Nord-Stream-2 Pipeline – Wer bezahlt billiges russisches Gas für Europa?

Umweltaktivistin Jewgenia Tschirikowa hat ihren Text gegen das von Schröder und Merkel geförderte Pipeline-Projekt mehreren großen deutschen Medien angeboten – die eine Veröffentlichung ablehnten. TE sorgt für Glasnost.

Photo by Sean Gallup/Getty Images
Arbeiten an der Pipeline Nord-Stream 2 in der Nähe von Lubmin
Der Bau der Ostsee-Nordstream-2 Pipeline wird Europäern mehr klimafreundlicheres Gas bringen – doch dafür werden Einwohner Russlands an Kohlestaub ersticken, mahnt die russische Umweltaktivistin Jewgenia Tschirikowa. Ihre Text gegen das von Schröder und Merkel geförderte Pipeline-Projekt hat sie mehreren großen deutschen Medien angeboten – die eine Veröffentlichung ablehnten. TE sorgt für Glasnost.

In Russland gibt es ein Sprichwort, das die harten Realitäten des Lebens widerspiegelt: „Was für den einen ein Unglück bedeutet, ist für den anderen seine Nahrung?“ In der wilden Natur verläuft das Leben genau nach dieser Regel –  der Stärkere verschlingt den Schwächeren. Genauso ist es in einer wilden, unzivilisierten Welt: Der Stärkere nimmt dem Schwächeren und Ungeschützten die Ressourcen weg und blüht auf deren Kosten auf.

Nur wenige Menschen im Westen denken wirklich an Ethik, wenn es um den Kauf von Kohlenwasserstoffen in Putins Russland und den tatsächlichen Preis eines dieser Deals geht. Schauen wir uns das Beispiel des Nord-Stream-2-Projekts an – eine Gaspipeline von Russland nach Deutschland, und untersuchen wir die Frage, wer wie wirklich für billiges russisches Gas bezahlt.

Verfolgung der indigenen Völker von Jamal 

Beginnen wir mit dem Ort, an dem Gas produziert wird – der Jamal-Halbinsel, auf der Gas für Nord-Stream-2 gefördert wird. Der Jamal-Fluss gehörte ursprünglich nicht Russland. Er wurde von indigenen Völkern bewohnt – den Nenzen, Selkups, Khantern und vielen anderen, die Rentierzucht betrieben und einen nomadischen Lebensstil führten. Die Kolonialisierung von Jamal begann im 16. Jahrhundert durch das russische Reich. Die russische Krone war in erster Linie an den Naturreichtümern interessiert – Pelzen, die aktiv nach Europa verkauft wurden, ein Drittel des staatlichen russischen Haushaltes wurde durch den Verkauf von Pelzen nach Westen aufgefüllt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Ländereien beschlagnahmt; die lokalen Völker, insbesondere die Nenzen, leisteten einen aktiven Widerstand gegen die Kolonialisierung. Als Reaktion darauf töteten die Kolonialisten die Aufständischen gnadenlos. Mit dem Aufkommen der Sowjetmacht begannen neue Herrscher, den indigenen Völkern auf Jamal ihre Kinder gewaltsam wegzunehmen und sie in Internate zu schicken, ihnen ihre Rehe wegzunehmen und ihre jahrhundertealte Lebensweise zu zerstören. Die indigenen Völker von Jamal organisierten die Mandalada – eine Bewegung zur Erhaltung der traditionellen Lebensweise, die sich weigerte, den sowjetischen Behörden zu gehorchen. Nach heftigem Widerstand wurden Mandalada-Teilnehmer verhaftet, zehn bis zwanzig Jahre ins Gefängnis gesteckt, viele starben hinter Gittern.

Die Entdeckung von Öl- und Gasfeldern auf der Jamal-Halbinsel, die der Region Wohlstand versprachen, verbesserte die Lage in der Region nicht etwa, sondern verschlechterte sie.

