Schluss mit der Dämonisierung der Grünen Gentechnik!

Ein PR-Tribunal gegen "Ökozid" in Den Haag, wo sich sonst Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssen, und in historischer Parallele zum in Nürnberg abgeurteilten Genozid ist der Gipfel grüner Propaganda.

© David Greedy/Getty Images

Im Herbst letzten Jahres stand der US-Saatguthersteller Monsanto, dessen Aktionäre im Dezember der Übernahme durch das Leverkusener Pharma- und Chemieunternehmen Bayer zugestimmt haben, auf der Anklagebank. Die Kläger: Ein selbsternanntes Tribunal aus Umweltaktivisten und Globalisierungsgegnern, unterstützt von Greenpeace, Attac und manch dubiosem Wissenschaftler – und von Renate Künast, die als offizielle „Botschafterin“ des „von der Zivilgesellschaft organisierten Gerichts“ in Deutschland eifrig die Werbe- und Spendentrommel gerührt hat. Als Austragungsort der „Verhandlung“ diente ihnen eine Universität in Den Haag, der Stadt, in der sich Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten müssen. Die „Anklage“ lautete auf „Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ökozid“. Als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sind definiert Vertreibung, Versklavung, Folter, Deportation, Ermordung und andere unmenschliche Handlungen gegen die Zivilbevölkerung. „Ökozid“ ist bewusst dem Begriff des Genozids nachgebildet. Geht es nicht auch eine Nummer kleiner?

Im selbst kreierten Logo des Tribunals wird „Mon$anto“ mit einem Dollarzeichen im Schriftzug dargestellt. Das soll Vorstellungen von einem Unternehmen nähren, dem die Organisatoren „Lügen und Korruption, Finanzierung betrügerischer wissenschaftlicher Studien“ sowie „Manipulation von Presseorganen“ vorwerfen. Und auch das Datum des abschließenden „Richterspruches“ hat es in sich. Denn das „Urteil“ fällt am 16. Oktober, 70 Jahre nachdem in Nürnberg die wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilten NS-Funktionäre hingerichtet wurden. Damit endet ein geschickt inszenierter Schauprozess gegen Monsanto, in dem die Kläger zugleich Jury und Richter spielen, in dem das „Urteil“ deshalb schon von vornherein feststand und in dem es nie um einen fairen Austausch von Argumenten ging. Stattdessen lag den Organisatoren und ihren Unterstützern einzig und allein an der Dämonisierung eines Unternehmens, ja einer ganzen Branche.

PR-Tribunal gegen „Ökozid“ als Parallele zum in Nürnberg verhandelten Genozid ist Gipfel grüner Propaganda

Im Dämonisieren scheinen viele Umweltaktivisten und Globalisierungsgegner ohnehin eine Lieblingsaufgabe gefunden zu haben. Wie leicht das funktioniert, konnten wir alle in der öffentlichen Diskussion um TTIP miterleben. Denn nachdem Campact und Attac das „Chlorhühnchen“ zum Sinnbild des Freihandelsabkommens erklärt und die Debatte emotional aufgeladen hatten, war eine Rückkehr zu einem unaufgeregten, sachlichen Diskussionsstil kaum mehr möglich. Gegen die vermeintliche drohende Gefahr, von gesundheitsschädigenden amerikanischen Lebensmitteln überschwemmt zu werden, half weder die Beteuerung, dass europäische Sicherheitsstandards nicht abgesenkt werden. Noch verfing das Argument, dass von der Chlorbehandlung nachweislich keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen (im Gegensatz übrigens zu dem in Europa und auch von mir so geschätzten Rohmilchkäse, der wegen der realen Gefahr des Befalls mit Listerien das Chlorhühnchen der amerikanischen TTIP-Gegner ist). Sonst hätten wir längst alle Schwimmbäder schließen müssen, in denen Menschen Wasser mit einem sehr viel höheren Chlorgehalt versehentlich verschlucken. Und auch die Tatsache, dass in der EU bereits heutzutage viele Gurken und Salate nach der Ernte mit Chlorwasser desinfiziert und nach Deutschland importiert werden, hat keinen TTIP-Kritiker auf die Straße getrieben.

Schon diese Beispiele zeigen, wie Ängste vor neuen Technologien, vor dem Unbekannten und schwer Greifbaren bewusst geschürt werden. Vor allem aber zeigen sie, wie erschreckend irrational die Ängste oft sind. Dagegen bietet ein Ordnungsmodell, das die Welt in Gut und Böse unterteilt, natürlich Halt und Orientierung: hier das gute CETA, dort das böse TTIP; hier die guten Verbraucherschützer, dort die bösen Lobbyisten; hier die gute Biolandwirtschaft, dort die böse Gentechnik. Gerade bei der Bewertung neuer Technologien bedarf es jedoch einer rationalen Bestandsaufnahme: Kosten, multipliziert mit der Eintrittswahrscheinlichkeit, müssen abgewogen werden gegen Chancen, die ebenfalls multipliziert werden müssen mit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit.

