Ich bin der Star, hol‘ mich bloß nicht raus!

Andrea Berwing beschreibt Gedanken, wie sie ihr im Leben zufliegen. Jung mit ausgeprägten Stasi-Erlebnissen konfrontiert schaut sie besonders kritisch in den und aus dem Berliner Alltag.

Bettina Hagen "Angie oder die Frau mit den zwei Gesichtern" Acryl auf Leinwand - 60 x 80 - 2005/10

Bei all den Verwunderungen über Frau Merkels Alleingang wissen wir doch, dass Kriege künstlich erzeugte Wesen sind, die allesamt ein Ziel verfolgen. Innen-  wie außenpolitisch. Es dürfte Profit sein. Mielkes und Honeckers gehörten einst der Vergangenheit an, doch sieht es so aus, als hätten sie sich nicht nur im Grab umgedreht, sondern seien den ewigen Jagdgründen wieder entstiegen.

Frau Merkel ruft nicht mehr so laut: „Herzlich Willkommen“ und „Hereinspaziert“ und in München auf dem Hauptbahnhof liegen auch keine bunten Fähnchen mehr bereit. Ist das Ziel erfüllt? Deutschland gut aufgefüllt? Mit Profit für einige Wenige aus den Steuerkassen, Renten- und Sozialkassen, neuen Wählern für die SPD, CDU und Grünen, wobei sie sich ja nicht mehr so richtig unterscheiden lassen voneinander. Sie könnten auch eine Einheitspartei oder einen Einheitsbrei a la CGS, Christlich grüne Sozialisten, bilden.

Asyl- , Pharma-, Wohnungsbau-, Plastikverpackungsindustrie, Cateringfirmen, Hostels, Sicherheitsfirmen boomen neuerdings, neue Jobs, immerhin zahlt der deutsche Steuerzahler  pro „Flüchtling“ 3.500 Euro pro Monat. Eine stattliche Summe, wenn man bedenkt, dass ein „Flüchtling“ von 30,00 Dollar Barem pro Monat an den Grenzen des eigenen Landes in aufgestellten Lagern leben kann und gut über die Runden kommt. Wie viel mehr Menschen könnte geholfen werden und wie viel weniger würde dadurch verdient werden. Genaue Zahlen überlasse ich zu gern Mathematikliebhabern.

Selbstverteidungskurse für Frauen, Deutschland hat zu tun. Wir haben eine neue Aufgabe, endlich. Vor lauter Sinnentleerung wussten die meisten von uns gar nicht, wohin mit sich, ihrer Zeit und ihren Gedanken. Und endlich wurde auch mal wieder gestritten, ganz kurz, um dann vorwurfsvoll zu schweigen. Das hatten wir in Deutschland schon viel zu lange nicht mehr. Und endlich haben wir wieder viele junge Männer im Land. Schön ist meistens etwas Anderes, doch über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Und wo die Liebe so hinfällt, ist schon so mancher Apfelbaum gewachsen. Und falls die Angst vor dem Islam zu groß wird, dürfen wir wieder in die Kirche gehen und beten, uns an unsere christlichen Werte erinnern. Das sind die Worte von Frau Merkel. Wie schön, juchhu. Das Ausland schaut da schon genauer hin.

Nun, da wir hier interessante Lebensläufe zu erwarten haben, nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, sondern vom Dschihad-Kämpfer zum Koch, wird uns das servierte Essen in Zukunft oder unseren Kindern dann noch besser schmecken. Den Rassisten und Rechte Ecken Vorwurf gibt’s gratis und kostenlos als Nachtisch dazu. Aber bezahlt werden darf immerhin noch, welch Ehre.

Trotzdem sind die Trotzkis noch trotzig. Obwohl sie ihren Willen bekommen haben. „Alle Wege führen bekanntlich nach Rom. Und Rom heißt heutzutage: „Was ich selber denk und tu, trau ich jedem Anderen zu.“ Trotzki schlug mit dem Rassistenvorwurf schon die Bauernaufstände nieder, blutig, immerhin kostete der Kommunismus die Welt 100 Millionen Tote. Die Dummbauern begriffen dabei sehr wohl, worum es Trotzki ging. Um Enteignung, bittere Armut und irgendwann den Tod Ihresgleichen. Durch Gleichmacherei. Was jedoch nicht für Trotzki galt, er war jemand Besonderes, der durfte das. Im Namen des Kommunismus. Im Namen des GUTEN. Zins und Wucher sind den Guten gänzlich unbekannt. Logischerweise. War es Trotzki auch. Er nahm sich einfach, was er und seine Sinnesgenossen brauchten. Von den anderen. Von wem sonst? Ob Trotzki auch leckere Drogen konsumierte?

Beim Rassismusvorwurf gegenüber Kritischen und Uneinverstandenen stellt sich hier die Frage: Welcher Rassismus vordergründig bei den vorwerfenden Medien heutzutage eine Rolle spielt. Rassismus gegenüber den Einheimischen? Das Huhn oder das Ei. Wer war zuerst da? Wen gilt es zu unterdrücken und auszurauben? An allen Fronten wird gekämpft. Trotzki befahl zur Kontrolle der Familien Sippenhaft, er schaffte demokratische Strukturen ab und verteidigte energisch die Pressezensur. Geht es um Normen, absolut und bedingungslos. Einer Kapitulation nahekommend. Menschen sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich. Ungern lässt der Mensch etwas tot vor sich auf die Erde fallen. Zum Beispiel unsere Frauenrechte. Zu hart erkämpft.