Die Öl- und Gasförderung wirkte sich dramatisch negativ auf die fragile nördliche Natur in Jamal aus. Eines der schwerwiegenden Klimaprobleme auf der Jamal-Halbinsel ist das Abfackeln des Restgases. Es ist Barbarei und Verschwendung, wenn aufgrund der Unvollkommenheit des technologischen Prozesses ein Teil des Gases einfach verbrannt und in die Atmosphäre freigesetzt wird, wodurch die Treibhausgasemissionen erhöht werden. Nach Angaben der Weltbank ist Russland führend bei den damit verbundenen Gasemissionen: 2018 belief sich der Anteil des Abfackelns in Russland auf 21,3 Prozent der weltweiten Emissionen durch Abfackeln, wobei Russland den Iran und den Irak übertraf.

Gas-Abfackler Gazprom

Auf der Jamal-Halbinsel gibt es etwa 1.500 solcher Gasfackeln. Der Konzern Gazprom belastet die Atmosphäre auf der Jamal-Halbinsel systematisch mit Treibhausgasemissionen. Beispielsweise verzeichnete die örtliche Staatsanwaltschaft Jamal im Jahr 2015 einen 6-fachen Methanüberschuss und einen 37-fachen Rußüberschuss. Leider bekämpfen die russischen staatlichen Behörden die Umweltverbrechen von Gazprom nicht. Die Geldbußen und Warnungen, die die Staatsanwaltschaft von Jamal gegen Gazprom verhängt, haben keinen Einfluss auf das Verhalten dieses Unternehmens. Es verschmutzt weiterhin die Natur. Laut Forschern des Carbon Disclosure Project (CDP) ist Gazprom der weltweit zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen.

Zusätzlich zu Klima- und Umweltproblemen schafft Gazprom in Jamal Probleme für die lokalen indigenen Völker. Gazprom übernimmt das Land der Ureinwohner von Jamal und versucht, noch mehr Gas zu fördern. Infolgedessen bleibt die einheimische Bevölkerung ohne Weideland für das Weiden von Rehen, was ihren jahrhundertealten Lebensstil zerstört. Tatsächlich werden die Interessen der indigenen Völker auf der Jamal-Halbinsel den Interessen der Öl- und Gasunternehmen geopfert. Für die indigenen Völker von Jamal hat sich seit dem 16. Jahrhundert wenig geändert, als das Russische Reich ihnen Pelze für den Verkauf in den Westen raubte. Jetzt holt sich das neue Russische Reich ihre Eingeweide aus dem Boden, Öl und Gas, und verkauft es wieder in den Westen.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Kohlenwasserstoffen verwirklicht das Putin-Regime seine archaischen politischen Ambitionen – es führt Repressionen innerhalb des Landes gegen seine eigenen Bürger durch, erobert Gebiete von Nachbarstaaten, besticht westliche Politiker und macht volle Propaganda. Ohne die Nachfrage nach russischem Gas aus dem Westen wird dieses System offensichtlich nicht funktionieren.

Gegen die indigenen finno-ugrischen Völker 

Zur Durchsetzung des Projekts Nord-Stream-2 werden nicht nur die Rechte der indigenen Völker von Jamal, sondern auch die der indigenen finno-ugrischen Völker verletzt. Die Pipeline führt im Kingisepp-Distrikt durch die ursprünglichen finno-ugrischen Gebiete und zerstört das Kurgalsky-Reservat. Auch hier sollte ein Ausflug in die Geschichte unternommen werden, in die Zeit vor der Machtübername der Kommunisten, als der Bezirk Kingisepp hauptsächlich von finno-ugrischen Völkern bewohnt wurde – Ingermanländern, Izhors. Sie hatten ihre eigene einzigartige Lebensweise, die nicht in den Rahmen der sowjetischen Ideologie passte. Zu Stalins Zeiten begannen Massenrepressionen gegen finno-ugrische Völker, die zu einem starken Rückgang der Zahl der Ingermanländer und anderer finno-ugrischer Völker führten.

Gegenwärtig durchleben die finno-ugrischen Völker schwierige Zeiten; sie versuchen, in Putins Russland zu überleben, ihre Traditionen und Sprache zu bewahren, und sie sind ernsthaft besorgt darüber, dass die Nord-Stream-2-Gasleitung ihr Heimatland zerstört – das Kurgalsky-Reservat, den Lebensraum vieler seltener Pflanzen, Moose sowie seltener Vogel- und Tierarten, zum Beispiel Seeadler und Ringelrobben.

