Angela Merkel an Welt: Menschen dringend gesucht, die nach Deutschland wollen

"Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Ausland", so die Bundeskanzlerin in ihrer aktuellen Video-Botschaft. Parallel zu Angela Merkels nächster Zuwanderungsoffensive fordern die Grünen gerade einen Klimapass für alle Menschen, die vor dem Klima von morgen heute schon nach Deutschland flüchten wollen – mit allen Staatsbürgerechten ausgestattet selbstverständlich.

Michele Tantussi/Getty Images

Angela Merkel zwingt einmal mehr dazu, sich in das Fach der Küchenpsychologie zu begeben, wenn die aktuellen Äußerungen der Bundeskanzlerin in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft auf Bundeskanzlerin.de auf eine Weise verstörend sind, dass hier ein vernünftiger Entscheidungsfindungsprozess nicht ursächlich für das sein kann, was Merkel da an politischer Weichenstellung in den Äther bläst. Video-Unterschrift: „Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Ausland.“

Stellen wir uns zunächst einmal vor, Merkel würde tatsächlich einmal sagen, was ist:

„Liebe Deutsche, ich schäme mich, ich habe großen Mist gebaut. Meine Idee, über einen geduldeten Missbrauch des Asylrechts Millionen Menschen nach Deutschland zu holen, nur um damit eventuell den durch deutschen Kinderschwund verursachten Fachkräftemangel zu beheben, ist schief gegangen. Es waren kaum Fachkräfte unter den Syrern, Irakern, Afghanen usw. Dafür kamen im Verhältnis zum Anteil an der Bevölkerung überproportional viele Kriminelle. Es tut mir leid, ich habe nicht gewollt, dass alles so schlimm gekommen ist, denn die Menschen, die ich holte, verursachen jetzt und zukünftig immense Kosten und belasten zudem unsere sozialen Sicherungssysteme, wenn mittlerweile Leistungsempfänger mehrheitlich aus dem Kreis der Migranten und Zuwanderer besteht. Aber jetzt sind sie da. Der Fachkräftebedarf ist dadurch leider noch größer geworden, weil noch mehr arbeitende Menschen mehr Steuern bezahlen müssen, um diese Mehrkosten zu decken. Meine neue Idee ist deshalb, dass ab März 2020 gültige Einwanderungsgesetz dafür zu nutzen, endlich solche Menschen ins Land zu holen, die wirklich etwas können. Lachen Sie bitte nicht, aber ich suche solche Menschen beispielsweise in Mexiko und auf den Philippinen. Gottseidank ist das neue Einwanderungsgesetz an so wenige Bedingungen geknüpft – wir haben sogar Probemonate eingeführt, in denen die Bewerber erst einmal in Ruhe schauen können, was geht und die an keine großen Qualifikationsnachweise im Vorfeld gebunden sind. Bitte stimmen Sie jetzt darüber ab, ob sie mich noch weiter für Sie arbeiten lassen wollen oder mir die Kündigung aussprechen. Auf jeden Fall werde ich mich für meine katastrophalen Fehleinschätzungen vor Ihnen und vor der Geschichte verantworten müssen.“

Kommen wir nun dazu, was die deutsche Bundeskanzlerin auf Bundeskanzlerin.de in ihrer Wochenschau tatsächlich den Bundesbürgern mitzuteilen hatte:

