„Hart aber fair“ – Ein Land im Dieselwahn

Der einzige Fachmann in Plasbergs Runde kam kaum zu Wort - dafür Lobbyisten und Politiker, die ihr eigenes Süppchen mit dem Diesel kochen. Die Zuschauer allerdings haben sich ihre Meinung längst gebildet.

Screenprint: ARD/hart aber fair

Prof. Dr. Dieter Köhler ist der Mann des Abends. Er ist einer der wenigen wirklichen Fachleute, die seit langem öffentlich den Unsinn von den schädlichen Feinstäuben und Stickoxiden zurückweisen und so etwas wie einen wissenschaftlichen Beweis anführen: Dann müßten Raucher, die um millionenfach höhere Feinstaubmengen einatmen, wie die Fliegen umfallen. Das tun sie offenkundig nicht. Also kann an der angeblichen Gefahr der geringen Feinstaubmengen in den Straßen nichts dran sein.
Prof. Köhler war sogar bereit, in Plasbergs Studio zu kommen. Vermutlich ging er sehr desillusioniert nach Hause. Zu Wort kam er außer am Anfang kaum; die Zuschauer wollten sicher mehr von ihm hören – aber die Quasseln rund nicht. Gut, wir haben ihn hier auf TE immer wieder zitiert.

Er ist Facharzt für Pneumologie und ehemaliger Präsident der Gesellschaft für Lungenheilkunde, Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin sowie ärztlicher Direktor im Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, Zentrum für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin in Schmallenberg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Und schließlich noch Diplom-Ingenieur für Nachrichtentechnik.

Warum geht jemand mit Kompetenz an die Öffentlichkeit?

Eine sehr eindrucksvolle Bilanz, auf dessen Basis er sich auch ein Urteil erlauben kann. Warum er an die Öffentlichkeit gegangen ist, will Plasberg von ihm wissen. Immerhin haben ihm seine sehr deutlichen Wort bereits viel Kritik und Anfeindungen eingetragen. »Es ist eine Bringschuld«, sagt er, er habe die Pflicht als Wissenschaftler, seine Erkenntnisse zu verbreiten. Ihn regen die extremen Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Wahrheit auf und »dem, was in den Magazinen steht«.

Solch klare Worte hört man nur noch selten, und wenn, dann von bereits emeritierten Wissenschaftlern, die unabhängig und auf nichts mehr angewiesen sind. Doch Köhler kommt wie bereits eingangs erwähnt außer am Anfang in der Sendung praktisch nicht mehr zu Wort.

Seine eindeutige Aussage: Im Dieselmotor ist Feinstaub sowieso kein Problem mehr, denn alle modernen Motoren verfügen heute über Rußpartikelfilter. Wäre Feinstaub wirklich gefährlich, würde kein Raucher mehr leben. Denn die nehmen Feinstaub in millionenfach höheren Konzentrationen auf. Unser Atmungssystem wird offensichtlich damit fertig. Sonst hätte der Mensch nicht überleben können.
Ebenso sind Stickoxide in den sehr geringen Konzentrationen, wie sie im Verkehr vorkommen, keine Gefahr. Bei jedem Spaghettikochen auf dem Gasherd entstehen mehr NOx.

Kompetenz ist da, um unterbrochen zu werden

Ihn unterbricht permanent Barbara Metz. Da lädt eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Frau Metz eine Vertreterin des äußerst dubiosen Abmahnvereins »Deutsche Umwelthilfe e.V.« ein, eine eindeutige und reinrassige Lobbyistin. Eigentlich ein klares Ausschlußkriterium.  Aber nun Barbara Metz, die nichts zu sagen hat. Sie muß ein Schlag ins Gesicht all derjenigen Autohändler sein, die von diesem eingetragenen Verein brutal abgezockt werden, weil zum Beispiel die Schrift mit dem CO2-Wert des Autos ein wenig zu klein geraten ist. Der Verein hat ein halbes Dutzend Mitarbeiter beschäftigt, solche Gründe für Abmahnungen herausfischen, um kleine Mittelständler zu schikanieren.

Metz hat außer Politologie und Soziologie nichts gelernt. Der eigentliche Chef DER DUH, der  Jürgen Resch, dürfte langsam verbrannt sein – zu verhasst sein rücksichtsloses, arrogantes Auftreten.

