Die De-Professionalisierung von Journalisten nimmt immer noch weiter zu

Journalisten werden von Beobachtern zu Akteuren, meint Medienwissenschaftler Hans Mathias Kepplinger im Interview mit Oliver Maksan.

© John MacDougall/AFP/Getty Images
Symbolbild

Herr Professor, die „Zeit“-Redakteurin Mariam Lau hat kürzlich in einem Pro und Contra ihres Blattes die Meinung vertreten, dass die private Seenotrettung weder politisch noch moralisch alternativlos sei. Darauf brach ein Sturm der Entrüstung los. Man warf ihr Unmenschlichkeit vor. Die Chefredaktion der „Zeit“ hat sich dann in einem Titelbeitrag von dem Beitrag distanziert. Hat man dem Druck der Straße nachgegeben oder ist man zu besserer Einsicht gelangt?

Es war ein Kotau.

Vor wem?

Es gab einen Shitstorm von links, vor dem die Führung der „Zeit“ eingeknickt ist. Solches Verhalten basiert auf einer Fehleinschätzung. Man sieht einige tausend, vielleicht sogar zehntausend negative Kommentare und hält das für die öffentliche Meinung. Man muss sehen, dass allein die „Zeit“ fast 500.000 Exemplare verkauft und noch mehr Leser hat. Durch das Internet bekommen Randstimmen ein unverhältnismäßig großes Gewicht. Man muss lernen, dass einige zehntausend Kommentare mit Bezug zur Größe der Bevölkerung keine Rolle spielen, auch nicht mit Bezug zur Auflage einer großen Wochenzeitung wie der „Zeit“.

Aber welches Signal sendet eine Distanzierung der eigenen Chefredaktion an Journalisten? Wird man es sich künftig nicht dreimal überlegen, eine abweichende Meinung zu vertreten?

Es erzeugt Ärger und Hilflosigkeit. Mit Senja Post habe ich mehrere hundert Journalisten befragt, welche Reaktionen Shitstorms und andere öffentliche, verbale Angriffe bei ihnen auslösen. Für Journalisten, die gewohnt waren, das letzte Wort zu haben, ist das schwerwiegend. Der Journalismus erlebt einen großen Kontrollverlust.

Wie gehen Journalisten damit um?

Zwei Drittel der befragten Journalisten reagieren nachdenklich-defensiv. Sie würden in Zukunft bei Artikeln zum gleichen Thema genauer überlegen, was sie äußerten. Ein Drittel reagiert abwehrend-aggressiv. Sie wollen jetzt erst recht nachlegen.

Also keine Gefahr der Vorzensur im eigenen Kopf?

Die Mehrheit der Journalisten wird sich vermutlich anpassen. Aber das genannte Drittel, tendenziell eher älter, fühlt sich bestärkt und würde vermutlich nachlegen. Sie lassen sich weder von Vorgesetzten noch von der Öffentlichkeit beeindrucken.

Ein anderes Beispiel aus dem Umfeld der Ludwig-Erhard-Stiftung: Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz sollte von Stiftungschef Roland Tichy einen Preis bekommen. Merz lehnte ab, mit Tichy auf einer Bühne zu stehen. Hier hat sich konservativ gegen konservativ gestellt. Warum?

Vermutlich vertritt der wirtschaftsliberale Merz wirtschaftspolitisch ähnliche Ansichten wie der ehemalige Chefredakteur der WirtschaftsWoche Tichy. Wahrscheinlicher ist, dass es um Politik geht. Tichy ist als entschiedener Kritiker von Merkels Migrationspolitik bekannt.

Die „Süddeutsche Zeitung“ stieg gleich ein und bezeichnete Tichys Blog als „rechtspopulistisch“. Viele der Artikel seien meinungsstark, aber faktenschwach. Ein hartes, aber gerechtes Urteil?

Elitenwandel
Springer-Chef Mathias Döpfner für neuen Journalismus
Das ist ein wohlfeiles Argument. In jeder Zeitung, die „SZ“ eingeschlossen, sind gelegentlich schlecht recherchierte einzelne Beiträge – aktuell etwa zur Dieselaffäre. Auch hier triumphiert Meinung häufig über Fakten. Wenn man die Latte so hoch legt wie die „SZ“, dann schlüpfen auch viele andere drunter durch.

