Wider eine Bildungspolitik, die keine Probleme löst, sondern Probleme schafft

Kindern unter der Käseglocke raubt man die Zukunft. Statt ihnen ein bisschen etwas zuzumuten, weil man ihnen ja eigentlich mehr zutrauen kann, werden unsere Kinder von einem Teil der Eltern, von den „Helikoptereltern“ rundum „gepampert“.

Dieses Buch ist keine Gebrauchsanleitung für die Zerstörung eines ehemals weltweit angesehenen Bildungswesens, sondern eine – bisweilen grimmige – Untersuchung der Trümmer und Ruinen, die deutsche Bildungspolitik und deutsche Bildungswissenschaften hinterlassen haben: Trümmer und Ruinen, die man mittels „Reformen“ hinterlassen hat …

Vier Verirrungen

Dabei spielen vier mentale und intellektuelle Verirrungen eine Rolle. Erstens spielt die Selbstvergessenheit der Deutschen eine Rolle, also die in allen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Belangen spürbare, typisch deutsche Selbstverleugnung. Das politische und mediale Deutschland inszeniert gerne seine eigene Tribunalisierung, und man zerrt sich gerne vor das Weltgericht, denn wir Deutsche sind ja so gern die Schlimmsten, Schlechtesten, Ungerechtesten auf der Welt. Wahrscheinlich weil wir vertuschen möchten, dass wir eigentlich gerne Schulmeister wären. Dass wir die Schlimmsten, Schlechtesten, Ungerechtesten auf der Welt sind, daran ist angeblich ein Bildungswesen schuld, das uns unter anderem einen Hitler und seine Anhängerschaft beschert habe. Diese Selbstverleugnung lässt uns zum Beispiel ein weltweit renommiertes Diplom wegschmeißen, das Gymnasium entkernen und unsere Sprache denglifizieren. Ob das noch das späte Ergebnis einer „reeducation“ ist, sei dahingestellt. Vielleicht glauben viele Deutsche sogar – ohne sie näher zu kennen – an die abstruse Analyse des US-Amerikaners, Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859 – 1952), der die offenbar schier genetisch angelegte Neigung der Deutschen zum Nationalsozialismus schon in den Philosophien und Schriften von Luther, Kant, Herder, Hegel, Fichte, Schelling, insgesamt des Deutschen Idealismus angelegt sah. Wie auch immer: Jeder persönliche oder kulturelle Abstieg beginnt mit Selbstverleugnung und Überangepasstheit. Oder noch härter ausgedrückt: Der Verlust der Selbstachtung ist der Beginn des Verfalls, der Dekadenz. Das gilt für jede Einzelperson, jede Familie, jede Gruppe, jede Nation, jede Kultur.

Ein zweiter Grund für die Abrisslaune ist: Deutsche sind gerne Gesinnungsethiker. Gleichheit, Gerechtigkeit, Kuscheligkeit – so lauten die pädagogischen Glaubens- und Gesinnungsbekenntnisse. Immer und immer wieder werden sie mantramäßig vorgebetet, ohne Rücksicht auf die Folgen solcher Haltungen. Bereits Max Weber hat den Gesinnungsethiker im Jahr 1919 so beschrieben: Er fühle sich nur dafür verantwortlich, dass die Flamme der reinen Gesinnung nicht erlösche. Der Verantwortungsethiker dagegen bedenke stets die Motive und Ergebnisse seines Handelns. Hermann Lübbe hat diesen Gedanken 1987 mit dem Untertitel eines nach wie vor sehr lesenswerten Buches aufgegriffen: „Politischer Moralismus. Der Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“. Es geht vielen Deutschen bzw. ihrer Elite nicht um eine rationale Verantwortungsethik, nicht um das qua Bildung und Erziehung behutsam Machbare, sondern um die reine Gesinnung. Jedenfalls gehören die Deutschen zu den Weltmeistern der „political correctness“ und der „educational correctness“ mit ihren Denkverboten, Denkgeboten, Tabus, mit ihren Euphemismen, mit ihren Hui- und Pfui-Begriffen gerade in der Pädagogik.