Für die Grüne Gentechnik bedeutet das nach dem heutigen Stand der Wissenschaft: Innerhalb der Europäischen Union haben sich in den letzten 25 Jahren über 500 unabhängige Forscherteams mit möglichen Risiken der Gentechnik auseinandergesetzt. Dafür wurden über 300 Millionen Euro investiert. In keiner dieser Untersuchungen konnten negative Auswirkungen festgestellt werden, weshalb die EU-Kommission zu dem Schluss kommt, „dass es bisher keine wissenschaftlichen Hinweise darauf gibt, dass gentechnisch veränderte Organismen eine größere Gefahr für die Umwelt oder die Lebens- und Futtermittelsicherheit darstellen als herkömmliche Pflanzen und Organismen.“

Zu einer rationalen Bestandsaufnahme gehört aber auch, dass wir uns bewusst machen müssen: Gentechnik ist längst Teil unserer Lebenswirklichkeit. Würde man in Deutschland alle Lebensmittel kennzeichnen, die während ihrer Produktion mit Gentechnik in Berührung gekommen sind, wären dies schätzungsweise zwischen 70 und 85 Prozent. Das betrifft etwa die Verwendung von Vitaminen, Enzymen, Aminosäuren und Aromen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Auch eine Reihe wichtiger Medikamente, fast alle Baumwolltextilien, Putz- und Reinigungsmittel enthalten gentechnisch veränderte Organismen. Ich befürworte daher eine vollumfängliche Prozesskennzeichnung für alle Lebensmittel und Konsumgüter, bei deren Produktion an irgendeiner Herstellungsstufe gentechnisch veränderte Organismen beteiligt sind. Denn nur so ist eine vollständige Aufklärung der Verbraucher möglich! Warum aber wird so eine Prozesskennzeichnung ausgerechnet von denen heftig bekämpft, die stets vor den Gefahren der Gentechnik warnen? Auf den ersten Blick paradox, auf den zweiten logisch: Denn wenn tatsächlich über 70 Prozent unserer Lebensmittel dieses Label trügen, gäbe es drei Wochen Aufregung und das Thema wäre danach erledigt.

Gegen den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland

Welche weitreichenden Folgen diese antiaufklärerischen Kampagnen auf den Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland haben, kann man seit einiger Zeit beobachten: Seit 2013 gibt es hierzulande keine Freilandversuche an gentechnisch veränderten Pflanzen mehr, viele exzellente Wissenschaftler sind inzwischen abgewandert, Großkonzerne haben ihre Forschungsabteilungen nahezu vollständig ins Ausland verlagert. Dadurch haben wir mittlerweile den Anschluss an die internationale Forschung auf dem Gebiet der Grünen Gentechnik verloren. Hinzu kommt, dass in Deutschland seit 2012 auch keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr angebaut werden. Und das, obwohl sie von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit einer umfassenden Risikobewertung unterzogen, für unbedenklich erklärt und deshalb für den EU-weiten Anbau zugelassen wurden. Aus Angst vor Imageeinbußen sind Saatgut produzierende Unternehmen inzwischen sogar dazu übergegangen, Deutschland vorsorglich als mögliches Anbaugebiet auszunehmen.

Tichys Wirtschaftswoche
Auszug aus Deutschland - zwei Dax-Konzerne verabschieden sich
Leider knicken wir gerade auch im Bundestag ein. Der jüngst von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vorgelegte Gesetzentwurf zur Änderung des Gentechnikgesetzes zielt auf ein flächendenkendes GVO-Anbauverbot in Deutschland ab. Die EU hatte eine solche „Opt-out-Möglichkeit“ im März 2015 geschaffen. Schmidt hatte zunächst noch den schlauen Versuch unternommen, diese Entscheidung den Bundesländern zu überlassen. Denn dann hätte es zumindest noch eine Chance gegeben, dass sich doch mal ein wackeres Bundesland findet, das nicht auch noch aus dieser Zukunftstechnologie aussteigen möchte. Das hat aber die SPD nicht mitgemacht und aus Bayern, das sich als „gentechnikfrei“ feiert, kam auch keine Rückendeckung. So liegt nun ein Kompromiss vor, der bei Zustimmung der Mehrheit der Bundesländer einen bundesweiten Ausstieg aus der Gentechnik ermöglicht – ein Ausstieg für mindestens eine Generation, denn unternehmerische, landwirtschaftliche und wissenschaftliche Kompetenz auf diesem Gebiet lässt sich nicht mal eben zurückholen.

Dabei sollte uns sicherheitsliebenden Deutschen bewusst sein, dass wir bei der Risikobewertung der Biotechnologie schon einmal daneben lagen – nämlich bei der Roten Gentechnik: Als es Anfang der 80er Jahre erstmals gelang, Humaninsulin durch gentechnisch veränderte Bakterien herzustellen, wollte auch Hoechst die Produktion aufnehmen. Doch der damalige hessische Umweltminister, Joschka Fischer, verweigerte dem Frankfurter Pharmaunternehmen aus rein ideologischen Gründen die Betriebserlaubnis. Damit übernahmen ausländische Hersteller die Produktion. Mittlerweile hat das gentechnisch veränderte Humaninsulin das tierische Insulin fast vollständig vom Markt verdrängt. Und ausgerechnet Teile der Grünen unterstützen heute unter anderem mit ökologischen Argumenten einen verstärkten Einsatz der Roten Gentechnik.

