördert Anti-Zionsimus gleich Anti-Semitismus?

Was bedeutet also Ausgewogenheit? So eine Dokumentation ist ein Einzelbeitrag, er erhebt sicher nicht den Schulbuchanspruch, umfassende didaktische Erörterung sein zu wollen. Mitdenken ist also hier erlaubt. Weiterdenken. Diskutieren. Beispielsweise in einer sich dem Film anschließenden TV-Gesprächsrunde.

Auch darf man die Fragestellung der Dokumentation nicht ignorieren. Und die meint ja im Grunde genommen Folgendes: Ist es wirklich so, dass eine Empörung über die israelische Politik gegenüber den Palästinensern Antisemitismus befördert oder ist der israelisch-palästinensische Konflikt viel mehr willkommener Anlass für die Ausläufer oder gar einen Reload eines jahrhundertealten europäischen Antisemitismus?

Der Titel der Dokumentation lautet: „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa.“ Hier könnte dann auch der dickste Stein des ARTE/WDR-Anstoßes verborgen liegen. Denn diese Doku widmet sich fast ausschließlich diesem ewigen Konflikt Palästina-Israel und der Rolle Europas in diesem Konflikt.  Zwar werden am Rande historische Antisemitismus-Entwicklungen dokumentiert, aber die Bestandaufnahme wird mit beengtem Sichtfeld vorgenommen. Möglicherweise ist der ursprüngliche Auftrag von ARTE/WDR tatsächlich so nicht erfüllt worden. Und so etwas noch Interessanteres entstanden?

Fazit: Ohne Zweifel ein spannend erzählte, aber eben auch eine tendenziöse Dokumentation. Aber vielleicht muss sie das sein oder darf so wirken, wenn sie es sich zur Aufgabe gemacht hätte, eine massive und Jahrzehnte andauernde tendenziöse Anti-Israel-Berichterstattung also solche darzustellen. So entsteht ein Paradoxon: Nach den Grundsätzen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müssen die Sender ausgewogen berichten – wobei nicht jede einzelne Sendung ausgewogen sein muss. Insofern trägt die Dokumentation zur Ausgewogenheit bei. Weil sie korrigiert, was vielfach einseitig dargestellt wurde.

Ausgewogenheit wäre endlich hergestellt

Sicher darf man hier die journalistische Neutralitätsfrage stellen und würde gegen die Filmemacher entscheiden. Dann müsste man allerdings auch die Antisemitismus-Rezeption der letzten 50 Jahre komplett ignorieren. Nur welchen Wert hätte so eine isolierte Betrachtung noch? So sah es auch Michael Wolffssohn und andere, die dem Film große Bedeutung zumessen. Zu Recht. Michael Wolffsohn gehört auch der BILD-eigene Abspann, indem der Historiker in sechs Punkten aufzählt, warum dieser Film gezeigt werden muss. Gezeigt werden muss besonders auch deshalb, weil er zunächst nicht gezeigt werden sollte. Aber auch, weil er schlicht verstörend ist mit seinem Hinweis auf den linken Antisemitismus, der sich kaum vom braunen unterscheidet. Tief ist der palästinensische Opfermythus auch in die Spitze der SPD eingesickert. Liegt darin der tiefere Grund für den Versuch, die sehenswerte Doku in den Filmkeller zu vergraben?

Und hier zeigt sich auch eine neue Medienwirklichkeit: TV war bislang das Privileg jener, die über knappe Frequenzen verfügten, also die klassischen TV-Anbieter. Heute kann auch BILD Fernsehen – wie jeder, über das Netz. Filme wegsperren geht nicht mehr. Sie kriegen Beine. Und es bleibt die Frage: Warum haben ARTE und WDR nicht an der einen oder anderen Stelle der Doku eingegriffen, um allzu gewagte oder überzogene Dinge gerade zu ziehen – so macht das jeder Sender und jede Redaktion.

Was bleibt, ist ein Erklärnotstand der Sender. Und das peinliche Schweigen derer, denen die Doku den Spiegel vorhält und die darin ihre eigene Schande sehen.

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Kommentare ( 136 )

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136 Kommentare auf "Angeschaut: Der verschwiegene Film über Antisemitismus"

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Kein Wunder, dass Arte den Film nicht zeigt. Er stellt die Meinung der anderen Seite dar und nicht die, des Arte Kernpublikums. ;-D Ob der Film neutral ist? Natürlich nicht. denn er zeigt die Welt aus israelischer Sicht. Aber auch diese Sicht muss man zulassen, sofern man wirklich auf der Suche der Wahrheit ist und nicht nur seine eigene politische Agenda bestätigt sehen möchte. Die Wahrheit liegt immer in der Mitte. Besonders interessant war Abbas‘ Rede direkt am Anfang: Wird üblicherweise nur die „Brunnenvergifterei“ zitiert, war die Aussage, „sämtliche weltweiten Terroranschläge würden sofort aufhören, wären die Palästinenser befreit“, das offene… Mehr

Der Film zerstört Klischees und unterstützt neue. Eine Überarbeitung ist dringend geboten. In Schulen ließe sich dieser nicht einsetzen. Die Beifallskundgebungen in der BILD genügen schon, dieses „Dokument“ mit spitzen Fingern anzufassen.