Drittens: Eigentlich entspringt solche Gesinnung einem egalitären, sozialistischen Denken. Nun aber kommt etwas Paradoxes ins Spiel: Dieselben Leute, die ständig Lippenbekenntnisse von wegen Gleichheit, Gerechtigkeit, Kindgemäßheit absondern, betreiben unter Einflüsterung der Wirtschaft und der OECD eine Ökonomisierung von Bildung. Alles an „Bildung“ soll messbar, nützlich, verwertbar sein. Der Mensch wird zum „Humankapital“ und damit verdinglicht. Das ist Neoliberalismus, ja Kapitalismus, Ausbeutung pur. Es hat sich dies schon lange vor Pisa angekündigt. Vor mehr als einem halben Jahrhundert, 1961, hat die OECD, die ja auch für die Pisa-Testerei verantwortlich zeichnet, in einem Grundsatzpapier festgehalten: „Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen. Das Erziehungswesen steht nun gleichwertig neben Autobahnen, Stahlwerken und Kunstdüngerfabriken. Wir können nun, ohne zu erröten und mit gutem ökonomischen Gewissen versichern, dass die Akkumulation von intellektuellem Kapital der Akkumulation von Realkapital an Bedeutung vergleichbar – auf lange Dauer vielleicht sogar überlegen – ist.“

Dabei ist die Ökonomisierung von Bildungspolitik nicht wirklich volkswirtschaftlich zu Ende gedacht. Man braucht kein Freund einer ökonomischen Betrachtung der Bildungspolitik zu sein. Hier ist es aber legitim, über die Opportunitätskosten einer von der OECD permanent eingeforderten Überbewertung von Gymnasium/Studium und einer Vernachlässigung der beruflichen Bildung nachzudenken, das heißt, nachzudenken, was es uns kostet bzw. was uns entgeht, wenn wir die berufliche Bildung weiter so vernachlässigen wie zuletzt. Die Wachstumsbremse der Zukunft wird die Überakademisierung sein, weil sie einher geht mit einem gigantischen Fachkräftemangel. Man schaue sich einmal an, dass wir seit 2011 ziemlich genau ebenso viele Studienanfänger haben wie junge Leute, die eine berufliche Bildung anfangen. Eine gewaltige Schieflage! Denn dort, wo man in Europa die niedrigsten Abiturienten-Quoten hat, gibt es zugleich die besten Wirtschaftsdaten: nämlich in Österreich, in der Schweiz und eben in Deutschland.

Ein wichtiges bildungspolitisches Kriterium wird ebenfalls häufig übersehen, nämlich das Ausmaß an Jugendarbeitslosigkeit. Hier haben oft sogar vermeintliche Pisa-Vorzeigeländer mit Gesamtschulsystemen eine Quote, die deutlich über derjenigen Deutschlands oder gar der süddeutschen Länder liegt. Im Juli 2016 gab es in Deutschland eine Quote an arbeitslosen Jugendlichen von 7,2 Prozent, in den schulpolitisch vermeintlich vorbildlichen Ländern dagegen Quoten um 20 Prozent: in Schweden mit 20,2 und in Finnland mit 21,7 Prozent. (Baden-Württemberg bzw. Bayern hatten übrigens eine Quote von 2,7 bzw. 2,8 Prozent). Länder mit gegliederten Schulsystemen, vergleichsweise niedriger Studierquote und dualer Berufsbildung liegen also erheblich besser. Warnende – und zwar namhafte – Stimmen zur Vernachlässigung der beruflichen Bildung gibt es durchaus. Im April 2014 veröffentlichte der Wissenschaftsrat seine Stellungnahme mit dem Titel „Empfehlungen zur Gestaltung des Verhältnisses von beruflicher und akademischer Bildung.“ Darin warnt er vor vordergründigen Image- und Prestigegesichtspunkten. Aber es dringt nicht durch: Der Mensch scheint für viele immer noch beim Abitur zu beginnen.

Ein vierter Kardinalfehler „progressiver“ Pädagogik ist schließlich deren Infantilisierung durch Psychologisierung. Für die Psychologie und ihr Image ist dies nicht gut, denn vieles von dem, was an Psychologischem in die Pädagogik hereingenommen wird, ist triviale Alltagspsychologie und damit Banalisierung von Psychologie. Alle Pädagogik soll offenbar vom zerbrechlichen Kind, dessen permanenter Traumatisierbarkeit, dessen Gegenwartsperspektive und dessen unmittelbaren Bedürfnisse her gedacht werden. Dem Kind, dem Schüler soll bloß nichts zugemutet werden, es könnte ja frustriert, demotiviert, ja traumatisiert werden.