Insofern sollten wir uns endlich auch die Chancen der Grünen Gentechnik stärker bewusst machen. Da ist zum Beispiel das derzeit heiß diskutierte „Genome Editing“, also die molekularbiologische Entfernung, Einfügung und Veränderung von DNA-Stücken. Diese Methode wird aktuell von zahlreichen Wissenschaftsmagazinen als größte methodische Innovation in der Mikrobiologie seit mehr als 20 Jahren gefeiert. Sie könnte es beispielsweise ermöglichen, Krankheiten wie Leukämie zu heilen, Antibiotikaresistenzen zu bekämpfen oder Abstoßungsreaktionen bei gespendeten Organen zu vermindern.

Ein weiteres enormes Potential besteht bei der Bekämpfung von Hunger und Krankheit in der Welt. So vermag etwa der gentechnisch veränderte „Goldene Reis“, den Vitamin-A-Mangel unterernährter Menschen zu beheben, da er mit Beta-Carotin angereichert ist. Jährlich sterben immerhin ein bis zwei Millionen Menschen an einem solchen Mangel und erblinden bis zu 500.000 Kinder. Zudem wird es allein mit konventioneller Landwirtschaft schlichtweg nicht möglich sein, die Weltbevölkerung zu ernähren, die nach aktuellen Schätzung der Vereinten Nationen von derzeit 7,4 Milliarden auf knapp 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 anwachsen wird. Und schon gar nicht wird das die Biolandwirtschaft schaffen, die weltweit nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmacht.

Ja, man kann und sollte sich kritisch mit Monsanto auseinandersetzen. Man kann über manche Geschäftsmodelle, über einige Vertragskonditionen und über den Umgang des Unternehmens mit Patenten sprechen. Was man dem Unternehmen aber ganz sicher nicht vorwerfen kann, sind „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, wie es das selbsternannte Monsanto-Tribunal getan hat. Vielmehr muss man sich fragen, ob sich nicht die vehementen Gegner der Grünen Gentechnik schuldig machen, wenn sie beispielsweise den Anbau von „Goldenem Reis“ verhindern. So hart formulieren es immerhin 113 Nobelpreisträger in einem offenen Brief an Greenpeace und fordern, die Blockade gegen die Biotechnologie endlich aufzugeben. Recht haben sie! Wer die Chancen und den konkreten Nutzen der Grünen Gentechnik ohne fundierten Beweis ihrer Schädlichkeit einfach ablehnt und entsprechende Unternehmen verteufelt, handelt nicht nur naiv, sondern auch verantwortungslos und dekadent.

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Kommentare

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  • Florian Lipp

    Danke, Frau Schröder!
    Und bitte, bitte:
    Denken Sie noch mal drüber nach, ob Sie sich vielleicht doch noch mal politisch engagieren wollen. Sie sind eine der ganz seltenen Stimmen der Vernunft in der Politik. Und davon möchte ich gerne mehr hören!

  • Werner

    Ich würde eher ein Tribunal für Fortschrittsverschleppung anregen und als erstes Greenpeace und die ganze Öko-Szene dort anklagen. Millionen von Todesopfern pro Jahr z.B. durch künstliche Verteuerung von Energie, energetische Verwertung von Lebensmitteln, Verhinderung von Genforschung und -einsatz usw. sind da sicher keine Übertreibung.

  • Als Gast

    Es ist eigentlich schwachsinnig und gesetzlich verboten, Patente auf Pflanzen anzumelden. Monsanto tut es. Doch wer ist der Gewinner? Der Staat. Ein Patent muss angemeldet werden, eigentlich wird es nur beantragt. Danach wird es vom staatlichen und EU-Patentamt genehmigt. Damit fallen über viele Jahre starkt steigende Patentgebühren an. Die kriegt nicht der Patentinhaber. Der muss es bezahlen und der Staaten kassiert ab. Der Staat verdient damit Unsummen an verbotenen Handlungen.

    Noch etwas zum Genmais. Ich bin kein Biologe. Deshalb habe ich mirch vor ein paar Jahren informiert. Interesssant. Mais gab es früher überhaupt nicht. Erst als man vor etwa 1000 Jahren in Mexiko die Gene der Pfalnzen „manipulierte“, enstand der Mais mit den großen Maiskolben. Ohne Genmanipulation hätte es den früher nicht gegeben. Also, liebe Grüne und Veganer … der Mais, den ihr essen wollt, ist immer genveränderter Mais.

  • Cornelius Angermann

    Erneut zeigt sich:

    Dumm, Dümmer, Grün!