Nach dem Motto »Ich habe mit anderen Fachleuten gesprochen!« fällt sie Professor Köhler immer wieder ins Wort. Sie kann nicht wiederholen, wie diese anderen Fachleute Professor Köhlers eindeutige Aussage wiederlegen. Aber es ist die Stunde der Schwätzer. »Wir messen ja auch nach«, meint sie treuherzig. Dass diese Lobby-Messungen nichts wert, weil methodisch falsch sind, erwähnt niemand in der Runde.
»Saubere Luft kann nur mit Dieselfahrverboten erreicht werden«, behauptet sie steif und eisern. Die Reihen von DUH und die Grünen fest geschlossen auf einer Linie gegen die individuelle Mobilität.

»Die Grenzwerte müssen eingehalten werden!« Darauf bestand Frau Metz ebenso standhaft. Sinn oder Unsinn – sie hatte entweder nicht gehört oder nicht verstanden, was Professor Köhler ausführte. Diese sehr geringen Mengen sind unschädlich, die Grenzwerte sinnlos; sie beruhen zudem auf uralten Studien. Also worüber reden wir? Von Grenzwerten, die einzuhalten sind, wiederholt sie wie einen Glaubenssatz. Allerdings hat sie an einem Punkt Recht: Wenn Unsinn Gesetz wird wird Unrecht zu Recht.

Wenn Unsinn Gesetz wird ist es: Gesetz

Das betont auch der einstige Obergrüne Cem Özdemir, der wiederholt: »Grenzwerte sind einzuhalten.« Auch er hat nicht begriffen, was Köhler ausführte. Für den raffinierten Politiker ist klar: Nicht um Sinn oder Unsinn geht es – sondern darum, nur nichts mehr herzugeben, was man einmal im Kampf gegen die Bürger erobert hat.

Der Verkehr leiste keinen Beitrag zum Klimaschutz: »Die Autos müssen emissionsfrei fahren.« Damit stellt Özdemir neue physikalische Prinzipien auf. Energie benötigen die Autos der Zukunft nicht mehr. Bekanntlich brauchen auch die vergötterten E-Autos Energie. Aber die kommt von weit her und mit ihr bleiben die Abgase weit weg. So weit denkt ein Özdemir nicht. Oder weiß er es und sagt es nicht, um die Bürger für dumm zu verkaufen? Geht grüne Bosheit im Kampf gegen die Bürger schon so weit?

Eine Stadt ohne Fahrverbote

Staatssekretär Oliver Wittke aus dem Wirtschaftsministerium sagt: »In Düsseldorf haben wir keine Fahrverbote!« Er spielt darauf an, dass sich überwiegend grüne Regierungen in Fahrverboten gefallen und verweist auf die beachtlich gesunkenen Schadstoffanteile in der städtischen Luft. Ein Erfolg, der auch in Stuttgart und Frankfurt spürbar ist.

Da hat es Bernhard Mattes schwer. Der neue Präsident des Verbandes der Automobilindustrie e.V. (VDA) schafft es nicht, die Unterschiede zum Beispiel zwischen deutschen und amerikanischen Zulassungen darzulegen. Denn eingespielt wird ein Ausschnitt aus jenem Film, der vor kurzem in der ZDF-Sendung Frontal21 lief. Dort sollte dargestellt werden, dass BMW die Reinigungstechnik für seine Fahrzeuge vorhalte, sie aber nicht einbaue, wohl aber in Amerika, weil die strenger seien. BMW also halte den Deutschen saubere Technik vor.

Da sei sogar die Ausbuchtung im Bodenblech zu sehen. Also paßt doch der Katalysator rein. Das Auto könnte doch sauber sein. Einfältiger geht es kaum. Schon damals bei Frontal21 ein Fakefilm.

Immerhin fragt die Redaktion bei BMW nach. »Sehr vereinfacht und irreführend« sagt der Münchner Motorenbauer in seiner Stellungnahme. »Es wurde nur ein Teilsystem (…) aus dem US-Modell des BMW X3 übernommen.«

Zur Frage, warum die »umweltfreundlichere Technik nicht auch in den deutschen Autos verbaut wurde«, schreibt BMW: »Die Emissionsgesetzgebungen in USA und Europa unterscheiden sich grundsätzlich. Neue gesetzliche Anforderungen treten zu unterschiedlichen Zeiten und in landesspezifischer Form in Kraft.« Auch die Autoindustrie bringt es nicht zustande, klar und für jedermann verstehbar darzulegen, was Sache ist.

Oder sind Gesetze nicht zum Befolgen da?