Dass man Kinder damit in einer Käseglocke und in einer ewigen Gegenwart einschließt und ihnen die Zukunft raubt, scheint nicht zu zählen. Statt ihnen ein bisschen etwas zuzumuten, weil man ihnen ja eigentlich mehr zutrauen kann, werden unsere Kinder von einem Teil der Eltern, von den „Helikoptereltern“ rundum „gepampert“.

Josef Kraus – „Wie man eine Bildungsnation an die Wand führt – Und was Eltern jetzt wissen müssen.“ München, Verlag Herbig. März 2017, 270 Seiten, Euro 22.–

Unterstützung
oder

Kommentare ( 57 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

57 Kommentare auf "Wider eine Bildungspolitik, die keine Probleme löst, sondern Probleme schafft"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Ich denke, die Generation der heutigen Kinder dürfte größtenteils eine vberlorene Generation sein. Schlechte Schulen, schlechte Pädagogik, schlechte Lehrpläne und zudem noch die Inklusion – auch von Kindern ohne viel Deutschkenntnisse.
Die Generation davor kann zumindest noch Pädagogik studieren, oder VWL/BWL, oder halt irgendwas auf Lehramt. Für eine Ausbildung zum Handwerker reicht es meist schon nicht mehr. Die aktuelle Generation wird selbst diese Fächer nicht mehr studieren können, es sei denn, wir senken die Anforderungen auf 40%

Zwei Freundinnen von mir, Grundschullehrerinnen in NRW, bekommen zum neuen Schuljahr jeweils eine 1. Klasse. Erwartete Klassenstärke: 30 Kinder. Inklusion, Kinder mit guten Deutschkenntnissen, Kinder mit mittelprächtigen Deutschkenntnissen, Kinder ohne Deutschkenntnisse, Legastheniker, Kinder mit Diskalkulie, Kinder mit sozialen Problemen, wöchentlich neu zugezogene Flüchtlingskinder, traumatisierte Kinder, Kinder, die besser im Schulkindergarten aufgehoben wären, da sie noch nicht schulreif sind (der ist inzwischen aus Kostengründen abgeschafft) etc.
Allerdings „spendiert“ das Schulamt wöchentlich eine Sonderschulpädagogin für 2 Stunden.
Das nennt sich „Bildungsrepublik Deutschland“.
Frau Kraft :“Wir lassen kein Kind zurück.“
Die Kunde hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Einen wichtigen Aspekt möchte ich ergänzen. Es gibt noch viele Lehrer, die diese Probleme klar sehen. Nur geraten sie damit ins Kreuzfeuer aus Schülern, Eltern und Schulleitung. Rückendeckung Fehlanzeige. Denn diese drei Gruppen wollen nur eines, jeden zum Abitur zu tragen. Auch dann, wenn er offensichtlich nicht studierfähig ist. Und daß dies für einen wachsenden Teil der Abiturienten gilt, ist ein offenes Geheimnis. Die Motive der Familien sind klar, doch warum verhalten sich auch die Schulleitungen so? Der Grund sind die sinkenden Schülerzahlen. Gymnasien kämpfen heute verbissen miteinander um die schwindende Kundschaft. Oberstes Ziel, dem alles untergeordnet wird, ist es,… Mehr

Ist der Wunsch, dass nach mehreren Jahren Schule, der Betreffende auch wirklich rechnen und schreiben kann, und damit für die Berufswelt brauchbar ist, tatsächlich neoliberal?
So ein Spaß ist es für einen „Versager“ nun auch nicht sich durchs Leben mogeln zu müssen. Kurzum, man tut den Kindern nicht unbedingt einen Gefallen mit zuviel easy going.

Nur Kinder die gefordert werden entwickeln entsprechende Eigenschaften und Fähigkeiten. z.B. Frustrationstoleranz, vernünftige Sozialisierung, Fähigkeit „am Ball zu bleiben“, Anstrengung nicht als Zumutung wahrzunehmen etc .