    Diese Leute verstehen das, worüber sie reden, genausowenig wie eine Kuh versteht, warum sie Methan furzt.

    • Daniel Bergforth

      Klasse Beitrag!
      Mit Deiner Aussage „Dumm, Dümmer, Grün!“ stellst Du Dich öffentlich bloß und pauschalisierst eine Menschengruppe, die Du nicht kennst.
      Man könnte auch sagen, alle weißen Menschen sind Aliens.
      Denk bitte nächste mal nach, bevor Du die Worte anderer reflektierst und hör auf damit Menschen in Schubladen einzuordnen.

      • Michael M.

        *keks*

  • Harry James mit Armbrust

    Es ist im Prinzip nichts dagegen einzuwenden, wenn Saatgut besser und besser wird. Aber wenn das dazu führt, dass Bauern nur noch bei einen Hersteller von Saatgut kaufen können, dann haben wir ein Monopol. Wenn das dazu führt, dass Saatgut nicht mehr natürlich vermehrt werden kann, dann stehen wir unter Umständen irgendwann da und können nichts aussähen, weil Deutschland nicht mehr beliefert wird, weil die Politik dem Saatguthersteller nicht gefällt. Jede Art Oligopol/Monopol ist schlecht, aber sobald es um lebensnotwendiges geht, kann es eben auch Leben zerstören.

    Heutiges Saatgut funktioniert oft nur noch, wenn man von der gleichen Firma auch die Peztizide und den Dünger benutzt. Das hat mit der gewohnten Landwirtschaft nichts mehr zu tun, sondern ist industrielle Produktion.

    Ja, das Saatgut mag resistent gegen Trockenheit sein. Aber ein kleiner Farmer in den armen Ländern Asiens/Afrikas hat eben oft weder das Geld noch die Möglichkeit seine Felder so zu bebauen wie es bei dem Saatgut notwendig wäre. Die Folge sind dann Landaufkauf/Armut.

    All das wird in dem Artikel unterschlagen. Jedes Ding hat zwei Seiten!

    Ist es sinnvoll die zukünftige Ernährung der gesamten Menschheit in die Hände weniger Industrieunternehmen zu legen? Mit dem Argument, dass so mehr Menschen ernährt werden können? Auch wenn die Folge ist, dass Menschen die sich heute noch selbst ernähren, es morgen nicht mehr können, weil sie das Saatgut nicht bezahlen können? Ist es überhaupt sinnvoll immer mehr Menschen ernähren zu können?

    Es mag im üblichen Sinn inhuman klingen, aber ich halte es für sinnvoller, wenn nicht alle Menschen ernährt werden. Denn der Mensch will mehr als nur Nahrung. Wir sind mehr als Katzen oder Hunde. Wir möchten mehr als in Lagern dahin zu vegetieren und mit genug Nahrung am Leben erhalten zu werden. So gesehen wäre es wohl sinnvoller, wir wären schlicht weniger. Diese Weniger könnten dafür dann aber ein menschenwürdiges Leben leben.

    • „Saatgut funktioniert oft nur noch, wenn man von der gleichen Firma auch die Peztizide und den Dünger benutzt“

      Harry, haben Sie jemals ein Sack Weizensaatgut gekauft? Ihrer Aussage nach nicht und haben auch keinen blassen Schimmer davon.
      Es gibt keine Sorte, die nur mit den Züchter eigenen Pflanzenschutzmitteln oder Dünger wachsen würde. Selbst die RoundUpReady Traits werden nicht automatisch mit RoundUp von Monsanto verkauft, die Landwirte können sich frei aussuchen welches Glyphosat diese kaufen wollen, ob nun von ChemChina ein billiges, von diversen weiteren Herstellern oder eben RoundUp von Monsanto.

      Vielleicht sollten Sie da doch mal die Farmer der USA fragen und weniger Mythen glauben.
      http://thefoodiefarmer.blogspot.de/2013/12/the-myth-about-seed-choice.html?spref=tw

      Und nein, eine GVO hat nicht mal etwas mit einer Sorte selbst zu tun, in Indien bieten rund 50 Züchter um die 2000 Baumwollsorten an, wahlweise mit gentechnischen Eigenschaften (Bt) von Monsanto/Mayco, 2 weiteren Biotechnologieunternehmen oder von der staatlichen Einrichtung.
      Die indischen Baumwollbauern kaufen diese 2000 Sorten, zu über 90% wählen diese dann auch einen Bt-Trait dazu aus.

      In Brasilien boomt gar die Sojazucht, so gibt es dort heute an die 400 Sojabohnen Züchter, vor 20 Jahren gab es gerade mal 3 dutzend.
      Und auch dort kaufen die Landwirte freiwillig Sorten von den vielen Züchtern und wünschen einen Trait mit Herbizid-Toleranz gegenüber Glyphosat, Glufosinat oder die von der Embrapa und BASF gemeinsam entwickelten ALS-Toleranz.

      • Harry James mit Armbrust

        Ja, ich sehe schon, Sie wissen ganz genau Bescheid!