Worum geht es dann?

Es geht darum, eine politisch missliebige Publikation wie Tichys Blog zu diskreditieren. Der Begriff „Rechtspopulismus“ ist ein Kampfbegriff. Damit sollen bestimmte politische Präferenzen tabuisiert und aus dem Diskurs ausgeschlossen werden. Das sahen Sie am Beispiel der „Zeit“. Schon allein die Frage, ob die private Seenotrettung sinnvoll ist, wird tabuisiert. Das ist eine ungewollte Absage an ein Grundprinzip des Liberalismus.

Die Tabuisierung ist also das zentrale Problem?

Ja. Für eine liberale Demokratie ist das höchst gefährlich. Denn sie beruht auf der Forderung, dass alle nicht strafbaren Positionen diskutiert werden können. Hier geht es aber schlicht um Macht und Diskursbeherrschung.

Ein deutsches Phänomen?

Nein. Das finden Sie in der ganzen westlichen Welt. Die USA sind ein besonders krasses Beispiel. Große Medien wie die „New York Times“ oder die „Washington Post“ sind in der Berichterstattung über den Präsidenten von neutralen Medien zu Kampforganisationen geworden. Journalisten werden von Beobachtern zu Akteuren. Hier findet eine De-Professionalisierung statt.

Warum?

Die meinungsmächtigen Eliten haben sich weit von der Meinungsverteilung der Mehrheit der Bevölkerung entfernt. In Deutschland haben 1976 42 Prozent der Bevölkerung SPD gewählt, 55 Prozent der Journalisten. Der Abstand war relativ klein. 2005 haben die meisten Journalisten, 36 Prozent, die Grünen gewählt, aber nur acht Prozent der Bevölkerung. Der Abstand war jetzt mehr doppelt so groß.

Die Schere zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung geht also immer weiter auseinander.

Gruß aus der Filterblase der urbanen Elite
Wie der Journalismus sich abschafft
Ja, es gibt eine Entfremdung zwischen der meinungsmächtigen Elite und der Mehrheit der Bevölkerung. Hinzu kommt ein Zweites: Tonangebend für die politische Berichterstattung in Deutschland sind nur 6.000 bis 8.000 Journalisten. Diese sind auf wenige Städte und Redaktionen konzentriert. Zwischen ihnen findet eine tägliche Kommunikation statt. Durch diese Orientierung aneinander entstehen festgefügte Sichtweisen, die sie für die einzig sachlich richtige und moralisch vertretbare Haltung halten. Dem entziehen sich nur wenige.

Sie haben das Stichwort Tabuisierung genannt. Seit wann funktioniert das?

Es hat immer schon funktioniert. Aber seit der deutschen Vereinigung ist es stärker geworden.

Warum?

Mit der deutschen Einheit zerbrach die Idee des demokratischen Sozialismus, der die linke Mehrheit der Journalisten anhing. Das war eine schwere und lange nachwirkende Niederlage. Die Migrantenkrise bot die Chance, die linke Meinungshoheit wieder herzustellen und zugleich die alte Forderung nach einer multikulturellen Gesellschaft durchzusetzen. Die Flüchtlingsfrage wurde deswegen moralisch überhöht und tabuisiert. Diese Position wird seitdem mit Zähnen und Klauen verteidigt. Siehe Beispiel „Zeit“.

Wenn wir in die Zukunft schauen: Wie geht das weiter? Werden Journalisten wieder Beobachter sein oder immer stärker Akteure werden?

Letzteres kann man auf keinen Fall wünschen, scheint mir aber wahrscheinlich. Die Reichweiten aller Medien, öffentlich-rechtliche inklusive, gehen seit den achtziger Jahren zurück. Es fing also schon vor dem Internetzeitalter an. Die Einnahmen und die politische Bedeutung der einzelnen Medien schwinden mit der Reichweite. Das wird sich fortsetzen. Die Konkurrenz wird noch härter werden. Einzelne Medien werden sich deshalb noch klarer positionieren. Der Anteil der Journalisten, die glauben, sie hätten eine moralische Mission, nimmt zu. Die Journalisten hingegen, die mit Ha-Jo Friedrich meinen, ein Journalist solle sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten, werden weniger. Der Journalist Johannes Groß schrieb, die Ehre des Journalisten liege darin, „nichts zu wollen“. Das sehen immer weniger Journalisten so. Das führt langfristig zu einer wachsenden Segmentierung der Gesellschaft.