Es wird mit einer Menge Taxifahrern mit hochtrabenden akademischen Titeln enden. Was nützt ein Master in Soziologie, der am Ende aufgrund einer Akademikerschwemme nichts mehr wert ist? Was nützt ein Abiturient, der erstmal einen Brückenkurs an der Uni braucht, weil er nicht mal Bruch- oder Prozentrechnung sicher beherrscht? So viele von diesen mit aller Gewalt durchs Abi gezerrten Leuten wären so viel besser dran in Handwerksberufen. Und das Handwerk sucht händeringend nach Azubis oder auch guten Leuten. Ich kenne unter anderem einen Malermeister, der sich mit Zeitarbeitern helfen muß, weil sich auf seine dauernden Inserate einfach niemand meldet. Aber die… Mehr

Handwerk ist schmutzig,
das geht doch nicht, wenn alles und jeder klinisch sauber sein soll, weg mit allen Keimen und Bazillen.
Safe spaces und trigger warning sond die Zauberworte.

worüber sich aufregen. Ein Großteil der Grünen machen es uns doch vor. Im Leben nicht viel fertig gebracht, aber in der Politik groß rausgekommen, sich die Taschen gefüllt und gut ist’s. Studienabbruch als Lebensmodell mit Versorgung auf Kosten der Steuerzahler. Warum soll man den Kindern viel abverlangen. Der Staat und seine krakenhaften Versorgungsmöglichkeiten werden es schon richten. Das geht allerdings nur noch solange gut bis die wenigen, die bereit sind Risiken zu übernehmen sich ausnehmen lassen, um den Studienabbrechern zwangsweise eine Luxusalimentation zu finanzieren um sich von denselbigen gängeln und an der Nase herumführen zu lassen, während sie selbst, verschuldet… Mehr
Ich kann dem Autor in vielem zustimmen! Ich erinnere mich, wie ich vor wenigen Jahren las, daß die OECD konstatierte, daß immer noch zu wenige eines Jahrganges ein Studium begännen. Bei Vergleichen mit anderen Ländern, läßt die OECD regelmäßig das duale Berufsausbildungssystem außen vor. Seit 2011 wird Baden-Württemberg grün/rot regiert. Mit zum ersten, das damals sofort in Angriff genommen wurde, war die Erweiterung des bisher dreigliedrigen Schulsystems durch die Einführung der Gemeinschaftsschule, einhergehend mit der Bevorzugung der Gemeinschaftsschule. Sie erhielt und erhält einfach das meiste Geld. Außerdem gibt es in einigen Städten die Gesamtschule, die auch bevorzugt behandelt wird. So… Mehr
Ich bin jetzt seit 15 Jahren in allen möglichen deutschen Bildungseinrichtungen unterwegs, und muss sagen, dass die Qualität der Schulen sich immer weiter verbessert. Die Schulen sind besser ausgestattet als vor 20 Jahren (das Material von vor 20 Jahren steht auch noch rum, man kann es vergleichen) und die Lehrer besser qualifiziert und durchaus jung und motiviert. Wieso entsteht der Eindruck, dass früher mehr gelernt wurde? Trotz uralten Büchern, und Lehrern die nach dem Krieg kaum ausgebildet wurden? Dafür gibt es meiner Meinung nach eine Reihe von Gründen, die unterschiedlich bewertet werden müssen. 1.) Die geistig Schwachen sind sichtbarer. „Früher“… Mehr
„Faktenwissen ist zum Beispiel weniger wert, weil man fast alle Fakten in Sekunden googlen kann. Kopfrechnen ebenfalls. Das ist nicht durch veränderte Schule aufzuhalten, Taschenrechner sind nunmal leicht verfügbar und Kopfrechnen ist seltener nötig – das Gehirn funktioniert so, dass es weniger notwendige Fähigkeiten weniger perfektioniert. Kopfrechnen ist jetzt eher Sport als Notwendigkeit.“ ->Falsche Entwicklung, die gesunde Hirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen nachgewiesenermaßen schädigt. Kann da nur Dr. Manfred Spitzer empfehlen und die weltweiten fundierten Studien, die die Auswirkungen dessen aufzeigen (z.B. in seinem aktuellsten Buch „Cyberkrank“ oder Vorträge von ihm auf YouTube). Zitat (sinngemäß aus dem Kopf wiedergegeben) von… Mehr

Als einer der am Gymnasium die alten Nazi-Lehrer mit aufgetragen hat, war ich auf jeden Fall studierfähig, als ich das Abi machte. Denn lernen musste man.
Beim alten Voll-Abitur war man gefordert und es schaffte eben nicht jeder.
Wir starteten mit 130, Abitur machten knapp die Hälfte.

Mein Neffe hat auch Abi, aber allein schon mit welchen Fächern. Als ich ihn vor seinem Abi mal fragte, seit wann es den Handys gibt?
Die Antwort will ich hier mal verschweigen, um den wirklich aufgeweckten, jungen Mann nicht zu dissen. 😉

„Ich bin jetzt seit 15 Jahren in allen möglichen deutschen
Bildungseinrichtungen unterwegs, und muss sagen, dass die Qualität der
Schulen sich immer weiter verbessert.“

Aha. Sie leben davon, oder etwa nicht?