        Sicherlich können Sie mir dann auch mitteilen, warum es in Deutschland viele alte/ältere Kartoffelsorten nur noch zum Verbrauch gibt und es verboten ist, diese als Saatkartoffeln anzubieten?
        Baumwolle und Soja sind für Deutschland und definitiv nicht das Hauptsaatgut, oder täusche ich mich da auch? 🙂

      • Saatkartoffeln dürfen grundsätzlich nur vom Züchter selbst vermarktet werden oder dessen VO Firmen.
        So wird das geistige Eigentum des Züchters geschützt.
        Das wird seit sehr langer Zeit vom Sortenschutzgesetz geregelt und betrifft Gentechnik keinerlei, das hat damit auch nichts zu tun.
        Ich frage mich auch, warum man immer meint auf alte nicht sonderlich gute Kartoffelsorten kommen zu müssen?
        Bahnreisende wollen heute auch nicht mehr mit der Dampflok reisen sondern im ICE.

        Und Sie täuschen sich nicht, Soja wächst in Deutschland nur in der Donauregion, die Bohne wächst in anderen Regionen der Welt besser. Bei Baumwolle gilt das sowieso.

        Es ging um das Thema Gentechnik und die vielen falschen Mythen.

        Es gibt keinen Anbau in Deutschland von gentechnisch veränderten Pflanzen, daher müssen wir bei dem Thema den Blick ins Ausland richten, ob Spanien oder die vielen anderen Länder der Welt.

      • Harry James mit Armbrust

        Weil alte Sorten schlicht manchmal etwas Besonderes haben. 🙂

        Dass das Kartoffelthema nix mit Gentechnik zu tun hat ist mir schon klar gewesen, dieses geistige Eigentum gilt halt immer nur für eine begrenzte Zeit, danach bekommt man die Sorten fast gar nicht mehr.
        Und gerade was Bahnreisen betrifft irren Sie sich. Mit der Dampflok fahren ist inzwischen ein Event. Ich hab z.B. eine Kartoffel, die als Pellkartoffel, nach dem pellen einen roten Rand behält, so sieht ein Kartoffelsalat anders aus, und die schmeckt gut – ist halt nur vielleicht nix für jedermann …

        Lesen Sie mal diesen Bericht:
        https://www.swissaid.ch/de/traditionelle-sorten-altes-saatgut-neuer-erfolg-indien

        Gentechnik ist nicht immer die bessere Alternative 🙂

      • Sie beschreiben die Lage sehr gut.
        Mit der Dampflok ist es wie mit den alten Kartoffelsorten, die Spaßgesellschaft liebt solche Dinge.
        Daher werden diese für viel Geld angeboten aber für den Alltag sind diese eben nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

        Spezielle alte Sorten werden angeboten, die Mehrheit der Verbraucher wird diese aber eben nicht kaufen.
        Warum auch?

      • Harry James mit Armbrust

        Sie haben Recht – und ich meine Ruhe

      • Und zu Ihrem Link, wissen Sie überhaupt was eine GVO ist? Ich nehme an nein, denn dann würden Ihnen die Fehler in dem Artikel auffallen, „traditionelle“ Sorten bekommen mit der Gentechnik weitere Eigenschaften, somit wären diese „Wundersorten“ noch wunderbarer.

        Und wer sich mit Landwirtschaft auskennt, der lässt sich von so einem Artikel nicht auf den Arm nehmen, denn außer Behauptungen und Meinungen ist dort nichts enthalten. Die Fakten und Datenlage ist eine andere aber das interessiert ja nicht in dem Artikel.

      • Harry James mit Armbrust

        ok, Sie glauben es nicht. da ich es Ihnen nicht beweisen kann, hat sich die Diskussion erledigt. Denn umgedreht, glaube ich Ihre Behauptungen nun einmal auch nicht. Zudem gefällt es mir ganz und gar nicht, dass Sie mir grundsätzlich untersztellen keine Ahnung zu haben. Das ist einfach keine Basis für eine offene Diskussion.

        Noch viel Spaß im Leben – mit Ihresgleichen.

      • Wenn Sie traditionelle Sorten mit GVO vergleichen, dann ist das nun mal falsch, das eine ist eine Sorte, das andere eine Eigenschaft die in eine Sorte eingebracht wird.

        Und meinen Sie, Millionen Landwirte in Indien wären nicht intelligent genug um zu wissen ob deren konventionelle Landwirtschaft funktioniert oder nicht?
        Ein Artikel über einen Biobauern wird wahrscheinlich anderer Meinung sein,

        Es gibt wohl keinen Biobauern in Deutschland, der behaupten würde er hätte die gleich hohen Erträge wie seine konventionellen Kollegen oder der ist übergeschnappt.