Noch gibt es in Deutschland kein relevantes konservatives Gegenmedium. Würde es sich etablieren: Wäre es wie Fox News oder Breitbart in den USA eher ein aktivistisches oder eher ein journalistisches Medium?

Ersteres wäre zu befürchten. Wünschen kann man sich das um der Demokratie willen weder links noch rechts. Stattdessen muss man hoffen, dass sich wieder mehr Journalisten auf ihre Aufgabe besinnen – als passive Beobachter des Geschehens neutral darüber zu berichten, was meinungsstarke Kommentare ja nicht ausschließt.

Hans Mathias Kepplinger lehrt Kommunikationswissenschaft an der Universität Mainz. Oliver Maksan ist Chefredakteur der Tagespost.

Dieses Interview erschien zuerst am 26. Juli 2018 in DIE TAGESPOST. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur.

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Kommentare ( 72 )

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72 Kommentare auf "Die De-Professionalisierung von Journalisten nimmt immer noch weiter zu"

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Na wenn das kein gutes journalistisches Stück war, was dann? Danke „TE“ für diese gute Samstagslektüre!

Genau wie man die meisten Leute nur von ihrer eigenen(!) Meinung überzeugen kann, wird es so schnell nicht geschehen, dass Medien, die seit Jahrzehnten eine gewisse Einstellung haben, plötzlich eine Wende machen. Festgefahrene Automatismen sind nicht einfach aufzulösen, es impliziert, dass man sich Jahrzehnte lang etwas vorgemacht hat/hätte. Nun sind die Zeit-Leser auch nur eine Minderheit, die große Mehrheit sind die Stillen, die Unberechenbaren, die sich nicht äußern und nicht klassifiziert werden können. Es wird die Lebenswirklichkeit sein, der Leidensdruck oder umgekehrt, der Erfolg welche politische Entscheidungen bewirken. An Fakten kommt niemand vorbei. Die Journalisten sollten den Mut haben diese… Mehr
Die Realität wird sie dereinst hinwegfegen – nur arg, dass dann einiges mit ihnen und durch die Schuld ihrer einseitigen Berichterstattung den Bach hinunter gehen wird. Schlimm, wie die Schere im Kopf verhindern soll, frei und kreativ zu denken und zu schreiben. Wie kann man in einer Eröffnungsrede für den Bachmannpreis einen solchen Satz ins Publikum schleudern: „Es gibt keinen redlichen rechten Schriftsteller“ https://www.zeit.de/kultur/literatur/2018-07/klagenfurt-bachmannpreis-eroeffnung-feridun-zaimoglu „Der Rechte ist kein Systemkritiker, kein Abweichler und kein Dissident, er ist vor allem kein besorgter Bürger. Wer die Eigenen gegen die Anderen ausspielt und hetzt, ist rechts. Punkt. Wer für das Recht der Armen streitet,… Mehr

Wenn Merz sich mit Tichy nicht auf eine Bühne stellen wollte, dann ist Merz aber auch komplett unten durch, denn mich widern Menschen, die andere Menschen auf diese Weise entmenschlichen, regelrecht an.

. . . . . , dann ist Merz unten durch. So ist es !!!

Ich bin Journalist, habe nach dem erfolgreichen Sprachenstudium in den 80ern den Journalismus von der Pike auf – also vom Volontariat angefangen – gelernt. Ich habe gelernt, Nachricht und Meinung zu trennen und die Sprache möglichst objektiv, sprich unmanipulativ zu verwenden (noch heute als Klasiker empfehlenswert: „Deutsch für Profis“). Das genaue Gegenteil ist inzwischen der Fall, wo in öffentlich rechtlichen Medien, Zeit, SZ, Spiegel, Welt und FAZ scham- und skrupellos Nachricht und Kommentar vermischt wird, manipulativ (vor allem in Überschriften) mit der Sprache umgegangen wird und bewusst die Auswahl und Gewichtung der Nachrichten verschoben wird. In allen Redaktionen, in denen… Mehr

Man achte nur auf den ersten stets mit Emphase vorgetragenen Satz von Claus Kleber im Heute-Journal. Der sagt im allgemeinen schon wo’s lang geht – und wie wir zu dem was dann folgt zu stehen haben.