Macht natürlich einen toootal objektiven Beobachter. *face palm*

Dazu sage ich nur: Frösche im Sumpf!
Siehe auch meine anderen Kommentare dazu in diesem Thread.

„Entscheidend beim schulischen Erfolg ist meist das Elternhaus.“ Ja. Und zwar aus einem Grund, den die linken Erlebnispädagogen trotz erdrückender Beweise von Seiten der Wissenschaft nicht wahrhaben wollen: Intelligenz wird größtenteils vererbt. Und jetzt kommt das wirklich deprimierende für die ganzen „Bildungsexperten“: Je älter man wird, umso mehr kommt das Erbmaterial durch und umso weniger kann man schulisch „reparieren“. Wenn Sie einen Ingenieur und eine Journalistin haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass deren Kind einen IQ von 130 hat deutlich höher als wenn Sie einen ungelernten Hilfsarbeiter und eine Schulabbrecherin haben. Und weiterhin: In Industriegesellschaften verhält sich der IQ proportional… Mehr
Die Ausstatung der Schulen wird besser? Nur ein kurzes Gegenbeispiel. Der Elektrobaukausten für den Physikunterricht stammte aus der DDR der frühen 50zigern Jahre. Die werden auch ihren hundersten Geburtstag in meiner alten Schule feiern. Die Wände der Sporthalle wurden seit Ewigkeiten nicht gestrichen, also da kleppte der Dreck von längst vergangenen Zeiten dran. Der Hallenboden war durch und die Sportgeräte teilweise unvollständig oder sie stammten noch aus den 70zigern. Die Herrentoilette im Hauptgebäude war die ersten 3 Jahre meiner Schulzeit kaputt. Die Wände hätten auch mal wieder gestrichen werden können. Materialien für den Kunstunterricht mussten wir uns , zusätzlich zu… Mehr

An den Unis wird leider eben nicht gesiebt. Wer es im MINT-Studium oder im 1. Semester Medizin nicht schafft, der geht eben in ein Laberfach. Soziologie, Sozialpädagogik, Germanistik, von mir aus Sinologie. Daraus werden dann „Experten“ (wie ich das Wort hasse!) oder schlimmer: Politiker.

Mit Bildungspolitik bin ich politisch aufgewachsen, Ihr Bild von Bildung heute ist mehr als geschönt.

Geschönt ist auch die Erinnerung an die Schule in den 70er, 80er und 90er Jahren. Ich bin in der DDR in die Schule gegangen, da waren die Zustände sicherlich etwas schlechter, von politischer Durchseuchung der Lehrerschaft und des Lehrplans bis zu maroden Schulgebäuden und Lehrmitteln. Aber die Ergebnisse waren durchaus gut. Im Gegensatz dazu sind die Bedingungen heute viel besser… aber die Ergebnisse sind es nicht. Die 18jährigen sind nicht Produkt des Schulsystems, sondern der Gesellschaft. Die hat sich sehr geändert. Die Schule folgt dieser Entwicklung nur (mit viel Abstand). Ich hab auch viele Ideen, wie es besser geht, aber… Mehr

Und die Realität heißt ’smart home‘, smart Irgendwas.
Hat die Schule dann whiteboards und smarte Klos, die auf Gender-Geschlechterangabe reagieren, werden die PISA-Ergebnisse bestimmt viel besser? Zumindest bleiben SIE jedoch beschäftigt…

Passend zum Thema und damit es auch jeder kapiert, gibt es nun das Wahlprogramm der Grünen NRW als Kurz-Fassung in Leichter Sprache.
Leichte Sprache soll Menschen helfen, die Lernschwierigkeiten haben, nicht so gut Lesen können oder die nicht so gut Deutsch sprechen.
Von diesen Menschen soll es ja nun einige mehr geben, seit die Grünen in NRW das Bildungsministerium führen.