Plasberg versucht, zu übersetzen und Mattes mit einem zugespitzt platten Satz zu provozieren: »Wir tun nicht das, was wir können, sondern nur das, wozu wir im jeweiligen Land gezwungen werden.« Klar, denn Gesetze müssen befolgt werden. Und unterschiedliche Gesetz erzwingen unterschiedliche Maßnahmen.

Das kann Autoverbandspräsident Mattes nicht in einfachen klaren Worten richtig stellen. Er betont nicht: Was denn sonst? Wir müssen Autos nach vorgegebenen Regeln bauen. Nach welchen denn sonst? Die sind in jedem Land unterschiedlich, also müssen Autos, die für amerikanische Vorschriften gebaut werden, anders aussehen als deutsche. Er spricht stattdessen von irgendwelchen Wettbewerbsbedingungen, die in jedem Land unterschiedlich sind.

Es gibt schießlich sehr viele Stellschrauben, an denen bei der Motorenentwicklung gedreht werden kann. Lange Zeit galt CO2 als Hauptübeltäter in den Abgasen, die Politik wollte sie reduzieren. Daraufhin entwickelten die Motorenbauer kleine Dieselmotoren mit extrem hohen Druckverhältnissen im Brennraum. Dabei verbrennt der Sprit besser, das Auto fährt sparsamer. Nur steigen dabei auch die Temperaturen im Brennraum und damit die Stickoxide. Also entwickeln die Konstrukteure eine sehr aufwendige Chemiefabrik unter dem Wagenboden, die mit Additiven die Stickoxide unschädlich macht.

Die Bürger durchblicken den Diesel-Schwindel längst

Ganz anders die Bedingungen in Amerika. Dort werden überwiegend großvolumige Benzinmotoren gefahren, die ein vollkommen anderes Abgasverhalten haben. Der Diesel spielt dort kaum eine Rolle. Abgasgesetze der unterschiedlichen Länder sind immer auch Industriepolitik, mit denen unliebsame Konkurrenz vom Leibe gehalten wird.

Abgase heutiger Autos sind, stellt Professor Köhler in bewundernswerter Verständlichkeit klar, in den geringen Konzentrationen überhaupt nicht schädlich. Die Grenzwerte, die heute bestimmend sind, beruhen auf uralten Studien. Kein Grund also für das aktuelle Desaster.

Niemand redet übrigens von der wirklichen Gefahr, von den Benzolen, die nun nachgewiesenermaßen krebserregend sind. Die werden den Kraftstoffen als Antiklopfmittel beigemischt. Sie könnte man gut ersetzen. Das wäre mal eine Forderung im Sinne der Gesundheit.

Aber die lassen sich wiederum in keiner Weise mit dem Klimawandel und den Pariser Klimaversprechen verbinden.

Die Zuschauer haben sehr wohl verstanden, woher der Wind weht. Das zeigen viele Mails, die in der Sendung eingehen und vorgelesen werden. »Der Diesel ist kein Skandal. Der Skandal ist, dass Ideologen unsere Politik bestimmen und wir uns das gefallen lassen!« Schreibt ein Zuschauer in der Reaktion. Ein anderer ergänzt: »Deutschland ist gerade im Begriff, durch eine hysterische Diskussion von Politikern und Medien die letzte Schlüsselindustrie, nämlich die Automobilindustrie, zu zerstören. Da fragt man sich, ob man hier im Irrenhaus ist.«
Das deckt sich wiederum im Tenor mit den herausragenden und meist sehr qualifizierten Leserbriefen, die wir bei Tichys Einblick auf unsere Beiträge bekommen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich.


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Kommentare ( 122 )

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Es grenzt schon an Körperverletzung … 😉

Linke und grüne Klima- Scharlatane und -Idioten bestimmen in einer Art religiösen Wahn die Entwicklungsrichtungen einer angeblich hochentwickelten Gesellschaft. Wir Bürger dieses Landes haben die Chance, diesen Spuk schnell zu beenden.
Befördern wir sie bei den bevorstehenden Wahlen auf allen Ebenen in die Nähe der 0%-Linie!

Für mich ist das deutsche Volk unfähig, wahre, wehrhafte Demokratie zu leben.
Das hat sich schon zu Zeiten Hitlers gezeigt,
Der Rattenfänger von Hameln kennt kein links oder rechts, er spielt die Melodie, die zum Erfolg führt.