Neutrale Nachrichten gab es einmal. Heute sind Leute wie Kleber staatsnahe Priester und Agitatoren: die Schulmeister der schon immer hier Gewesenen.

Danke Herr Schneider und Dank auch an Redaktion. Sie werden gebraucht. Auch ich will dafür meinen Beitrag leisten.

Wehren Sie sich dagegen?
Oder verharren Sie lieber in einer Schockstarre?
Abgesehen davon, dass guter Journalismus eher von berichtender Neutralität geprägt sein sollte, als von meinungsdominierter Einseitigkeit.

Ja, ich habe mich dagegen gewehrt, war zu sperrig und habe deshalb meinen Job verloren – was kein Verlust war (finanziell vielleicht schon). Ich arbeite jetzt selbständig, aber auch das nicht mehr lange.

Ihre Antwort habe ich befürchtet (Job verloren). Der Block der Unterdrückung ist riesig.
Dies gilt nicht nur für den Journalismus, sondern wie ich aus eigener Erfahrung lernen musste, in jeglichen Wirtschaftsbereich hinein, und ich war selbständig.Widerspruch wird mit Vernichtung gestraft.

Ich weiß zwar nicht wie, aber halten Sie bitte Ihre Fahne hoch, Julian.
Blog? Youtube? Kolumne bei den noch dazu offenen Online- Medien?

Kommen Sie aus NRW? Hab vor ein Buch schreiben zu lassen. Bei interesse kann man sich ja mal treffen.

Interessant zwecks Maryam Laus Artikel in der Zeit war aber, dass im Kommentarbereich, inzwischen selbst viele gemäßigte Linke die Redaktion kritisierten, als diese, einen „Entschuldigungsartikel“ veröffentlichte.
Man würde den Radikalen Anhängern des eigenen Spektrums zu viel Platz einräumen, das wäre ein Kotau.

Ein Interview mit Herrn Söder, wurde kürzlich von der Redaktion (Zeit) nach wenigen Minuten in den +-Modus versetzt und bis zu dem Zeitpunkt erfolgte Kommentare waren nicht mehr zugänglich. Selbst Söderkritiker hatten den unsachlichen, stark parteiischen Artikel, als miserable journalistische Leistung bezeichnet.

Auch die bei Zeit-online gezeigte Bildauswahl war unter aller Kanone!
Die Trump Bilder hingegen sind zumeist nicht mehr ganz so schräg wie zu Beginn, wenn ich nicht irre.

Also, Presseorgange wie SZ oder Zeit würde ich im Traum nicht kaufen, den Spiegel habe ich längst abbestellt. Im Ergebnis wird das Publikum dieser Medien aufgrund dieser Fluchterscheinungen natürlich immer links/grüner. Schwer für Herausgeber und Chefredakteure, da jetzt noch gegenzusteuern. Und das im zwangsfinanzierten Staatsfunk bei der Opposition (manschmal sogar bei der Regierung) meist als erstes der Herr Habeck aus Schleswig-Holstein oder jemand von den Linken zu Wort kommt, und sehr selten auch mal die AfD, das ist ja immerhin noch durchschaubar. Sofern man sich überhaupt noch über die Nachrichtensendungen der ÖRR informiert. Ich nehme das hin nach dem Motto:… Mehr

Gegenüber der AfD gibt es im zwangsfinanzierten Staatsfunk nur zwei Taktiken: entweder Totschweigen oder Skandalisieren. Ich habe noch nie erlebt, dass man sich ernsthaft mit irgendwelchen Argumenten auseinandergesetzt hätte. Leider lassen sich noch viel zu viele davon manipulieren.

Relativ guter Artikel. aber der Anteil von 36% Grünen-Anhängern ist zu gering. Vermutlich wurden hier die, die keine Angabe gemacht haben nicht raus gerechnet. So kann man aber nicht gegen Wahlergebnisse vergleichen. Die letzten Studien die ich dazu gelesen hatte zeigten nach rausrechnen der Nicht-Angaben jeweils um die 45% Grüne, was näher an der Realität sein dürfte. Erwähnenswert wäre noch O’Sullivan’s Law gewesen „All organizations that are not actually right-wing will over time become left-wing.“ Auf Deutsch: Alle Organisationen, die sich nicht explizit als konservativ verstehen, werden über den Zeitverlauf links werden. Der Hintergrund ist, daß Konservative zwar Linke einstellen… Mehr

Was Sie anmerken entspricht ja auch dem, was Popper als Toleranz-Paradoxon beschreibt:
„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Links = Sprachorientierte, die machtgierig sind. Daher auch die hohe Priorität auf sprachliche Themen, auf Sprachpolizei etc.