Leider hat die Firma Nord-Stream-2 AG, die die Gas-Pipeline realisiert, den wahren Werte des Naturschutzgebiets von Kurgalsky verheimlicht. Bei den öffentlichen Anhörungen zum Projekt in Russland und anderen Ländern sowie in den ESPOO-Materialien wurden die tatsächlichen zerstörerischen Folgen des Gasrohrleitungsbaus an diesem einzigartigen Naturschutzgebiet nicht realistisch dargestellt. Darüber hinaus hat das Unternehmen Nord-Stream-2 AG sogar Verhandlungen mit der russischen Regierung aufgenommen und versucht, die russischen Rechtsvorschriften zu ändern. Denn nach denen ist jede kommerzielle Tätigkeit in einem Nationalpark verboten, insbesondere das Verlegen einer Pipeline.

Pipeline durch das Naturschutzgebiet Kurgalsky

Die russischen Regierung ist daran interessiert, Erdgas an den Westen zu verkaufen und schließt die Augen vor den Verstößen gegen Umweltgesetze und gegen die Rechte der einheimischen finno-ugrischen Völker. Diese haben Präsident Putin öffentlich aufgefordert, keine Pipeline durch das Naturschutzgebiet Kurgalsky zu legen. Leider hat die Zerstörung des Nationalparks im Zuge der Verlegung der Pipeline bereits ohne Genehmigung begonnen, so dass nach Angaben von Experten des Komarow Botanik-Institute der Russischen Akademie der Wissenschaften etwa 11.000 seltene Pflanzen zerstört wurden und der Rotbuch-Seeadler seine Brutstätten verließ.

Am Beispiel des Baus der Nord-Stream-2-Pipeline wird deutlich, welche Doppelmoral in der akuten Geschäfts- und Rechtspraxis in Russland herrscht. Durch das in Sachen Naturschutz weniger sensible Territorium in Deutschland wird die Röhre schonender und teurer  gebaut – durch einen unterirdischen Mikrotunnel, während die Pipeline durch das russische Territorium direkt durch eine einzigartige Naturschutzzone führt. Wahrscheinlich berücksichtigen die Projektentwickler, dass es in Deutschland zu einem ernsthaften öffentlichen Skandal käme, wenn die Pipeline auf die gleiche Weise wie auf russischem Territorium gebaut würde. Und in Russland gehen Sicherheitskräfte des Geheimdienstes FSB in den Siedlungen der finno-ugrischen Völker von Haus zu Haus und drohen mit Repressalien gegen diejenigen, die es wagen, Protestaktionen zum Schutz des Kurgalsky-Reservats zu organisieren.

Das Nord-Stream-2 Pipeline-Projekt verletzt nicht nur die Rechte der Ureinwohner Russlands, sondern auch die Rechte der Russen selbst. Tatsache ist, dass nach dem Verkauf von russischem Gas an den Westen nicht genügend Gas übrig bleibt, um den eigenen Bedarf in Russland zu decken. Programme, die Gasifizierung auszubauen, werden eingeschränkt, 30 Prozent der Russen leben in Häusern ohne Gasanschluss.

An der Gaspipline heizen die Leute mit Holzöfen

Während des Baus der Nord-Stream-1-Pipeline wurde den Bewohnern der Leningrader Region versprochen, aus der Pipeline an das Gasnetz angeschlossen zu werden. Aber sie wurden getäuscht. Infolgedessen leben die Menschen nur 50 km von der Gaspipeline entfernt und gehen wie im 19. Jahrhundert auf der Straße zur Toilette und heizen ihre Häuser mit Holzöfen.