Ich verstehe nicht, warum Kritik z. B. an Israels Siedlungspolitik Antisemitismus sein soll. Muss man als Deutscher jegliche israelische Politik kritiklos gut finden?

Die entsetzliche Hetze gegen unsere jüdischen Mitbürger dagegen, die von vielen islamischen Kreisen ausgeht, ist Antisemitismus reinsten Wassers und ganz klar vergleichbar mit dem Nationalsozialismus! Die Ignoranz unserer Obrigkeit diesem Problem gegenüber, nur weil man es nicht wagt, am Islam zu kratzen, ist wahrlich erschreckend! Die notwendige selbstverständliche Kritik an deutschen judenfeindlichen Neonazis ist natürlich wohlfeil, denn dazu gehört nicht viel!

Lieber Herr Wallasch. auf Ihren Kommentar habe ich diesbezüglich heute sehnsüchtig gewartet. Das hat einen einfachen Grund. Zum einen weil ich Ihre Beiträge extremst schätze, sie stets neutral und messerscharf pointiert sind. Zum anderen, weil sie immer -und das ist das passede Bezeichnung- gnadenlose ehrlich sind. Ganz gleich aus welcher Richtung der politische Wind weht. Egal ob -und das ist mein persönlicher Eindruck- der zu berichtende Inhalt nun Ihren eigenen Überzeugungen oder ihrer politischen Einstellung schmeckt oder nicht. Ich wäre zutiefst enttäuscht gewesen zu diesem weltpolitisch historischen Skandal nichts von Ihnen zu hören. Aber zur Doku selbst. Auch ich empfand… Mehr
Habe den Film auf youtube angeschaut. Vielen Dank für den Hinweis! Ein Hoch auf das Internetzeitalter. Bei aller Kritik an dem Film hat er aber eines deutlich gemacht: wie Extremisten es offenbar verstanden haben, die europäischen Regierungen für sich einzunehmen. Wie Schlangen haben die sich in die Politik und die Köpfe der naiven Bevölkerungen eingeschlichen und nutzen deren „berechtigte Israelkritik“ (wie berechtigt kann die sein, wenn sie meist auf Fake-news beruht?) für ihre ureigenen Ziele aus. Und die bestehen eben erklärter Weise nicht nur aus der „Weltherrschaft des Islam“ sondern auch aus der deutlich erklärten Vernichtung aller Juden. Die Verbundenheit… Mehr
Was ist das? Es sieht aus wie eine Ente, quakt wie eine Ente und watschelt wie eine Ente. Es ist eine Ente. Was ist etwas, das mit Techniken der Propaganda arbeitet, Halbwahrheiten als Wahrheiten und Beweise ankündigt, das stereotype Antworten aus der Gebetsmühle parat hat, das nachrangige Details aus Reden der Tagespolitik mit gravierend Bewegendem der real erlebten Politik gleichsetzt, die in verschiedenen historischen Kontexten stehen und daraus den einfachsten aller Stricke dreht: „Überall Nazis!“ Als ob Hitlerdeutschland von Juden so behandelt worden wäre wie die Palästinenser, die ein großes und gleichzeitig das beste Stück ihres Existenzraums unfreiwillig hergeben mussten.… Mehr
Na , na , na….. Also , ich weiß nicht so recht …… Schwieriges Terrain ! Sehr vermintes Gelände ! Da produzieren ein paar Journalisten ein Propagandamachwerk vom Allerfeinsten , und werden angeblich oder tatsächlich zurückgepfiffen . Ein ganz schlimmer , fürchterlicher , nicht zu vergebender Vorgang ? Das sehe ich völlig anders . Diese ewige Hetze ruft bei mir einen Würgereiz hervor . Für mich ist der Vorwurf des “ Antisemitismus “ nichts weiter als ein beliebtes Totschlagsargument in den allermeisten Diskussionen . Wehe , dreimal wehe , du kritisierst die Politik Israels ! Vor allem als deutscher Staatsbürger… Mehr

Es ging nicht darum, ob die Politik Israels kritisiert werden darf oder nicht. Na, mir ist Israel schon wichtig. Ich glaube zwar, dass Antisemitismus wie Rassismus oder Nazi … ein Totschlagargument sein kann, aber es ist halt so, dass es in unserer Gesellschaft immer noch und wieder Antisemitismus gibt und das sollte nicht unter den Teppisch gekehrt werden. Dabei ist egal, von wo die Angriffe kommen – links, rechts, Islam.

JA, ZUM GLÜCK sind Leute wie Sie mit dieser abstrusen Meinung allein.