  • H. Hoffmeister

    Sehr geehrte Frau Schröder,

    Ihre Beschreibung der hiesigen gesellschaftlichen Grundstimmung im Hinblick auf moderne Technologien – zum Beispiel Grüne Gentechnik – ist zutreffend. Der überwiegende Teil unserer sogenannten Eliten – im Aufsatz nannten Sie einige Protagonisten – hat nicht den blassesten Schimmer von naturwissenschaftlich-technischen Zusammenhängen, nutzt aber praktisch täglich die Segnungen moderner Technologien. Der Wohlstand dieses Landes fußt ausschliesslich auf Technologieführerschaft in wichtigen Industrien, das macht die Ablehnung von neuen Entwicklungen geradezu absurd.

    Frage an Sie als einem ehemaligen Mitglied der Bundesregierung: Sind Ihre ex-Kollegen wirklich alle so naiv zu glauben, dass Deutschland als atom-gentechnik-kohleverstromungsfreies Ökodorf existieren wird ?

    Leider scheint es so.

    • Daniel Bergforth

      Die Frage ist, welchen „Wohlstand“ man haben möchte.
      Der Bauer mit dem Eselskarren kann genauso glücklich sein wie der H. Hoffmeister in seinem schicken Auto. Alles eine Sache der Perspektive.

      Wer gierig ist, wird meistens bestraft. Deshalb sollte man doch eher in Richtung Vernunft denken, dass die alten Werte von „Wachsen, Spitzenleistung und immer schnelleres Leben“ lebendig zu lassen.
      In der Ruhe liegt die Kraft.
      Es gibt kein unendliches Wachstum auf einem beschränkt großem Planeten. *Denkanstoß

  • Arthur

    In meiner Jugend habe ich gern in dem Buch: „Weltall-Erde-Mensch“ geblättert.
    Was wurde da für eine wunderbare Zukunft versprochen: Energie in unbegrenzter Fülle aus Atomkraftwerken. Die Chemie verbessert alles bis ins Kleinste unser Leben.
    Und Heute: Atomkraftwerke aus – Keiner weiß wohin mit dem Abfall für die nächsten Million Jahre. Wenn ich heute noch die gleichen Pflanzenschutzmittel von damals, wie DDT, einsetze lande ich im Knast. Selbst Plastiktüten werden allmählich verboten. Dabei haben die Westdeutschen über unsere Stoffbeutel noch gelacht.
    Diese Träume sind zerplatzt. Aber auf Chemie kann keiner mehr in der Landwirtschaft verzichten.
    Die Grüne Gentechnik bringt sicherlich viele Vorteile. Aber einmal in Umlauf gesetzt ist ein zurückholen kaum möglich. Gelingt nicht mal bei den Neophyten wie Springkraut oder Jap. Knöterich.
    Ganz kritisch sehe ich die bewusste gentechnische Vergiftung von Pflanzen um Insekten abzuwehren. Wie sich dies langfristig auf dem Mais auswirkt kann noch keiner voraussehen. Sicherheit sollte daher der wichtigste Aspekt bei der Beurteilung von Nutzen und Risiko sein.
    Aber die kommenden Generationen können sich neue Nahrungspflanzen erschließen. Dahlien und Topinambur sind noch nicht allgemeinen im Gebrauch.
    Kartoffeln waren vor 200 Jahren auch noch nicht was wir heute kennen.

    • Andreas Donath

      „Sicherheit sollte daher der wichtigste Aspekt bei der Beurteilung von Nutzen und Risiko sein.“

      Dieses in meiner Sicht maßlos übertriebene, innovationstötende Sicherheitsbedürfnis ist ein spezifisch deutsches Phänomen, der Brite nennt es nicht unzutreffend „The German Angst“. Nur diese war der Grund für den Ausstieg aus der sicheren, sauberen Kernenergie in einer Nacht- und Nebelaktiondurch eine verhaltensauffällige Kanzlerin, die sich schnell ein grünes Lieblingsthema einverleiben wollte. Die ganze in meiner Sicht idiotische Energiewende sehe ich als Produkt jener „German Angst“ an und lehne sie folglich in toto ab.

  • Jedediah

    Prima Artikel, vielen Dank! Leider, wie so oft, fehlt ein entscheidendes Element: Die Handlungsstrategie, der Schlachtplan. Mit einem Appell an ein ubiquitäres „Wir“ kommt man nicht weit. Konkret also: Wie drängt man solche wie Künast aus der Macht und den Medien in die Marginalisierung? Das kann man sich praktisch von den Künasts und Genossen abschauen: Machtapparat infiltrieren, Mainstreammedien als Verbündete gewinnen. Ein Mainstreammedium ist in einer Demokratie wohl die entscheidendste Machtbasis. So kann mächtig zugeschlagen werden: „Grüner Plan aufgedeckt: Das Stück Scheiße Deutschland soll verrecken“ (alles nur hypothetisch-ironische Sätze natürlich ..).