Die russische Regierung löst das Problem der Energieversorgung der Russen auf die umweltschädlichste Weise – sie verbraucht mehr Kohle. Durch den Betrieb von Kohlekraftwerken, die keinen Hauch von modernen Reinigungsfiltern aufweisen, kommt es zu echten Umweltkatastrophen. In Krasnojarsk wird beispielsweise systematisch der „Schwarzhimmel“ -Effekt durch Feinstaubemissionen beobachtet. An solchen Tagen können die Menschen nicht nach draußen gehen, weil die Luft von Kohlenstaub schwarz ist und das Atmen gefährlich ist.

Infolge der Verwirklichung des Nord-Stream-2-Projekts wird sich herausstellen, dass Europäer klimafreundlicheres Gas erhalten und Einwohner Russlands an Kohlestaub ersticken. Die indigenen Völker von Jamal, denen das beste Weideland vorenthalten wurde, werden weiterhin unter der damit verbundenen Verbrennung von Gas durch Gazprom leiden, und die einheimischen finno-ugrischen Nationen werden das russische Gas für Europäer mit ihrem ursprünglichen Land – dem Kurgalsky-Naturschutzgebiet – bezahlen.

Stimmen die Europäer dieser neuen Realität und einem solchen Preis für „billiges“ russisches Gas zu ?!


Übersetzung aus dem Russischen: Boris Reitschuster

Jewgenia Tschirikowa, 43, war Hausfrau und Kleinunternehmerin, als sie Pläne für eine Autobahntrasse mitsamt Zerstörung von Stadtparks und Wäldern vor ihrer Haustüre im Moskauer Vorort Chimki zur Umweltaktivistin und später zur Kremlkritikerin machte. Sie wurde mehrmals festgenommen,  ihre Wohnung von bewaffneten Beamten durchsucht, ihr wurde die Wegnahme ihrer beiden Kinder angedroht. Die Frau mit zwei Hochschulabschlüssen –in Luftfahrt-Motor-Ingenieurswesen und Ökonomie – emigrierte mit ihrer Familie nach Estland. Sie wurde zu einer der Symbolfiguren der russischen Opposition.

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Kommentare ( 92 )

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92 Kommentare auf "Nord-Stream-2 Pipeline – Wer bezahlt billiges russisches Gas für Europa?"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Ich gebe es zu : fackele auch Gas ab.—
immer wenn ich eine Zigarette anzünde
achte aber peinlich genau darauf ,daß unsere
seltene neun-schwänzige nordhessische Moor-
springmaus nicht irritiert wird.

Solange Sie für die Dämpfe Ihrer Tabakware einen High-Tech-Rauchabsorber verwenden, ist das überhaupt kein Problem.

Solche Geräte können Sie schon für weniger als 500 Euro (zzgl. Versand) in China bestellen. Mit Garantie, daß die verbauten seltenen Erden und Spezialmetalle weniger als 15% Kinderarbeit enthalten, die haben dann sogar grünes Ökosiegel!
Und das Beste: Die haben kein lästiges Entsorgungsproblem, die sind komplett anonymisiert und können nach Endverbrauch (nach etwa 25.000 Anwendungen, bei Genuß von Sport-Cigaretten gar erst nach 30.000) problemlos in nächstbesten Teich geworfen werden.

Gut Schmök!

(sicherheitshalber: 😉 )

Ich wäre mir gar nicht so sicher, ob das russische Gas wirklich so billig ist. Vermutlich bezahlen wir da einen irgendwie gearteten Durchschnitts- oder Marktpreis. Den Großteil der Argumente halte ich auch für nicht allzu stichhaltig. Trotz allem sehr lobenswert auch anderen Meinungen Raum zu bieten.

**

Zum „billig“: Billig ist falscher Begriff, natürlich verschleudert Gazprom sein Gas ncht „billig“. Allenfalls günstig relativ zu anderen Anbietern, die sind doch nicht deppert, die wollen auch ihren Gewinn.

Hier nüchtern die Fakten: – DE braucht Energie. In DE hats aber nur Kohle. Die reicht erstens nichts, zweitens macht sie viel Dreck. Tja und dann stellen wir ja auch noch unsere Atommeiler ab. Die vielgerühmten Erneuerbaren Energien gibts nur auf dem Papier, und das wird einige Jahrzehnte lang auch noch so bleiben. Also müssen wir Energie importieren. – Russisches Gas ist nahe, günstig und viel sauberer als Erdöl und Kohle. – Russisches Gas importieren wir heute schon. Einfach durch die Röhre durch die Ukraine. Dort fallen aber hohe Transitgebühren (3-4 Mia Euro pro Jahr) für die Ukraine an, die… Mehr

Moderne Kohlekraftwerke machen keinen „Dreck“.