Zu wessen Glück ?
Woran “ machen sie fest “ , dass meine Meinung eine
abstruse sei ????
Bitte : “ Butter bei die Fische “ !
Ich bin schon sehr gespannt ……

„Bin ich denn da völlig allein ?“

Leider nein. Es hindert Sie außerdem niemand daran, eine eigene Dokumentation zu diesem Thema zu drehen, die die Dinge anders beleuchtet.

Alternativ schlage ich einen Youtubechannel vor, das wäre auch bei kleinerem Budget realisierbar und Sie befänden sich in bester Gesellschaft.

Wozu sollte ich einen Film drehen ?
Für was oder wen sollte dies gut sein ?
Den letzten Satz ihres Elaborats verstehe ich nicht !
Bitte helfen sie mir !
Was soll der Hinweis auf ein “ kleineres Budget “ ????

Man ist sich nach dem Ansehen des Films gar nicht mehr so sicher, ob man nicht doch lieber viel Verständnis für Trumps Blödel-Gästebuch-Eintrag in Yad Vashem entwickeln möchte als für unseren Außenminister-Darsteller, den linken Grundschullehrer, der mir fast gefehlt hat in dieser Doku. VIELEN DANK FÜR DIESEN HINWEIS! Mittlerweile ist der Film auch auf YouTube zu sehen! https://www.youtube.com/watch?v=mEQ5MNGz2I4 Man kann nur dringendst empfehlen: ANSEHEN! Dann ist aber auch zu verstehen, warum ihn die ÖR nicht zeigen möchten! Es werden viel zu wenig Klischees bedient! Und vor allem: Dieser Film eignet sich ÜBERHAUPT NICHT zum Kampf gegen Räääächts! Zumindest der WDR… Mehr

Ich finde schon, dass sich die Doku auch für den Kampf gegen „Rechts“ eignet. Die Verbindung von Antisemitismus und der Verschwörungstheorieszene a la Jebsen und deren als Antikapitalismus und Antiamerikanismus getarnten Judenhass wird ja auch angeschnitten.

Nur beschäftigt sich die Doku eben hauptsächlich mit den Wurzeln im Nahohstkonflikt.

Das zeigt ja, dass bei Menschen die auf Teufel komm raus, irgendwie die Politik Israels kritisieren müssen, warum auch immer, es mit der Islamkritik nicht allzuweit her sein kann und diese wohl nicht aus dem Wunsch nach Aufklärung, sondern eher niederen Beweggründen betrieben wird.

Ach du liebe Zeit !
Jetzt ist mir einiges klar in ihrer Argumentation …..
Wo wurden sie denn sozialisiert ?
Da scheint ja viel zu vieles grandios gescheitert zu sein !

Regelmäßig schaue ich im WDR z.B. die „Aktuelle Stunde“. Selbst in so einer banalen Nachrichtensendung ist die Linkslastigkeit des WDR so zu spüren, dass es oft genug störend wirkt, weil die Meinung die Nachricht verdrängt. Wenn ich schreibe, „eignet sich nicht zum ….“, dann meine ich, dass nach meinem Empfinden hier eine Sendung erwartet worden zu sein scheint, die sich eben hauptsächlich mit brennenden Synagogen in Deutschland und dumpfen, rechten, judenklatschenden Glatzen beschäftigt. Und was bleibt dann tatsächlich hängen? Die linke Bundestagsabgeordnete, die ein Zeug von sich gibt, dass man sich nur wundert, wie die den Sitzungssaal findet; der Unternehmer,… Mehr

Danke, Herr Wallasch, für die durchaus auch kritische Betrachtung der Doku.
Bei allen richtigen und wichtigen HInweisen und Aufklärungen die sie liefert ist sie mir jedoch deutlich zu Tendenziös.Und bei aller Vorsicht und allem Respekt vor diesem Thema und seiner Bedeutung, eine tendenziöse Berichterstattung oder eben Dokumentation hat was Propagandistisches.

Nicht nur deshalb ist sie in meinen Augen bei Weitem nicht die wichtigste und schon gar nicht die beste Dokumentation zu diesem Thema.
Jedem der an Ausgewogenheit zum Thema Antisemitismus interessiert ist empfehle ich die Dokumentation „Verleumdung- die Wahrheit über den Antisemitimus“ des israelischen Filmemachers Yoav Shamir.
Auf Youtube zu finden.

Lieber Herr Wallasch, ich hatte Gelegenheit, den Bericht auf YouTube anzusehen. Ich gebe Ihnen durchaus recht, der Bericht war unausgewogen, aber er ist, gerade in diesen Zeiten, dringend notwendig. Mir ist auch klar, weshalb er nicht gesendet werden darf, denn er rückt die Ursachen des Antisemitismus ins richtige Licht, und das kann den links orientierten Regierungen in Frankreich und unserem Land nicht gefallen. Man spricht zwar immer von „rechtem“ Judenhaß, doch die wenigsten Menschen begreifen, daß die Nazis eben „nationale“ Sozialisten sind, im Unterschied zu den „internationalen“ Sozialisten. Beide Strömungen sind sich spinnefeind, wie bekannt sein dürfte. BEIDE Ideologien hofieren… Mehr