Dass Menschen anonym und ohne konkrete Gegenreaktion Dinge schreiben ist irgendwie nachvollziehbar. Solange Lehrer, Professoren, Ärzte oder auch Schriftsteller zur Schnecke gemacht wurden hat das wenig interessiert. Heute stehen Zeitungen im Wettbewerb um Kunden und die Zeitung traut sich dann nicht etwas zu veröffentlichen, was den Lesern missfällt. Die Distanzierung der Zeitung vom Journalisten ist eine typische Reaktion darauf und zeigt, wie wenig beim Jounalismus Fakten und Meinungsaustausch eine Rolle spielen. Es geht, wie üblich, nur um die Quote, hier die Abozahlen. Zum anderen verstehen die Eliten und die Zeitungen nicht, dass sie die Meinungshoheit verloren haben. Es gibt vielfältige… Mehr
6.000 bis 8.000 Journalisten, die in einigen Großstädten aufeinander hocken. Dies führt zwangsläufig zu einer Inzucht-Veranstaltung von Menschen, die sich für die „Elite“ halten und sich dafür gegenseitig von morgens bis abends auf die Schulter klopfen. Die Steigerung von „Elite“ ist die „urbane Elite“; soll wohl durch Absetzung vom „dummen Dörfler“ zusätzliche Kompetenz und Intelligenz suggerieren. Ich bezeichne dieses Milieu als den „degenerierten Stadt-Adel“ in Anspielung auf den degenerierten Land-Adel, dem man ja auch die Inzest-Folgen anmerken konnte. Die Karte „Stadt-schlau“ und „Land-dumm“ wurde dann ja auch bei der Trump-Wahl und beim Brexit gespielt. Das war an elitärer Hochnäsigkeit nicht… Mehr
Ich bekam eine Anmerkung von „no-reply“ zu meinem Kommentar mit dem Hinweis, meinen Kommentar doch bitte nicht durch Begriffe wie „Inzest“ und „degeneriert“ mit Zielrichtung „Qualitäts-Journalisten“ zu entwerten. Dazu meine Anmerkungen: Die von mir in dieser Weise bedachten Journalisten der Mainstream-Medien (Zeit, SZ, Spiegel usw.) und der öff. rechtl. Medien (ARD/ZDF/DLF) haben sich diese Einordnung redlich verdient indem sie mich als Nazi, Rassisten, Rechts-Populisten, Rechts-Extremisten, abgehängten und geistig mindebemittelten „alten weißen Mann“ einstufen. Also erlaube ich mir, in gleicher Manier zu reagieren. Durch die hohe Reichweite der Mainstram-Medien habe ich ohnehin einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, dazu kommt, daß ich mangels Zeit… Mehr

Nun, Sie entwerten Ihren Kommentar dadurch, dass Sie einerseits von „inzest“ und „degeneriert“ schreiben, gleichzeitig den Journalisten vorwerfen sich ähnlich (gegen „rechts“) zu verhalten, in ihrer Wortwahl. Wieso können Sie dies nicht besser, weniger herabsetzend formulieren?

Das große Problem der grün-rot-linken Journaille war, ist und bleibt es, dass nicht alle Nutzer intellektuell so subilluminiert und minderbemittelt sind, wie man das gerne hätte. Und für den Rest sind Diskreditierungen und Diffamierungen das tägliche Brot, dass ihnen vorgeworfen und es einfach nur gefressen, als erreichtes Ziel schon genügend scheint. So wird die Ideologie mitunter wider besseren Wissen einfach nur kampfparolenartig formuliert und über den gesunden Menschenverstand gestellt, rausgehauen und damit ignorant, die Rigidität von Hochmut und Dummheit zur Tugend erhoben. Alles andere wäre ein Zugeständnis an die Vernunft, die für viele – vor allen Dingen ’68ern – mit… Mehr