    • Andreas Donath

      Alles im Prinzip richtig. Doch leider hat Kristina Schröder in ihrer eigenen Partei schon zu wenig Rückhalt – für die Merkel-CDU ist sie doch ein „rechtes“ Ärgernis. das man besser auf Distanz hält -, als dass daraus etwas Greifbares werden könnte. Solange Merkel/Kauder die CDU im Würgegriff haben, ist ein rationaler Umgang mit Natur und Umwelt geradezu ausgeschlossen. Bei den Grünen dürfen denkbefreite Fanatiker wie Künast sich austoben, bei der CDU haben ihre potenziellen Gegenspieler einen viel zu schwachen Stand, um etwas dagegen zu setzen.
      Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das in zwei, drei Jahren eine starke (und endlich einige!) AfD in enger Rückkopplung mit EIKE diesen Konterpart gegen die linksgrüne Umwelt-Ideologie übernimmt, deren ganze Verbohrtheit schon daran zu erkennen ist, dass deren Protagonisten nicht das geringste Problem damit haben, wenn im Namen ihres Fetischs Windrad Waldstücke gerodet, Flächen versiegelt, Grüngürtel zerstört, Klimagürtel plattgemacht, massenhaft Vögel zerschreddert und Fledermäuse zerhäckselt werden.
      Es muss endlich ein großflächiger Angriff auf die grüne Umwelt-Ideologie erfolgen, der diese spätmarxistischen Scharlatane, denen Merkel dienstbeflissen zu Gehorsam ist, von ihrem hohen Ross herunterholt.

  • Matthias Losert

    „Gerade bei der Bewertung neuer Technologien bedarf es jedoch einer
    rationalen Bestandsaufnahme: Kosten, multipliziert mit der
    Eintrittswahrscheinlichkeit, müssen abgewogen werden gegen Chancen, die
    ebenfalls multipliziert werden müssen mit ihrer
    Eintrittswahrscheinlichkeit.“ – Fr. Dr. K. Schröder

    Das erinnert mich …
    Für den Atomstrom sprach die Ölkrise und atomwaffenfähiges Plutonium. Gegen den Atomstrom sprach Betreiber- und Entsorgungsrisiken. Bei einer rationalen Bestandaufnahme wären die Kosten für den Endverbraucher nicht vermittelbar gewesen.

    Was sagt Ihnen die Eintrittswahrscheinlichkeit von 1/50 Jahren?
    Ein Unfall kann Morgen oder in fünfzig Jahren. Wenn es also dumm läuft, ist Ihre Verrechnung mit Chancen am nächsten Tag hinfällig. Nachdem Unfall kommen territoriale Langzeitwirkungen, chemisch-physikalisch und finanziell.
    Wie sieht die Eintrittswahrscheinlichkeit bei den Chancen aus? Wenn die Kosten für Entwicklung staatl. subventioniert, für den Betrieb von Haftungsrisiken befreit wurde und die Entsorgungskosten für den Staat unklar sind, stiegen die Chancen für einen Gewinn.

    War das eine „sinnvolle“ Bestandsaufnahme? Vielleicht. Da m. E. der Staat jede Form von Willkür vermeiden sollte, war es für einen Rechtsstaat unwürdig.

    Wenn Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit von einem Ökozid rational betrachten wollen, sollten Sie das „interevolutionäre Körper in Körper Wachstumsrisiko“ ausführen. Danach können Sie abwägen.

    Ergänzend zu Ihrem Credo möchte ich sagen:

    Schluss mit der „Pseudoprofessionalität“ der Befürworter.

    • Kaoya

      Völlig daneben. Gentechnik gibt es seit 2.000 Jahren…und jetzt?

  • Rainer Neuhaus

    Tja, die Fr. Schröder !

    Typische Politikerin, wenn sie im Moment auch nicht so sehr aktiv ist. Argumentiert auf den ersten Blick zwar sachlich, aber gezielt in eine Richtung, indem sie wesentliche Aspekte der Sachdiskussion einfach weglässt. Also mal zur Sache.

    Über das links-grüne Polittheater muss man keine weiteren Worte verlieren, da bin ich auch ansonsten voll bei Fr. Schröder. Aber dann geht es los:

    500 Forscherteams haben mit 300 Mio. EURO Etat keine negativen Auswirkungen der grünen Gentechnik festgestellt. Zitat EU-Kommission: „dass es bisher keine wissenschaftlichen Hinweise darauf gibt, dass gentechnisch veränderte Organismen eine größere Gefahr für die Umwelt oder die Lebens- und Futtermittelsicherheit darstellen als herkömmliche Pflanzen und Organismen.“

    1. Das kann ja sein, dass sie nichts festgestellt haben. Was aber nicht heißt, dass es trotzdem Probleme geben kann.
    2. Schlauerweise wird die Aussage ja auch mit dem „bisher“ eingeschränkt. Das sagt ja aus, dass mögliche Probleme zukünftig eben nicht ausgeschlossen werden.
    3. Alle Fachleute die sich mit den Abläufen der Biologie beschäftigen sagen aus, dass wir heutzutage nur einen Bruchteil der natürlichen Abläufe im biologischen Mikrokosmos verstehen. Die Signifikanz der Aussagen zur Sicherheit kann deshalb nur marginal sein, weil sie sich ja nur auf die bekannten Zusammenhänge beziehen können.