Ein komischer Fakt.
Es gab ein Projekt, eine Pipeline von Katar nach Europa durch Syrien und Türkei zu ziehen. Alle waren einverstanden, waren Baupläne vorbereitet und plötzlich fängt in Syrien ein Krieg an.
Es gibt seltsame Koinzidenzen in der Welt.

Nein, Assad hielt nichts von der Pipeline durch Syrien. Er hat im Kern auch eigenes Gas – das nahm man ihm dann und überzog sein Land mit Krieg. Merkel war damals voll mit dabei. Und die EU guckt sowieso doof zu, wie ihre Bevölkerung einbricht. Ein S..he…fen , wo Du hinguckst.

Wenn ALLE einverstanden gewesen wären, dann hätte es doch keinen Krieg einer „westlichen Wertegemeinschaft“ dort gegeben, oder?
Moses, nochmal die Bibel befragen…

Die „Durchleitungsgebühren“ wären um ein Vielfaches höher als das ,was Ukrainer und Polen abgreifen.

Von Katar nach Europa ist ne ganze Ecke komplizierter.
Ich bezahl mit meiner Gasrechnung aber auch weit lieber „böse Russen“ als „liebe Islamisten“.

Wollen Sie uns damit sagen die Russen haben den arabischen Frühling angezettelt?

Schätze eher, Frend Assad wollte mehr vom Kuchen, als die Paten am Golf und in Washington ihm zugestehen wollten. Und da sollte er weg. Für Putin ist es jetzt erst einmal ein gewonnener Punkt. Hat ihn aber auch mehr als nur eine Handvoll Dollar gekostet.

Es ging Putin (wie bei der Krim) primär um die Militärstützpunkte.
Die sind nun bis auf Weiteres gesichert.

Klares Ja zur Northstream! Von der Halbinsel nach Deutschland ist es genausoweit wie von dort nach China und dahin fliest das Gas, wenn wir es nicht nehmen. In Deutschland ist neben einem Naturschutzgebiet Acker oder Baufläche in Russland sind neben dem Schutzgebiet tausende Quadratkilometer genau gleiches menschenleeres Naturland. In Russland gibt es offenbar Minderheiten, die ihre Kultur bewahren möchten. Das möchte ich als Deutscher auch gerne und es wird mir von der eigenen Regierung schwer gemacht in dem man hier massenhaft extrem kulturfremde Menschen ansiedelt, die in einigen Städten bereits die Mehrheit stellen und dafür muss ich auch noch mit… Mehr

Was sollte man mit Umweltaktivisten anfangen? Auf sie hören, Kriege beginnen? Oder sie besser in Anstalten unterbringen, wo sie mit ihren Leuten zusammen sind. Jedes Volk hat das Recht, in seinem Land frei zu entscheiden…was es tun will und was nicht. Änderungen können nur von der Bevölkerung selbst ausgehen…und wer hat in Russland das Volk hinter sich, die Umweltaktivistin?

„TE sorgt für Glasnost“ 🙂

Northstream 2 mal anders betrachtet. Danke für den Artikel.
Ich befürworte diese Pipeline mehr als z.B. Frackinggas. Allerdings sollte es auch hier möglich sein, gewisse vom Abnehmer vorgegebene Mindeststandards, die Mensch und Natur schonen, einzuhalten. Dies ist bereits in anderen Branchen üblich, z.B. bei Kinderarbeit. Da sagt man auch nicht, das sei allein Aufgabe des jeweiligen Staates.

Das beste wäre, endlich zu einer deutschen Politik der Vernunft zu kommen und mit AKWs der neuesten Generation den Großteil unseres Energiebedarfs zu bestreiten.