„Ohne ausreichende Fachkräfte kann ein Wirtschaftsstandort nicht erfolgreich sein. Deshalb hat die Bundesregierung eine Fachkräftestrategie aufgelegt, die an drei Punkten ansetzt: Zum einen wollen wir natürlich unser eigenes, heimisches Potenzial ausschöpfen – durch gute Ausbildung für möglichst alle Menschen. Zweitens wollen wir schauen, welches Fachkräftepotenzial wir aus den EU-Staaten zu uns holen können. Und drittens stellt sich die Frage: Wie können wir Fachkräfte aus den Ländern außerhalb der Europäischen Union gewinnen? (…) Deutschland hat leider nicht überall ausreichend Fachkräfte. Hatten wir noch vor 15 Jahren das Problem, fünf Millionen Arbeitslose zu haben, so ist heute das Thema: Wo bekomme ich die geeigneten Fachkräfte her? Diese Frage stellt sich im akademischen Bereich, aber auch bei den praktischen Berufen. Wir kennen viele Handwerker und Betriebe, die händeringend Fachkräfte suchen. Deshalb ist es notwendig, dass wir uns um ausreichend Fachkräfte bemühen. Denn sonst müssen Unternehmen abwandern – und das wollen wir natürlich nicht. Aus diesem Grunde sind wir natürlich froh, das heute schon zweieinhalb Milionen Menschen aus den EU-Ländern bei uns arbeiten; zum Teil müssen wir hier auch ansetzen, um die Arbeitsbedingungen vernünftig zu gestalten. Aber alleine das reicht nicht aus. Deshalb müssen wir uns auch um Fachkräfte von außerhalb der Europäischen Union bemühen. (…) Nun heißt es, die Menschen auf der Welt zu finden, die bereit sind, zu uns nach Deutschland zu kommen. (…) Wir werden (für bestimmte Arbeitsbereiche) Schwerpunktländer auswählen. (…) Das bedeutet, dass schnell Visa erteilt werden müssen. Und es muss einen reibungslosen Informationsfluss von den deutschen Unternehmen, die Fachkräfte suchen, zu den Ländern geben, in denen Fachkräfte gegebenenfalls vorhanden sind.“

Am Montag wird es laut Video-Botschaft der Bundeskanzlerin dazu einen Gipfel geben aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, damit mit Inkrafttreten des neuen Einwanderungsgesetzes im März 2020, also in wenigen Monaten, sofort mit dem Zuzug besagter „Fachkräfte“ zügig begonnen werden kann. Die Bundesregierung möchte mehr Mitarbeiter in den Visa-Bearbeitungsstellen im Ausland einstellen, damit es hier noch zügiger vorangeht. Die aktuelle Kritik des Bundesrechnungshofes exakt an der ungenügenden Genauigkeit bei der Visa-Erteilung, interessiert die Bundesregierung nicht, wenn es darum geht, die nächste große Welle an ausländischen „Fachkräften“ ins Land zu holen.

Dieses Mal soll es besser gelingen als zuletzt, als Hunderttausende angebliche Fachkräfte bei der Sozialhilfe landeten und das Problem damit nur noch verschärft hatten. Aber ist das statthaft, mit dem Wohlstand einer ganzen Nation auf diese Weise zu experimentieren, um irgendwelche Flucht- und Migrationspläne der UN zu verwirklichen in der Mitte Europas? Parallel zu Angela Merkels nächster Massenzuwanderungsoffensive fordern die Grünen gerade einen Klimapass für alle Menschen, die vor dem Klima von morgen heute schon nach Deutschland flüchten wollen – mit allen Staatsbürgerechten ausgestattet selbstverständlich.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gibt der Kanzlerin Schützenhilfe und fordert die Wirtschaft schon einmal auf, schnell Anwerbestrategien zu entwickeln während die Bundesregierung dafür sorgen will, bürokratische Hürden zu beseitigen, verspricht er. Die Welt schriebt zur Einlassung von Heil: „Zugleich verteidigt er das Gesetz gegen mögliche Bedenken in der Bevölkerung: „Es geht nicht um ungesteuerte Zuwanderung, sondern im qualifizierte Leute, die wir hier brauchen, damit unser Land auch in Zukunft wirtschaftlich stark bleiben kann.“ Was für ein ausgeleiertes Mantra ist das aber?

Aber für wen soll das alles sein? Für die deutschen Rentner? Und auch für die Versorgung von Millionen arbeitsloser früher „Flüchtlinge“ genannte Migranten, die lebenslang auf Hartz4 angewiesen sein werden samt Familiennachzug? Von denen viele auch in zweiter und dritter Generation noch keine Fachkräfte sein werden? „Es geht nicht um ungesteuerte Zuwanderung“, sagt Hubertus Heil als Knappe der Kanzlerin. Nein, das stimmt. Darum geht es nicht, wenn die Bundesregierung, wenn die Bundeskanzlerin Zuwanderung sehr wohl seit 2015 steuert. Und immer noch weitere hunderttausendfache Zuwanderung befördert. Zum Nachteil jener, die hier schon länger leben. Deren Eltern und Großeltern dafür gesorgt haben, dass Wohlstand entsteht für alle. Aber5 nicht für alle Menschen auf der Welt.