    Weiter :

    Der Hinweis auf die Verwendung der Gentechnik in industriellen Produktionsprozessen ist völlig an der Sache vorbei. Es ist doch etwas vollkommen anderes, ob ich mit gentechnisch veränderten Bakterien beispielsweise Insulin herstelle, oder Gen-Weizen produziere.

    1. Der industrielle Produktionsprozess ist gegenüber der Umwelt gekapselt und kann in der „freien“ Natur keine Auswirkungen bekommen.
    2. Das produzierte Insulin beinhaltet „nicht“ das gentechnisch veränderte Bakterium. Der Weizen „ist“ aber das gentechnisch veränderte Produkt und wird unmittelbar von Mensch und Tier aufgenommen.

    Und dann kommt wieder das Märchen, die Welt mit ausreichender Nahrung versorgen zu können.

    1. Es stimmt einfach nicht, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche auf der Erde nicht ausreichen würde um 10 Milliarden Menschen versorgen zu können. Der wesentliche begrenzende Faktor ist nicht die Fläche, sondern die Verfügbarkeit von Wasser und Fläche. Gut die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche Afrikas wird beispielsweise gar nicht genutzt.

    2. Die momentanen Ernährungsprobleme liegen nicht an einer zu geringen weltweiten Nahrungsmittelproduktion. Die Gründe sind beispielsweise:
    – falsche Lagerung – Indien / Pakistan / Bangladesh verlieren ca. 1/3 ihrer Getreidevorräte durch Schimmel und Schädlinge
    – Kriegseinwirkungen und ethnische Probleme, insbesondere in Afrika
    – religiöse und kulturelle Vorbehalte, beispielsweise das Carotin-Problem wäre durch einen entsprechenden Gemüseanbau auch ohne Spezialreis in den Griff zu bekommen. Dann müssten die Menschen aber ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen.

    3. Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen benötigen in der Regel auch spezielle Anbaumethoden und Pflanzenschutzmittel. Die besonders von Hunger betroffenen Regionen können sich aber weder das Saatgut, die erforderlichen Maschinen noch den Pflanzenschutz leisten. Das erforderliche Wissen um die Produktionsbedingungen müsste auch erst mal aufgebaut werden, vielleicht das geringste Problem.

    Die eigene, traditionelle Saatgutvermehrung ist aus rechtlichen Gründen mit den neuen Sorten nicht erlaubt und mit den i.d.R. eingesetzten Hybridsorten auch nicht mehr möglich. Also müsste immer neues Saatgut gekauft werden.

    Beides wird in den armen Ländern sehr schnell zur Vertreibung der Kleinbauern führen und die Völker dort in die Abhängigkeit, weil kapitalkräftige Investoren bald das Sagen haben werden. Zur Zeit schön in Äthiopien zu beobachten.

    Ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung keine Lösung für das Ernährungsproblem in den betroffene Ländern ist. Das Hungerargument ist also einfach nur perfide.

    Ich bin im übrigen nicht grundsätzlich gegen die Gentechnik. Aber wenn man diese schon fördern möchte, dann muss man die Karten vollständig auf den Tisch legen und nicht wesentliche Punkte weglassen.

    Und jetzt haben wir noch nicht einmal ansatzweise über die tatsächlich möglichen biologischen Probleme der grünen Gentechnik gesprochen. Aber vielleicht findet TE ja mal einen Autor, der detailliert und sachlich erklärt welche Risiken tatsächlich bestehen.

    • hasenfurz

      Danke für diesen intelligenten, differenzierenden Kommentar!

    • Michael M.

      Erschreckend wie unsachlich ihr beitrag ist.

      „Schlauerweise wird die Aussage ja auch mit dem „bisher“ eingeschränkt. Das sagt ja aus, dass mögliche Probleme zukünftig eben nicht ausgeschlossen werden.“
      Dies ist eine sachlich korrekte aussage, da niemand in die zukunft sehen kann. Abgesehn davon gibt es in der wissenschaft keine endgültigen beweise.

      „Die eigene, traditionelle Saatgutvermehrung ist aus rechtlichen Gründen mit den neuen Sorten nicht erlaubt und mit den i.d.R. eingesetzten Hybridsorten auch nicht mehr möglich. Also müsste immer neues Saatgut gekauft werden“
      Dies war eine urforderung der ökospinner vor der großflächigen einführung der gvo!

      „Die besonders von Hunger betroffenen Regionen können sich aber weder das Saatgut, die erforderlichen Maschinen noch den Pflanzenschutz leisten“
      Doof, dass sich die betroffenen regionen nicht für ihre vermeintliche tatsache interessiern und die gvo erfolgreich nutzen bzw vor der einführung eben dieser gvo sind.

      Sehen sie nach asien und sie werden sich wundern…

      Mit ihrer logik müsste man die sonne verbieten, da diese nicht nur in der einbildung, sondern sogar in echt für hunderttausende krebserkrankungen und auch todesfälle verantwortlich ist. Aber da ist bestimmt auch monsanto schuld…