Das ist nichts im Vergleich zu dem, was die deutsche Energiewende in China, Bolivien oder dem Kongo angerichtet hat. Und im Gegensatz zu idiotischen Elektrokarren und Windraedern bringt uns die Pipeline was.

Alles hat Konsequenzen und billig ist das was ich als Kunde kaufe auch nicht. Ob Russen das billige Gas kaufen konnten wenn EU es nicht täte? Ich vermute da hilft Reichtum mehr als Sanktionen, ich kann mich aber irren. Eigentlich ist dieses Gas und das Rohr im Ostsee ein perfektes Beispiel wie verkehrt die Diskussion ist – die Argumente decken sich nicht mit eigentlichen Motiven. Ich vermute wieder mal dass Merkel nur deshalb die Pipeline will weil sie weiß dass ohne Gas sind wir aus Sicht Energiesicherheit am A.sch. Nuklear kriegt keiner hier mehr hin und Kohle wird auch abgeschaltet… Mehr
Es mag ja sein, daß der Kreml/Putin mit dem Gas gern das westliche Europa in gewisser Abhängigkeit hätte. Ganz normale Weltpolitik. Aber Kreml/Putin wird auch wissen, daß Europa nicht nur aus Berlin/linksgrün besteht und – sofern Vernunft einkehrt – auf das Gas problemlos verzichtet werden könnte, als Übergang Flüssiggas aus Übersee, danach durch Synthese per Kernkraft. Sinn der Übung wird mithin schlicht der sein, daß dem einfachen Bürger in Putins Reich das Gas schlicht zu teuer ist, das nach Europa zu verkaufen eben angezeigt ist, und wenn sich die ganze Sache amortisiert haben wird, ginge der reichlich vorhandene Rest zu… Mehr
Ich finde, dass in dieser Diskussion die Problematik kalter Krieg /Rüstungswettlauf nur ungenügend berücksichtigt wird. Die Amis konnten den kalten Krieg 1.0 für sich entscheiden, aufgrund ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Stärke, und auch wg. des Dollars als Weltwährung und damit im Zusammenhang stehender Sondereinnahmen. An diese Erkenntnis haben sich fähige, aber unlautere und christliche Werte hassende Strategen seit einigen Jahren wieder erinnert, und streben unter allen Umständen eine Neuauflage der Konfrontation bzw. die „Befreiung“ Russlands, u.a. auch von seinen Bodenschätzen, an. (wie zu Jelzins Zeit) Offenbar profitieren diese Strategen und geneigte Politiker stark von solchen Zielsetzungen, obwohl Untersuchungen der RAND-Stiftung… Mehr

„…dem einfachen Bürger in Putins Reich das Gas schlicht zu teuer ist“
Echt jetzt? Meinen Sie, die Russen kochen in den Städten mit Kohle? Wir hatten in unserer Kleinstadt schon in den 60n eine Gasleitung. Und bei meinem letzten Besuch in St.Petersburg letztes Jahr habe ich nicht bemerkt, dass es für die Russen das Wasser oder Gas zu teuer wäre. Das Geschirr wird wie in sowjetischer Zeit unter permanent laufendem Wasser gespült.
Und das Flüssiggas aus Übersee wäre für mich hier in D zu teuer, obwohl wir alle in der Familie arbeiten.

Gut dass hier veröffentlicht wird, was die MSM ablehnen. Aber inhaltlich ist das alles die uns auch hier bekannte grüne Sprache. U.A. das übliche Treibhausgas – Gedöns. Wie hier bei uns sind auch die Fakten nicht unbedingt maßgebend. Nur ein kleines Beispiel „30 Prozent der Russen leben in Häusern ohne Gasanschluss“. Schön wär s. Laut Wikipedia 53% mit Anschluss. Zum Vergleich: bei uns in Deutschland unter 50% mit Gasanschluss (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181631/umfrage/gasanschluss-im-haushalt-vorhanden/). Den anderen wird die Ölheizung verboten :-). Dass eine Gasrohrleitung, die null und nichts emittiert, die Natur besonders zerstört, ist grüne Sprache. Zigtausende Windräder dagegen sind absolut naturverträglich – auch… Mehr