Der Rassismusvorwurf wurde mit den marxistischen Kommunisten gleichsam in die Welt hineingeboren. Wollen wir einen Weltkommunismus, dann müssen alle Gesetze auf der ganzen Welt! gleichgeschaltet werden. Sofort. Das heißt, reise ich illegal oder legal nach Amerika aus, Saudi-Arabien, Indien, Türkei, Marokko, Kanada, Australien muss es auch eine Anerkennung auf Asyl geben, kostenlose medizinische Versorgung, plus  Geld, Unterkunft, Sprachschulung, vorher setze ich voraus, dass das Personal deutsch kann, deutsches Essen, Integration. Gleiches Recht für Jeden.

Dann bestehe ich auf meinen Werten, denen sich die Menschen dann unterzuordnen haben, die sich in meiner Nähe befinden. Ich bekomme Kindergeld, Dokumente und werde nirgendwo diskriminiert. Sind diese Länder, in denen ich das nicht bekomme, jetzt rassistisch und die Menschen, die in diesen Ländern leben auch? Werden sie die Nächsten sein, die innerpolitisch oder außenpolitisch gejocht werden sollen? Trotzki, selbst radikal ist seinem noch radikaleren Kontrahenten  zum Opfer geworden. Er, so schreibt er selbst, wurde von Stalin um sein Erbe gebracht. Es gibt immer noch einen, der noch schlimmerbesser ist. Das Gesetz der Duplizität der Fälle. Stalin.

Stalin ließ Trotzkis Namen und seine Fotos aus allen offiziellen Dokumenten und Texten tilgen. Zensur eben. Was nicht passt, wird zensiert oder umgeändert. Stalin, das tapfere Schneiderlein. Viele tapfere Schneiderleins nun in Deutschland. Was nicht passt, wird passend gemacht. Und das gilt auch für die nächste Runde. Gibt es eigentlich gar keine Möglichkeit zur Wahlfälschung für das Establishment? Das wäre doch schade. Wo hier doch so fleißig genäht wird.

Der Kommunismus hat in der Welt nicht Einzug gehalten. Inhaltlos ist der Vorwurf, der einen Menschen zum Rassisten degradieren soll. Eine schwache Theorie bereits zerrissen. Und er ist nur mit der Errichtung einer Diktatur möglich. Obwohl er eine starke Wirkung entfacht. Einen Komplex aufgeweckt hat, ein billiger psychologischer Trick, um einen Schuldkomplex aufrechtzuerhalten. Um die Kollektivschuld der Deutschen zu erhalten, wurde im psychologischen Krieg nach dem 2. Weltkrieg der Widerstand gegen Hitler wenig bis gar nicht erwähnt. Hunderttausende nichtjüdischer Deutscher waren den Verfolgungen der Nationalsozialisten ausgesetzt. Das erste Attentat auf Hitler konstant verschwiegen. Der war am 20. Juli 1940. Nur schade, dass nicht alle Deutschen einen Knicks machen, so wie die Russen vor Stalin nicht und die Deutschen vor Hitler nicht.  Der mit dem einen Ei. Bald ist Ostern. Bis dahin wissen wir mehr.

Und nichtsdestotrotz hat Stalin Trotzki irgendwie geheilt, am Ende wurde Trotzki Stalins intellektueller Feind, obwohl er ihm den Pfad bescherte und Trotzki einen gewaltsamen Tod durch Stalins Auftragshand erlitt. Dadurch wurde er zum Märtyrer erhoben, mit viel Blut an seinen Händen. Immerhin wurde er Kritiker seines eigenen ins Leben gerufenen Systems. Der Revolution und des Terrors. Trotzki wählte sein Schicksal selbst und er hatte oft eine Wahl. Das ist ein Privileg.

Schuld  an Verbrechen ist immer der Verursacher und der individuelle Täter! Auch heute. Zwölf Jahre Nationalsozialismus sind vorbei. Der Kommunismus in Europa auch! Der Installation weiterer Trotzkis, Stalins, Honeckers und Mielkes, weiterer tapferer Schneiderleins sollten Menschen, die Achtung gegenüber sich selbst entwickelt haben, mutig widersprechen.  Die den Rassismusvorwurf tätigen, tun das nicht uneigennützig. Angriff ist die beste Verteidigung. Nun aber, da die vermeintlichen „Rassisten“ so viel Aufmerksamkeit von Frau Merkel und dienstleisterischen, sich selbst zur Moralapostelelite ernannten Medienmachern bekommen, wird es Zeit, Ziele zu formulieren und seinem Willen Ausdruck zu verleihen.

Fangen wir doch im Kleinen an. Eine Politik, die vergessen hat, sich zu integrieren in das Volk, wird das Volk für sich sprechen lassen müssen. In die Kirche gehen und beten, wird jedoch wahrscheinlich nicht so viel verändern. Abwarten und Tee trinken auch nicht. Das würde ja Frau Merkel raten. Und das wollen viele nicht. Kleine Ziele formulieren, die Auseinandersetzung mit dem Rassismusvorwurf ist vielleicht ein Anfang und nicht jedermanns Problem. Welch Glück. Ab hier können müssen wir miteinander sprechen. Und definitiv darüber hinaus und schnell. Im Grunde genommen können wir fliegen.

Autorin Andrea Berwing lebt mit Kindern und Hund in Berlin. In der DDR sang sie in einer Band, wurde des öfteren ins Stasi-Ministerium gebracht und zur Mitarbeit aufgefordert. Mit 20 schaffte sie es in den Westen.

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