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Kommentare ( 251 )

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251 Kommentare auf "Angela Merkel an Welt: Menschen dringend gesucht, die nach Deutschland wollen"

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„Fast 1,5 Millionen Fachkräfte suchen Arbeit“ „Die Bundesregierung will die Zuwanderung von potenziellen Fachkräften ausbauen. Besonders intensiv wird nach Pflegepersonal gesucht. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung rechnet bis 2030 jedoch nicht für alle Berufe mit einem Mangel.“ https://www.welt.de/politik/deutschland/article204382138/Zuwanderung-Fast-1-5-Millionen-Fachkraefte-suchen-Arbeit.html

„Ohne ausreichende Fachkräfte kann ein Wirtschaftsstandort nicht erfolgreich sein.“
Merkel ist keine Fachkraft.
Mit dem Wirtschaftsstandort geht es den Bach hinunter.
Q.e.d.
Wie die messerschwingenden, zeugungsfreudigen und leistungsschlanken Versorgungsforderer da für Abhilfe sorgen sollen, geht aus der Rede allerdings noch nicht ganz hervor. Das muss die beste Flüchtlingsmutti aller Zeiten noch ein bisschen besser „kommunizieren“, damit es auch wir tumben Ureinwohner verstehen.

Hm… Alternativ zu meinem jetztigen Beruf sollte ich mich mal bei einer jungen, aufstrebenden Partei erkundigen, was sie so für Jobs im Parteiapparat im Angebot hat. Wenn die Bezahlung stimmt, könnte ich da vielleicht anheuern. Die werden in Zukunft nämlich eine Menge Leute brauchen… Eine ganze Menge!

Kanzlerin Angela ist Vergangenheit, Kanzlerin Alice ist die Zukunft! Das entsprechende Nudging-Programm läuft auf vollen Touren. Anders kann man diesen ganzen Irrsinn doch nicht mehr erklären.

Fachkräfte zu finden, ist im Wesentlichen eine Frage des Preises. Wenn man nicht bereit ist, deutlich mehr als den Mindestlohn zu zahlen, wird das halt nichts. Und ein Unternehmer, der es sich nicht leisten kann, angemessene Gehälter für Fachkräfte zu zahlen, dessen Laden ist halt nicht marktfähig und sollte nicht mit Billiglöhnern aus aller Herren Länder gepampert werden.

Die Erkenntnis für qualifizierte Einwanderung kommt meiner Ansicht nach zu spät. Andere Länder haben sich früher darum gekümmert. Was ist der Unique Selling Point? Das Alleinstellungsmerkmal, mit dem Deutschland punkten kann? Der Pull-Faktor?

Verstehe ich nicht!

Zuallererst meine ich, sollten Fachkräfte an die Spitze des Staates gestellt werden. Das derzeitige Niveau dieses Personals läßt wenig Hoffnung, daß die überbordenden Probleme des Landes in den Griff zu bekommen sind.
Also, Frau Merkel, wenn Sie diesem Land etwas Gutes tun wollen, verschwinden Sie im Orkus der Geschichte samt ihrem Gruselkabinett.

Könnten wir nicht Boris Johnson anwerben?

Nehmen wir Trump! Der ist wenigstens Deutscher… Aber gegen Boris Johnson hätte ich auch nichts einzuwenden! Immerhin wären die Nationalhymne: Heil Dir im Siegerkranz und God save the King ziemlich kompatibel!!

Die eine Hälfte der Welt soll nach Deutschland kommen, weil sie auf Deutschland (genauer gesagt: die sozialstaatliche Alimentierung ohne Gegenleistung) angewiesen ist, die andere Hälfte, weil Deutschland sie braucht. Pardon, natürlich sprechen wir nicht von den beiden Hälften der gesamten Welt. Vorzugsweise geht es um die arabisch-afrikanische-islamische Welt… Der Migrationsfaschismus wird ohne wenn und aber durchgezogen. Während man China wegen der Ansiedlung von Han-Chinesen in Xinjiang und Tibet gern des (kulturellen) Völkermordes zeiht oder der Türkei die Rückführung ihrer syrischen Gäste in von Kurden bewohnten Teilen Syriens ethnische Säuberung vorwirft, wird diesselbe Politik hierzulande als das nonplusultra gefeiert. Keine deutsche… Mehr

„Migrationsfaschismus“ – trifft’s genau.