Political Correctness ist das moralische Gleichschaltungswerkzeug von Kulturmarxisten, um aus einer lebendigen Demokratie einen Obrigkeitsstaat zu machen. R.D. Precht hatte mal in einem Studiogespräch (das mit den vielen Lampen) über Bildung deutlich herausgearbeitet, worum es den Drahtziehern der deutschen Bildungspolitik eigentlich geht: um das möglichst frühe „Abschulen“ von Schülern, die nicht aus dem Establishment stammen und später durch reine Intelligenz deren Nachwuchs die Stellen streitig machen könnten, die meist durch Gesinnungs-/Parteimitgliedschafts-Prüfung oder Vitamin B vergeben werden. Auf deutsch: die Bildungspolitik ist nicht als Klientel-Politik und Werkzeug bzw. Fundament eines Erziehungs- und Sozialverwalterkaste-, Asyl- usw. Establishments. Da rein paßt auch der… Mehr

Nein, das sehe ich anders. Es gibt keine Verschwörung irgendwelcher dubioser Zirkel. Es sind die 68er und ihre Zöglinge, die es sich auf die Fahne geschrieben hatten, alles an Strukturen zu zerstören, das ihnen selbst den Weg versperrt hat und um die neue Gesellschaft zu erschaffen. Man wollte für alle Benachteiligten ( vor allem auch für sich selbst und Seinesgleichen) die Schul- und weitere Karriere auch bis nach ganz oben ermöglichen. Hat man geschafft. Dafür sind jetzt alle anderen Verlierer. Die endlosen Bildungsreformen sind ein typisches Produkt der guten Absicht: Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

Die „68er sind an allem schuld“ ist keine Verschwörungstheorie?

Der Weg zur Hölle ist übrigens mit guten Vorsätzen gepflastert.

In der Politik geschieht nichts zufällig, möchte ich noch entgegnen.

Gut gemeint und leider versemmelt, ist für mich wenig glaubwürdig.

“ Es gibt keine Verschwörung irgendwelcher dubioser Zirkel.“

Woher wissen Sie das?

@hasenfurz:disqus Das weiß ich nicht, das meine ich. So wie alles das,was wir hier schreiben, primär Meinung ist. @NoName: Die Abwandlung dieses Spruches habe ich mir frecherweise erlaubt, da ich nicht wusste, dass es jetzt schon eine Gedankenpolizei für das Abwandeln von Sprüchen gibt. Was für eine schöne Idee, sollten Sie den Grünen mal vorlegen. Die fliegen auf sowas.- Im übrigen mag das zwar mal so gewesen sein, dass in der Politik nicht all zuviel zufällig geschieht, aber mag dieser Spruch beim ollen Franklin D. noch gegolten haben, so überhöht er bei unseren Politikdarstellern deren minimale bis nichtvorhandene Fähigkeiten kolossal.… Mehr
“ Das weiß ich nicht, das meine ich. So wie alles das,was wir hier schreiben, primär Meinung ist.“ „Meinung“ ist es nur deshalb, weil das politisch-mediale Primat der -> Deutungshoheit vom -> deep state* an allen Fronten zu seinen eigenen Gunsten massiv manipuliert. Es wäre keine „Meinung“, wenn wir ordentlich wirksame Staatsgewalten hätten, die freie Rede und Art. 5 GG gewährleistet wären, und somit eine demokratischen (nicht korporatistisch-oligarchische) Presse dies i.S. einer Demokratie beleuchten würde. Da all dies durch den Putsch von oben (Brüssel / Berlin) unterdrückt und unterbunden ist, müssen unsere, und alle nicht regierungs-gesinnungskonformen Erkenntnisse gezwungenermaßen im Bereich… Mehr
Nun mal langsam. Das hat mit dem ursprünglichen Artikel zum Thema nicht mehr viel zu tun. Mir ging es darum, klarzustellen, dass ich nicht im Besitz der alleinigen Wahrheit bin, sondern dass das, was ich hier schreibe, meine persönliche Sicht der Dinge ist, die ich mir auf der Summe meiner Erfahrungen und dem, was ich gelese habe, zusammenschustere. Auf welcher Grundlage das fußt, können Sie nicht wissen. Dass „Wahrheit“ eine sehr relative Sache ist, dürfte uns allen klar sein. Und dass daher jedem, der behauptet, „die“ Wahrheit zu kennen, mit erheblichem Misstrauen zu begegnen wäre, auch. Ich lese seit ziemlich… Mehr

Es fehlt ein ganz wichtiger Teil, der Einzug in das Bildungswesen erhält:

Genderisierung

Was auch immer es für den einzelnen darstellt (Eine Allgemeingültige Definition gibt es ja nicht).
Ein Wort das bei mir alle Alarmglocken schrillen lässt, wenn man es auf Schulkinder loslässt.
MfG.