Obwohl ich den Herrn Plasberg noch für jemanden halte der versucht, auch andere Meinungen mit einzubeziehen, müssen diese Meinungen als Alibi herhalten, um von Demokratie sprechen zu können, wo keine ist.

Ich poste ja nicht nur Leserkommentare bei TE, sondern auch bei der einen oder anderen Online-Plattform. Dabei habe ich mir eine Art Ceterum Censeo angewöhnt, siehe unten. Wir können als Leser oder Zuschauer noch so intelligente oder aufgeklärte oder auch polemische oder böse Beitrage abliefern, entschieden wird nun mal durch die Politik. In dieser Runde bei Plasberg repräsentiert durch die NGO-Frau der DUH, die, im Verein mit linksliberal gesonnenen Richtern, derzeit die eigentlichen Exekutoren der deutschen Industriepolitik sind. Die POLITIK selbst hat sich längst zurückgezogen. Ihr Beitrag sind, da hat Politiker Özdemir doch vollkommen recht, die Grenzwerte – sonst nichts.… Mehr

Die DUH-Frau sprach es aus, um was es den grünlinken Transformations-Ideologen geht: Man möchte keine Diesel- und keine Benzin-, aber auch keine E-Autos mehr haben, es geht also um die Abschaffung des gesamten Individualverkehrs außerhalb des Geh- und Fahrrad-Bereichs.
Cem Ö., der Viel- und Andenflieger, pflichtete ihr bei, der Automann winselte Mimimi, der CDU-Mann widersprach sich selbst, allein Prof. Köhler ließ Vernunft walten, wenn er mal durfte.
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** Aber der Reihe nach und ohne Emotionen: Da ist Professor Doktor Dieter Köhler der mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und forensischen Beweisen auswartet und dennoch kein Gehör findet. Auf der anderen Seite ein überforderter und regimetreuer Moderator und die restlichen Gäste dieser Show. Ich erspare mir die Damen und Herren mit Namen zu nennen, denn sie leiden alle samt unter Realtätsverlust. Was mich allerdings noch mehr befremdet, um nicht das Wort „Ankotzen“ zu bemühen ist die Tatsache, dass diese Damen und Herren eine Arroganz und Überheblichkeit besitzen, welche mich wieder zu dem Wort, welches ich eigentlich vermeiden will, führt. Wie arrogant… Mehr

„Also, was ist es, dass sich Politiker, Journalisten, selbst Mediziner und vermeintliche Wissenschaftler aber vor allem Amtsinhaber der Regierung der Realität so verweigern und in hartnäckiger Weise die Realität verdrehen?
Ist es der Erhalt ihrer Posten und Positionen? Ist es schlicht weg Dummheit oder fehlendes Wissen?“
Also bei Merkel (der Dr. Titel gebührt wohl eher Herrn Sauer) ist es nach meiner Meinung die unglückliche Kombination mangelnder politischer Klugheit und Weitsicht („auf Sicht fahren“) mit an Imbizilität grenzender Sturheit. „Vor denen müßt Ihr euch schützen: den fleissigen Dummen“!

Grenzwerte sind einzuhalten, ob sinnvoll oder nicht. Genau das meint Özdemir. Ob er das auch auf Flugzeuge beziehen würde, wenn er dann nicht mehr zum Reiturlaub nach Argentinien fliegen darf? Die Grünen halten sich bereits für den neuen Adel. Jetzt brauchen sie nur noch Leibeigene. Bezogen auf die Steuern, mit denen wir die Grünen ernähren, sind wir das schon. Was uns von der Sklaverei trennt, ist Mobilität. Da setzen sie an, die Grünen.

Ich dachte tatsächlich, ich sei im falschen Film. Offenbar habe ich es nicht mitbekommen, dass wir inzwischen die parlamentarische Demokratie und die freie Marktwirtschaft abgeschafft und durch sozialistische Planwirtschaft und eine Räte-(d.i. Sowjet-)republik ersetzt haben. Denn wenn sich der Cem von den GRÜNEN und der Bernhard von der Autoindustrie „zusammensetzen“ und am grünen Tisch beschließen, welche Autos in Deutschland in Zukunft gebaut werden, und wie das alles mit den Ladesäulen und Batterien und so geregelt werden soll, und Ingenieure, Wissenschaftler und der Verbraucher dabei nichts mehr zu sagen haben, dann ist das nichts anderes mehr. Kennen wir so aus der… Mehr

Die Sendung habe ich nach kurzer Zeit ausgeschaltet. Das dumme Geschwaetz der Dame ging mir auf die Nerven.