Schade. Der Artikel betrachtet das Problem recht einseitig und vernachlässigt einen entscheidenden Faktor. Es geht eben NICHT nur um billige Arbeitskräfte, die Druck auf die Löhne ausüben sollen. Es geht auch um Umsatzsteigerung durch Herbeischaffung H4-alimentierter Konsumenten. Auch damit lassen sich Milliarden verdienen. Seit 2015 zusätzlich bis zu 55 Mrd. € per anno. Das Kapital verdient an BEIDEN Formen der Einwanderung. Es profitieren Immobilien-, Bau-, Energie-, Lebensmittel-, Pharma-, Telekommunikations- und andere Konzerne, die durch ihre internationale Steuervermeidungspolitik kaum bis nichts zum Sozialstaat beitragen, während der kleine Steuerzahler diese Plünderung des Sozialstaates finanziert. Und siehe da: wenn man diesen Zusammenhang versteht,… Mehr

Sehr gut! Genau darum geht es! Ansonsten hätte das Merkel schon längst ein Kennedyschicksal! Etwas für das ich jeden Abend bete! Sorry…

Bekämpfung der Grenzen des Wachstums durch Öffnung der Grenzen.
Zu ersterem hat sich doch schon der olle Marx geäussert (wenn ich mich recht erinnere).

Die „Umsatzsteigerung“ hätte man allerdings auch mit Zuwendungen an Pfandflaschen sammelnde Rentner, besserer Bezahlung von Pflegekräften oder mit Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur etc. etc. erreichen können.
Und was die billigen Arbeitskräfte angeht: ein Lohndumping ins bodenlose wird durch Mindestlöhne weitgehend verhindert. Das Gros der Zuwanderer dürfte nämlich aufgrund ihrer vorherrschenden Bildungsituation eher im Niedriglohnbereich landen, wenn es überhaupt zu einer Beschäftigungsaufnahme kommt.
Insofern würde ich Ihrer These widersprechen (nichts für ungut, lieber Herr Mueller).
Nein, die Motive und Ursachen der Migrationspolitik liegen tiefer und sind um einiges komplexer.

Tut mir Leid, Sie irren sich. 1. Ein Rentner wird nicht doppelte Miete oder doppelte Energiekosten zahlen, selbst wenn man ihm das Geld gibt. Das gilt auch für die übrigen aufgezählten Wirtschaftsbereiche. Man braucht schon mehr MENSCHEN, um mehr Umsatz zu erzielen. Im Falle von Mietwohnungen reicht übrigens schon die künstliche erhöhte Nachfrage, um die Mieten explodieren zu lassen. Solche Effekte würden Sie niemals erreichen, wenn Sie Rentnern mehr Geld geben. 2. Bessere Bezahlung von Pflegekräften widerspricht zudem diametral den Interessen der Arbeitgeber. Die wollen möglichst viel Leistungen für möglichst wenig Lohn. Mit besserer Bezahlung läßt sich also KEIN Mehrgewinn… Mehr

Vor der nächsten BT-Wahl müssen doch Fakten geschaffen werden, die unumkehrbar sind. Der Austausch des D. Volkes ist im vollen Gange.

Die Fachkräfte — was für ein vielfältiges Gebiet ,was für ein Tummelplatz einer ansonsten „ lamé duck“ im Kanzleramt . Facharbeiter sind an ihren Arbeitsplätzen allemal die Helden dieser Gesellschaft. Diese sind es aber auch ,die dieser Staat bis aufs Blut ausquetscht. Mit Steuern ,Abgaben ,höchsten Energiekosten und Mobilitätskosten ,die übergieß in Zukunft noch extremer ansteigen werden . Genau die gleiche Regierungschefin ,die für diesen Zustand verantwortlich ist ,will jetzt „ Fachkräfte „ ins Land holen . So dumm will man uns verkaufen ! Eine Fachkraft spricht die Landessprache,sie hat hier die qualifizierten Abschlüsse und nicht zuletzt Berufserfahrung . Und… Mehr